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Julian der abtrünnige Christ:

Absoluter Beweis der dem christlichen Kult, wie Aufklärung und westlicher Zivilgesellschaft zugrunde liegenden Vernunft 

Eine konsequente Auswertung des heutigen Wissens über einen hochphilosophischen Christen. Der als letzter heidnischer Kaiser gilt, weil er nach unheilvollen Diskussionen über das Wesen der Vernunft in den letzten beiden Jahren seines Lebens wieder die Götterbilder der Tradition  (statt das des Galiläers) für einen staatstragenden universalen Kult nutzen wollte. Für den jedoch der christliche Galiläer, wie auch die durch ihm wieder offiziell auflebenden Götter des Olymp eine Ausdrucksweise des Logos/der Weltvernunft waren, die er kulturgerecht zur volksgerechten Vermittlung einsetze. Dabei ging es um eine Vernunft, nach der man nach dem Wandel vom Mythos zum Logos nach und nach alles Werden, wie menschliche Verhalten und auch die vormaligen Götterbilder erklärte. Die in allen philosophischen, in Wirklichkeit meist theologischen Lehren der Antike nachzulesen ist und letztlich auch heute gilt. Eine heute Humanismus oder Ökologie genannte Vernunft-Lehre, die weitgehend wirkungslos ist, weil sie bei der heute geltenden Glaubenshypothese nicht mit den Wurzeln unserer Kultur bzw. dem zusammengedacht werden kann, was als Jesus "Weltgeschichte" machte. Doch genau diese Hypothese vom historischen jungen Mann oder einem Hirngespinst als Logos ist bei der Betrachtung Julians nicht mehr haltbar.

Alles, was Julian hier selbst zu Zeitproblemen wie der Völkerwanderung sagt, ist nur das logische Weiderdenken dessen, was heute von geschichtlicher Wissenschaft über ihn und seine Zeit beschrieben wird. Was zum großen Teil auch unter Wikipedia zu lesen ist.

Mehr als alles historisch-kritische oder die ursprünglich verfasste Hoheit bewahrende Abarbeiten der heute nur noch allegorisch zu lesenden biblischen Kultlesetexte, bringt die Auswertung historischer Belege, gerade die Betrachtung Julians, den absoluten Beweis:  

Das, was in "Geschichte" als Josua, lat. Jesus galt, war das Wesen kreativer Weisheit/Vernünftigkeit/Logik/Sinnhaftigkeit in Kosmos und Kultur. Diese kreative Vernunft war das theologisch-christologische und auch biblische Thema.

Julian zeigt hier nicht nur, wie absurd die Unterstellung ist, bei der Diskussion um das wahrhaft kulturbedingte, auch in seiner menschlichen Ausdrucksweise kreative (göttliche) Wesen des (zu seiner Zeit noch längst nicht Jesus genannten) Logos/der Vernunft, wäre es ihm und seinen Diskussionspartnern (u.a. den Vätern der Kirche) um eine Art hochstilisierten Wanderkyniker bzw. ein diesem angehängtes Hirngespinst gegangen. 

Julian macht auch deutlich, warum in Zeiten antiker Aufklärung bzw. dem Wandel vom Mythos zum Logos ein an die Tradition anknüpfender universaler neuer Kult und seine volksverständliche Ausdrucksform Voraussetzung für eine kreative Entwicklung in globaler kultureller Gemeinschaft waren/sind. Wie gerade in Zeiten von Globalisierung und beginnender Völkerwanderung ein neues allgemeingültiges Kulturverständnis notwendig war/ist.

Und warum nicht nur viele heidnische Festtage und Göttergeschichten im christlichen Kult in Vernunft aufgingen, nun in Vernunft erklärt wurden. Oder wieso dies niemals nur apologetische Ausschmückungen, die Hellenisierung oder philosophische Einfärbung eines jungen Juden mit Namen Jesus war. Wie vielmehr in der Vernunft und ihrer kulturgerechten Gestalt die Erfüllung der alten Hoffnungen gesehen wurde. Und wie dann dem jüdischen Bild von Vernunft (hebr. Wort) in Form des verjüngten Josua (lat. Jesus) gar der philosophische Götter-Bart wachsen musste. Den er sich als Zeichen seiner Rückwende zum traditionellen Hellenismus wieder wachsen ließ. 

Auch warum kein sektenverfolgender Pharisäer war, der sich nach einer Art Halluzination Paulus nannte und für sein Christus-Wesen eine von einem historischen Jesus unabhängige Kirche baute, wie mache Kritiker nachweisen wollen, wird durch Julian verständlich gemacht. Wie vielmehr unter "Paulus" ein die Vernunft als Christus betrachtendes, rund um das Mittelmeer geltende monotheistisches Paradigma sprach. Das daher keineswegs die neuplatonische Philosophie ablehnte, sondern diese aufgriff und aus Vernunft den ausgedienten Götterkult vieler Philosophen verwarf. 

In Betrachtung antiker Entwicklungen wird gleichzeitig verständlich, warum auch der Islam in seinem Mohammed nicht einen Guru mit Namen Jesus nachstellte. Was nach moderner historischer Islam-/Koranforschung anzunehmen wäre. Denn nicht nur Manfred Ohlig (der als kath. Theologe den Islam als eine Abspaltung anfänglichen Christentums nachweist), sondern ähnlich auch Christoph Luxenberg (Synonym) u.A. machen mehr als deutlich, dass kein Mann mit Namen Mohammed war, sondern dies die orientalische Ausgabe von Jesus sei. Was sicher zutrifft, jedoch unmöglich die Verherrlichung eines jungen Mannes bzw. Christusmythos durch orientalische Aufklärer gewesen sein konnte. Wie vielmehr eine aus dem Wandel vom Mythos zum Logos, d.h. den Anfängen des Christentums hervorgegangene orientalische Richtung, die in Zeiten Julians (bei der Diskussion um das Wesen der Vernunft) eigene Wege ging, wird in den damaligen Denkweisen, wie den Kult(ur)techniken nachvollziehbar. Damit auch, warum der Islam eine Gründergestalt analog Jesus, ähnlich wie die Kirche ihren Kanon, den Koran als Kult-Lesetext brauchte und entsprechend der östlichen Tradition Mekka in den Mittelpunkt stellte oder Erzählungen nach Art orientalischer Märchen fortsetzte.

1. Nach Justin gibt es keinen Zweifel mehr: Wo Jesus steht, ging es um Vernunft

Wenn es noch den geringsten Zweifel gibt, dass es am Anfang christlichen Glauben um den Logos ging (die aus kreativer Wirklichkeit universaler Prinzipien natürlichen Werdens abgeleitete Vernunftlehre, was ihr heute z.B. ökologisch nennt) und nicht um einen als solches gesehenen oder gemachten Guru. Dann wird euer Wissen um meine Person sowie die mich umgebenden Denker (u.a. die geistigen Väter/Bauherren der Kirche) diese ausräumen.

Ihr braucht nur mal im Netz nachzuschauen, was seit Anbeginn der griechischen Philosophie gedacht und vielfältig über den Vernunftbegriff geschrieben oder diskutiert wurde. Und genau das war für uns mehr eine Theologie, wie eure Bau- oder Buchstäblichkeitslehre. Betrachtet euch, wie zur Zeitenwende dann Kosmos und Kultur, das Werden der Welt, wie der Mensch und dessen Psyche bzw. Seele oder sein religöses Wesen, incl. der Götter, in Vernunft erkärt wurden. Auch wie sich die Denker beim Wandel vom Mythos zum Logos mit überkommen Vorstellungen und entleerter Religiösität auseinandersetzten. Und wie diese Theologen auch untereinander die Vernunft auf sehr unterschiedliche Weise definierten. Wie genau daraus, nicht mehr allein in der Traditionslehre (auch jüdischer Gesetzlichkeit) das richtige und falsche Verhalten begründet wurde. (Man sollte sich nicht nur nebensächlich, sondern möglichst eingehend mit dem Vernunftbegriff der gesamten griechischen Philosophie oder den dann auch jüdisch-theologischen Erneuerungslehren auseinandersetzen. Um sich vor Augen zu führen, wie absurd die Unterstellungen heutiger Glaubenshypothesen sind, dass ein junger Mann als Logos galt, als Vernunft diskutiert wurde und für Glaubens- und Lebenslehren maßgebend gewesen sein soll.)

Macht euch dann noch klar, wie wir frühchristlichen Erbauter der Kirche bzw. Christologen in dieser neuplatonistischen Denkweise ausgebildet wurden. Oder wie in den kanonischen Kultlestexten, in denen die alten Geschichten und Gestalten für einen nun in Vernunft begründeten neuen jüdisch-bildlosen Bund/Monotheismus auf kreative Weise aufgegriffen wurde. Wie die über die Traditionslehre hinausgehende Verhaltenslehren bei euch inzwischen dort begründet werden, wo philosophisch-theologische Vernunft wie beispielsweise die Stoa galt. Und wie damit als Worte bzw. Lehren Josus (lat. Jesus) das zu lesen ist, was den damaligen Denkern Logos war. Damit Weisheits-Logien, die auch in jüdischer Tradition galten, vernünftigerweise zur Geschichte (erst in Neuzeit unter dem einheitlichen Namen Jesus) und den Evangelien für meine kaiserlichen Vorbilder entgegengestellt wurden.

Wenn ihr uns dann immer noch unterstellt, wir hätten einen jungen Wundertäter mit zufälligem Rufname Jesus als das angesehen, was wir in Vernunft als kreativen Grund des Weltganzen erklärten. Oder wir hätten ein christologisches Hirngespinst als maßgebend für das menschliche Verhalten hingestellt, über dies als menschliches und doch kreatives Wesen des Logos (der universal begründeten und geltenden Vernunft) jahrhundertlang heillos gestritten. Dann solltet ihr dringend einen Arzt aufsuchen. Denn mit Vernunft und Logik, die damals das in den für den Kanon ausgewählten volksförmigen Texten bebilderte Heilmittel war, heute Jesus heißt (der bekanntlich von Blindheit heilte, Tote erweckte und logischerweise auch Dämonen austrieb), ist dann nicht mehr zu helfen.

Wer bei mir nur an den letzten heidnischen Kaiser denkt und mein philosophisches Wesen lobt, greift zu kurz. Als ein christlich ausgebildeter Theologen-/Philosophenkaiser, der als Apostata gilt, weil er in den letzten zwei Jahren seines Lebens versuchte das Rad der Zeit zurückzudrehen (die Vernunftlehre wieder in den traditionellen universalen griechischen Götterbildern, statt der des neujüdischen Galiläers lebendig werden lassen wollte), bin ich zuverlässiger Zeuge: Bei all dem, was ihr über mich und meine Zeit, die mir vorangegangenen, nachfolgenden und mich umgebenden Denker wisst, kann es mir als abtrünnig gewordenen Christ, wie allen anderen christlichen Denkweisen oder deren Gegnern, nicht um einen wiedererweckten Wanderprediger oder einen Christusmythos gegangen sein. Die vorher im Mythos dargestellt Schöpfungswirklichkeit, die Juden als Wort galt und jetzt in Vernunft/Logik erklärt wurde, war Thema unserer Zeit. Neben der heißen theologischen Debatte um das Wesen der Vernunft, spiegelt sich in meinem Leben gerade auch die Frage nach deren kulturgerechter, volksverständlichen Ausdrucksweise. Völlig egal dabei, wann ich im Geist vom Galiläer wieder zu Götterbildern wechselte.

Und so wird an unserer philosophisch-theologischen Denkweise mehr als deutlich wird: Der "Sohn" einer dann von den Verfassern das Koran mehr als in der Kirche messianisch beschriebenen "Maria", das war für uns nicht das Kind einer mit dem Heiligen Geist oder sonst fremdgegangenen jungen Hebräerin. Unser Thema war die von Mutter Kirche zur Welt gebrachte Kultausdrucksweise von Vernunft. Um die es darum auch in unserer Verhaltenslehre, sowie bei dem den Verfasser des Koran geltenden kirchlichen "Wort" ging. Das sie in seiner christlich-krichlichen Ausdrucksweise als Isis bzw. Sohn der Maria beschrieben und erst in Neuzeit einheitlich mit Jesus übersetzt wird. So sollte euch deutlich werden, dass auch in unserer Trinitätsdebatte das Wesen dieses Logos/der Vernunft das Thema war. Was jedoch nie einfach nur als Naturrecht bzw. Naturalismus zu betrachten ist. Weil wir wie ihr, die Natur in Kultur weiterdachten. So die kreative Vernunft/Sinnhaftigkeit/Logik kulturbedingt, damit auch menschliches Wesens war. Was nicht nur in seiner kultureller Umsetzung, sondern auch in kulturbedingter Ausdrucksweise (den bekannten Personifikationen) kreativ-schöpferisch bzw. gleichen Wesens, aber nicht der den Vätern geltende unsagbare Grund aller Kreativität selbst war. So seht ihr, wie Mohammed nicht einem als Messias verherrlichten jungen Mann oder Christusmythos nachgestellt wurde. Wie der "Gesandte" vielmehr die prophetische Ausdrucksweise einer von Vernunft ausgehenden, wahrscheinlich arianischen Denkweise war, die zwar die Götterbilder ablehnte, jedoch im Kult andere Wege ging, als die Kirche des Westens in ihrer Trinität.

Auch wenn mir später meine weiter christlichen Diskussionspartner Götterhörigkeit vorwarfen. Die mit mir philosophisch ausgebildeten Väter der Kirche wussten, dass ich bei Dionysos & Co. nicht an wunderwirkende Weintrinker dachte, die durch ihre Freude verherrlicht wurden. Wie das ähnlich selbst eure historisch-kritischen Theologen vom Galiläer Jesus denken. Dann alle Bedeutungsinhalte des christlichen Wesen auskippen. So gegen besseres Wissen uns und ihren kulturellen Wurzeln weiter den Schwachsinn unterstellen wollen, der bei ihnen gilt. Da hilft es wenig, wenn sie nicht mehr an naturbrechende Wunder glauben und die Geschichten auf vernünftige Weise zurechtbiegen wollen. Wenn der Logos/die Vernunft nicht bedacht wird, die unser kulturelles Thema im Osten, wie im Westen war, bleibt nur heiße Luft. Doch wer die uns unterstellen will, der hätte sich das gesamte Wissen um die Antike, das archäologische Graben und die vielen Bücher sparen können. Die Vernunftlehre war zwar noch nicht, wie bei euch, dem Volk selbstverständlich. Sie war jedoch das geistige Thema unserer gesamten damaligen Welt. Darüber wurde bekanntlich nicht nur in Alexandrien heftig gestritten. Auch in Rom, Athen, Antiochien, Ephesus, Korinth oder bei den sog. Konzilen wurde die Vernunft in ihrem Wesen diskutiert. Und wenn ich bekanntlich zum Besuch bei den Hunnenherrschern philosophische Denker mitnahm, dann war das keine intellektuelle Spielerei. Es zeigt euch: Wir suchten den neuen universal gültigen Geist der Vernunft, der bei eurer Globalisierung und Völkerwanderung mehr als notwendig ist, selbst mit Germanen und Hunnen zu diskutieren.

2. Globalisierung und Völkerwanderung fordern ein neues Verständnis, eigene Aufklärung

Die aktuelle Situation erfordert, dass ich nicht nur deutlich mache, wie absurd eure Unterstellungen aufgrund derzeit geltender Glaubenshypothesen sind. Auch wenn das vom eigentlichen Thema und rein geschichtlicher Auswertung etwas weg führt, macht die beginnende Völkerwanderung notwendig zu zeigen, wie wir durch die Verbreitung von Vernunft und Verstand auch euren germanischen Vorfahren Aufklärung und Wohlstand bringen wollten. Und wie wir für das globale römischer Reich nach dem Wandel vom Mythos zum Logos einen neuen gemeinsamen Kult suchten, der auch den alten Kulturvorstellungen der verschiedenen Völker bzw. des Volkes gerechten wurde. Denn allein mit eurer deutschen Hilfsbereitschaft, über die derzeit alle Welt staunt, beseitigt ihr weder die Ursachen, noch löst ihr ohne Aufklärung die noch gewaltig zunehmenden kulturellen Probleme.

Ich kämpfte bekanntlich nicht nur an vielen Grenzen, sondern kümmerte mich nicht nur bei sog. Konzilen gleichzeitig auch um die Einigung kultureller Kriege (meist um das Wesen der Vernunft). Einem Thema, das letztlich ja auch bei euch zur Debatte steht, die Kulturen trennt. Und dass ich mich dann für deren Ausdrucksform in der griechischen Tradition/den Götterbildern entschied. All das hatte einen Grund, der bei mir als Philosophenkaiser der Spätantike (trotz aller Vorwürfe durch mich sonst verehrende Denker) nicht in persönlicher Frömmigkeit oder überkommenen Glaubensvorstellungen zu suchen ist. Wobei schon der Begriff "Glaube" in die Irre führt. Weil bei uns griechisch gebildeten Denkern die Glaubensannahme in Logik begründete Gewissheit, nicht in Blindheit oder von Büchern und Bauchgefühlen vorgegeben war. Die Probleme, die die römische Globalisierung und die beginnende Völkerwanderung ebenso mit sich brachte, wie die schwindende Bedeutung der Mythengötter in Zeiten von Aufklärung, was mein Onkel Konstantin im christlichen Kult lösen wollte, sind auch bei  euch wieder "brand"aktuell. Auch ihr habt in einer immer globaleren Weltwirtschaft/-kommunikation gerade in Zeiten neuer Völkerwanderung viele Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Motiven und Kulturkreisen kommen, unter einen Hut zu bringen.

Und wenn ihr die Massen beklagt, der derzeit Deutschland überrennen, weil sich dank weltweiter Mobilkommunikation (wie sie in Zeiten unserer Mythen noch undenkbar war) herumgesprochen hat, dass dies das "gelobte Land" sei. Bedenkt, dass es bereits in den jüdischen Mythen, der Landnahme Josuas (Jesus) wie ihr inzwischen wisst, nicht um eine Völkerwanderung, den Einsturz von Mauern mit Trompeten oder gar mörderische Kriege ging. Damit lässt sich der prophetische Monotheismus des Exils, der aus den Philosophien/Theologien antiker Hochkulturen und hebräische ganzheitlicher Vorstellungen bzw. Natur-/Himmelbeobachtung herausgewachsen ist, das Wort (hebr. Vernunft) oder den Bund im " gelobten Land" brachte, nicht mehr erklären. Keine Völkerwanderung, sondern ein neues Verständnis war als "gelobtes Land" im Blick. Bereits bei unserer allegorischen Leseweise waren da keine blutrünstig kindermordenden Hebräer, die andere Länder überrannten, wie das im buchstäblichen Verständnis vereinzelt bei euch immer noch angenommen wird. Vielmehr hat bereits damals ein Aufklärungs- bzw. Denkprozess stattgefunden, der sich verbreitete. Wer die Texte allegorisch liest, wie das in antiker Aufklärung unser Verständnis war, der weiß: Das gelobt Land ist nicht geografisch zu finden. Durch das hebräische Wort (Vernunfthandlung), was nun auch bei uns zur Verbreitung anstand, war die in Mythengeschichten zum Ausdruck gebrachte sog. Landnahme. Was alles könnte euch erspart bleiben, wenn ihr auch die Landnahme und den "neuen Bund" auf aufgeklärte Weise, als Verbreitung universal geltender Vernunft/Logik und nicht als gegenseitige Bekämpfung und Eroberung begreifen würdet? Den Menschen in Syrien vermitteln zu wollen, dass das "gelobte Land" nicht geografisch gemeint war, bringt sicher nicht weiter. Doch ohne kulturelle Aufklärung ist den Menschen, die ohne Hab und Gut ihre Heimat verlassen, kaum zu helfen, werden weder die Ursachen beseitigt, noch geistige Grenzen im Kopf überwunden.

Ihr wisst, wie auch wir die Völkerwanderung nicht mit der Erhöhung des Limes verhindern wollten. Friede auch in den an das römische Reich angrenzenden Regionen war unser Ziel. Wir ihr es uns für das römische Reich bestätigt, so wollten wir Vernunft verbreiten, ging es uns auch dort um den künftigen Wohlstand der Menschen, nicht um wirtschaftliche oder sonstige Machtinteressen. Dass wir nicht nur den Wein zu den Franken brachten, sondern mehr für die kulturelle Entwicklung in unseren Radgebieten taten, als eure sog. Entwicklungsminister, wird allein in der Pfalz ständig ausgegraben. Dort auch bei Weinfesten zu unserem Gedenken in herrlichen Lagen feuchtfröhlich gefeiert. Noch mehr war uns klar, dass es nicht reicht, wie eure deswegen zur "heiligen Erna" ausgerufenen Kanzlerin, ähnlich wie der deutsche Idealismus (die politische Konkurrenz dabei übertrumpfend) zu rufen "Seid umschlungen, Millionen".

Da sich heute Millionen auf den Weg nach München machen, wird es nicht nur dort eng, sondern das Gegenteil von Vernunft und einer Entwicklung zu künftigem Wohlstand in den Heimatländern bewirkt.  Auch bei uns war die aufgeklärte Deutung der griechisch-römischen Götter (wie jüdischer Gesetzeslehre) und die auch bei meinen Kollegen bzw. Kirchenvätern nachzublätternde Begründung der alten Lehren in einer nun in universaler Vernunft erklärte Weltrealität notwendig. Die vielgerühmte Austauschbarkeit der alten Götter, die dann auch für Odin oder sonstige germanische Naturvergötterungen standen, wäre nicht ohne die Aufklärung der eigenen Götter in der Vernunft allen nun natürlich erklärten Werdens machbar gewesen. Aufklärung in Vernunft war die Voraussetzung für einen zukunftsfähigen geheinsamen Kult - auch in den Entwicklungsländern des Westens. Wir suchten nicht mit Kriegen eine Eroberung. Aufklärung und Verbreitung von Vernunft setzen wir dem gegenseitigen Überrennen von Kulturen entgegen:  Eine echte Er-oberung. Eine Kultur-Aufklärung, wie auch heute bei den Entwicklungsländern dringend notwendig ist, muss jedoch ähnlich wie damals bei uns, erst bei euch selbst Einzug halten. Nur so ist Friede zu bewahren. 

Wenn sich nicht nur konservative Kräfte aus eurer Heimat gegen die fremde Kultur wehren, sondern auch vor den finanziellen und sozialen Folgen warnen, kann ihnen das auch kaum jemand verdenken. Und auch eurer Kanzlerin und euch ist bewusst, dass eine Willkommenskultur mit finanziellen Spenden, ausgedienten Spielsachen und Kleidern ebenso wenig ausreicht, wie Sprachunterricht, beruflich-soziale Eingliederung sowie steuerfinanzierte Hilfe. Wenn keine gemeinsame kulturelle Basis in Aufklärung bedacht wird, wie wir das taten, kommt allenfalls eine neue Form von Klassen-Gesellschaft, eine moderne Sklaverei heraus. Was derzeit den Deutschen von manchen die Zuwanderung ablehnenden Staaten vorgeworfen wird. Denn dass das mit der sozialen "Brüderlichkeit", die wir philosophisch bedachten und im Kultbegriff dem Volk in einem als "Vater" auch für die germanischen Göttersöhne geltenden Zeus vermittelten, bei euch nicht hinhaut, ist historisch belegt. Wie dies auch im aufgeklärten Nachkriegspreußen/-sachsen mit politischen Parolen und Marxscher Ideologie bei Stacheldraht, Mauer und Schießbefehl endete, um die sozialistische Brüder bzw. Genossen im Land zu halten, ist bekannt. Doch währen eure ostdeutschen Brüder Marx mit der Mauer zu Seite legten, sie schon gar nicht mehr wissen, selbst an Erinnerungsstätten (nicht nur am Point Alpha in Thüringen) verschwiegen wird, warum eingesperrt wurde, wird Mohammed & Koran mit Sicherheit nicht schwinden. Doch einen Kampf der Kulturen, der nicht durch demnächst folgende soziale Frustration, sondern durch verwurzelte kulturelle Vorstellungen der Flüchtlinge ausgelöst wird, könnt ihr nur durch die Aufklärung im eigenen Lager verhindern. 

Sicher sind im Nahen Osten die macht(meist energie)politischen Interessen die Hauptursachen des Chaos. Das dort auch durch die in Art eurer Vorzeiten agierende politische Herrschaft und die Ablehnung nicht nur der USA, sondern westlicher Lebensart hervorgerufen wird. Doch das Problem des so entstandene IS oder anderer kultur-konservativer Bewegungen kriegerisch oder mit politischen Mitteln lösen zu wollen, das griff schon bei uns zu kurz. Das den jungen mörderischen Moslems zugrunde liegende Denken, vor denen ihre Brüder jetzt fliehen, ist nicht "machtpolitisch" bedingt, sondern in Kultur. Und daher ist es auch nur durch eine Aufklärung über die gemeinsame kulturelle Wurzel zu bekämpfen. Die jedoch nicht eine Wissensvermittlung über die dort verherrlichten Glaubensgestalten sein kann, sondern im Christentum beginnen muss.

Wer hofft, aus den Einwanderern fleißige überzeugte Arbeiter und Beitragszahler zu machen, die den kinderlos überalterten Sozialstaat retten, der muss mehr bieten, als mildtätig Hilfe. Der muss wie wir nach neuen gemeinsamen kulturellen Konzepten suchen, die der Aufklärung gerecht werden und an altbekannte Vor-bilder kultureller Wurzeln kreativ anknüpfen. In eurer eh schon auseinanderstrebenden Gesellschaft eine Gemeinschaft zu schaffen, die nicht wie der Westen weitgehend desillusioniert ist, sondern wo der bei vielen Moslems noch traditionell verankerte Lern- und Leistungswille herrscht, reicht es nicht nach Integration zu rufen. An der die meisten Neubürger eh kein Interesse haben. Weil sie ihre kulturelle Herkunft verständlicherweise weiter hochhalten wollen. Und wie stark die kulturellen Vorstellungen die Köpf der Menschen bewegt, das seht ihr allein an den ehemaligen Freuden und Brüdern, vor deren mörderischem IS nun Millionen fliehen.

Den Mohammedanern aber erklären zu wollen, dass ihr Mohammed und der Koran als Richtschnur für das Leben so unbedeutend sei, wie Jesus und die Bibel für den Westens, ist ein Holzweg. Und den Millionen Emigranten meist aus Nordafrika in modern historisch-kritischer Aufklärung beibringen zu wollen, dass Mohammed nur eine orientalische Ausgabe dessen sei, was ihr zu einem historischen Heilsprediger mit Namen Jesus gemacht habt, wird das Gegenteil bewirken. Nebenbei: Wenn es schon absurd ist, uns die Verherrlichung eines Heilspredigers als lebendigen Logos unterstellen zu wollen. Wie viel schwachsinniger ist es dann, den Orientalen, bei denen sich das Mittelalter erst viele später wie im Westen einstellte, aus der ihr Philosophen wie Aristoteles erst kennt, einen zu Mohammed gemachten Guru als Grund allen Seins oder als "Wort" unterstellen zu wollen. Was bekanntlich der sog. Jesus für die Verfasser des Koran war. Die gutgemeinten Predigten in den Gemeinden und die Versuche der christlichen Bildungseinrichtungen, die Gemeinsamkeiten mit der islamischen Lehre herauszustellen, greifen zu kurz. Die für große Aufregung sorgenden Karikaturen von Mohammed wären ein Mückendreck gegen alle Aufklärungsversuche, der keine christliche Aufklärung vorausgeht.

Das kann nur auf Wiederstand stoßen und zu kulturellen Kämpfen führen, die das weit übersteigen, was wir damals erlebten. Eine Aufklärung über die Wahrheit der verschiedenen kulturellen Wurzeln und ihren Geschichten und Gestalten, die nicht einfach verneint, sondern sie in einer gemeinsamen, universal gültigen Vernunft aufgeklärt versteht, wie wir es im allegorischen Verständnis des Alten (Auf-v-erstehung) praktizierten, ist auch bei euch das einzige Rezept. Denn die Moslems aufklären zu wollen, ist bei dem, was ihr allgemein über den christlichen Glauben denkt und gegen alles Wissen auch mir und meiner Zeit weiter unterstellt, ein Witz. Wer sich auf einen Wanderprediger beruft und biblische Texte, der darf sich auch nicht über die Moslems beklagen, die dann ihren Mohammed und den Koran für allein maßgebend halten, oft in mittelalterlichen und mörderischen Vorstellungen verharren. Wie wir uns auch über die Bedeutung der Götter als personifizierte Wesenheiten des kosmischen und kulturellen Werdens klar waren und selbst für mich nach meiner christlichen Zeit der Logos/die Vernunft, nicht die Tradition den Ton angab, ist auch bei euch die eigene Aufklärung die Voraussetzung.

Eurer Kanzlerin ist zuzustimmen. Man muss sich zur christlichen Kultur bekennen und wie wir damals in Diskussion treten, Aufklärung betreiben, statt Angst zu schüren.  Wobei sicher nicht die 2000 Moscheen, die die Saudis in Deutschland finanzieren, sondern die kulturell verwurzelten Vorstellungen der Einwanderer das Problem sind. Denn die unterscheiden sich in Wirklichkeit nur wenig von denen, vor denen sie derzeit fliehen. Auch wenn die Kanzlerin in diesem Zusammenhang klagt, dass es mit der kulturellen Kenntnis bei euch nicht weit her sei, kaum einer einen Satz über Pfingsten als Geburt der Kirche schreiben könne, ist zuzustimmen. Doch was bringt es, wenn dann über Flämmchen auf dem Kopf von Heiligen geschrieben wird, die durch eine Art Geistesblitz zu einer gemeinsamen Sprache gefunden und einen im Geist der Gemeinde wiedererweckten Guru als den universal gültigen Grund allen Seins angenommen hätten? Was bei den Theologiestudenten und ihren Lehren als Grund der Kirche und ihres Glaubens nur etwas besser klingt. Den in heutiger Hochschul-Hypothese hinten herauskommenden jungen Mann jetzt den Moslems auch noch als ihren Mohammed unterjubeln zu wollen, das kann nur in die Hose gehen.

Doch Ihr könnt heute selbst in den verschiedenen Geschichtsdarstellungen unter Wikipedia nachlesen, wie wir in philosophischer Diskussion über das Wesen der Vernunft kulturellen Fortschritt, Erneuerung suchten. Wie auch die geistigen "Väter der Kirche" neuplatonisch gebildete Philosophen wie ich und keine heiligen Geister waren. Erst wenn ihr realgeschichtliche bedenkt, wie die Kirche in Zeiten antiker Aufklärung ebenso entstand, wie der Koran. Und wie die Gestalt des Mohammed daher ein orientalisch-prophetisch personifiziertes Sprachrohr der für uns gemeinsam geltenden Vernunft war. Erst dann kommt ihr wirklich weiter. Doch dazu bedarf es erst der Aufklärung über die eigenen Kultur. Den "heilen" Geist von Pfingsten, der scheint bei euch mehr als not-wendig. Doch der hatte bei uns mehr mit der einheitlichen Deutung der Welt, der Erklärung des kreativen Werdens in Vernunft zu tun und der bei euch noch fehlenden Aufklärung der verschiedenen kulturellen Vorstellungen bzw. Kultbilder davon. Worüber wir bekanntlich heiß diskutierten.

Wenn eure Bildung so weit ist, dass die alten Geschichten und Gestalten nicht mehr gebraucht werden, wie sie die Reformatoren der Neuzeit noch benötigten (um durch die eingedeutschte Geschichten und Schriftform im Rückgriff auf die Antike vor den mittelalterlichen Irrlehren der Kirche zu reinigen), dann um so besser.  Doch denkt daran, was uns auch ohne Erklärung der Psycho-logen, der Geistestechniken, wie der Funktionsweise des menschlichen Kopfes, Denkens und Verhaltens oder von Kommunikationsforschern und Evolutionsbiologen über die "Evolution der Phantasie" klar war. Und was bei uns bekanntlich in Kulturtechnik umgesetzt wurde: Menschen benötigen Kultbilder und Geschichten, kulturbekannte und -bedeutende Vorbilder und kulturelle Praktiken. Die Bildung und der gesamte Kulturbetrieb, der bekanntlich neben Dichtung, Theatern und Tempeln selbst den olympischen Sport umfasste, war bei uns wie ihr wisst, kein unter-halterischer Selbstzweck. Sie wurde immer mehr in kreativer Vernunft begründet.

Den bei euch gegenüber Evolutionsbiologen erhobenen Vorwurf, dass Phantasiebilder eine Selbstmanipulation seien, sich die Götterbilder oder Kultpraktiken erübrigten bzw. durch die Aufklärung wirkungslos seien, haben wir bereits entkräftet. Die "Kreativität" dieser Bilder und Kulttechniken in menschlicher Kultur, das schöpferische (göttliche) Wesen der Vernunft war bekanntlich Thema unserer Diskussionen.  Dass es dabei unmöglich um das Wesen eines jungen Mannes aus Galiläa oder ein Geisteskonstrukt ging, muss ich sicher nicht ständig wiederholen.

3. Vorurteile ablegen

Wenn ihr die dicken Geschichtsbücher, z.B. von Alexander Demandt, Klaus Rosen oder ganz einfach Wikipedia über mich und die dort beschriebenen sowie mich umgebenden Denker auswertet, dann wäre es für die Wahrheitsfindung hilfreich, wenn ihr heute herrschendes Schubladendenken vermeiden. Nur so könnt ihr Scheuklappen ablegt. Auch wenn es beispielsweise auf eure Zeit zutrifft, dass Religion meist außerhalb des Denkens stattfindet, Philosophie und Theologie, Glauben und Denken Gegenspieler sind. Mit unserer Zeit ist das ebenso wenig zu machen, wie euer "Bauch- oder Buchglaube". Selbst unter Wiki schreibt ihr, wie die Philosophie unsere theologische Grundlage lieferte. Und auch wie das im Kult verschiedene religiöse Ausdrucksformen hatte, ist zu lesen. Selbstverständlich waren wir keine Monotheisten in eurem Sinne, die ihr jeweils vor-"gesetzes" Gottesbild für alleinseligmachend erklärten. Denn auch wenn wir die Welt noch nicht auf eure Weise in einheitlichen Prinzipien beschreiben konnten. Wir haben auf Basis von Vernunft/Logos begonnen alles Werden nach einheitlichen Prinzipien zu erklären und eine über allem stehende kreative Wesenheit des Weltganzen angenommen. Meist galt die Sonne als Ursache und sinnlichster Ausdruck aller Kreativität. Im Kult haben wir dabei von Sol, Zeus oder Jupiter gesprochen. Unsere Kosmologie klang noch recht spekulativ, ohne dass wir in euer Weise empirisch nachweisen konnten, wie alles nicht nur einen gemeinsamen Ursprung hat, sondern mit allem zusammenhängt und weltweit nicht nur ökologisch vernetzt ist. Doch jemand, der in seiner Kosmologie und dem entsprechenden Sonnenkult einen philosophischen Monotheismus praktizierte, wie er dann auch im Christentum aufging, einen jungen Galiläer als neuen Gott und nun Maß der Verhaltenslehre unterstellen zu wollen, das schlägt dem Fass den Boden aus.

Und Denkern, die die kreative Wesenheit des Weltganzen im Kult als Vater aller Götter bezeichneten, sich dabei auf die Mythen der Väter beriefen, jetzt "Heiden" zu nennen, ist zwar gängige Praxis. Es lässt sich auch sprachlich kaum vermeiden. Doch dies ist oft irreführend. Denn als Heiden bzw. Atheisten galten der griechischen Bildung meiner Zeit die Christen, die sich der Tradition bzw. dem altgedienten Opferkult, den Orakeln und Mysterien verweigerten. Es freut mich zwar, wenn sich eure intellektuellen Kirchengegner, die sich jedem Kult verweigern, mich in ihren Diskussionen im Netz als großes Vorbild hinstellen. Doch im Grunde war ich das Gegenteil eines Glaubens- bzw. Traditionskritikers. Denn wie ihr schreibt, hielt ich nicht nur große Stücke auf die Tradition der Juden. Ich wollte nach meiner Abwendung von deren heillosen, nun auch für uns Griechen geltenden Modernisierungsversuchen, unserem altbewährten Mysterienkult durch staatliche Förderung wieder zur Vormachtstellung verhelfen. Wie ich zeigen werde, war mir dabei bewusst, dass Götterbilder und Mysterien nur die notwendige und in meinen Augen volksvernünftige Ausdrucksweise dessen waren, was wir als Vernunft lehrten. Auf jeden Fall müsste euch klar sein, dass mein anfängliches und das mich weiter umgebende Christentum (die noch verschiedenartigen, für Juden und Griechen geltenden Denkweisen und Kultformen) kein Glauben an bzw. Kult auf einen jungen Heilsprediger oder ein diesem aufgesetztes Hirngespinst gewesen sein kann.

Wie könnt ihr den in Geschichte notwendigen Kultbildern der Kultlesetexten so auf den Leim gehen, dass diese nicht nur deren aufgeklärte Kritiker für den eigentlichen Grund des christlichen Glaubens halten, sondern euer gesamte theologische Lehre nur danach Ausschau hält? Hättet ihr euch an die altbewährten, bereits bei uns als Naturvergötterungen bzw. in Vernunft verstandenen Götterbilder gehalten, statt das Bild des Galiläers, dann wäre euch viel erspart geblieben. Dann bräuchten eure gesamte Hochschullehre ihre Hypothese nicht auf einen nie gewesenen Heilsprediger zu bauen. Um dann im Sand von Palästina nach dessen Spuren zu suchen. Oder gar in seinem sozialen Umfeld nach dem Grund für seine Verherrlichung zu graben. Mit den Notdürftigkeiten, die so in der historischen Kritik, ebenso wie den Sonntagspredigten hinten herauskommen, ist wirklich keine Staat in Vernunft mehr zu machen. Und noch weniger sind damit die Kulturen unter einen aufgeklärten gemeinsamen Hut zu bringen. Damit macht ihr nicht nur den christlichen Glauben lächerlich, fordert zum Atheismus bzw. der Säkularisierung der westlichen Welt heraus, sondern schürt den Aberglaube auch in anderen Kulturen. Gleichzeitig unterstellt ihr so allerdings auch unserer Aufklärung völlige Absurditäten. Was jedoch gegen alle Logik bzw. das euch inzwischen gegebene Wissen spricht:

-Wie könnte ihr z.B. mir, der philosophisch bzw. in Vernunft als Christ erzogen war, dann sich in seinem philosophischen Monotheismus allerdings wieder der Tradition verpflichtet sah, unterstellen, ich wäre dem Glaube an einen jungen Guru als Gott abtrünnig geworden?

-Wie könnt ihr das meinen Studienkollegen Gregor von Nazianz oder Blasius von Caesarea, die als Bischöfe bzw. christliche Vordenker und Gemeindelenker zu den die geistigen Vätern der Kirche zählen, unterstellen?

-Wie könnt auch nur einem unserer Denker, die sich für den götterfreien Kult stark machten unterstellen, es wäre ihm in seiner Ablehnung um einen als Christusmythos oder gar leiblich wiedererweckten Wundertäter gegangen?

-Wie stellt ihr euch das bei den Denkern vor, die nach dem Scheitern meiner Restauration einer längst auch philosophisch in Kritik geratenen griechischen Religiosität den christlichen Kult auf philosophische Weise weiterführten?

Sollen jetzt alle vom Blitz getroffen worden sein, um dann ihre philosophische Bildung an den Nagel und ihr Herz an das biblische Bild eines jungen Juden zu hängen?

Es mag eure religiöse Praxis sein, die Welt auf kausale Weise zu erklären und gleichzeitig Sonntags auf der Kanzel von einem jungen Mann als Gott zu schwärmen.  Da ihr wieder zum religiösen Mythos gewechselt seid, statt Theologie zu betreiben, Schriftlehre bzw. Bestätigung von Buchstäblichkeiten praktiziert, was meist gegen alle Vernunft spricht, neigen viele eure Glaubenskritiker dazu, dies einfach auch auf unsere Zeit zu übertragen. Aber wer uns ernsthaft betrachtet, der kann uns unmöglich unterstellen, einen Heilsprediger aus Galiläa als Miniatur des inzwischen philosophisch erklärten kreativen Gesamtgrundes verehrt und damit unsere Verhaltenslehren begründet zu haben .

Wer zu meiner Zeit mir und meinen Studienkollegen (den späteren Kirchenvätern unterstellt), was ihr annehmt: Wir hätten einen jungen Wanderprediger als Logos verehrt bzw. zur Vernunftlehre hochstilisiert. Dem wäre die Lehrerlaubnis entzogen worden. Nicht als Strafe, sondern weil das gegen alle Logik und Vernunft gewesen wäre, in der wir (die Väter der Kirche, wie ich) erzogen waren. (Wobei ihr sicher jetzt nicht alle theologischen Hochschulen schließen sollt. Doch da die als "Wissenschaft" eh nicht mehr wirklich ernst genommen werden, ist ein Wandel in der geschichtlichen Hypothese und damit ein völlig neues Glaubensverständnis aufgrund des euch gegebenen Wissens dort mehr als überfällig.)

So wie sich in eurer Zeit Aufklärung nicht aufhalten lässt, konnte ich als letztes Mitglied der konstantinischen Dynastie den Wandel in vernünftiger/logischer evolutionärer Entwicklung vom Mythos zum Logos auch im Kult nicht verhindern. Aber einer hochphilosophischen Zeit, die ihre Götter in der Vernunft erklärte bzw. in Vernunft erklärte kosmische Wesenheiten verkörpert sah und auch über die Vernunft der Kultgestalten stritt, einen herrlichen Heilsprediger zu unterstellen, das ist echt himmelschreiend.

Auch wenn das gegen alles bei euch inzwischen vorhandene Wissen spricht. Meinem Onkel Konstantin, bei dem bis vor Kurzem noch nächtliche Eingebungen nach gewonnen Kriegen galten, könnt ihr allerlei Unsinn unterstellen. Etwa eine noch nicht vorhandene Kirche vor den Karren seiner kosmopolitischen Machtpläne gespannt und so einen jungen Mann als neue Gott akzeptiert zu haben. Aber mit mir und den mich umgebenden Denkern ist das nun echt nicht zu machen.

Erspart mir hier, die ganzen christologischen Streitigkeiten und doketistischen oder unzählige sonstige Denkweisen aufzuaddieren. Im Licht euren Wissens um unsere Denken müsste euch jedoch in jeder der vielfältigen teils kriegerischen Diskussionen klar werden, dass es dabei nicht um einen jungen Mann als Gott oder ein fiktives Konstrukt, sondern das Wesen der Vernunft ging. Wie in jedem Kulturwandel, so waren auch bei uns tiefgreifende Streitereien und gegenseitige Beschuldigungen, die meist in den Bildungszentren Nordafrikas, mehr als durch die Germanenstämme im Westen, den Weltfriede unseres Reiches bedrohten. Allein wenn ihr den christologischen Streit auch in unserer kaiserlichen Familie betrachtet, der philosophisch geführt wurde, jedoch echt mörderische Formen annahm, müsste euch klar werden, warum ich wieder zurück wollte. Ob sich unserer Familie, wie auch die Naturvölker des Westens arianisch orientierte, die Vernunft als Gabe und nicht als Grund allen Seins selbst sah. Oder ob wir trinitarisch, die schöpferischen Elemente in Wesenseinheit sahen. Um einen jungen Galiläer in eurem Sinne, ist es dabei unmöglich gegangen. Wenn ich die Christen als Galiläer bezeichnete, der Galiläer dann siegte, dann kann das für mich kein junger Guru gewesen sein. Vielmehr wehrte ich mich gegen die dem bildlosen jüdischen Kult gerechte Ausdrucksweise von Vernunft in Form des Galiläers, statt griechischer Götter. Es ist der Anachronismus der Geschichte, dass der  in evolutionärer Kulturentwicklung siegreiche Galiläer dann gar ein Gesicht mit einem Bart bekam, wie ich ihn mir als sichtbares Bekenntnis nach meiner Rückkehr zu den philosophischen Göttern wieder wachsen ließ.

Betrachtet unsere Zeit, unser Denken, unsere Herkunft, den Einfluss der Bildungszenten, unter denen Alexandrien als Stätte jüdischer Reform (eines in Philosophie begründeten biblischen Monotheismus, anerkannte Geburtsstätte der Christologie) neben Athen eine besondere Stellung hatte. Dann wird euch selbst klar, wie unhaltbar eure Glaubenshypothesen von einem jungen Mann sind, der als Gott angenommen oder als Logos ausgegeben wurde.

Ja, ich war überzeugter Traditionalist, der sich nach seiner Zeit als Christ entschieden gegen Neuerungen zur Wehr setzte und dafür vom Neuplatonismus befeuert wurde.  Denn die Vertreter des Neuplatonismus, der eine Fortsetzung der seit den Vorsokratikern geltenden Logos-/Vernunftlehre war, hingen meist dem traditionellen hellenistischen Kult, der alten Religion an.  Und je mehr mir durch Denker wie Iamblichos klar wurde, wie das philosophisch begründete theologische Vernunftkonzept, das ihr Neuplatonismus nennt, mit dem Kultkonzept einer traditionsorientierten Theurgie zusammenwirken konnte, desto mehr macht ich mich vom unheilvollen neuen christlichen Kult frei.

Zwar hatte mich mein Lehrer Eusebius vor den Mysterien des Maximos von Ephesos gewarnt. Doch mir war wie allen Vertretern der Theurgie bewusst, dass allein philosophische Lehren menschlich psychisch beeinflussbare, emotional geführte Wesen (wir sagten Seele), nicht zu gelebter Vernunft bewegen.  Auch wenn mir die Argumente eurer atheistischen Evolutionsbiologen wie Thomas Junker („Die Evolution der Phantasie“) noch nicht bekannt war, so ging ich davon aus, dass Menschen von Natur Gemeinschaftswesen wären, die einen gemeinsamen Kult benötigen, um in Gemeinschaft Zukunft zu gestalten. Eure Evolutionsbiologen sprechen dabei vom „Superorganismus“. Und wenn sie als Gegner entleerter Religiösität bei der Evolution der Phantasiebilder nur ins moderne Museum gehen wollen, ohne auch dem Kult der alten Bilder auf den Grund zu gehen,  dann erinnert mich dies an die Diskussionen in unserer Zeit. Doch die Sichtweise beispielsweise Plotins, der allein auf philosophische Bildung und Lehren setze, ähnlich wie ihr denkt, nur durch ökologisches Wissen und Humanitätspredigt zur gemeinsamen Weltvernunft bewegen zu können, war nicht meine Sache. Doch dass eine vernünftige Gesellschaft mit dem neumodischen christlichen Kult zu machen war, bei dem sich die Parteien nicht nur in Nordafrika auf kriegerische Weise die Köpfe einschlugen, das bezweifelte ich immer mehr.

Auch wenn ich als der letzte große Verfechter der griechischen Götter gelte, so wird an mir deutlich, wie absurd eure Hypothese vom Heilsprediger Jesus ist, dem ich als Christ bis zu meiner Rückwende fast mein ganzes Leben lang gedient hätte. Auch wenn ich lange Jahre Zweifel daran hegte, ob der neue jüdisch-griechische Kult geeignet sei, das Volk zur Vernunft zu führen und die griechischen Kultbilder, in denen ich ebenso ausgebildet war, wie in den jüdischen Geschichten, eh weitgehend austauschbar waren, war ich Arianer. Noch beim Epiphanisfest 361 (also erst zwei Jahre vor meinem Tod) habe ich mich laut Ammianus noch als Christ gezeigt und über die Götterbilder lustig gemacht. „Wie die Kinder Puppen basteln, basteln die Senatoren Götter“ so ist aus der Leichenfeier für meinen Vetter Constantinus überliefert. Denn ich erlaubte den Senatoren, meinen toten Vetter, der wie ich Christ war und dies verabscheut hätte, unter die Götter zu erheben.

Epiktet - Philosopohie der Stoa - Handbüchlein der Moral

4. Epiktet: Monotheist, Logiker, Physiker, Ethiker aus verantwortlicher Betrachtung des Weltganzen

Erspart mir hier alle meine philosophisch-theologischen Vordenker oder die kaiserlichen Vorbilder mit ihrem kosmologischen Blick und einem daraus entwickelten monotheistischen Bewusstsein aufzulisten. Ihr braucht nur einen der antiken Denker oder Herrscher herauszugreifen, ihre immer mehr in Vernunft begründeten kosmologischen und dem Kult zugrunde liegenden Vorstellungen zu betrachten. Jeder dieser Denker oder mir vorangehenden Herrscher für sich allein wäre ein Beleg, wie absurd eure Vorstellung von einem jungen Mann ist, der uns dann als Gott galt und für eine neue Ethik maßgebend gewesen wäre.

Auch wenn die meisten meiner Vorgänger im Kult die griechischen Götternamen und -geschichten gebrauchten, damit noch nicht wie dann mein Onkel Konstantin als Christen gelten können. Ihr Weltbild zeigt, wo die Wiege der Vernunft und damit auch der christlichen Erneuerung des jüdischen Kultes stand. Es ging um die bereits von den Hebräern am Himmel bzw. in Schöpfung beobachte, in Schrift verfasste Vernunft, die „in Geschichte“ dann zum Galiläer wurde. Den man erst später einheitlich Josua, lat. Jesus nannte. Auch wenn in euren Übersetzungen die bei uns üblichen hoheitlichen und weit mehr unser philosophisches Bewusstsein zum Ausdruck bringenden Begriffe, meist mit Jesus übersetzt werden. Was logischerweise dann leider den Blick für die geschichtliche Realität verbaut. Dass sich uns ein vorgesetztes Gottesbild durch die unnatürliche Wiedererweckung eines Wanderpredigers bewiesen hätte, wie eure Neutestamentler doch allen Ernstes nach wie vor ihren Studenten (und damit letztlich aller Welt) mit Notdürftigkeiten den Kopf vollblasen, war auf jeden Fall nicht der Grund des dann christlich genannten neuen Monotheismus und der davon ausgehenden Verhaltenslehren.  

Wenn ihr etwas über unser Weltbild und damit auch das Denken wissen wollte, aus dem das Christentum erwuchs, dann dürft ihr nicht nur in Kultlesetexten blättern. Bereits wir wussten, aus welchen Zwecken diese geschrieben und warum alte Mythen darin nicht nur in Realgeschichte erfüllt waren, sondern auch in Geschicht(en) aufgehen mussten. Für uns war es selbstverständlich, dass das neue monotheistische Bewusstsein die altbekannten, ob göttergewohnte Bilder oder die Geschichten des Alten Testamentes brauchte. Wenn eure Kritiker jetzt alle antiken (ob jüdische oder griechische-römische) Vorbilder auflisten, um zu zeigen, dass der Grund des christlichen Kultes eine reine Glaubensangelegenheit, frei erfundene Fiktion wäre, dann greifen sie zu kurz. Darauf wären wir so wenig hereingefallen, wie dass wir an oder wegen einem jungen Guru geglaubt, darauf unser Weltbild gebaut, daraus gar eine Ethik abgeleitet hätten.

Betrachtet euch beispielsweise was Wiki zu Epiktet schreibt. Und wenn ihr dann lest, wie hier ein Denker aus nüchterner Betrachtung des nun im Logos/in Vernunft erklärten Weltganzen ein Konzept der sittlichen Persönlichkeit entwickelte, die nach seiner Ansicht das Wesen des Menschen darstellt. Dann wisst ihr, was auch ich und meine als Kirchenväter geltende Studienfreunde diskutierten, als wir den Logos als wahrhaft schöpferisch/kreativ und wahrhaft menschlich/kulturbedingt definierten. Und spätestens wenn euch klar wird, wie hier zur sog. Zeit Jesus ein Denker unterwegs war, der für den Kynismus offen stand, dessen Logoslehren als Grundlage unserer Stoa galten. Der sich mit der Physik jedoch nur im Rahmen seiner Theologie und Anthropologie beschäftigte. Dabei den Kosmos nicht nur als eine schöpferische/göttliche Einheit lehrte. Vielmehr diese organische Einheit der Welt wie eine „einzige Stadt“ Stadt sah, in der ein kreatives/göttliches Gesetz über Werden und Vergehen wacht. Wie für ihn alle Einzelteile miteinander in Verbindung standen und Wechselseitigen Beziehungen unterworfen waren. Dann wisst ihr nicht nur, wie hier ein philosophischer Mono-theist eine universal geltende Ethik entwarf, die zwar seinem Kopf, seinem kulturellen Vernunft entsprang (wahrer Mensch war) und sich doch an der Kreativität des Ganzen (wahren Gott) orientierte.

Lest über die aus philosophischer Brille betrachtete vernünftige kosmische Ordnung/Dynamik, den Logos und die Verwandtschaft und Abhängigkeit aller Dinge, wie ihr sie heute als Ökologie beschreibt. Und wie dieser Denker, dem man gar nachsagt, möglicherweise ein Christ gewesen zu sein, daraus eine Vernunftlehre für menschliche Kultur entwickelte. Dann wisst wir, wo die Wiege eures Jesus stand. Ja, Epiktet wurde vom Logos überzeugt. Ein jüdischer Sektenverfolger, der angeblich aufgrund eines Schwächeanfalles vor Damaskus jetzt von einem göttlichen Guru faselte oder ein eigenes fiktives Glaubenskonstrukt in die Welt setzte, war es mit Sicherheit nicht. Eine naturphilosophische Betrachtung, die bekanntlich auch für uns spätantike Kaiser als göttlich/schöpferisch geltende Sonne als kleinen Bestandteil des gesamten kosmischen Kreativen/Schöpferischen auffasste und daraus einen neuen Monotheismus und eine Ethik entwickelte, hat zu einem neu-jüdischen Paradigma geführt, dessen Denker dann ihre theologischen Briefe mit „Paulus“ unterzeichneten. (Pseudo-Paulus ist dann, wenn nicht von Vernunft, sondern vorgesetzten Glaubenslehren ausgegangen wird.) 

Die Anwesenheit Gottes in der Welt (Immanenz, für die ihr besser auf den Namen verzichten, als den eines vor-gesetzen Designers oder gar eines sich in Naturbrechungen beweisendes Über-Mannes) zeigte sich für Epiktet in der vernünftigen kosmischen Ordnung, ist bei Wiki zu lesen. Wie besser kann man ausdrücken, was die christliche Offenbarung war. Lasst euch nicht länger von einer buchstäblichen Schriftgelehrtheit verarschen, die in ihrer Notdürftigkeit nach wie vor von einem jungen jüdischen Reformer schwärmt. Der dann als Christus gesehen oder als Logos eingefärbt und so von mir und anderen Neuplatonisten als mehr oder weniger Gott diskutiert worden sein soll.

5. Alles Vordenken lässt nur auf Vernunft schließen

Wer das hebräische Alphabet als „Gezeichnete Schöpfung“ beschreibt und deutlich machen, wie die zusammenhängenden Buchstaben in ganz natürlicher Schöpfung, wie in der dann den Verstand zum Ausdruck bringenden und bewegenden Schrift als „Wort“ (hebr. Vernunfthandlung) galten. Wer beispielsweise die Kabbala in unzähligen Werken als ein noch mythisches Welt-/Schöpfungsmodell des jüdischen Monotheismus beschreibt. Wer auch die jüdischen Propheten als Weiterdenken kosmologischer Theologiemodelle aus Ägypten und anderen antiken Hochkulturen beschreibt oder wie im sog. Exil die Zarathustra genannte persische Philosophielehre vom kreativen Weltgeist Pate stand. Der weiß, wie die nun in Vernunft erklärten Weltmodelle der spätantiken Naturwissenschaft den Boden für eine jüdische Re-form bereite, die den Namen auch verdiente.

Der Mensch sollte durch seine Vernunft mit der schöpferischen Vernunft, dem ewigen Wort verbunden sein bzw. seinen Trieb und der Vernunft unterordnen. Und wie dazu die altbewährten Kult(ur)werkzeuge in aufgeklärter Weise notwenig waren, war bereits Denkern wie Epiktet bewusst.

Selbstverständlich ist das, was uns Stoiker bzw. Neuplatonisten bewegte, auch im Neuen Testament nachzulesen. Selbst in solchen Kultlesetexten, die von den Trinitariern als Kanon nur herausgegeben wurde, weil andere christliche Parteien das (von uns als Kultwerkzeug rein allegorisch gelesene) Alte Testament nicht akzeptierten und neue Texte publizierten, wird von euren Schriftgelehrten das philosophische Gedankengut deutlich gemacht. Doch zu denken, einer dieser philosophisch-monotheistischen Theologen hätte die Wort eines Wandergurus aufgeschrieben oder diesem philosophisches Gedankengut in den Mund gelegt, das kann nur der Notdurft eurer historischen Hypothese in den Sinn kommen. Auch wenn wir uns auf Platon beriefen, war es nie die Meinung eines einzelnen Menschen, sondern die in kosmischer Kreativität begründete Vernunft, die uns bewegte. Ein junger Kyniker, als der der historische Jesus gelten soll, der wäre uns am Hintern vorbeigegangen.

Ob sich die Kirchenschriftsteller dann auf Epiktet beriefen ist Nebensache. Letztlich war er ja auch nur einer unter unzähligen Logos-Lehrern. Und da ihr inzwischen wisst, wie ein Großteil der sog. Kirchengeschichte (möglicherweise gar Augustin) aus der Feder mittelalterlicher Mönche stammt, wundert es sicher auch nicht, wenn die antike Philosophie (Theologie), die sich weiter die Götterbegriffe bediente, in der Kirchengeschichte nicht auftaucht. Und wenn Epiktet noch von Göttern, nicht vom Galiläer sprach, dann kann er eh noch nicht als „Christ“ gelten. Doch die Wurzeln eurer christlichen oder islamischen Kultur bedenken zu wollen, ohne den antiken Philosophen über die Schulter zu schauen(Schöpfungsverständnis, monotheistische Theologie, Ethik… in Vernunft), ist Wissensverweigerung im Höchstmaß.

6. Vorbilder, die zum christlichen Weltverständnis führten waren in Vernunft begründet

Als Anhänger des christlichen Logos waren zeitlebens Trajan und vor allem der Stoiker Marc Aurel meine großen Vorbilder. Bei eurer Vorstellung von anfänglichen Christen solltet ihr z.B. auch bedenken, wie ich noch als Christ  einen 30 m hohen Obelisken aus Ägypten herbeischaffen ließ. Oder wie ich während meiner Zeit im später christlich genannten Zeit ein Sonnenheiligtum nach Mithras errichtete. Auch das war weder ein früher Ausrutscher, noch ein politisches Kalkül. Vielmehr sollte euch die Vielfalt der austauschbaren Kultbilder vor Augen führen: Die Bilder selbst waren nicht der Gegenstand unseres theologischen Weltbildes, sondern die kreative Vernunft drücke sich in verschiedenen Kultbildern aus.

Wie Alexander Demandt in „Geschichte der Spätantike“ schreibt, war mir klar: Der Mensch ist von Natur ein Gemeinschaftswesen. Auch wenn ich Darwins Abstammungslehre noch nicht kannte, so ging ich davon aus, dass alle Menschen verwandt und gegenseitig verpflichtet sind. Schuld an der Not der Armen war daher nicht der Wille der Götter, sondern die Gier der Reichen. Aber das kommt euch sicher ebenso bekannt vor, wie meine Probleme mit der beginnenden Völkerwanderung und einer völlig multikulturellen Gesellschaft. Der ein gemeinsamer Geist, damit auch ein verunftgerechts volkverständliches Kulturbild gegeben werden musste. Auch wenn Bettler und Fremde aus dem gleichen kreativen „Einen“ entstanden sind, das wir im Kult auch als Christen noch Zeus nannten, damit den gleichen Vater hatten. Der Familiensinn war nicht automatisch gegeben. Ohne ein im Grunde gemeinsames Kultverständnis war keine gemeinsame Kultur denkbar. Aber auch das ist Thema eurer täglichen Nachrichten in der Flüchtlingskrise. Doch während ihr dies oder fehlende gemeinsame Verantwortung und Gemeinsinn auf moderne Weise heute nicht nur in Facebook gegenseitig bejammert und fromme politisch-ökologische Wunschpredigten haltet, haben wir uns über den aufgeklärten Weg im Weiterdenken alter Kultur Gedanken gemacht. Nur so war das Volk zur gemeinsamen Vernunft zu bringen.

Das höhere Recht des alten Glaubens, holte ich aus der geschichtlichen Erfahrung. Seit Anbeginn der Welt wurden Götter verehrt. Darum war es nach meiner späteren Gesinnung falsch, sie absetzen zu wollen. Gleichwohl war mir klar, dass die in den Planetenscheiben kreisenden Götterkräfte (ihr beschreibt die Kreativität des Ganzen inzwischen weit wissenschaftlicher) Naturverkörperungen waren. Auch wenn mir meine religiöse Begeisterung den Vorwurf des Aberglaubens einbrachte. Opfer waren laut eurer Beschreibung für mich keine Gaben zur Überredung, sondern gelebter Dank gegenüber der belebten Natur. Einen Unterschied zwischen Religion und Philosophie habe ich dabei nie gekannt.

7. Kult der Vernunft in Urbildern: Voraussetzung für eine menschliche Kult(ur) 

Allein das Wissen um unsere Theurgie, d.h. die Notwendigkeit von die menschliche Psyche bewegenden Kultpraktiken, um menschliche Wesen zur Vernunft zu bringen, sich im Sinne des Ganzen zu verhalten sollte euch zu Denken geben. (Gleichwohl wir davon sprachen, uns so mit der kreativen/schöpferischen Wirklichkeit in Verbindung zu bringen, so könntet ihr im aufgeklärten Sinne z.B. einfach "ökologische Lebensweise" sagen). Auch wenn einzelne Sophisten sich gegen überkommene Kultpraktiken oder Kultbilder aussprachen, ohne sich dabei dem christlichen Kult zu öffnen, so waren uns deren Vernunft klar. Wie beschrieben, war uns bewusst, wie nun in Vernunft beschriebene Urbilder und bewährte Kultpraktiken die Voraussetzung für das Funktionieren menschlicher Kultur waren.

Ohne den römischen Kult wäre unsere Kultur, das multikulturelles Reich und die damit verbundenen Errungenschaften nicht denkbar gewesen. Die Verfolgung der Christen durch meine Vorgänger wie Diokletian begründete sich daher in der christlichen Verweigerung gegenüber den ganz selbstverständlich als staatstragend gesehenen Kultpraktiken. Doch auch wenn ich die Götter im Kult wieder gelten ließ und dafür warb, weil ich den christlichen Kult als noch untauglich sah, das römische Volk zu einen. Mir wäre die Verfolgung meiner christlichen Mitdenker nie in den Sinn gekommen. Denn dort ging es nicht um einen jungen Mann, sondern nur eine neue, in meinen Augen noch unreife Ausdrucksform von Vernunft.

Wie ihr wisst, habe ich nicht nur an allen Grenzen unzählige Kriege geführt, um das römische Reich zu wahren, Friede und Gemeinwohl zu fördern. Für mich war es selbstverständlich, dass dies auch auf theologischem Gebiet bzw. in Sachen Kult die Voraussetzung für Zukunft ist. Nicht weil ich religiöser Fanatiker war, habe ich theologische Diskussionen geführt und mir über den tauglichen Kult Gedanken gemacht. Für mich, dem mehr wie euren Politiker entsprechende Gesetze möglich waren und der vieles hätte per Diktat verordnen können, war es selbstverständlich: Menschen sind keine Maschinen, die man per politischem Knopfdruck steuern kann. Der Kult war die Voraussetzung für gemeinsame Vernunft bzw. eine entsprechende Lebensweise.  Wenn es daher bei euch kaum mehr klappt, allein humanitäre und ökologische Predigten nicht taugen und so die Probleme eure multikulturellen, aber immer weiter zusammengewachsenen Welt nicht zu lösen sind, dann solltet ihr euch langsam mal Gedanken machen. Euch nur auf die Errungenschaften der griechischen wissenschaftlichen Vernunft zu berufen, das ist zu wenig. Der Kult war Teil unserer Wissenschaft, Umsetzung von Vernunft im Wandel der Zeit. Mit der größeren Kinderzahl bei kulturell zurückgebliebenen religiösen Sekten, die eure jungen Religionswissenschaftler als Nachweis für die evolutionäre Tauglichkeit des christlichen Kultes nachweisen wollen, hatten wir nichts am Hut. Dazu hätten wir eh keine Religion gebraucht. Auch die „Aufpasserfunktion“ eines angenommenen Gottesbildes, wie es von euren Philosophen bei theologischen Meisterkursen an kath. Hochschulen in München und Berlin diskutiert wird, war nicht unsere Sache. Selbst ohne die Theurgie, die Umsetzung in Kultpraxis, wie sie noch von den letzten führenden Philosophen Athens vertreten wurde, war für uns das an vormalige Kultvorstellungen anknüpfende geistige Konzept der Kreativität des Ganzen die Voraussetzung einer menschlichen Kultur.

8. Ein junger Mann kann unmöglich das theologische Thema antiker Denker gewesen sein 

Doch was euren daraus entstandenen christlichen Glauben betrifft, der hier das primäre Thema ist. Da sollte euch mehr als klar sein. Allen Denkern, die solche Überlegungen anstellten, die den Kult aus Vernunft praktizierten und über deren zeitgerechte Ausdrucksweise diskutierten, kann es unmöglich um den Glauben an einen Guru gegangen sein kann, zu dem sie ein Sektenverfolger nach seinem Geisteswandel im Schnellreiseschritt rund um das Mittelmeer überredete.  

Und nebenbei: Wenn euch die ganzen Städtenamen unserer geistigen Stationen und Streitparteien, wie Ephesus und Korinth bekannt vorkommen, dann scheint selbst die Apostelgeschichte keine freie Erfindung zu sein. Ich will hier keine Exegese betreiben, sondern überlasse es eurer Phantasie, ob z.B. die Multikulti-Stadt Tarsos zwischen Ost und West, die von alters her für religiöse Synthese steht und wo ich angeblich begraben wurde, etwas mit der Geburtsstätte des neuen monotheistischen Paradigmas zu tun hat.

Euch Galliern habe ich Steuererhöhungen verhindert, ist unter Wiki zu lesen. Unter den Germanen hätte ich mir mit meinen militärischen Taten einen guten Namen gemacht. Auch wie ich nach germanischer Tradition durch Schilderhebung zum Kaiser proklamiert wurde, der den Traum des Genius vom friedlichen römischen Staat hatte und das Gemeinwohl eines über das heutige Europa weit hinausgehenden Staates meine Maxime war. Betrachtet all meine Berater oder mein politisches Bestreben, bei dem ich einerseits mit unzähligen kriegerischen Heerscharen, andererseits mit Bildungspolitik und Kulteinheit eine friedliche Kultur erreichen wollte. Führt euch möglichst detailgenau mein ganzen Leben, auch meine Politik und kriegerisch sehr erfolgreiche Taktiken vor Augen. Dann muss euch doch klar werden, wie absurd die Banalitäten sind, die ihr mir und meinem christlichen Mitdenken unterstellt.

So wenig ihr eure aktuellen Probleme in einer zusammenwachsenden multikulturelleren Welt in Völkerwanderung allein mit philosophisch-politischen Predigten oder mit alten Göttern machen könnt, war das bei uns zu machen. Das ersehnte „goldene Zeitalter“, das der gallische Senator bei meiner Antrittsrede darstellte und die von mir gutgläubig angestrebte römische Civilitas (Bürgerrecht, Höflichkeit), war bereits mit meinem Vorbild und Friedenskaiser Augustus im alten Kult nicht mehr machbar gewesen.  Was nicht allein seine Nachfolger wie Nero zeigten. Auch wenn ich, ob aus altersbedingter Traditionstreue oder weil der christliche Kult noch völlig zerrissen und kaum auf einen Nenner zu bringen war, wieder in Zweifel kam. Die Zeit war reif, die Vernunft/den Logos selbst zum Mittler, zum Maßstab der Moral und zum Kult werden zu lassen.

So wie bei euch, war auch bei uns durch die Auflärung die Zeit von Opferkult und mysteriösen Spektakeln um. Aber selbst, wenn ich noch sehr an den alten Riten hing, mit meiner Religiosität den Eindruck erweckte, an Wunder zu glauben. Was mir der sonst mich sehr verehrende traditionstreue griechische Geschichtsschreiber Marcellinus Ammianus als Aberglaube vorwarf.  Ihr zeigt in der Schilderung meiner Person selbst, wie mir als wissenschaftlich gebildeter Philosoph die Funktion der Kultpraktiken ebenso bewusst war, wie die der Göttergestalten.  Wie ihr mir und meiner Zeit daher die an euren Hochschulen gängige Hypothese vom verherrlichten oder als Vernunft/Logos gesehen Heilspredigers unterstellt, ist für mich nicht zu fassen. Und wenn diese Hypothese selbst bei den Theologen bleibt, die nachweisen, dass keine anschließende Hellenisierung des Christus war oder die sich auf Philo und Johannes berufen, dann ist das noch unfassbarer.

Selbst wenn ihre schreibt, wie der stadtrömische Rhetor Marius Vitorinus, der als Philosoph den Göttern nicht mehr dienen wollte und wie mein Athener Lehrer Prohairesios, zum Christentum übergetreten waren,  ihre Ämter niederlegten,  als ich den Christen Homer verweigerte. Dann könnt ihr doch nicht weiter am alten Klischee vom jungen Heilsprediger hängen, den ich und meine Lehrer verherrlicht hätten.

Wer von euch die Entstehung des Neuen Testamentes aus dem Text eines das Alte Testament ablehnenden Gnostikers wie Markion betrachtet. Und wem schon die alten Holländer klar gemacht hatten, dass es nicht um eine griechischen Einfärbung des Christentums ging, sondern am Anfang der inzwischen von uns Griechen definierte Logos als das bei den Juden geltende Wort stand. Wie kann der dann den ganzen auch unter meinem Namen aufaddierten urchristlichen Bewegungen allesamt unterstellen zu wollen, sie wären von einem Wendpharisäer & Co. zum Glauben einen göttlichen Guru überredet worden? Allein die Betrachtung der Doketisten, Donatisten, Novitianern, Manichäern und den unzähligen sonstigen Bewegungen im Licht unserer Zeit müsste euch doch Klarheit verschaffen. Die Heilsprediger-Hypothese ist gerade auch im Hinblick auf die Nizäner ein unhaltbarer Kurz-schlusss.

9. Vernunft und Verstand statt religiöse Überredung

Auch dass ich alle in die Verbannung geschickten christlichen Denker zurückrief, lässt darauf schließen, dass mich möglicherweise der unselige Streit unter den christologischen Lehren, mit denen so kein Staat zu machen war, wieder zu den altgedienten Göttern greifen ließ. Und schließlich verfolgte ich auf dem Weg der Toleranz nicht nur die Erneuerung der alten Kulte, sondern die Einheit der Zersplitterten Kirche. So ließ ich zahlreiche Bischöfe aus dem Exil zurückkehren, ohne sie auf die inzwischen besetzten Stellen zu setzen. Ihr wisst, wie meine gesamte Existenz und Denkweise nicht aus Überredung oder Gewalt entstanden, sondern ich aufforderte, auch die Christen durch Logik bzw. Argumente zu überzeugen. Allein das sollte euch sagen, welche Bedeutung der Logos für uns hatte. Wie von ihm - und nicht von alten Lehren oder gar einem Heilsprediger - auch die in Stoa und dann christlich definierte Verhaltensethik ausging.

Und wenn eure Geschichtswissenschaftler wie Alexander Demand schreiben, dass es zwischen Religion und Philosophie nicht nur für mich, sondern für die Christen meiner Zeit keine Unterschiede gab, dort gleichfalls Kosmologie und Ethik, Mythen und Rituale, logische Argumente und mythische Versenkung zusammengehörten, dann müsste euch das allein zu denken geben.    

Bei keiner der Streitparteien, die sich gegenseitig der Häresie beschuldigten und teils bitter und blutig bekämpften, ist der junge Mann machbar, dem ein Glaubenskonstrukt angehängt wurde, wie er bei euch selbst den größten Kritikern kirchlichen Glaubens gilt. Wenn ich die Christen Galiläer nannte, dann sah ich sie als Abtrünnige des traditionellen Judentums, das von mir noch höher angesehen war, als Homer.  Modernisten, die sich nicht mit den jüdischen Personifikationen des prophetischen Monotheismus wie Moses & Co. begnügten. Der aufgrund seines Alters für mich als Traditionalist richtiger war. Die in ihrem Bezug auf Galiläa einer neuen "jüdisch-griechischen" Kultur, wie sie nach dem Wandel vom Mythos zum Logos nicht nur rund um den See Genezareth ergab, gerecht werden wollten.

Naturwissenschaft habe ich weder als Christ, noch in meinen letzten Jahren abgelehnt. Wie alle Neuplatoniker suchte ich durch ein allegorisches Verständnis dem Wust der sakralen Überlieferung Einhalt zu gebieten. Auch die christlichen Mythen sahen wir damals als Symbole der Naturerkenntnis und des menschlichen Lebens. Wie Demeter das Getreide, so verkörperte Aphrodite die Liebe.

10. Die Sprache des Himmels hat heute wissenschaftliche Namen

Wenn ich beschrieb, wie ich mich als Knabe in Macellum auf einsamen Spaziergängen dem Erlebnis des nächtlichen Sternenhimmels hingegeben habe. Wie ich „ohne jedes Buch“ zum Verehrer der Sonne wurde, was auch meine Berufung zur Herrschaft des Volkes mit Erkenntnis und Licht war. Ähnlich wie später Franz von Assisi die Sonne als Geschöpf des Unsagbaren neben den Menschen und als dessen Abbild stellte. Und wie ich aus philosophischer Erkenntnis des Sonnenballes eine Trinität postuliert hätte, die unter den mythischen Namen wie Helios oder Mithras bekannt und mit der Idee des Höchsten aus Platon identisch war. Oder wie ich eine religiöse Heliozentrik vertrat, die auch der Mittlerfunktion Jesus im arianischen Christentum entsprach. Weil Helios im Weltgefüge die Mitte zugewiesen war und die Götter allesamt Emanationen der höchsten schöpferischen/kreativen Instanz des Weltganzen waren, dessen Kinder wir sind. Wie könnt ihr da an eurer dämlichen Hypothese vom jungen Heilsprediger mit Namen Jesus festhalten oder uns unterstellen, wir hätten dem nur einen philosophischen Heiligenschein als Christus verliehen?

Da ich neben Cicero oder Marc Aurel zu den Spätantiken Persönlichkeiten gehöre, die ihr so gut kennt, solltet ihr daraus die Konsequenzen ziehen. Und wer mich unter den Staatsmännern der Spätantike als die ansprechendste Gestalt lobt, die gegen Absolutismus und Bürokratie eingetreten ist. Die gegen Germanen und Perser, gegen Kynismus und christliche Zersplitterung die älteste Überlieferung antiker Religion nach griechischer Lehre wieder einsetzte. Die eine philosophische, hinsichtlich der Physik, wie der Kultwirkung in Vernunft begründete Sonnenreligion wieder als großes Vorbild für Lebensführung und Liebe sah. Dann kann ich damit nicht einen weiter geduldeten Glauben an klein Jesus bzw. einen Rebellen aus Galiläa aufgegeben haben. Meinem christlichen Dasein, wie unserer gesamten unsäglichen Kulturdiskussion um das Wesen des Logos als wahrhaft menschliche und doch kreativ/schöpferisch einen jungen Mann oder Christus-Mythos unterstellen zu wollen, das ist Schwachsinn.

Wie ihr wisst, baute ich karikative Konkurrenzmodelle zum Christentum auf, um in gleicher Weise wie die Anhänger der christlichen Ausdrucksform von Vernunft/des Logos, zu einem liebevollen konstruktiven Miteinander zu gelangen. Aber selbst das war mit den alten Göttern, denen ich wieder zur Geltung verhelfen wollte, nicht mehr zu machen. Apoll, Zeus und Athene oder andere Göttergestalten, auch wenn sie älter waren, mussten im evolutionären Wandel in einer neuen Ausdrucksform aufgehen, der dann logischerweise ein Bart wachsen musste. Nicht nur, weil sie die Wahrheit der Götter jetzt verkörperte, sondern Ausdruck von höchster Philosophie war. Und bekanntlich steht dafür der Bart, den ich mir ursprünglich als sichtbares Zeichen meiner Abtrünnigkeit hab wachsen lassen.

Inzwischen sehe ich ein. Allein mit traditioneller Gesinnung und der Verweigerung von Wandel (eure Pfarrer sprechen von Buße) und Neuerung, war keine Zukunft zu machen. Aber was sagte ich da, das habt ihr längst in der Evolution nachgeblättert. Auch wenn der mir den von Christen vorgeworfene Orakelkult und dass ich aus den Eingeweiden von Menschenopfer die Zukunft las, ebenso unberechtigt ist, wie Marcellinus übertriebene Aberglauben-Kritik.  Ich war ein Anhänger der traditionellen Vernunft, der diese bereits bei den alten Hebräern am Werk sah. Der Abraham lobte und den Tempel in Jerusalem wieder aufbauen wollte. Doch die Zeit der inzwischen taub gewordenen jüdischen Gesetzlichkeit und Ritusversessenheit war ebenso um, wie die der griechischen Mytengötter.

Umso absurder ist es, bei all eurem Wissen, unserem Christ sein, weiter einen wundertätigen Wanderprediger unterstellen zu wollen, der dann gar als Vernunft in Person ausgegeben wurde. Auch den Christen Bildungsfeindlichkeit zu unterstellen, ist Bildungsverweigerung. Denn eure Bildung sagt euch nicht nur, welche Bedeutungsinhalte dem christlichen Kult zugrunde liegen, sondern wie z.B. meine „christlichen“ Vorgänger den Grundstock für die von mir ausgebaute Bibliothek in Konstantinopel legten.

Ihr könnt euch eure Kulturgeschichte so wenig aussuchen, wie die Abstammung von Affen vor weltgeschichtlich wenigen Jahren.  Doch wenn ich mit meinem traditionellen Götterkult gesiegt hätte, wäre euch manches erspart geblieben. Die unzähligen Bäume, die für die massenweisen Bücher sterben mussten, die einen göttlichen Guru beschreiben oder inzwischen angeblich aufgeklärt die bei uns diskutierte Christologie kritisieren, könnten alle noch leben. Doch ohne diese Bücher und auch das Wissen über das Denken unserer Zeit, würde sich die kulturelle Welt kaum weiterdrehen. 

Meine Satire Misopogon (Barthasser) könnt ihr zu neuem Leben erwecken. Hängt euren Hass auf die philosophische Bildung und die Götterbilder ans Kreuz des bärtigen Zimmermannes. Begreift, dass der als Galiläer Jesus Geschichte gewordene Grund des westlichen Gauben lebt ,in eurer Bildung nur andere Begriffe hat.

Die Welt dreht sich, wie ihr inzwischen besser wisst, immer weiter. Der Sieg des Christentums, das keinen Guru aus Galiläa zum Grund hatte, ist daher nicht allein meinem überstürzten Persienfeldzug zu verdanken. Doch wenn eure Geschichtsforscher rätseln, warum ich 363, nur zwei Jahr nach meiner  offiziellen Rückwendung zu den Göttern, so unvorbereitet mit meinem Heer ins Messer der Orientalen gelaufen bin, dann sollten sie auch hier nach meiner Gesinnung fragen.  Auch wenn dort nun wieder ein weit schlimmer Aberglaube an die Götter und Lehren der Tradition herrscht, wie im Westen. Zu meiner Zeit hatte sich in orientalischer Bildung und Aufklärung ein modernistischer Kult entwickelt bzw. von den westlichen Vernunft-Lehren abgespalten, der dann in den Koran mündete, sich später auf einen Mohammed als letzten Propheten berief.

Doch dass sich mit Kriegsgewalt weder der kulturelle Wandel aufhalten lässt, noch eine Aufklärung, wisst ihr inzwischen besser. Die Aufklärung ist es, die dann zu einem universalen Verständnis führt, Friede zwischen den Kulturen bringt. Auch wenn ich als romantischer Anachronist oder Abtrünniger (Julian Apostata) gelte.  Das Wissen um meine Person macht klar, dass es weder bei den Kirchenvätern bzw. im Kanon, noch im Koran um die Banalitäten ging, die nach euren heutigen Hypothesen gelten.

11. Neuplatonismus (Grundlage unserer Theologie)

Ich will hier nichts gegen die Definitionen sagen, die in den Geschichtsbüchern oder unter Wiki zu finden sind. Und dass hier eine das Denken unserer Zeit dominierende Weltauffassung war, ist dort zu lesen. Doch auch wenn wir uns auf Platon beriefen, so war es im Grunde nicht ein einzelner Lehrer, sondern die Vernunftlehre, worauf wir bauten. Nicht was ein egal woher stammender Lehrer sagte, war von Bedeutung, sondern was der Lehre Platons bzw. der Vernunft entsprach, die bereits in Sokrates ausdiskutiert wurde. Und diese Vernunft war auch das Thema unserer Theologie. Das war, wie ihr wisst, für uns beileibe kein Werkzeug zum reinen Wissenserwerb.

Und Vorsicht: Die Abgrenzung in „Neuplatonismus“ ist selbstverständlich eine neuzeitliche Erfindung. Für uns war dies die Fortsetzung der Logoslehren, nach denen bereits Herakles oder Tales von Milet begannen alles Werden und die Welt in Vernunft zu erklären und wonach dann die Stoiker ihre Verhaltenslehren/-Weisheiten entwickelten. Selbst wenn dieser Begriff in der Definition von Neuplatonismus kaum vorkommt. Es ging uns um den Logos, den auch Marc Aurel und andere mir wichtige Vordenker lebendig werden lassen wollte.

Und auch ohne meine Begründungen ist euch doch klar, dass sich die Väter der Kirche allesamt auf genau diesen Logos beriefen, die menschlich ausdiskutierte Vernunft allen Werdens sowie ihre menschliche Umsetzung (kein junger Mann) nicht nur unser theologisches, sondern auch das christologische Thema war. Die Kirchenväter waren in der gleichen Logik ausgebildet, wie die anderen Denker, die als Neuplatonisten aufaddiert werden. Wenn hier auch kritische Töne laut wurden, dann galten die einerseits der Verweigerung des Kultes durch sophistische Philosophen. Was ja auch das Lager der Denker spaltete, die der griechischen Tradition treu bleiben wollten.  Aber logisch war die Kritik insbesondere gegenüber deren Traditionshörigkeit. So wollten die meisten Philosophen/Alt-Theologen trotz Aufklärung weiter den gestrigen Göttern huldigen. Da man die Kirchenväter oder christliche Kaiser wie mich fälschlicherweise weitgehend aus dem mit Neuplatonismus umschriebenen Weltbild ausblendet und damit nur die philosophische Götterlehre bedenkt, der ich wieder zur Geltung verhelfen wollte, wird irreführend ein Gegensatz zwischen Philosophie und Theologie, zwischen Denken und christlicher Religion aufgebaut.

Den Neuplatonismus als heidnische, rein wissenschaftliche Lehre anzusehen, greift viel, viel zu kurz. Selbst Plotin, der als ein bedeutender Lehrer unseres Weltbildes gilt und vielen Kultpraktiken mehr als skeptisch gegenüber stand, muss – wie ja auch anfänglich Platon - als Theologe gesehen werden. Nicht allein weil er von einer Weltseele ausging oder einem höchsten Einen. Lasst euch von unseren wissenschaftlich-metaphysischen Weltbeschreibungen nicht täuschen. Auch wenn wir die Sinneswelt als ein Abbild der geistigen Welt bezeichneten, von Urbildern und Ideen sprachen. Das war pure Theologie. Auch oder gerade weil es nicht die von euch praktizierte Schriftlehre war. Es ging um ein schöpferisches-kreative Vernunftgefüge, das für die Menschen maßgebend sein sollte. In der Kausalitätshierarchie war das „Eine“ das Höchste und Grund aller Existenz, die bei euch meist Gott heißt, bei den Hebräern als Unsagbar galt. Dass einige Denker ähnlich wie die Christen die alten Kultpraktiken ablehnte, aber dachten allein durch Bildung und Lehren die Menschen zur kreativen Vernunft zu bringen, schließt die theologische Grundlage z.B. bei Plotin keineswegs aus, sondern bestätigt sie vielmehr.

Aber dass es auch den Kult hoch schätzende Neuplatonisten, wie den aus Syrien (nebenbei: hier wird auch die Herkunft vieler Texte des Neuen Testamentes vermutet) stammenden Iamblichos gab, ist bekannt. Und dessen Schüler, die dann wie er die  Notwendigkeit der Kultpraktiken in Vernunft erklärten und praktizierten, dabei an den Traditionen festhielten, ist bekannt. Ebenso, dass sich die von Philo von Alexandrien bekannte Christologie, aus deren Diskussion um das Wesen des Logos die dann trinitarische Kirche hervorging, eine jüdisch-neuplatonistische Richtung war. Eigentlich wäre damit ja schon alles gesagt. (Theologen, die in der „Zeitschrift für Neues Testament“ die von Alexandrien ausgehende Christologie als Ursprung der Kirche beschreiben, dann eine Seite weiter über die Herkunft eines Heilspredigers nachdenken, denen haben die biblischen Bilder den Verstand geraubt.)

12. Theurgie (das Kultwerkzeug der Theologie)

Lasst euch nicht irreführen, weil im Stil alter Literatur davon zu lesen ist, wie die Kultpraktiken und Riten mit dem „göttlichen Wesen in Verbindung bringen“ sollten. Da hat keiner die Stimme dessen, was wir philosophisch als höchste eine Wesenheit sahen, im Ohr gehört. Es ging um das Zusammenwirken von Menschen und einer schöpferischen/kreativen Wirklichkeit: Es ging darum, sich geistig fit zu machen, die eigene und kollektive Psyche für ein Leben in höchster, Zukunft schaffender kreativer Vernunft zu polen. Die Denker führten dabei eine Diskussion, wie sie auch heute bei euch höchst lebendig ist. So wie eure Intelektuellen ständig in Facebook über alle möglichen Weltprobleme jammern, predigen sich selbst zu ändern und über die gestrigen Riten nur lächeln, weil Unvernunft nicht dazu taugt, Menschen zur Vernunft zu bringen, könnte ihr euch ähnlich das bei uns vorstellen. Opferkult, Orakel und die Mysterien waren nach dem Wandel  vom Mythos zum Logos nicht nur in den Augen der Christen dazu untauglich geworden, bessere Menschen zu machen.

Nicht nur, weil die Neuplatonisten genannten Vernunft-Denker die Theurgie entwickelten, kann man nicht von einem Gegensatz von Denken und Theurgie sprechen. Auch wenn Platon und Homer, Philosophie und Kultwerkzeuge zwei Stiefel waren, so war nur ein Körper, der so zum Fortschritt gebracht werden sollte. Was ihr als Theurgie bezeichnet, war für uns die kultische Umsetzung von Vernunft. Es ging dabei um eine die kollektive menschliche Psyche (Seele) ansprechende Verwirklichung der Vernunfttheologie. In diesem Sinne sah ich auch die jüdischen Erzväter Abraham, Isaak, Jakob oder Salomo als Teurgen bzw. der jüdischen Kultur gerechte Ausdrucksweisen. Denn so wenig ich Homer wörtlich nahm, kann mir einfach unterstellt werden, wie ihr das Alte Testament meist wörtlich zu nehmen. Um dann beim archäologischen Verlust von Salomo dumm auszusehen.

Auch wenn wir noch keine Bücher über die Bedeutung der Psyche, der Emotionen, der Kindheitserinnerungen für den weiteren Lebensweg und ähnliche Seelenmechanik schrieben, so war mir bewusst, dass allein mit philosophischen Verhaltenslehren und politischen Gesetzen nichts zu machen war.  Aber euch, die ihr täglich nicht wirklich das tut, was vernünftig für euren Köper oder die Gesamtheit der Kultur wäre, sondern euer gesamtes Leben durch Vorstellungen lenken lasst, die zum Großteil von Marketingtechnik zur gegenseitigen Manipulation vorgegeben wird, müsste das längst klar sein. Doch wenn inzwischen auch eure gesamte Kultur, unser ursprüngliches Kultwerkzeug, zur „Unterhaltungs“industrie meist verdummender Manipulation geworden ist, kann von weder von euren bekannten Idolen und Sternchen nicht das ausgehen, was wir als Theurgie bezeichneten. Und was für uns das notwendige Werkzeug zur Weltvernunft war.

Wie die gemeinsame Kult(ur) Menschen weit mehr bewegt, als alle kluge Rede, wird euch nicht nur täglich in den Nachrichten vor Augen geführt. Es ist beim Blättern in den Geschichtsbüchern über die Weltkulturen nachzulesen und wird inzwischen gar von atheistischen Evolutionsbiologen (Thomas Junker „Die Evolution der Phantasie“ oder „Der Darwin Code“) beschrieben. Und so wie  dieser Denker dann den zur Unvernunft gewordenen Kultpraktiken verständlicherweise nichts abgewinnen kann, vorschlägt ein gutes Buch zu lesen oder ins Museum zu gehen, statt wie ich es wollte, die kult(ur)bedeutenden alten Bilder zu betrachten, war auch in unserem Kulturwandel eine Diskussion.

Wir betrieben weder die erst seit Freud geltende Psychologie, noch Hirnforschung. Auch führten wir keine Debatten über die Willensfreiheit bzw. wie determiniert, d.h. vorbestimmt doch alles ist. Wonach bei euch Wissenschaftler gar zweifeln, ob es Recht ist, einen Mörder zu verurteilen, weil auch diese Tat eine Vorgeschichte hat, die nur ihren determinierten Verlauf nimmt. Doch wenn bei euch ein vielzitierter Wissenschaftler wie Wolf Singer von Verschaltungen spricht, die alles festlegen und dem Menschen keine Freiheit geben. Dann war uns das in ähnlicher Weise bewusst. Und währen kirchenkritische Aufklärer noch zynisch fragen, was die Seele wiegen würde, wird von den Psychologen und Hirnforschern der Begriff wieder genau für das gebraucht, was wir mit unserer Seelen-Therapie (auch Theurgie) ins Reine bringen wollte. Wir hatten keine Psychoanalytiker und betrieben keine Psychosomatik in eurem Sinne. Doch wenn eure modernen Gehirnwissenschaftler wie der umstrittene Singer schreiben, wie die Gehirne Vorwissen nutzen, um so auf notwendige Weise Sinnessignale zu interpretieren und in einen größeren Zusammenhang einzuordnen. Wie alle als objektiv empfundenen Wahrnehmungen und dann auch die Handlungen das Ergebnis solcher konstruktiven Vorgänge sind. Oder wie wir nur erkennen können, was wir beobachten, denkend ordnen und uns vorstellen können. Was für unser kognitives System unfassbar ist, dann für uns nicht existiert, vom Gehirn ausgegrenzt wird. Dann ist all dies der geistige Hintergrund dessen, warum wir nicht nur Philosophie/Theologie betrieben, sondern auch Theurgie bzw. Kult zur menschlichen Kultur gehören musste.

Wenn im Ausleseprozess evolutionärer Entwicklung durch ständige Veränderung und Anpassung aus Affen Menschen geworden sind, die einen bewussten Kult betreiben und dabei Kultwerkzeuge nutzen, wozu auch die Sprache und die vernünftige Ausformulierung der Laute in Worte gehörte, dann haben die für diese Vernunft-Entwicklung zum Homo Sapiens den Ausschlag gegeben. Bitte habt Verständnis, dass dies in der Kultsprache ganz anders umschrieben wird und klingt.

Allein evolutionswissenschaftlich zu erklären, dass die Genweitergabe der biologische Sinn und Zweck ist, es im kulturellen Weiterdenken in unserer Kultur daher um die Mehrung des Gutes der Gemeinschaft gehen müsste, das ist zu wenig. Das führt so wenig zur Handlung, wie viele humanistische und politische Predigten oder ökologische Einsichten. Menschen sind von Natur aus Kultur(ur)wesen.

Richtig ist sicher, dass dabei nicht nur sinnvolles, sondern auch viel Unsinn betrieben und bewirkt werden kann. Genau das war das Thema, warum nicht nur die Christen die alten Kultpraktiken und Mythen ablehnten. Die Christen setzen nicht auf mysterische Kultpraktiken, sondern monotheistische Lehren. Und wie die heute das Leben bestimmen, wird euch doch täglich vor Augen geführt. Menschliche Vorstellungen und Weltbilder entscheiden nicht nur darüber, ob jungen Menschen im Nahen Osten (wo sich auch zu meiner Zeit die Religionsparteien die Köpfe einschlugen) sich gegenseitig ermorden. Auch euer Alltag wird völlig von den Weltbildern, den damit verbunden Wünschen und Vorstellungen bestimmt. In der monotheistischen Lehre, die jetzt im Logos/in Vernunft neu begründet wurde (wo das von Josua, lat. Jesus gebrachte hebräische Wort auferstanden: die Grundlage des Monotheismus im Logos erklärt, wie die alten Kulttexte allegorisch in Vernunft ausgelegt waren) sahen später Christen genannte Denker den Weg zur Vernunft.

 Während einzelne griechische Denker meinten, die rein philosophische Rhetorik/Predigt reiche aus, damit sich der Menschen im kreativen/schöpferischen Sinne verhält, setzten die Mehrzahl auf die alten Götter, die Mythengeschichten, Mysterien und sonstige Kultpraktiken. Wenn sich beim Einatmen von Sonnenlicht als sinnlichtes Zeichen/Gabe des höchsten Einen, die Theurgen mit der Schöpfung Eins sahen. Dann müsste das nicht nur euren Sonnenanbetern, sondern auch naturbegeisterten Menschen bekannt vorkommen. Wobei unsere kultische Betätigung, die die philosophische Lebensweise verwirklichen sollte, bekanntlich über die Sonnenanbetung bzw. -Einatmung hinausging, bei Hellenisten bis an Zauberei und Magie angrenzte. Und genau das war der Kritikpunkt der Christen. Die sich keineswegs wie Plotin den Kultpraktiken verweigern wollten. Hierbei nur neue Wege gingen. Weil sie die griechischen Kultpraktiken, die Opfer und Orakel wie bereits die Propheten als Vergötzung menschliche Wesen sahen. Wie unmöglich es ist, dass dann daher der christliche Kult auf einen Wanderguru und seine Lehren setzte oder so vorgegeben war, könnt ihr an den Fingern abzählen. Gleichwohl ihr dazu viele Hände braucht.

13. Denker von Vernunft in Kultur

Iamblichos von Chalkis

Dieser Denker vertrat, wie die meisten der spätantiken Neuplatoniker, die Theurgie als letzte Stufe der Weisheit, mächtiger als alle Wissenschaft (wie noch der letzte Scholarch der Athener Schule, Damaskios sagte). Iamblichos, dessen Schüler meine Lehrer waren, lehnte jedoch Magie oder Zauberei ab, da sie das schöpferische Verfehlen, Trugbilder erzeugen würde.

Der in Syrien, wo auch die meisten Texte des Neuen Testamentes entstanden, geborene Wissenschafter, war keineswegs nur ein Kultspezialist. Dass er eine aus zehn Büchern bestehende Gesamtdarstellung der pythagoreischen Lehre schrieb, ist ebenso bei euch zu lesen, wie seine Bücher über den Aufruf zur Philosophie oder die Wissenschaft der Mathematik. Denker wie ihn als gestrige Kult-Mysteriker abzutun, greift mit Sicherheit zu kurz. Vielmehr könnt ihr nachvollziehen, wie sich dieser antike Denker auch mit der Bedeutung der Kultvorstellungen im alten Ägypten wissenschaftlich beschäftigte.

Doch um euch in aufgeklärter Weise die Augen für die notwendigen Kult(ur)werk-zeuge eurer Väter zu öffnen, die nicht nur von Atheisten auf den Abfallhaufen geworfenen werden,  müsst ihr euch erst mal Klarheit verschaffen über den Grund eurer christlichen Kultur. Denn bei dem, was im Gegensatz zu uns, an Unvernunft in euren Kirchen abläuft, wundert weder der Abfall der Kultur in reine Unterhaltungs-Industrie, noch die Untauglichkeit, die Menschen in den Kirchen zur Vernunft zu bringen.

Wenn ich auf jemand wie Iamblichos hinweise, dessen wissenschaftliche Kult(ur)deutung es mir ermöglichte, mich auf der Suche nach einem staatstragenden Kult vom unheilvoll zerstrittenen Christentum wieder den alten Göttern zuzuwenden, dann solltet ihr euch vor Augen führen, wo die Wurzeln des christlichen Kultes gewachsen sind. Denn nur so ist mit dem Kult das zu machen, was die Evolutionswissenschaftler nicht nur als Voraussetzung für die Vergangenheit sehen, sondern die Zukunft. Und wenn ihr nachlest, wie auch hier sog. Christen und Platoniker völlig Hand in Hand gingen, dann wisst ihr, dass die Story vom jungen Galiläer ein jüdisches Märchen ist: eine Kult(ur)geschichte, die den Wandel schildert, der in unserer Zeit seinen Verlauf nahm.

Maximos von Ephesos

Wie ich den Philosophen und Seelenklemptner Maximos als bedeutendsten Mann einschätze, der mir begegnete, habe ich bereits geschrieben. Auch wie dieser Kult-Meister sich in seiner neuplatonistischen Richtung den mysterischen Praktiken offen zeigte, Orakeldeutung praktizierte, gar der Magie beschuldigt wurde und in der Gestalt des „Magier Magnus“ auftauchte, muss gesagt werden. Gleichwohl ich diesen Denker für nicht nur wegen seiner philosophischen Bildung schätze, sondern mehr noch seinen Methoden in Sachen Kult.  Ephesos, das ihr auch aus der buchstäblichen Bibelstunde für eine Stadt haltet, in der ein Wendepharisäer die Menschen zum Glauben an einen jungen Mann als Gott überredet hätte, an die er anschließend theologische Briefchen schrieb, war die Heimat meines wichtigsten Lehrers Maximos. Und in Korinth wurde er philosophisch ausgebildet, hat meinen Vater kennengelernt. (Einschub: All diese Betrachtung des dort damals herrschenden Denkens, das nicht einfach Götterglaube, sondern theologische Philosophie in Götterform und Kultpraxis war, müsste euch doch deutlich machen, wie unhaltbar die Vorstellung ist, dass es bei den Paulusbriefen um Schreiben an Gemeinden ging, die zum Glaube an einen jungen Gott überredet wurden. Und die nun von dessen Bedeutung oder gar schöpferischer Funktion überzeugt werden sollten.)

Wie viele Philosophen war der Gelehrte aus Ephesus ein Anhänger der herkömmlichen Religion und daher Gegner des Christentums. Sein Hauptanliegen war die Abkehr von untauglichen/-vernünftigen Kultpraktiken. Eine Auseinandersetzung, bei der sicher Korinth keine unbedeutende Rolle spielte. So ist zu lesen, dass auch Christen, die als spätere Bischöfe bekannt sind, die Schulen von Kultwissenschaftlern wie Maximos besuchten. Und wie bereits gesagt, hat er mir durch seine philosophische Deutung der altbekannten Kultpraktiken die Abkehr von einem Christentum ermöglicht. Weil mit dessen Zerrissenheit m.E. kein Staat zu machen war. Dass die bei ihm in Sachen  Kultbilder- und -praktiken ausgebildeten christlichen Lehrer, die die alten Mysterien und menschlichen Götterbilder ablehnten, jedoch ihr Herz nicht an einen Heilsprediger gehängt haben können, muss ich euch sicher nicht ständig sagen. Allein wenn ihr lest, wie ich Maximos und meinen Studienkollegen Priskos, der mich noch als Christ und Philosoph am Hunnenhof und in Ägypten bei der theologischen bzw. christologischen Argumentation unterstützte, gemeinsam zu mir holte, sollte euch klar sein: Die bisherigen banalen Vorstellungen über die christlichen Anfänge, sind Abfall.

Prsiskos, Saturinius Salutius, Marius Victorinu 

Die in guten Geschichtsbüchern zu findende Liste meiner Berater, Studienkollegen, Lehrer und Freunde ließe sich fortsetzen. Am besten ihr blättert selbst nach, um euch ein Bild unserer Zeit und der Absurdität der uns unterstellten Idee vom göttlichen jungen Mann als Logos zu machen.

Wir waren eine internationale Gesellschaft, bei der verschieden Denkweisen in neuer Weise zusammenflossen. Salutius, der zu meinem Nachfolger im Amt werden sollte und aus Altergründen ablehnte, stammte z.B. aus Gallien. Doch wenn ihr schreibt, wie das alles hochgebildete Männer waren, die mit mir in meiner Zeit als christlicher Weltherrscher, damit Oberpriester und theologischer Debattenführer, beistanden, dann macht ihr damit bereits klar: Die christlichen Anfänge waren ganz anderes, als bisher angenommen. Keine unserer Debatten, die zur theologischen Einheit eines universal geltenden, damit staatstragenden Kultes werden sollte, hatten etwas mit einem herrlichen jungen Mann zu tun, an den sich dann gar die Naturverehrer aus Germanien klammerten.

Wie stellt ihr euch einen christlichen Gelehrten, wie meinen Freund Marius Victorinus, der als ausgebildeter griechischer Rhetor dem Christentum anfänglich skeptisch gegenüberstand, eigentlich vor?  Ist dem „fähigsten Rhetor“ seiner Zeit, der von Afrika nach Rom übersiedelte, Senatoren unterrichtet und dem eine Statute im Trajanforum errichtet wurde, irgendwo ein Schnellsegler über den Weg gelaufen, der sich nach einer Halluzination Paulus nannt. Und hat ihm von einem nach seiner Hinrichtung wegen Volksverhetzung wieder vom Tod auferstanden jungen Mann als Messias erzählt oder ein fiktives Glaubenskonstrukt ins Gehirn geblasen? Wenn Marius im Studium des Logos-Evangelisten Johannes den Eindruck gewann, dass der christliche Kult nicht nur vereinbar mit der von ihm bisher vertretenen Vernunft-Philosophie war, sondern er sich taufen ließ, dann hat er als späterer Christengelehrte mit Sicherheit nicht klein Jesus unterrichtet, wie ihn eure Gelehrten im Kurz-schluss verkünden.

So wenig wie ihm ging es auch den aus dem gleichen Denklager kommenden sog. Kichenvätern nicht um einen jungen Mann als kreatives Wesen und gleichzeitig Mensch bzw. Konstrukt menschlicher Kultur. Auch wenn sich die spätere Kirche dann aufgrund meiner letzten Jahre polemisch-negativ über mich äußerte. Die Kirchenväter sind nicht nur als Studienkollegen zu sehen, sondern in die Liste meiner geistigen Begleiter aufzunehmen, die Hand in Hand mit den hellenistischen Theologen und Kultpraktikern arbeiteten.  

Allein die Betrachtung eines Mannes wie Marius Victorinus, der statt arianisch zu denken, das Nizänum verteidigte, gleichzeitig noch Homer oder  Heodot in seiner christlichen Ausbildung zu bedenken gab, müsste doch auch euch zu denken geben. Wie könnt ihr um einen solchen urchristlichen Gelehrten wissen, der dann sein Amt niederlegte, als ich den christlichen Wissenschaftlern gebot, sich nur mit ihrer Alttestamentlichen Tradition zu beschäftigen, nicht weiter Homer auszulegen, dann einen jungen Heilsprediger oder ein Hirngespinst unterstellen wollen?

Prohairesis (Wahl, Entscheidung), was nicht nur mit Aristoteles Ethik zu tun hat, galt für uns. Entscheidung galt es auch in Sachen Kult zu treffen, nicht nur im täglichen Handeln. Es war unser Streben nach wahrer Vernunft und darin Antwort auf das erscheinende Gute, das uns antrieb.

Gregor von Nazianz, Basilius der Große

Erspart mir, hier jetzt alles über die Väter der Kirche aufzuaddieren. Die mit mir studierten und der neuen jüdisch-griechische Kultform des Logos/der Vernunftlehre,  in der wir gemeinsam ausgebildet waren und über ihr Wesen viele Jahre diskutierten, treu blieben. Währen ich in den letzten Jahren meines Lebens wieder rückfällig wurde, mich möglicherweise aus Traditionstreue oder weil der Logos-Christuskult weiter heillos zerstritten und so in meinen Augen nicht als Staatskult zu gebrauchen war, wieder den altgedienten Göttern zuwendete.  Auch wenn ich als Abtrünniger in die Geschichte einging und die heute als Kirchenväter geltenden Gelehrten in ihrer Nachbetrachtung daher mit mir nicht freundlich umgingen. Bis zwei Jahre vor meinem Tod war ich nicht wie sie Anhänger der Vernunft, was ich ja weiter bliebt, sondern auch auf ihrer Kultlinie. Wie an Beispielen deutlich gemacht, waren wir auch später keine Gegner, sondern nur in Sachen Kult unterschiedlicher Ansicht. Auch wenn in meiner Biografie von diesen Wissenschaftlern nur erwähnt wird, dass sie mit mir studierten. Bereits unter Wiki wir geschildert, wie die Denker, die mit mir Platon und Homer studierten,  später zu den großen Kirchenvätern gezählt wurden und zu den wenigen gehören, die den Titel Theologe erhielten, weil sie die Lehre der Trinität entscheidend prägten, den kaiserlichen Konzilen vorstanden oder am Hof mit der kaiserlich Familie über die christliche Lehre diskutierten. Umso mehr, als meine Familie zwar arianisch geprägt, jedoch in den verschiedenen christologischen Auffassungen theologisch sehr zerstritten war.

Und nebenbei: Wenn wir gemeinsam in der Vernunftlehre bzw. im Platonismus ausgebildet wurden und gemeinsam Christen waren, in welchem Kindergottesdienst bzw. welcher Sonntagsschule soll uns das Christentum beigebracht worden sein, das dann theologisch diskutiert wurde?  Auch wenn der Vater von Gregor von Nazianz (mit gleichem Namen), konvertierter Jude war, der angeblich durch seine Frau christlich wurde. (Was für sich genommen schon ein Grund zu Nach-/Neudenken wäre.) Ihr könnt nicht ernsthaft davon ausgehen, wir wie ihr einfach von Geburt aus „Christen“ waren, ohne weiter darüber nachzudenken. Meine Rückfälligkeit ist bestes Beispiel. Und letztlich haben wir uns ja inhaltlich mit der neuen Lehre tiefgreifend beschäftigt, nicht nur blind geglaubt. Und dass da kein Prediger vorbeikam, der die späteren Kirchenväter oder mich im Stile eurer Afrikamissionare oder amerikanischer Evangelisten vom Neuplatonismus bzw. einer Logoslehre zu einem jungen Juden als Christus überredete, dürfte inzwischen auch klar sein. Wo sollte die Grundlage gelegt worden sein, sich auf unsere Weise theologisch mit Christus auseinanderzusetzen? Auch wenn das dann zu meiner Abtrünnigkeit führte.  Ja, jedes kritische Denken läuft darauf hinaus, dass es anfänglich nicht um die Lehre von klein Jesus, seiner Rebellion, Hinrichtung und Wiedererweckung als Christus ging, sondern der Logos in menschlicher Denkweise das Thema war.

Wenn ihr das Lagerdenken aufgebt, z.B. akzeptiert, dass ich als platonisch-arianischer Philosoph den weit größten Teil meines Lebens nicht nur Christ war, sondern mich auch theologisch damit auseinandersetzte oder sog. christlichen Denker und die weiter göttertreuen Philosophen weitgehend gleiche Wege gingen, bekommt ihr einen besseren Blick. Auf jeden Fall ist die Hypothese von einem als Logos diskutierten oder apologetisch ausgegebenen Heilsprediger völlig unhaltbar. 

Allein was unter Wiki über Gregor zu lesen ist, sollte kritischen Denkern Aufklärung verschaffen:

Gregor studierte in Caesarea in Kappadokien, in Caesarea in Palästina, Alexandria und Athen und war damit ein weitgereister und hochgebildeter Mann seiner Zeit. In der gemeinsamen Studienzeit in Athen kam es zu einer engen Freundschaft mit Basilius dem Großen. In seiner Grabrede für Basilius gibt er eine lebhafte Schilderung des damaligen Studentenlebens.

Selbst wenn zu lesen ist, dass er zusammen mit dem Logos-Evangelisten bzw. Verfasser des Johannesevangeliums zu insgesamt drei Wissenschaftlern gehörte, denen der Titel „Theologe“ verliehen wurde, scheint den Verleihern noch klar gewesen zu sein, was Thema des christlichen Lehre war.

Auch wenn er verlangte, dass die Bibelstellen im Kontext der gesamten Bibel bzw. deren Grundlage ausgelegt werden müssen, so verweist er auf das, was auch sein philosophisches Thema war. Auf jeden Fall wäre uns viel erspart geblieben, wenn wir die Bibel statt bis heute weitgehend wörtlich zu lesen, das grundlegende Wort/Logos (hebr.  Auch Vernunfthandlung) bedenken würden.

Und auch mein Studienfreund und späterer Gesprächspartner Basilus der Große, der aufgrund seiner trinitarischen Deutung der Logoslehre später ebenso zu den großen Kirchenvätern zählte ist ein für sich genommen schon ein Beleg. Allein die wohlhabende Familie in wissenschaftlichen, hochgebildeten Kreisen, die seit Generationen die Götterlehre ablehnte und daher zum Christentum zählte, sollte zu denken geben. Auch dieser Wissenschaftler, der Astronomie, Grammatik, Philosophie, Rhetorik, Geometrie und Medizin studierte, ist nicht durch den Blitz zur tiefgreifenden theologischen Auseinandersetzung mit der Logos-Christologie bewegt worden, statt sich als Anwalt zu betätigen.

Lest aber nicht nur die Lebensgeschichte, sondern auch die Lehren dieser wissenschaftlichen Denker. Lasst euch dabei nicht von den Götterbildern, zu denen ich zurück wollte bzw. dem Jesus „mit Bart“ geistig gefangen halten. Eine Oberflächliche Auswertung dessen, was von heutiger Hypothese ausgehend übersetzt wurde, bringt sicher nicht weiter. Zumal meist dort wo Christus steht oder vom Logos gesprochen wurde, einfach Jesus ersetzt wird: Der Gestalt, die nicht allein der Götter wegen notwendig war und der dann gar ein Bart wachsen musste. Selbst wenn bereits die alten Denker und nicht erst die Reformatoren durchgängig von Jesus gesprochen hätten. Der Galiläer, dem dann auch noch der Bart wuchs, der war ein Abbild jüdischer Weisheit. (Jesus Sirach ist ein Begriff.) Der war der verjüngte Josua bzw. überbringer des Wortes, Bringer des neuen, nun auch für uns Griechen universal geltenden Bundes

Fest steht: Wer weiterhin davon ausgeht, dass es sich beim biblischen Jesus um einen jungen Wundertäter oder sonstigen Heiligen handelt, den meine Studienkollegen und andere Denker in ihrer Trinitätslehre bzw. der Verteidigung des „wahren Menschen und wahren Gottes“ vor Augen hatte, der betreibt Wissensverweigerung.  Der, von dem heute selbst die ärgsten Kritiker der Kirche ausgehen, ebenso wie die auf ein hoheitliches Wesen bestehenden Dogmatiker oder Kirchengeschichtskenner und der an allen Hochschulen gelehrt wird, der kann nicht unser theologisches Thema gewesen sein.