Das Doppelgebot der Liebe nach jüdischer Weisheit, Josua, Jesus:

(Ausschnitt einer Arbeit, die nicht nur alle theologischen Bedeutungsinhalte der Jesusgeschichten oder Worte Jesus, wie sie Professor Lampe in der Einführungsvorlesung über den historischen Jesus darlegt, im philosophischen Judentum der Zeitenwende begründet. Die vielmehr den echt historischen Jesus lebendig, die gemeinsam zu liebende schöpferische Wirklichkeit im Sinne des prophetischen JHWH gegenwärtig machen will.)

Philo von Alexandrien, der das philosophische Judentum der Zeit Jesus repräsentiert und in Heidelberg heimlich über den „historischen Jesus“ mithört, zeigt hier:

Das Doppelgebot und damit die Liebe als Mitte der Ethik Jesus ging nicht von einem Heilsprediger aus oder wurde dem nur hellenistisch aufgesetzt. Das Doppelgebot ist keine spätere philosophische Einfärbung, keine literarische Ausschmückung oder nur ein christologisches Konstrukt. Die Gottesliebe als Voraussetzung die Liebe im Miteinander galt in antiker Aufklärung der in kreativer Vernunft erklärten, damit für alle gleichermaßen geltenden schöpferischen Wirklichkeit. Hier hat bekanntlich das hellenistische Judentum das ewige Wort verstanden, die Weisheit bezogen. Die in Folge Moses Josua war. Damit hat bei Markus, Lukas und Matthäus der echt historische Jesus gesprochen. Denn in Nachfolge der Propheten wurde auch die Thora nicht mehr buchstäblich, sondern aufgeklärt philosophisch verstanden, das Wort neu begründet. Die die Thora als Gesetzlichkeit überbietende Ethik leitete sich damit direkt aus in Vernunft/Natur erklärter schöpferischen Gegenwart ab. Womit das in universaler Weise verstandene jüdische Wort auch für die Heiden galt. Der Auferstandene Josua, lat. Jesus, war im philosophischen Diasporajudentum denkerisch begreifbar, musste im Kult lebendig gemacht, zur Welt gebracht, Fleisch werden. Was in menschlicher Person (Rolle, Aufgabe, Maske) Weltgeschichte machte und im Westen aufgeklärt lebendig bleiben wird, war und ist kein Scheinwesen, sondern höchst kreative Wirklichkeit in Kultur.

Sehr geehrter Herr Professor Peter Lampe,

sehr geehrte Hörer der Vorlesung über den historischen Jesus,

entschuldigen Sie, dass ich ohne Anmeldung und Studiengebührt mithörte. Doch es hat sich wieder gelohnt. Als einer der jüdischen Denker, die von Josua, damit Jesus sprachen, als sie in Nachfolge von Moses das Wort nun in Vernunft erklärter schöpferischen Gegenwart in Kosmos und Geschichte verstanden, daraus ihre geliebte Weisheit ableiteten. Und die so auch eine Ethik begründeten, die die alte jüdische Gesetzlichkeit, wie griechische Vernunftlehren weit überstieg und jetzt im Sinne JHWH für alle gleichermaßen galt. Da war ich gespannt, wie Sie die Theologie des Doppelgebotes in einem Wanderradikalen begründen, der in freier Liebe durch die Land zog.

Vielen herzlichen Dank, dass sie in ihrer Darlegung der Ethik, die vom historische Jesus und nicht einem nachträglichen Christologie-, Glaubens-,  Hellenisierungs-  oder Verherrlichungs-Konstrukt ausging, wieder den Beweis für die historische Realität des neuen Josua, Jesus brachten. Damit einen Beleg für die historische Realität Jesus, der weit über die biblischen und sonst bekannten Kultlesetexte hinausgeht. Weil das, was wir mittelplatonische Juden durch uns Aufklärung bewirkten, in historisch nachvollziehbarer Wirklichkeit nachzuvollziehen ist. Denn in vernünftiger Weise eine humanistische Ethik oder sonst eine Lebensweise nach vernünftigen schöpferischen Idealen zu entwickeln und darüber zu predigen, wie aus der Stoa bekannt, das war schnell getan. Doch wie Sie wissen, waren wir Religionsphilosophen, damit auch Seelsorger, die in vernünftiger Gottesrede die Vernunft im Kultur verwirklichen wollten und uns dazu auf den prophetischen Kult beriefen. Wo das Doppelgebot bereits vorgezeichnet war.

Wo die erst durch die Aufklärung aufgeworfene Frage nach dem historischen Wesen nicht interessierte, sondern sich die Theologie  auf die durch uns entwickelten Texte und deren Theologie bezog, dies noch maßgebend war, dort stellte sich die Frage  nach der wahren Person Jesus nicht. Und wo der Pfarrer unsere Texte nutzt, um nur eine zeitgemäße Moral in einen historischen Jesus hineinzulesen, gehen die naturwissenschaftlichen aufgeklärten Menschen, egal ob sie an die Wundergeschichten glauben, davon aus: Auch in der Antike wurde nur Moral gepredigt, egal von wem. Aber allein das Doppelgebot zeigt, dass weit mehr war, der Rechte Glaube, die Liebe des einen unsagbaren schöpferischen Grundes, der wesentlichen war und sein wird (JHWH) als die Voraussetzung für ein Leben in gemeinsamer Liebe gesehen wurde. Und da Sie in Ihrer Vorlesung keine Moralpredigt hielten, sondern die Theologie eines heute als historisch gelehrten landstreichenden Wanderradikalen oder jüdischen Kynikers aufzeigten, wird klar, dass diese Heilsprediger-Hypothese nicht aufrecht zu erhalten ist.

Die historisch Kritischen wie Gerd Lüdemann, die jedes Wort des Neuen Testamentes in alten jüdischen Geschichten, bei den Propheten und Psalmen begründen. Oder die wie Harald Specht in „Das Erbe des Heidentums“ gar das Leben Jesus von Geburt, über Wunder bis Tod und Auferstehung in den Göttersagen oder sonstigen antiken Texten und Lehren nachblättern oder auch die Ethik nur in der Stoa begründen. Damit nicht nur den Christus, sondern auch den historischen Jesus in Frage stellen. Auch die Kritiker, die allenfalls eine nachösterliche literarische Erscheinung oder ein hellenistisches Konstrukt gelten lassen wollen. Die können alle einpacken. Allein die theologische Begründung des Doppelgeboten, das nun für alle in gleichem Maße galt, zeigt: Der biblische Jesus war eine historische Realität. Er hat echt als Christus gewirkt und wurde durch Markus & Co. zur Sprache gebracht, lebendiges Wort.

Auch wenn, wie ich zeigen werde, wir die nun für alle gleichermaßen geltende Liebes-Ethik oder gar das Doppelgebot der Liebe nicht in einem charismatischen Heilsprediger (oder wie Jesus sonst heute allgemein als historisch gelehrt wird) begründeten, sondern in Vernunft und Weisheit schöpferischer Wirklichkeit in Gegenwart. Jesus hat bei uns, im denkerischen Judentum antiker Aufklärung auch das Doppelgebot in Vernunft und Logik begründet. Und wenn Sie den Anstoß geben, ihn so aufgeklärt zu verstehen, wie für uns Moses eine historische Wirklichkeit war, gerade aufgrund seines philosophischen Verständnisses nun universal galt, ist er wieder lebendiger denn je. Er kann so die Gottes- und damit die Nächstenliebe zu neuen Leben erwecken.

1.       Für hellenistisch gebildeten Theologen können nicht die Worte eines Gurus das Maß universaler Ethik gewesen sein, die die Thora überstieg

 Allein durch meine Schriften wissen Sie, wie wir in jüdischer Bildung die schöpferische Gegenwart und Wirklichkeit, damit das Wort dort begründeten, wo auch die bekannten griechischen Philosophen ihre Naturlehre und daraus folgenden ethische Lehren (Logos) herleiten. Was die Naturphilosophen vermittelten, galt uns als Wort, das bereits Moses sagte, was im menschlichen Zusammenleben geboten und dafür als Gottesbildfeier Kult die Voraussetzung war. Wozu bereits dort die Liebe des schöpferisch Einen als Voraussetzung für die schöpferisch gerechte Lebensweise in menschlicher Gemeinschaft gesehen wurde.

Was die Stoa abstrakt predigte und damit auch die Ethik, wurde von uns mittelplatonischen Juden als das verstanden, was Moses als Wort gegeben war. So wurde auch die Liebe der einen schöpferischen Wirklichkeit von uns als logisches Mittel gesehen, Liebe im menschlichen Zusammenleben zu verwirklichen. So können Sie nicht nur das, was Sie aus den Worten, den Gleichnissen und Geschichten eines Gurus auch als Ethik oder Gottesstaat ableitet, bei mir als die ideale Lebensweise nachlesen. Vielmehr suchten wir in der Erneuerung des bildlosen Kultes unserer philosophisch-prophetischen Väter eine grenzenlos machbare Kultform, um die schöpferisch gerechte Lebensweise menschlicher Natur über das Judentum hinausgehend zu verwirklichen. Und dazu gehörte auch das, was Sie als Gottesliebe aufzeigten. Denn wir Juden begründeten unsere Bestimmung nicht einfach in einer Naturlehre, wie die sich dabei weiter auf menschliche Gottesgestalten berufende Griechen. Vielmehr leiteten wir jetzt hier die schöpferische Bestimmung, das Moses gegebene Wort und die Weisheit ab, was so in unserem Kult der wahre König und eine Sohn war.

Die Reflexionen über die Freiheit und Gleichheit des Menschen nicht einfach im philosophischen Sinne der Stoa, sondern in dem, was uns allen jetzt allen weltweit schöpferisch maßgebend und wesentlich war (JHWH) und damit auch die Gottesliebe, war das Thema unserer jüdischen Bildung.

Als ich hörte, wie Sie als gebildeter aufgeklärter Theologe, der in gleicher Weise denkt und arbeitet wie wir, die bei uns philosophisch ausgebildeten hochtheologischen Literaten wie Markus oder Lukas zitierten, war ich bös geschockt. Nicht allein, weil deren Texte später von Neuplatonikern, denen die gleiche Vernunftlehre im jüdischen Sinne galt, wie uns, statt die damals in Diskussion stehender Texte wie beispielsweise vom Hirten des Hermes, in den Kanon aufgenommenen wurden, schließt sich es sich völlig das, dass dort ein heilspredigender Handwerksbursche gesprochen hat. Denn wie k kommen sie auf die Idee, dass hellenistisch Gebildet, die bei uns erwuchsen, bei uns damit auch hochphilosophisch und literarisch und in einer Theologie ausgebildet wurden, zu der auch das Doppelgebot gehörte, dies jetzt aus dem Mund eines Worte eines kynisch-landstreichenden Heilspredigers aus Galiläa bezogen?

Bitte gehen sie nicht weiter nur davon aus, dass all das, was Sie ständig an neuen hochtheologischen Reflexionen darstellen, die weit über die bisherige jüdische Lehre hinausging und nun universalt gelten sollte, aus dem Munde dessen kamen, den Sie uns als historischen Jesus vorstellten? Ja selbst wenn da ein antiker Autodidakt mit zufälligem Rufname Jesus, der mit einigen Anhängern um den See Genezareth zog, große Sprüche über die Liebe als das neue schöpferische Gebot gerissen hätte. Mit der Liebe von dessen geheimnisvollem Vater, der nach heutiger Lehre doch der Zimmermann selbst war, hätte ein Jude unserer Zeit nichts anfangen können. Die bei uns ausgebildeten theologischen Literaten, auf die Sie sich berufen, die haben nicht nur die neue Ethik auf philosophische Weise in gegenwärtiger schöpferischer Wirklichkeit begründe, darin das im jüdischen Kult maßgebende Wort und den wahren König verstanden. Wie die als Propheten in die Geschichte eingegangene Moses-Philosophen war denen klar, wie die Liebe des schöpferischen Einen, was im kreativen Sinne wesentlicher war und sein wird (JHWH) und als sinngebender Grund jetzt in Vernunft erklärt/offenbar war, den Lebensregeln vorausgehen muss. Dies war die Liebe, die jetzt unabhängig von ihrer Herkunft und Religion allen gleichermaßen galt. Einer Liebe, die jedoch nicht dem galt, was ein Guru als Herrn und Vater bezeichnete, sondern dem, was wir gemeinsam mit den Griechen in gegenwärtiger kreativer Vernunft begründeten. Und was so den Götterkult, wie die alten Gesetzlichkeiten bei weitem in den Schatten stellten, so die Thora  erfüllte. Wie aber sollen damals Denker, die dies mit bewegten und literarisch bewegend machen wollten, die Worte eines Wanderradikalen aus Galiläa für das als maßgebend gesehen haben, was sie theologisch erarbeiteten?

Aber allein da Sie im Rahmen ihres historisch-kritische Denkens wissen, dass in den auf verschiedene Weise zitierten Geschichten unmöglich die Streitgespräche eines häretischen Besserwissers mit Schriftgelehrten mitstenografiert wurden. Wie vielmehr wir es waren, die sich mit den Traditionslehren, den Schriftgelehrten und Pharisäern auf hochtheologische Weise ernsthaft denkerisch auseinandersetzen, angefeindet und abgelehnt wurden. Da fällt es ihnen sicher nicht schwer, die historische Wahrheit auch dieser Geschichten in geschichtliche Realität zu sehen.

2.       Was nach- oder vorösterlich, damit auch der historische Jesus war, lässt sich im Diasporajudentum bedenken

Sie zeigten auf, wie das Gebot der Liebe, das der historische Jesus zentral in Mittelpunkt seiner Ethik stellte, auch bei mir, Rabbi Hillel oder Akiba das Thema ist. Daher bitte ich zu bedenken, dass es nicht um die schlauen Sprüche eines galiläischen Landsteichers ging, der plötzlich zu Bildung kam und unser philosophisch bedachtes Liebesgebot nachplappernd zentraliserte und universalisierte.

Auch die Frage, ob das Liebesgebot vor- oder nachösterlich ist, die bitte ich Sie im Sinne unserer Bildung, aus der diese neue Liebesethik hervorging, zu bedenken. Im Sinne der heutigen Hypothese handelt es sich um die Aussage des historischen Heilspredigers, ist keine nachträgliche Christologie, Verherrlichung, Hellenisierung, wird nicht einem in Gemeindebildung „Auferstanden“ in die Schuhe geschoben wird.

Wie Sie wissen, dachten wir nicht im luftleeren Raum, sondern waren jüdische Mittelplatoniker, die alle bekannten griechischen Philosophieschulen, ebenso wie die nordafrikanischen Kultvorstellungen bedachten. Denn anders als die Stoiker, die ihre ethische Logik nur in Natur begründeten, auch wenn sie sich dabei auf Zeus beriefen, haben wir uns auf dabei im Sinne des so lebendigen, gegenwärtigen JHWH auf das Mose gegeben Wort bezogen. Das so in nun universaler Weise aufgeklärt verstanden wurde, damit der auferstandene Josua war. Wie seit Erasmus von Rotterdam, der sich als Humanist auf unseren frühe Ethik und Weisheit berief, die Gottesnamen und christologischen Umschreibungen, die noch in den lateinischen Texten standen, einheitlich mit Jesus übersetzt wurden. Und war nicht genau dieser Jesus damit bei uns lebendig, hat im aufgeklärten, philosophischen Verstand Moses (Auferstehung) jetzt auch als der eine wahre und lebendige Sohn gesprochen.

Selbst wenn bereits Hilles oder Akiba, ähnlich wie wir in der gebildeten jüdischen Diaspora ein universales Verständnis ihrer Liebesethik hatten, dann war es in der Auferstehung begründet, wie ihr sie bei uns nachlesen könnt. Denn die „Demokratisierung“ des JHWH-Verstandes von der Sie sprachen, die

-unabhängig von Bildung galt, 

-unabhängig von Herkunft (auch für Samariter),

-unabhängig von Geschlecht,

-unabhängig von Besitz, für Arm und Reich,

die hat kein Handwerksbursche aus Galiläa vom Stapel gelassen. Die wurde von uns in theologischer Aufklärung erarbeitet.

Und wenn Markus, Lukas und Matthäus dann dies Ethik als Jesusworte in einem direkten schöpferischen Bezug begründen, der bei den jüdischen Rabbinen noch nicht war. Dann zeigt das einmal mehr, welchen Mehrwert wir der Welt lieferten.

Wie Sie wissen, wurden nicht nur bei Platon, sondern in unserer Zeit die wesentlichen philosophischen Erkenntnisse in Kultliteratur dem Volk verständlich und bewegend gemacht. Dies wird von Theologen wie Christoph Markschied den von der Kirche als falsch bezeichnenden Lehren bestätigt. Die zwar die Thora ablehnten, was in unseren Augen falsch war, in ihren Jesusgeschichten jedoch eindeutig die Vernunft zum  Thema hatte. Allein so ist, klar, wie die Kult-Literaten, die Sie mit Blick auf unsere Liebesgebote zitierten, unserer philosophische-theologische Erkenntnis im Sinne der Thora und JHWH vermittelten. Sie haben JHWH nicht als schöpferisches Ideal, Pinzip, sondern in einer so lebendigen Weise zur Welt gebracht, dass die Götterbilder entbehrlich, der Unsagbare auch von den Griechen persönlich angesprochen, vom Volk geliebt, gar den Germanen bedeutend gemacht werden konnte. Der historische Erlöser war damit kein Scheinwesen, sondern höchst schöpferisch.

3.       Wo die Vernunft als Wort und in Schöpfung begründete Weisheit auch Griechen zum König werden sollte, waren Diasporajuden am Werk

Ja, die Stoa war auch in schöpferischer Vernunft (Logos) begründet, bei der die Philosophen kultgemäß wie auch wir von Zeus als Vater aller Götter sprachen. Aber für uns aufgeklärte Juden war die Weisheit, die aus der in der in Vernunft erklärten schöpferischen Gegenwart ableiteten,  der wahre, zu liebende König. Das von JHWH ausgehende Wort galt damit nicht mehr nur für Beschnitte, sondern auch für Unreine, selbst für Zöllner oder wie sie sagen „Hundekotsammler“, die nach dem jüdischen Ritual- und Kultgesetz nie dafür in Frage gekommen wären.

Der bei uns lebendige Josua stand über der Thora, verkörperte sie in neuer Weise. Der Kosmos, wie er den Griechen maßgebend war, galt uns bekanntlich so auch als neuer Tempel. Nicht die Vor-schrift war das Maß aller Dinge, sondern die lebendige Vernunft war als Wort aufgeklärt verstanden. Das war theologische Leistung, Weisheit von Denkern unserer Zeit, im Namen Josua, wie ihr es beispielsweise auch als Jesus Sirach nachlesen könnt.

 Wo nicht mehr „religiöse Inbrunst oder subjektive Frömmigkeit“ bestimmend, sondern ein neuer Bund in Josua begründet wurde, der für alle gleichermaßen galt, waren geschichtlich wir am Werk. Und da bei uns auch die Gebildeten erwuchsen, die die Geschichten verfassten, die Sie zitierten, sollten sie bitte bedenken, wer dort als der historisch Jesus sprach, sich dort mit den Schriftgelehrten und Pharisäern stritt.

Wie uns einer schöpferischen Wirklichkeit galt, die wir bei den Vorsokratikern nachblätterte und bereits bei Moses am Werks sahen, ist bekannt. Wer nicht einzelne schöpferische Wesentlichkeiten, etwa in Gestalt des die Weisheit verkörpernden Hermes, der Isis oder sonstiger recht menschlicher Gottheiten verherrlichte, sondern  im Namen JHWH dessen in Logik erklärte Gegenwart liebte, das waren wir. Auch wenn wir, wie auch die Griechen, das Wesen der austauschbaren Götternamen in kreativen Wesentlichkeiten ebenso in Vernunft erklärten, wie die Notwendigkeit ihres Kultes für die menschliche Lebensgemeinschaft.  Der große Wurf war unsere Liebe für das im Logos erklärte große Ganze/Eine und dessen Grund, was wir eschatolisch bedachten und uns dabei auf JHWH beriefen.

4.       Wo prophetische Eschatologie und griechische Philosophie Eins, die Ethik und Liebe in Gott begründet wurden, war  theologisches Denken, das Brücken baute

Allein als Sie von der „Eschatologie“ des von ihnen als historischen Jesus vermittelten ungebildeten Handwerksbursche sprachen, ist es mir kalt über den Rücken gelaufen. Ich stimme Ihnen zu, die Ethik, die gesamten Regeln für das menschliche Zusammenleben und die Erkenntnis, dass dafür die Liebe der schöpferischen Wirklichkeit im jüdischen Sinne wesentlich sind, sind nicht vom Himmel gefallen. Sie wurden bekanntlich von uns nicht nur als Naturlehre, sondern auf philosophisch-eschatolisch Weise (im Sinne prophetischer Rede, die wir als Philosophie sahen) begründet.

Um zu sehen, wie wir philosophisch-prophetisch nicht nur die letzten Dinge bedachten, sondern die Aufgabe des Menschen im kreativen Geschehen der Welt bedachten, bitte ich Sie, sich mit meinen Schriften auseinanderzusetzen. Wie wir im Weiterdenken der dies in ähnlicher Weise bedenkenden  griechischen Philosophieschulen darin eine schöpferische Bestimmung im Sinne des uns geltenden Wortes JHWH verstanden, können sie dort erkennen.

Ich will zwar nicht abschweifen. Aber Sie kennen sicher auch die Vorlesungen Hegels über den Weltgeist, die Vernunft, die menschliche Einfügung in eine kosmische Vernunftordnung und die Religion als Mittel zur vernünftigen Lebensführung im Sinne des Gott genannten kreativen Weltgeistes, der auch der Lebens- wie Staatsführung zugrunde liegen muss. Und wie wir dafür nicht Menschen die kultische Verehrung entgegenbringen, sondern die schöpferischen Wirklichkeit lieben wollen, musste ich dem römische Kaiser erklären. In Rom sollte ich nicht nur rechtfertigen, warum unser Kult, bei dem das nun in Vernunft erklärte Wort und die so bestimmende Weisheit die Kultfunktion des Königs hatte. Wie bekannt, wollten wir das Gottesreich einer neujüdischen Weltdemokratie nach schöpferischen Idealen auch den Griechen zugänglich machen.

Und wer bedenken will, wie auch wir über die richtigen Weg stritten, um die Vernunft zur Welt zu bringen, der sollte berücksichtigen,  wie das ohne unsere Gottesliebe, links an Hegel vorbei, vergeblich versucht wurde. Bei Hegel war die von uns in Aufklärung gebaute Brücke zwischen Vernunft- und Kultlehre noch nicht geschlagen. Was zu den bekannten marxistischen Fehlversuchen  führte, zu Lenin, Stalin, Mao und Schießbefehl an der Mauer. Damit die freien Brüder nicht aus dem „gelobten Land“ fliehen. Und dass auch der Westen, der in kurzsichtiger Konsumvergötterung oder Kapitalegoismus die Zukunft seiner Kinder frisst, statt die diese gemeinsam auf kreative Weise zu gestalten, muss ich nicht erwähnen.

In diesem in Sinne bitte ich Sie zu bedenken, wie sich unsere philosophisch-prophetische Eschatologie von der griechischen Philosophie gewaltig unterschied. Und wie unsere Liebe der unsagbaren schöpferischen Wirklichkeit und Wesentlichkeit, die Verehrung von streitenden menschlichen Göttern bei Weitem überboten. Wie wir uns vom traditionsorientierten Judentum unterschieden, das seiner Gesetzlichkeit mit Sicherheit nicht die Liebe entgegenbringen konnte, die wir der schöpferischen Wirklichkeit in Vernunft erklärter Gegenwart schenkten, ist leicht verständlich. Da der Kosmos für uns der wahre Tempel war, fielen die Tieropfer im Tempel nicht allein deswegen weg, weil sich die Priesterfamilien davon satt aßen. Wie auch bei Luthers Ablasskritik ging es um eine theologische Debatte, um die wahre Autorität, den rechten Glauben.

Wie im Rahmen dieser Kulturdiskussion Gelehrte des hellenistischen Judentum, die durch ihre kulturübergreifende theologische Brücke die doppelte Liebe auch für kultisch Unreine, für Zöllner, Samariter oder Griechen zur Geltung brachten, dies dann aus dem  Geschwätz eines ungebildeten Galiläers ableitet haben sollen, bitte ich Sie ernsthaft zu bedenken.

5.       Die für Juden und Griechen geltende Liebe des schöpferischen Einen war philosophisch begründet

Wer Gott nicht liebt, der kann seinen Nächsten nicht lieben. Und wer seinen Nächsten liebt, der liebt Gott. In unserer philosophischen Bildung war uns klar, dass nur die Liebe des auf schöpferische Weise Gegebenen, die Liebe am Leben und der Natur sowie dem Grund, der sie hervorbrachte, zu eine verantwortlichen Lebensweise oder auch der Liebe des Nächsten führt. Auch wie das, wie man dem Feind begegnet oder dem Nächsten, zwar aus Gottesliebe entspringt, aber auch ein Beitrag dazu ist, wird in meinen Werken über das philosophische Diasporajudentum deutlich.

Die Begründung der Güte des kreativen Ganzen oder Einen, die keine Theodiezee kannte, Voraussetzung für die Gottesliebe ist, war unser philosophische Werk. Im Gegensatz zu anderen Denkweisen unserer Zeit wurde bei uns der Dualismus denkerisch überwunden. Wir haben auf philosophische Weise in unseren Modellen das gesamte Geschehen in einer allem Geschehen zugrunde liegenden kreativen Vernunft begründet. Die, wie Sie wissen, für uns Juden das maßgebende Wort war. Das dann auch unseren Verhaltenslehren und Weisheitstexten zugrunde lag. Wie wollen Sie jetzt all das in den Worten eines Junghandwerkers aus Galiäa begründen?

Denn gleichwohl sie bei Lukas aufgrund seiner literarischen Ausdrucksweise nachweisen, der philosophischen Ausdrucksweise gerecht geworden zu sein. Hier soll bereits der historische Jesus, damit nach heutiger Lehrhypothese ein junger Heilsprediger Aussagen über die die eine schöpferische Güte (ohne Theodizee und Dualismus) gemacht haben. Auch die Liebe zum schöpferischen Einen, JHWH, der in Vernunft gegenwärtig war, wie dessen  von uns religionsphilosophisch bedacht Liebe, soll in den Worten eines Heilspredigers begründet liegen. Damit sollen gebildete Theologen, die im aufgeklärten philosophischen Diasporajuden aufwuchsen, hier die  Gottesliebe gar für die Griechen denkerisch begründeten,  dann genau das aus den Mund eines jungen Mannes aus Galiäa empfangen haben. Wie soll das gehen?

Waren nicht wir es, die dem rabbinischen Judentum, den Schriftgelehrten und Pharisäern, die bisher an ein Gesetz glaubten, dessen wirre Gesetzlichkeit im Kult durch Religiosität und Riten einüben und einhalten wollten, erst die Liebe für die eine schöpferische Güte und Wirklichkeit beibringen wollten?

Bitte betrachten Sie in den von mir überlieferten Schriften, wie wir uns mit der Güte, der Sinnhaftigkeit des kreativen Ganzen/Einen auf vielfache Weise auseinander setzten. Wie sich das philosophische Judentum mit all den Fragen ernsthaft beschäftigte, die sie nun als theologischen Hintergrund des Doppelgebotes der Liebe in Ihrer Vorlesung darlegten.

Um unser Denken zu verdeutlichen, stellen Sie sich doch bitte einmal vor, die Auswertung der Ergebnisse an der naturwissenschaftlichen Fakultät über die evolutionäre Sinnhaftigkeit und Güte aller vernünftig erklärten Erscheinungen, würde zu einer Begeisterung für den kreativen Lebensflusses führen. Ähnlich, wie sie bei den heidnischen Naturalisten wie Dawkins oder anderen Evolutionslehrer zu beobachten ist. Gleichzeitig ist an der Hochschule auch dem modernen Monismus klar, wie die ökologische Lehre vom kreativen, zusammenhängenden Ganzen maßgebend für das Recht und das menschliche Leben sein muss. Die Philosophen und Humanisten, die heute die Debatte darüber aufgrund der ideologischen Fehlversuche ohne Gottesliebe weitgehend aufgegeben haben, würden nicht nur wie David Precht die rechte Lebensweise predigen. Sie würden  sich nun wieder Gedanken machen, in welchen gesellschaftlichen Staatsmodellen dies am besten umzusetzen ist. Gleichzeitig erkennen Alttestamentler, wie Moses kein alter Mann war, sondern eine in aus Ägypten, Persien und bei den Hebräern begründete philosophisch-monotheistische Theologie, die in kreativer Wirklichkeit begründet war und sich ewig auf Wanderschaft, im Wandel befindet. Damit ein Kult war, dem es von Anfang um die schöpferische Wirklichkeit ging, wie sie in Vernunft erklärt wird. Und diese Theologien würden sich gemeinsam mit den Psychologen, Neurologen und Religionswissenschaftlern in denkerischer Auseinandersetzung damit beschäftigen, wie der aufgeklärte bildlose Kult, der das kreative Ganze und was danach wesentlich ist, verehrt und liebt,  die beste Möglichkeit bietet, Weltvernunft zu leben. Wie bereits bei Hegel  würde sich dann heute eine theologisch-philosophische Debatte über zukunftstaugliche Gesellschaftmodelle freier gleicher Menschen entwickeln. Und so würde bei der modernen Geisteswissenschaft eine Debatte die wie bei uns nicht in der Verneinung der Glaubenstradition, sondern deren Erfüllung bedenkt. Damit würde die Frage aufgeworfen, wie ein zeitgemäßer, grenzüberschreitender monotheistischer Kult dazu beiträgt, dass Menschen die gepredigte Vernunft und Weisheit leben. Oder welche Bedeutung die Liebe für das schöpferisch Gegebene, dessen kreativen Grund, wie ihn die Naturwissenschaft erklärt, wesentlich für ein Leben in Vernunft und Weisheit ist.

Dann würden Denker aus den Reihen der geisteswissenschaftlichen Aufklärer in Heidelberg in der Hauptstraße beim Mittagskaffee hören,  wie vor einigen Jahren in Mannheim ein arbeitsscheuer, zynisch die heutige Welt anklagender Aussteiger  große Reden über den wahren Welt- Gottesstaat, die schöpferisch gerechte Lebensweise in Gemeinschaft hielt. Er der wahre neue Tempel, damit auch die Vergegenwärtigung schöpferischer Wirklichkeit wäre.

Wie wahrscheinlich ist es, dass diese Professoren alles in den verschiedenen Fakultäten selbst erarbeitete  Wissen über Bord werfen würden. Nicht nur, um nicht um selbst den Worten des liebestollen Aussteigers zu folgen.  In Annahme des kulturellen Erbe, das sie jedoch bereits als frühe Philosophie sahen, würden die gar fordern, dass den Worten des rebellischen Mannheimers, der am Nekar große Töne spukte, bedingungslos zu folgen ist. Die Ansichten des arbeitsscheuen  Aussteigers würden die theologischen Denker dann  als maßgebend  für die gesamte Bildung, für religiöse Traditionalisten, wie Naturwissenschaftler, für Juden, wie Andersgläubige  hinstellen.

Doch genau das haben sie letztlich in ihrer Vorlesung über das Doppelgebot der Liebe, das aus dem Mund des als historischen Jesus gelehrten jungen Mannes gekommen wäre (nach Prof. Theißen ein jüdischer Kyniker, zynischer Aussteiger), der hellenistischen Bildung unserer hochzivilisierten Zeit, der die Vernunft heilig war, unterstellt.

6.       Ohne ein aufgeklärtes Verständnis Moses wäre zwar philosophische Menschenliebe und Freiheit, aber keine dies erst ermöglichende Gottesliebe gewesen

Bedenken Sie bitte, was geschehen wäre, wenn wir dem traditionellen Verständnis der Rabbinen treu geblieben, uns eine philosophischen Deutung des Jesusvorgängers verweigert hätten. Es trifft zu, dass wir an keiner Stelle der gesamten Schriften an der Existenz Moses gezweifelt haben. Aber nicht, weil unsere Texte durch die Mühle mittelalterlicher christlicher Mönche ging, die den Menschen ihrer Zeit Bilder für die Lehre liefern musste, gab es für uns keine Zweifel an Moses. Vielmehr weil wir es waren, die den aus Ägypten kommenden Monotheismus (wie Jan Assmann in seiner kulturwissenschaftlichen Sicht Moses heute wieder deutet)  bedachten. Und ebenso die alten ägyptischen Götter-Kultbilder für die Maat als Weltprinzip oder die im Exil erfahrene persische Philosophie (Zarathustra) im Sinne der Hebräer beleuchteten.

Bedenken Sie bitte, was geschehen wäre, wenn wir uns der philosophisch-allegorischen Deutung von Abraham, Moses & Co. versagt hätten. Auch wenn nicht unbedingt davon auszugehen ist, dass der römische  Orakel  und Leberschau weiter das Maß der Dinge geblieben wäre. Aber das Doppelgebot der Liebe wäre dann mit Sicherheit in ihrer Vorlesung kein Thema gewesen.  Bei der  weitgehend bürokratischen und oft zum Selbstzweck gewordene Gesetzlichkeit, wo die traditionellen Schriftlehren das Maß waren, statt die gegenwärtige schöpferische Wirklichkeit, wäre das, was die Doppelt Weise der Liebe ausmacht, auf jeden Fall nicht zu machen gewesen. Und die Griechen hätten in ihrer Stoa dann noch so viel Ethik, Vernunft als natürliche Bestimmung des Menschen predigen können.

 Doch wie soll heute die Doppelte Liebe gelebt werden? Die letzte Hoffnung, wie in „Gotteslehre“ den Lehranwärterinnen, ohne Moses oder Jesus,  auch völlig frei von unserem philosophisch-natürlichen griechischen Denken, den Lehranwärterinnen und Lehranwärtern vermittel wird, kann man nicht lieben. Was eh sinnlos wäre. Denn die hat weder was mit schöpferischer Wirklichkeit zu tun, wie sie heute erklärt wird, noch hat sie damit eine Relevanz für das Verhalten im täglichen Leben. Und auch den „geheimnisvollen Aufpasser“, wie Gott als Placebo in theologischen Meiserkursen auf philosophische Weise als evolutionärer Nutzen von Religion bedacht wird, kann man nicht lieben. Die Liebe dessen, was wir als schöpferischen Grund des Ganzen in Vernunft, auch in seiner gesellschaftlichen Bedeutung, erklärten, bitte ich Sie daher im Sinn unser Josua, damit des historischen und heute lebendigen Jesus zu bedenken.

 „Die Einsehbarkeit der Thora“ auch für Fremde, denen wir auch die alten Kult(ur)geschichten ins Griechische übersetzten, wurde bei uns auf denkerische Weise bewirkt. Dass die in den Texten damals noch nicht Jesus, sondern als griechischer Pantokrator in jüdischer Form, in der Lebensweise eines Kyniker, so kulturliterarisch höchst kreativ auftretende Erlösergestalt, keine exegetischen Argumente gebrauchte, ist klar. Doch heiß das nicht, dass dahinter keine Argumente standen, die allein in schöpferischer Autorität und exegetisch-philosophischer Auslegung der Tradition begründet war, wie bei uns geschehen. Denn das die Kultgeschichten, die philosophische Erkenntnisse zum Ausdruck bringen sollten, damit einen Grund hatten, ist bekannt. So haben wir auch die Thora bedacht, sie als Ausdruck einer prophetischen Philosophie gesehen. Und wo haben wir in theologischer Weise dann die schöpferische Realität in Gegenwart, den  Kosmos als Tempel, die Vernunft als Wort verstanden, JHWH auf kreative Weise gegenwärtig, der Liebe zugänglich gemacht. 

So wurde auch der genannte Wegfall der Heteronomie, der Femdbestimmung durch die alte Gesetzlichkeit, was logischerweise die Voraussetzung für die wahre, selbstbestimmende Liebe des schöpferischen Einen war und weit über ein Gesetz oder zu verehrende Gottesbild hinausging,  bei uns nicht durch den historischen Jesus bewirkt. Aber nicht durch einen Wanderradikalen. Die „Einsicht“ als Voraussetzung, auch zwischen den verschiedenen Kulturkreisen, wie sie bei euch wieder mehr als dringend nötig wäre, war durch philosophisch-theologische Arbeit im Sinne Josua hergestellt und nicht von einem Guru aus Galiläa gegeben.

Wie können Sie ständig argumentieren, dass der jüdische Kult jetzt „auch für Heiden“ gegolten haben, ohne unsere theologische Arbeit dabei zu berücksichtigen, die genau das bewirkte. Auch  „Die neue Wertung der Welt“  ist war das Werk von theologischen Wissenschaftlern des Diasporajudentums. Wie können sie das, was sie in theologischen Inhalten darstellen, allen Ernstes in  einem Wanderguru und dessen schlauen Sprüchen begründet wollen?

Wenn heute gedacht wird, dass das, was im Neuen Testament an Lebenregeln steht, wie es von ihnen theo-logisch begründet wird, nicht für Politik, Gesellschaft oder die Führung eines Unternehmens taugt, allenfalls eine ideale Sache für Fromme wäre, dann wird die Logik verkannt. Die Gelehrte unserer Zeit nicht aus dem Mund eines jungen Mannes, sondern schöpferischer Gegenwärt ableiteten. Wie sie durch uns definiert wurde und letztlich auch für euch  - nicht nur in öko-logischer Hinsicht – zu gelten hat. Die Liebe dieser der schöpferischen Wirklichkeit, wie sie unseren propetisch-philosophischen Vordenker galt, in Gegenwart begründet wurde, war uns wesentlich für das gesamte schöpferisch gerechte Verhalten, wie es allein in der Predigt der Stoa Sozialutopie war. 

Wo der Dualismus überwunden wurde, war nicht einfach eine Weisheitslehre. Über die möglicherweise als historischer Grund des historischen Jesus in Amerika heute spekuliert wird. Es war unser konkretes philosophisches Denken, das die griechische Weisheit auch auf die Feindesliebe ausweitete und in gemeinsamer schöpferischer Realität kulturell tiefgreifend begründet.

Wo Gottesverhältnis und Ethik zusammenhingen, war kein Heilsprediger als Galiläa am Werk, dessen Innenansichten jetzt einsehbares Liebesgebot sein sollten. Was in dieser Form eh nur ein neues, nur durch einen galiläischen Guru gegebenes, heteronomes Femdgesetz wäre. Das von einem antiken Sektengründer ausgehend heute auch im Hörsaal  in Heidelberg eh nichts verloren hätte.

Doc h heute beruft sich  noch nicht mal der Papst auf den. Wenn er eine ganzheitliche ökologische Lebensweise fordert,  begründet er sich in schöpferischer Gegenwart und Wirklichkeit. Und ähnlich sein Vorgänger, der als platonischer Anwalt der uns heiligen kreativen Vernunft gilt, in seiner berühmten Bundestagsrede über das Recht , dessen Grund  in Bezug auf Stoa und jüdische Weisheit in der Ökologielehre zu bedenken gab.

Pfingsten ist um. Es wird für euch höchste Zeit, wieder aus eurer babylonischen Sprachverwirrung auszubrechen und das Wort, die von uns jetzt im Namen Josua in Vernunft bedachte schöpferische Wirklichkeit und Bestimmung wieder auf zeigemäße einheitliche Weise wahrzunehmen. Wozu wir durch unser philosophisch-allegorisches Mosesverständnis die Voraussetzung weit mehr schafften, als beispielsweise auch die als Urchristen geltenden Marcionisten. Die die jüdische Tradition verneinten und nur die Vernunft gelten, den Logos in ähnlichen Geschichten sprechen ließen, wie sie Neuen Testament stehen.

Allein, wenn sie auf die „literarische Ausdrucksweise“ verweisen, die sie gerade bei Lukas in ihrer Vorlesung über Jerusalem und Athen im Hinblick auf die hellenistische Bildung nachzeichneten, wird deutlich: Wir haben im Namen Josua aus Athen ein neues Jerusalem gemacht, ohne das alte zu verlassen. Daher auch der Name, statt von Sokrates zu sprechen.

Es trifft zu, dass wir die Gerechtigkeit teilweise nur erahnten, noch nicht die kreative Sinnhaftigkeit eines der Erbeben oder Tsunamis auslösenden Plattenverschiebungen oder von Krankheiten bedenken konnten. Doch wer von der Gerechtigkeit Gottes ausging, im philosophischen Verständnis auch keine Theodizeefragen aufwarf, weil er nicht von einer vorgesetzen Gottesvorstellung ausging, war wird. 

7.       Die Theologie Jesus war in Nachfolge Moses die des lebendig wirkenden Josua

Auch wenn in meinen Schriften nur am Rand, wie jedoch vom  holländischen Philosophen G.J.P.J. Bolland bereits deutlich gemacht, auf Josua als neuen Moses verwiesen wird. Sie kennen Josua aus der Geschichte oder den jüdischen Weisheitslehren unserer Zeit. Und Sie wissen, wie auch die Väter der Kirche den Jesusname, in Josua begründeten. Den in Bezug auf unsere humanitäre Weisheit Erasmus von Rotterdam in seiner Übersetzung statt der nomino sakra oder christologischer Titel auch in den Kulttext des Neuen Testamentes einführte.

Wer bei uns sagte, dass man nur einem Herren dienen kann „Gott oder dem Mammon“ war kein Wanderkyniker, sondern unsere theologische Aufklärung in Folge Moses, somit Josua.

-Die Durchbrechung des Thora-Prinzips als Gehorsam gegenüber einer tauben alten Gesetzlichkeit, haben logischer Weise die bewirkt, die jetzt in der gegenwärtigen Vernunft als ewiges Wort verstanden. Und nur so wurde auch das Thoraverständnis überboten, multikulturell gemacht oder andere theologische Inhalte bewirkt, die sie so zu Recht aus der Rede Jesus ableiten.

-Wer den Gerichtsgedanke modifizierte, in einen radikalen Anspruch auf die Gegenwart Gottes, im hier und jetzt nicht nur verkündete, sondern in Vernunft begründete, können Sie in den unter meinem Namen veröffentlichten Texten nachlesen.

-Wo der Lohngedanke einer antiken Werkgerechtigkeit in den Gedanke der Gnade verwandelt und ähnlich wie auch bei Luther im rechten Glauben begründet wurde. Wie er von uns, für die die Vernunft als Wort galt, der Kosmos der wahre Tempel war, gegenüber dem schriftgelehrten Gesetzesjudentum, wie gegenüber den Götterhörigen Philosophen und ihrem Kaiserkult vertreten wurde. Das ist sicher auch klar.

-Der Preis Gottes in Gegenwart, die Vergegenwärtigung und das Preisen dessen, was den Propheten JHWH war, jetzt in Vernunft offenbar, gegenwärtig, wesensgleich war. Was in der der Kirche nicht die Rolle des Vätergottes einnahm, vielmehr diese in Vernunft erkärte/offenbarte. Das ging weder von einem Wanderprediger aus, der nach seiner Wiedererweckung christologischen aufgemotzt wurde, noch hellenistischen Lehre, sondern dem echt historischen Jesus.

Wir waren es, die dem lieben Gott aus Maul schauten. Die ähnlich wie dies eure Weisheitslehrer, Ökologen, Humanisten und alle tun, in der ganz natürlichen kreativen Ordnung das bedenken, was weltvernünftig wäre, für eine ganzheitliche glücklich Lebensweise oder die gemeinsame Zukunft geboten wäre. Nur dass unser jüdisches Herz, unsere Liebe auf ganzheitliche Weise dem gehörte, was schöpferisch wesentlich, Grund des in Vernunft erklärten Ganzen war. Denn in der Liebe des schöpferisch Gegebenen haben wir  nicht nur die zeitlose Ethik begründet und, kein neues Gesetz gegeben.  In der doppelten Liebe sollte in Folge Moses das verwirklicht werden, was die Griechen vergebliche predigten.  Wer dieses „gelobte Land“ als Leben in Vernunft und kulturellem Friede, im Neun Testament steht „Gottesreich“, bringen sollte, ist Ihnen bekannt. Es waren hellenistische Gebildete aus dem Diasprajudentum, die in denkerischer Arbeit die Kultvorstellungen versöhnten und in doppelter Liebe das Moses gegebene Wort in der Geschichte Josua, Jesus an die Welt weitergaben.

Auch ihre weiteren Ausführungen über die „Haltung gegenüber Staat und Gesellschaft/Welt, die Kritik am Reichtum, auch in Unterscheidung zu Rabbinen, Qumranjuden oder Zeloten, haben nichts mit den Ansichten eines galiläischen Landsreichers zu tun. Sie lassen sich aber mit Sicherheit in dem begründen, was über unser theologisches Denken bekannt ist. Auch die Tempelreinigung haben wir, denen der Kosmos als Tempel galt, das Opfer die der kreativen Ordnung gemäße Lebensweise war, bekanntlich in Vernunft bewirkt.

Als in antiker Aufklärung die kreative-schöpferische Wirklichkeit in Vernunft kausaler Gesetzlichkeit, statt  im Mythos erklärt wurde, haben wir durch eine Erneuerung und öffnende Universalisierung des Moses-Bundes im Namen Josua, Jesus, auf denkerische Weise hierzu den Kult geliefert. 

Die naturwissenschaftliche Aufklärung der Neuzeit war nur ein halber Schritt. Das heutige Wissen spendet das Licht, die Geisteswissenschaft ist am Zug, um erneut die alte Grenzen einzureißen. Durch ein aufgeklärtes Verständnis Jesus helfen Sie, den kalten Krieg im Kopf und damit auch zwischen den Kulturen zu beenden. Um  in gemeinsamer  Liebe für das Leben und alles dafür in Kreativität Gegebene eine gemeinsame Verant-wort-ung aus Liebe entstehen zu lassen. So zu einem Leben in zukunftsgestaltender Vernunft zu befähigen.

8.       Jesus lebt wirklich: Voraussetzung für Gottes- und Nächstenliebe

Wenn ich Sie  innständig bitte, den historischen Jesus in unserem Sinne zu bedenken, dann geht es mir nicht um unsere wissenschaftliche Arbeit und Wahrheit. Es geht um die Wahrnehmung der schöpferischen Wirklichkeit in eurer Gegenwart, den christlichen Glauben.

Wo wir in Nachfolge Moses von Josua sprachen, da galten keine leeren Kultbegriffe. Da war keine philosophische Logos-/Vernunftspekulation. Den damit natürlichen Lebensfluss, den bereits Vorsokratiker begannen in Vernunft, sinnhafter universaler Gesetzlichkeit zu erklären (Logos), haben wir bekanntlich als Wort verstanden, wie es Moses lebensbestimmend gegeben war. Die davon ausgehende Weisheit, wie sie inzwischen nur in neuen Begriffen erklärt wird, war in unserem aufgeklärten jüdischen Kult der König.

Was heute  in Berufung auf unseren Logosbegriff als Ökologie gilt, in universaler Gesetzlichkeit, in Vernunft als Evolution erklärt wird, damit auch die geschichtliche Wirklichkeit,  war bekanntlich unser neuer Tempel. In dieser universal gültigen  Vergegenwärtigung einer alles bestimmenden schöpferischer Wirklichkeit und Maßgabe, sahen wir bekanntlich die Nachfolge Moses.

Die nicht mehr in griechischen Mysterien sowie menschlichen Götter-Wesentlichkeit oder in jüdischer Traditionslehre vorgesetzte, sondern die in Vernunft zu verstehende schöpferische Wirklichkeit, deren Grund und was danach wesentlich war uns ein wird (JHWH), haben wir geliebt. Die gegenwärtigen schöpferischen Wirklichkeit, wie sich gerade im Frühsommer im Garten, auf den Felder und in jedem Sonnenschein, wie im gesamten Leben des Universums zu beobachten ist und wissenschaftlich beschrieben wird, galt im Sinne des Unsagbaren Einen (JHWH) unsere Liebe. Die schöpferische Realität und Wirklichkeit war, wie Sie in der Vorlesung erklärten, der völlig neue Ausgangspunkt unserer gesamten Lehren, Ethik  und der Grund der neujüdischen Religion. Die damit kein philosophischer Pantheismus war, sondern weiter in persönlicher, liebevoller Weise den einen Grund allen Seins ansprach.

So wollten wir die von uns definierte Humanität, Ethik, Weltvernunft, die inzwischen auch ganzheitlich ökologisch-nachhaltige Zukunftsgestaltung heißt,  kulturell tiefgreifende Weise verwirklichen. Doch wie soll eine ganzheitliche Liebe zur schöpferischen Wirklichkeit entstehen, die dazu führt, dass sich die Menschen an die gepredigte Vernunft und Weisheit halten, ohne erneute geisteswissenschaftliche Aufklärung?  Solange Sie die Menschen im Glauben an den geheimnisvollen Vater eines jungen Bangerts lassen, der inzwischen nur von einer „jungen Frau“ zur Welt gebracht wurde, nicht die von uns im Sinne JHWH, im Namen Josua, Jesus jungfräulich zur Welt gebrachte schöpferische Wirklichkeit bedacht wird, wie sie bereits den Propheten Maß war, bleibt die Liebe Gottes ohne Bedeutung. Weder einen geheimnisvollen Aufpasser, noch den Erklärungsgrund, zu dem JHWH als Gottesbegriff an Stelle der Vernunft im Mittelalter gebraucht wurde und dann die neuzeitliche Aufklärung dachte, dass er arbeitslos gewordenes Opium fürs Volks sei, kann man lieben. Und bei dem, was als unbestimmten Hoffnung heute jenseits aller Naturlehre, Vernunft (Logos) damit der in der modernen Naturlehre vermittelten schöpferischen Wirklichkeit als moderne Gotteslehre gelehrt wird, ist die Liebe im doppelten Sinne nicht zu machen.

Daher bitte Sie daher in aller Liebe, dem historischen Jesus als heute lebendig wenigstens einen Augenblick ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Bitte bedenken Sie, dass ohne unsere Offenheit für die Vernunftlehre der Griechen, ohne unser kritisches Hinterfragen der alten Geschichten, Gesetzlichkeit und damit die Bereitschaft philosophisch-allegorische Deutung Moses das all nicht möglich gewesen wäre, was Sie in Heidelberg heute der Theologie Jesus begründen. Doch um diesen wieder lebendig, damit die zu liebende schöpferische Wirklichkeit gegenwärtig zu machen, bitte ich Sie von ganzem Herzen, wenigstens zwei Meilen mitzugehen. Bitte wechseln sie wenigstens für einen kurzen Augenblick die Perspektive, um die Geschichte Jesus aus Sicht der aufgeklärten Philosophie des Diasporajudentums zu betrachten.

Sehr geehrter Herr Prof. Lampe,

ich möchte Ihnen nicht zur Last fallen. Aber was ich gerade bei Gerd Theißen in „Erleben und Verhalten der ersten Christen – eine Psycholoige des Urchristentums“ lese, lässt mich aufschreien.

Nachdem der erste Ärger darüber verfolgen ist, wie ihr Kollege Halluzinationen der Anhänger seines „Galiläers“ untersuchen und begründen will, lässt sich die Auswertung von Prof. Theißen nicht nur als weiteren Beweis verstehen: Beim historischen Jesus, aus dessen Worten er (Neben übrigens auch in der Tiefendynamik des dem Hirten des Hermes. War hier auch der um den See ziehende Galiläers das Thema???) dann die antike Seelsorge/Psychologik begründetet, hat das philosophische-hellenistische Judentum gesprochen. Da hat sich kein junger Galiläer allein mit der Aussage über die Liebe vom „ganzen Herzen“ jetzt auch noch als früher Psychologe betätigt. Denn indem Herr Theißen die vom aufgeklärten Judentum erkannte psychologische Begründung der Notwendigkeit der Liebe des Lebensflusses, Sinngrundes, Einen Ganzen… in Kult(ur)bildern aufzeigt, um im schöpferischen Sinne – damit auch Nächstenliebe – zu leben, macht er deutlich, wie das Christentum die Aufgabe bekam, die in der Stoa nur gepredigte Vernunft und Ethik im Kult einzuverleiben, in Josua lebendig werden zu lassen.

In der Psychologie des Urchristentums, die bereits im anfänglich prophetischen Monotheismus (Moses) vorgezeichnet war, jetzt zeitgemäß begründet und vertieft wurde, zeigt sich jedoch nicht nur, welche Vernunft und Weisheit hinter dem echt historischen Jesus steckt, so lebendig gemacht wurde. Vielmehr zeigt sich die Aufgabe, die gerade die christliche Religion heute wieder hätte. Mit meiner bereits vor Jahren aufgestellten Behauptung, die Kirche hätte von antiker Philosophie die Aufgabe bekommen, die Vernunft (den Ethik, gemeinschaftliche schöpferisch gerechte Lebensweise begründenden Logos) zur Welt zu bringen, womit sich dann meine Hoffnung für Heute verbindet, die mich forschen und fragen, jetzt auch nach Heidelberg zu Ihrer Vorlesung fahren und mich ihnen zur Last fallen lässt, liege ich nicht falsch.

Wenn ich „nerve“, im beigefügten Stechbrief das Festhalten am jungen Galiläer als das „größte Verbrechen an der Menschheit bezeichne“ , dann weil ich die Hoffnung auf die jetzt durch die Hochschullehre erneut psychologisch zu begründende Heilswirkung eines aufgeklärt, vernünftigen Kultes/Glaubens, wie sie m.E. die Denker des Diasporajudentums in früher Seelenkunde, Geisteslogik belegten, dann auch sog. Gottesfürchtige hatten, nicht aufgegeben habe.

Daher bitte ich Sie erneut, bei ihrer Forschung nach dem historischen Jesus einmal die Perspektive zu wechseln. Dabei das zu beleuchten, was dem auch in Sachen Kult(ur) aufgeklärten Diasporajudentum in Nachfolge Moses galt, echt historisch war und wirkte. Danke aber auch für historisch-archäologisch, wissenschaftlich begründete Argumente, die gegen die im Steckbrief zusammengefassten Thesen, Argumente oder Ziele sprechen, damit ich vom falsch Weg abkomme oder die nicht auch noch in Heidelberg aushänge. Noch dankbarer wäre ich, wenn Sie sich die Belohnung verdienen wollten. Philo kann hierbei helfen. In den beigefügten, noch in Arbeit befindlichen Ausarbeitungen zeigt er:

-Bei „Philo von Alexandrien“ die erste Zusammenfassung, wer er nach heutigem Wissen war, welche Bedeutung er für das Neue Testament hatte, wie alle theologischen Aussagen über Jesus wahr sind, im hellenistisch gebildeten, auch kulturell aufgeklärte erneuerte Judentum in Josua, Jesus historisch nachzuvollziehen sind.

-Im „Ältesten Jesusbuch“, wie jeder Satz der Makusgeschichte, die neben den im hellenistischen Judentum entstandenen Weisheitslogien auch die anderen Synoptiker speiste, historisch war: Sie wissen wo.

-Denn bei „Philo und der historische Jesus“ hat er begonnen bei Ihnen mitzuhören. Er macht deutlich, wie sich die von ihnen in Aussagen des historischen Jesus begründete christliche Ethik, Theologie… nicht aus den Worten eines Handwerksburschen, wohl aber im hellenistischen Judentum, der Weisheit begründen lassen. Die den in Vernunft erklärten Lebensfluss als Wort verstand oder wo nach Auswertung des Alttestamentlers Otto Kaiser der Kosmos nun der neue Tempel war.

Doch ich bitte in aller Liebe, von „ganzem Herzen“ mir zu sagen, wo ich im beigefügten Steckbrief historisch oder biblisch begründet falsch liege. Damit ich keine falschen Thesen verschicke oder warum sich die Forderung nach aufgeklärter Forschung im Sinne der hellenistisch-jüdischen Bildungstheologie erübrigt.

Mit herzlichem Gruß

Gerhard Mentzel


Welche Aufgabe sich allein aus der Auswertung der Psychologie der Urchristen ergibt:

-Statt die Halluzinationen der Anhänger eines Heilspredigers zu untersuchen, was dann dem eine neue monotheistische Theologie sprechenden Paulus oder Ignatius von Antiochien unterstellt wird, wäre die Hoffnung, die das gebildete hellenistische Aufklärungsjudentum hatte, als es die Vernunft in Folge Moses bzw. im Monotheismus zur Welt brachte (und die bei allen antiken Reformbewegungen zu erkennen sind, auch bei den Vordenkern der Kirche, begonnen bei Justin oder Origenes) in heutiger Kultur-Psychologie zu begründen.

-Anachronismus ist zu vermeiden, indem nicht leere Worte als „fromme Reden“ (gar Halluzinationen nach dem Tod eines Heilspredigers), sondern in aufgeklärter Weise, wie sie durch das Schuften der Archäologen, Exegeten und Geschichtswissenschaftler in schöpferischer Weise gegeben ist, die antike Bildung, incl. Kultur-Aufklärung und ihre Psychologie beleuchtet wird.

-Allein wo die Selbstauslegung des Menschen und die Erfindung des inneren Menschen nachgewiesen wird, die Religion, ihre Riten, ihre Geschichten… damit als „kollektive Bildungskraft“ belegt wird

Die neue religiöse Erfahrung wird unter dem pneuma (Geist) zusammengefasst. Die deutende Lehre wird sophia und gnosis (Weisheit und Erkenntnis) genannt. Die durch Riten gegründete Gemeinschaft heißt ekklesia (Kirche). Im Mittelpunkt des neuen Ethos steht die Liebe als Leitbegriff. … Was dann in Erzählungen der Jesusgeschichte umgesetzt wird

Da hat mit absoluter Sicherheit kein Handwerksbursche gesprochen, sondern wäre die psychologische Bedeutung der alten Geschichten, der Gestalten, von Singen und Beten zu beleuchten im aufgeklärten Sinne zu beleuchten, um die Menschen wieder Öko-Logos, Weltvernunft leben zu lassen.

-Wie kann man allen Ernstes „die psychologische Wende in der europäischen Religionsgeschichte in der Achsenzeit“ begründen, damit dem Übergang vom Mythos zum Logos, der von „jüdischen Propheten und griechischen Philosophen entdeckt“ wurde und dann weiter einen heilspredigenden Handwerksburschen aus Galilä sprechen lassen wollen???

Wo selbst Epikur, der Schutzheilige der Neuen Atheisten, die Notwendigkeit des Kultes als Bindeglied (auch von Innen und Außen, nach Assmann dem Herzen Israels, Mitte dessen Person) in antiker Kultur-Psychologik voraussetzte und Neuerung bedachte. Da kann man doch dem Neue Testament, damit auch den Geschichten jüdischer Geistesgelehrter, nicht weiter nur einen Landstreicher aus Galiläa unterstellen wollen.

Wenn Theißen vom „fröhlichen Herzen“ damit Gott lieben von ganzem Herzen in Bezug auf den Prediger Salomo (jüdischer Hellenismus, Weisheit pur) berichtet, beschreibt er das Herz der Antike als Zentralorgan zum „vernünftigen Menschen“ und die Bedeutung der Gottesliebe für das Leben.

Gott verheißt, dass er den Israeliten ein neues Herz und einen neuen Geist schafft, dass er seinen Geist in ihr Innerstes legt (heute sprechen wir einer intrinsischer Motivation des schöpferisch Gerechten. Die Ratio des Einen nennen wir Ökologie, reden von Autonomie oder Autokratie statt Außensteuerung durch falsche Autoritäten) damit sie seine Gebote im Geist der Weisheit/Erkenntnis, in einem Heilskönig erfüllen. Also der Handwerksbursch war das nicht, der das neue Herz schaffen, den neue Geist geben sollte, den Monotheismus Israels, bei dem JHWH, damit was schöpferisch wesentlich war und sein wird, gemeinsamen Grund, Sinn gab, als extrinsisches Zentrum dem Menschen intrinsisch einverleibt, ins Herz gepflanzt werden sollte.

-Ein Galiläer hatte auch nicht die Hände im Spiel, wenn die Dämonen vertrieben wurden, um die Menschen von falschen Lehren, bösen Geistern abzubringen, die „Logistikon, die Hierachie von Vernunft“ im jüdischen Personenkonzept zu erneuern. Als ähnlich wie bei Platon, der dies auch in Kult8ur)geschichten vermittelte, der Philosophenkönig als Messiasideal der griechischen Kultur, bei den Juden das in Schöpfung begründete, jetzt in Vernunft bedachte Wort und die Weisheit galt, um die Vernunft der Stoa lebendig werden zu lassen.

-Mann kann doch nicht das antike Judentum beleuchten, weit über das hinaus, was wir durch die Philoschriften wissen, wie über den Sinn und Grund der Welt reflektiert wurde und der statt falscher Geister, Mysterien, jetzt in Vernunft der so erklärte Sinn des Ganzen zur Welt zu bringen war. Und dann weiter einen Wanderprediger durch die Hochschule jagen, in dem dies alles begründet sein soll. (Ein Glück dass der hierbei auch aufgeführte Hirt des Hermas in seiner Geschichte nicht auch um den See Genezareth zog. Wo kein Jesusboot, allerdings Heraklesstatuetten ausgegraben wurden. Alles scheinbar vergebens, die ganze Forschung umsonst.)

-Wenn aber in Alexandrien Seelenärzte ihrer Zeit weit voraus waren, am Nervensystem arbeiteten, die Lebenskraft zur Verwirklichung schöpferischer Logik/Gerechtigkeit gebraucht werden sollte, wie wir „Lobe den Herrn meine Seele“ singen, da sollte der Mensch von seiner kurzsichtigen Gier und falschen Geistern befreit, zur schöpferischen/kreativen Ratio gebracht werden.

Heute predigen Sozialutopiker eine ganzheitlichen ökologischen Lebensweise. Die wir vergessen können, solange das nur politisch oder gar im Namen eines jungen Galiläer gepredigt wird, statt in Heidelberg christlich aufgeklärt die Vernunft zum Thema zu machen, die in Folge Moses als Josua galt. Die in der Alexandrien folgenden Kirche nicht selbst die Rolle Gottes einnahm, sondern im neujüdischen Herzen das bestimmen sollte, was bereits den alten Philosophen/Propheten schöpferisch wesentlicher Grund/gemeinsame Sinn… war und sein wird.

So einen Josua zu bedenken, der bei uns als Jesus und Gottessohn bedeutend ist und bleibt, bei unseren Brüdern durch den Propheten zur Welt gebracht wurde, so dort die Weltvernunft maßgebend macht, die auf sonst den Friedenkonferenzen vergeblich gepredigt wird. Wäre das wäre keine echte Aufklärung und auch Friedenarbeit, die durch Geisteswissenschaftler angepackt werden muss?