Die Kritik an Christen galt der Vernunft

die sich Göttern wie tauber Gesetzlichkeit, damit traditionellen Glaubensvorstellungen verweigerte 

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"Sturz der Titanen" von Peter Paul Rubens:

Die Erklärung allen Werdens auf logische/natürliche Weise, damit Vernunft/Logos statt Mythos/Götter und die davon ausgehende Verhaltenslehre war eine echte Kulturrevolution. Ohne ein aufgeklärtes Verständnis der daraus erwachsenen Kulturen ist deren heute täglich tobendem Kampf (auch zwischen naturalistischer Kult-ur-Verneinung und Aber- glaube trotzdem) nicht wirklich zu begegnen.

 Allein der durch Christenverfolgung kritisierte Sturz der bisher den römischen Staat tragenden Göttertradition lässt die Hypothese, bei Jesus habe es sich um jungen Mann gehandelt, zusammenstürzen. Der zum Christentum führende Geisteswandel, aus dem dann auch die Gestalt Mohammeds und der Islam hervorgingen, lässt sich bei Betrachtung einer natürlichen Kulturentwicklung nur in dem erklären, was die antike Aufklärung Vernunft nannteWas den Juden als Wort galt und nun in zeitgemäßem Verstand begründet wurde: Heute Weltvernunft, die beispielswiese als ganzheitliche Ökologie bezeichnet, dann auch als Weltethos und Humanismus gepredigt wird. 

Ein Mann Namens Jesus kommt in der Geschichte nicht vor

Mit dem Glaube an die Gottheit eines jungen Guru aus Galiläa ist der Geschichtsverlauf nicht mehr zu begründen. In Betrachtung einer natürlich-evolutionären Entwicklung kann dem damaligen Denken unmöglich weiter der Glaube an einen jungen Mann mit schöpferischer Funktion unterstellt werden. Mit dem lassen sich weder Reformbewegungen in jüdischer Bildung erklären, die nach einem neuen Bund (Verstand des schöpferischen Wortes) suchten, noch Griechen, die sich zum neuen, nun universalen Judentum bekannten. Alexandriens jüdische Bildung verstand im Logos (philosophisch definierter Vernunft) das lebendige Wort. Was heute gar als "Christologie" gilt. Gleichwohl absurderweise weiter unterstellt wird, ein Galiläer mit zufälligem Namen Jesus wäre als Logos gesehen und so in seinem Wesen jahrhundertelang diskutiert worden. Noch weniger kann  daher davon ausgegangen werden, das der Glaube an einen göttlichen Juden jetzt gebildete Griechen und Römer, die bereits einen Monotheismus monistisch bzw. in Vernunft bedachten, von bewährten Göttern abbrachte? Göttern, die als personifizierte Wesenheiten einer kosmischen und kulturellen Kreativität galten, die nun in Vernunft erklärt war.

 Antiker Aufklärung verstand den Logos/die Vernunftlehre als lebendiges Wort

Die Geschichte zeigt, dass der Logos (die damals nun auch für das menschliche Verhalten maßgebende Vernunft-Lehre vom natürlichen Werden nach universalen natürlich-kreativen Prinzipien) als das verstanden wurde, was den Juden als Wort galt. Was damit nicht nur den taub gewordenen jüdischen Bund in seiner zum Selbstzweck erstarrten Ritusversessenheit und Gesetzlichkeit auf neuen Beine stellte. Was vielmehr in seiner nun universalen Gültigkeit nun auch für Römer und Griechen Bedeutung hatte, die bisher trotz ihres in Vernunft philosophisch begründeten Monotheismus im Kult den Götterbildern opferten? Damit die nicht nur von Johannes als Thema seines Evangeliums vorgestellte Vernunft, die in ihrem kreativen/göttlichen und kulturellen/menschlichen Wesen auch für alle philosophisch-theologisch denkenden und argumentierenden Väter der Kirche galt, zum Kult wurde. Eine Vernunft über deren Wesen (wahrscheinlich erst seit der Reformation steht hier einheitlich "Jesus") bekanntlich Jahrhunderte heiß diskutiert wurde. Es daher um eine auch biblisch bebilderte "historische Wirklichkeit" ging. Denn da diese nicht ohne die bekannte Ausdrucksweise der Vernunft gewesen wäre, ist die menschliche Gestalt auch kein doketistisches Scheinwesen, sondern schöpferische Wirk-lichkeit in Kultur.

Römer und Griechen sind nicht "gutgläubig" zu einem Guru gewechselt

Die Entstehung des Christentums aus anfänglich vielfältigen Reformbewegungen im Judentum, wie bei den Bildungsbürgern einer römischen Hochzivilisation in Aufklärung kann nicht mit dem gleichgesetzt werden, was heute landläufig als "Glaube" gilt. Dies würde den Geschichtsverlauf geradezu auf den Kopf stellen.

Da waren keine Menschen, die "gutgläubig" weiter die Kirche besuchten. Es lassen sich keine Buchstaben- bzw. Bibelgläubigen, gar im Sinne heutiger (fälschlich sog.) Kreationisten erkennen. Auch waren keine einfältig Gestrigen oder Traditionalisten, die trotz allem Wissen oder aufgrund von Glaubensvorstellungen und Gefühlen ("man kann ja nie wissen, wofür es doch gut ist") jetzt an einen christlichen Gott glaubten. (In theologischen Meisterkursen wird  über die evolutionäre Funktion einer Aufpasser- Fiktion nachgedacht.) Es ging nachweislich auch nicht um einfältige Menschen, die sich im Stile amerikanischer Evangelisten überreden ließen. Der in Geschichtsrealität auszumachende Denkprozess bzw. die davon ausgehende kulturelle Auseinandersetzung, die dann zum Christentum und seiner Kirche führte, lässt vielmehr auf das genau Gegenteil schließen. Die antike Aufklärung hat sich von überkommenen Vorstellungen verabschiedet und über das Wesen der Vernunft, deren Bezug zu bisherigen Vorstellungen jahrhundertelang bekanntlich nicht nur bei Konzilen heiß gestritten. Ein weit über intellektuelle Diskussionen der Konzile hinausgehender kultureller und auch kriegersicher Kampf, der dann im Orient zum Islam führte.

Einzelnen Kaisern wie Konstantin kann man - auch wenn das unhistorisch ist - bezüglich ihrer Bekehrung alles mögliche unterstellen. Von nächtlichen religiösen Eingebungen bis zu reiner Machtpolitik. Doch wenn gebildete Römer und Griechen, die bereits einen Monotheismus in Vernunft begründeten, nun nicht mehr für Zeus und Jupiter opfern wollten, sondern sich für einen inzwischen universalen jüdisch-bildlosen Kult begeisterten. Dann lässt sich das nur in Vernunft (hebr. Wort, Vernunfthandlung) erklären. Die im Kult später als Jesus Kultur-geschichte bzw. Fleisch "wurde". Weder mit dem völlig belanglosen Wanderkyniker heutiger Hypothese,  noch einem diesem übergestülpten oder davon unabhängigen Kirchenkonstrukt lässt sich das Zeitgeschehen machen.

 Wer von "Gottesfürchtigen" ausgeht (besser: römische Bildungsbürger einer Hochzivilisation in Aufklärung, die aufgrund eines philosophisch in Vernunft offenbaren unsagbaren kreativen Grundes jetzt die traditionellen Götteropfer verweigerten). Und wer nicht mehr glaubt, dass ein Rotkäppchen aus dem Bauch des Wolfes wieder befreit wurde. Der kann den geschichtlich geschehenen Kulturwandel von einem philosophisch begründeten Monotheismus im Götterkult,  zu einem jetzt universal begründeten jüdisch-bildlosen Monotheismus ohne Götteropfer, nicht in einem jungen Mann aus Galiläa und seinen 12 Fischerfreunden oder einem Christusmythos erklären wollen. Der muss mit den Gaben heutigen Wissen die Vernunft bedenken, die damals galt und die in der Gestalt Jesus Geschichte machte, so "Christus" war.

Die Abkehr der daher verfolgten römischen Bürger vom Götterkult hat auf jeden Fall mehr mit der Situation auch heutiger Aufklärung zu tun, als mit der Bekehrung zu einem jungen Besserwisser und seiner Sekte.

Übertragungsversuch auf Heute:

Auch heute wird über das Wesen der Vernunft, auf die sich alle Wissenschaft, aber auch Atheismus, Naturalismus, Humanismus oder Ökologielehre berufen, heftig gestritten. Der Abfall der Glaubenslehren von vernünftig erklärter Kreativität des Ganzen, die für alle gilt,  die Aufspaltung der Kultur in Wissen und Aber-Glaube, mit allen Folgen, hat ihren Grund im Verständnis der kulturellen Wurzel.  Letztlich ist auch der eigentliche Grund für den derzeit Flucht und  Entvölkerung  des Orient auslösende Kamp der Kulturen (in die auch Energie-Interessen des auf materielles Wachstum angelegten Westens hineinspielen) hier zu suchen. Wer jedoch die Kulturgeschichte aufgeklärt betrachtet, der braucht nicht weiter den alten Götterbildern, traditionellen Vorstellungen sein Vermögen: Wissen, Vernunft oder Gefühl zu opfern. Er wird nicht weiter aufgrund naturwissenschaftlicher Erklärung den christlichen Kult  als gestrig verneinen, am Grund seines Glaubens zweifeln, sondern ihn so bestätigt sehen. Er wird kein vorgesetztes Gottesbild vergeblich beweisen wollen. Nicht Bauchgefühle, Buchstaben verschiedener Lehren, Götterbilder und im oft blutigen Kampf der Kulturen gegeneinander gerichteten Gründergestalten werden ihn dann in Veran-wort-ung nehmen. Vielmehr zählt dann das, was aufgrund natürlicher Erklärung für die gemeinsame Zukunft vernünftig ist. Was von einem gemeinsamen kreativen Grund des Ganzen (in der Lehre der Väter: Gott, Allah, Zeus) ausgeht, der bereits durch die antike Vernunftlehre erklärt/offenbar war. Nach hebräisch-prohetischer Sicht aber über das Wort (Vernunft) hinaus unsagbar, unbenennbar, unvorstellbar sein sollte.

1, Die Vernunft war der wahre Heiland und Grund kultureller Wende 

Wie auch die Kritik zeigt, war eine echte kulturelle Wende, die nach und nach die gesamte Gesellschaft betraf, bis hoch zu den Germanen und Kelten. Kein rebellischer Wanderkyniker, der sich als Geistheiler bei Einzelpersonen betätigte, hat ein die gesamte Welt-Gesellschaft umfassendes Heil bewirkt. Wer Ganzheit im Verhältnis zum schöpferischen Grund der Väter, dessen Neuverständnis bei abgeschnittener Kommunikation (im jüdischen Sinne Hören des Wortes) und damit Vergebung der Sünde bewirkte, sehend machte und Lahmheit zum Fortschritt brachte, das war die dann kulturgerecht zur Welt gebrachte Vernunft.

Da war kein schamanischer Wunderheiler, wie er heute von den Hochschullehren als historisch angenommen wird. Wenn nicht die Wunder gar rein literarisch begründet werden. Das bekannte christliche Sehen/Erkennen (Gnosis), ein neues Verstehen des in aller Natur und Kultur lebendigen schöpferischen Wortes/Logos, ging nachweislich vom Verstand aus. Da war kein Exorzist mit Namen Jesus im Sinne heutiger Teufelsaustreiber. Die Vernunft in Kultur(gestalt) hat die von der Tradition kritisierte Vertreibung der Geister bewirkt. (Ob auf griechischer, wie jüdischer Seite.) Die in Jesus (seinem Tod und seiner Auferstehung) geschehene Sündenvergebung, Versöhnung und neue Schöpfung, das war der sich in ganz natürlicher kultureller Entwicklung ergebende Neuverstand eines jetzt in Vernunft erklärten Geschehens als Schöpfung. Die nun nicht mehr von Göttern oder vor-gesetzten Gottheiten ausging. Bei Deutungen des neutestamentlichen Geschehen, die weiter von einem Guru an den Anfang stellen, kann logischerweise nur eine zum Himmel stinkende Notdürftigkeit herauskommen. Wenn das dann auch noch als Theologie bezeichnet und nicht nur von katholischer Dogmatik, sondern auch im Auftrag der evangelischen Landeskirche als Bedeutung von "Für euch gestorben" verbreitet wird, wunder es nicht, wenn die Theologie nicht als Wissenschaft ernst zu nehmen ist. Doch heutigen Schwachsinn vom geheimnisvollen Heilsgeschehen aufgrund der unerklärlichen Wiedererweckung eine Wunderheilers auch antiken Philosophen als Theologen unterstellen zu wollen, das ist allein mit Blick auf die Kritik an Christen wissenschaftlich unhaltbar.  

Ein kirchliches Christologie-Konstrukt oder der wunderwirkende charismatischer Guru (dem dann wieder ein Götterbart wachsen musste), waren nie Gegenstand der christengegnerischen Kritik. Die erst später entstandenen Jesus-Bilder bzw. bildhafte Ausdruckweisen der dann christlich zum Kultgegenstand gewordenen kreativen Vernunft, die in heutiger Forschung den Kopf gefangen halten, waren vielmehr den gewohnten Vorstellungen menschlicher Gottheiten geschuldet. Der heutige Unterschied zwischen Theologie und Philosophie war noch nicht. Auch wenn das vernünftige Denken dann verschiedene Wege ging. Was als antike Philosophie gilt, war Lieferant christlicher Theologie. Nur, dass sich die christlichen Denker dann nicht weiter der griechischen Götterbilder bedienten, sondern dem Volk ganzheitliche Vernunft in hebräischer Tradition vermittelte. So das Wort bzw. die auch für die Verhaltenslehren nun maßgebende Vernunft zum Kult wurde.

 

Anfänglich blieb die Vernunft auch als Kultgrund ohne bildhafte Gestalt. Die vereinzelte menschliche Ausdrucksweisen des Logos, wie hier bei einer Katakomben-Zeichnung aus dem 4. Jahrhundert in Philosophenform, entstanden erst im Lauf der Zeit. Auch bei den anfänglichen Darstellungen als Fisch oder guter Hirte bzw. Schaftsträger, was in der Antike gängige Allegorie für Menschenfreundlichkeit (auch der Götter) war, ging es ebenso wie dann beim Zeus-Pantokrator (mit Bart, im 6. Jahrhundert, beeinflusst vom byzantinischen Kaisertum mit dem Buch des Leben: Wort) um die Weltvernunft/Logos bzw. das in aller Natur/Schöpfung erkannte lebendige Wort. Der leidende Christi, mit dem sich die Menschen identifizieren konnten, kam erst im Mittelalter. Doch von Jesus-Bildern zu sprechen, stellt allein schon die Geschichte auf den Kopf. Denn der heute auch bei allen anfänglichen Kultlesetexten übersetzte  bzw. vorausgesetzte Name,  kam in heutiger Form erst durch die Reformation. Bei der Erasmus, Melanchthon und Luther den jetzt volksverständlich übersetzten Text als das wahre Wort über die kirchlichen Irrlehren stellten. Dabei auf die Antike, jüdische Weisheit zurückgriffen und den für sie als Wort geltenden, bisher in hoheitlichen Aussagen, als Herr, Christus und christologischen Formeln umschriebenen und für sie unbezweifelten Glaubensgrund volksverständlich einheitlich mit Josua, lat. Jesus übersetzten

2. Die Geschichte der Christen hatte eine realen Grund 

Zum Teufel mit den von Athanasius & Co. ausgewählten kanonischen Kultlesetexten, die im Lauf der Geschichte zum Volksverständnis immer weiter verflacht wurden. Zumindest, solange z.B. die Apostelgeschichte auf mehr oder weniger buchstäbliche Weise als die Entstehungsgeschichte des Christentums durch die Sekte eines für die aufgeklärte Welt dann völlig unbedeutenden Wanderpredigers gelesen wird. Zu dessen Gottheit ein Sektenverfolger nach einer Art Halluzination im Schnellreiseschritt gutgläubig-minderbemittelte Menschen (Gegner der Philosophie/des vernünftigen Denkens) rund um das Mittelmeer überredet hätte. Und wenn dann die heutigen Kritiker in ihrer meist buchstäblichen Nachlese zeigen wollen, wie alles Lug und Trug der Kirche oder die Kirchengeschichte teilweise erst eine mittelalterliche Erfindung sei. Dann gehen selbst scheinbar aufgeklärte Denker in ihrem Kurz-schluss den buchstäblichen Bildern der Kult-Geschichten auf den Leim.

Für heutige Pfarrer kann der christliche Glaube nicht wirklich einen Grund und eine Wende bewirkt haben. Nachdem im Studium nur ein mehr oder weniger göttlicher Wanderprediger an den Anfang gestellt, der statt des Mythos jetzt geltende Logos/Vernunft nicht bedacht wird, kann es für eine naturwissenschaftlich aufgeklärter Welt damals nicht wirklich was Neues gegeben haben. Selbst wenn ständig die theologische Bedeutung in Texten nachgeblättert und Sonntags in hohen Tönen von der besonderen Bedeutung des wahren "Gottessohnes" gepredigt wird. Dann war halt nur ein vorbildlicher charismatischer Sektenprediger, der alles etwas besser wusste, nach sozialen Reformen rief verurteilt und verherrlicht wurde. Die ganzen frühen Apologeten und Kirchenlehrer, für die es eindeutig um den Logos, die Vernunft allen Werdens in ebenso kreativer kultureller Umsetzung ging, werden als Verherrlichungsredner oder freie Konstrukteure an den Rand gedrängt. Manche Hochschullehrer empfehlen, auf die "Christologie" ganz zu verzichten, da dies für den jüdischen Dialog förderlich sei. Das "Neue" Testament wird in Wirklichkeit abgeschafft. Wenn nur ein Wanderprediger war, dann gab es nichts Neues unter der Sonne. Dann sind die Texte reine Verherrlichungsrede, für die alttestamentliche oder heidnische Geschichten aufgegriffen wurden. Mit den Kultlesetexten oder kirchlichen Dogmen kann man vieles machen. Die lassen sich als fiktive Konstrukte des Glauben eliminieren.  Doch die Geschichtsrealität, die deutlich einen kritisierten kulturellen Wandel zeigt, die lässt sich nicht so einfach killen.

Weit mehr als die biblischen oder kirchlichen Aussagen macht die anfängliche Kritik an Christen deutlich, dass etwas war, was eine kulturelle Wende, beispielsweise die Abwendung vom bewährten bisher staatstragenden Götterkult bewirkte und auch sonstige Kritik hervorrief. Die Reduzierung der christlichen Religion auf einen charismatischen, mehr oder weniger göttlichen jungen Mann, wie er heute in der Hochschullehre gilt, ist daher ungeschichtlich. Auch dem christlichen Kult den Grund nehmen zu wollen, eine Paulus-Fiktion oder ein Kirchen-Konstrukt anzunehmen, das geht nicht. Niemand kann davon ausgehen, das Römer, die nach und nach die Götteropfer verweigernden, wie ein angeblich sektenverfolgender Pharisäer, der sich jetzt Paulus nannte, vom Pferd gefallen sind oder sonst eine Halluzination hatten. All das, was egal von welcher Seite kritisiert wurde, lässt sich auch mit einem jungen Mann mit Namen Jesus (als mehr oder weniger Gott) nur erklärbar, wenn man an wundersame Märchen glaubt, stattt von natürlicher Kulturentwicklung ausgeht. (Oder anders: Eine Wissenschaft, die über die sozialen Hintergründe zur Verherrlichung eines jungen Guru nachdenkt, der zur Weltgeschichte wurde, die könnte auch Bücher schreiben, auf welche Weise Mutter Geiß ihre sieben Jungen gegen Wackersteine tauschte. Und welche Nadel sie benutzte, um dem Wolf den Bauch zuzunähen. Was jedoch keineswegs heißt, dass die Kultlesetexte des Kanon frei erfundene Märchen sind. Selbst die von den Gebrüdern Grimm gesammelten germanischen Volks-Geschichten hatten einen tieferen Grund, der nur allegorisch gedeutet werden kann.)

Wer konkret wissen will, um was es den vielfältigen urchristlichen Bewegungen rund um das Mittelmeer ging (damit auch in der Bibel bebildert wurde), was die historische Wirklichkeit des christliches Wesen war. Der darf nicht nur Kulttexte entblättern. Die nach den anfänglichen Denkern für den Volkskult gemacht wurden, so Homers Göttermythen ablösen sollten. Bei Marcion, der eine erste Neutestamentliche Schriftsammlung u.a. mit in Gnosis/neuer Erkenntnis entstandenen sog. Paulustexten herausgab, weil er im neuen jüdischen Kult die alten Lehren ablehnte, sollten mit der neuen Textsammlung auch die jüdischen Mythen von Moses &. Co. ersetzt werden. In diesen Kultlesetexten eines neuen (gewandelten: nicht mehr im Gesetz, sondern in Vernunft begründeten) monotheistischen Paradigma (Paulus), sind daher zwar auf volksverständliche und damit damals vernünftige Weise die theologischen Auseinandersetzungen der Anfänge bebildert. Doch die geschichtliche Wahrheit lässt sich besser in der Realgeschichte, dem damaligen Denken und Diskutieren betrachten.

Und was über die Christen gedacht wurde, kann bei verschiedenen antiken Autoren, gerade bei Kritikern, nachgelesen werden. Es wird Zeit, die Scheuklappen kindlichen Vorstellungen von Urchristen abzulegen und unvoreingenommen heute gegebenes geschichtliches Wissen auszuwerten. Um festzustellen: Die überlieferte Kritik am anfänglichen christlichen Kult, egal woher oder aus welcher Seite sie kommt, verweist nicht auf den allgemein als historisch angenommenen jungen Mann. Es geht in der Kulturentwicklung um die in antiker Aufklärung heiß umstrittene Vernunft.

Auch wenn in antiker Aufklärung andere Umstände waren, als heute. Die in ihrem Wesen diskutierte Vernunft hatte mehr mit heutiger Kulturdiskussion zu tun, als mit einem mehr oder weniger göttlichen Guru. Auch heute wird über das Wesen der Vernunft und seine Rolle im Verhältnis zum Glaubengrund der Väter heftig gestritten. Einerseits wird die Vernunft  als Grund des Kultes bzw. christlichen Glaubens völlig verleugnet. Und für die Naturalisten oder Humanisten hat die Vernunft längst die Rolle/Aufgabe der Glaubensvorstellungen der Väter übernommen. Ohne das Wesen der Vernunft in seinem Bezug zu den antiken Glaubenslehren zu bedenken, wie damals die Tradition auf allegorische Weise zu deuten, kann kaum bedacht werden, was damals das kritisierte Thema war. 

Die Kritik kam von den dem Kaiserkult treuen Römern, wie von der traditionsorientierten Bildung. Die dann meist weiterhin am Götterkult festhielt. Was heute als griechische Philosophie gilt. Die später jedoch von Seiten der Christen nicht wegen des gelieferten neuen monotheistischen Konzeptes abgelehnt wurde, sondern wegen ihres traditionstreuen griechischen Götterkultes. Auch wenn der längst in Vernunft bzw. philosophisch begründet war. Und bekanntlich kritisierte auch die traditions- bzw. gesetzestreue jüdische Seite. Doch an keiner Stelle der konkreten Kritik am Christentum kommt ein junger Mann als Gott vor. Der ist bei natürlicher Entwicklung auch nicht im Entferntesten machbar. Mit Blick auf die konkurrierenden Kultkonzepte der Antike wäre der - ob als einfacher Mensch oder gar als menschlicher Gott - in damaligen Zeiten undenkbar gewesen. Nirgends wird daher das kritisiert, was man heute als Ursprung annimmt. Vielmehr verweist alles, was wir über die anfänglichen Gegner des christlichen Glaubens und den Weg des Christentums wissen auf die Vernunft. Die sich gegen die Traditionshörigkeit oder menschliche Gottesbilder richtet. Und die im Kult jetzt statt der hellenistischen Bilder, den im prophetischen Monotheismus der bildlosen Hebräer bevorzugten. Weil das jetzt als Umsetzung von Vernunft gesehen wurde

Wer unvoreingenommen auswertet, was die Nichtchristen in den anfänglichen Christen sahen, warum diese verfolgt wurden und auch die Verteidigung der Kirchenväter beachtet, von denen der Philosoph/Vernunftlehrer Origenes das größte schriftlich erhaltende Zeugnis abgibt. Der muss die bisherige Hypothese vom mehr oder weniger göttlichen Heilsprediger oder gar einem reinen Hirngespinst zur Manipulation der Masse in den Mülleimer werfen.

3. Die gegnerische Kritik verweist auf die Vernunft

Sicher war bei den Kritikern auch viel Polemik unterwegs, die teils die christlichen Kultlesetexte gegen besseres Wissen in wörtlicher Weise anprangerte. Dabei jedoch ihre viel phantastischeren Götterepen nie wörtlich genommen hätte. Ebenso ist zu berücksichtigen, dass die philosophische Kritik nicht dem inzwischen in Vernunft begründeten und auch für Römer und Griechen geltenden Monotheismus (im Kult Zeus oder Jupiter) galt. Wie vielmehr neben der Ablehnung des traditionellen Götter-/Staatskultes die Ausdrucksweise der Vernunft in Form des Galiläers zur Kritik standen.

Doch allein schon bei Origines, der gegenüber der traditionstreuen Philosophielehre (Celsus) deutlich macht, warum es vernünftig ist, für die volksverständliche Ausdrucksweise der philosophischen Vernunftlehre die jüdischen Bilder, statt die griechischen Götter zu gebrauchen, müsste die heutige Hypothese kippen. Ebenso allein bei der Betrachtung der philosophischen Person des Christenkaisers Julian. Der gemeinsam mit den Kirchenvätern in Vernunft bzw. neuplatonisch ausgebildet war. Und der als Christ jahrelang noch "unheilvoll" über das Wesen der Vernunft stritt. Möglicherweise aus diesem Grund in seinen letzten Jahren im Kult wieder zur griechischen Tradition zurück wollte. (Weil ihm und den ihn umgebenden Denkern unmöglich das zu unterstellen ist, was heute als christlicher Glaube gilt, hier ein unumstößlicher Zeuge anfänglicher Vernunft ist, wurde ihm ein eignes Kapitel gewidmet.)

Aber auch alle anderen, allesamt aus der damaligen Bildung kommenden Kirchenväter (selbst wenn sich manche als eine mittelalterliche Erfindung zeigen sollten), erweisen sich ebenso als Zeugen der Vernunft, wie römische Kritiker oder allein die Betrachtung der Kultkonzepte, mit denen sich das anfängliche Christentum auseinandersetzte. Damit steht fest, dass die anfänglichen Denker nicht nur über das Wesen des Logos stritten und sich auf ihn beriefen, was allgemein anerkannt ist. Vielmehr wird klar, dass es nicht erst bei sog. Apologeten oder in der Kirche, sondern bereits beim anfänglichen Wesen des christlichen Kultes um die Vernunft in menschlich-kultureller Ausdrucksweise ging und nicht um einen jungen Mann als Gott

Allein die unvoreingenommene Betrachtung der beschriebenen Herkunft und der verschiedenen Denkweisen, mit denen sich der anfängliche christliche Kult und seine an das Judentum angelehnte Ausdrucksweise auseinandersetzen macht mehr als deutlich: Es kann unmöglich um das einem Heilsprediger aufgesetzte Hirngespinst gegangen sein. Der heute für historisch gehaltene Halbstarke, der war nicht. Doch warum der Vernunft als Galiläer im Laufe der Geschichte ein Philosophen- und Götterbart wachsen musste, das bei menschlichen Gottheiten gewohnten Menschen die Voraussetzung für die evolutionäre Entwicklung war, lässt sich erklären: Die die nach dem Wandel vom Mythos zum Logos fällige Ablösung der Götteropfer und Mysterien und die Kultbilder im Wandel der Zeit sind logisch.

Bildergebnis für bilder augustus  

Heutiger christlicher Wissenschaft ist klar, dass die Hoffnung auf den daher messianisch verehrten Friedenskaiser Augustus maßgebend für die Evangelien war. Wie in Ausformung von Logien (jüdische Weisheitslehren, wie hier deutlich wird, keine Mitschnitte der Ansichten eines angenommenen Guru) im Kultlesetext eine Lebensgeschichte entstand. Damit die christlichen Evangelien auch der "frohen Botschaft" vom römischen Kaiser nachgestellt wurden. Wobei neben den jüdischen Gestalten auch die griechischen Götter oder der römische Kaiser als Vorbild diente. Doch allein sich Augustus als echten großen Friedenbringer vor Augen zu führen, der selbst das Wohl der Menschen in seinem germanischen Herrschaftsgebiet und anderen römischen Provinzen im Osten anstrebte, macht es absurd, dass aufgrund einer religiösen Überredung  ein vom römischen Staat verurteilter junger Jude kurze Zeit später bei Römern an die Kult-Stelle von Augustus getreten sein sollte. Doch dass in antiker Aufklärung die kreative Vernunft nicht nur in der Philosophie den Ton angab, sondern dann nach und nach an Stelle kaiserlicher Autorität trat, liegt auf der Hand.

Auch wie sich allein in Berufung auf die Götter und Gesetzlichkeiten der Vorfahren die Kulturen bei noch so vielen Tempel und Theaterbauten, nicht auf einen zukunftsfähigen Nenner bringen ließen. Das alles war nur in Vernunft gegeben, die dann auch im Kult galt. Die damit den als irdisches Abbild/Repräsentant des großen Ganzen verehrten Kaiser ablöste. Auch wenn bis zum 2. Jahrhundert nur tote Kaiser als Gott galten, was so dem Bedarf nach einem sichtbaren Gott gerecht wurde. Das macht dann deutlich, warum später auch die Vernunft ein menschliches Gesicht brauchte, wie es den Orientalen in lebendigen Kaisern bzw. Pharaonen gegeben war.

4. Die Vernunft der Aufklärung rief nach einem Neuverständnis alter Religionen: Auf(v)erstehung

Nicht der Glaube an die Gottheit eines jungen Guru, sondern die Philosophie war es (besser die Vernunftlehre), die bekanntlich nach und nach den Kaisern und Göttern die Autorität streitig machte. Auch wenn sie sich die Vernunftlehre teilweise weiter der Astrologie, Mysterienreligionen und gnostischer Erlösungssystemen bediente. Von einem jungen Mann, der als Wort das Alte ablösend erfüllt haben soll, ist nirgends was zu sehen. Wenn die Mysterien auf göttliche Offenbarungen bauten, welche die Menschwerdung, die Auferstehung oder die göttliche Erhöhung des Kultgottes zum Inhalt hatte, letztlich den Menschen "eins" werden ließen mit Gott (Besser: dem schöpferischen/kreativen Ganzen, mit wir heute in ökologischer Lehre "eins" werden wollen),  Dann zeigt sich auch hier, wie das alles immer mehr in Vernunft erklärt wurde. Kein junger Mann oder Christusmythos  hat  den bereits in Vernunft erklärten Mithras (Iran, dann Europa) und seine Brüder Adonis (Syrien) sowie Isis und Osiris (Ägypten) abgelöst. Doch um die Geschichte weiterzuführen, musste der Vernunft ein bekanntes Gesicht gegeben werden.

Dieser göttererfüllten Zeit der Vernunft jetzt den Wechsel zu einem jungen Wundertäter mit Namen Jesus aufgrund religiöser Überredung unterstellen zu wollen, ist der Gipfel an Unlogik. Wie aber alte Kultformen in neuer Weise, in Vernunft bzw. Einheit verstanden und in eine neue gemeinsame Kultform überführt wurden, deren Vorbild auch für die Germanen annehmbar war, ist bekannt. Dass Römer, die auf monistische Weise alles Werden in Vernunft bzw. einem einheitlichen Grund des Ganzen erklärten, im Kult dafür selbst in der Pfalz gemeinsam mit den Franken Jupiter feierten, sich nach und nach zur Sekte eines Wandergurus bekannten und in seiner Person einen Monotheismus begründeten, ist völlig abwegig. Das geht weniger, wie die Weltentstehung in sechs Tagen. 

Das Magische, das selbst nach den Vernunftlehrern der Stoa wie Seneca, Marc Aurel oder Epiket die wissenschaftliche Astronomie wieder durch ein neue Astrologie verdrängt haben soll und magische Heilungen, Wundergeschichten statt medizinische Wissenschaft in den Schatten stelle, rang nicht mit einem jungen Mann, sondern mit der Vernunft. Die damalige Bedeutung und kulturelle Wirkung der Mysterien macht aber auch klar, wie die Vernunft ohne Wundergeschichten wirkungslos geblieben wäre.

Doch nicht nur im gesamten römischen Reich hat die Aufklärung nach religiöser Erneuerung und nach einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit dem Alten gerufen. Mehr noch ist in Galiläa, wo die Jesusgeschichte spielt, ein geistiger Wandel, ein Ruf nach Erneuerung auch der jüdischen Tradition in aufgeklärter Synthese verschiedener Kulturen zu beobachten. Denn die Aufklärung und der Hellenismus sind nicht spurlos an der als Fremdkörper in feindlicher Umwelt gesehen jüdischen Denkweise vorbeigegangen. Die Juden grenzten sich seit ihrem aus persischer Philosophie (vom kreativen Weltgeist-/ganzen ausgehenden) und ägyptischen Theologiemodellen erwachsenen Monotheismus von der Umwelt ab. Durch Rückprojektion und Bezug auf alte Mythen gaben sie sich eine Kulturgeschichte in Abraham oder den für die Weisheit stehenden Großkönigen David und Salomo. Wer sich auf eine so königlich personifizierte kreative Weisheit, den auf Wanderschaft, im ewigen Wandel befindlichen Monotheismus als Moses bzw. den neuen Bund des Wortes/der Vernunft bewirkenden Josua (Jesus) berief, lehnte Polytheismus, Synkretismus und die orientalischen Gottkönige ab. Doch ein junger Mann ist für theologische Denker, die sich dann auf den prophetischen Monotheismus des Exils bezogen, diesen als erneuert sahen, so wenig machbar, wie ein Christus-Mythos. Noch weit weniger wie für die griechischen Denker eine einzelne menschliche Person oder ein Mythos als Autorität ihrer Lehre galt, wäre dieser für den prophetischen Monotheismus und seine Lehren/Gebote maßgebend gewesen. Selbst wenn man weiter Moses als einen alten Mann betrachtet, David gegen alle archäologische Erkenntnis als Großkönig und Tempelbau. Die Erneuerung durch einem jüdischen Guru als neuen Monotheismus bzw. Glaubensgrund, der passt nicht in die Geschichte. Zumal der prophetische Monotheismus des Exils, der sich in diesen Geschichten eine Geschichte gab, seinen Grund nicht in Menschen, sondern dem kreativen Ganzen hatte.

Um zu erkennen, dass kein junger Wanderkyniker in seiner Person, sondern die Auseinandersetzung mit der Vernunft der Zeit die Erneuerung war, sind gerade die jüdischen Wurzeln zu bedenken. Allein die Hebräer als ein Natur-Himmelsbeobachtendes Denken, das die Vernunft kreativer Wirklichkeit in seiner Sprache bzw. dem hebräischen Alphabet nachzeichnete (so das Wort begründete), lassen keinen jungen Mann als neues Wort zu. Ebenso wie die jüdischen Kabbala, die noch auf mystische Weise Modelle eines kreativen Weltganzen deutete, an das sich die Menschen in ihrer Kultur zu halten hatten. Was ja letztlich auch Thema der gesamten jüdischen Weisheit in ihrer theologischen Vielfalt war. Und dass griechische Denker wie Theophrastus in Hochachtung vom Judentum sprachen und eine Übereinstimmung zu ihrem Denken, den Geboten und der Lebensführung suchten, ist bekannt. Ebenso wie umgekehrt jüdische Theologen Pythagoras und Platon als legitime Schüler dessen betrachteten, was sie als Moses bzw. prophetisch bezeichneten. Doch der Grund aller damaligen Philosophie war nie der Philosoph selbst. Mit einem jungen Mann, der in seiner Person der neue Grund des nun universal geltenden, die Götter verdrängenden Monotheismus war, kann ein junger Mann oder ein Glaubenskonstrukt gewesen sein.

Auch wie in Auseinandersetzung mit dem Hellenismus und der Aufklärung neben gegenseitiger Ablehnung, in den der  jüdischen Diaspora ein Weiterdenken der Tradition war, lässt sich nachzeichnen. Ebenso wie die römischen Denker weiterhin den jüdischen Kult als barbarisch betrachteten und polemisch angriffen. Gleichzeitig aber in den Bildungsmetropolen wie Alexandrien (Philo) die jüdische Reform nun ihre Religion in Vernunft der Zeit begründete. Was ja übrigens als "Christologie" gilt, die in die Kirche mündete

Wie absurd die Vorstellung ist, dass ein junger Rebell als Christus die Erneuerung der jüdischen Tradition war, dabei die sich allein auf das alte Gesetz berufende Traditionslehre (nicht nur bei Marcion) völlig aushebelte, lässt sich auch bei allen anderen Denkweisen bzw. Entwicklungen der Zeitenwende im Judentum sehen. Allein die Entstehung der Synagogen, die mehr als Opfertempel eine Stätte auch inhaltliche Auseinandersetzung mit sich brachten, spricht Bände. Eine Erneuerung des alten Bundes im Denken der Zeit, wurde auch rund um Jerusalem gesucht. Wie nicht nur eine Abgrenzung, sondern eine geistige Auseinandersetzung zwischen den altjüdischen und neuen hellenistisch beeinflussten Denkweisen war, dazu die alttestamentlichen Texte auf allegorische Weise gelesen und neu bedacht wurden, wird in den Funden aus Qumran belegt. Der dort gesuchte neue Bund hoffte auf den neuen Verstand des Wortes. Mit der Witzfigur, zu der im Kurz-schluss von Halbaufklärung der junge Guru rationalisiert werden muss, wäre danach nie die Lösung gewesen.

Dass eine Vielzahl von verschieden, weit über sog. Pharisäer, Sadduzäer, Essener hinausgehenden Denkbewegungen war, wird allein bei Moriz Friedländer aufaddiert. Es waren vielfältige Reformbewegungen, die sich immer wieder gegen Neuerungen des Hellenismus abgrenzten, aber gleichzeitig mit dem philosophischen Denken in sog. Makkabäerzeit auseinandersetzen. Somit wird deutlicher Beleg: Wer den Tempel reinigte, sich mit den Pharisäern und Schriftgelehrten auseinandersetzte und die Tradition auf neue Beine stellte, war kein egal wie wiedererweckter junger Mann. Wie das, was den Juden als Wort galt und Grund der sich bisher abgrenzenden jüdischen Tradition war, die jetzt in Vernunft begründet/erfüllt und erneuert wurde, lässt sich jedoch im Zeitgeschehen beobachten. 

Wir wissen auch, wie der Tempelkult in die Jahr gekommen, theologisch taub und auch sonst Ritusversessenheit oder eine zu Selbstzweck gewordene Gesetzlichkeit war. Was soll aber alles Wissen über den Ruf nach auch jüdischer Reform und die gesamte jüdische Apologetik, die Abwehr und die Aufnahme neuen Denkens, die ausgegraben wird oder bereits auf dem Tisch der Theologen liegt, vielfach in ihrer theologischen Bedeutung beschrieben wird? Wenn dann weiter nur ein Wundertäter ins Rennen geschickt wird, hätte man sich alles Wissen sparen und statt zig tausende von Büchern zu schreiben, den Wald schonen können.

Wer dann auch noch Konstantin unterstellt, er hätte sich als kosmosfrommer (der Sonnenordnung höriger) Kaiser einem gekreuzigten jungen Judenrebellen angeschlossen und zu dessen Ehren als neues Licht der Welt wäre dann der Sonntag gefeiert, die Geburts- bzw. Weihnachtsgeschichte auf die Wintersonnenwende gelegt worden. Der verwirft alles Wissen. Auch zu denken, die Geburt der Götter, des Horus oder Isiskindes sei einfach auf einen jungen Guru übertragen worden und was sonst noch aufgrund der Heilsprediger-Hypothese angeführt wird, ist undenkbar. Selbst wenn in Dionysos &. Co. nicht Vergötterung der nun in Vernunft erklärter Natur- und Kulturwesenheiten gesehen worden, sondern ein menschlich vor-gesetzter Designer (nach leseweise heutiger Buchstaben-Kreationisten). Dass man einer Zeit, die die Götter ablehnte und den Monotheismus der Väter, wie die Verhaltenslehren/-gebote in der Vernunft der Zeit begründete, jetzt einen jungen Mann bzw. einer charismatischen Persönlichkeit mit zufälligem Namen Jesus als Messias sah, das geht nicht. Die Autorität ging in diese Zeit nicht mehr wirklich von den Kaisern, aber noch weit weniger von einem jüdischen Angeber aus, der deswegen hingerichtet wurde. Es war die nun in Vernunft erklärten kreative Realität, die heute nur andere Namen hat. Die nicht nur in philosophisch-theologischen Verhaltenslehren den Ton angab. Die das lebendige Wort der Juden verstehen ließ. Das Abbild schöpferischer Realität/Autorität und damit die einzige Offenbarung dessen was sonst unsagbar sein wird, war die Lehre der Vernunft. 

Nicht nur weil ein Großteil der Lehren Jesus dort begründet werden, wo der Logos und nicht ein zufälliger einzelner Denker galt, sondern weil die Vernunft das theologische Thema der Zeit war und zur wahren Erneuerung führte, muss auf neue Weise die Wurzel westlicher Kultur bedacht werden. Wenn wir uns von den kindlichen Bildern von klein Jesus verabschieden, nach denen die heutigen Theologie-Studenten ihre Lehrer nachbeten, liegt eigentlich alles liegt auf der Hand. Die Entstehung des Christentums als Erneuerung des jüdischen Kultes lässt sich ebenso in Vernunft begründen, wie die Ablehnung der alten römischen Götter. Die Zeit dessen, der heute selbst von den ärgsten Kritiker (die teilweise gar seine Existenz abstreiten), als historisch angenommen, alles zum groooßen Geheimnis, zum Christus-Mythos oder Lug und Trug kirchlicher Theologie und gesellschaftlich bedeutungslos wird, ist endgültig um. Mit dem egal wie gearteten jungen Mann an den aufgrund ihrer Lebensprägung selbst Kirchenkenner wie Benedikt XVI. festhalten, die sonst das Wesen des christlichen als Weiderdenken griechischer Logos-Philosophie und mit Verstand sehen, ist all das, was wir wissen, nicht zu machen. Die von Benedikts Nachfolger (im Zuspruch selbst von Fiedel Castro) geforderte ganzheitliche Ökologie (der in ganzheitlicher, kreativer Vernunft begründete Weltethos) ist nur zu verwirklichen, wenn hier aufgeklärt das verstanden wird, was damals in Kritik stand und in der Kirche der westlichen Welt als Jesus Geschichte schrieb.

5. Die Kritik von Seiten der Juden, wie der Römer verweist auf die Vernunft

Nicht nur für Plinius galt der als Christ, der sich nicht am Kaiserkult beteiligte und den römischen Göttern opferte. Der sich weigerte so letztlich auf traditionelle Weise nicht nur dem Grund allen Seins, sondern auch dem Staat zu danken und zu dienen, die römische Staatskultur aufrecht zu erhalten.

Doch die kritisierte Ablehnung des Götterkultes, die auch von traditionsorientierter Theologie/Philosphieaufklärung zunehmend in Frage standen und längst vernünftig erklärt wurden, geschah ausschließlich aus Gründen der Vernunft. Nach der man nach dem Wandel vom Mythos zum Logos auch die Welt und das menschliche Verhalten (incl. ihrem Kult) erklärte. Mit dem Glaube an einen jungen Mann als Gott kann dies alles nichts zu tun gehabt haben. Der kommt auch in der Kritik mit keiner Silbe vor. Dass damalige Denker (ob von jüdischer oder römischer Seite) sich mit einem als Häretiker hingerichteten Heilsprediger, gar als Gott auseinandergesetzt haben sollen, ist ja auch einfach unbeschreiblich. Doch das ist mit Sicherheit nicht der Grund, dass davon nichts geschrieben steht. Vielmehr zeigt die Kritik, wie auch die zu erneuernden Kultkonzepte der Kritiker, wie absurd die heutigen Hypothese vom mehr oder weniger herrlichen Heilsprediger ist.

Die Christenverfolgung im Römischen Reich vollzog sich zunächst lokal begrenzt, später kaiserlich angeordnet, gesamtstaatliche und systematische Maßnahmen, um die neue Religion in ihrem Wachstum aufzuhalten, sie bei der Integration in das römische Reich zu hindern, ist unter Wiki zu lesen.

Und schon ein Satz weiter wird klar, dass das Wachstum dieser neuen als Anti-Religion verurteilten Richtung nicht aus der Überredung eines zum Paulus gewandelten Sektenverfolgers oder auf ähnlich absurde Weise hervorgerufen wurde. Denn keine der verschiedenen urchristlichen Denkweisen bzw. Gruppen, die existierten und nachweislich verfolgt wurden (die auch keine nachträglichen Konstrukte der Kirche zur Vergottung ihres Gründers waren, wie heute oft unterstellt), kann auf diese Weise erklärt werden. So wenig wie die philosophsiche Erkenntnis (Gnosis) lassen sich Markioniten, alexandrinische Karpokratianer oder ander nicht genannte urchristliche Denkweisen, die großteils von der Kirche als Häresien abgelehnt wurden und daher bei der Suche nach dem historischen Jesus meist nicht weiter bedacht werden, in einem jungen Guru begründen.

Das Neue Testament ist keine freie Erfindung. Doch dass für theologische Denker, die wahre Juden sein wollten, sich auf die menschliche Götter bzw. Götterbilder verdammende Propheten beriefen nun einen Ihresgleichen als Gott ansahen oder als Götteropfer verweigernde Römer deswegen kritisiert wurden, das ist nicht nur unhistorisch. Das ist einfach völlig unmöglich. Dass aber die Vernunft den Traditons- bzw. Gesetzeshörigen Juden, den Schriftgelehrten und Pharisäern ein Dorn im Auge war und auch von römischer Tradition im Prozess der Zeit(entwende) abgeurteilt wurde, liegt auf der Hand.

Juden wie Christen lehnten die Vergötterung von Menschen ab. Hier hätte sich der Konfliikt mit dem römischen Kaiserkult angebahnt, ist richtigerweise zu lesen. Doch wieso dann theologische jüdische Denker bzw. Reformer einen Jungzimmermann vergöttert haben sollen, worauf die heutige Hypothese hinauslaufen muss, ist unerklärlich. Und wer einfach davon ausgeht, dass das minderbemittelte Menschen waren, der muss alle täglich erscheinenden Bücher verbrennen, wo junge Doktoranten ebenso wie ihre Lehrer die oft hochtheologische Bedeutung oder die Bezugnahme der Bilder und Geschichten auf alttestamentliche Vorstellungen beschreiben. Mit antiken Theologen dieser Art (die sich eh auf Vernunft beriefen) ist kein junger Mann als Gott machbar. Weder für Römern dieser Zeit und noch weit weniger, denen, die als Juden galten bzw. an die jüdische Tradition "christlich" anknüpften, kann das unterstellt werden.

Der Bezug auf den bildlosen Kult der Propheten, ebenso wie die Betrachtung der Christen als jüdische Sekte oder Sonderform des Judentums durch die Kritik macht mehr als deutlich: Um einen jungen Mann, den man zu Gott machte bzw. als solches sah, kann es anfänglich nicht gegangen sein.

Auch wie eine solche absonderliche, einen Wanderkyniker vergötternde, damit völlig unbedeutende Sekte anfänglich gar im Jerusalemer Tempel und in der Synagoge gepredigt haben soll, ist bei Licht betrachtet unerklärlich. Denn mit Hebräern, die in ihrer Sprache die schöpferische Natur nachzeichneten, auch weiteren in Vorgängerlehren wie der Kabbala auf noch weitgehend mystische Weise ein Weltsystem entwickelten und dessen Einhaltung als maßgebend sahen. Oder die im Exil Zarathustras Monotheismus von der Kreativität des Welt-Ganzen weiterdachten und vor Bildern und Begriffen warnten. Mit denen ist kein jungern Mann als Gott zu machen. Wie aber das nun in Vernunft erklärte Weltsystem bzw. der so jetzt philosophisch erklärte Monotheismus als Reform des prophetische Anfangs, Erneuerung des jüdichen Bundes gesehen wurde, ist logisch.

Wenn die Apostelgeschichte den Pharisäer, der Paulus ausgebildet haben soll, eine christliche Fürsprache halten lässt, dann weist selbst dies auf die von Schöpfung ausgehende Vernunft. Von der Sekte eines göttlichen Junghandwerkers hätte kein damaliger jüdischer Denker gesagt:

´Ist ihr Rat oder Werk aus Menschen, so wird es untergehen, ist es aber aus Schöpfung, so könnt ihr sie nicht hindern..

Es lassen sich unzählige weiter Bibelzitate auffinden, die auf die schöpferische Funktion Jesus hinweisen. Doch hier wird keine Exegese von Kultlesetexten betrieben. Doch auch wenn die Bedeutungsaussagen durchaus auf das reale Geschehen hinweisen, so soll dies hinterfragt werden. So wenig wie der Anfang des Monothesimus eine Arbeiterflucht war, kann die Reform die Überredung zum Glaube an an einen leiblich oder im Geist der Gemeinde als göttlich wiedererweckten jungen Mann gewesen sein. Das geht einfach nicht. Im Prozess der Real-Geschichte stand kein junger Mann als neuer König. Von römischer, wie von jüdischer Traditionshörigkeit wurde die Vernunft verurteilt, die jetzt in der gesamten Philosophie/Theologie den Ton angab. Sie war es, die zur immer kräftigeren und nicht mehr auf Juden beschränkten Kritik an menschlichen Götterbildern, aber auch zur Kritik an taub gewordenem Tempelkult, Ritusversessenheit oder einer zum Selbstzweck gewordenen Gesetzeshörigkeit führte. All das, was sich realgeschichtlich in einer Vielzahl von Bewegungen innerhalb des Judentum oder den dann als Christen geltenden Denkweisen beobachten lässt und auch in den biblischen Bildern/Kult-Geschichten zum Ausdruck gebracht wird, lässt auf Vernunft schließen.

"Sie werden euch den Gerechten übergeben, und in den Synagogen werdet ihr geschlagen werden, und vor Fürsten und Königen werdet ihr geführt werden um meinetwillen."

Alles was der in Neuzeit erst Josua, lat. Jesus genannte Grund christlichen Glaubens sagt, wie hier bei Mk 13,9-13, können nicht die aufgezeichneten Worte eines selbstherrlichen Wanderkynikers gewesen sein, der sich für den schöpferischen Grund in Person hielt oder dem das zur Vergötterung in den Mund gelegt wurde. Es ging um ein neues jüdisches Paradigma, das seinen Monotheismus und seine Verhaltenslehren nun in Vernunft begründete. Das überkommene jüdische und römische Vorstellungen und Kultprakitiken aus Vernunft ablehnte. ´

Die gesamte Auseinandersetzung des römischen Kultes mit dem Judentum, als dessen Sonderform dann die Chisten gesehen wurde, verweist darauf, dass es den Urchristen nicht um das ging, was heute als geschichtlich gilt bzw. untersucht wird.

Die Römer verehrten ursprünglich abstrakte Numina, das heißt kreative Kräfte, die sie in der Natur, wie auch im menschlichen und staatlichen Leben am Werk sahen. Später gaben sie diesen Wirkkräften Namen wie Mars, für die Kraft des Krieges oder Venus, für die Kraft der Liebe. Aufgrund dieser Vorstellungen fiel es den Römern leicht, die eigenen Götter mit denen anderer Völker zu identifizieren. Doch wie Denker in Hochzivilisation, denen die Vernunft heilig war, weil sie jetzt damit die kreative Natur und Kultur erklärten, dabei den Vater aller Götter als Zeus oder Jupiter bezeichneten, zum Glauben an die Gottheit eines jungen Mannes als wahren Friedenskönig und Messias überredet wurden, ist unerklärlich. Dazu hätte man den theologisch denkenden Römern den Kopf abschlagen oder diesen ausschalten müssen. Selbst bei noch so großen Halluzinationen hätten die den heute geltenden Junghandwerker nicht als das gesehen, was am Anfang galt, mehr als Götter und wahrer Augustus war. Es kann bei allem was wir wissen, nur um die damals geltende Vernunft gegangen sein, die mehr als menschliche Könige nun das Maß menschlichen Verhaltens und auch Grund des neuen "christlichen" Kultes war.

Wenn Christen anfänglich gar in Rom toleriert, nur ihre Intoleranz gegenüber dem traditionellen Staatskult, den menschlichen Gottheiten, in Kritik und Verfolgung stand. Dann zeigt all dies: Am christlichen Anfang kann kein junger Mann als Gott gewesen sein. Aber noch weniger kommt der junge Mann oder ein reines Hirngespinst (ein Christusmythos, was beim Kurz-schluss heutiger Kritik hinten herauskommt) dafür in Frage. Das war weder mit Juden, noch Römern machbar.

Der Staat lies sie zunächst gewähren und nötigte sie als jüdische Sekte nicht zur Verehrung der Kaiser. Er schützte sie aber auch nicht gegen örtliche Willkür. Erst zunehmend wäre ihre Religion wegen des unaufhaltsamen Wachstums als staatszersetzend und gefährlich gesehen worden, schreibt Wiki. Und auch durch die Abgrenzung gegenüber den sich nur auf ihre Tradition berufenden Juden seien die Christen dem staatlichen Schutz des jüdischen Kultes entzogen worden. All das, was wir heute wissen, lässt unmöglich auf einen jungen Mann schließen, der mehr oder weniger Gott war.

Warum aber mehr noch als die Juden, die die menschliche Vergötterung nur für sich selbst ablehnten, nun mehr noch die Christen in Kritik waren, wird klar. Zumindest wenn man bedenkt, wie die Christen sich nicht mehr nur auf die jüdische Tradition beriefen, sondern die auch für die Griechen universal geltende Vernunft. Wie so die menschlichen Götter immer mehr, nun auch von Römern bzw. Griechen verneint wurde, ist logisch. Die gesamte Mission dieser neuen Form des Judentums, die weit mehr als bisher die Juden nicht nur für sich selbst menschliche Götter als unvernünftig verwarfen, ist nicht mit einem jungen Mann zu machen. Noch weniger einem Guru als wahren Gott und Kaiser. Sie ist jedoch völlig logische, wenn man wie bei Johannes die auch den anfänglichen Denkern geltende Vernunft an den Anfang stellt.

Die universale Gültigkeit des jüdischen Monotheismus, der nun auch für "Gottesfürchtige" (römische Staatsbürger nach griechischer Vernunft bzw. Bildung) galt, die daher den römischen Staatskult als dekadent empfanden, hat ihren Grund in Vernunft. Nicht in der Vergottung eines jungen Juden.

Auch wenn sich die Christen z.B. im Namen eines Tertullians verteidigten, dass sie auf neue Weise wahre römische Staatsbürger sein wollten, nicht nur für das gemeinsame Wohl beten, sondern ihr neuer Kult dazu erst die Voraussetzung biete. Dann kann es bei Christen nicht um einen wundertätig-heiligen Junghandwerker gegangen sein. Der oder dessen Vergötterung als Grund eines Kultes, das wäre ein Rückschritt in eine Zeit, der eigentlich gar nicht zu realisieren ist. Denn selbst in den Mythen galten in Wirklichkeit keine Menschen als Götter, sondern waren Wesenheiten des noch im Mythos erklärten Werdens das Thema eines kreativen Ordnungssystems, an das sich der Mensch zu halten hatte. 

6. Die Christenverfolgung im römischen Reich

In Zeiten antiker Aufklärung ist die Kritik am menschlichen Götterglaube, die bereits lange vor sog. Christen in der Philosophie und Vernunftlehre laut war, völlig logisch. Während sich Juden nur auf ihr Gesetz beriefen und deswegen die Götter wie die Kaiservergottung ablehnten, galt jetzt kein junger Mann, sondern führte die Vernunft, in der auch das kulturelle Vergehen und Werden erklärt wurde, zu einer um sich greifenden Ablehnung des bisher staatstragenden Götterkultes. Leberschau, Mysterien oder die Vergottung von Menschen waren in Vernunft nicht mehr machbar. Ein junger Rebell mit Namen Jesus, der als wahrer König oder gar Gott gesehen wurde, kommt weder in Kritik vor, noch kann er der Grund der zu beobachten Realgeschichte gewesen sein.

Claudius (41-54)

Bereits bei Claudius war die jüdische Religion in Italien verboten, weil sich die Juden auf das 1. Gebot beriefen, zu dem das Bilderverbot gehörte. Doch dass sich diese Seuche jetzt über die ganze Welt verbreite, nicht wie die Juden nur auf das eigene Gesetz berief und den Rest in Ruhe ließen, lässt sich nur in Vernunft erklären, die jetzt universal das theologisch-philosophische Thema war. Ein junger Mann mit Namen Jesus, zu dessen Gottheit ein Wendpharisäer die Römer überredet hätte, hat mit all dem Nichts zu tun.

Nero (54-68)

Auch dass Christen mehr als Juden als Verursacher von Konflikten gesehen oder gar für alle Überschwemmungen und Feuer verantwortlich gemacht wurden, ist klar. Der Götterkult und menschliche Kaiser, wurde selbst von Seneca  (der wie er im eignen Abschnitt deutlich macht, Nero vergeblich zum neuen Augustus machen wollte) als Grant für das Wohlergehen gesehen. Auch wenn für Denker wie Nero die Vernunft das Maß der Dinge war, so waren im Volksglaube die traditionellen Bilder und Gottheiten maßgebend. Die Verweigerung der Götteropfer aufgrund der Vernunft wurde daher für alle Katastrophen verantwortlich gemacht.

Seneca war noch kein Christ. Auch wenn ihm als Denker der Stoa die Vernunft heilig und Maß der Dinge war, so galten noch den Philosophen noch die im Logos gelesenen Götter. Er wollte noch Nero zum Augustus/Messias machen. Was bekanntlich kräftig in die Hose ging und so auch deutlich macht, warum die menschliche Kultur neue Wege gehen musste. Auch warum auf diesen Wegen, bei denen die Vernunft galt, die Menschen Gesichter, einen begreifbaren, sichtbaren Gott auf Erden brauchten und daher die Geschichte so verlaufen ist, lässt sich in Vernunft erklären. Nicht jedoch mit einem jungen Mann oder einem Christusmythos.

Domitian (81-96)

Der jüdische Aufstand in Palästina zeigt, wie es sich als Fehlversuch erwies, allein im großartigen Bau der jetzt für Juden und Griechen zugänglichen Tempeln und Theater die Kulturen auf einen neuen gemeinsamen Nenner zu bringen. Wo das Kaiserbild im Tempel dann Tumulte auslöste, hat kein junger Mann seine Hände im Spiel gehabt. So wenig wie beim kaiserlichen Vetter und seiner ebenso verbannten Frau und den vielen anderen Römern, die die Staatsgötter nun ablehnten, als atheoi galten und verfolgt wurden. Nicht die Gottheit eines jüdischen Guru oder eines Hirngespinstes, zu dem man Römer überredete, wurden verfolgt. Vielmehr geschah die Ablehnung der menschlichen Götter aus Vernunft, richtete sich an die Anhänger eines neuen Kultes, der den Logos nun in jüdischer Form zum Grund hatte. 

Und so wenig wie heute, wurde damals der Friede zwischen den Kulturen durch einen Guru hergestellt, der einen Synkretismus predigte. Die Versöhnung der Kulturen, die allein mit Steinbauten nicht möglich war, wurde in Vernunft bewirkt, die für Griechen und Juden im gleichen Maße galt, universal begründete Versöhnung war.

Trajan (98-117)

Auch in dieser Zeit wird deutlich, was der Grund des Kultes war, der von den menschlichen Göttern, dem Opfer für das Kaiserbild abhielt. Die Auseinandersetzung mit den Christen, die angeklagt wurden, teilweise wieder abfielen oder die Aussagen in den Briefen von Plinius an Trajan, all dies kann unmöglich in einem jungen Guru oder paulinisch-kirchlichen Glaubenskonstrukt begründet werden, dem Römer anhingen. Es sind Zeugen der um sich greifenden Vernunft, die sich gegen die Traditionshörigkeit und ausgedient Kultformen richtete. Auch wenn die Todesandrohung einzelne wieder den traditionellen Göttern opfern ließ. Eine Guru dabei nicht die Tagesordnung gewesen sein.

Ein vom römischen Staat hingerichteter Rebell kann unmöglich der Grund der Religion gewesen sein, zu der sich Denker bekannten, die sich sonst auf die Vernunft beriefen. Und die auch im neuen, götterfreien Kult römische Staatsbürger sein wollten. Über das was vernünftig ist, kann man streiten. So wollten die traditionshörigen Römer die in ihren Augen als Atheisten geltende Christen, die sich den menschlichen Götteropfern verweigerten, mit Gewalt zu dem bringen, was sie traditionell als vernünftig sahen. Doch genau die Vernunft, in der nicht nur das natürliche Vergehen und neue Werden, sondern so auch die Kulturvorstellungen gesehen wurde, war es, die nun den bestimmend war. Und in der nach dem Vergehen des Alten auch der neue Kult begründet wurde. Ein junger Jude kommt bei denen, die sich öffentlich weigerten, dem Kaiser und den Göttern zu huldigen und daher als Staatsfeinde galten, nicht vor.

Wenn nicht nur in den Städten, sondern auch den Dörfern und dem Flachen Land das Opferfleisch kaum noch einen Käufer fand. Was Plinius jedoch hoffte wieder eindämmen zu können. Dann haben die christlichen Römer beim Abendmahl jetzt nicht den Leib eines rebellischen Kynikers mit Namen Jesus gegessen. Wie ihnen die Polemik aufgrund ihrer neuen Kultbilder vom Galiläer vorwarf. Sie sind aus Gründen der Vernunft zum nun universal gültigen, im Grunde bildlosen jüdischen Kult gewechselt. Der jedoch in der Geschichte ohne das Bild des Galiläers nicht auskam. Was in der Polemik den unberechtigten Vorwurf des Kannibalismus einbrachte. Doch allein da die Traditionalisten in ihren Götter keine junge Männer sahen, zeigt unberechtigt der Kannibalismus-Vorwurf war. Der allerdings bei heutiger Hypothese vom jungen Heilsprediger gar nicht so abwegig wäre

Doch die Christen zelebrierten nicht zum Gedenken an einen jungen Mann, dessen Fleisch sie dann im Geist verzehrten. Sie beriefen sich zweifelsfrei auf den in der Geschichte fleisch- bzw. zur biblischen Lehre gewordenen Logos als Messias. Denn auch wie der in Form des Galiläers bzw. der Geschichte im Volkskult bzw. -text zum Ausdruck gebracht wurde, ist geschichtliche Realität. Den Christus, der dann in weiterer Geschichte Gestalt bekam, die seit Neuzeit einheitlich Jesus heißt, hat es in diesem Sinne gegeben. Historisch ging es - wie in der Diskussion mit Celsus - um den fleischgeworden Logos/die wahre Vernunftlehre. Und diese lebt nicht in Nachfahren weiter, die die Spekulanten in Frankreich vermuten. Wo es die Ur...enkel der Beziehung eines Jungpredigers mit Maria Magdalena leben sollen. Kinder eines "fußgeilen Groupie" (so Klaus Berger vor Jahren in einem Kommentar der FAZ zu einem Jesus als Sozialreformer von Heiner Geißler).

Doch die kreative Vernunft lebt weiter. Doch wenn sie Papst Franziskus vor der UNO und dem amerikanischen Kongress unter viele Beifall als "ganzheitliche Ökologie" einforderte, ist das vergeblich. Solange er sonst an einem christlichen Götterbild festhält. Denn auch dass die kreative Vernunft im göttergewohnten Umfeld an alte Bilder anknüpfen musste und mehr noch wie bei den Juden der Römer wegen eine Gestalt brauchte, die dann auch wieder in Kritik stand, ist klar.

Auch wie eine Vielzahl von unterschiedlichen Bewegungen erwachsen sind, die sich gegeneinander oder in unterschiedlicher Weise vom traditionellen Judentum abgrenzten, aber doch als Anfang des Christentums gelten und den gleichen Grund hatten, lässt sich nur in der nun geltenden Vernunft und Erkenntnis erklären.

Servus (193-211)

Nur in Grenzregionen war die Bekehrung zum Christentum strafbar. Gleichzeitig wurde aber immer mehr dazu aufgefordert, den Zulauf zur Gottlosigkeit nicht nur lokal zu stoppen und daher die verhasste Menschenverächter anzuzeigen. Auch das nicht auf einen jungen Mann, sondern die immer mehr um sich greifende Vernunft zurückzuführen. Die Vernunft antiker Aufklärung lässt erkennen, wie die Götterbilder bzw. der alten Opferkult immer mehr in Kritik standen. Denn wer den neuen Atheismus beobachtet, der seine Mission nicht nur in unzähligen Büchern wie von Dawkins zum Ausdruck bringt, sondern gar Busse durchs Land fahren lässt. Der kann nicht nur nachempfinden, wie damals das neuen Denken, das den bisher noch staatstragenden Kult gefährdete, bitter bekämpfende wurde. Gleichwohl durch die Aufklärung eine völlige Säkularisierung der westlichen Gesellschaft geschehen ist, die biblische Lehre im Westen in Wirklichkeit keine Rolle mehr spielen und nicht mehr für das Leben maßgebend sind. Die heutigen Jünger der Vernunft sehen es als ihre Mission, von veralteten Lehren abzubringen. Und "Gott sei Dank" werden sie dafür auch nicht mehr mit dem Tode bedroht.

Dass aber damals theologische Denker, die den Grund allen Seins nun in Vernunft erklärten, hier auch im Kult die Zukunft sahen, wegen dem Glaube an einen jungen Guru in den Tod gingen, das ist völlig unglaublich. Das ist möglicherweise mit absonderlichen gehirngewaschenen amerikanischen Sektenanhängerinnen zu machen, die ihren Guru vergöttern und sich in völliger Verblendung für ihn gar opfern würden. Doch das kann Denkern der römischen Welt nicht unmöglich weiter unterstellt werden. Die in die Geschichte als Märtyrer eingegangen Männer und Frauen, die sich den Götteropfern bis in den Tod verweigert, sind mit den heutigen Sektenanhängern unmöglich zu vergleichen. Sie können dies nur aus Vernunft getan haben, nicht zum Andenken an einen Jahrhunderte vorher hingerichteten jungen Guru, zu dem sie mit .

Decius (249-251)

Von einer gesamtstaatlichen, systematischen Verfolgung des neuen Kultes, der sich immer mehr vom traditions-/gesetzeshörigen Judentum gelöst hatte und in seiner universalen Ausrichtung die vernunftorientierte Griechen und Römern zu einer neuen Kultform einlud, wird erst hier gesprochen.

Und unzweifelhaft hat es einen Grund gegeben, der zur Ablehnung der Götter- und Kaiseropfer, von Leberschau und Mysterien führte. Was heute Jesus heißt, ist keine freie späte Erfindung, sondern hat in seiner hoheitlichen Bedeutung zur Zeitenwende stattgefunden. Eine Kritik, wie sie heute die Hoheitlichkeit des Christus tilgen will, ob der Juden wegen oder weil man denkt, dies der Aufklärung zu schuldig zu sein, greift zu kurz. Ebenso weiter dogmatisch nur von einem jungen Mann auszugehen und dann nur einen Mythos zu hinterlassen.

Und wer das Neue Testament wie ein Großteil der heutigen Theologie als reine Herleitung aus alten Texten betrachtet, ob aus der Tradition der jungfräulich geborenen Götter oder der jüdischen Tora. Auch der scheint die Geschichtsrealität nicht zu beachten. Denn dort wurde von den Christen die Götter, wie jüdische Gesetzlichkeit abgelehnt, muss ein neuer Grund gewesen sein, der dann in altbewährter Form ausgedrückt wurde, so durch Mutter Kirche zur Welt kommen musste. Auch der sich später entwickelnde Marienkult kann nur der Mutter, dem über die Kirche hinausgehende ausdrückende Wesen gegolten haben. Mit Sicherheit ist es dabei nicht um die junge Hebräerin gegangen, die nach einem Fehltritt vor der Steinigung bewahrt werden sollte. Wie Hochschullehrer nach heutiger Heilsprediger-Hypothese in weihnachtlichen Dokumentarfilmen dem Volk als Aufklärung vermitteln müssen. Doch diesen scheint die Jungfräulichkeit völlig zu fehlen. Wenn heutige Wissenschaft in unvoreingenommener Weise, statt von Buchstaben bzw. traditionellen Vorstellungen, von einem kreativen Geist ausgehen würde, kämen wir weiter. Dann könnte die Jesus genannte Wahrheit, eine aller Welt gültige und für die gemeinsame Zukunft maßgebende Vernunft wieder kulturgerecht das Licht der Welt erblicken.

Wer nicht mehr glaubt, dass eine Geißenmutter ihre sieben Kinder aus dem Bauch eines Wolfes befreite, Wackersteine einfüllte und ihn wieder vernähte. Der kann nicht weiter behaupten, da sei nichts gewesen außer einem Christusmythos und einem rebellischen jungen Mann, der nach seiner Hinrichtung durch die Römer in Gemeindebildung wiedererwachte. Mit solchem Unsinn ist der Geisteswandel, die realgeschichtliche Ablehnung des Götterkultes und die folgende Kritik, die Verfolgung und die Bereitschaft dafür bis in den Tod zu gehen, auch nur ein Märchen bzw. nur so erklärbar. Der einzige Grund, der als historisch gelten kann ist die Vernunft, die historisch definierte und theologisches Thema war.

Valerian, Diokletian, Galerius und die konstantinischen Wende

Alle überlieferten Schriftzeugnisse zeigen: Die erneute Verschärfung der Verfolgung galt eindeutig den Feinden der traditionellen, von den Vätern übernommenen Göttern und sonstigen Kultpraktiken. Und hier kommt nur die Vernunft in Frage.

In den Augen der Traditionalisten war es vernünftig den Sitten der Väter zu folgen, auch wenn die Welt und auch der Kult immer mehr in Vernunft erklärt wurde. Alle Abkehr von den altgewohnten Kultpraktiken, was allein in antiker Aufklärung in neuzeitlicher Vernunft begründet wurde, galt als staatsgefährdendes Verbrechen. Noch auf seinem Sterbebett versucht Galerius die Christen doch an den Staat und den Kaiser zu binden:

Unter allen Überlegungen, welche wir zum Wohle und Erfolg der Republik zu tätigen gewohnt sind, hatten wir vormals auch entschieden, alle Dinge in Übereinstimmung mit den überlieferten Gesetzen und der Ordnung Roms zu regeln und bestimmt, dass sogar die Christen, welche den Glauben ihrer Väter verlassen haben, zur Vernunft gebracht werden sollten; da in der Tat die Christen selbst, aus irgendeinem Grund, einer Laune folgten und der Torheit verfielen, nicht die altgedienten Sitten zu befolgen, welche womöglich noch von ihren Vätern herrührten; aber nach ihrem Willen und Gutdünken wollen sie Gesetze für sich selbst schaffen, welche sie befolgen sollen und wollen, verschiedenstes Volk an verschiedenen Orten in Gemeinden sammeln. Schlussendlich als unser Gesetz mit dem Zweck verkündet wurde, sie sollen den altgedienten Sitten folgen, unterwarfen sich viele aus Angst vor der Gefahr, viele erduldeten jedoch den Tod. Und dennoch verharrten die meisten in ihrer Entscheidung, als wir nun sahen, dass sie den Göttern weder die Verehrung und schuldige Ehrfurcht noch Anbetung des Gottes der Christen zollten, gedachten wir, angesichts unserer höchsten gnädigen Milde und der regelmäßigen Angewohnheit, bei welcher wir gewohnt sind, allen Nachsicht zu gewähren, dass wir auch diesen unverzüglich Nachsicht gewähren, auf dass sie wieder Christen sein können und ihre Versammlungen abhalten mögen, vorausgesetzt, dass sie nicht entgegen der Zucht handeln. Aber wir erklären den Richtern in einem anderen Schreiben was sie tun sollen. Aufgrund unserer Nachsicht sollen sie zu ihrem Gott für unsere Sicherheit, für die der Republik und für ihre eigene beten, auf das die Republik weiterhin unbeschadet bleibt und sie sicher in ihren Häusern leben können.

Der "Gott der Christen" kann für die damalige Welt, die einen allem gemeinsamen schöpferischen Grund in monistischer Weise bedachte (im traditionellen Kult bisher Zeus, Vater aller Götter nannte), nicht der Vater oder die Vorstellung eines jungen Guru gewesen sein. Da diese Christen als Juden galten, ist es eh fraglich, von einem Gott als Begriff zu sprechen, da den die Juden nicht kannten. Auch ein aufgrund alter Vorstellungen konstruiertes Geistesgebilde, bei dem in Foren zum Thema "Naturwissenschaft und Theologie" gefragt wird, wie oder ob Gott überhaupt in kosmischer Wirklichkeit handle, war nicht der dem vernünftig erklärten Geschehen in Kosmos und Kultur gemeinsame, damit nun offenbare "Eine" Grund. Denn die nun in Vernunft erklärte Wirklichkeit des kosmischen Geschehens war nicht der Grund des antiken Monismus von einem Vater aller Götter im Kult als "Zeus" zu bezeichnen. Wo dann gestritten wurde, ob das nun vernünftig erklärte Werden jetzt die Person (Rolle/Aufgabe) des Vätergottes einnahm oder diese offenbarte, da war auch kein "Spagettimonster" wie die Glaubenskritik den heutigen Gottesbegriff tituliert. Wer aber den nach Sitte der Väter verehrten menschlichen Göttern (Spagettimonstern) die Opfer verweigerte, ist bekannt. 

Wie sich die Zeit zu den traditionellen Göttern nicht mehr zurückdrehen ließ. Warum Konstantin dem "christlichen" Kult der Vernunft die Tür der Zukunft öffnete. Warum er für die Zukunft seines globales Reich mit vielen Völker eine gemeinsame Kirche bauen musste. Das alles sagt er in einem eigenen Kapitel selbst. Auch warum es ihm, wie seinen Nachfolgern in den ewigen Diskussionen auf den Konzilen und heftigen kulturellen Kämpfen um das Wesen der Vernunft, nie und nimmer um einen jungen Guru ging, macht er mehr als deutlich. Denn dass er jetzt einen Guru oder ein Glaubenskonstrukt gegen den Sonnengott bzw. die dann in Vernunft erklärte Kreativität des Sonnen-Systems tauschte, ist logisch. Ebenso wie in der Wintersonnenwende jetzt nicht die Geburt eines göttlichen Guru mit Namen Jesus als großes Licht hingestellt wurde, sondern die Vernunft, die jetzt im Kult galt, als Licht und Wahrheit in neuer Kultur gefeiert wurde.

Auch warum für die in Vernunft gewachsenen vielfältigen neuen Kultformen eine einheitliche Kirche gebaut werden musste, die in evolutionärer Entwicklung (dem Vergehen, neuen Wachsen in Kultur) die Rolle des römischen Staatskultes übernehmen musste, macht Konstantin selbst klar.

7. Die Vernunftlehre des Platonismus war Beginn der Christologie, die in Jesus Geschichte machte

Wer heute nach den Einflüssen des Platonismus auf den christlichen Glauben fragt, der betrachtet nicht die Geschichtsrealität, sondern schlägt üblicherweise die Bibel auf. Doch auch hier macht beispielsweise der evangelische Dekan Friedemann Richert in "Platon und Christus" deutlich macht, wie stark nicht nur die paulinische Literatur vom Platonismus geprägt war. Auch werden viele neutestamentlichen, sich auf Jesus berufende Lehren in der Stoa (damit der Logos/Vernunftlehre) begründet. Doch allein die Lese der für den Volksverstand herausgegebenen Kultlesetexte nach den Wurzeln im Platonismus abzusuchen, führt kaum weiter. Wobei ja schon die Annahme heutiger Hypothese, dass es sich bei Jesus um einen jüdischen Wanderkyniker gehandelt habe, auf den philosophischen Ursprung des Christentums verweist. Was dann beispielsweise Bernhard Lang in "Jesus der Hund" (Diogenes als Kyniker, Aussteiger "zurück zur Natur", wurde als Hunde verspottet), auch an vielen Textstellen nachweisen will. Lang verweist allerdings in Wirklichkeit nicht auf den von ihm angenommenen banalen Wanderkyniker als Grund des neujüdischen Kultes. Mit jeder Textstelle kynischen Ursprungs macht er die in den verschiedenen Schulen des Neuplatonismus geltende Natur-/Vernunftlehre deutlicht. Mit der dann der jüdische Kult auf neue Beine gestellt wurde, so erst für die deswegen verfolgten Griechen annehmbar war.

Denn auch bei den Kynikern war nicht die Person eines Diogenes oder sonstigen Denkers bzw. Gurus maßgebend. So wenig wie Platonismus eine menschliche Person der Grund des Weltbildes und der Lehren war, sondern die nun statt Mythen geltende Natur/Vernunft, die Lehren im Namen eines Platon auf neue Weise weiterdachte: Neu-Platonismus. Der nicht nur das gesamte damaligen Denken, ob Kyniker, Stoiker oder sich später auf Epikur berufende Denker, sondern auch die Götteropfer verneinenden sog. Christen bestimmte. Was logischerweise in die Texten des Neuen Testamentes mit einfloss. Der aus Abgrenzung vom Alten Testament (Marcion) und dann doch kreative Anknüpfung (Kirche), gleichzeitig auch als Gegenstück zum Kaiserevangelium für den Volkskult notwendig gewordenen war. Doch diese Glaubens- bzw. biblischen Kultlesetexte sind keine historischen Belege. Auch die den griechischen Denkern weiter im Kult geltenden Göttersagen oder das Augustusevangelium, die neben der jüdischen Tradition im neuen Testament nicht nur aufgegriffen, sondern in einer der Zeit gegebenen Vernunft erfüllt gesehen wurde, können und wollen keine Zeugen über die damals bestimmenden neuplatonische Lehre sein. Wobei das Neue Testament die Lehre des Neuplatonismus weit deutlicher werden lässt als die Göttersagen.

Allein der Nachweis, dass die Christologie, an die die Kirche anknüpfte, ihren Ursprung im neuplatonischen Reformjudentum u.a. der Bildungsmetropole Alexandrien zur "Zeit Jesus" d.h. um 10 bis 40 nach Chr. hatte (wofür Philo von Alexandrien steht) müsste als absoluten Nachweis genügen. Wobei Philo von Alexandrien im Brockhaus auch ganz prominent unter "Allegorie" genannt wird. Weil er für ein allegorisches Verständnis der jüdischen Tradition steht. Das war logischerweise unabdingbar, um in der griechischen Vernunftlehre das zu verstehen, was den Propheten als Wort galt und damit Griechen den kritisierten jüdischen Kult erst ermöglichte. (An vielen Stellen wird auf Philo bereits Bezug genommen. Auch deutlich gemacht, warum es hier möglicherweise noch zu früh ist, von "Christologie" zu sprechen. Weil die Heilswirkung in Kultur erst von der volksförmigen, kulturgerechten Ausdrucksweise des Logos/der Vernunftlehre ausging.) Egal wie, in der platonisch bzw. in Vernunft begründeten Christologie Alexandriens kann es sich nicht um die bei heutiger Hypothese unumgängliche Hellenisierung eines jüdischen Handwerksburschen als Wanderkyniker gehandelt haben. Doch auch wenn das unmöglich ist, wird gar die nachweislich auf den Logos gründende "Christologie" des Reformjudentums Alexandriens wie ein späterer Heiligenschein für einen Handwerksburschen abgetan. Zumindest bisher kaum mit dem historischen Wesen bzw. Grund christlichen Kultes realgeschichtlich in Verbindung gebracht. Dabei wird bei diesem unter Philo bestens bekannten hellenistisch-neuplatonischen Reformjudentum mehr als deutlich: Im Bezug auf die Vernunft allen Werdens als lebendiges Schöpfungswort wurde der Grund für Römer und Griechen gelegt, den durch die antike Aufklärung in die Jahre gekommenen Götterkult gegen den bildlosen nun universalen jüdischen Monotheismus zu tauschen. Was dann als christlich kritisiert und verfolgt wurde.

Wie das Weltbild des Neuplatonismus bzw. der damit nun statt des Mythos geltenden Vernunftlehre dem christlichen Glauben zugrunde liegt, wird auch klar, wenn man sich den zum nun universalen Judentum bekehrten Römern zuwendet. Wer betrachtet, wie die sich zum Christentum bekennenden Kaiser und andere als Väter der Kirchen geltende griechischen Denker in der Philosophie ihrer Zeit ausgebildet waren, sieht bestätigt: Diese Denker haben ihren Verstand nicht aufgegeben. Die zeitgemäße Philosophie/Theologie bestimmte weiterhin den nun "christlichen" Kopf, der sich daher Göttern bzw. menschlichen Gottesvorstellungen/-bildern verweigerte. Das lässt sich das auch in den dann christlichen Lehren nachlesen. Wenn die Väter der Kirche ihre in Vernunft begründete Kosmologie nun mit der jüdischen Tradition begründeten, dann war das kein Buchstaben- bzw.Bibelglaube. Und mit einem jungen Guru hatte das gleich gar nichts zu tun, wenn von Göttern zur jüdisch-bildlosen Monotheismus-Tradition gewechselt, die Götteropfer verweigert wurden.

Dass neuplatonische Denker zur Gottheit eines jungen Guru überredet wurden und dem heute geltenden Junghandwerker zur Vergötterung ein philosophisches Kleid anzogen, das schließt sich bei heutigem Wissen aus. Das ist mit der Geschichtsrealität nichts zu machen. Gleichwohl es bei heutiger Heilsprediger-Hypothese auch dann die einzige Lösung bleibt, wenn nachgewiesen wird, wie keine nachträgliche Hellenisierung war, sondern in griechischer Vernunftlehre das jüdisch-monotheistische Verständnis nun universal begründet wurde.

Wem im neutestamentlichem Heidelberger Studium durch Klaus Berger, der trotz seinem Beharren auf ein schöpferisches Wesen vom Logos nichts hören will, die Gottheit/Hoheit eines Heilspredigers vermittelt wurde. Und wer später mit Gerd Theißen oder anderen Neutestamentlern bedachte, welche sozialen Umstände dazu führten, dass Fischer aus Galiläa ihren Guru in den Himmel hoben bzw. der für sie ein göttliches Wesen war. (Wobei allein die von Theißen herausgegebene "Weisheit des Urchristentums" oder andere Werke deutlich machen müssten, dass kein Guru, sondern Vernunft bzw. die auch philosophisch geltende Weisheit gesprochen hat. Was ja auch Berger bestätigt, der seine auf einem lebenslustigen Galiläer reduzierenden historisch-kritischen Nachfolger als "Bibelfälscher" beschimpft. In einer kurzen Antwort auf die zahlreichen unter www.theologie-der-vernunft. de zu findenden Briefe ermahnte er micht, nicht auf den Logos zu insistieren, sondern in der Bibel zu lesen. Doch bei klarer Sicht macht er wie all seine das hoheitliche Wesen des biblischen Gottessohnes, Christus... hochhaltende Kollegen klar. Auch im biblischen Kulttext war kein junger Mann aus Galiläa das Thema, sondern kann die hoheitliche Funktion und Bedeutung nur von der Vernunft ausgegangen sein.) Wer sich gar heimlich der Kritik von Gerd Lüdemann anschließt, der trotz seiner hervorragenden Kenntnis philosophischer Gnosis als Urchristentum einen un-auferstanden Guru an den Anfang stellt. Und dann auch noch jeden Satz des Neuen Testamentes als Rhetorik zu dessen Verherrlichung aus alten Kulttexten abgeschrieben nachweisen will. Ohne dabei auch nur im Entferntesten die der damaligen Erkenntnis/Gnosis zugrunde liegende Vernunft/Logik zu bedenken. Auch für den kann alles anfängliche philosophische Denken und die damit verbundene jahrhundertelange Diskussion nur die Verherrlichung für den jungen Guru gewesen sein, der jedoch nicht das christliche Wesen war.

Getreu dem bisher Gelernten, auf dem ja auch gesamten Lebenswerke und Glaubensvorstellungen gründen, wird heute von allen Seiten an einem Heilsprediger festgehalten. Wie wenn sich die anfänglich vielfältigen Bewegungen, incl. der urchristlichen Denker durch Glaubensüberredung zu dessen Sekte ergeben, die blutigen Auseinandersetzungen der ersten Jahrhunderte nur ein fiktives Christuswesen zum Grund gehabt hätten. Männern wie Origenes, aber ebenso dessen Gegner, auch aus den christlichen Reihen, wären nach dieser Definition letztlich alle einer Christushalluzination oder Verherrlichungsrede aufgesessen. Was hat das aber mit geschichtlicher Realität zu tun? 

Wer nicht nur davon ausgeht, dass beispielsweise Augustinus philosophisch dachte, sondern rätselt, ob der große Vordenker der Kirche sich zum Christentum oder zum Neuplatonismus bekannte. Auch der macht klar, wo die Wiege des Jesus genannten christlichen Wesens stand. Und wenn sich Augustinus bzw. die in seinem Namen verfassten Texte als theologisches Werk des Mittalters zeigen. Was der einzige derzeit in Deutschland agierende Radikalkritiker Hermann Detering in "O du lieber Augustin" nachweisen will. Dabei leider auch den bereits bei seinen holländischen Vorbildern geltende Logos als den historischen Glaubensgrund und dessen kulturgerechte Ausdrucksweise nicht bedenkt. Somit als Verneiner des Geschichte gewordene historischen christlichen Wesens gilt. Wie wenn es weder die kritisierten Christen, noch das ganze anfängliche Denken gegeben hätte, wird so leider auch von der Radikalkritik weitgehend nur im Buch geblättert. 

Doch wird Augustinus als das große Vorbild von Benedikt XVI. und vielen katholischen Denkern nicht weniger bedeutend. Der von Detering als Spätwerk gedeutete Vater der Kirche belegt dann, dass die in seinem Namen schreibenden theologischen Denker des Mittelalters in der neuplatonisch definierten Vernunft das Wesen des christlichen Glaubens sahen. Was dann in der Geschichte der Reformation einheitlich Jesus genannt wurde.

Wo die heute Neuplatonismus genannte Philosophie galt, die rund um das Mittelmeer die neue theologische Grundlage legte, wäre in wildester Verwirrung niemand auf die absurde Idee gekommen, in einem jungen Heilsprediger den Grund eines neuen monotheistischen Kultes zu sehen. Selbst wenn man den im Kult weiter von Zeus sprechenden monistischen Lehren des Neuplatonismus einen philosophischen Monotheismus verweigert und alles Wissen um die anfänglichen Vernunftlehren weiter ausblendet. Christlichen Denkern, die aus der philosophischen Lehre kamen, kann unmöglich unterstellt werden, dass sie einen Wanderprediger zu dem erhoben, was den traditionellen Philosophen/Theologen als Logos/Vernunft galt.

Was das Christentum am Neuplatonismus ablehnte, war der Götterkult, wie er bereits mit Beginn der griechisch-philosophischen Vernunftlehren kritisiert wurde. Zu den theologischen Streitereien gehörten u.a. das Gottesbild. Doch eine Sekte, die einen jüdischen Guru mit Namen Jesus zu Gott ausrief, ist in dieser Zeit undenkbar. 

Undenkbarer ist es auch, dass Neuplatoniker, die eine universale Religion bedachten, ein in der Vernunft allen Werdens begründetes höchsten Wesen als Zeus verehrten, sich mit denen auseinandergesetzt hätten, die nach heutiger Hypothese als Christen gelten. Zeitgenossen, die sich aufgrund der Überredung eines nach Halluzination gewandelten Sektenverfolgers zum Christentum bekannten, wären für Neuplatoniker keine Ansprechpartner gewesen. Mit der Sekte eines jüdischen Heilsprediger oder eines paulinischen Christus-Hirngespinstes, das behauptete einen den hebräischen Propheten unsagbaren kreativen Grund des Ganzen zu offenbaren, wäre keine geistige Auseinandersetzung machbar gewesen.

Davon ausgehend, dass der historische Jesus bzw. Grund des christlichen Glaubens ein junger Heilsprediger vom See Genezareth war, muss heute alle Apologetik als eine diesem aufgesetzte Verteidigungslehre gesehen werden. Auch den Vätern der Kirche muss bei heutiger Hypothese gegen besseres Wissen weiter unterstellt werden, dass sie ihre Logos-Lehre nur erfunden hätten, um dem guten Jungen einen philosophischen Anstrich zu verleihen oder weil sie ihn für eine Art Gott hielten. So ist man sich zwar über den neuplatonischen Bezug des Urchristentums im Klaren, blättert auch bei Paulus die Stoa nach oder belegt bereits bei den Synoptikern Weisheitslehren als Worte Jesus, wie sie auch Seneca vertrat. Doch im Licht heutigen Wissens, auch um die Kritik an den anfänglichen Christen und ihre Verteidigung ist die Hypothese vom mehr oder weniger herrlichen Heilsprediger unhaltbar. Weder bei der Christen-Kritik, noch der Verteidigung durch Apologeten bzw. Kirchenväter kann es um das gegangen, was heute einzig als historisch untersucht wird.

Möglich wäre, dass ein heutiger Denker, der sich für die wissenschaftlich erklärte Kreativität des Ganzen begeistert, plötzlich einen Gehirnschaden erleidet. Oder dass er sich aus sonstigen Gründen der Lehre eines amerikanischen Bühnen-Evangelisten anschließt, sich durch religiöse Rhetorik überreden lässt. Aber dass er dies dann auch noch als Wahrheit, Vernunft in Person oder das ausgibt, was den Propheten unsagbar war, das wäre selbst einem solchen Irrglauben kaum zu unterstellen. Wie ab aus Wasser Wein wurde, dass ist genau der in Vernunft erklärten Kreativität zu verdanken, die auch in der Natur mit ökonomisch-kultureller Unterstützung der Winzer aus Wasser und Sonne Wein entstehen lässt. Auch wie in diesem neuen Verständnis des schöpferischen Wortes die Überwindung des Abfalles von schöpferischer Realität war, liegt auf der Hand. Wie aber Intellektuelle  über als Wesen der Vernunft diskutierten, weil sie zur Sekte eines jungen Guru überredet waren, den sie auf geheimnisvolle Weise für einen wiedererwacht Gott hielten. Das ist selbst bei einem noch so großen Hirnschaden nicht denkbar. Doch genau das wird bei der heutigen Historien-Hypothese ganzen Generationen von antiken Denkern letztlich unterstellt.

Dabei stand der junge Guru, der fälschlicherweise als Glaubengrund angenommen und wie gelernt, mit Jesus als Christus übersetzt wird, in keiner Weise zur Debatte. Auch wenn die herkömmlichen Übersetzungen urchristlicher Lehren, wie deren Kritik völlig den Blick verbauen. Der war nicht Gegenstand der Kritik.

Selbst wenn neben einer unangebrachten Polemik, wie etwa Kannibalismus aufgrund des Herrenmahles, der an das Judentum angelehnte Kult und die entsprechende Volkssprache als falsch oder einfältig gegenüber dien griechischen Göttern kritisiert wurde. Was den sog. Christen vorgeworfen wurde, war die Verweigerung des Götterkultes. Denn auch wenn die Götterbegriffe bzw. -bilder von griechischen Intellektuellen in Vernunft erklärt waren, so galt es auch der griechischen Bildung als selbstverständlich, der Tradition gerecht zu werden. (Nebenbei: Von den heutigen Denkern, die sich auf die antiken Philosophen und ihre Weisheiten berufen wird leider meist übersehen, dass bei den Vordenkern der Aufklärung der Kult Voraussetzung für Vernunft der Gesamtheit/Gesellschaft war. Er wurde als Lieferant und Garant für ein funktionierendes Gemein- bzw. Staatswesen gesehen, in dem die Weisheit lebendig werden sollte. Und sicher war das auch die Sicht der sog. Christen, die sich in diesem Sinne von heutigen Atheisten unterscheiden. Denn die damaligen Denker lehnten zwar die gestrigen Lehren, der Leberschau, den Opferkult gegenüber menschlichen Göttern ab, ohne dabei den Kult aufzugeben. Den wollten sie auf kreative Weise auf neue Beine stellen.) Im Gegensatz zu den Philosophen lehnten die sog. Christen jedoch die traditionellen menschlichen Götter als menschgemachte Idole ab. Nicht nur Leberschau und sonstige traditionelle Dämonen waren der Vernunft zum Opfer gefallen, sondern auch die menschlichen Götter. Auch wenn die Christen dem Kaiser als Staatsoberhaupt dienen wollten, so verweigerten sie sich den menschlichen Gottheiten. Ein junger Jude als Gott wäre mit diesen Denkern daher noch weniger zu machen gewesen, wie mit ihren traditionshörigen Kritikern.

Die Philosophen/Theologen der verschiedenen Schulen sahen es als vernünftig, trotz aller aufgeklärten Vernunftlehren im Kult von Göttern zu reden, damit diesen auf traditionelle Weise gerecht werden zu wollen. Doch die sog. Christen verweigerten sich dem. Wenn es  als christlich geltende Bewegungen gab (beispielsweise Marcion, der von philosophischer Erkenntnis/Gnosis getragen wurde), die die jüdische Tradition bzw. deren Theologie verwarfen und die Vernunft an Stelle der alten Gottheiten rückten. Dann macht all dies deutlich, um was es anfänglich ging. Und auch wenn logischerweise der christliche Glaubensgrund später in der Gestalt der Götter auftreten musste, gar ein Gesicht mit Bart bekam, von ihm die gleichen Geschichten erzählt wurden. Und wie von den Göttern und in den anfänglichen Evangelien nicht von Josua, lat. Jesus, sondern vom Zeus-Pantokrator geschrieben wurde. All das ist das in kreativer Kulturentwicklung bzw. in Vernunft zu erklären. Diese im kosmischen, wie kulturellen Werden erklärten Vernunft (wozu in kreativer Entwicklung der aufgeklärte, allegorische Verstand des Alten gehörte: Auferstehung) war der Grund für die Römer und Griechen, sich zur Tradition des bildlosen hebräisch-prophetischen, vom Wort (hebr. Vernunft) ausgehenden jüdischen Kultes zu bekennen. Ein Guru oder ein Gehirngespinst können nie und nimmer der Grund gewesen sein, trotz Verfolgung die Götteropfer zu verweigern. 

Auch die in der Bibel Geschichte gewordenen Bedeutungsaussagen, wie die nicht von durch menschliches Zeugnis hervorgerufene Geburt des christlichen Wesens ist nach heutigem Wissen unmöglich einfach die Übertragung von Göttermythen auf einen jungen Guru. Dies, wie die Heilswirkung, die nun nicht mehr von den Göttern oder tauber Gesetzlichkeit ausgehen konnte, wurde im nun universalen Verstand des Wortes bzw. in Vernunft als erfüllt gesehen und in weitgehend jüdischer Tradition dem Volk vermittelt. Wodurch auch die Fleischwerdung bzw. die biblische Ausdrucksweise, wie wir sie kennen und in Jesus Geschichte wurde, kein doketistisches Scheinwesen ist, sondern schöpferische Wirk-lichkeit in menschlicher Kultur. 

Origenes Origenes: Ein 200 in der Bildungsmetropole Alexandrien argumentierender urchristlicher Denker. (Allein unter Wiki und vielen im Netz zu findenden und weiteren geschichtswissenschaftlichen Quellen gut beschrieben.) Er hat uns die größte Textsammlung anfänglichen Denkens hinterlassen und ist unumstößlicher Zeuge, dass die Vernunft das dann Jesus genannte Wesen war. Der Denker, der wie bei Philo von Alexandrien und auch sonstigen Reformern üblich, die hebräische Tradition allegorisch auslegte, ist auf keinen Fall zum Glaube an einen jungen Guru überredet worden, den er nun als Logos ausgab oder sah. Der Nachweis, dass Origenes, wie ja auch die anderen Väter der Kirche vom Logos/Vernunftlehre ausging, ist nicht neu ist. Doch wer genauer hinschaut, der erkennt: Der Logos des Origenes war keine Verherrlichungsrede für einen egal wie wiedererweckten jungen Juden oder ein fiktives Kirchenkonstrukt. Was nach heutiger Hypothese vom historischen Heilsprediger angenommen werden muss. Vielmehr zeigt sich, wie von der durch antike Aufklärung definierten Vernunft (und ihrem Wiederverstand als das, was den Juden als Weisheit/Wort galt) genau die Wirkung in der Geschichte ausging, die auf Jesus bezogen wird. 

Und ob es wirklich in Alexandrien gleichzeitig einen Kirchenvater und daneben einen neuplatonischen Philosophen gab, deren Namen sich auf Horus bezog, aus Ägypten ableitete und die nur zufällig gleiche Lehrveranstaltungen besuchten, wird sich noch zeigen. Was aufgrund der Kirchengeschichte bzw. auch nach heutiger Glaubenshypothese (Christentum fern jeder Philosophie bzw. Vernunft, nur Verherrlichung eines Heilspredigers) meist angenommen wird, das muss nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Allein wenn sich möglicherweise zeigt, wie die Kirchengeschichte des Eusebios eine spätere Konstruktion ist. Oder wie auch die anderen Väter und die ebenso als Bauherren der Kirche geltenden Kaiser neuplatonisch gebildet waren. Auch wie die Antike keine Unterscheidung zwischen Theologie und Philosophie kannte, nur verschiedene Denkweisen der Vernunft (des wahren Wortes) waren. All dies wirft neues Licht auch auf die Person Origenes, wie seine Lehre und Diskussion. Die hier ausgewertete Debatte des Origenes mit Celsus zeigt auf jeden Fall die Auseinandersetzung verschiedener Denkweisen. Eine Diskussion um die Vernunft (das wahre Wort), die realgeschichtlich war. Und die auch in den beiden von Wiki derzeit angenommenen Origens zum Ausdruck kommt. Einerseits ein Neuplatoniker, der den griechischen Göttern treu geblieben ist, andererseits ein ebenso von Vernunft/Logos ausgehender christlicher Denker. Dass Origens wie andere Kirchenväter vom Logos/Vernunft ausgingen, die auch für den Neuplatonismus galt, dürfte klar sein. Daher ist es weitgehend egal, ob zwei Origens waren. Oder ob ein dann christlicher Denker mit der traditionellen Philosophie/Theologie, in der erwachsen war, über das wahre Wort/die zeitgemäße Lehre diskutierte. Wie die folgende Analyse der Diskussion um die "wahre Vernunft" zeigt, ist es auf jeden Fall völlig absurd, dass dabei ein junger Jude, ein Christusmythos oder einen oder ein Wort aus Buchstaben das Thema waren.

Auch wenn wir von einem christlichen Origenes ausgehen, der nicht mit einem gleichnahmigen Neuplatoniker identisch ist, jedoch wie dieser in Alexandrien damals lebte und dachte. Dem in der Bildungsmetropole antiker Hochzivilisation aufgewachsenen und ausgebildeten Vater der Kirche ging es mit absoluter Sicherheit nicht - so wenig wie Philo oder späteren dort um das Wesen des Logos hefig streitenden Kirchenvätern - um einen jungen Mann bzw. ein diesem aufgesetztes Glaubenskonstrukt.

8. Oringens kontra Celsus

Der vielzitierte Text einer Streitschrift, die meist als Beispiel für die Gegnerschaft zwischen Wissen/Denken bzw. Philosophie und Glaube hingestellt wird, ist zumindest dafür nicht haltbar. Bei der Auseinandersetzung des als einer der Väter der Kirche geltenden Origenes mit Celsum geht es um zwei Philosophen als Theologen (zwei verschiedene Denkwege), die über das wahre Wort, die richtige Ausdrucksweise der beiden geltenden Vernunft in der Kultlehre ihrer Zeit Diskutieren. 

Bei ernsthafter Betrachtung von Origenes, seiner Herkunft und seiner gesamten Lehren (größte erhaltende Schriftgut anfänglicher kirchlicher Autoren) kann der oft angenommene Kurz-schluss nicht weiter aufrecht erhalten werden. Allein Origenes (noch gesondert darzulegen) ist der eindeutige Belegt dafür, dass die anfängliche Kirche für/auf kreative Vernunft gebaut wurde. Hier hat kein Philosoph/Theologe, dem es nachweislich um den Logos ging, gegenüber einem Atheisten den Glaube an die Göttlichkeit eines nach seiner Hinrichtung wegen Häresie wiedererweckten jungen Juden  mit Namen Jesus verteidigt, dem er jetzt anhing. Heute ist auch klar, dass auch die antike Philosophie kein Atheismus war, was vielmehr den Christen aufgrund ihrer Abkehr von den Göttern vorgeworfen wurde. Die neuplatonische Philosophie begründete in Vernunft einen Monotheismus und bediente sich dabei meist weiter der gleichzeitig auch kritisierten traditionellen Götterbilder. 

Allein wenn die heutigen Übersetzungen der antiken Auseinandersetzung von "Jesus" sprechen, versperren sie das Verständnis der Bedeutung dieses Textes. Selbst wenn dieser Vater der Kirche von einem Jesus gesprochen hätte, was nicht der Fall war. Dann wäre es ihm um Josua gegangen, der das Wort (den wahren Logos im bildlosen Kult) brachte oder um jüdische Weisheitslehren. Die ähnlich wie die Josua-Geschichte, in Form antiker Romane der bildhaften Religiosität ihrer Zeit gerecht wurden, so Weisheit/Vernunft im Volk vermittelten. Um einen jungen Guru mit Namen Jesus, wie er heute gilt, ist es dem Mitbegründer der Kirche bei seinem Christus bzw. seinem Ausdruck von Vernunft (dem wahren Wort) auf keinen Fall gegangen.

Ob die Lehre des Celsus, die Origenes in einem Brief an seinen Freund Ambrosius widerlegte, auf einen einzelnen Denker gründet. Oder ob damit das weiter den traditionellen Göttern gerechte monotheistische/philosophische Denken  als Gegenspieler im Blick war. Das ist so unerheblich, wie die Frage, ob es überhaupt eine einzelne Schrift oder gar einen Celsos gab, dem der kirchliche Philosoph dann widersprach. Oder ob die damalige Diskussion um das "Wahre Wort/Vernunft"; ím Blick war. In der Bezugnahme auf einen Celsus die Auseinandersetzung mit dem der griechischen Tradition treu bleibenden Denken zum Ausdruck gebracht wurde. Die Anschuldigen des Celsus, die in Alexandrien um 178 entstanden sein sollen, wie ihre Wiederlegungen, zeigen auf jeden Fall:  

Ein junger Jude war nicht das Thema der Zeit. Es ging um die richtige Ausdrucksweise des dem gesamten damaligen Denken gültigen Logos/der Vernunft, nach der die Welt und menschliche Weisheit heute nur etwas empirischer erklärt wird.

Auch wenn es heute sicher sehr schwer ist, bei all den Vorurteilen - auch bei den Übersetzern - aus dem Brieftext des frühen christlichen Denkers auch noch die Ansicht der Gegner herauszulesen. Weil ein normal denkender Mensch bei der üblichen Übersetzung des Gesamttextes, allein schon aufgrund der Rede vom damals geltenden kreativen Grund des Ganzen als "Gott" (wobei dann heute meist an einen menschlich-zaubernden Designer oder eine Fiktion des Glaubens gedacht wird) das Buch der Ernsthaftigkeit zuschlägt. Doch in aufgeklärter Auswertung ist die Schrift sehr aufschlussreich. Sie zeigt, wie sich die Zeit um die wahre Ausdrucksweise von Vernunft/des Wortes stritt. Wie auf jeden Fall kein wundertätiger Wanderkyniker oder ein diesem übergestülptes Konstrukt damals das theologische Thema der Diskussion um die wahre Vernunft/Wort gewesen sein kann.

Contra Celsum  laut Wiki:

-Bereits der Vorwurf, Christen würden illegalen Vereinigung angehören, lässt nicht nur auf die Vielzahl anfänglicher Bewegungen (nicht Sekte eines jungen Guru) schließen. Er wendet gegen die noch sehr verschiendenartigen neuen Denkweisen, die sich außerhalb des traditionellen staats- bzw. Götterkultes bewegen. Doch Origenes argumentiert, dass es nicht unvernünftig sei, sich außerhalb der gesetzlichen Ordnung/Tradition zu bewegen. Weil der neue götterfreie Kult (später die Kirche) nur im Untergrund überleben könne, sonst verfolgt würde.

-Auch dass die Lehre der Christen barbarisch sei, ist vom Standpunkt der traditionellen Seite, bei der die theologisch-philosophische Bildung weiterhin die altbewährten Götter (keinesfalls einen Galiläer) auftreten ließ, verständlich. Origenes entgegnet, dass es vernünftig sei, nun die jüdischen Kultbilder aufzugreifen. Die Griechen hätten die monotheistische Denkweise der Juden, die bereits bei den Propheten vom Wort/Vernunfthandlung ausgingen, übernommen. Auch wer sich beispielsweise das "Buch der Schöpfung" betrachtet, das Pythagoras in einem Weltbaum aus Zahlen übertrifft oder die Lehren der Kabbala und den Hebräern in ihrer die Schöpfung umsetzenden Schrift über die Schulter schaut, kann zu diesem Eindruck kommen. Ein Gegensatz zwischen Philosophie und Christentum wird auch hier aufgelöst. Indem Origenes zeigt, wie die Juden keine Barbaren waren, macht der Mitbegründer der Kirche vielmehr klar, dass Pythagoras, Platon & C0. die berechtigten Nachfahren der Propheten waren.

Nebenbei sagt auch die philosophische Deutung der heute besser noch bekannten jüdischen Anfänge: Die Erneuerung des Judentums kann nichts mit der Wiederweckung eines hingerichteten Wunderheilers zu tun gehabt haben. Wenn aber das in Bezug auf Abraham & Co. auf noch mythische Weise in Zahlen und Buchstaben einheitlich dargestellte schöpferische Geschehen jetzt in Vernunft erklärt wurde, wird die Auferstehung (der aufgeklärte Verstand des Alten) verständlich. 

-Dass die Lehre der Christen eine Geheimlehre sei, widerlegt Origenes als Unsinn. Nicht nur weil auch die griechischen Philosophen/Theologen esoterische und exoterische Lehren verbreiten. Vielmehr wäre die Lehre der Vernunft (auch hier zeigt sich: nicht die eines jungen Guru) weit verbreitet, würde der gesamten Welt bekannt.

-Ebenso, dass Christen unter Druck die Vernunft verleugnen, was Anhänger der richtigen Religion nie tun würden, lässt Origenes nicht gelten. Auch Celsus hätte sich als Genussmensch gezeigt, wäre dabei der "wahren Vernunft" (Logos als Weltregierung, wie sie Stoa vertrat, Unterdrückung der menschlicher Gier verlangte) nicht gerecht geworden. Was nicht nur bei den Epikureern zu erkennen ist, die die Lust zum Maß machen, damit dem auch für sie im Denken geltenden Logos/kreativer Vernunft nicht entsprechen.

-Auch dass Christen nur nach dem Grundsatz leben: Prüfe nicht, sondern glaube" lässt Origenes nicht gelten. Wie in jeder Philosophie/Theologie, so hätten auch bei den Christen die wenigsten des Volkes die Zeit, Kraft und Muße, sich in die Sache (nicht in die Worte/den Wille eines Wandpredigers, sondern der Vernunftlehre) einzuarbeiten. Auch die Anhänger der griechischen Logos-Lehre würden dieser meist folgen, ohne im Einzelnen zu prüfen. Und da die Christen sich in ihrer gesamten Menge von Lastern frei gemacht hätten, ohne im Einzelne "die Vernunft zu befragen" (nicht was ein wiedererweckter Wunderheiler, Kyniker wollte) ihr Leben in sittliche Ordnung gebracht hätten (dem Logos/der Vernunft folgen würden) wäre dies der wahre Weg.

-Christen würden die Weisheit/Vernunft als Übel sehen (was heute meist angenommen, auch Paulus untergeschoben wird) lässt Origenes nicht stehen. Wie später auch Luther zwischen menschlich-selbstherrlicher, egoistischer Vernunft und schöpferischer Vernunft (von natürlicher Schöpfung ausgehende, Zukunft der Gesamtheit gestaltende) unterscheidet. So macht bereits Origenes einen Unterschied zwischen kurzsichtiger und kreativer/schöpferischer, damit wahrer Weisheit/Vernunft.

-Und dass Moses bzw. der prophetische Monotheismus im Wandel der Zeit von anderen Kulturen übernommen wurde, ist für Origenes kein Mangel. Auch ohne dass dem Miterbauer der Kirche eine natürliche Kulturentwicklung nach evolutionären Prinzipien (Logos) in heutiger Weise klar war. Und auch wenn er dies damals nicht im Einzelnen belegen konnte. Er ging davon, dass, ähnlich wie sich die griechische Kultur aus Vorgängerkulturen entwickelte, auch die Propheten aus den persischen Philosophien vom für das menschliche Verhalten maßgebenden kreativen Ganzen/Weltgeist (Zarathustra) oder ägyptischer Theologie speisten. So den alten Monotheismus oder dort bereit geltende Trinität weiterdachten. Auch andere Hochkulturen hätten sich so entwickelt. (Aber wo ist jetzt der Wanderprediger Jesus geblieben, dem er gedient haben soll oder der Christusmythos, auf/für den er angeblich eine Kirche, eine neue Kultgemeinschaft mit erbaute?)

-Warum es nur einen universal geltenden kreativen Grund gibt, der alles aus sich hervorgebracht hat (heute meist Gott genannt) wird (außer von dualistischen Denkweisen, die von guten und bösen Prinzipien ausgehen) von keiner der philosophisch-theologischen Denkweisen bestritten. Auch wenn Celsos die Götterlehre verteidigt, so muss er nicht nur als zeitgemäßer Monist gelten, sondern indem er von Zeus spricht, auch als Monotheist. Doch dass die Götter als Phantasiegebilde nur verschiedene Wesenheiten im schöpferischen Ganzen verkörpern, so menschliche Phantasieprodukte sind, ist allen damaligen Denkern bewusst. Für Origenes erscheint es daher die wahre Lehre, nur von einer kreativen/schöpferischen Instanz des Ganzen auszugehen, die nach den Propheten nicht vorstellbar, abbildbar oder selbst ausdrückbar, aussprechbar ist und sein wird.

Die niedere Gestalt des gekreuzigten Galiläers (ein Jesus kommt nicht vor) hat es laut Origenes inzwischen vermocht, die Welt mehr als die bisherigen Götter und die Könige (irdische Vertreter der Götter bzw. Göttersöhne), in Bewegen zu versetzen. Und dass sie so mehr bewegte, als allein der Athener Themistoklos, die Lehren Pythagoras oder Platon und andere Weisen oder menschliche Kaiser, ist kulturgeschichtlich auch bekannt. Das Christentum war daher für den Vernunft-Philosophen Origenes die im kreativen Sinne vernünftigste/die richtige Lehre.

Aber lassen wir den Streit zwischen Götter- oder christlicher Lehre, das ist Schnee von Gestern. Fest steht: Um den heute an Hochschulen vermittelten und selbst als Christus einzig hinterfragten jungen Juden, den er als das sah, was ihm als Philosoph als Logos/Vernunft galt, ist es dem Miterbauer der Kirche auch in seiner Auseinandersetzung mit Celsos auf keinen Fall gegangen.

Auch der Gesamttext, wie er in der Bibliothek der Kirchenväter zu finden ist (selbst nach Übersetzung mit heutiger Brille, die einen Guru an den Anfang stellt und viel von Gott spricht) verweist eindeutig auf die Vernunft als Thema:

Bereits in der Einleitung lässt es sich trotz aller Jesus-Brille nicht vermeiden, vom "Verständnis der menschlichen Vernunftwesen"; zu sprechen, so die wahre Lehre der Vernunft zu begründen. Die sich dann vernünftigerweise des Galiläers bediente. Menschen brauchen Mittlergestalten, macht Origenes schon im Eingang klar. Und warum es vernünftig war, die Bilder der sich auf David berufende jüdische Weisheit zu nutzen. 

Noch war die Welt nicht auf heutige Weise, in Vernunft erklärt, konnte das Volk seine kulturelle Bestimmung im kreativen Ganzen (heute reden wir beispielsweise von ökologischer, weltökonomischer Verhaltensweise) nicht erkennen. Und wie notwendig Phantasiebilder für die Entwicklung der Menschheit waren und sind, wird inzwischen gar von den Kulturwissenschaftlern oder Evolutionsbiologen beschrieben (Evolution der Phantasie). Das schöpferische Wesen bleibt verborgen, seine Person (Rolle) zeigt sich nur in den u.a. erst durch Darwin &. Co. freigelegten Prinzipien allen kreativen Werdens. Und die mussten den Menschen damals in bedeutungsvollen, bekannten Bildern vermittelt werden.

Wobei dem frühkirchlichen Denker durchaus die Probleme der Bilder bewusst war, wenn er sich auf das biblische Bilderverbot der Propheten berief und daher den christlichen Kult als wahre Lehre sah. Auch wenn ihm Celsus heute vorhalten würde, er hätte den Hochschullehrern ihre zeitverschwendende Wissensvernichtung im Anhängen an einen Heilsprediger mit Namen Jesus erspart können, wenn er bei den griechischen Göttern geblieben wäre. So wie es seinen Grund hatte, dass wir von Affen abstammen, uns nicht die stärkeren Elefanten aussuchen können, war die Zeit für den christlichen Kult gekommen, der dann bis zur Aufklärung getragen hat, die der Götter um.

Auch die Forderung des Celsus wir sollen der Vernunft und einem vernünftigen Führer bei der Annahme der Lehren folgen, um nicht dem Betrug anheim zu fallen; folgert Origenes im ersten Buch, Kapitel 9

Wenn es möglich wäre, dass alle Menschen sich von den Geschäften des Lebens freimachen und ihre Ganze Zeit auf das Studium der Philosophie verwendeten, so dürften sie keinen anderen Weg einschlagen als diesen allein. Denn im Christentum wird sich, damit ich mich nicht zu derb ausdrücke, keine geringere Prüfung der Glaubenslehre, keine geringer Auslegung der dunklen Stellen in der Propheten und der Gleichnisse in den Evangelien und von tausend anderen symbolischen Tatsachen oder gesetzlichen Anordnung finden lassen als anderswo. Wenn dies aber nicht möglich ist, wenn wegen der Sorgen und Mühen, die das Leben mit sich bringt, und wegen mangelnder geistiger Begabung sich nur wenige der Wissenschaft widmen, welcher andere Weg, um der großen Menge zu helfen, dürfte wohl gefunden werden, der besser wäre, als der Weg Jesus den Völkern überliefert

Wie besser kann man sagen, um was es im christlichen Glauben und seiner Geschichtsbilder ging? Und wie deutlicher kann man machen, dass weder ein Heilsprediger mit Namen Jesus (der sicher bei Origenes so noch nicht zu finden ist), sondern die Vernunft/der kreative Logos nach universalen Prinzipien das Thema christlicher bzw. wahrer Lehre war

Auch warum der Volksglaube im Christus-Logos-Kult, ähnlich wie bei den griechischen Göttern, Mittlerwesen bzw. Bilder braucht, macht Origenes deutliche: Wenn sie so, ohne die Vernunft selbst zu befragen, mehr als im Göttersystem ihr sittliches Leben in Ordnung gebracht haben, dann seien die christlichen Bilder bzw.die christliche Lehre vernünftig. Auch warum "Glaubensannahmen" in jeder Philosophielehre gelten, wo man sich einer bestimmten Schule anschließt, wird argumentiert. Wobei es so wenig wie bei den philosophischen Lehren auch bei den Christen um Glaubensannahmen im heutigen Sinne (gegen alles Wissen) ging, sondern eine logische Annahme, die im Einzelnen nicht belegt oder bekannt war. Und in diesem Sinne lässt sich der Weg über die kirchlichen Lehren des Mittelalters, die dann folgenden Verirrungen, ebenso wie die auf antiken Schriften (als wahre Wort /Lehre) zurückgreifenden Reformation und die dann durch die Aufklärung folgende Entblätterung der biblischen Lehre nachvollziehen. Doch genau durch die Aufklärung ist uns heute die Möglichkeit gegeben, das was die Antike mit kreativer Vernunft bezeichnete, in mündiger Weise als das zu verstehen, nach was Papst Franziskus als ganzheitliche Ökologie verlangt, sein Vorgänger bereits als mit Verstand einsehbares Wesen des christlichen Glaubens im Weiterdenken griechischer Philosophie beschrieb oder als Weltethos und Gemeinsinn beschworen wird.

Immer wieder argumentiert Origenes, warum der jüdisch-hebräische Kult die größere Tradition in Vernunft hatte. Er erwidert dabei der Kritik am buchstäblichen Verständnis der Moses-Geschichte und zeigt, wie auch die Mythen der Götter in die Irre führen können. Wobei sich Celsus, ähnlich wie heutige Bibel-Kritiker, gegen besseres Wissen weiter der buchstäblichen Bilder bedient und dann den Monotheismus der Juden als einfältigen Glauben von Ziegenhirten brandmarken will, die einem Moses gefolgt sind. Aber warum sollten die Sagen der Griechen wahrer sein, als z.B. die der Ägypter? Wie viel wirkungsvoller nun und besser als alle diese Phantasiegebilde ist es, aus der sichtbaren Ordnung der Welt Überzeugung von der guten Ordnung der Welt zu gewinnen und den einen schöpferischen Grund des Gesamten zu verehren, der nicht das Werk von vielen Schöpfern und Göttern sein kann. Weil die Vernunft nicht zulässt, dass der über allem waltende Grund (den die Griechen Zeus nennen, Inder und Ägypter andere Namen haben, für Hebräer unsagbar war) aus vielen Teilen besteht (Origenes in Kapitel 23/24).

So wird Kapitel für Kapitel deutlich, dass es um eine von Vernunft ausgehende Theologie ging, die auf den gleichen einen Grund des Alles verweist, der in den verschiedenen Kulturen galt und kein vor-gesetzt und zu glaubender Designer war. Wo daher heute die in Geschichtsgestalt Jesus wie ein zu glaubender Gott angesprochen wird, dort wird die Geschichte auf den Kopf gestellt.

Wenn in der Diskussion auch die neutestamentliche Lehre das Thema ist, die Fabeln bzw. Geschichten mit denen der Griechen verglichen werden, dann ist es den beiden Vernunft-Theologen/Philosophen sichtbarer Weise nicht um einen göttlichen jungen Zimmermann gegangen, sondern die unterschiedliche Ausdrucksweise/Mittlergestalt von Weltvernunft. Denn auch warum Menschen einen sichtbaren Körper benötigen, es hier nicht um sinnlose Possen geht, wird in der gesamten Auseinandersetzung zwischen den Götterbildern und dem Galiläer klar gemacht. So beschuldigt dann auch Origenes den Celsus am Anfang des zweiten Buches, den Juden bzw. Christen einen jungen Mann zu unterstellen. Damit an einer erdichteten Person festzuhalten, wie wenn er nicht wüsste, warum die redende Person (menschliche Rolle/Aufgabe) eingeführt wurde.

Auch im 6. Buch betont Origenes beispielsweise die Notwendigkeit der Bilder, die imstande sind, auch die ungebildeten und einfältigen Menschen zu einer sittlichen Lebensweise zu bewegen, mit gemeinverständlichen Aussagen ihr Ohr zu fesseln. So macht er immer wieder deutlich, dass es bei den Bildern nicht um den jungen Charismatiker ging, der der heute leider nicht nur das Ohr der Ungebildeten und Einfältigen fesseln, sondern das fähiger Denker. Denn das Bild des jungen Mannes, das Origenes als für ungebildete Menschen notwendig erachtet, bestimmt heute nicht nur das Denken der Kritik des Glaubens. Es gilt auch den Kirchengeschichtskennern, die es eigentlich besser wissen müssten, ebenso wie der Aufklärung betreiben wollenden historischen-kritischen Theologielehre.

Die einfache Sprache und der kunstvolle Ausdruck sind ebenso das Thema, wenn deutlich gemacht wird, dass auch in griechischer Philosophie die Logos-Lehre allein nicht reicht, dies nur für Gelehrte gilt. Wie auch bei den Griechen menschliche Göttersöhne im Kult notwendig waren. Nicht um Plato einen Vorwurf zu machen, verweist Origenes - noch ohne Freud und die psychologische Beschaffenheit des menschlichen Kopfes und Kulturwesens zu kennen, gar heutige Evolutionsbiologen um Aufklärung über notwendige Phantasiebilder der Evolution befragen zu können  - auf die Notwendigkeit der Bilder, um die menschliche Seele (Psyche, Emotions- bzw. Gefühlswelt) zu gewinnen. Ähnlich, wie das bisher die Mythen taten, muss nun eine jüdische Gestalt vermitteln. Um das Bild bzw. Mythologisierung eines jungen Mannes, wie er heute an den Anfang gestellt wird ist dabei mit Sicherheit so wenig gegangen, wie um einen Christusmythos. Insbesondere, weil auch die allegorischer Auslegung der alten Bilder gefordert wird, um so zu dessem aufgeklärten Verständnis  zu kommen (Auferstehung).

So ist auch im 8. Buch vom Wort die Rede, das als wahrer eingeborener Sohn den Verleumdungen des Celsus entgegengestellt wird. Mit einem Wanderkyniker, dem man irgendwelche altbekannte Wunder anhängte um ihn als Asklepios mit himmlischen Würde zu schmücken, der möglicherweise gar wirklich Blinde heilte und selbst aus dem Grab hüpfte, hat das alles nichts zu tun. Der Sohn, durch den alles ist und doch auf den Unsagbaren der Väter bzw. den auch den griechischen Philosophen geltende Vater des Alles (dort Zeus/Jupiter) verweist, hatte auf jeden Fall keine zwei Beine und war nicht der Bangert, der einem jüdischen Zimmermann mit Verweis auf den Heiligen Geist untergeschoben wurde. (Der Ausdruck der kreativen Vernunft durch Mutter Kirche, als das wahre Wort/die richtige/kulturvernünftige Lehre war das Thema. Und dass die kreative Vernunft den schöpferischen Grund bezeugt bzw. durch ihn - und nicht durch menschliche Ideologien - gezeugt ist, dürft auch klar sein.)

Wenn sich Origenes auf die Stoiker bezieht, im Gegensatz zu Celsus auf eine Vernunft/Lehre hofft, bei der alle Völker zustimmen können, weil ein Wort/eine Vernunft die gesamte Welt beherrscht und die Heilung der Seele/menschlichen Psyche bewirkt, dann hat auch das nichts mit einem Jungzimmermann zu tun, den er als Logos ansieht oder ausgibt.

Wenn heute an kath. Bildungseinrichtungen ein Weltethos beschworen wird "Kein Friede zwischen den Nationen ohne Friede zwischen den Religionen, kein Friede zwischen den Religionen ohne Dialog zwischen den Religion, keine Friede ohne gemeinsame Standards, kein Überleben unseres Globus ohne ein globales Ethos". Dann wird nur das wiederholt, was der Antike in Vernunft gegeben und Thema auch der Debatte war.

Und gleichzeitig war beiden Diskussionspartnern, auch wenn sie sich dabei unterschiedlicher Bilder bedienten, klar: Die an die jeweilige Tradition anknüpfende Ausdrucksweisen schafft Zukunft und einen Friede zwischen den Religionen, wie er heute mehr als not-wendig ist.

In acht Büchern hat so einer von Vernunft ausgehenden Väter der Kirche alles zusammengefasst, was  gegenüber der Griechen Ausdrucksweise/Lehre vorzubringen hatte, gegenüber Celsus als wahres Wort deutlich machte. Ein junger Jude, wie er heute gilt, kommt an keiner Stelle, in keinem Satz, in keiner Silbe vor.

Weder Zeus noch Jupiter  waren in den Mythen Homers menschliche Wesen. Erst recht nicht, als die Funktion der kosmische Kreativität und Kulturaspekte verkörpernden Götter in einem gemeinsamen Grund/Vater gesehen wurden. Und noch weit weniger hat die vom Kirchenvater gegenüber griechischer Lehre verteidigte neue jüdische Ausdrucksweise der Kirche etwas mit einem Junghandwerker zu tun. Der dann nur als Christus gesehen oder als Logos verherrlicht wurde. Wenn Blitz und Donner jetzt nach und nach in Vernunft erklärt wurden, dann hat sich kein junger Charismatiker als Exorzist betätigt, sondern hat die Vernunft die Dämonen der Zeit ausgetrieben, selbst die geerbten Sünden (den alten Abfall von schöpferischer Realität) überwunden.

Und auch dass die Juden das Gesetz ihrer Väter nicht verlassen, wenn sie zu einem neuen Leben übergelaufen sind, jetzt dem Logos als Christus folgen, zeigt ganz eindeutig: Am Anfang ging es nicht um einen mehr oder weniger göttlichen Besserwisser, sondern die Vernunft allen Werdens als lebendiges Wort. Mit dem heute geltenden wundertätigen Wanderkyniker, der wegen Häresie hingerichtet wurde, hat diese Diskussion auch dann nichts zu tun, wenn über das Blut bei der Kreuzigung gesprochen, dann auch auf Homer Bezug genommen wird. Warum aber der Monotheismus und die davon ausgehenden Gebote der Juden nun in Vernunft neu begründet und keine Abkehr war, dürfte klar sein. Auch warum im Prozess der Zeit die Diskussion leiden und in der Geschichte sterben musste, um neu als Grund des als Jesus bekannten christlichen Kultes verstanden zu werden, liegt auf der Hand.

9. Die Vernunft, damit sich als natürliches Geschöpf in Gesamtverant-wort-ung zeitgemäß verstehen

Auch wenn sich noch nicht alles Geschehen völlig in Vernunft erklären lässt, so ist die Logik kausaler Gesetze (Logos) die Voraussetzung, um ewige Zeit und den unendlichen Raum des Universums berechnen zu können. Gebilde aus Menschenhand, wie sie Origenes bemängelte, haben heute endgültig ausgedient. Die Mythen liegen lange hinter uns. Auch wenn uns die Notwendigkeit von Phantasiebildern  für den menschlichen Kopf klar ist, so sind das nur kreative Werk-zeuge, kein Selbstzweck. Wie vom Kirchenvater verlangt, hat es uns die Aufklärung ermöglicht, der Vernunft ohne kulturelle Grenzen zu folgen. Damit ein aufgeklärtes Ein-Verständnis möglich wird, wie er es in seiner Logos-Christuslehre erhoffte . Humanität in der Welt, ganzheitliche Ökologie oder Weltökonomie... brauchen keine leeren Verlangen mehr zu sein, wenn wir sie als Wurzel/Grund begreifen, der hinter den kulturbedeutenden Bildern steht, nach denen die Vernunft im Orient in Mohammed und dem Koran nur anders ausgedrückt wurde, andere Wege nahm, als in Jesus und dem Kanon.

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"Zirkulärer Baum des Lebens: Evolutionäre Beziehungen zwischen 2,3 Millionen Arten"

Heute haben wir den empirischen Nachweis für das, was die Antike ahnte. Wir entspringen alle einem Stammbaum, so Spiegel-Online am 20. September 2015 (Auch wenn wir dabei weder von Zeus reden, noch an die universalen Prinzipien denken, die der Antike als maßgebender Logos galten und im christlichen Kult zur Lehre Jesus wurden, die auf einen allem gemeinsamen unsagbaren einen Grund aller Kreativität der Väter verwies):

Forscher haben einen riesigen Stammbaum mit allen bekannten Lebensformen der Erde aufgestellt.

Der Stammbaum vereint alle Lebewesen der Erde. Auch wie bereits die Vielfalt der Arten notwendig ist, mehr noch die Menschen aufeinander angewiesen sind. Wie sie voneinander nicht nur in Sachen Weltklima voneinander abhängen, weil die Abholzung des Regenwaldes oder die Umweltzerstörung der westlichen Welt alle betrifft. All das ist heute bekannt.

---Ich bin die Freiheit!-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ich werde von allen geliebt und doch misshandelt. Die einen schätzen mich, die anderen fürchten mich. Oder sie wissen, dass ich meine Grenze habe, die von kreativer Vernunft vorgegeben wird. Weil Menschen sich nicht gegen die schöpferische Ordnung stellen, sich anderes verhalten können, wie es evolutionärer Logik oder Ökologie (dem ewigen Wort, universal gültigen kreativen Prinzipien, die in Jesus oder Mohammed zur Kult(ur)lehre wurden und so Geschichte machten) entspricht. 

Und Gehirnforscher und Verhaltenswissenschaftler stellen mich in Frage. Weil sie wissen, wie Menschen durch ihre kulturellen Vorbilder geprägt werden. Sich so verhalten, wie sie es in Kindheit der Kultur gelernt haben. Auch wie es ihren vorgegebenen Trieben entspricht, die sie nicht zeitgemäßer kreativer Vernunft in menschlicher Kulturgemeinschaft unterstellen.

----Ich bin die kreative Vernunft-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ich werde oft missverstanden. Selbst die, die sich in all ihrer Wissenschaft und ihren Verhaltenslehren auf mich berufen, verkennen meine kulturelle Rolle/Aufgabe (Person). Die Religiösen lehnen mich ab, weil in meinem Namen der Vernunft oft Selbstherrlichkeit und Selbstsucht gepriesen werden, was in Wirklichkeit gegen mich spricht. Und selbst die Glaubenslehrer, die wissen, wie ich am Anfang galt, verleugnen mich, weil sie in buchstäblichen Bildern gefangen sind.

Selbst Luther hat mich dann in Buchform gebraucht, auf mich seine Reformation sowie die Überwindung absurder Kirchenlehren gebaut und doch auch an mir gezweifelt. Weil allein das in meinem Namen oft genannte menschliche Maß und Denkvermögen als Vernunft nicht genügt. Da die zeitgemäße Begeisterung mit dankbarem Blick auf das Große Ganze, das auf kreative/schöpferische Weise (in Vernunft) gewordene, die Voraussetzung für echte Verant-wort-ung und Vernunft in Kulturgemeinschaft ist. Denn ich bin nicht nur das Wesen, das allem logischen Werden der Welt zugrunde liegt. Denn nachdem Menschen, wie die Geschichte zeigt, sich nicht so verhalten, wie sie es als  kreativ vernünftig (u.a. ökologisch) sehen, ist es meine Aufgabe in aufgeklärter Kult(ur) mich auf mündige Weise Lebens-wirk-lichkeit werden zu lassen.

Ich war als Galiläer für Origenes das wahre Wort und bin heute in aller Welt/natürlicher Schöpfung/Logik bzw. in nach dem gegebenen Wissen in aufgeklärter Weise als Grund westlicher Kultur, wie auch des Koran zu verstehen.

Auch wenn das heute etwas anders klingt als beim Kirchenvater. Es ist das gleiche Thema, der gleiche Grund. Um einen jungen Juden ist es damals so wenig gegangen, wie der heute für das kulturelle Miteinander bzw. das schöpfungsgerechte Verhalten maßgebend ist.

Der Hellenismus im Evangelium

Die frohe Botschaft galt bei Christen nicht mehr dem römischen Kaiser und noch weit, weit, weit weniger einem Wanderkyniker. Die Vernunft/sinnvolle Logik allen kreativen Werdens in ihrer kulturellen Umsetzung und menschlich-kulturgerechter Ausdrucksweise, die im allegorischen, aufgeklärten Neuverständnis das Alte im Volksverstand neu aufleben ließ, galt als ewiges Wort.

afbeelding van Bergh van Eysinga, Gustaaf Adolf van denDer wegen einer an der Wurzel ansetzende Kritik als "Radikalkritiker" geltende Neutestamentler Gustav Adolf von der Bergh von Eysinga hat bereits deutlich gemacht, was Papst Benedikt XVI. als Wesen des christlichen Glaubens im Weiterdenken antiker Philosophie bestätigt. Und worauf sich letztlich auch sein Nachfolger beruft, wenn er aus Vernunftgründen unter großem Beifall in aller Welt eine ganzheitliche ökologische Verhaltensweise predigt. 

  

Jüdische Prophezeiungen, östliche philosophische Erkenntnis (Gnosis) und griechische Philosophie/Theologie haben für das Christusbild die Farben geliefert. Stoischer Platonismus und Mysterienkulte waren die die gemeinsamen Vorbereiter des Christentums.

 In dieser Weise ist das Allerbeste, was das Altertum hervorgebracht hatte, darin bewahrt geblieben. Um die Gestalt des Logos, des Gottesssohnes bzw. Gottmenschen, haben sich alle in ethischer und religiöser Hinsicht wichtige Faktoren des Hellenismus kristallisiert und so die gewaltige Synthese zustanden gebracht, die Christentum heißt und den wahren Menschen als göttlichen (schöpferischen) Menschen, die Person (Rolle/Aufgabe) des schöpferischen Wesens als menschgeworden betrachtet. Hier sind Jude und Römer sich einig; der Jude ist aber der alexandrinische Jude Philo, und der Römer der hellenisierte Römer Seneca. Die Verbindung des Logos der antiken Denkweise mit dem stoischen Wesen resultiert dann in der von beiden Seiten gesuchten lebendigen Gestalt.

Die Idee der Gott(schöpferich)-menschlichen Person war der Genius des Christentums. Weder Seneca noch Philo oder der Mysterien-Glaube konnte uns die Jesusbilder der Evangelien liefern. Ohne diese Antezedenzien hätte man diese aber nicht bilden können. Das Evangelium ist die symbolische Ausgestaltung der Idee, dass der Menschensohn (die menschlich-kulturgerechte Vernunft) der Gottessohn (kreative Vernunft) ist, die leiden und sterben muss, um einzugehen in die Schöpfung der Vernunft (Herrlichkeit). 

Exodus

Die Hinwendung der Römer, von einem bisher staatstragenden Götterkult, zu einem nun bildlosen Monotheismus war eine Revolution in Kultur, vergleichbar mit Echnaton oder dem sog. Exodus der Propheten des Exils. (Die dann ihre Kulturgeschichte als Rückprojektion in alten Mythen und in Gestalten wie Abraham, Noah, Moses oder Josua/Jesus erklärten.) Und so wenig der in der Sonnenordnung begründeten Monotheismus der Armana-Zeit oder bei natur-himmelskundigen Hebräern und den in Persien einen kreativen Weltgeist Zarathustras weiterdenkenden Propheten, ging die den Monotheismus nun universal machenden und erneuernde Revolution nun von einem jungen Mann aus.

 (Die sog. Landnahme war keine geografische Eroberung, sondern die Ausbreitung des weiter im Exil lebenden monotheistischen Wort-/Weltverständnisses. Wenn aber im Mythos der Landnehmer den Namen Josua hatte. Dann lässt sich verstehen, wie die universale Bedeutung, des nun auch für Römer und Griechen geltende Bundes mit dem Namen das altbekannten Landnehmers in gebracht wurde. Letztlich stand der Name Jesus für eine Weisheit, die aus Ägypten kommend als jüdische Weisheit galt, die dann auch im Platonismus bzw. in Vernunft/Logos begründet wurde.)

Bereits rund 1.500 Jahr vor der gewaltigen römischen Abkehr vom Götterpantheon hat eine solche Kulturrevolution auch in Ägypten stattgefunden und dann rund 800 Jahre später in Persien. Wofür Zarathustra und die biblischen Propheten stehen. Der Vater von Amenophis IV., der seinem Sohn den von der Sonnenordnung ausgehenden Monotheismus in die Wiege legte, hat nicht vom schöpferischen Wort (Vernunfthandlung) der Propheten gesprochen. (Gleichwohl die Hoheitsbezeichnung seines Sohnes "Echna-ton": der auf Aton, d.h. die Sonnenordnung hört, schon darauf hinweist.) Er hat nicht die Weltentstehung in Vernunft/Logik erklärt, wie die Griechen. (Gleichwohl er in seinen Gesängen alles irdische Geschehen auf die Sonnenkraft zurückgeführt hat.) Und er konnte noch weniger aus der für jedermann einsehbaren ökologischen Ordnung eine zukunftsvernünftige kreative Lebensweise herleiten.

Doch bereits an Echnaton (der für  neues Weltverständnis, bereits bei seinem Vater steht), dessen erster Monotheismus die großen Tempel schließen und die Namen der Götter ausmeißeln ließ, macht mehr als deutlich: Auch die Mission des nun universal auch für Griechen geltenden Monotheismus ist in natürlicher Entwicklung entstanden und war nicht die Überredung zur Gottheit eines jungen Mannes. 

Wie Konstantinopel, so baute auch Echnaton Achetaton, das spätere Armana (der Horinzont Atons, der Sonne) als neue Hauptstadt. Es war ein Generalangriff auf bisherige ägyptische Götteridole, die den Menschen heilig waren. Alte Vorstellungen von Diesseits und Jenseits, von Ober- und Unterwelt galten nicht mehr. Selbst der Totengott Osiris hatte den Geist aufgegeben. Das viele Götter gewohnte Volk war auch damals hin und her gerissen.

(Und so hat möglicherweise die Revolution Echnatons, die das Alte zu gewaltig ausriss, nicht kreativ die Wurzeln weiterführen konnte, mit dazu beigetragen, dass dieser monotheistische Kult kurze Zeit in seiner Radikalität später wieder völlig vom Erdboden verwand. Während die die alten Mythen in ihre Geschichte aufnehmenden Propheten einen bleibenden Monotheismus hervorbrachten.)

Auch wenn Echnaton dabei Götterbegriffe wie Maat, was bereits für die ewige kreative Ordnung stand und auch die weitere ägyptische Theologie bestimmte (logischerweise) nicht kippte. Der König war zum radikalen Ketzer geworden, der Priester überflüssig machte. Der dann jedoch in seiner Person als Pharo (oberste irdische schöpferische Autorität, Oberpriester) mit den Königskult begründete. Einen Kult, der dann in der Aufklärung der Zeitenwende seine Autorität nicht nur im Judentum, sondern immer mehr auch bei den Römern an die Vernunft abgeben musste.

Auch wie bei Juden weder ein die Götter vertretender, noch ein den einen unsagbaren schöpferischen Grund repräsentierender König die Autorität war, sondern das Wort, ist bekannt. "Die Stelle des Königs als vermittelnde Instanz entfällt in dieser neuartigen Konzeption. Durch diese Umbuchung der König-Gott-Beziehung und der König-Volk-Beziehung auf die Gott-Volk-Beziehung wird aus der assyrischen Staatsideologie die israelitische Bundestheologie. Der Bundesgedanke macht das Königtum überflüssig." So beschreibt Jan Assmann den "Exodus". Israel lebte im Exil, war kein Volksstamm in einem bestimmten Land, sondern das Verständnis des schöpferischen Wortes (hebr. Vernunfthandlung), später Logos. Der Bund/Vertrag/das Testament und Gesetz leiteten sich bereits damals aus dem kreativen=schöpferischen Geschehen der gesamten Welt ab und nicht aus beliebigen menschlichen Vorstellungen oder zufälligen Herrschern. Wo von erwähltem Volk am Sinai gesprochen wird, war ein Verständnis bzw. eine Erkenntnis, für die die deswegen die Götteropfer verweigernden Römer später in den Tod gingen. Auch in Zeiten antiker Aufklärung ging die Autorität von Vernunft aus. Einer in Kultur umzusetzende philosophisch diskutierten Vernunft, die ein Weiterdenken von Natur/Schöpfung war. Damit nicht mehr von menschlichen Königen, Göttern oder traditionellen Lehren ausging.

Wo vom erwählten Volk am Sinai gesprochen wird, war ein nach antiker Aufklärung universal geltendes Verständnis natürlichen Werdens bzw. eine Welterkenntnis in zeitgemäßer Vernunft (Gnosis). Eine Erkenntnis, für die Römer, die deswegen die traditionellen Götteropfer verweigerten, in den Tod gingen. Assmann beschreibt auch, wie intellektuelle Deutsche, wie Friedrich Schiller, sich für die philosophische Gottes(besser Schöpfungs)lvorstellung Spinozas begeisterten. Weil sie bereits die Zusammenhänge mit dem bildlosen schöpferischen Grund der Propheten, sahen, der im Wortspiel JHWH (ich bin da/werde da sein, oder: ich bin der ich sein werde) bezeichnet wurde. Wie gleichzeitig in Moses eine Weiterführung ägyptischer Mysterien von Isis und Maat gesehen wurde. Wie auch die Väter der Kirche, etwa Laktanz, keinen Unterschied kannten, zwischen dem JHWH und dem Corpus Hermeticum. Womit der Platonismus an die ägyptischen Wurzeln anknüpfe und damit auch dem Dornenbusch als Offenbarung des Unsagbaren in Vernunft/Wort.

Bildergebnis für Exodus

 Wer solche Filme von einem bewundernswerten Volksbefreier gesehen hat, dem Gott bei der Flucht eines auserwählten Volksstammes durch die wundersame Teilung des Meeres beistand, der wird den Exodus kaum mit der Befreiung von Göttern und Königskult bei den Römern in Verbindung bringen können. Doch über die Teilung des Meeres als Zug durch ein Schilfmeer müssen wir uns allein aufgrund der Archäologie keine Gedanken mehr machen. Eine solche Volksflucht hat es nie gegeben. Und das Ganze auf den Ausbruch einiger Arbeiter reduzieren zu wollen, das geht noch weniger, als Jesus zum Guru zu machen. Israel ist aus einem Verständnis des als Wort (hebr. Vernunfthandlung) verstandenen realschöpferischen Geschehen bzw. Willens erwachsen. Der  prophetische Monotheismus, der ein Weiterdenken des vom Pharaonen-/Königskult befreiten, im ewigen Wandel befindlichen (zeltenden) Monotheismus Ägyptens (Moses) und dem monistischen Weltverständnis der Perser war, war eine Kulturrevolution. Vergleichbar mit der Vertreibung der menschlichen Götter bzw. traditioneller Vorstellungen der Spätantike. Und wo wenige wie der Exodus durch die Wunder eines alten Mannes bewirkt wurde, ging es im Neuen Testament bzw. dem nun universalen Monotheismus, auf den sich die drei Glaubensgeschwister berufen, um einen jungen Mann.

Ein neuer Schluss über die Anfänge ist dringend NOT-wenige

Die Frage nach dem Grund des westlichen Kultes bzw. warum sich auch die Römer zum Judentum bekehrten, was hinter der Person (Rolle/Aufgabe) Jesus steht, ist keine theologische Spielerei. Die Probleme des Glaubens und damit blutig tobender kultureller Kämpfe, die derzeit Millionen auch nach Deutschland bringen, verlangen nach neuen Lösungen. Die Glaubensprobleme lassen sicher weder politisch bekämpfen, noch in Luft auflösen. Als die der Kurz-schluss von Halbaufklärung in seiner Heilsprediger-Hypothese derzeit die eigenen Wurzeln hinstellt. Der Kampf der Kulturen, der in seiner Auseinandersetzung mit dem Kult(ur)los gewordenen Westen dann hier in anderer Form weitergeht, lässt sich nicht politisch lösen, sondern nur dort, wo seine Wurzeln waren: In kultureller Aufklärung und der Vertreibung menschlicher Gottesbilder, traditioneller Vorstellungen durch Vernunft.

Wie kann eine Zeit, der das alles klar ist,  der auch bereits der Holländer Gustav Adolf von der Bergh von Eysinga 1937 den oben aufgeführten Schluss über die Anfänge verdeutlichte, weiter einen mehr oder weniger göttlichen Junghandwerker als Christusmythos an den Angang stellen wollen? Wie tief sitzen die toten Bilder und Buchstaben bzw. traditionellen Vorstellungen? Was muss passieren, dass die Verweigerung von Wissen die Ein-sicht der Kulturen um die Kulturbedeutung dessen nicht weiter verhindert, was weltweit vergeblich gepredigt wird? Warum wird eine Aufklärung über den gemeinsamen Grund in Vernunft verhindert, sondern der Aberglaube beflügelt, der nicht nur im Nahen Osten zu unendlich viel Leid führt?

Heue wird dem Monotheismus bzw. dessen Unterscheidung in richtige und falsche Vorstellungen meist unterstellt, auf gewaltsame Weise das eigene Gottesbild durchgesetzt zu haben. Doch jeder menschliche Götterbilder/-Vorstellungen vertreibende Monotheismus wurde in den monistischen Modellen seiner Zeit bzw. einer dann ganz natürlichen Schöpfung heraus begründet. Auch wenn der in schöpferischer Vernunft/Natur begründete bildlose Monotheismus antiker Aufklärung über die Lehre, den Rückfall ins Mittelalter und dann in Schriftform (ob Kanon oder Koran) bis zur erneuten Aufklärung getragen hat. Mit einem jungen mehr oder weniger göttlichen jungen Mann (der nach heutiger Wissenschaft im Orient zu Mohammed wurde) hat er nicht das Geringste zu tun. 

Der Einmarsch der Millionen in Europa ist keine neue "Landnahme", wie radikalislamische Prediger den oft vor ihnen Fliehenden hinterher rufen. Sie sollten im  unfruchtbaren und verkreisten Europ für Nachwuchs sorgen, um so die Welt zum Islam zu bekehren.  Der monotheistische Anfang war keine gewaltige blutige politische Schlacht., sondern eine gewaltige Unterscheidung im Weltverständnis. Es war das prophetische Verständnis eines Wortes, einer Vernünftigkeit in Beobachtung des Himmels und des natürlichen/kreativen Werdens, bei dem von einem "Bund" mit einem unsagbaren Grund gesprochen. Die Geschichte dieses Hörens (Israel) wurde in bekannten Mythen bebildert.  Und ähnlich war auch die Zeitenwende und die Missionierung der Römer ein Aufklärungsprozess, bei dem die menschlichen Göttervorstellungen einem neuen gemeinsamen Welt-/Schöpfungs-Verständnis weichen mussten.

In einer globalisierten, auch geografisch grenzenlos gewordenen Welt, bei der sich der Kampf der Kulturen in Kürze vor unserer Haustür abspielt, muss in neuer Weise nach den gemeinsamen Wurzeln gefragt werden. Weder mit dem Verstecken der "Willkommensschilder" und einem neuen Limes lassen sich die Probleme lösten, noch allein mit Deutsch lernen. Statt den Moslems erklären zu wollen, dass alles was sie glauben, worauf sie ihr Weltbild bauen Schwachsinn wäre, von dem der Westen doch längst abgerückt sei,  muss nach einer  gemeinsamen anfänglichen Be-stimmung gefragt werden. Wer die Moslems aus mittelterlichen Lehren befreien will, der kann diese nicht einfach in heiße religiöse Rhetorik und Mythenglaube auflösen wollen, wie sich die westliche Theologie bei der Heilsprediger-Hypothese heute definierten muss. (Nebenbei: Möglicherweise verweist auch der Kulturbestand des Islam, der vom Konzept her (unabhängig davon, dass heute Koran und Mohammed hochgehalten werden) in seinem Weg weit weniger auf eine einzelne menschliche Person oder ein Buch zugeschnitten ist, auf eine aufgeklärte Weltsicht als ganz natürliche, gemeinsame schöpferische Bestimmung.)

Sicher sind die Probleme auch politisch bedingt, hat die Gier des Westen nach Öl mit dazu geführt. Doch die Ursachen, auch für die Kämpfe innerhalb der der islamischen Kultformen, die sich in einer politischen Umbruchphase befinden, die sind im Kopf der Menschen zu finden, der durch ihre Kultur bestimmt wird. Durch die Aufdeckung der heute in wissenschaftlichen Begriffen definierte Vernunft, die an der gemeinsamen Wurzel galt und in den Kulturen verschiedenen Wege ging, sind die Probleme nicht schlagartig gelöst. Doch eine Aufklärung der gemeinsamen Wurzel, die diese nicht einfach wie der sinnentleerte Westen als belanglos (allenfalls fürs persönliche Gefühl) beiseite schiebt, die bringt weiter, als alle heiß diskutierten politischen Scheinlösungen.

Jede Zeit hat ihre eigene Sprache. Die Betrachtung der Welt und allen kreativen Werdens, wie die davon ausgehenden Vernunft/Weisheit entwickelte sich immer weiter. Heute sprechen wir im Rahmen evolutionären Geschehens beispielsweise von Ökologie, rufen als Vernunft und Weisheit nach ökologischer, ganzheitlich-nachhaltiger, humanistischer Lebensweise. Doch Kulturen, die sich auf Abraham berufen, die gemeinsamen Anfänge in den verschiedenen, mit der Sonnenratio Echnatons beginnenden (bereits damals die menschlichen Gottheiten vertreibenden) monotheistischen Konzepten Ägyptens oder Persien (Zarathustra) bzw. sog. Propheten begründen. Die sich auf die naturbeobachtenden Hebräern berufen, die das realhimmlische schöpferische Geschehen dann zur Sprache, zum Wort werden ließen. Wie können die ihren Kult weiter in fiktiven Gottesvorstellungen, alten Lehren oder gar in der Person zweibeiniger Gestalten begründen wollen?

Wie können gebildete Christen, die um die Herkunft ihres Kultes aus antiker Welterkenntnis (Gnosis) wissen, wo auch jüdische Weisheit, Weltmodelle wie die Kabbala oder ähnliche dann in Vernunft erklärte Vorstellungen des Weltbaumes weitergedacht, damit menschliche Götterbilder vertrieben wurden, einen jungen Mann aus Galiläa für den Jesus Geschichte gewordenen Grund ihres Glaubens halten? Wie kann die christliche Bildung damit auch die Aufklärung auch bei den Geschwister-Kulturen verhindern? Dann als einzige Lösung gegen den Aberglaube und die davon ausgehenden blutigen Folgen im Kampf der Kulturen, der nicht nur den Nahen Osten betrifft, nur neue politische Gewalt sehen wollen?

Ein neuer Schluss über die Anfänge ist dringend NOT-wenige

Die Frage nach dem Grund des westlichen Kultes bzw. warum sich auch die Römer zum Judentum bekehrten und was daher hinter der Person (Rolle/Aufgabe) Jesus steht, ist keine theologische Spielerei. Die Probleme des Glaubens und damit mörderischer kultureller Kämpfe, die derzeit Millionen - incl. kultureller Auseinandersetzungen - auch nach Deutschland bringen, verlangen nach neuen Lösungen. Die Glaubensprobleme lassen sicher weder politisch bekämpfen, noch in Luft auflösen. Als die der Kurz-schluss von Halbaufklärung in seiner Heilsprediger-Hypothese derzeit die eigenen Wurzeln hinstellt. Der Kampf der Kulturen, der in seiner Auseinandersetzung mit dem Kult(ur)los gewordenen Westen dann hier in anderer Form weitergeht, lässt sich nicht politisch lösen, sondern nur dort, wo seine Wurzeln waren: In kultureller Aufklärung und der Vertreibung menschlicher Gottesbilder, traditioneller Vorstellungen durch Vernunft.

Wie kann eine Zeit, die das heutige Wissen hat,  der bereits der Holländer Gustav Adolf von der Bergh von Eysinga 1937 den oben aufgeführten Schluss über die christlichen Anfänge verdeutlichte, weiter einen mehr oder weniger göttlichen Junghandwerker als Christusmythos an den Angang stellen wollen? Wie tief sitzen die toten Bilder und Buchstaben bzw. traditionellen Vorstellungen? Was muss passieren, dass die Verweigerung von Wissen die Ein-sicht der Kulturen um die Kulturbedeutung dessen nicht weiter verhindert, was weltweit vergeblich gepredigt wird? Warum wird eine Aufklärung über den gemeinsamen Grund in Vernunft verhindert, sondern der Aberglaube beflügelt, der nicht nur im Nahen Osten zu unendlich viel Leid führt?

Heue wird dem Monotheismus bzw. dessen Unterscheidung in richtige und falsche Vorstellungen meist unterstellt, auf gewaltsame Weise das eigene Gottesbild durchgesetzt zu haben. Doch jeder menschliche Götterbilder/-Vorstellungen vertreibende Monotheismus wurde in den monistischen Modellen seiner Zeit bzw. einer dann ganz natürlichen Schöpfung heraus begründet. Eine ganz "gewaltige" Wende, die die alten menschlichen Gottesbilder/-vorstellungen als falsch erwies. Auch wenn der in schöpferischer Vernunft/Natur begründete bildlose Monotheismus antiker Aufklärung über die Lehre, den Rückfall ins Mittelalter und dann in Schriftform (ob Kanon oder Koran) bis zur erneuten Aufklärung getragen hat. Mit einem jungen mehr oder weniger göttlichen jungen Mann (der nach heutiger Wissenschaft im Orient zu Mohammed wurde) hat er nicht das Geringste zu tun. 

Der Einmarsch der Millionen in Europa ist keine neue "Landnahme", wie radikalislamische Prediger den oft vor ihnen Fliehenden hinterher rufen: Sie sollten im  unfruchtbaren und verkreisten Europ für Nachwuchs sorgen, um so die Welt zum Islam zu bekehren.  Der monotheistische Anfang war keine gewaltige blutige politische Schlacht, sondern eine gewaltige Unterscheidung im Weltverständnis. Es war das prophetische Verständnis eines Wortes, einer Vernünftigkeit in Beobachtung des Himmels und des natürlichen/kreativen Werdens, bei dem von einem "Bund" mit einem unsagbaren Grund gesprochen wurde. Die Geschichte dieses Hörens (Israel) wurde in bekannten Mythen bebildert.  Und ähnlich war auch die Zeitenwende und die Missionierung der Römer ein Aufklärungsprozess, bei dem die menschlichen Göttervorstellungen einem neuen gemeinsamen Welt-/Schöpfungs-Verständnis weichen mussten.

In einer globalisierten, auch geografisch grenzenlos gewordenen Welt, bei der sich der Kampf der Kulturen in Kürze auch vor unserer Haustür abspielt, muss in neuer Weise nach den gemeinsamen Wurzeln gefragt werden. Weder mit einem neuen Limes lassen sich die Probleme lösten, noch allein mit Deutsch lernen. Den Moslems erklären zu wollen, dass sie hier nach den Werten einer "deutschen Leitkultur" leben müssen, die die vom ZDF befragten dann als "Fleiß, Genauigkeit... bezeichneten, ist lächerlich. Ebenso wie den Moslems beibringen zu wollen, dass alles was sie glauben Schwachsinn wäre, von dem der Westen doch längst abgerückt sei. Vielmehr  muss nach einer  gemeinsamen Be-stimmung gefragt werden, die anfänglich für den Orient, wie dann für Römer und Griechen bzw. Europa Leikultur war. Wer die Moslems aus mittelterlichen Lehren befreien will, der kann diese nicht einfach in heiße religiöse Rhetorik und Mythenglaube auflösen wollen, wie sich die westliche Theologie bei der Heilsprediger-Hypothese heute definierten muss.

Nebenbei: Möglicherweise verweist auch der Kulturbestand des Islam, der vom Konzept her (unabhängig davon, dass heute Koran und Mohammed hochgehalten und missbraucht werden) in seinem Weg weit weniger auf eine einzelne menschliche Person oder ein Buch zugeschnitten ist, auf eine aufgeklärte Weltsicht als ganz natürliche, gemeinsame schöpferische Bestimmung. Der Prophet ist in seiner Rolle nur der Verkünder des Wortes/der Vernunft, die im Christentum der zu einem Heilsprediger verkürzte Jesus selbst sein sollte. Und wenn es zutreffen würde, was der Vorsteher der Mannheimer Moschee in einem kath. Bildungshaus in Ludwigshafen erklärte, dass der Islam seine Bestimmung aus Blick auf das große Ganze schöpft,  dann wäre er urchristlicher, als sein katholischer Kollege. Der schlug das (erst  vor wenigen Jahren bei einem Vatikanischen Konzil  neben der kath. Lehre als Volksverbindlich erhobene) Buch hoch, berief sich auf den Katechismus: Damit  auf traditionelle menschliche Vorstellungen, völlig unabhängig von real-natürlicher Schöpfung. Und wenn Jesus dem Koran, der seine Mutter in messianischer Tönen beschreibt, die nie einer fremdgegangenen Hebräerin galten, als "Wort" gilt, können wir auch daraus was lernen. Wir können uns die Vergangenheit nicht aussuchen. Doch ohne die menschliche Gestalt des Wortes als neuer Gottessohn, dem dann auch noch ein Götterbart wuchs, wäre uns Manches erspart geblieben.

Sicher sind die Probleme auch politisch bedingt, hat die Gier des Westen nach Öl mit dazu geführt. Doch die Ursachen, auch für die Kämpfe innerhalb der der islamischen Kultformen, die sich in einer politischen Umbruchphase befinden, die sind im Kopf der Menschen zu finden, der durch ihre Kultur, deren Vorbilder bestimmt wird. Durch die Aufdeckung der heute in wissenschaftlichen Begriffen definierte Vernunft, die an der gemeinsamen Wurzel galt und in den Kulturen verschiedenen Wege ging, sind die Probleme nicht schlagartig gelöst. Doch eine Aufklärung der gemeinsamen Wurzel, die diese nicht einfach wie der sinnentleerte Westen als belanglos (allenfalls fürs persönliche Gefühl) beiseite schiebt, die bringt weiter, als alle heiß diskutierten politischen Scheinlösungen.

Jede Zeit hat ihre eigene Sprache. Die Betrachtung der Welt und allen kreativen Werdens, wie die davon ausgehenden Vernunft/Weisheit entwickelte sich immer weiter. Heute sprechen wir im Rahmen evolutionären Geschehens beispielsweise von Ökologie, rufen als Vernunft und Weisheit nach ökologischer, ganzheitlich-nachhaltiger, humanistischer Lebensweise. Doch Kulturen, die sich auf Abraham berufen, die gemeinsamen Anfänge in den verschiedenen, mit der Sonnenratio Echnatons beginnenden (bereits damals die menschlichen Gottheiten vertreibenden) monotheistischen Konzepten Ägyptens oder Persien (Zarathustra) bzw. sog. Propheten begründen. Die sich auf die naturbeobachtenden Hebräern berufen, die das realhimmlische schöpferische Geschehen dann zur Sprache, zum Wort werden ließen. Wie können die ihren Kult weiter in fiktiven Gottesvorstellungen, alten Lehren oder gar in der Person zweibeiniger Gestalten begründen wollen?

Wie können gebildete Christen, die um die Herkunft ihres Kultes aus antiker Welterkenntnis (Gnosis) wissen, wo auch jüdische Weisheit, Weltmodelle wie die Kabbala oder ähnliche dann in Vernunft erklärte Vorstellungen des Weltbaumes weitergedacht, damit menschliche Götterbilder vertrieben wurden, einen jungen Mann aus Galiläa für den Jesus Geschichte gewordenen Grund ihres Glaubens halten? Wie kann die christliche Bildung damit auch die Aufklärung auch bei den Geschwister-Kulturen verhindern? Dann als einzige Lösung gegen den Aberglaube und die davon ausgehenden blutigen Folgen im Kampf der Kulturen, der nicht nur den Nahen Osten betrifft, nur neue politische Gewalt sehen wollen?

  Bildergebnis für Kampf der Kulturen bilder

Bildergebnis für Kampf der Kulturen bilder 

Sicher sind die aktuellen Probleme auch politisch, allein auch durch die Gier nach Macht und Öl einer den Sinn ihres Seins nur in Konsumwachstum sehenden westlichen Welt bedingt. Doch der Kampf der Kulturen, dem Aufeinanderprallen verschiedener Welt--/Glaubensvorstellungen, was täglich zu immer mehr Leid führt und  in einer globalen, grenzenlos gewordenen Welt auch in die westliche Welt einreist, kann nur in kultureller Aufklärung über die gemeinsamen Wurzeln begegnet werden. Noch beherrschen die alten Glaubensvorstellungen, die Bilder der Gründergestalten und Bücher den Kopf der Kulturen. Doch "Gott sein Dank" ist uns heute das Wissen gegeben, dass es am gemeinsamen Anfang - nicht nur bei Römern und Griechen - um eine Vernunft ging, wie sie heute auf Weltklima- oder Wirtschaftskonferenzen das universal gültige Thema ist.