Antike Apologetik
zeitgemäße Vernunft-Begründung
des monotheistischen Kultes:
Auferstehung

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Mit dem Weiterdenken eines bei Echnaton in der Sonnen-/Gesamtnatur begründeten Monotheismus sowie von Himmels-/Naturbetrachtung ausgehender ägyptischer Theologie und dem Monismus Zarathustras lässt sich bereits bei den Propheten des Exils ein aufgeklärtes Verständnis nachvollziehen. Das dann zum biblischen Monotheismus führte, der seine Gründermythen im aufgeklärten Bewusstsein weiterführte. Ein Prozess, der sich bei vieflältigen jüdischen Reformbewegungen nachvollziehen lässt. Wie er dann in jüdischer Bildung Alexandriens gipfelte. Wo nicht  nur das Werden/die Welt entsprechend der griechischen Lehre in Logik (Logos) erklärt wurde. Dies war anerkanntermaßen der Anfang der Christologie zur sog. Zeit Jesus. Wo bekanntlich auch ein aufgeklärtes allegorisches Verständniswie der jüdischen Tradition war. Ein ähnlicher Prozess, wie er sich  auch in griechischer Aufklärung, der Auseinandersetzung der philosophischen Lehren bis zur Zeitenwende nachvollziehen lässt. Wo dann nicht nur das Werden, sondern auch die vormals für die Kreativität in Kosmos und Kultur stehenden Göttermythen in Vernunft/Logos verstanden wurden.

  Auch wenn wir wissen, dass am Anfang der Logos galt, die Vernunft, in dem nicht nur alles Werden, sondern auch die Gestalten und Geschichten verstanden wurden, die vormals dafür standen: Auferstehung war. Was  den Maler des Jahres 1499 zu diesem Bild von der Auferstehung eines himmlischen Wesens bewegt, wissen wir nicht. Doch es ist offenbar, dass es dabei nicht um das Bild des heute für historisch gehalten Heilspredigers ging, sondern ein himmlisches Wesen, das am Anfang die Vernunft war.


Der "Schluss" vorweg

-Hier wird in Bezug auf die jüdisch-christlichen Apologeten der Nachweis der realgeschichtlichen Auferstehung gebracht. Dabei wird deutlich gemacht, warum das, was anfänglich als Auferstehung galt und biblisch in der Kreuzigung und Wiederwerweckung nach Art alter Götter bebildert wurde, die unabdingbare Voraussetzung des christlichen Glaubens mit den beschriebenen Bedeutungsinhalten war.

-Denn hier wird belegt, dass es den frühen Denkern nicht um die Wiederweckung eines mit Psalmen und Göttermythen geschmückten Gurus bzw. eine davon ausgehende Gemeindebildung ging, für die vormals auferstande Götter herhalten mussten. Wie vielmehr der kulturgerechte Neu-Verstand des Wortes bzw. kreativer Vernunftbestimmung das Thema war. (Eine kulturelle Wende bzw. Weiterentwicklung in antiker Aufklärung, die sich letztlich auch in den vormals auferstanden Göttern deutlich machen lässt, die jetzt in Vernunft verstanden und dann christlich ersetzt wurden.)



Weltbilder bestimmen das Denken und Verhalten der Menschen. Doch die Weltbilder werden von Bildern (auch aus Buchstaben, Geschichten der Vergangenheit) erzeugt, die es daher aufgeklärt zu verstehen gilt. Und so wie Michalanchelo bei seinem berühmten Gemälde von der Erschaffung Adams (incl. dem Sündenfall und der Vertreibung aus dem Paradies) mit Sicherheit nicht an ein einen nackten Jüngling dachte, der einem bärtigen Mann die Hand reicht, sind auch die biblischen Bilder auf allegorische Weise zu verstehen.

Laut Duden ist ein Apologet jemand, der mit ganzer Überzeugung hinter einer Auffassung oder Lehre steht. Nach Wikipedia wird der Begriff heute auch für die auf gehobener, intellektueller oder wissenschaftlicher Ebene argumentierende Verteidigung einer Lehre genutzt.
-Daher ist auch heute die Auferstehung gegeben: Auf aufgeklärte Weise ist die schöpferische Wirklichkeit (das Wort) wieder dort zu verstehen, wo das natürliche Werden auf wissenschaftlich-vernünftige Weise erklärt wird. Und wo sich bedenken lässt, was danach für die Gemeinschaft von Kulturwesen kreativ und zukunftsvernünftig wäre. Da dies als das zu verstehen ist, was als Logos/Wort galt, in menschlicher Gestalt als Jesus zur Welt gebracht und im Orient auf prohetische Weise verkündet wurde, ist Auferstehung.

Die historische Kritik hat ihre Arbeit getan. In Betrachtung der antiken Apologeten ist das aufgeklärte Verständnis gegeben, dass am Anfang kein junger Guru war, der hingerichtet wurde. Und dem dann nur Isis-, Dionysos-, Herakles- oder Horusgeschichten sowie die Erfüllung prophetischer Hoffnungen angedichtet wurden. Oder der wie Horuns & Co. jungfräulich geboren, gekreuzigt und noch nach Art der Götter nach drei Tagen wiedererweckt worden wäre. Vielmehr hatten die Götter, die trotz inzwischen rationaler Erklärung der Welt im hellenisitschen Kult für die kosmische und kulturelle Ordnung oder Entwicklung standen, ausgedient. Was man bisher auf mystische Weise bzw. in Göttern erklärte, wurde jetzt nicht nur auf vernünftige Weise nach universalen kreativen (schöpferischen) Gesetzen definiert. Vielmehr wurde diese heute wissenschaftlich definierte Vernunft (Logos) zum Grund/Wesen des dann christlich genannten Kultes. Genau das lässt sich bei den Apologeten nachblättern. 

Warum daher das Neue Testament (der antike Neuverstand einer kreativen=schöpferischen Be"stimmung" bzw. des Wortes) den in taub gewordener jüdischer Gesetzlichkeit oder in mythischen Göttergestalten geerbten Abfall von schöpferischer Wirklichkeit überwandt, liegt auf der Hand. Auch was ein heutiger Neuverstand des Wortes (gemeinsamer kultureller Bestimmung in wissenschaftlicher Weltbeschreibung) bewirken könnte.

Die "Auferstehung" im Rahmen der jüdisch-christlichen Apologetik war keine Verteidigungsrede für überholte religiöse Vorstellungen, sondern das genaue Gegenteil: Eine Abfallbeseitigung im kreativen=schöpferischen Sinne. Denn die Auswertung der apologetischen Texte macht deutlich, wie auf jüdischer Seite nicht mehr die zum Selbstzweck verkommene Traditions-Gesetzlichkeit, Riten, Tempelkult und auf griechischer Seite traditionelle menschliche Gottheiten bzw. Mythen galten. Wie vielmehr die in Vernunft erklärte Kreativität des Weltganzen als Wort verstanden zum Grund des neuen monotheistischen Kultes wurde.

Es ist eine ewige "Reise nach Jerusalem", die im Westen als Jesus und im Orient als Lehre des Mohammed bis zur Aufklärung getragen hat. Und die im aufgeklärten Verständis der kulturellen Wurzeln nun die Wahrnehmung einer gemeinsamen kreativen Bestimmung (des ewigen Wortes) in universal gültiger Welterklärung ermöglicht.


1. Apologetik als auch heute notwendige Auferstehungs-Aufgabe


Die sich auf Vernunft berufende jüdisch-christlichen Apologeten sind die frühesten Schrift-Zeugen des geschichtlichen Wesens, das dem christlichen Kult (erneuerten bidlosen Monotheismus) und den Kultlesetexten (ob Kanon oder später Koran) zugrunde liegt. Sie brachten das seiner urprünglichen Inhalte entleerte und zur puren Gesetzlichkeit gewordene prophetische Wort in einer ihrer Generation ent-sprechenden Weise zum Ausdruck. So stellten sie den sich auf Abraham berufenden Monotheismus in antiker Aufklärung auf neue Beine:

 Auferstehung - Josua, lat. Jesus.

(Gleichwohl die Apologeten diesen Namen, wie er in heutigen Übersetzungen wie selbstverständlich verwendet wird, nicht nannten, eindeutig die damals philosophisch definierte Vernunft, nach der jetzt das Weltgeschehen erklärt wurde, als Christus vorstellten.)

Die Aufgabe der Apologetik war und ist es, das bestimmende Wort (hebr. Vernunft) in ihrer Zeit verständlich zu machen. Mit Bezug auf die antiken Apologeten wird hier der Grund des christlichen Glaubens, wie der seiner monotheistischen Geschwister in dem deutlich gemacht, was heute als in Natur- oder Kulturwissenschaft beschriebene Wirklichkeit bzw. sich daraus ergebende Vernunft gilt.

Sich einfach zu einem hoheitlichen Wesen und biblisch-urchristlichen Jesus zu bekennen, wie das Klaus Berger verlangt, der die historische Kritik seiner ehemaligen Kollegen als "Bibelfälschung" bezeichnet, ist so wenig Apologetik, wie die völlig verkürzende heutige theologische Lehre. Und wenn nach den päpstlichen Jesusbüchern Benedikt XVI. oder viefacher sonstiger Betrachtung deutlich wird, dass es in den für den Kanon ausgewählten Lesetexten, wie in allen weiteren anfänglichen Lehren, um die kreative Vernunft/den Logos als lebendiges Wort geht, dann ist eigentlich alles gesagt. Wobei es schon langsam weh tut, wenn immer wieder geschrieben wird, dass Jesus das lebendige Wort oder gar ein fleischgewordener Gott war. Weil das derzeit den christlichen Glauben nur Iächerlich macht. Ein Wanderprediger könnte nicht das gewesen sein, was dem antiken Denken und den hier als Zeugen aufgrufenen Urchristen als Logos galt. Die universale Gesetzmäßigkeit, nach der das Werden vernünftig erklärt wurde, kann unmöglich ein Wanderprediger gewesen sein. Sie wurde im Laufe der Geschichte so nur auf kulturgerecht-kreative Weise zum Ausdruck gebracht. Und noch weniger kann der sich in Vernunft allen Werdens offenbarende universale Grund aller Kreativität, der den Propheten als unsgabar galt, ein Mensch geworden sein. Die Rede vom fleischgewordenen Gott ist von einem jüdischen Guru ausgehend ein noch größerer Schwachsinn, als das lebendige Wort. Das geht nur mit einem Spagettimonster-Gott  bzw. einem frei erfundenen menschlichen Gebilde, wie man es in den Foren der Atheisten dem heutigen Glauben scheinbar zurecht unterstellt.

Solange nur Absurditäten gepredigt, das grundlegende Wesen des christlichen Kultes nicht auch in Vernunft erklärt, dem schöpferischen Wort (hebr. Vernunft allen Werdens) absurderweise ein angeblich historischer, mehr oder weniger göttliche Heilsprediger entgegengestellt wird, ist Aberglaube, Atheismus und völlige Glaubensbeliebigkeit vorprogrammiert. So sucht sich jeder was herzerwärmendes aus, wird Sonntags persönliche Humanität oder Konserativität im Namen eines unglaublichen Sohnes oder Wortes in alte Texte hineinpredigt, ohne Bedeutung zu haben.

Doch was am Anfang - nicht nur bei den Apologeten - als Wort verstanden wurde, war kein vorgesetzter Text, keine Beliebigkeit oder ein bedeutungsloses unglaubwürdiges Gebilde. Es ging um die natürliche, nach dem Wandel vom Mythos zum Logos in der Vernunft anfänglicher Wissenschaft erkärte "kreative" (schöpferische) Gesetzmäßigkeit und ihre kulturgerechte Umsetzung. Die Bibel handelt vom diesem lebendigen Wort in menschlicher Person (Rolle, Aufgabe). Wer daher Jesus nach den biblischen Bedeutungsinhalen als neuen Bund, lebendiges Wort, wahren Tempel beschreibt oder deutlich macht, dass die Texte "nachösterlich" sind, vom "Auferstandenen" ausgehen bzw. vom "Christus". Der kann nicht länger einen jungen Juden an den Anfang stellen wollen. Der muss von dem ausgehen, was nicht nur den als solches bekannten Apologeten als lebendiges Wort galt. Was als Vernunft-Gesetzlichkeit des natürlichen Werdens wahrgenommen, auf kulturgerechte Weise zur Welt gebracht und im Laufe der Geschichte immer menschlicher wurde.

Denn die Notwendigkeit einer Apologetik ist in einer sich auf evolutionäre Weise kreativ entwickelnden menschlichen Kultur immer wieder gegeben. In diesem Sinne waren auch die neuzeitichen Reformer wie Luther oder Melanchthon Apologeten. Diesen Theologen der Neuzeit, die mit Sicherheit (hierzu an anderer Stelle mehr) noch wussten, von was sie schrieben, verdanken wir eine dem Nachmittelalter entsprechende volksverständliche Jesusgeschichte. Diese entsprach ihrer Zeit, ebenso wie die Verschriftung der christlichen Lehre. Sie löste auf dem Weg zur menschlichen Mündigkeit die damals zum Kirchenopferkult gewordene katholische Lehre ab. Auch wenn dies zum Buchglaube und der völlig menschlich-märchenhaften Jesusgestalt führte. Die heute wie völlig selbstverständlich in noch so wissenschaftlichen Arbeiten vorangestellt wird. Wobei diese Arbeiten bei Licht betrachtet deutlich machen, dass es am Anfang um den märchenhaften Guru nicht gegangen sein kann.

Nachdem durch die Aufklärung die Zeit gegeben ist, das am Anfang geltende Wort nicht mehr in Buchstaben zu lesen, sondern im Sinne der Ägypter, Perser, Hebräer bzw. ihrer Propheten in heutiger Weltrealität nach wissenschaftlicher Erklärung zu verstehen, gilt es diese Gabe zu nutzen. Denn ein Aber-glaube an Buchstaben, gegeneinander gerichtete Gründergestalten und willkürliche menschliche Gottesbilder kann heute den Menschen kein Maßstab sein. Er führt zur Gewalt, die heute den Glaubenslehren vorgeworfen wird.

Seit der Aufklärung hat weder der für historisch gehaltene Wandprediger was zu sagen, noch hat die Bibel als Grund des christlichen Glaubens in Wirklichkeit noch eine Bedeutung. Davon kann weder eine gemeinsame kreative Bestimmung in moderner Kultur, noch eine Aussage über das Verhalten im Alltag oder eine Begründung des gemeinsamen Kultes ausgehen. Vielmehr verursachen gestrige Glaubensvorstgellungen, das Beharren auf längst entleerte Bücher und Gründergestalten den Kampf der Kulturen.

Hier wird daher der Grund des urchristlichen Glaubens in logisch-wissenschaftlicher Erklärung des Werdens, der kreativen Gesetzmäßigkeit der Natur und daraus abzuleitender menschlicher Vernunft nachgewiesen. Was die Apologeten als lebendiges Wort verstanden. So ergibt sich ein völlig neues Glaubens- bzw. Kultverständnis, das nicht nur die Grenzen zwischen zwischen den Generationen, Glauben und Wissen überwindet, sondern auch zwischen den Kulturen.

2. Auferstehung in der antiken Bildungsmetropole Alexandrien


 
Phantasiedarstellung des bekanntesten Denkers (oder Denkens) im hellenistischen Judentum der Zeit Jesus und Begründer der Christologie. Philo steht nicht nur für das allegorische Verständnis der jüdischen Traditionstexte, sondern gründete seine Lehren auf den Logos, wie er der griechischen Philosophie galt.



 
Einteilung des Kosmos bei Philo, wie sie unter Wiki zu finden ist: Nicht mehr Mythen, sondern logische Welterkärung in Modellen der Zeit lagen dem neuen Monotheismus bzw. theologischen-chrstologischen Denken zugrunde, dass dann auch die Tradition auf allegorische bzw. in aufgeklärter Weise verstand: Auferstehung war.

Auch die philosophisch-wissenschaftliche Begründung des hebräischen Monotheismus in kreativer Gesetzmäßigkeit (Logos) als ewiges Wort durch die jüdische Apologetik Alexandriens war damals die Überwindung der Grenzen zwischen Kulturen sowie Gestern und antiker Aufklärung. Dieses universale Verständnis, das dann später zum Christentum wurde, war zwar ein ganz "gewaltiger" Wandel im Geist. Es war jedoch alles andere, als ein Alleinseligmachungsanspruch des eigenen Gottesbildes. Wie es nach heutiger Glaubenspraxis die Moderne zwangsläufig dem Monotheismus unterstellt und ihn dann für die Gewalt der Welt im Namen des Glaubens verantwortlich macht.

Als jüdische Apologetik gilt insbesondere die zur sog. Zeit Jesus unter Philo von Alexandrien beschriebene Lehre, wie sie in der antiken Bildungsmetropole als Erneuerung des taub gewordenen, in Gesetzlichkeit verfallenen jüdisch-hebräischen Kultes galt. Allein diese von Vernunft (der nach dem Wandel vom Mythos zum Logos in Vernunft erklärten Wirklichkeit) ausgehende Weisheits-Lehre, die allgemein als "Christologie" gilt, müsste genügen, um die heutige Hypothese zu kippen. Und wer bekennt, dass die Kirche in ihrer Christologie anknüpfte, der muss doch einen Hammer haben, wenn er weiter einen Heilsprediger als den kirchlichen Christus sehen will. Auch wenn man den derzeit Philo bei der historischen Forschung links liegen lässt. Weil man den als historischen Grund geltenden jungen Heilsprediger mit ihm nicht in Verbindung bringen kann. Da der vom Logos/Vernunft ausgeht, dort noch keine Gründergestalt vorkommt. Doch wer in den neuplatonistischen Vernunftlehren einer jüdischen Reformtheologie die anfängliche "Christologie" beschreibt, wie das heute geschieht. Wie kann der über einen wundertätigen Wandercharismatiker nachdenken wollen, der als Christus, lebendiges Wort, Logos ...galt oder nur hingestellt wurde?

Es würde hier den Rahmen sprengen, einzelne vom Neuplatonismus getragene Lehren Philos aufzugreifen. Jeder kann selbst nachblättern. Allein was im Netz und der heutigen Literatur über den vom Logos (in rationaler Gesetzmäßigkeit erklärtes Werden) ausgehenden Philo nachzulesen ist, wie diese kreative Logik allen Werdens für jüdische Bildung nun als universales Wort galt oder was vormals Göttersöhne, damit die Vor-bilder Christus waren, müsste genügen: Die Hypothese vom zur gleichen Zeit als Christus, Wort, Gottessohn gesehenen Junghandwerker muss allein aufgrund der jüdischen Apologetik, die auf den Logos/die Vernunft einer nun philosophisch-wissenschaftlichen Welterkärung gründete, auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen werden.

Sicher hat in dieser Reformlehre jüdischer Bildung die Vernunft noch keine menschlich-kulturgerechte Gestalt, die die Rolle der mythisch-menschlichen Göttersöhne, incl. ihrer Kaiser übernehmen konnte. In diesem Sinne mag es noch zu früh sein, hier von einer "Christo"logie zu reden. Denn die messiansiche Wirkung bzw. die Ablösung der ausgedienten Göttergestalten war so noch nicht gegeben. Doch im "Grunde" unterscheidet sich die jüdische Apologetik kaum von der späteren christlichen bzw. den ebenso vom Logos/Vernuft ausgehenden Kirchenvätern. Auch wenn die dann Wert auf deren menschliche Ausdrucksweise (Rolle/Aufgabe=Person) legten. Was kein doketistisches Scheinwesen oder rein menschliches Konstrukt, sondern eine kreative Person (Rolle/Aufgabe) in Kulturentwicklung war. Auf jeden Fall ist es hier wie dann, als die Vernunft zunehmend auch die Rolle der Göttersöhne einahm, so kulturgerecht zur Welt gebracht wurde, nicht um den heute geltenden Guru gegangen. Dem angeblich nur anhand alttextamentlicher Texte oder Göttertraditionen ein fiktives Glaubenskonstrukt übergestülpt wurde.

Wobei der allegorisch-bildhafte Verstand der Tradition die Voraussetzung für ein neues zeitgemäßes Verständnis war. Wer im Brockhaus unter "Allegorie" nachblättert, wird nicht ohne Grund auf Philo von Alexandrien verwiesen. Auch die in Alexandien stattfindende Übersetzung der hebräischen Texte ins Griechische muss unter dem Aspekt eines aufgeklärtes Verständnis des Wortes betrachtet werden. Allein diese Übersetzung in den ersten christlichen Jahrhunderten, die nicht ohne den Geist damaliger Aufklärung und eines Neuverständnisses zu denken ist, eine erste Auslegung des allegorisch gelesenen Alten war, stellt die Hypothese vom gleichzeitigen jüdischen Junghandwerker, der zum Heil für die Welt wurde, mehr als in Frage.

Denn das allegorisch-bildhafte Verständnis war in der Antike weit mehr gegeben als heute. Wo man eher nach der Flucht einiger Arbeiter aus Ägypten sucht, als in Moses den aus Ägypten kommenden, von Mythen und Pharonen befreiten prophetischen Monotheismus zu bedenken, wie er lt. heutiger Lehre in sog. Exilszeit inmitten der Hochkulturen entstand. Von Dorfhäuptlingen ohne Tempel, zu denen man die in David und Salomo personifizierte jüdische Weisheit bzw. das lyrisch-literarische Wort aufgrund archäologischer Gegebenheiten dann degradiert, ganz zu schweigen. Und noch mehr natürlich vom bedeutungslosen angeblichen Wanderkyniker, der seinen Anhängern als neuer David bzw. Judenkönig gegolten hätte.


Die allegorische Auslegung ist dabei keine künstlerische Spielerei, die nach eigenem Gutdünken etwas in ein Bild hineinliest. Wie das letztlich heute meist mit der Jesusgestalt geschieht. Wo Jesus meist zum gutherzig-charismatischen Sozialrebellen wird. Die Allegorie Alexandriens fragte nach der schöpferischen Wirklichkeit hinter den Geschichten. Sie ließ dabei nicht nur auf einen tieferen Schriftsinn schließen, das zugrunde liegende Wort (Logos) deutlich werden, wie es heute in kreativer Weltrealität wissenschaftlich beschrieben wird. Dies ist das Gegenteil einer willkürlich-künstlerischen Deutung, bei der heute Jesus von jeder Partei vereinnahmt werden kann. Auch der Sinn der Schrift bzw. der Verschriftung und volksverständlichen Ausdrucksform des ewigen kreativen Wortes in den eindringlichen, anschaulichen Geschichten sowie der Bewahrung in Kulturentwicklung kann so als "kreativ" (schöpferisch) verständlich gemacht werden.

3. Jüdische Apologetik in vielen Reformbewegungen/Erkenntnislehren hellenistischer Zeit

Die jüdische Apologetik ist sicher nicht auf die jüdische Bildung Alexandriens zu begrenzen. Allein Moriz Friedländer, der Philo und Josephus sehr treffend als Apologeten ihrer Zeit schildert, beschreibt vielfältige jüdische Reformbewegungen, die aus dem Hellenismus herausgewachsen sind. Daneben gilt es die gesamten Erkenntnislehren (Gnosis) der Zeitenwende, die wie alle sonstigen Erneuerungsbewegungen, die letztlich ins Christentum mündeten oder als falsche Wege aussortiert wurden, zu bedenken. Jede dieser Denkweisen müsste die heutige Jesushypothese über den Haufen werfen. Keiner dieser unzähligen jüdischen Reformbewegungen, die im allegorischen Traditionsverständnis um eine Neubegründung des Wortes rungen, anfänglich auf noch vielfältige antik-rational bedachte Welterklärungsmodelle gründeten, kann ein göttlicher junger Mann unterstellt werden.

Alle innerjüdischen Erneuerungen, die sich allein in der Entstehung der Synagoge erkennen lassen und durch die antike Aufklärung beeinflusst waren, verweisen, wie auch die Funde in Qumran (hierzu an anderer Stelle) auf eine Apologetik bzw. den Ruf, das prophetische Wort auf neue, zeitgemäße Weise zu verstehen und verständlich zu machen. Die vielfache Auseinanderstzung mit dem Hellenismus und seinem Kult in antiker Aufklärung steht hinter dem Neuveständnis auf den Spuren des bildlosen Monotheismus bzw. Moses.


Was soll z.B. der ganze Wirbel um die in Qumran ausgegrabenen Texte, die wie ja auch alle sonstigen Zeugnisse von einer tiefgreifenden theologischen Auseinandersetzung berichten, wenn dann allenfalls ein Heilsprediger dort zu Besuch gewesen und dann der Grund der neuen Theologie gewesen sein soll? Ein göttlicher Guru ist mit der Hochzivilisation in hellenistischer Zeit und noch weniger mit Reformjuden zu machen. Vielmehr liegt hier die wahre "Verschlusssache Jesus" (Das Buch über die angeblich geheim gehaltenen Textfunde ließ mich vor vielen Jahren aufgrund der dort deutlich werdenen Zweifel an meinen kindlichen Selbstverständlichkeiten kritisch nach dem wahren Wesen Jesus fragen.) Es ist jedoch nicht der Vatikan, der die Wahrheit unter Verschluss hält. Es ist die heutige Lehr- und damit Glaubenshypthese, die dem Verstand im Wege steht.

Wer trotz allem Wissen über das Denken und Diskutieren im Bestreben um ein Neuverständnis/neuen Bund, in Zeiten eines Kulturwandels antiker Aufklärung nur einen Wanderprediger gelt lässt, kann alle Funde wieder in der Wüste vergraben. Und die täglich erscheinenden Bücher, in denen Wissenschaftler die hohe Theologie der damals umfangreich verfassten Texte deutlich machen, das philosophische Denken am Anfang unserer Wissenschaft und den davon ausgehenden Kulturwandel, gleich mit.

Hier wird der Kreis der Apologetik nicht wie allgemein üblich, auf die philosophischen Verteidigungstexte beschränkt wird. Und so wird Josephus Flavius auch von Moritz Friedländer als jüdischer Apologet beschrieben. Josephus war mit Sicherheit alles andere, als ein Geschichtsschreiber, auf den man sich im Sinne dessen, was heute als historisch gilt, berufen kann. Vielmehr wird bei ihm ein Denken deutlich, das im römischen Kaiser den erhofften jüdischen Messias sah und die jüdische Tradition auf andere Weise in Vernunft begründen wollte, als wir das von Philo kennen. In diesem Sinne sind auch die theologischen Diskussionen des Josephus Zeugen Jesus bzw. der Vernunft. Als außerbiblischer Zeuge eines Heilspredigers, als der Josephus oft aufgerufen wird, ist er aber sicher nicht zu gebrauchen. Nicht weil die Benennung von "Christen" (nichts vom Guru) möglicherweise erst später eingefügt wurde. Allein sich die theologische Auseinandersetzung in Zeiten eines Kulturwandels vor Augen zu führen, wie sie auch in Josephus deutlich wird, lässt die Hypothese vom Heilsprediger Jesus nicht mehr zu.

  Jesus soll in wirklichkeit der römische Kaiser Titus gewesen sein. So ein ganz anderer (ebenso rein schriftbezogener) Kurzschluss, der sich nicht um die Geschichte kümmert. Der die biblische Geschichte mit der des "jüdischen Krieges" von Josephus Flaviius vergleicht, viele Übereinstimmungen findet. Und dann unterstellen will, das Neue Testament sei eine Erfindung, um dem Aufstand der Juden zu begegnen. Duch den Trick des neuen Testamentes als makabre Parodie hätten die Juden jetzt in Wirklichkeit nur Titus angebetet. 

Joseph Atwill stellt z.B. in "Das Messias Rätsel" die These auf, dass das Evangelium und Jesus eine Erfindung im Auftrag Vespansians war, um das Volk für ihn als den römischen Messias gefügig zu machen. Wozu die Josephus-Geschichte die Vorlage geliefert hätte. Das ist allein mit Blick auf die frühen Christen nachweislich völlig unhaltbar. Doch dieser Kurz-schluss macht deutlich, wohin eine reine Betrachtung des biblischen Textes, die die Geschichtsrealität oder z.B. die Apologeten unbeachtet lässt, hinführt. Allein aber was der Amerikaner an der üblichen historischen Kritik zu einem nie gewesenen Heilsprediger Jesus, insbesondere jedoch über die auf den Kaiser als Messias ausgerichtete jüdische Hoffnung deutlich macht und sich auch in den sonstigen Dialogtexten von Josephus (z.B. mit einem Juden) erkennen lässt, macht mehr als klar: Keiner der damaligen Denkrichtungen kann es um den gegangen sein, der heute als historisch gilt.

Mehr noch als bei der jüdischen Apologetik wird dies bei den Denkern der 1. Jahrhunderte deutlich, die eindeutig nicht von einem Heilsprediger, sondern der nun in Vernunft erklärten Wirklichkeit der Welt, des Werdens ausgehen.

4. Christliche Apologetik: Auferstehung des jüdischen Wortes in griechischer Wissenschaft

Zwar ist zwischen jüdischer und christlicher Apologetik kaum zu unterscheiden, weil sich die heute als erste Christen geltenden Verfasser ja als wahre Juden verstanden. Und weil hier wie da in kultureller Entwicklung die Vernunft das Thema  war. (Auch wenn in heutigen Übesetzungen immer Jesus geschrieben wird.) Doch die sog. christlichen Apologeten, bei denen die Vernunftlehre/der Logos zur Gründergestalt wurde, gelten nicht nur als die ersten Verfasser von uns vorliegenden frühen christlichen Texten. Sie sind als primäre geschichtliche Zeugen des christlichen Wesens zu sehen. Wo die christliche Apologetik nicht mehr als philosophische Einfärbung eines jungen Gurus und seiner Sekte gesehen wird - was bei heutigem Wissen ein schlechter Witz ist - lässt sie sich als Ausgangspunkt des Kultes verstehen, aus dem nachweislich dann die Kirche und der Kanon hervorgingen.

Am Anfang standen eine Vielzahl von heute als urchristlich geltenden Reformbewegungen. Auch die vom bildlosen Monotheismus begeisterte Griechen (sog. Gottesfürchtige, die nichts mehr fürchteten, als die menschlichen Gottesbilder der Tradition) sind sicher nicht nur auf die wenigen uns bekannten Apologeten bzw. Kirchenväter beschränkt. Was uns heute von ihnen vorliegt, hat den Prozess der Kirchenbildung überstanden. Es wurde in mittelalterlichen Mönchsstuben ausgewählt, teils umgeschrieben oder ist per Zufall erhalten geblieben und entdeckt worden. Wie deutlich gemacht, sind letztlich die gesamten Reformschulen des Judentums, die vielfältigen Bewegungen, die am Anfang des christlichen Kultes standen und sich gegenseitig der Häresie beschuldigten, bitter bekämpften, aus einem Aufklärungsprozess des Hellenismus und seiner philosophisch-theologischen Denkweisen hervorgegangen.

Die Texte, die dann in den Kanon aufgenommen wurden oder auch die unzähligen apokryphen Evangelien (bei denen dies noch deutlicher wird), beschreiben in kultgerechter Weise das Wesen, das den anfänglichen Denkweisen, christologischen Diskussionen zugrunde liegt und bei der Apologetik nur besonders gut deutlich wird. Und dabei geht es eindeutig um den Logos/die Logik bzw. Vernunft, in der die Welt auf antik-wissenschaftliche Weise erklärt wurde.

Die Apologeten geben keine wissenschaftlichen Beschreibungen ab, wie wir sie bei Hippokrates, Heraklit, Platon oder Pythagoras nachlesen. Wobei auch diese Theologen waren, sich tiefgehend mit den traditionellen Glaubensvorstellungen - bei ihnen die Götterwelt und Mythen - auseinandersetzten. Die sich für den bidlosen Monotheismus begeisternden, daher "christlichen" Theologen, setzen bei ihrer Neubegründung den Logos bzw. die nun in Vernunft erklärte natürliche Gesetzlickeit voraus. Bei ihnen ist neben der philosophischen Götterwelt auch die theologische Auseinandersetzung mit den jüdischen Traditionsvorstellungen nachzuvollziehen. Genau das, was dann auch in der "frohen Botschaft" von der Vernunft als "Christus" kultgerecht bebildert ist. Allein das Wissen um die Herkunft der Apologeten bzw. ersten Christen aus philosophischen Denkweisen müsste bereits genügen, um die Hypothese von Jesus als einem mehr oder weniger göttlichen jungen Mann aufzugeben.

Wobei es sich letztlich erübrigt, die einzelnen heute vorliegenden Verfasser bzw. sog. Kirchenväter wie Irenäus, Tertulian, Origens oder ihre Gesprächspartner bzw. Gegner zu beleuchten. Das gesamte Denken der Zeitenwende wurde durch den Neuplatonismus, die nun in Vernunft gegebenen Erklärungen, Verhaltenslehren sowie die sich daraus ergebene Auseinandersetzungen mit den traditionellen Glaubensvorstellungen, -lehren bestimmt. Keinem der am Anfang der Kirche stehenden Denker kann der unterstellt werden, der heute als historisch gilt.

Wer bei der Forschung nach den Wurzeln den kindlichen Wanderprediger beiseite legt und nicht alles für eine fromme Fiktion hält der muss neu fragen. Und wer die Realgeschichte und deren Denkweisen betrachtet, der kann gerade bei den Apologeten bestens erkennen, welche Hoffnung die damalige Welt in die Vernunft, statt Göttersöhne bzw. taube Tradition setzte. Die Apologetik war keine intellektuelle Diskussion. Nein, es ging um viel mehr: Es ging und geht daher auch heute um die Existenz im Ganzen. Es geht um Sein oder Nichtsein einer kultur- und zeitgerechten Bestimmung, die auf die Genesis ausgerichet ist.

Bei der der frohen Botschaft (den Evangelien) vorausgehenden Texten wird auch deutlich, was Thema der christlichen Lehre war, wessen Zeugen die sog. Apostel waren, die das lebendige Wort gegen Magie, polytheistische oder menschliche Gottheiten, falsche Erkenntnis, unvernünftigen Lebenswandel oder jüdische Taubheit und Gesetzlichkeit richteten. Um einen charismatischen Guru mit Namen Jesus oder einen fiktiven Junggott ist es an keiner Stelle gegangen. Auch nicht beim Wandel vom Saulus zum Paulus bzw. bei einem neuen Paradigma des pharisäischen Kultes, das sich in Briefentexten an verschiedene damalige Denkweisen wendet.

Das Mittelalter, in dem wieder Mythen galten, durch katholische Lehre und dann duch die Geltung der Schrift der gemeinsame Kult bewahrt werden musste, bot keine Möglichkeit einer Apologie der Vernunft. Doch durch die gegebene Aufklärung bietet sich heute die Chance, das Heil für die gesamte Welt, das sich die anfänglichen Denker in einer gemeisamen Vernunftbestimmung erhofften, die im Orient dann auch zum Koran wurde, auf völlig neue Weise zu verstehen. Denn:

-Weder in einem Guru mit Namen Jesus oder einem weisen Mann mit namen Mohammed lag für anfänglichen Denker das Heil, sondern in der kreativen Vernunft. Die im Westen als Jesus Geschichte machte und im Orient auf prohetische Weise verkündet wurde. Und die heute gemeinsam zu definieren, z.B. auf Welt(klima- oder friendens)konferenzen das Thema ist.

-Die Lehre der Nächstenliebe, Hilfeleistung bzw. des konstruktiven Miteiander ging nicht von einem jungen Wunderheiler aus, der als Gott galt, sondern der Vernunft in Kultur.

-Durch den christlichen Glaube, wie seiner Geschwister, entstanden Kulturen jenseits übernatürlicher Wunder, Dämonen, Visionen und menschlicher Götter. Es entwickelte sich trotzt aller Verwirrungen und Rückschläge in der evolutionären Entwicklung eine Kultur, die ihre Zukunft in der Autorität der Vernunft sehen wird. Bei der wieder die wahre Philosophie, das auf kreative Zukunftsgestaltung ausgerichtete Denken in kulturgerechter Umsetzung (entspreichend der jeweiligen Wuzeln) sein wird.

-Nicht Glaubensbücher und Gründergestalten gaben und geben daher bei mündigen Menschen Morgen den Ton an, sondern die Genesis: Was aufgrund des Wissens um das vernünftige Werden in Natur oder Kultur vernünftig für die gemeinsame Zukunft ist, wird als Bestimmung verstanden, die kulturgerecht gemeinsam in Verant-wort-ung nimmt.

-Zwar ist der auch von den Apogeten geführte Kampf gegen Götzendienst, Aberglaube, polytheistische Götter (heute z.B. Pachtworkreligiösität) neu aufzunehmen. Doch wird das nicht zur Verneinung der monotheisitischen Wurzel und der ihr entsprechenden Kultpraxis, sondern wie in der Antike der Umsetzung in Vernunft führen.

5. Athenagoras als Beispiel für wahre Auferstehung: Wandel vom Saulus zum Paulus 

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Wer weiß, wie ein früher christlicher athener Denker wie Athenagras sich breits lange vor der Entstehung des Kanon mit dem Neuverstand des Alten/der Traditionslehre als "Auferstehung" auseinandersetze, der kann doch nicht blindwütig weiter über die Wiedererweckung eines jungen Juden streiten wollen!!!

Athenagoras war ein christlicher Denker am Anfang des 2. Jahrhunderts. Seine zwei erhaltenen Schriften lassen besonders klar deutlich werden, was das ursprüngliche Thema war. Eine Schrift ist an den Philosophenkaiser Marc Aurel und Philosophen gerichtet. Sie begründet den damals als Atheismus verfolgten christlichen Glaube als aufgeklärten Monotheismus. Der auf eine statt nach Mythen nun in Vernunft erklärte natürliche Gesetzmäßigkeit (Logos) gründet. Und der so im Gegensatz zum Polytheismus mit seinen menschlichen Göttern die wahre universale Philosophie der Zukunft sei.

Die weitere "Auferstehungsschrift" begründet in ausführlichen philosophischen Schilderungen im natürlichen Vergehen und neuem Wachstum das zum menschlichen Sein gehörende geistige Neuverständnis (Auferstehung) in kultureller Entwicklung. Sie stellt auch die Methoden der Auferstehung vor, die nichts mit einem Guru aus dem Grabe zu tun haben. Wie vielmehr nach der Kritik und dem gleichzeitigen Bewahren des Alten, die konstruktive, spektulative Suche nach der dogmatischen Wahrheit im Vordergrund stehen müsse. Dies wird als Auferstehung beschrieben. Auf unsere Zeit übertragen bedeutet dies, dass es mit der historischen Kritik oder dem Versuch, "Auferstehung" oder andere Bedeutungsaussagen zu bewahren, nicht getan ist. Erst das spekulative konstruktive Neuverständnis der verkürzten oder rein dogmatisch bewahrten Bedeutungsaussagen führt weiter.

Die Auferstehungsschrift wird heute meist als nach der Bittschrift an den Kaiser entstanden angenommen. Doch zeigt möglicherweise dieser Text, der noch nicht auf die Begründung des neumonotheistischen Kultes eingeht, sondern wo rein philosophisch über die kulturell-seelische Auferstehung (einem kulturgerechten Neuverstand) nachgedacht wird, dass hier ein noch heidnischer Philosoph am Werk war, der sich daraufhin erst dem bildlosen Kult erst zuwandte. Denn von der Verteidigung des aufgeklärten, nun in antiker Wissenschaft (Monismus) begründeten Monotheismus, wie in der Bittschrift, ist in der Auferstehungsschrift noch nichts zu lesen.

Der Wandel vom Saulus zum Paulus, der im Beispiel des Athenagoras nachzuvollziehenden ist, hat auf jeden Fall mehr mit dem biblischen "Paulus" zu tun, als die Hallzuination eines angeblich kurz vor Damaskus vom Pferd oder Esel gestürzten Sektenverfolgers. Ein rund um das Mittelmeer ziehende Überredungskünstler fällt allein aufgrund der dort nachzuweisenden vielfältigen Christologiediskussionen bzw. hochtehologischen Reformbewegungen, die allesamt den Wandel deutlich machen, ist Wasser. Um das Werk eines durch Geistesblitz gewandelten Pharsäers, der jetzt die verfolgte Sekte bzw. deren Guru anhimmelte oder sich ein fiktives Glaubenskonstrukt zurechtsrickte, kann es nicht gegangen sein. Vielmehr wird die tiefgreifende theologische Erneuerung in Zeiten des Kulturwandels, die dann die Götter ablöste, der taub gewordenen jüdischen Gesetzlichkeit den Teufel austrieb und die philosophischen Vernuft-Lehren mit Leben füllte, gerade bei den Apologeten immer deutlicher. Auch warum dieser Wandel an der Schnittstelle der Welten, in Tarsus geboren ist, wo die Stoa das bestimmende Densystem war, liegt auf der Hand. (Hierzu jedoch an anderer Stelle)

Und wenn die philosophische Begründung eines kulturellen Neuverstandes in Geschichte (Auferstehung) bereits von einem Christen geschrieben worden wäre, dann würde das noch deutlicher machen, was im Kultlesetext des Kanons bei Kreuzigung und Auferstehun einfleischend bebildert ist. So kulturgerecht eindringlich und tragend (damit in Geschichte kreativ), dass heute Theologen, die längst nicht mehr dran glauben, es weiter predigen oder zumindest als Gemeindebildung bewahren wollen. Oder auch, wie Gerd Lüdemann (der es als Gnosiskenner besser wissen müsste), von einem Guru ausgehend artikulieren, was die aufgeklärte Welt eh glaubt: Dass alles nur ein Konstrukt, eine Erfindung der frühen Kirche sei. Und genau daher scheint heute die Zeit, die geschichtliche Realität hinter der Auferstehungsgeschichte zu verstehen.

Die Texte des Atenagoras, die nach heutiger Darstellung im Jahre 914 der sammeleifrige Gelehrte und Bischof Arethas durch seinen Sekretär Baanes abschreiben ließ, könnten selbst dann als Zeugen anfänglichen Vernunft-Denkens gesehen werden, wenn sie erst im Mittelalter entstanden wären. Weder kommt es auf einen kirchenschriftstellenden Eusebius an, den Kritiker als Erfindung des Mittalalters nachweisen wollen, noch auf einen Athenagoras oder Tertullian. Es geht um ein anfängliches Denken und Diskutieren, wie es sich nicht nur am Anfang zeigt, sondern dem Mittelalter noch bewusst war.

Auch wenn bei Athenagoras, dessen Schriften kein Werk des Mittelalters sein können, besonders gut klar wird, dass die als prophetisches Wort neu verstandene Vernunft bzw. nun logische Erklärung der Weltrealität das geschichtliche christliche Wesen war. Mit viel Zeit und Mühe könnte man auf ähnliche Weise alle Kirchenväter, sämtliche anfänglichen Denker und ihre Diskussionpartner analysieren und würde zum gleichen Ergebnis kommen. Wobei der wie Atheagoras vom hellenistischen zum christlichen Philosophen (Theologen) gewandelte Kirchenväter Origenes, von dem die meisten Schriften vorliegen, sicher mit der beste Zeuge ist, dass es am Anfang um die Vernunftlehre/den Logos ging, dessen menschlich-kulturgerechte Ausdrucksweise er gegen die reine Philsophielehre verteidigt. (Selbst wenn der für die Philosophielehre stehende Kelsos auferstehen und ihn anklagen würde, weil aufgrund dieser bildhaften Geschichten heute die gesamte Wissenschaft von einem Wanderguru ausgeht, hätte der Kirchenvater gute Karten. Denn ohne diese kultgerechte Darstellung, die Voraussetzung für die Weiterentwicklung war, würden wir heute nicht darüber nachdenken, sie neu verstehen können.)

Der nicht in die Kirchengeschichte eingegangene und daher weitgehend original gebliebene Denker, der in Athen und Alexandrien lehrte, soll hier als Beispiel auch für andere apologetische Denkweisen wie Justin oder die Kirchenväter gelten. Auch wenn die sich mit anderen Aspekten auseinandersetzten, aus weiteren Pespektive argumentierten. Gerade bei dem nicht zurechtgebügelten Athenagoras wird besonders gut deutlich, dass es am Anfang nicht um den heute als historisch geltenden Heilsprediger oder ein fiktives Glaubenskonstrukt ging.

Wer heute schreibt, wie ein anfänglicher christlicher Philosoph sowohl mit der Akademie in Athen, wie mit der jüdischen Bildung Alexandriens in Verbindung stand, den Grund des neuen prophetischen Monotheismus in der Gesetzlichkeit des natürlichen Vergehens und Werdens und so auch die kulturell-geistige Auferstehung als Neuverstand des Alten begründet, der muss neu denken. Der kann doch nicht allen Ernstes weiter hinter einem nie gewesenen Wanderguru und dessen götterhaft-wundersamer Wiedererweckung, evtl. nur im Geist seiner Anhänger hinterherjagen wollen. Der beschreibt den Wandel, der hinter dem sich in Paulus ausdrückenden neuen monotheistischen Paradigma steht. Es war ein der Achsenzeit entsprechender Kulturwandel, wie er im Westen vom Mythos zum Logos führte. Und genau der lag dem neuen Paradigma des bildlosen monoth. Kultes zugrunde. Das nicht weiter pharisäerhaft die hellenistisch-philosophische Aufklärung ablehnte, sondern damit die jüd.-monotheistische Tradition auf neue Beine stellte: Auferstehung war.

Sicher war das allegorische Verständnis der Tradition die Voraussetzung. Wie sonst hätte man damals wissen können, wie die in Vernunft erklärte Wirklichkeit das war, was auch im jüdisch-monothistischen Kult als Wort galt, das Josua brachte und die "Auferstehung" bedenken können? Wenn in Athen oder Alexandrien neuplatonistische Denker von Christenverfolgern zu Anhängern wurden, dann war das allegorische Verständnis der jüdischen Traditionstexte dazu logischerweise notwendig. Doch zeigt sich gerade bei den Apologeten, dass am Anfang keine Schriftgelehrten nur in Texten nachgeblättert haben.

Das Studium der göttlichen (schöpferischen) Schrift, das waren nicht allein die allegorisch verstandenen alten Texte der Juden oder die Göttertraditionen Homers, gegen die sich der Denker insbesondere wandte. Das war nun die in Vernunft erklärte kreative Wirklichkeit allen Werdens, nach der damals die Welt erkärt wurde. Und die heute wieder in den Schulen rund um den Globus  vermittelt wird. Aufgrund heutiger Glaubenslehre jedoch nicht als schöpferische Bestimmung verstanden werden kann.

6. Schriften aus Vernunft,  wiederverstand des Wortes

Wer heute bei Athenagoras von einer in Athen entstandenen Bitt- oder Auferstehungsschrift an einen Autokrator und Philosophen schreibt, der kann doch unmöglich annehmen, dass es dabei um die Auferstehung eines jungen Juden, eine Art Gemeindebildung oder gar die Verherrlichung eines Gurus als Grund des neuen Monotheismus ging! Wer einen Monotheismus statt menschliche Götter in Vernunft begründete, der kann nicht durch die Hintertür eine menschliche Gottheit einführen wollen.

Marc Aurel hatte es in der Nachfolge von Augustus und Cäsar nicht einfach. Ähnlich wie viele heutige Weltherrscher musste er auf auf kriegerische Weise für die Sicherung der Grenzen sorgen und war - wie wir allein aus seinen zufällig aufgefundenen Selbstbelehrungen, die er im nächtlichen Lager aufzeichnete wissen - ein Verehrer der Vernunft/Weisheit. Während in seiner Zeit noch die Christen verfolgt wurden, weil sie den alten Göttern nicht weiter opfern wollten, damit die Staatsordnung unterhöhlten, warben Denker bei ihm für den neuen Logos-Kult als die zukunftsweisende Lösung. (Man muss allein diese vielfach erschienen kleine Schrift von Texten, die er allein an sich zur Selbstbelehrung richtete selbst lesen, um sich für das antike Denken zu begeistern. Aber auch um zu sehen, wie absurd es ist, was heute dieser Zeit oft unterstellt wird.)

Oder so: Was soll man von einer Wissenschaft halten, die weiter nur einen jungen Juden an den Anfang stellt und damit unterstellt, die anfänglichen Denker hätten den Phiilosophenkaiser zum Glauben an den jungen Guru bekehren wollen?

Egal eigentlich, wer genau die Adressaten der Apologtik waren. Allein die Adresse von Philosophen und Autokratores, als der Marc Aurel und wer sonst auch immer angenommen wird. In Verbindung mit dem Wissen, dass dort, wo heute Jesus steht, damals vom Pantokrator (der Kreativität der realen Welt) gesprochen, als solcher Jesus auch immer wieder anfänglich abgebildet wurde. Das macht doch ein Neuverständnis seines Wesens unumgänglich.

Dem angesehene griechischen Lehrer und neuplatonische Philosoph, der sich in seinen "Satzungeheuer" (der Vorwurf kommt mir bekannt vor) dann auch mit den Schriften der jüdischen Traditon bzw. der bildlosen Theologie auseinandersetzte und allein mit der Autorität der "Stimme der Vernunft" Christen verteidigte, ging es mit Sicherheit nicht um das, was heute an den Anfang gestellt wird. Den anfänglichen Denkern ging es um eine von nun in Vernunft erklärte Kreativität des Ganzen, die auf Kultur übertragen und von Mutter Kirche im Laufe der Geschichte in Anknüpfung an die Göttersöhne zur Welt gebracht wurde.

Die jungfräuliche Geburt lässt sich heute historisch belegen. Denn der Logskult, den Mutter Kirche dann in den bekannten Figuren zur Welt brachte, ging allein von ganz natürlicher Kreativität/Schöpfun aus.

Die Begeisterung, die der Platonschüler für die Jungfräulichkeit aufbrachte, galt auf keinen Fall einer "jungen Frau", die einen Bankert zur Welt brachte und die nach heutigen Neutestamentlern wegen eines Lesefehlers als Jungfrau in die Geschichte einging. Nachdem man heute Unglaubwürdigkeiten predigt, an die ja auch kaum noch einer glaubt, kann man ja vieles machen. Aber dieser Schwachsinn ist dem griechischen Denker, der den Glaube mit Verstand fasste, Mysterien als unvernünftig brandmarkte, mit Sicherheit nicht zu unterstellen. So wenig, wie mit den unzähligen jungfräulich geborenen Göttern einen Guru geschmückt oder als Gott hingestellt zu haben, wie die heutige Kritik denkt.

Wer weiß, wie der Athener auf philosophische Weise, in Hochachtung der durch den Kaiser bewirkten Friedenszeit des ganzen Erdkreises an Autokratores wie den Philosophen Marc Aurel oder sonst wen schrieb und in Vernunft begründet, die im Kultlesetext als Pantokrator (Kreativität des Ganzen) gilt. Wie kann der weiter nur die Hypothese vom herrlichichen Heilsprediger gelten lassen?

7. Monotheisten statt Atheisten oder Polytheisten

Allein die Tatsache, dass die anfänglichen Christen nicht nur wegen ihrer Ablehung des Opfers an heidnische Götter, sondern auch der reinen Traditionslehre der Juden als "Atheisten" verfolgt und hingerichtet wurden, muss doch auf neue Weise nach dem Grund fragen lassen, der die als atheistisch abgelehnte Überzeugung trug.

Und wenn dann deutlich wird, wie sich die Apologeten als bildose Monotheisten rechtfertigten, in dem sie sich auf die heidnischen Dichtungen Homers, die monistischen Philosophen oder die trotz ihrers Rationalismus noch vielfältige Götternamen nennende Stoa beriefen, der weiß die Antwort: Der christliche Monotheismus gründete auf die Vernunft, die auch in den Dichtungen die Götter bereits in Beziehung zueinander oder zu einem Göttervater setzte. Die den vielfältigen philosophischen Lehren zugrunde lag und im Neuplatonistismus bzw. der Stoa zu Verhaltensweisen führen sollte. Was allerdings ohne zeitgemäßen Kult vergeblich, allein mit Göttermythen nicht mehr zu machen war. Und noch weniger allein mit blutleeren philsophischen Verhaltenslehren, wie sie in vielfältiger Weise gegeben wurden.

Denn die Christen/Apologeten verstanden sich trotz ihrer Berufung auf die Vernunft nicht als Atheisten, die wie Diagoras zwar von Naturgottheiten redeten, aber das Holzbild des Herakles zuammenschlugen, um ihre Rüben zu kochen. Oder unverholen erklärten, es gäbe keine schöpferische Instanz. Doch die galt den Urchristen in Berufung auf die Propheten als unsagbar, unvorstellbar, war nur im Wort, der nun in Vernunft erklärten Wirklichkeit offenbar. (Trintität: bei der über die Beziehung der beiden Personen - Rollen/Aufgaben - noch unheilvoll gestritten wurde.)  

Im Gegensatz zu Sophisten wie dem namensverwandten Protagoras, war für Athenasgoras und andere Apologeten nicht der Mensch das alleinige Maß aller Dinge, wie es heutiger Humanismus hält. Der Mensch hatte sich auf kulturelle Weise an eine kreative Ordnung oder Dynamik zu halten, die nicht von der Tradtion und ihren Gottesbildern, sondern von der ganz natürlichen, nun in Vernunft erklärten Genesis vorgegeben war.

Was die anfänglichen Christen ablehnten, waren menschliche Gottheiten oder von Menschen gemachte Götter bzw. in vielfachen Göttern personifizierte Naturvorgänge. Noch nicht einmal die Welt, die doch für sie ein viel größeres Kunstwerk war, als alle daher abgelehnten polytheistischen Götter, wollten sie pantheistisch vergotten. Nichts weniger kann diesen Denkern, für die einzig die in Vernunft erklärte Gesetzmäßigkeit des Werdens als Autorität galt, unterstellt werden, als einen wundertätigen Wanderguru als Wort, Logos auszugeben oder darauf nun ihren neuen prophetischen Monotheismus zu gründen. Und wenn dann noch die Theologen Platon oder gar den philosophischen Monotheismus im Kultlesetext des Neuen Testamentes nachblättern, ist doch alles klar.

Von den durch die Apologeten ausgeräumten dämlichen Vorstellungen des albernen Tagesgeschätzes, das damals im buchstäbliche Verständnis dem Christentum Kannibalismus oder unterschiedslosen Geschlechtsverkehr unterstellte, heute nur andere, ob altreligiöse oder vom historisch-kritische Kurzschluss verursachte Formen hat, ganz zu schweigen. 

8. Bittschrift bzw. Begründung des Monotheismus in kreativer Vernunft

Die Bittschrift beruft sich auf die Vernunft. Sie prangert den Götterkult und die menschlichen Gottheiten der verschiedenen Kultformen als unvernünftig an. Wie auch die weitgehend philosophische Auferstehungsschrift, muss auch die Bittschrift als ein absolutes Zeugnis gesehen werden: Der heute als historisch geltende Heilsprediger ist ein Hirngespinst der Halbaufklärung. Die Hypothese, auf die bisher alle Hochschulwissenschaft, die Glaubens- und Lebenslehren der Lehrer, der Verteidiger und Kritiker des Glaubens baute, ist unhaltbar geworden.

Auch ein vor-gesetzter Gott, wie er heute in zynischer Weise vom Neuen Atheismus dann gegen ein Spagettimoster ausgetauscht wird, kann diesen Denkern, die sich genau gegen diese Gottesbilder/-vorstellungen zur Wehr setzten und sich auf die den Philosophen geltenden Gesetzmäßigkeit und ihren sonst unsagbaren Grund beriefen, nicht weiter unterstellt werden.

Wo religiöse Reden gehalten werden, Glaube gegen Vernunft und Wissen gestellt und ein angeblicher Wanderguru Sonntags als Gottessohn gepredigt wird, gerät man leicht in Gefahr, dies auch den anfänglichen Denkern unterstellen zu wollen. Doch genau das ist nicht mehr zu machen.

Denn wer sich auf die nun in Vernunft erklärte Gesetzmäßigkeit von Sonne, Mond und Sternen bzw. des natürlichen Werdens berief, für die Ordnung, die alle beherrschende Harmonie, die Größe und Schönheit, die Gestalt und Planmäßigkeit der Welt begeisterte, dem kann nicht weiter die philosophische Einmäntelung eines Wunderheilers als ewiges Wort, schöpferichen Logos im Rahmen einer apologetischen Verteidigungsrede unterstellt werden. So schizophren können die antiken Denker nicht gewesen sein.

Der blinde Volksglaube war genau das, was die Urchristen ablehnten. Und die Vernunft war es, die von Blindheit heilte, Lahmheit zum kulturellen Fortschritt brachte.Man muss sich selbst mit den gesamten Apologetischen Lehren, den Werken der Kirchenväter und ihrer theologischen Diskussion, aber auch ihren Gegenspielern befassen, um zu sehen, wie unhaltbar die heutige Hypothese ist. Man kann den Alten viel unterstellen wollen. Doch die Unglaublichkeiten, die im heutigen aber-glaube trotzdem als christlich gelehrte werden, die sind mit diesen von Vernunft ausgehenden Denkern nicht zu machen.

Nur von kreativer Vernunft ausgehend können die gesamten vielfältigen Anfänge in zahlreichen Reformbestrebungen oder Erkenntnislehren, kann die sich gegenseitig der Häresie beschuldigende Christologiediskussion der ersten Jahrhunderte, die im Wesen notwendige Menschwerdung des Logos bzw. dessen auf kreative Weise kulturgerechte Ausdrucksweise bedacht werden. Auch wenn es aufgrund der bisherigen Glaubensvorstellungen und -lehren völlig ungewohnt ist, die Vernunft von christlicher Seite oft verteufelt wurde und heute selbst bei denen keine Bedeutung hat, die sich auf sie berufen. Nicht allein das Wissen um die Apologetik zwingt das Wesen des biblischen Wanderpredigers und damit den christlichen Glaubensgrundes aufgeklärt zu bedenken.

Auferstehung ist keine Gemeinde-Einbildung und kein Hokuspokus. Sie hat nichts mit dem zu tun, was uns David Copperfield so zauberhaft vorführt. Sie ist auch kein Mythos, der von den Göttern auf einen rebellischen jungen Mann übertragen wurde. So wie aus der scheinbar toten Materie im natürlichen Werden immer wieder Neues wächst, so geschieht das nach Athenagoras auch im kulturellen Verständnis. Was könnte erreicht werden, wenn wir durch das heute gegeben Wissen um die Vernunftwurzeln, wieder in Weltrealität die in Verant-wort-ung nehmende Bestimmung (das Wort) verstehen würden? Warum opfern wir weiter modernen Götterbildern bzw. menschlichen Vorstellungen?  

Pythagoras starb mit dreihundert Gefährden den Feuertod, Heraklit wurde aus dem Staate der Ephister, Demokrit aus dem der Abderiten ausgewiesen, jeder, weil man ihn für wahnsinnig erklärte. Auch den Sokrates verurteilten die Athener zum Tode. So verteidigte der Urchrist Athenagoras seinen nun auf die Vernunft schöpferischer Gesetze gründende Lehre. Ein Verständnis, das das Wort des bildlosen Kultes trotz aller Ablehung der traditionellen jüdischen Gesetzlichkeit in antiker Aufklärung auf neue Beine stellte, in der Sprache ihrer Generation zum Ausdruck brachte.

So wie sich die von den Pythagorags, Heraklit & Co. definierte Vernunft nicht wirklich töten ließ, in den neuplatonischen Lehren, in Stoa und Epikur zur sog. Zeit Jesus bzw. des Apologeten wieder das Denken und Leben rund um das Mittelmeer bestimmte, so kann das auch im bildlosen jüdisch-hebräischen Kult nachvollzogen werden. Und so ließ der stoische Denker Seneca auch Herakles auferstehen: Im aufgeklärten Verstand (mit Sicherheit nicht von einem jungen "Fresser und Säufer" ausgehend), in gleicher Weise übers Wasser laufen, wie der chr. Glaubensgrund im Neuen Testament. Und so wenig wie Horus, Herakles & Co., die die Vorlage für die biblische Geschichte lieferten, von den antiken Denkern als junge Männer gesehen wurden, kann dies vom Grund des Kultes gedacht werden, der im Laufe der Zeit die Götter ablöste.

Wie kann daher ein heutiger Theologe wie Prof. Theißen Jesus in einem Vortrag "Jesus hat doch gelebt" als lebenslustigen jungen Mann schildern: Gleichwohl die Evangelisten geschrieben hätten, "man sagt er sei ein Fresser und Säufer" so dachte der derzeitige neutestamentliche Wortführer, dass der doch einer gewesen wäre.

(Dabei hat vor vielen Jahren bereits Theißens radikalkritischer holländische Kollege, Gustav Adolf van den Bergh van Eysingar in "Lebt Jesus oder hat er nur gelebt", der Studie "Jesus als Logos" deutlich gemachte, wer im Neuen Testamtent übers Wasser lief. Und wenn heute rund um den See Genezarth bei der vergeblichen Suche nach dem Jesusboot Heraklesstatuetten ausgegraben wurden, dann zeigt das, welcher "Fresser und Säufer" dort wirklich unterwegs war. Welcher Kult dort galt, was gedacht und neu verstanden wurde.)

Doch Jesus nur als einen christlichen Herakles (Isis, Mithras...) sehen zu wollen, wie das in der Kritik aufgrund der weitgehend gleichen Geschichten oft geschieht, greift zu kurz. So wie die Griechen die Götter in aufgeklärter Weise, in Vernunft begründeten und wieder auf neue Beine stellen, war auch im bildlosen, götterfreien prophetischen Monotheimus durch die antike Aufklärung eine Auferstehung gegeben. Da war kein Guru, dem an 200 Beispielen, von Geburt, Taufe über Bergpredigt bis zum Tod Horusgeschichten anhängt wurden. Nachdem z.B. die Sonnenwende, die vormals den Göttern zugeschieben und gefeiert wurde, nun in Vernunft/kreativer Logik erklärt wurde, wissen wir auch, was wir an Weihnachten feiern.

Wer weiß, dass auch die jungfräulich geborenen Götter als Symbole für die physikalische Sonnenordnung/-kraft standen, ebenso wie das geistig-kulturelle LIcht, der kann sie nicht gegen einen jungen Wundertäter austauschen wollen. Um besonders schlaue oder kräftige junge Männer ist es bei den hellenistischen Göttermythen nicht gegangen und noch weniger beim bildlosen (vom Wort ausgehenden) Monotheismus der Hebräer. Nachdem aber die Ordnung der Sonne nun nicht mehr im Göttermythos, sondern in Vernunft erklärt wurde, ist klar, was Weihnachtstehma war, weiter zur Wintersonnenwende gefeiert wurde. Denn genau dann wird die ewige und zuverlässige kreative Logik/Vernunft allen Werdens, die Grund der Geisteswende, wie Christologie war, in besonderer Weise deutlich.

9. Bestätigung der Auferstehung in geschichtlicher Wirklichkeit

Bereits die an Philosophen bzw. Kaiser gerichtete Begründung des erneuerte Monotheimus verweist auf den Neuverstand in Kultur, der am Anfang als Auferstehung galt. Die sog. Auferstehungsschrift macht das noch deutlicher. Denn es ist egal, wann die Texte geschrieben wurden und wer sie verfasst hat. Oder ob die weiteren Fragmente über eine Auferstehung einem Pseudojustin oder Pseudoathenagroas zuzuordnen sind. Wer die antike Aufklärung und ihren kulturellen Wandel vom Mythos zum Logos (der nun in Vernunft erkärten Wirklichkeit) bedenkt, der erkennt, was verschieden definiert wurde und Gegenstand der Diskussion war. Der kann nicht weiter von der Wiedererweckung eines wundertätigen Wanderpredigers nach seiner Hinrichtung als das bebilderte Heilsereignis ausgehen. Wer bisher in seinen Überlegungen von antiker "Auf-v-erstehung" gesprochen hat, weil sonst nichts in Frage kommt, der ruft nach dem Googeln "Heureka" . Denn er findet bei Athenagoras dafür den absoluten Beweis.

Was Athenagoras in seiner philosophischen Schrift begründet, hat nichts mit Auferstehungsmythen zu tun, die auf die Wiederwerweckung eines Heispredigers übertragen wurden oder der Ein- bzw. Gemeindebildung bei dessen Anhängern. Für diesen Humbug hätte sich damals weder ein Denker interessiert, noch wäre darauf eine Theologie bzw. der Monotheismus gegründet worden. Vielmehr ging es um die logische Voraussetzung des christlichen Glaubens: Das aufgeklärte allegorische Verständnis des Wortes in einer vernünftigen monistischen Welterkärung, die heute Wissenschaft heißt.

Auferstehung wird eindeutig als ein "natürlicher" Vorgang nachgewiesen, der in Kultur ebenso schöperisch ist und vorkommen muss, wie im natürlichen Vergehen und dem Neuwerden. Rund 2000 Jahre bevor Kulturwissenschaftler deutlich machten, wie die kulturelle Evolution als ewiges Neu- bzw. aufgeklärtes Aufdecken des Alten verläuft, hat dies Athenagoras in langen Gedankengängen beschrieben. Mit dem Hokuspokus von einem gegen alle Natur wiedererweckten Heilsprediger als Beweis eines menschlichen Gottesbildes war da mit absoluter Sicherheit nichts zu machen.

Die Bestimmung des Menschen wird bedacht, der Sinn des Seins, der nicht nur den Leib umfasst, weil Menschen als Vernunftbegabte Kulturwesen mehr sind, als ein Klumpen Materie. Und genau darin begründet Athenasgoras auch die Notwendigkeit einer geistigen Auferstehung. Wenn er von Seele spricht, dann haben wir heute dafür andere Begriffe. Wir wissen um die psycholoigsche Beschaffenheit, die emotionsbedeutenden und daher Bestimmung gebenden Weltbilder oder gar die evolutionäre Bedeutung von kulturellen Vorstellungen oder Emotionen und Phantasiebildern im ewigen Wandel. Und so wie der Leib vergeht, begraben wird und wieder neues Leben entsteht, so begründet der christliche Denker ausführlichst auch die Auferstehung in Kultur.

Und wenn der Philosoph in seinen Auferstehungsausführungen von Schöpfung/Schöpfer spricht, dann geht es mit Sicherheit nicht um ein vorgesetztes menschliches Gottesbild, das als unsichtbarer Aufpasser einen evolutionären Effekt haben oder als Intelligenter Desinger bewiesen werden soll. Es ist auch kein Erklärungsgrund, der wie heute oft nur noch für das Übernatürliche zuständig ist. Vielmehr hat der Philosoph die Kreativität im Ganzen im Blick, in der er neben dem heute als Evolution erklärten natürlichen Wachstum auch die kulturelle Entwicklung begründet. Lange bevor wir das Wachsen und Gedeihen nach evolutionären Gesetzen beschreiben, hat sich der christliche Philosoph nicht nur auf natürliche Gesetze berufen, sondern danach auch die geistig-kulturelle Auferstehung verlangt.

Wenn er die Auferstehung als weiteres Glied in der Kette der natürlichen Veränderung beschreibt, dann hat das nichts mit den Absurditäten zu tun, die heute gelehrt werden. Seit der Mensch kein Affe mehr ist, muss er als vernünftiges Wesen den gegebenen Verstand gebrauchen, ständig neu verstehen. Was der antike Denker als schöpferische Absicht und damit Auferstehung begründet.

Denn dass veraltete, entleerte Bilder zur Irrlehre werden, wird in der Bitt- wie in der Auferstehungsschrift nicht einfach beklagt. Der Denker nennt Rezepte dagegen bzw. erläutert eine doppelte Methoden der Aufersthung bzw. neuen Erkenntnis. Neben dem Erkennen was nicht war, wie es heute in der historischen Kritik geschieht und der verteidigenden Bewahrung, hat für ihn die dogmatisch-spekulative Neubegründung vorrang. Ein Verfahren, das Athenasgoras dann anwenden will, wenn das Land von Unkraut gereinigt ist und die neue Saat gepflanzt werden und wachsen kann: Auferstehung.

Wobei an Dinge zu glauben, die unglaublich sind, für den antiken Christen ebenso einen Mangel an gesundem Wahrheitssinn verrät, wie subjetive Meinungen oder Vorurteile, die meist aufgrund von Gottesbildern außerhalb der kreativen Realität gefällt werden. "Unvermögen ist in Wahrheit offenbar, wenn einer gar nicht weiß, was auf kreative Weise werden soll, oder er es zwar weiß, aber nicht auf kulturgerechte Weise auszuführen vermag."

Der Denker vertraut bei der geistig-kulturellen Auferstehung (heute sagen wir evolutionäre Entwicklung) auf eine in dieser natürlichen Erklärung offenbare, sonst "unsagbare" kreative Macht, die für die Menschleiber, wie den gesamten Kosmos als verant-wort-lich gesehen wurde. Das Wort, den Logos, Sinn des Ganzen nach antiker Aufklärung zu verstehen hat nichts mit der Wiederbelebung eines nie gewesenen toten Gurus im Geist seiner Sekte zu tun. Und nichts mit einem vorgesetzten Gott, an man gegen alle Vernunft glauben soll. Kein Wunder, wenn manche urchristliche Strömungen nicht nur die hellenistischen Götter, sondern auch die Gottesvorstellung des Alten Testamentes verneinten. Auch heute stehen menschliche Gottesvorstellungen, die dann zu allem Übel auch noch auf einen angeblichen Gutmenschen übertragen werden, dem Verständnis im Weg. Was aber auf philosophische (wissenschaftliche) Weise als offenbar gesehen wurde, das war das, was nach den Propheten als eine unsagbare kreative Macht des Ganzen galt. Das hatte nichts mit der vorgesetzten, völlig vermenschlichten , Gottesvorstellung zu tun, die heute vergeblich bewiesen werden soll und der dann nicht nur die amerkianischen Fernsehprediger ihre Meinung in den Mund legen.

Hier war ein Philosoph am Werk, der der sich nicht nur um Naturwissenschaft kümmerte, sondern um das Weiterdenken des Logos in der Entwicklung der Kunstbilder. Auch wenn er den heute von einem atheistischen Evolutionsbiologen wie Thomas Junker erbrachten Nachweis der Notwendigkeit der "Evolution der Phantasie" für die Zukunft der Kultur noch nicht kannte, hat Athenagoras daran in seiner Auferstehung gearbeitet. Die Überwindung der veralteten Vorstellungen, des Abfalles von schöpferischer Realität bzw. der geerbten Sünde war dabei sein Thema. Nicht das neue Verständnis war Sünde, sondern die in Aufklärung gegebenen Gaben nicht zu nutzen, um den Irrtum auf kreative Weise zu widerlegen. Diese Auferstehung sah er seit Adam, wir würden sagen, seit aus Affen Menschen wurden, als natürliche Notwendigkeit an. Immer wieder kommt er dabei auf die Verstand- und Vernunftbegabung des menschlichen Wesens zu sprechen. Das diesen von anderen Arten unterscheidet und seinem Zweck auf der ewigen Suche nach Wahrheit immer und immer wieder gerecht werden muss.

10. Monotheismus aus Verstand

 Von den Prinzipien des natürlichen Werden, wie sie die Antike nun in Vernunft erklärte, musste ein Denker wie Athenagoras, der diesen Prinzipien (seiner eigenen Weisheit) nicht untreu werden wollte, auf einen unsagbaren Grund aller Kreativität in Kosmos, wie Kultur schließen. So zeigt sich auch in der Auferstehungsschrift, wie ein philosophischer Monist, bei dem möglicherweise im Kult noch die Götter galten, zum Monotheisten im Dienste des Ganzen wurde. Was daher über den persönlichen Genuss, die eigene Lustbefrieigung, Essen und Trinken hinausging. Ohne dass jedoch ein unsichtbarer, abends im Gebet milde zu stimmender Aufpasser angenommen und dem Buchstaben nach geglaubt wurde.

Hier waren keine Engel oder geheimnisvolle Stimmen am Werk. Auf philosophische Weise wird der Sinn des Menschen im großen Ganzen nach damaliger Welterkärung bedacht und darin darin die Vernunft begründet, die dem unvernünftigen Leben entgegengestellt wird. Schöpferische Gebote werden angenommen, denen der Mensch verpflichtet ist. Ohne Peter Singer gekannt zu haben, wird bereits bedacht, ob der Menschen schuldhaft ist oder nicht, weil die ja Umstände seine Handlung bestimmen.

Wie das Verhältnis der Vernunft zum Unsagbaren der hebräischen Väter oder der griechischen Götterwelt war, wird dann noch Diskussionstoff der ersten Jahrhunderte sein. Doch egal ob die menschliche Ausdrucksweise der Vernunft ein Werk der kreativen Natur oder der menschlichen Kunst sei, so wird ein Zweck angenommen, wie er heute in der Evolutionslehre nachgewiesen wird. Und nach diesem natürlichen Sinn und Zweck nach immanenten Vernunftgesetzen wird auch die geistige Weiterentwicklung in ewigem Wachsen bzw. Auferstehung begründet. Wie man diese monotheistischen Auferstehungs-Gedanken mit dem in Verbindung bringen will, was heute als christliche Auferstehung im Rahmen einer Gemeindebildung nach dem Tod eines jungen Sektengurus gelehrt wird, ist ein Rätsel.

Denn wo sich Philosophen an Philosophen wenden und mit Bezug auf das Neuverständnis der bereits bei Homer vorgezeichten Vernunft, die bei Pythagoras, Platon und dann der Stoa oder gar Epikur (auf den sich heute die Atheisten gern berufen) auferstanden war, die monotheistisch-christliche Auferstehung im natürlichen Wandel begründen. Da ist es weder um heidnische Auferstehungsmythen oder die egal wie geartete Wiedererweckung eines hingerichten Heilspredigers gegangen.

Der Humbug der Auferstehung eines Heispredigers, ist keinem Denker der antiken Hochkultur zu unterstellen. Mit dem wäre auch heute nicht geholfen. Selbst wenn Morgen ein sich als Jesus ausgebender Sandalenträger samt 12 Jüngern aus der Grabeskirche in Jerusalem marschieren würden und die DNA antiker Wanderkyniker nachgewiesen wäre. Darin würde die aufgeklärte Welt nur eine Bestätigung sehen, dass der christliche Glauben ein gestriger Budenzauber ist. Und alle Predigten über eine weltvernünftige oder auch für den eigenen Körper vernünftige Verhaltensweise würden weiter bedeutungslos bleiben. Der Führer der IS hätte einen Grund mehr, sich nicht nur auf Mohammed zu berufen, sondern sich als solcher zu sehen, bevor er gar seinen Glaubensbrüdern den Kopf abschlagen lässt.

Auch wenn sich weder die IS-Kämpfer schlagartig zu einer universal gültigen Vernunft bekennen werden, noch die christlich Buchstabengläubigen, sondern die vom Intellekt ausgehende Aufklärung ihre Zeit braucht. Not-wenig ist ein heute gegebenes Verständnis der Gründergestalten, damit des unserer prophetischen Kultur zugrunde liegenden Wortes auf Grundlage vernünftiger Welterkärung.

So wie heutige Wissenschaftler die damals noch recht metaphysisch klingende antiken Denker zitieren, sie als Anfang der Wissenschaft bezeichnen, wäre heute die Zeit reif, auch das Wesen aufgeklärt zu verstehen, das in der Vernunftlehre antiker Aufklärung statt Göttergestalten als Jesus zur Kultfigur der westlichen Welt wurde. Was bis zur Aufklärung getragen hat, ist durch diese in aufgeklärter Weise zu verstehen: Auferstehung.

12. Apologetik bzw. Auferstehung als Abfallbeseitigung

Die Aufgabe der antiken jüdisch-christlichen Apologetik war nicht die Bewahrung des Alten. Sie war Abfallbeseitigung im zweifachen und damit kreativen Sinne. Sie hat die mit der Zeit entleerten Kultvorstellung beseitigt und so in einem neuen Verständnis den Abfall von schöpferischer=kreativer Wirklichkeit aufgehoben. Denn Apologetik hat nicht das verteidigt, was wir im traditionellen Sinne heute meist als Glaube bezeichnen. Der Glaube an Buchstaben und ein vorgesetztes Gottesbild, das für unerklärliche/übernatürliche Vorgänge stand, die persönliche Spiritualität zuständig oder als menschlicher Moralwächter verantwortlich war, stand nicht auf dem geschichtlichen Programm antiker Aufklärung.

Weder von Athenagoras noch anderen anfänglichen christlichen Denkern wurde eine Traditionshörigkeit verteidigt, sondern das genaue Gegenteil. Es ging um eine Kulturreform, die  aufgrund der Ablehung der traditionellen Glaubensvorstellungen als Atheismus verfolgt wurde. Auch wenn die Verfolgung insbesondere der Verweigerung des Opfers an römisch-griechischen Götter und des Königskult galt. Ebenso gehörten die erlahmten Riten sowie blind gewordene jüdische Tempeltradition und zum Selbstzweck gewordener Gesetzlichkeit dem Gestern an. Wer die jüdische und spätere sog. christliche Apologetik zusammen betrachtet, der erkennt, wie hier nicht einfach die Synthese zweier Kulturen war. Erst eine Synthese der verschiedenen Kulturen ermöglichte den kreativer Fortschritt, ein universales Neuverständnis in der Achsenzeit in der westlichen Welt. Und daraus ging ein völlig neues Welt- und Monotheismusverständnis hervor, das mit überkommenen Vorstellungen auf Seiten der Griechen und Juden aufräumte: Abfallbeseitigung war. (Die nicht das Entfernteste mit einem jungen Heilsprediger zu tun hat, wie er heute als historisch gilt, aber sich in aufgeklärter Weise in Jesus begründen lässt.)

Abfall im kulturellen Sinne bedeutet nicht nur, dass etwas aufgebraucht ist. Denn die Lehren, die nicht mehr auf kreative Wirklichkeit ihrer Zeit, sondern überkommene menschliche Kultbilder gründeten, waren nicht mehr tauglich, um aus Individuen eine menschliche Kulturgemeinschaft zu machen. Sie verharrt nur im Gestern, waren auf zweifache Weise vom schöpferischen Prozess abgefallen. Wenn heute im Westen nur leere Predigten gehalten werden und dann junge Deutsche zum Islam überlaufen, als Scharia-Polizisten rein konservative Werte ohne kreativen Sinn verteidigen, dann scheint auch das wieder zum Abfall zu gehören. Einem Abfall von kreativer Weltrealität, der ein langes kulturelles Erbe hat. So lässt sich die Apologetik als eine Abfallbeseitigung im doppelten Sinne verstehen: Beseitigung des sich in der Entwicklung angehäuften, geerbten kulturellen Abfalles, wie der Überwindundung des Abfalles von realer kreativer=schöpferischer Wirklichkeit (Sünde).

So läßt sich die Tilgung der Erbsünde in Jesus, ebenso wie allen weiteren christlichen Bedeutungsaussagen - die bei einem jungen Heilsprediger nur noch lächerliche wirken - in Logik belegen.

13. Kultgerechte Fleischwerdung von Vernunft/kreativer Weisheit

Jede Zeit malt die Geschichte, wie z.B. die des verlorenen Sohnes in anderer Weise aus. Doch heute ist die Zeit, die verlorenen Göttersöhne, wie den christlichen Sohn in aufgeklärter Weise zu vergegenwärtigen.

Vom der "Heimkehr des verlorenen Sohnes" sprach die Radiomoteratorin in Bezug auf die Sommertage im September. Und so scheint in der Kulturentwicklung auch der "verlorene Sohn" heimgekehrt zu sein. Denn was damals als verloren beklagt wurde, war nicht der weitgehend ausgebliebenen Sommer. Während auf jüdischer Seite nach neuem Bund/Verstand des Wortes gerufen wurde, beklagten die Griechen die verlorene Autorität der Göttersöhne.

An ihre Stelle trat in der geschichtlichen Auferstehung (dem aufgeklärten Verstand - auch der alten Geschichten) die Kultgestalt kreativer Vernunft in Kultur. Die dann die Person (Aufgabe/Maske/Rolle) der Göttersöhen einnahm. Wobei die Göttergeschichten natürlich nicht auf einen Guru übertragen wurden, wie das heute der historisch-kritischem Kurz-schluss unterstellt. Noch ist nur anzunehmen, dass damit die kreative Vernunft als Grund/Wesen christlichen Glaubens geschmückt worden wäre. Vielmehr wurde die Autor-ität, die vormals die Göttersöhne hatten, nun in Vernunft kreativer Wirklichkeit erklärt. Man mag in kreativer Entwicklung viele Bilder und Geschichten von den Göttern übernommen haben. Doch der Grund, der an Weihnachten gefeiert wird, wurde jetzt in der Vernunft der Sonnenwende und des gesamten, auf kulturellen Werdens erklärt. Selbst das unvoreingenomme Verständnis bzw. die jungfräuliche Geburt der Vernunft, die allein von der schöpferischen Kreativität des Ganzen ausging, ist logisch.

Im Wandel vom "Mythos zum Logos" ist bei jedem einzelnen der unzähligen griechischen Denker die Auseinanderetzung mit den alten Mythen und ihren Göttersöhnen nachzublättern. Zwar war man noch weit von einer einheitlichen wissenschaftlichen Welterkärung entfernt. Es galten noch recht metaphysisch klingende, ganz unterschiedliche spekulativ-philosophische Modelle. Doch nachdem das Weltgeschehen nun nicht mehr in Mythen und menschlichen Göttergestalten, sondern in natürlicher Vernunft/Logik universaler Gesetze (Logos) erklärt wurde, waren die Göttersöhne reine Kultobjekte, ohne eine echt kreative Funktion zu haben. Ihre Zeit war um. Auch wenn viele der Philosophen sie in Vernunft erklärten und nicht nur im Kult noch nach Konstantin Philosophenkaiser wie Julian an ihnen festhielten, der Mitraskult in Europa noch lange in Konkurrenz zum Christentum stand. Gleichwohl das Christentum noch mit den Göttern aufwuchs, Feiertage, Geschichten und sonstige Kultpraktiken an das Christentum abgaben. Die Zeit der Götter war in evolutionärer Entwicklung abgelaufen. 

Nachdem die Welt, das Werden auf natürlich-kausale Weise erklärt wurde, waren zwar Kaiser und mythische Göttersöhne nicht automatisch entmachtet. Doch die kreative=göttliche Autorität, die sie vormals als Stellvertreter kosmischer Ordnung verkörperten, war ihnen genommen. Im aufgeklärten Sinne konnten weder Kaiser noch mythische Göttersöhne weiter eine taugliche Kult-Funktion im kreativen Geschehen haben. Der Abfall zum rein menschlichen Konstrukt bzw. der Abfall von realer kreativer Wirklichkeit war vorprogrammiert. Allein die philosophische Erklärung der Göttermythen in Vernunft konnte diesen keine kultur- und zeitgerechte Auferstehung, keine kulturelle Autorität geben. (Der Verfall des Kaiserkultes, wie die Auseinandersetzung mit den Göttermythen, deren Zeit abgelaufen war, das alles lässt sich in den wissenschaftlichen Geschichtsbetrachtungen noch weit konkreter begründen.)

Doch auch wenn die Zeit der Göttersöhne um war. Ohne menschliche Vorbilder, haptisch-begreifbare Anschauungs- bzw. Kultobjekte der menschlichen Phantasien, die auf kreative Weise an bekannte Vorstellungen anknüpfen, kam die menschliche Kultur in ihrer Entwicklung nicht weiter. (Hierzu wird an andererer Stelle, z.B in Auswertung evolutionäer Erkenntnisse über die "Evolution der Phantasie" noch mehr zu sagen sein.) So bedient sich auch die heutige Kommunikation menschlicher Vorbilder, bekannter Stars oder sonstiger Testimonials/Gesichter und beispielhafter Geschichten. Man stelle sich den Werbeblock im Fernsehen vor, bei dem ein Sprecher die Werbetexte vom Blatt ablesen würde oder die nur zu lesen wären. Wenn Menschen emotional bewegt werden sollen, sind Bilder erforderlich. Kein erfolgreicher Verhaltenstrainer kommt ohne anschauliche Bilder und greifbare Geschichten aus. In diesem Sinne sind die christlichen Apologeten zu verstehen, die sich nicht mit blutleeren philosophischen Vernunftlehren, wie der Stoa zufrieden gaben, deren Kultgötter die Autorität  verloren hatten.

Der christliche Kult setze auf einen Grund, der in aufgeklärter Weise eine schöpferische Autorität hatte. Er machte das in Vernunft erklärte Werden bzw. die sichtbare kreative Wirklichkeit nach kausalen Gesetzen (Logos) auf kulturgerechte/-vernünfige Weise (in menschlicher Person: Rolle/Aufgabe) zu seinem Gegenstand. Er knüpfte dabei kreativ an bekannte Vorstellungen der verschiedenen Kulturen an. Der christlichen Apologetik, die nicht nur wie Athenagoras den christlichen Monotheismus oder Auferstehung philosophisch begründete, sondern diesen Grund kulturgerecht zum Ausdruck brachte, verdanken wir die Entwicklung der westlichen Welt. Allein die philosophischen Lehren des Neuplatonismus, wie wir sie aus Stoa oder von Epikur kennen, konnten keinen staatstragenden, das Verhalten bestimmende Kult liefern. Im Kulturwandel antiker Aufklärung war die Auferstehung, die im Westen ein den Göttersöhnen gerechtes Gesicht, eine menschlich fleischlichte Form brauchte, die Voraussetzung.

Auch wenn im Orient die Entwicklung andere Wege ging, der neue Kult und seine Verhaltenslehre sich auf prophetische Weise - in Mohammed - ausdrückte. Die westliche Auferstehung im Fleisch war weder ein kichliches Scheinwesen, noch kultureller Selbstzweck. Sie war die kreative Voraussetzung für einen Kult, der so staats-/gemeinschaftstragend wurde, den Menschen sinngebend war. Und der damit über alle Verrirungen oder das Mittelalter hinweg, letztlich auch durch seine neuzeitiche Verschriftung und Verbreitung in Buchform den Fortschritt motivierend bis zur neuzeitlichen Aufklärung getragen hat.

Auch wenn hier entsprechend dem heutigen Weltverständnis deutlich gemacht wird, dass der Wanderguru mit Namen Jesus nicht war und sein aufgeklärtes Verständis eingefordert wird. Er ist und war kein Scheinwesen, sondern die Voraussetzung für die kreative Entwicklung westlicher Welt.

So wenig wie heute allein wissenschaftliche Vernunftlehren (das Wissen um das, was für die Zukunft unserer Kultur vernünftig, weltökonomisch, -ökologisch oder auch die Natur des eigenen Körpers vernünftig ist) allein zur Verhaltensänderung und geistigen Fortschritt führen, war dazu die antike Aufklärung und ihre Lehren tauglich. Wie Menschen als Kulturwesen im Kopf ticken, ist heute Gegenstand nicht nur der Verhaltspsychologie, sondern auch der Evolutionswissenschaft. Ohne einen zeitgemäßen Kult, der wie in Film und Fernsehen täglich zu sehen, menschliche Phantasiebilder braucht, kommt keine menschliche Kultur auf Dauer aus.

Die zumindest seit Zarathustra nachzublätternde Hoffnung der alten Denker, dass der Mensch seine Kurzsicht oder (in der Evolution einst als nützlich eingeleibte) Triebe überwindet und sich so verhält, wie es für die Genesis und damit auch ihn (seine Gene) vernünftig ist, wird nie völlig in Erfüllung gehen. Doch die Fleischwerdung der Vernunft hat dafür auf der westlichen Erdhablkugel eine ganz westentliche Voraussetzung geschaffen. Genau die ist heute aufgeklärt zu verstehen. So ist die Grundlage gegeben, um geistbegabte Kulturwesen in Begeisterung für das natürliche Werden bzw. den biologischen Sinn und Zweck auf zeitgemäße Weise in Verant-wort-ung für die kreative Gesamtheit nehmen wird: Auferstehung.