Sommersemester 2020

Auch im corona-bedingten Fernstudium haben die die gesamten Vorlesungen wieder mehr als deutlich gemacht: Es ist aufgrund heute gegeben Wissens höchste Zeit, das Wesen Jesus Christus, damit Sohn wie Vater, so die ihrem Namen verfassten Texte dort zu bedenken, wo wir die Welt in Ökologie oder kultureller Evolution, hierin eine im Sinn der Welt/Schöpfung begründete Weisheit nur gegenseitig predigen. Denn die könnte auch heute im aufgeklärten Verständnis der Tradition, des biblisch, wie im Koran verschrifteten prophetischen Wortes statt Mysterien- und Buchstabenglaube nationaler Traditionen zum wahren König, Gesalbten "Christus" mündiger Weltbürger werden. Die so von einem Sinn des Lebens, Weltganzen ausgehen, der Juden- wie Heidenchristen als höchste Wesentlichkeit (Theos) im Sinn Moses (JHWH) galt und so im Sinn der Natur, wie damit auch der eigenen Natur Zukunft gestalten, statt vernichten. 

Es ist hier nicht die vorausgesetzte historische Kritik, die Logik aufgrund des geschichtlichen Wissens, auch um kulturelle Entwicklung, sondern die vermittelte  Entstehung und  Bedeutung der biblischen Texte, wie das heutige Wissen um ihre Verfasser, was mehr als deutlich macht: Christus war keine Vision nach dem Tod eines Gurus oder ein Glaubenskonstrukt. Die in antiker Ökologie begründete Weisheit wurde von hellenistischen Juden als Wort im Sinn der Moses-Propheten (vorausschauenden Philosophen) verstanden. Die erkannte Weisheit jedoch nur gegenseitig zu predigen, brachte am Anfang der Kirche, bringt  auch heute nicht weiter. Sie kann und muss in aufgeklärt möglichen Vernunft-/Weltreligionen, die sich auf alte Kulturwesentlichkeiten berufen und in naturwissenschaftlicher Weisheit begründen, zur intrinsischer Motivation  (Weisheit als König in Kopf und Herzen) werden.  

So wurden die Lehrenden im Aufgreifen der einzelnen Vorlesungen gebeten, die Perspektive bzw. die Reihenfolge zu wechseln, um  die wissenschaftliche Voraussetzung zu schaffen. Damit die im ökologischen Weltganzen begründete Weisheit (Sohn) im gemeinsamen Sinn aller Welt/Natur (Vater) egal in welchen Namen kulturbestimmend werden kann.

Leben und Werk Paulus (Prof. Mathias Konradt)

Es reicht nicht zu vermitteln, wie es bei Paulus um philosophische Weisheit ging, Platon oder konkret dann Philo (damit jüdische Natur-, wie Religionsphilosophie) weitergedacht wurde. Wer die Aussagen über das Leben Paulus, allein beispielsweise die Herkunft aus Tarsus, einer von Strabon in Bildung und Weisheit über die antiken Metropolen gestellten Stadt, wie den geistigen Wandel vom Gesetzeseiferer zum Anhänger der Weisheit=Christus auch nur halbwegs ernst nimmt. Der muss die Hypothese vom Verfolger einer Heilspredigersekte, der nach Geisteblitz das Lager wechselte oder eine vom historischen Jesus unabhängige Theologie diesem aufsetzte, aufgeben. Egal wo die Paulusliteratur ihren Ursprung nahm. Bei dem, was wir im Namen Paulus lesen, geht es um einen hellenistischen Juden am Anfang der Kirche. Für den nun, wie wir das auch von Philo, wie dem weisheitlichen Judentum der zwischentestamentlichen Zeit wissen, die naturphilosophisch begründete Weisheit als schöpferisches Wort im Sinn der Propheten (JHWH) dort wahrgenommen wurde, wo wir heute von Ökologie oder Evolution sprechen, Christus im Sinn Josua, lat. Jesus war. So wird hier aufgrund heutigen Wissens unumstößlich begründet, wie antike Ökologie der Körper Christi, Grund von Weisheit, wie Offenbarung war.

Denn wie die intellektuelle Erkenntnis von Weisheit allein nicht reicht, ein Kult, wie die volksgerechte Vermittlung gebraucht wurde, die Weisheit damit das Kreuz der totgesagten und auferstandenen alten kulturwesentlichen, menschlichen Mittlergestalten tragen musste, war nicht nur das Thema von Paulus insbesondere im Korintherbrief, sondern der gesamten frühen Kirche.

Die Johannesapokalypse (Prof. Peter Busch)

Wo der Verfasser einer ganz bewusst im Stile der apokalyptischen Literaturform weisheitlicher  hellenistischer Juden der zwischentestamentlichen Zeit der Lieblingsjünger, damit ein in Ephesus, der Heimat von Heraklit, wie Thales & Co. von Vernunft-/Weisheitslehre (Logos=Christus) schreibender griechischer Philosophen war. Der den Heiden-Christen zuzurechnen ist. Die den Sinn des natürlich zusammenhängenden Weltganzen im Sinn von Zeus, wie JHWH sahen und dann auch in Synagogen verehrten. Der weiß, dass Johannes, gleichwohl er mit dem Evangelium vom Logos als Pantokrator (Zeus, JHWH) in Form eines Weisheitspredigers, wie auch im apokalyptischen Aufgreifen/Erfüllen alter Mythen die Menschwerdung von Weisheit in Kultur betreibt, nicht von einem jungen Mann oder einem Geistesgebilde ausgeht, sondern dem, was wir heute naturwissenschaftlich weitergedacht haben, sich "entwickelt" hat.

Auch wenn dieser philosophische Kopf des Heiden-Christentums eine Thron- und andere apokalyptische Visionen in Stile von Daniel, Ezechiel und Jesaja ausmalt. Dann hat er, wie die hellenistischen Juden, deren philosophische Bedeutung erkannt und beschreibt den Logos (Weisheit nach naturwissenschaftlicher Lehre)=Christus in einer Lammeschristologie für ein schöpfungsgemäßes Leben mündiger Menschen im Sinn aller Welt. Wie es die Juden erhofften, sich heute mehr denn als notwendig erweist. 

Christologie im Alten Testament (Prof. Manfred Oeming)

Wie der nach aufgeklärter Kritik als historischer Jesus übrig gebliebene junge Mann, der nur in Visionen seiner Anhänger Christus wurde, völlig unmöglich von antiken Denkern als die Erfüllung der alttestamentlichen Hoffnung, gar universale Erneuerung alter Christologie gewesen sein kann, ist eigentlich klar. Zumal völlig logisch ist, wie die nun naturwissenschaftlich, damit universal begründete Weisheit, die hellenistischen Juden als bestimmendes Wort im Sinn der Propheten galt, wie auf einem Sinn allein Seins (JHWH) verwies, damit der wahre Gottessohn, König im Sinn  Josua, lat. Jesus, als der nun weltgültige David "Christus" war.

Denn ob es einen König mit Namen Josua gab oder dieser die universale Form von David oder Salomo ist, erscheint ebenso unerheblich, wie deren leibliche Existenz oder das Leben der Hebräer im ewigen Exil, unter fremden Herrschern. Das Leben nach einer in Schöpfung begründeten Vernunft/Wort/ Weisheit in menschlicher Selbstbestimmung (damit wahrer König) war unabhängig von allem, was wir auch in den Kulttexten nachblättern, das christologische Ideal der Propheten als vorausschauenden Philosphen. Und wo das auf universale Weise bedacht war, zum Kult und so an Stelle von Kaiser und Mythengottheiten zur menschlichen Selbstbestimmung auch bei Römern und Griechen, wie dem Rest der Welt werden sollte. Da ist es völlig absurd, von einem bibelschlauen Handwerksburschen auszugehen, der als Weltkönig "Christus" gesehen oder ausgegeben worden sei. Dafür kommt nur eine menschliche Selbstbestimmung in Weisheit in Frage, wie sie im Zeitalter des nicht im Sinn allen Seins (der Natur/Welt) herrschenden Anthropozän, wie seiner Herrscher, heute mehr denn je gebraucht wird.

Lehre von Gott, Gottesbeweise (Prof. Friederike Nüssel)

Wo aus Christus ein Handwerksbursche wurde, den nach Sicht künftiger Pfarrer seine Anhänger zu etwas machten, was er nicht war und wollte. Und dieser dann weiter dem Buch nach als Grund des Glaubens, wahrer Sinn-/Gotteserkenntnis gilt, wundert es nicht, was dabei herauskommt.

Während alle Welt nach einer Lebenseinstellung im Sinn der Natur ruft, in -Krisenzeiten wie Corona noch offensichtlicher wird, wie nur in Kooperation, damit im gemeinsamen Sinn aller Welt (der den Alten als höchste Wesentlichkeit, Gottheit galt) die Probleme der Welt zu lösen sind. Da ist die Zeit abgelaufen, nur die alten vergeblichen Beweise eines biblisch vorgesetzten Gottesbildes nachzublättern, nach dem Wegfall des himmlischen Handwerkers, der sich als Designer alles ausdachte, nur dem Buch nach über ein Wesen nachzudenken, über das das nichts höheres zu denken sei. Wo Christus im Sinn der Antike dort wahrgenommen wird, wo wir von Ökologie oder einem natürlichen Lebensfluss, Evolution sprechen. Da ist dieser der einzige Mittler eines in vielen Namen zu verehrenden, heute offensichtlichen gemeinsamen natürlichen Grundes, Sinnes aller Welt, statt wissenschaftlich tot, höchst lebendig.

Während die Kinder in Freitagsprotesten weltweit in Ökologie, wie Kultur begründete Weisheit (Sohn, Christus) im Sinn aller Schöpfung/Welt (Vater) predigen. Und im Studium  wieder mehr als deutlich wurde, wie die in früher Ökologie begründete Weisheit das Kreuz der alten Kulturwesentlichkeiten, Mittlergestalten tragen musste, um als Christus zur universalen Bestimmung eines allumfassenden Kultes im Sinn Moses (JHWH) zu werden. Da macht es keinen Sinn nur dem Buch nach von Vater und Sohn zu sprechen, wenn nur von einem Guru ausgegangen wird. Vielmehr zeigt ein aufgeklärtes Jesus-Verständnis, wie Gott das Gegenteil von wissenschaftlich tot ist. Wie auch das Wort des letzten, arabischen Propheten im Sinn Allahs in Gegenwart dort zu verstehen wäre, wo die Weltorganisationen eine Weisheit im Sinn der Natur/Welt ausdiskutieren, wir auch im ganzheitlichem Sinn von Weisheit sprechen.