1.      Offenbarung in Vernunft: Entstehung und Entwicklung des Monotheismus durch schöpferischer Vernunft/Wort 

Um sich vor Augen zu führen, wie absurd die Vorstellung von einem glaubensbegründenden Heilsprediger als offenbarenden Miniaturgott geworden ist, braucht man sich nur das heutige Wissen über die Entstehung und Entwicklung des in damaliger Wissenschaft denkerisch begründeten Monotheismus im alten Ägypten oder der Perser- bzw. Prophetenzeit  vor Augen zu führen. Aber allein schon wenn realisiert wird, wie ein neuplatonischer bzw. philosophisch im antiken Monismus begründeter Monotheismus nicht nur Thema der Theologie der Zeit Jesus war, sondern im Neuen Testament nachzulesen ist, müsste das zur Revision führen.

1.1.            Erst das heutige Wissen um Anfänge fordert neues Verständnis heraus

Wobei hier auch deutlich wird, wie erst das wachsende Wissen hierzu herausfordert. Denn solange man davon ausging, dass der Monotheismus eine Erfindung von hebräischen Hirten oder nächtliche Eingebung an fromme Männer war, die dann ihren Gott über andere Götter und als einzig hinstellten, war scheinbar klar: Jetzt wurde die Offenbarung des einen wahren Gottes durch oder in einem jungen Heilsprediger gegeben, der zufällig den gleichen Namen  hatte, wie der anfängliche Josua. Nur dass der gutherzige Wanderphilosoph weit friedfertiger war, als der angeblich (buchstäblich) per Massenmord kriegerisch den jüdischen Monotheismus begründende Landnehmer. Auch dass die Kirchenväter bereits in Josua Jesus begründeten, brauchte dann bisher nicht zu interessieren. Und so war es auch klar: In Folge des leeren Grabes, einer wundersamen Wiedererweckung (modern: der christlichen Gemeindebildung) oder gar erst der Halluzination eines angeblichen Wendepharisäers bzw. kirchlicher Lehre war daher auch der christliche Glaube als ein neuer jüdischer Bund geworden.

Doch heute wird das in der Josuageschichte so blutrünstig beschriebene Geschehen völlig neu verstanden. Es wird wissenschaftlich eine in kosmischer Realität bedachte Kulturreform beschrieben. Und wie sich in Mitten der antiken Hochkulturen in einer Art Aufklärungsprozess der sog. Exilszeit, wenige Jahrhunderte vor Jesus, ein Monotheismus entwickelte. Wie der in damals wissenschaftlicher Begründung die alten Denkspuren aufnahm. Gleichwohl die Verschriftung in teilweise geschichtsgebender Rückprojektion bis in die Zeit Jesus reicht. Ob Moses dann als Gedächtnisspur des in kosmischer Ordnung begründeten rationalen, sich aber von der Glaubenstradition abgrenzenden Monotheismus Eschnatons gedeutet wird. Oder ob er einfach als Zeuge für die ägyptische Abstammung/Einflüsse gilt. Das ist im Grund egal. Wissen wir doch, wie auch nach Eschnaton in der ägyptischen Götterwelt und Theologie weiter kosmische Realität nach damaligem Weltverständnis den Ton angab: Eine Wissenschaft und Kosmologie, die allein in den Maßen der Pyramiden ein erst in Naturwissenschaft wieder aufgedecktes Wissen um kosmische Maße/Entfernungen verdeutlicht. Wie in dieser Kosmologie/Wissenschaft, die die Theologie bestimmte, gar eine frühe Trinität gedacht wurde. Dies alles war eine vor-monotheistische Denkweise, die nicht im Entferntesten etwas mit einem offenbarenden Zweibeiner zu tun hatte, sondern einem in kosmischer Ordnung/Wissenschaft  begründeten Grund. (Möglicherweise sagen allein der Sonnen-Monotheismus Eschnatons, die kosmischen Maße der Pyramiden oder die frühphilosophische Trinität mehr über das Wesen Jesus, als eine derzeitige Wissenschaft, die nach den Gründen zur Verherrlichung eines Wandergurus fragt.)

1.2.            Von Anfang an war Denken aufgrund kosmischer Realität Grund der Religion

Allein sich vor Augen zu führen, wie der ägyptische Kult und gerade der rationale Monotheismus Eschnatons, der als Vorform des von einem Wort (hebr. Vernunft) ausgehenden prophetischen Bundes gilt, in damaliger Welterklärung (kosmischer Vernunft-Ordnung) denkerisch begründet wurde, würde es völlig lächerlich machen, den christlichen Denkern unterstellen zu wollen, sie hätten jetzt in einem die göttliche Wirklichkeit offenbarenden Wunderheiler einen neuen wahren jüdischen Bund begründen wollen, so das ewig-lebendige Wort verstanden.

Wer dann noch bedenkt, wie sich auch am persischen Hof, wo nach heutiger Lehre die Propheten des jüdischen Exils-Monotheismus gastierten, ein denkerischer Monotheismus in Weltrealität entwickelt hat, der in Zarathustra, Krösus oder dem Denken des letzten Perserkönigs Darius deutlich wird. Der kann doch nicht weiter von einem egal wie göttlichen Wanderprediger als offenbarende Neubegründung reden oder dies den damaligen Reformjuden oder Hellenisten bzw. späteren kirchlichen Denkern unterstellen wollen.

Auch wenn – wie die aktuelle Monotheismusdebatte zeigt - die Definition recht unklar ist. Die Einen mit Monotheismus den Alleinverehrungsanspruch eines sich aus eigenen Gründergestalten und Lehren ergebenden Gottesbildes als überlegen gegenüber anderen Gottesvorstellungen betrachten. Gleichzeitig philosophische Aufklärungslehren beschrieben werden, die sich aus dem kosmologisch begründeten Verständnis eines umfassenden Schöpfungsgrundes, einem ganzheitlichen Weltbild antiker Aufkärung ergeben. Und der Begriff „Monotheismus“ erst im 17. Jahrhundert gefasst wurde. Die Entstehung und Entwicklung monotheistischer Ideen und insbesondere deren wissenschaftliche Begründung lässt erkennen, wer auch der Monotheismus-Reform der Zeitenwende, d.h. Jesus vorausgegangen ist, dieser war. Denn dass dies weder ein Wanderprediger als Offenbarung gewesen sein kann, noch dessen Christianisierung bzw. nach heutiger Kritik nur ein fiktives kirchliches Konstrukt, wird besonders deutlich, wenn wir betrachten, woraus der prophetische Monotheismus erwachsen ist. Und warum sich  das Neue Testament als dessen Neubegründung nicht nur verstand, sondern dies war.

Doch weder ein neuer Bund bzw. bildloser Monotheismus und der daraus resultierenden Gesetze/Verhaltensgebote, noch die realgeschichtliche Wende oder die Vielzahl der Texte und anfänglichen Denkrichtungen, die sich auf Jesus berufen, lässt sich in dem erklären, was heute als historisch gilt.

1.3.            Mit einem offenbarenden Menschen ist kein Monotheismus machbar

Bereits der sich Echnaton nennende Amepophis IV., der Aton zum einen und alleinigen Grund aller Schöpfung erhob, die Existenz traditioneller Gottheiten bestritt und deren Kult teilweise verbieten ließ, hat kein menschliches Gottesbild oder Kunstprodukt erhoben. Dahinter stand eine in kosmischer Realität begründete Theologie: Die Vernunftordnung des Sonnensystems, in die der Mensch eingebunden war. Mit einem offenbarenden Menschen bzw. einem als Messias gesehen Guru war Monotheismus und die davon ausgehende Gesetzgebung nie zu machen. Darin hätten weder die Pharaonen, noch die persischen Philosophen oder Kaiser und noch viel weniger die jüdischen Propheten sowie ihre philosophisch-christologischen Nachfolger (nicht nur in Alexandrien) eine Theologie begründet.

Aus diesem Monotheismus oder Henothismus, der alle Götter nach antiker Wissenschaft auf einen übergeordneten unsagbaren schöpferischen Grund bezog, ist dann das  bildlose, auch keine menschlichen Gottheiten oder königlichen Mittlergestalten mehr akzeptierende prophetische Vernunft/Wort-Verständnis erwachsen. Ein Verständnis, das sich auf einem Entwicklungsprozess der Genesis bezog, der weit mehr als sonstige antike Welterklärungen an die heutige Evolutionserklärung erinnert, in der Genesis einen in damaligen Augen logischen Entwicklungsprozess beschreibt. Wie können wir daher Jesus als einen mit seinen Freunden um den See ziehenden  Heilsprediger sehen. Und dann als Heiland hinstellen wollen, der nicht nur den prophetischen Bund erneuerte, sondern ihn auch für die Heiden bzw. monistisch denkende Griechen annehmbar machte?

Oder stimmt es nicht, was die Theologen in täglich neu erscheinenden Bücherbergen schreiben, für die schon ganze Wälder sterben mussten? Haben sich die anfänglichen Christen nicht als wahre Juden verstanden, Jesus bereits im Alten Testament am Werk der Propheten gesehen? Wie kann aber bei all dem, was wir über das damalige Denken und Vorverständnis wissen, die Erneuerung des gesetzlichen Bundes, dessen Psalmen und Prophetenworte im Neuen Testament aufgegriffen wurden, nur als schlechter Witz einem Wanderprediger angehängt worden sein? Ist alles Wissen  um die wahre Geschichte, das anfängliche Denken und die theologischen Grundlagen umsonst gegeben? War wirklich nur kalter Kaffee, um einen jungen Juden zu verherrlichen bzw. nur ein fiktives christologisches Kirchenkonstrukt in die Welt zu setzen? Was ja Paulus meist unterstellt wird. Weil er angeblich nicht vom historischen Jesus, sondern seinem hoheitlichen Wesen handeln würde?

1.4.            Am Anfang war Vernunft: Verstand des prophetischen Wortes

Nein: Weder ein Heilsprediger, noch eine frei konstruierte paulinisch oder kirchliche Heilspredigt kann den Denkern weiter unterstellt werden, die in Jesus eine Neubegründung des prophetischen Verständnisses im lebendigen Wort sahen. Ohne kosmische Begründung in Vernunft, wie sie sich nun aus dem philosophisch-wissenschaftlichen Monismus/Monotheismus der Zeitenwende ergab, wäre kein neuer Bund zu machen gewesen.

Allein die Weisheit/Vernunft, wie sie bereits bei Zarathustra zu sehen ist (egal, ob der wirklich ein Schüler Daniels war, 1.800 oder 600 v. Chr. lebte oder gar eine Personifikation für ein Verständnis/eine Denkschule darstellt) verweist auf die Vernunft/das Wort, das in Jesus Person wurde. (In menschlicher Rolle/Aufgabe kulturvernünftig ausgedrückt.) Bereits Zarathustras vom Kampf zwischen Gut und Bös geprägter Dualismus ging nicht von einem vorgesetzten Gottesbegriff aus oder gar einem jungen göttlichen Offenbarer bzw. fiktiven mystischen Christologie-Konstrukt. Es war ein von umfassender Schöpfung ausgehender Denkprozess: Dem guten und dem bösen Geist, durch deren Dialog die Welt besteht, der so auf den einen Herrn/Urgrund der Weisheit (Ahura Mazda) als Fundament der Wahrhaftigkeit (statt menschengemachter Götter) hinweis, liegt ein Weltverständnis in anfänglicher Vernunft zugrunde. Ein Weltverständnis, wie es später im griechischen Monismus weitergeführt und zum Christus wurde. Ein Wanderprediger oder ein fiktives Kirchen-Konstrukt kommen da nicht vor.

Wenn bereits im Namen Zarathustras angenommen wurde, dass der Mensch das einzige Lebewesen sei, welches die Möglichkeit bekommen hat, in Vernunft, nach freier, eigener Entscheidung zu leben, sich entscheiden zu müssen (wie bei Wiki zu lesen). Dann stand dahinter kein zweibeiniger Grund, der Gott sein sollte oder eine Sonnenanbetung. Es war ein Vernunftsystem, in das der Mensch mit den Gaben des Verstandes und so der „schöpferisch“ vernünftigen Entscheidung eingebettet war.

Zwar wurde bereits jegliche Art von Opferkult negiert, Verehrung menschlicher Götter als Götzendienst angeprangert, wie auch bei den Propheten, die darin die Probleme ihrer Kultur begründeten. Doch ist es sicher noch zu früh, bereits bei Zarathustra von Jesus bzw. dem lebendigen Wort zu reden. Auch wenn in freier Religionsausübung auf denkerische Weise bzw. einem philosophisch-ganzheitlichen Weltverständnis ein als Herr der Weisheit umschriebene oberste Gottheit verehrt wurde. Noch waren auch die menschlichen Kaiser Kultobjekte, denen Steueropfer erbracht wurden und trieben eine Vielzahl von Gottheiten ihr Unwesen. Doch bereits hier zeichnet sich ab. Mit dem, was heute als historischer Jesus angenommen wird, wäre eine Neubegründung des in persischer Philosophie begründeten prophetischen Wort-Verständnisses, das dann die menschlichen Gottesmittler und Gottesbilder als Götzen verwarf, nie und nimmer zu machen gewesen.

1.5.            Persische Philosophie als Schule schöpferischer Vernunft der Propheten

Die persischen Könige Kyros II oder Dareios I, an deren Hof sich der bildlose jüdische Kult entwickelte, der dann keine Gottesnamen oder zweibeinige Gottheiten, keine Pharaonen, Kaiser und sonstige Menschen als Mittler mehr akzeptierte, müssen nach dem, was wir realgeschichtlich über die Anfänge wissen, im Stammbaum Jesus bedacht werden.  Niemand will Darios zu David machen, weil dieser als Tempelbauer archäologisch ausfällt und vom Perserkaiser geschrieben wurde, dass er Esra und Nehemia die Anweisung zum Bau des Jerusalemer Tempels gab, dies finanzierte. Doch wer in Realgeschichte nach der Erfüllung der Hoffnung von Propheten fragt, die die Perserkaiser als Messias verehrten und dort erwachsen sind, der kann dabei nicht weiter an einen Heilsprediger denken, der nach seiner Hinrichtung wieder erschien und als Heiland gesehen wurde. Der muss nach der Weisheit fragen, dem Vernunft/Wort-Verständnis, das in den Königsmythen des Alten Testamentes von David & Co. verkörpert wurde und sich auch in persischer Philosophie/Theologie nachvollziehen lässt.

Selbst wenn den Perserkönigen von späteren Schriftstellern der vorprophetische Monotheismus nur angedichtet worden wäre. Sie stehen für Denksysteme, die eine kreative kosmische Vernunftordnung theologisch weiterdachten, wie sie später im Neuplatonismus in das sich dabei auf Jesus berufende Neue Testament einfloss. Eine Vernunftordnung, die heute nur auf neue Weise, in empirischer Wissenschaft erklärt wird. Hier war der Mensch in eine Schöpfungsordnung verankert, wie sie Benedikt XVI. vor dem Bundestag in Bezug auf die Weisheit Salomos und die Stoa in ökologischer Welterklärung zu bedenken gab. Doch bei „Ahuramazda“ hat kein junger charismatischer Menschengott einen Monotheismus oder eine Verhaltenslehre aus der Hosentasche gezaubert. Es war auch kein fiktives Glaubenskonstrukt, wie die Kritiker die hoheitliche Christologie der Kirche deuten.  Das Denken, in dem nach der Legende bereits Erzengel am Werk waren, Blinde und Taube geheilt wurden, war von einem ganzheitlichen Weltverständnis antiker Vernunft und Weisheit getragen. (Was dann in geschichtlicher Wirk-lichkeit Jesus war.)

Was in persischer Philosophie zu freier Religionsausübung und Gültigkeit der verschiedenen Göttermythen bereits zur Anbetung des obersten schöpferischen Grundes aller Weisheit der Welt und ihrer Entstehung  und bei den Propheten dann zum namenlosen Kult führte, hat mit dem, was heute als all dessen Neubegründung genannt wird, nicht das Geringste zu tun. Auch wenn in der Perserzeit der prophetische Monotheismus noch nicht war, so stehen auch Kyros und Dareios (der oft mit Laotse, Sokrates und sonstigen Weisheitslehren zusammen genannt wird) für frühe vernünftige Denksysteme, die von einer umfassenden Vernunft ausgehen, der sich der Mensch unterordnen muss.

1.6.            Dareios und David liegt Vernunft kosmischer Realität zugrunde

Und wer dann noch betrachtet, wie bereits die Geburtsgeschichte von Kyros, bei der aufgrund der gesehenen Gefahr für das traditionelle Herrschhaus Säuglinge getötet, der künftige König von Hirten auf dem Felde aufgezogen wurde… Der kann nicht nur weiter die Geburt eines wanderpredigenden Wunderheilers im Neuen Testament nachlesen und die dann von scheinbar unglaubwürdigen Legenden befreien wollen. Der muss die Geburt des Grundes bedenken, der nun Jesus genannt wurde und bereits bei Kyros & Co. zu sehen ist. Bereits Jesaja hegte in Kyros messianische Hoffnung. Daher hat die kosmisch begründete königliche Weisheit (egal ob David oder Dareios) bzw. das Vernunftverständnis eines wissenschaftlichen ganzheitlichen Weltbildes, in das der Mensch eingebunden war, mehr über den Stammbaum Jesus zu sagen, als die Abstammung eines Heilspredigers auf banal-buchstäbliche Weise  aus dem Hause eines archäologisch inzwischen zum Dorfhäuptling ohne Tempel Degradierten begründen zu wollen..

Weder bei Kyros noch Dareios waren Menschenrechtsideen im heutigen Sinne. Auch wenn heute oft die persischen Herrscher für ihre Weisheit und Gesetzgebung gelobt werden. Umgekehrt: Hier war das „menschliche“ Recht in einer „schöpferischen“ Vernunftordnung verankert, wie es Benedikt XVI. vor dem Bundestag in ökologischer Welterklärung zu bedenken gab.

Und bei den bekannten Personifikationen der Perserzeit wäre so wenig wie bei der philosophischen Darstellung der Vernunft in Herkules durch Seneca (der beim Lehrer der Stoa in ähnlichen Redewendungen wie Jesus übers Wasser lief), einer der Denker auf die Schnapsidee gekommen, nach den Gründen für die Verherrlichung eines steuerrebellischen jüdischen Heilspredigers zu fragen.

Wenn doch Studienbüchern über die „Religionen in der Umwelt des Alten Testamentes“ verdeutlichen, wie der prophetische Monotheismus, auf den sich das Neue Testament beruft, aus einem in antiker Kosmologie bzw. Wissenschaft begründeten Denkprozess erwachsen ist. Wie kann man da weiter die die Offenbarung in einem mehr oder weniger göttlichen Wanderguru sehen wollen, der mit seinen Freunden um den See zog?

Der biblisch-prophetische Monotheismus, der sich im Hellenismus als Jesus und damit als Christus weiterentwickelte, ist sicherlich nicht ohne Grund im Gebiet des „fruchtbaren Halbmondes“ entstanden. Die christlich-hellenistische Universalisierung des jüdischen Monotheismus, die erst in ihrer menschlich-kulturbegründenden Ausdrucksweise messianische Wirkung hatte/Christus war, ist einer Re-form zu verdanken. Ein bildloser Monotheismus, der an die denkerisch realisierten Wurzeln der Prophetenzeit, dem Wort/Vernunft allen Werdens angeknüpfte, damit über die alten Fruchtbarkeitskulte bzw. Naturvergötterungen hinausging.

1.7.            Bildloser Monotheismus gründet aufs lebendige Wort/hebr. Vernunft

Denn nachdem wir wissen, dass keine wundersame Sklavenbefreiung und Wüstenwanderung die Ursache des Monotheismus war, keine geisterhaft gesetzgebende Stimme auf dem Berg Sinai die Gebote gab und keine Trompetenklänge eines blutigen Eroberers mit Namen Josua den Monotheismus dem Volk verordnete muss Josua, griechisch Jesus dort bedacht wurden, wo anfängliches Denken war: Zum Beispiel In der Missionstätigkeit eines universalen Zoroastrismus. Der allerdings nicht von einem Gründer mit Namen Zarathustra abhängt, sondern seinen Grund in einer kosmische Vernunft-Ordnung nach antiker Wissenschaft hatte, in die der Mensch eingebunden war. Die Überwindung der Stammesreligionen und die Vielgötterei war nicht nächtlichen Eingebungen oder als Offenbarung geltenden Einzelgestalten zu verdanken, sondern einem Denken in Vernunft.

Auch die Götterlisten waren keine frei erfundenen Märchen, sondern lassen sich als eine monotheistische Mathematik verstehen. In antik-wissenschaftlicher Welterklärung und der Stellung des Menschen darin wurde denkerisch die Vielzahl der verschiedenen Götterfunktionen auf einen gemeinsamen Grund zurückgeführt. Wo geschichtliches Babylon war, eine Vielzahl von Welterklärungen, selbstherrlicher Gottesvorstellungen/Götterbildern, wie sie heute wieder den Ton angeben, wurde aus theologisch-wissenschaftliche Weise Ein-sicht. Erkenntnis des unsagbaren Einen:: Prophetische Offenbarung, wie sie im philosophischen Hellenismus Jesus war.

Wie können jungen Theologen das alles auswendig lernen (wie ich allein an den verschiedenfarbigen Markierungen des aus zweiter Hand günstig bei Amazon erworbenen Studienbuches sehe) und dann weiter denken, das alles sei einem göttlichen Heilsprediger aufgebunden worden, der geheimnisvoll nun die Offenbarung des Einen war?

Wenn doch bereits zu Zeiten Kaiser Wilhelms II. von theologischen Denkern der Standpunkt vertreten wurde, dass die Bibel vollkommen von Babel bzw. der persischen Kosmologie/Philosophie abhängig sei. Was evtl. etwas überzeichnet, aber heute in der allgemein anerkannten Lehre von der Entstehung des prophetischen Monotheismus in Exilszeit in anderer Weise deutlich wird.  Wie kann man da weiter in einer mehr oder weniger als Gott geltenden Mutter Theresa mit Bart die nun universal geltende Offenbarung des Einen sehen wollen?

1.8.            Babylon war und ist Verwirrung, statt einheitliches Verständnis

Babylon mag nicht nur biblisch noch für eine Sprachverwirrung stehen. Doch  da die Götter für alle Bereiche der Weltrealität als zuständig bedacht wurden, für das Gute und Schlechte, bahnt sich hier bereits ein philosophisch begründeter Monotheismus an: Ein Denken, das das vielfältige Götterwirken auf einen Nenner brachte. Denn wie sich beobachten lässt, war die Vielfalt der persischen Götter und ihr Verhältnis untereinander kein religiös-mystisches Klimm-Bim. Vielmehr drückte sich so eine in damaliger Wissenschaft begründete Götter-Theologie bzw. eine schöpferische Vernunftlehre in Götterform aus, in die der Mensch eingebunden war. Auch der scheinbar erst später einsetzende Anthropomorphismus war eine der Zeit angemessene Ausdrucksform. Egal von welcher Seite aus wir die Geschichte des Monotheismus betrachten. Es war eine kosmische Ordnung allen Werdens, wie sie heute in Ökologie oder Evolution erklärt wird, aus der das monotheistische Denken/der alte Bund hervorging. Welch ein Witz wäre es daher, eine Theologie in einem mehr oder weniger göttlichen antiken Che Guevara begründen zu wollen oder sich auf ein Buch/Buchstaben zu berufen?

1.9.            Maria am Anfang des Monotheismus

Und wer bereits im philosophischen Monotheismus der Perser und Prophetenzeit um eine Muttergottheit weiß, eine nackte Göttin mit Kind, die frühchristlichen Marienbildern gleicht. Wie kann der dann weiter in der selbst im Koran als messianisches Wesen geltenden Maria eine junge Hebräerin sehen wollen, die ihrem Zimmermann einen Bankert unterschob oder versehentlich nicht als junge Frau, sondern Jungfrau übersetzt worden sei? (Wie heute Neutestamentler argumentieren.)

Sicher war die persische Muttergöttin noch nicht die Mutter, die später in Realgeschichte die Vernunft in menschlicher Person (Rolle/Aufgabe: kein Zweibeiner) zur Welt brachte und die astral begründete Trias noch keine christliche Trinität. Aber wer deutlich macht, wie diese im realen Weltgeschehen begründeten theologischen Modelle, auch wenn noch von Mond,- Fruchtbarkeits und sonstigen Gottheiten oder ihren Söhnen geredet wurde, immer weiter zu einem Monotheismus verschmolzen, der in die Propheten mündete. Wie kann der weiter die christliche Trinität und den dieser zugrunde liegenden Sohn in einem göttlichen oder gar nur Gut-Menschen sehen wollen?

Auch das Wissen um das hebräische Weltverständnis, das ebenso auf eine konkrete himmlische Ordnung baute, wäre sicher noch mit zu bedenken. Denn hiervon ging das Wort/die Vernunft aus, aus der dem Himmel und Erde bereits nach der persischen Philosophie hervorgingen. Da wo der Lehre nach die Hebräer im Exil waren und die Propheten erwachsen sind, war kein menschlicher Windhauch, der nur aus dem traditionellen Buch oder dem spirituellen Bauch vorgelesen, gar einen Heilsprediger als offenbarenden Gotteswesen verkündet hätte. Es war die schöpferische Rede, als die die Weltrealität in der Kinderstube unserer Wissenschaft auch von den Griechen später erklärt wurde. Eine rationale Welterklärung, wie sie heute alles Werdens und deren kreatives=schöpferisches Wesen auf vernünftige evolutionswissenschaftliche oder ökologische Weise erklärt.

Der bereits damals erwarte „Heiland“ hatte für die von Personifikationen ausgehenden persischen Denker, so wenig wie für die jüdischen Propheten, die dann neutestamentlich gefasst wurden, etwas mit dem zu tun, der nach heutiger Hypothese als historisch untersucht wird: Ein egal wie gearteter Heilsprediger, den dann zu allem Übel der anfänglichen Christologiediskussion und Dogmatik untergeschoben wird.

1.10.        Aufgeklärter Neuverstand des Alten, kein Abschreiben

Wenn die persische Lehre von der Auferstehung mit unserer Osterpredigt sogar in Details übereinstimmt, so ist das mehr als eine gegenseitige Abschreiberei von frommen Religions-Phantasien. Vielmehr muss nach dem aufgeklärten Verständnis dessen gefragt werden,  was Eschnaton bereits in kosmischer Ordnung sah, von persischer Wissenschaft als Weisheit allen Werdens der Welt personifiziert und den Propheten als Wort verstanden wurde. Eine monotheisitische Vernunftlehre, die nicht von einem Gottesbegriff/-bild, sondern vom zeitwissenschaftlich beschriebenen schöpferischen Grund allen Seins ausging, der namenlos sein wird.