Warum für die Vernunft/Weisheit

eine Kirche gebaut werden muss(te)

- so auch der Koran entstand -

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An Konstantin wird aufgezeigt, wie die Vernunftlehre seiner Zeit und kein junger Jude der Grund des Kultes war, dem er die Tür öffnete, begann eine Kirche zu bauen, in der Jesus Geschichte wurde. 

Konstantin und die Entstehung der Kirche kommen bei der heutigen bibelzentrierten Jesusforschung nicht vor. Denn dabei wird weder nach dem Geisteswandels der die Götter und traditionelle Glaubenslehren verlassenden Spätantike, noch nach damaligem Denken und Diskutieren über die Vernunftlehre gefragt. Bei einer von einer buchstäblichen Lese der kanonischen Kultlesetexte ausgehenden Jesusforschung spielen selbst die sich auf den Logos beziehenden Kirchenväter oder die verschiedenartigen Vernunftlehren der urchristlichen Bewegungen kaum eine Rolle, die Konstantin auf einen gemeinsamen Nenner bringen wollte. Wo angehenden Neutestamentlern durch theologische Denker wie Gerd Theißen vermittelt wurde, wie das soziale Umfeld in Galiläa dazu führte, dass einfältige Menschen einen lebenslustigen Wanderkyniker verherrlichten. Weil man sich in heutiger Lehre sicher ist, dass der historische Jesus - wenn er gelebt hat, was nur wenige Kritiker bezweifeln - ein junger Mann gewesen sein muss, der einige Anhänger um sich scharte. Und wo auch sein Heidelberger Vorgänger im Amt, Klaus Berger, trotz bitterer Kritik an der Reduzierung der heutigen Forscher (die er im Buch als "Bibelfälscher" bezeichnet) und seinem Betonen des hoheitlich Wesens an einem Heilsprediger mit zufälligem Namen Jesus festhält. Ähnlich dies der Geschichtskenner und Anwalt "schöpferischer Vernunft" nach griechischer Philosophie, Benedikt XVI., dies aufgrund seiner bisherigen Glaubensvorstellungen und seiner Lebenslehre tut. Da ist nicht an die damals auch die Theologie bestimmende Vernunftlehre/den Logos zu denken, die den Mythos und seine Götter nicht nur in der Erklärung der Welt, wie menschlichem Verhalten, sondern auch im Kult ablöste. Wie nun der Logos,.der dem gesamten antiken Denken, auch den Kynikern, den Kaisern und sonstigen Gründern der Kirche heilig war, deren Christologie zugrunde lag, ist heute kaum ein Thema. Doch die Heilsprediger-Hypothese, die zur Unterstellung führen muss, dass alle Logos-Christologie der Kirchenväter oder die  dann mit von den Kaisern geführte Kultur-Diskussion über das Wesen des christlichen Logos nur die  Hellenisierung und Verherrlichung eines  galiläischen Gurus war oder ein völlig fiktiver Glaubensmythos, die ist nicht mehr haltbar. Vielmehr lässt sich nachvollziehen, wie nach dem Kulturwandel der Logos zum Kult wurde, wie dafür eine einheitliche Lehre, die Kirche gebaut werden musste. Die sich auf kreative Weise der alten Bilder, Gesichter und Geschichten nicht nur bediente, sondern diese so erfüllte.

Die Geschichts-wirklichkeit zeigt, wie die Vernunft der dann Jesus genannte Grund christlichen Kultes war

Wer die märchenhaften Darstellungen über die kaiserliche Missionierung hinter sich lässt, der wendet sich der geschichtlichen Realität zu. Der frägt, was die geschichtliche Wirkung erzielte, im geistesgeschichtlichen Kontext der Zeit wirklich das Thema für den Geisteswandel, die Abkehr von altbewährten Mythen und ihren Göttern war. Und der stellt fest: Weder ein lebenslustige Liebesprediger, noch ein Christusmythos können der Grund für den Kult gewesen sein, in dem Konstantin und andere Denker damaliger Zeit die Zukunft sahen. Der gute oder göttliche Junge war weder sein Thema, noch das der anderen Römer und Griechen, die sich der Götteropfer verweigerten und daher als Christen verfolgt wurden. Weder die Sekte eines jüdischen Guru, noch ein davon weitgehend fiktives Paulus- oder Kirchengebilde können der Grund des Christentums gewesen sein. Konstantin belegt, d.h. es wird aufgrund des heute gegebenen Wissens über ihn und die Kulturwende wie -diskussion in antiker Hochzivilisation nachgewiesen: Der christliche Kult, für den er und seine Nachfolger aufgrund des Kulturwandels eine Kirche bauen mussten, galt dem Logos/kreative Vernunft nach der nun das Werden erklärt wurde und davon ausgehende menschliche Weisheit. Was dann anknüpfend an kulturelle Vor-bilder mit Namen Jesus Weltgeschichte schrieb. Damit kein Scheinwesen, sondern kreative=schöpferische Wirk-lichkeit war.

Auch wenn hier das Wissen um Konstantin im Vordergrund steht. Zu seinem kulturellen Kontext gehört das Denken der Zeit und die gesamte christliche Bewegung. Wer fragt, was Konstantin bewegte, den Christenkult nicht weiter zu verfolgen, der muss auch schauen, was das christliche Wesen für die Denker in seinem Umfeld war. Wie auch das, was an Christen kritisiert wurde, was Apologeten und Kirchenväter beschäftigte oder noch für den philosophischen Neffen Konstantins galt, der kurz vor seinem Tod wieder zum traditionellen Götterkult zurück wollte, auf die damals geltende Vernunft verweist, wird an anderer Stelle deutlich gemacht.

Neben dem Christentum sind letztlich alle großen Weltreligionen aus dem Kulturwandel vom Mythos zum Logos hervorgegangen. Nachdem die Welt, alles Werden, wie menschliche Verhalten, nun nicht mehr durch traditionelle Lehren, Mythen, Götter oder kaiserliche Autoritäten, sondern in Vernunft begründet wurden, war ein gewaltiger Wandel. Und dieser Wandel musst sich auch im Kult niederschlagen.  "Der alles durchdringende Logos" wie er nicht nur in Stoa, sondern dem gesamten antiken Denken und christologischen Diskutieren galt, war keine metaphysische Spekulation. Es ging um eine Vernunftlehre, nach der heute die Welt/Natur nach universalen Prinzipien nur empirischer erklärt wird. Konkret lässt sich bei Auswertung des heutigen Wissens über die Spätantike und insbesondere ihre Kaiser gut beobachten, wie der christliche Kult und der Islam ein Weiterdenken des nun philosophischen, in Vernunft/Logik definierten Monotheismus waren. Der bisher von Sol Invictus, Zeus oder Jupiter sprach, dann an den bildlosen jüdisch-prophetischen Monotheismus anknüpfte (Josua, lat. Jesus.)

 An Konstantin wird deutlich gemacht, wie in antiker Aufklärung nicht nur die Kirche und ihr Kultlesetexte, sondern neben dem Kanon auch der Koran aus konkurrierenden, sich in Vernunft begründenden, jedoch teils sehr verworrenen christologischen Reform-/Erkenntnisbewegungen entstanden sind. Damit der historische Grund des christlichen Kultes der Logos und mit absoluter Sicherheit kein Guru mit zufälligem Rufname Jesus oder ein Christusmythos/Hirngespinst war. Wie sich dann in der Diskussion um das Wesen und die Ausdrucksweise der Vernunft der Islam abspaltete, wird an anderer Stelle aufgezeigt. Das ist jedoch bei Wissenschaftlern wie Manfred Ohlig bereits nachzulesen. Auch wenn die Radikal(wurzel)Kritiker des Islam die christliche Radikalkritik kaum beachten, weiter von Jesus reden, wie wenn ein jüdischer Junghandwerker zu Mohammed gemacht worden wäre. Doch Islam und Koran lassen sich noch weniger als der christliche Monotheismus in einem jungen Mann mit Namen Jesus begründen. Vielmehr verweist auch die Abspaltung des Islam auf die unterschiedliche Definition und Ausdrucksweise der Vernunft. Daher liefet auch die Aufklärung über die Wurzeln des Islam den Beleg für das, was hier bereits an Konstantin nachgewiesen wird. 

Vom Mythos zum Logos in mythischer, menschlicher Ausdrucksweise

Als der Logos den Mythos ablöste, auch anstelle von Leberschau die Zukunft oder menschliches Verhalten in Vernunft bedacht wurde, hat nach und nach auch im Kult ein Wandel stattgefunden. Wo die Sonne nicht mehr rein mythologisch als Metapher für einen Monotheismus diente, sondern die in Vernunft erklärte Natur (das nun natürlich erklärte, sinnmachende Werden nach universalen Gesetzen: Logos) hat sich in ursprünglich sehr vielfältiger Weise ein Logos(als Christus)-Kult entwickelt. Die Kaiserzeit und ihre Kosmologie (die auch deren als Väter der Kirche bekannten Erbauer betrifft) liefert den unschlagbaren Beweis: Die christliche Religion ist nicht in Galiläa entstanden oder aus der Sekte eines dort wunderwirkenden Wanderkynikers hervorgegangen. Vielmehr zeigt sich: Dort, wo heute Jesus steht, war die Geister vertreibende Vernunft/der Logos das Thema. Wenn aus Vernunftgründen den bisherigen Göttersöhnen das Opfer verweigert wurde, ist niemand zu einen Wanderkyniker als neuen Gott oder Offenbarung... übergelaufen. Eine Wissenschaft, die nachweist, wie in spätantiker Hochzivilisation auch die Kulturfunktion der alten Götter in Vernunft erklärt wurden, sich die Denker für einen in Vernunft gesehenen allem gemeinsamen schöpferischen Grund begeisterten und dann weiter von einem wundertätigen Wandergott ausgeht, die wirft ihr Wissen weg. Wenn die kulturelle Bedeutung der Vernunft an der Wurzel westlicher Kult(Ur), dem Übergang vom Götter und Sonnenkult (bereits als neuplatonischer Monotheismus definiert) zur christlichen Kultur nicht bedacht wird, ist jeder Wissenszuwachs reine Bildungsbefriedigung.

Was als Jesus oder Mohammed "Geschichte" machte, galt seiner Zeit als Logos/Vernunft. Es war die Vernunft, nach der heute die Welt nur etwas wissenschaftlicher erklärt wird. Ebenso wie davon ausgehende menschliche Vernunft/Weisheit. Die nicht nur auf Weltkonferenzen das Thema ist. Wo die Regierungschefs, ebenso wie die G-7-Gegner oder zeitkritische Posts vergeblich Vernunft predigen. Weil die egoistische Kurzsicht der Masse weder allein durch Gesetze, noch gutgemeinte Predigten zur kreativen Weltvernunft zu bringen ist. Wenn heute nicht nur die Religiösen, sondern auch die erbitterten Gegner des christlichen Glaubens nur den alten Götterbildern (jetzt eines jungen Heilspredigers) und traditioneller Gesetzlichkeit (biblischen Lehren) hinterherjagen, dann zeigt sich darin ein Problem, das bereits die Propheten anprangerten. Auch die Spätantike setzte dem dann nicht nur die bekannten philosophischen Lehren wie Stoa & Co. entgegen. Sie ließ anknüpfend an das "Wort" der hebräischen Propheten (im kreativen kosmischen Werden wahrgenommene, wie daraus abgeleitete menschliche Vernunfthandlung) den "Logos" selbst zum Kult werden. Wofür nach der Kulturwende auf den Grundmauern bisheriger Kultvorstellungen eine Kirche gebaut werden musste und im Orient der Koran entwickelte.

Der "göttliche Plan", dem sich römische Kaiser wie Marc Aurel, Konstantin, aber ebenso der in seien beiden letzten Jahren den traditionellen Kult wieder vertretende Julian und spätere Herrscher verantwortlich sahen, danach ihr Reich ausrichten wollten, war keine selbst gesetzte Ideologie. Es hatte mehr mit dem zu tun, was wir heute als ganzheitliche Ökologie oder nachhaltig kreative Lebensweise vergeblich gegenseitig einfordern, als mit der Vorgabe religiöser Tradition, Buchlehre oder einem Bauchgefühl. Es war die philosophisch ermittelte Vernunft/Weisheit nach nun natürlich erklärter Entwicklung der Welt (heute Evolution). Der antiken Hochzivilisation kann daher im Licht heutigen Wissens zumindest nicht weiter unterstellt werden, über das Wesen eines Heilspredigers oder Hirngespinstes gestritten, eine geheimnisvolle Gottheit zum Kult gemacht zu haben. Ihr war eine Bildung und Vernunft heilig, die sich aus natürlicher Kreativität/Schöpfung in Kosmos und Kultur ergab. Und die ähnlich wie den jüdischen Propheten oder antiker Philosophie auch uns sagt, wie wir uns ernähren, im gesellschaftlichen Miteinander verhalten und auf kreative Weise Zukunft gestalten, statt vernichten sollten. Es ist eine Vernunft/Weisheit, nach der Bestsellerautoren, die den kurzsichtigen Kapital- oder Konsumegoismus für den Hunger oder die künftigen Energie- wie viele anderen Probleme verantworlich machen, vergeblich rufen. Und die auch von modernen Persönlichkeitslehren in ihren Büchern vergeblich angepriesen wird. Weil, wie die Propheten klagten und hier Konstantin zeigt, allein das Wissen um das, was vernünftig wäre, nicht reicht. Wenn weiter sich gegenseitig bekämpfende entleerte Nationalgeistern, Mysterien und Traditionsvorstellungen als Kult gelten. Oder wenn dieser nur vereinnahmt und verneint wird. Und die Kirche sich trotz ihrer Predigten für den kreativen Geist der Menschen gar nicht zuständig sieht. Sie sich auf gestrige Aussagen beruft, in völlige Glaubens-Vergeisterung versinkt, Lehren, die nur noch lächerlich sind. Oder bei ihrer Lehre das Neue des christlichen Glaubens gar nicht bedacht wird, weil scheinbar nur ein rebellischer Wanderprediger war. Mit einer aufgeklärten Ein-sicht der verschiedenen Kulturen und einer Begeisterung für das seit dem Sternenstaub in Vernunft (kausalen universalen Gesetzen) Gegebene, was hinter den Kulturgestalten steht, ist dann kaum was zu machen. Doch um mündige, selbstverant-WORT-liche Menschen auf allen Kanälen der Kultur, in Kunst und einer Kirche für Morgen zu begeistern, bedarf es einem aufgeklärten Neuverständnis der kulturellen Wurzeln. 

Wenn Papst Franziskus unter dem Beifall der gesamten zeitkritischen Welt zurecht die Weltprobleme anspricht, für den Hunger und die ökologische Zerstörung unserer Zukunft die Politik und ihre Gesetzgebung verantwortlich macht. Dann ist das mit Blick auf die Aufgabe, die der Kult/die Kirche von der Aufklärung des antiken philosophischen Monismus übernommen hatte, eine eigene Bankrotterklärung. Seinen kirchlichen Vordenkern in Spätantike war bereits klar, dass allein mit politischen Predigten und Gesetzen kein Staat zu machen ist. Für die nicht nur vom Papst eingeforderte ganzheitliche Ökologie und von allen Intellektuellen der Moderne ständig gepredigte Vernunft wurde ein neuer Kult bzw. eine Kirche gebaut. Ein Kult, der unmöglich der Verherrlichung eines Heilspredigers diente oder die mitgeschriebene Meinung eines jungen Mannes zum neuen Gesetz machte. Nachdem nicht nur alle Natur, sondern die Verhaltenslehren nun in kreativer Vernunft begründete wurde, statt in tauber Tradition, entstand die auf Vernunft gründende christliche Theologie. Und letztlich lässt sich ja auch all das, was das Oberhaupt der kath. Kirche in seiner ökologischen Enzyklika fordert, so wenig wie die anfänglichen christlichen Lehren aus der Bibel ableiten. Und mit den Worten eines wiedererweckten Juden, die nach derzeitigen Geschäftsmodell maßgebend sein müsste, hat das gleich gar nichts zu tun. Siehe da: Selbst der Papst verkündet heute aller Welt die kreative Vernunft. 

Der absolute Beweis

Auch wenn dies gegen alle wissenschaftliche Erkenntnis spricht, so wird heute weiter angenommen, dass die Verfasser der gleichzeitig hochtheologisch gedeuteten neutestamentlichen Texte die Worte und Taten eines für göttlich gehaltenen jüdischen Wanderkynikers aufzeichneten, zu dem sich dann Konstantin bekehrte. Oder dass beispielsweise von einem Mann mit Namen Paulus ein vom historischen Jungen völlig unabhängiges Hirngespinst verkündet worden wäre, wie es dann die von Konstantin mit erbaute Kirche verkündete, wird unterstellt. Dass die Paulustexte aus einer philosophischen Erkenntnis (Marcion) erwachsen sind, die das Alte Testament ablehnte und sich diese Diskussion über den Bezug der Vernunft zu den jüdischen Wurzeln bis zur Diskussion um das Wesen des Logos der Kaiserzeit hinzog, bleibt unbedacht. Es war ja angeblich nur ein mit alten jüdischen und heidnischen Geschichten ausgeschmückter Guru, dessen Kult sich dann der römische Kaiser anschloss. Den anfänglichen Erkenntnis-Bewegungen, den Apologeten und Kirchenvätern, die anerkannterweise vom Logos ausgingen, wird dann (weil man gewohnt ist so zu predigen) in Verleugnung allen Wissens um die kreative Vernunft christlicher Theologie weiter ein junger Mann unterstellt. Doch mit den kosmosfrommen Sol-Kaisern spätantiker Hochzivilisation und ihren Diskussionspartnern, denen Bildung und Vernunft heilig waren, ist der junge Mann absolut nicht mehr zu machen. Das Wesen, über das man jahrhundertelang stritt, kann bei dem, was wir heute über die Zeit und die Kaiser wissen, kein junger Mann oder ein Glaubenskonstrukt gewesen sein. Es ging um den Logos/die Vernunft, nach der man nun die Welt erklärte und in der man die menschliche Weisheit begründete.  

Mehr als bei den weiteren Belegen über die monotheistischen Anfänge (Zarathustra), das neumonotheistische Denken der Zeit Jesus (Seneca) oder die biblischen Bedeutungsaussagen im Spannungsfeld mit heutiger historischer Kritik (u.a. Ostern, Vor-wort oder Reform-Projekt) bringt die Auswertung heutigen Wissens über die Kaiserzeit den absoluten historische Nachweis: Wo heute Jesus steht, wurde für den Logos bzw. auch heutiger Aufklärung heilige Weisheit (in kultureller Vernunft) eine Kirche gebaut. Wer beispielsweise Konstantin als einen hochpolitischen Machtpolitiker sieht, der  bereits in dem von ihm vertretenen Sol einen in Vernunft begründeten Monotheismus sah, dem auch seine Weltherrschaft gerecht werden sollte, der kann nicht weiter Christus mit dem erklären, was heute gilt. Wenn es noch einen Zweifel geben sollte, das Wissen um die Spätantike (hier am Beispiel Konstantin) liefert den absoluten Beweis: Wo heute in alten Glaubensbüchern gelesen, vom Wort Gottes, göttlicher Weisheit, einem Wanderprediger mit Namen Jesus oder Mohammed gesprochen wird, ging es um die Vernunft. Es wurde über das Wesen der als sinnvoll gesehenen, jetzt tonangebenden Logik/Vernunft und ihrem Verhältnis zu den vormaligen Gottes-/Kultvorstellungen gestritten.

 Trinität: Erklärungsversuch in Vernunft

Ein Kult, bei dem der unsagbare eine Grund aller KREATVITÄT DES GANZEN (Gott der Väter), der antiker Aufklärung nun in VERNUNFT/LOGOS (Sohn anstelle der Göttersöhne)  "offenbar" (gegenwärtig, erklärt...) war, auch der Geist der heilen, kreativen EIN-SICHT im Denken/Geist galt. Damit drei wesen-tliche schöpferische Personen für die menschliche Kultur maßgebend waren: In sog.Trinität zeit-/kulturgerechte drei-einige Rollen/Aufgaben hatten. Auch wenn am Anfang vielfältige Erkenntnis-/Geistesbewegungen waren, die Trinität umstritten war und die hier gegebene Definition nur einen Teilaspekt des damaligen Denkens und Diskutierens abdeckt. Der urchristliche Kult hatte mehr mit einer wachen Begeisterung für die heute wieder in Vernunft erklärte Kreativität in Kosmos und Kultur zu tun, als dem derzeit geltenden Glauben an traditionell vorgesetzte eigene Gottheiten oder Buchstaben und Bauchgefühle - meist gegen alle Vernunft.

Wilde Anfänge

Wenn in der vorkonstantinischen Zeit bereits von Kirche gesprochen wird, dann ist das nach dem, was heute als Kirche gilt, ebenso irreführend, wie die Oberhäupter der ganz verschiedenen Bewegungen, die sich über das Wesen des Logos höchst uneins waren, von Bischöfen zu sprechen. Sicher gab es - ähnlich wie heute - Vereinigungen von Menschen mit ganz verschiedenen Beweggründen, die Traditionsgesetzlichkeit (jüdisch) oder traditionelle Götteropfer (griechisch) verweigerten. Die in ihrer universalen, auch für die Griechen gültigen Ausrichtung dann nicht mehr als rein jüdisch, sondern als christlich galten. Doch weder gab es eine mächtige einheitliche Organisation oder eine einheitliche Ausrichtung der verschiedenen neumonotheistischen Kultformen, noch Bischöfe im heutigen Sinn. Die wilden Anfänge beriefen sich bekanntlich in völlig verschiedener Weise auf die Vernunft/den Logos. Die als Bischöfe gewählten Vordenker oder Vorsteher der noch im Streit um das Wesen der Vernunft befindlichen neu-monotheistisch, die Götter der Tradition verlassenden Denkweisen war auch nicht mit heutigen Bischöfen vergleichbar. Die meist die alten Dogmen und biblische Lehren hochhalten, in Konservativität die Glaubenstradition gegen die zeitgemäße Vernunft verteidigen wollen. Die Auswertung des heutigen Wissens um die wilden Anfänge, die vielfältigen konkurrierenden Bewegungen und die Kulturdiskussion bei der Entstehung der christlichen Kirche zwingt zum logischen Schluss: Beim heute Jesus genannten Grund christlichen Kultes und seiner über die traditionelle Glaubensgesetzlichkeit hinausgehendenden, nun in Vernunft begründeten Verhaltenslehren ging es nicht um einen jungen Guru, der zu Gott gemacht wurde. Auch alte Gottheiten/Glaubensvorstellungen oder ein fiktives Konstrukt können dort nicht der Gegenstand gewesen sein, wo jahrhundertelang über das Wesen des Logos gestritten wurde. Das geschichtlich nachvollziebare Thema war die der antiken Hochzivilisation, wie heutiger Aufklärung heilige Vernunft. Danach wurde alles Werden (die gesamte Schöpfung) nun natürlich erklärt und daraus Weisheiten/Lebenslehren abgeleitet.

Im Wandel vom Mythos zum Logos wurden weiter bedeutende menschliche Bilder gebraucht

Die heutige Theologie, die nur einen verherrlichten Wunderheiler zum Thema hat, wartet immer noch aufs Christkind. Von Parusieverzögerung wird dann gesprochen, mühsam versucht, angeblich vergebliche Hoffnungen in einen Heilsprediger zu begründen. Mit dem Kulturwandel, der Erklärung des Werdens, wie der Göttergestalten in Vernunft bzw. auf natürliche Weise (in Natur) und neuen, die Mythengöttern hinter sich lassenden Weisheitslehren, wie einem entsprechenden Kult, hat das Christentum dann kaum was zu tun. Wo ein Wanderprediger an den Anfang gestellt wird, dann die geschichtliche Wende vom Mythos zum Logos nicht mit der christlichen Zeitenwende zusammengedacht werden kann, bleibt nur eine anmaßende kirchliche Zeitrechung. Denn wo ein junger Jude als neuer Gott angenommen wird, kann weder ein wirklicher Kulturwandel, noch ein Fortschritt in der Weltgeschichte bedacht werden. Letztlich wäre ja das philosophische Denken antiker Hochzivilisation, das seine Götter, wie sein Verhalten in Vernunft erkärte, schon unendlich viel weiter gewesen. Jetzt einen jungen Mann als schöpferischen Grund bzw. Gott zu sehen, seine Worte als verbindliche Lebensweisheit, das wäre dann ein (allerdings unerklärlicher) krasser Rückschritt in der Weltgeschichte gewesen.

Doch den Jesus, den man heute gut zu kennen "glaubt", den gab es nicht. Selbst dem nach Einheit suchenden Konstantin, der sich für die nun in Vernunft erklärte kosmische Ordnung begeisterte und Denkern damaliger Welt das Wesen der Vernunft auf drei-einige Weise diktierte, galten im Kult auch noch Sol, Herakles & Co. Was nicht wundert, da Herakles z.B. in Senecas Kultgeschichten wie später Jesus übers Wasser lief, Wunder wirkten... und bereits in Vernunft erklärt war. Und, weil die Vernunft/Weisheit erst eine neue volksförmige Ausdrucksweise brauchte (wie sie der Legende nach Konstantins Mutter: besser das menschlich ausdrückende Wesen brachte), um an die Stelle der Götter treten zu können.

Bei der heutigen Darstellung der Christologiediskussion, wobei immer von Jesus geschrieben wird, der damals für Konstantin, wie die Kirchenväter geltende Logos dann einfach auf einen heilspredigenden Zimmermann oder wundertätigen Wanderkyniker übersetzt wird, stellt man die Geschichte auf den Kopf. Wenn Konstantin noch dem Götterkult anhing und ihm gleichzeitig Bildung und Vernunft heilig waren, so war dies wahrscheinlich weniger politische Taktik oder Traditionshörigkeit, sondern die gängige Tagesordnung natürlicher Kulturentwicklung. Ähnlich wie heute wurde die Vernunft gelehrt, war Grundlage aller Verhaltenslehren oder gar eines philosophischen Monotheismus. Auch den vielfältigen Reformbewegungen, die sich der Traditionshörigkeit bzw. dem Götterkult verweigerten, galt die Vernunft. Doch der Kulturbetrieb des Volkes war noch auf die alten Götter ausgerichtet. Wo heute von christlichen Bischöfen geredet wird und dann Tebarz van Elst vor Augen steht, waren Vorsteher konkurrierender oder sich gar bitter bekämpfende Bewegungen verschiedener Bildungsmetropolen, die sich zur Vernunft (zum Logos) bekannten. Die den alten Göttern nicht mehr opfern wollten, daher als atheistisch verfolgt wurden. Der Logos-Christuskult war in seiner "kult"förmigen Ausdrucksweise noch nicht geboren. Dafür musste erst die einheitliche Kirche gebaut werden. Denn allein mit den wilden atheistischen Sekten, bei denen nach Schätzung der Historiker bereits zehn Prozent der Bevölkerung ihre Hoffnung auf die Vernunft setzten (Vorsicht: Heute wird dies immer einheitlich mit Jesus übersetzt) und diese auf verschiedene Weise auch kultisch als Christus verehrten, war noch kein Staat zu machen. Zwar galten auch den Römern und Griechen vielfältige Götter ohne feste Lehre. Ein gemeinsamer Kult, der auf kreative Weise an die traditionsbedeutende Gestalten anschloss, war noch nicht gegeben. Doch das war die Voraussetzung für eine Kulturgemeinschaft. Aber dazu fehlte nicht nur die Kulteinheit, sondern insbesondere die notwendige Gallionsfigur, die bei den Ägyptern der Pharao und später der Kaiser war.

Als sich die Wege von Islam und Kirche trennten, wurde über das Wesen der Vernunft gestritten

Weder der Bekehrung Konstantins, noch der Kulturdiskussion, bei der es in zahlreichen Konzilen um das Wesen des Logos als Christus ging, lagen die biblischen Jesus-texte zugrunde, über die heute die Schriftgelehrten streiten. Es ging um eine philosophische "Theologie", der die nun in Vernunft erkärte Weltwirklicheit zugrunde lag. Über das Wesen dieser Vernunft und menschlicher Erkenntnis oder Weisheit, ihre kulturgerechte Ausdrucksweise oder ihre Stellung zu den traditionellen Vorstellungen wurde dann jahrhundertelang gestritten.Und wenn in heutiger Exegese klar wird, dass auch in den kirchlichen Kultlesetexen die Weisheit spricht, sie hinter den Verhaltensweisen oder den hoheitlichen Aussagen steht und den Glaubensgrund der Väter erklärte/offenbarte. Ist es dann nicht nur unwissenschaftlich, weiter einen Wanderprediger an den Anfang stellen zu wollen, sondern höchst "unchristlich"? Zumindest im Sinne dessen, was der Begriff bedeutet. Denn eine bereits von den Alten erhoffte Heilswirkung kann heute weder von einem Handwerksburschen ausgehen, den der historisch-kritische Kurz-schluss hinterlässt, noch einem aufgesetzen Messiastitel oder einem dogmatisch zu bewahrenden hoheitlichen Mythen-Wesen. So ist die Welt im aufgeklärten Verstand des Alten (Auferstehung) nicht zur Vernunft bringen. So kann keine Begeisterung für das in natürlicher Kreativität Gegebene die Kulturen gemeinsam in Verant-wort-ung nehmen, deren blutigen Kämpfe im Namen von Gründergestalten und Büchern beenden.

Konstantin spricht hier auch für die auf ihn folgenden Kaiser bzw. das philosophisch-theologische Denken der Spätantike. Wo (nicht nur auf den Konzilen) das Wesen der Vernunft zur Diskussion stand. Weil damalige Denker im götterfreien, auf Vernunft/Logos gründenden monotheistischen Kult die Zukunft sahen. Und die Kaiser für ihre immer globalere Welt eine einheitliche Kirche für einen neuen staatstragenden Kult bauen wollten. Daher das Wesen der kreativen Vernunft/Logik allen natürlichen Werdens (heute z.B. Ökologie, Evolution) sowie daraus abgeleiteter menschlicher Weisheit (heute auch Humanismus) und ihr Verhältnis zu den Göttern/traditionellen Lehren der Väter einheitlich definiert werden musste.

Wie wahnsinnig es ist, bei dem, was heute über das Denken seiner Zeit und die Kulturprobleme in evolutionärer Entwicklung bekannt ist, ihm weiter zu unterstellen, er hätte mit Intellektuellen der damaligen Welt über das Wesen eines jungen Wanderpredigers gestritten, diesen als den damals philosophisch definierten Grund aller Kreativität (göttlich) gesehen, das soll er selbst sagen. Bei dem, was ihm gutgläubig oder von der Glaubenskritik alles unterstellt wird, möge ihm seine deftige Ausdrucksweise verziehen werden. 

Schon allein der Gedanke, dass damals über Generationen ein junger Guru als eine Art neuer Gott diskutiert worden sei, ist bei dem, was wir heute über die antike Hochzivilisation, der die Vernunft und Weisheit heilig war wissen, unmöglich. Es zeigt aber auch, wie die heutigen Jesusvorstellungen den Verstan und in Folge das Gerede von einem völlig menschlichen Gottesgebilde (der mit dem anfänglich geltenden unsagbaren Grund aller Kreativität nichts mehr zu tun hat) den Verstand versperren. Mit menschlichen Gottesbildern, die die polemischen Kritiker dann zurecht mit "Spagettimonster" vergleichen, kann man alles machen. Da könnte auch ein jüdischer Guru Gott gewesen sein. Aber es gibt kaum was Absurderes, wie die damals in Vernunft erklärte natürliche Kreativität/Schöpfung, die nicht nur dem Monotheismus Zarathustras und damit der Propheten, sondern auch dem antiker Philosophie zugrunde lag, in göttlichen Menschen begründen zu wollen. Kein Mensch kann die kreative/schöpferischen Wirklichkeit gewesen sein. Es war zwar das Problem antiker Entwicklung, dass die antiken Kaiser sich selbst mehr oder weniger vergöttern ließen, jedoch ihre Autorität als Göttersöhne oder Begründung des Rechtes längst an die Vernunft verloren hatten. Doch was ein junger Guru mit der von den Vätern in Göttern personifizierten Kreativität des Ganzen zu tun gehabt haben soll, die nach antik-wissenschaftlichem Monismus nun in Vernunft erklärt, daraus Lebensweisheit/Verhaltenslehren abgeleitet wurden, das ist völlig unerklärlich.

Konstantin nach heutigem Wissenliefert den absoluten Beweis

Der ausgezeichnete Beitrag unter Wikipedia fasst auf hervorragende Weise das heutige Wissen über Konstantin zusammen. Er hilft, sich in einen Kaiser hineinzuversetzen, ihn zu den Herausforderungen seiner Zeit und seinen Beweggründen sprechen zu lassen. Doch egal, ob man Konstantin für einen Tyrannen hält, einen machthungrigen Taktiker, der allein seinen Globalisierungsplänen folgt oder dabei auch einen Theologen bedenkt, der genau aus diesen Gründen nach kultureller Einheit sucht. Allein sich den die komische Sonnenordnung vergötternden, kosmopolitischen und kriegstaktischen Kaiser vor Augen zu führen, der später philosophisch gebildet Intellektuelle der gesamten hochzivilisierten Welt zusammentrommelte macht mehr als deutlich: Die heutige Unterstellung, dass über das Wesen eines Heilspredigers mit Namen Jesus oder ein Hirngespinst bzw. Konstrukt der späteren Kirche gestritten wurde, ist völlig absurd,

Auch wenn sich die Autoren von Wiki oder sonstige Historiker in ihren Werken nicht mit der Frage nach dem christlichen Wesen beschäftigen, mit Sicherheit der heutigen Hypothese folgen. Jeder zweite Satz der Konstantindarstellung von Wiki oder in den sonstigen historischen Werken macht die Unhaltbarkeit heutiger Hypothese deutlich, ist ein Beleg dafür, dass der Grund des christlichen Kultes die durch Bildung gegebene Vernunft war.

-Wer die Auflösung der römischen Terachie ("Vierherrschaft") beschreibt und auch sonst deutlich macht, wie die römischen Kaiser ihre Kult-Autorität immer mehr verloren, das Imperium Romanum in eine Krisenzeit geraten war, der kann doch nicht allen Ernstes annehmen, dass jetzt ein jüdischer Junghandwerker mit Namen Jesus an die Stelle bisheriger Göttersöhne trat. Der zeigt doch auf, wie eine neue Gallionsfigur gebraucht wurde.  Warum die an die statt Kaiser jetzt als Lehrautorität den Ton angebende Vernunft ein menschliches Gesicht bzw. eine kulturgerechte Gestalt brauchte.

-Und selbst wenn man alles Wissen über Bord wirft und annimmt, der Kaiser habe sich aus Machtgründen oder religiösen Gefühlswallungen von der (nun in Vernunft erklärten) Sonnenordnung als Sol abgewandt und für einen Juden als wahren Gottessohn begeistert. Mit Blick auf seine Umwelt, die Diskussion der Zeit über das Wesen des Logos ist ein junger Mann mit absoluter Sicherheit so wenig zu machen, wie ein religöses Hirngespinst.

-Einem Kaiser, dem Bildung und Vernunft heilig waren, der innere Reformen vorantrieb und der als politischer Taktiker die Grenzen sicherte, Globalisierungspläne hatte, bei dem liegt auf der Hand, dass er die zur Vernunft bekennenden, jedoch bekämpfenden Bewegungen einen wollte. Ein junger Mann als mehr Gott ist mit dem auf keinen Fall zu machen. 

Konstantin der Große - Kaiser zwischen Machtpolitik und Religion

So beleuchtet beispielsweise der in Pretoria und Freiburg lehrende Geschichtsprofessor Klaus Rosen die gegensätzlichen Berichte über den Kaiser, der den christlichen Kult ermöglichte, maßgebend an der einheitlich-katholischen Kirche baute.

Auch sein kritisches Bild der Gesamtpersönlichkeit des ersten christlichen Herrschers, lässt ebenso wie alle geschichtswissenschaftlichen Werke über die Geschichte der gesamten Spätantike, der Kaiser vor und nach Konstantin, keinen anderen Schluss zu, als dass die Vernunft an die Stelle der Göttermythen, ihres Opferkultes und der geisterhaften Orakel getreten ist, dieser dann in der Geschichte ein Gesicht mit Bart gegeben wurde. 

Egal, was von dem alles freie Dichtung ist, was über die römischen Kaiser als Machtpolitiker, ihren philosophischen Monotheismus und Kult und ihre davon ausgehendes Selbstverständnis geschrieben wurde. Kaiser, die sich auf ein höchstes schöpferisches Wesen beriefen, dies wie Konstantin in der Sonne verehrten, so Jupiter oder Zeus im Kult als Väter aller inzwischen in Vernunft erklärten Götter verstanden, die haben sich nicht zu dem bekehrt, was heute als Christus gilt. Eine Zeit, bei der sich die Bildung für die Vernunft begeisterte, darin einen monistischen Monotheismus begründet, Opferkult und Leberschau gegen den Logos eintauscht bzw. die Zukunft und Lebenslehre in Vernunft begründete, der kann nicht länger unterstellt werden, was heutige Hypothese ist: Die Sekte eines Heilspredigers zur Weltkirche gemacht, über das schöpferische Wesen eines nun für die Lebenslehre maßgebenden wundersamen jungen Mannes als Begründung eines neuen, nun universal gültigen Monotheismus und jahrhundertelang nicht nur auf Konzilen, sondern in der gesamten Kultur gestritten zu haben. Auch ein fiktives Glaubenskonstrukt bzw. eine freie Erfindung ist bei dem, was wir heute über das antike Denken und Diskutieren wissen, völlig unmöglich.

Mehr als dies in kurzen und oft voreingenommen Darstellungen oder auch unter dem ausgezeichneten Wiki-Beitrag möglich ist, muss man sich wie bei Klaus Rosen die gesamten politischen Aktivitäten der Kaiserzeit, die Kriege, die Taktiken, die Gesetzgebung und das gesamten Leben antiker Hochzivilisation Tag für Tag bzw. so detailgetreu wie möglich vor Augen führen. Um dann zu erkennen, wie absurd die heutige Hypothese von der Erhebung der Sekte eines Heilspredigers ist.

Es ist nicht nötig, den unzähligen Konstantin-Biografien eine neue hinzuzufügen. Vielmehr gilt es das Wissen, das aus all den Werken spricht, hier beispielsweise durch Klaus Rosen, auf glaubensunvoreingenommene Weise auszuwerten.

-Auch wenn die Ansicht der Inschriften, die einen Kaiser verkündeten, der "zum Wohl des Staates geboren und der größte Sieger..." sei, nicht geteilt wird. Das Wohl des Staates war die kaiserliche Aufgabe auch des Herrschers, der dann dem neuen Vernunft- als Christus-Kult anhing, dem die seine der Tradition hörigen Vorgänger oder auch noch sein Neffe Justian mit Stumpf und Stil verhindern wollten.

-Wer selbst das Machtstreben zur Alleinherrschaft nach der Vierkaiser-Führung (Tetrarchie) im Rahmen des kaiserlichen Monotheismus bedenkt. Dabei deutlich macht, dass es dabei nicht um die Macht eines Nationalstaates ging oder die Mehrung des Reichtums für seinen leiblichen Nachfolger. Wie vielmehr Konstantin in der Monarchie die Umsetzung einer in himmlischer Realität bzw. von Natur vorgegebenen -monotheistischen - Ordnung sah, der kann nicht weiter unterstellen, was heutige Glaubenshypothese ist.

-Allein die verschieden Autoren auszuwerten, denen wir das Wissen über Konstantin verdanken bzw. die in dieser Zeit durchaus verschieden Ansichten in ihren Geschichten verfassten, lassen den Wandel an einen jungen Guru oder ein Glaubenskonstrukt nicht mehr zu. Man muss beispielsweise Praxagoras großartigen Würdigungen Konstantins als tüchtigsten aller Kaiser, der alle Herrscher in den Schatten stellte, nicht folgen. Doch mit diesem philosophischen Denker vor Augen, wie er unter Wiki beschrieben wird und der sich weiterhin an die in philosophischer Vernunft verstanden Göttern hielt (sog. Heide blieb), lässt so wenig ein junger Mann machen, wie mit Lactanz. Der aus der philosophischen Bildung Afrikas kommende Rhetoriklehrer, der als christlicher Cicero gilt, Kirchenvater und Apologet und in Trier auch die Kaisersöhne ausbildete, hat die heidnische Literatur nicht abgelegt, sondern ebenso in Vernunft gelesen und genutzt, wie die christlichen Kultlesetexte. Auch mit ihm, wie mit allen anderen Denkern dieser Zeit, ist ein Glaube an die Gottheit eines jüdischen Heilspredigers oder ein Hirngespinst nicht zu machen. Allein seine theologischen bzw. göttlichen Unterweisungen, die sich auch mit antiker Philosophie, die weiterhin der Mythologie huldigt, kritisch auseinandersetzen, machen einen jungen Mann unmöglich.

-Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass Eusebius von Caesarea, dessen Chronik vielen Geschichtsforschern als Grundlage der Kirchengeschichte dient und dessen Konstantin-Vita, auch wenn inzwischen als märchenhafte christliche Verherrlichung gelesen, bisher das Meiste über den ersten christlichen Kaiser hergab, erst eine Erfindung mittelalterlicher Mönche ist. Was kritische Geister im Forum Atheisten.org unter "Wann wurde das Christentum konstruiert" nachweisen wollen. Dann ist dessen Konstantin-Vita keine freie Erfindung, sondern zeigt, wie noch im Mittelalter weit mehr als heute bewusst war, welcher Geisteswandel sich in der Spätantike in Berufung auf den Logos-Christus vollzog. Von einem jungen Mann nach heutiger Leseweise wäre der geschichtliche Eusebius so wenig ausgegangen, wie eine für die Darstellung der Kirchengeschichte konstruierte Figur bzw. die so das Geschehen aus ihrer Sicht bildhaft machende Mönche.

-Wenn nach Ansicht der antiken Kaiser (auch der Gegner des Christentums) die Welt von einem höchsten Wesen regiert wurde, dessen Herrschaft sich auf Erden spiegeln solle, dann hatte das mehr mit einem heute als Ökologie zu lebenden Monismus zu tun, der in der Antike geltenden Umsetzung von Natur in Kultur, als mit dem, was heute allgemein als Gott gilt. Und mit einem jungen Guru als Neubegründung des jüdischen Monotheismus ist dann gleich gar nichts zu machen.

 -Allein das Mailänder Toleranzedikt, die Anerkennung der Kirche als Korporation des öffentlichen Rechtes durch die beiden Kaiser. Oder dass der gebildete Christ Lactantis, der als Erzieher des Kaisersohnes in Trier tätig war, den Mitkaiser Licinius ebenso wie Konstantin als Retter der Christen lobt. All das zeigt: Der Wandel war nicht einer persönlichen Eingebung Konstantins zu verdanken. Er ist auch nicht in egal welchen, evtl. doch machtpolitisch-persönlichen Gründen von Konstantins zu suchen. Es war eine kulturelle Entwicklung, bei der der neue jüdisch orientierte Vernunft-Kult anerkannt wurde und sich immer mehr durchsetze. Das Christusmonogramm auf dem Helm des Kaisers hat ebenso wenig mit einem wundertätigen Wanderguru, wie der bei den kaiserlich zu schlichtenden innerkirchlichen Streitereien, z.B. mit Donatisten, das Thema gewesen sein kann.

-Man muss sich die gesamte strategische Kriegskunst, ebenso wie den kaiserlichen Kult, eine in der Sonne begründete und durch in repräsentierte, umzusetzende kosmische Ordnung als Grundlage seines Monotheismus, zumindest Henotheismus bedenken, bis zur Begründung einer neuen Stadt gründete. Dann kann man unmöglich davon ausgehen, Ossius von Cordoba als Berater hätte Konstantin dazu überredet, sich jetzt zu dem in einem jungen Juden begründeten Monotheismus zu bekennen. (Wobei sicher auch Ossius von Cordoba nicht von einem wundertätigen Guru ausging, sondern dem lebendigen Wort, das im Werden der Welt/Logos wahrgenommen wurde.) 

-Wenn Konstantin vom Henotheismus (eine neuzeitliche Bezeichnung für den auf  verschiedene Göttern bezogenen Monotheismus: eines einzigen kreativen Grundes des Gesamten) zu einem Monotheismus mit Anspruch auf Alleinbesitz der erlösenden Wahrheit wechselte, dann hatte das einen Grund: Die Wahrheit bzw. Wirklichkeit der Welt wurde jetzt in Vernunft erklärt. Mit einem jüdischen Junghandwerker und seiner Sekte, die so zur Weltreligion wurde, kann das Christogramm auf dem Helm des Kaisers auf jeden Fall nichts zu tun haben.

-Auch das die Menschen nicht über Nacht, durch eine plötzliche Eingebung oder Überredung zu Christen wurden, sondern sie unter anderem Christen waren, auch wenn teilweise die traditionellen Götter noch galten, lässt darauf schließen: Die Entstehung des Christentums war anders, als bei der Heilsprediger-Hypothese angenommen. Nach der Erklärung kosmischer Ordnung in Vernunft hat sich in Kulturentwicklung der Logos als Grund eine jüdisch orientierten Monotheismus immer mehr durchgesetzt. Auch wenn dabei noch bereits in Vernunft erklärte Götter galten. Und so war für Konstantin, der es mit dem Christentum "ernst meinte" auch weiterhin der Sonnenkult (von dem jedes historisch freigelegte Element, die heutige Hypothese kippen müsste) mit dem Christentum mehr als vereinbar.

-Wer von einem "Solaren Monotheismus" Konstantins schreibt, wie er auch zum christlichen Sonntag führte, der kann der sonntäglichen Kirchenpredigt nicht weiter die Vergötterung eines wundertätigen Wanderprediger unterstellen wollen. So war auch der Synkretismus der antiken Hochzivilisation kein Göttergemisch, das mit einem Guru angereichert wurde, sondern die kreative Synthese der verschiedenen Kultkonzepte.

-Dass Konstantin den Grund des christlichen Kultes bzw. die Vernunft auch als Grant für seine Siege und das Wohl der Menschen in ein einem multikulturellen Reich sah, bei dem sich der Mythos als Vergangenheit erwies, ist mehr als klar. Mit einem am Kreuz (dem Siegeszeichen Konstantins) hingerichteten jungen Mann, der im neuen Kult vergöttert bzw. zum Christusmythos wurde, dann gebildete Kreis im Umfeld des Kaisers ansprach, ist das alles nicht zu machen.

-Nicht ein philosophisch-theologischer Streit, den Konstantin zu schlichten hatte, nicht eine er Parteien, lässt sich außerhalb des damals geltenden Logos bzw. in einem als solchen gesehenen oder dazu gemachten Guru begründen.

-Weder ging es in dem von der Bildungsmetropole Alexandrien, in der bekanntlich der Logos theologisch-christologisch galt, um einen jungen Mann. Noch war beim kaiserlichen Kreuz um eine Hinrichtungsgerät das Thema oder beim Ostertermin, um den er mit 200 Bischöfen stritt, das Datum für dessen Wiedererweckung eines wegen Häresie zur Zeit des Augustus hingerichteten Heilspredigers oder ein frommes Hirngespinst.

-Ob an das jüdische Passah Bezug genommen wird, ob die Vernunft/Logik allen Werdens die Person (Rolle/Aufgabe) des unsagbaren Einen kreativen Grundes übernimmt oder bezeugt, ob sie gezeugt ist oder ob sie einen gemeinsame Grund bezeugt, über all das und mehr kann man streiten. Dieser Zeit den Streit über einen Christusmythos oder einen jungen Mann zu unterstellen, ist Wissensverweigerung.

-Wozu auch gehört, dass der Streit um das christliche Wesen verbissen in breiten Bevölkerungsschichten geführt wurde, (Ähnlich wie heute meist gedacht wird, dass die Vernunft Gott entbehrlich macht, statt den einen kreativen Grund des Gesamten der Väter zu bezeugen) und keine rein innerkirchliche Dogmatik im Sinne von heutigen Schriftgelehrten war.

-Die gesamten Überbauungen der alten Kultstätten zeigen eine Fortentwicklung der alten Kultkonzepte, die in antiker Aufklärung auf allegorische Weise neu verstanden und Magisches verboten wurden: so Auferstehung war.

-Wenn Konstantin dann Bildnisse von sich entfernen ließ, keine Götteropfer zu seinen Ehren mehr abgehalten werden durften und er gar in der Armee, in der er das Sonntagsgebet einführte, die Opferpraxis abschaffte, dann hat all das seinen Grund: Der kein junger Guru war. Und auch dem Kaiser zu unterstellen, er wäre aus machtpolitischen Motiven zum Christentum gewechselt, das geht nicht bei einem Kaiser, der sich dem Opferkult verweigert.

-Die Zweckmäßigkeit (weder Blindheit, frommes Bauchgefühl oder Buchstabenhörigkeit), die der Kaiser als ein am Wohl des Volkes orientierter Herrscher mit globalen Zukunftsvisionen, im Christentum sah, kann ihren Grund nur in der den gesamten Kosmos bestimmenden Vernunft gehabt haben, die jetzt auch im Kult galt, Wort war. 

-Selbst wenn Konstantin dann auch das traditionsorientierte Judentum, das die Vernunft aburteilt bzw. das an die Römer weitergibt, nicht als Henker eines Heilsprediger-Gottes verfolgen will, dann lässt sich sein Christsein nicht nach heute geltender Hypothese erklären.

Man könnte ewig weitermachen. Denn wie auch beim Wachstum einer Pflanze im Laufe der Jahrtausende, so gibt es für die kurze Zeit menschlicher Kultur im Wandel nur einen Grund. Und der ist bei Natur und Kultur identisch. Ohne die Rolle des den Vätern gültigen universalen Grundes aller Kreativität zu übernehmen.-

Bildergebnis für konstantin kaiser bilderHier geht es nicht darum, Konstantin einen Heiligenschein zu verleihen oder nie rosig gewesenen Zeiten nachzutrauern. Auch wenn das heutige Wissen um die Hochzivilisation der Spätantike hier die Grundlage ist, so wird zur deutlicheren Darstellung wahrscheinlich "zu dick aufgetragen" : Z.B. wenn Konstantin vom globalen Geist sinnstifender Weltvernunft spricht, der nach seiner Sicht weder allein durch philosophische Lehren, Gesetze oder kriegerische Gewalt zu erreichen war. Und warum er daher für diesen Logos bzw. die davon ausgehende zukunftschaffende Weisheit einen universal gültigen Kult: die Kirche bauen musste. Letztlich spielen die Lebensleistung, die Beweggründe und die Glaubens-Einstellung Konstantins auch nur eine untergeordnete Rolle. Doch eines ist klar und primäres Thema. Ihm und seinen Nachfolgern zu unterstellen, sie hätten sich zur Sekte eines göttlichen Heilspredigers bekannt, dafür den Sonnen- und Götterkult aufgegeben und einen jungen Juden dann jahrhundertelang als das diskutiert, was ihnen als Logos/Vernunft galt oder nur ein Hirngespinst zur Selbstverherrlichung in die Welt gesetzt, das ist Wissensverweigerung.

1. Konstantin: Ich bleibe schuldig - ihr müsst den Wechsel einlösen?

Ich bekenne mich schuldig. Nicht jedoch, weil ich den Geist der antiken Hochzivilisation wegen eines jungen Heilspredigers als Christus verraten hätte. Wie mir kirchenkritische Geschichtsforscher im Kurzschluss heutiger Jesus-Hypothese vorwerfen, ich sei kein „Großer“ gewesen. Vielmehr fühle ich mich als Wortführer der Diskussionsrunden über das Wesen der Vernunft mitverantwortlich, dass sich heute Christen und Moslems auf zweibeinige Gründergestalten und Glaubensbücher wie Kanon oder Koran berufen. Sich dann im blutigen Kampf die Kulturen die Köpfe einschlage, im Orient junge Frauen geschändet und ihre Väter  sowie Brüder umgebracht werden und Millionen die Flucht ergreifen. Daher eine auch den Orient weiter zurückwerfende Völkerwanderung einsetzt. Weil junge Moslems im Name Mohammeds – wie er später aus unserer Christologiediskussion hervorging – im Haß auf die westliche-christliche Welt einen mittelalterlichen Gottesstaat gründen wollen. Statt sich auf die uns damals geltende Vernunft des Weltganzen zu berufen, die sich dann im Westen in Jesus, im Orient in Mohammed ausdrückte. Was moderne mündige Menschen in schöpferische (z.B. ökologische) Verant-wort-ung nehmen würde. Um auf kreative Weise gemeinsame Zukunft zu gestaltet oder nach ganzheitlicher Natur glücklich zu leben.

Die mir unterstellte Kleinkariertheit, die Hochzivilisation an die Kirche verraten zu haben, können meine Kritiker im Spiegel betrachten. Denn alles, was sie über mich und meine Zeit bzw. die Anfänge des durch mich im Westen weitgehend geeinten Christuskultes zutage fördern, zeigt ganz eindeutig: Mir und damit auch bei unserer Diskussion ging es um das Wesen des Logos/der Vernunft und Weisheit, die der antiken Aufklärung hoch und heilig, Gegenstand aller philosophischen, für uns theologischen Lehren war. Die heute allgemein geltende Hypothese von der Sekte eines Heilspredigers, die durch mich und meine Nachfolger zur Weltkirche wurde, die ist noch weit weniger historisch, als die märchenhaften Darstellungen der Kirchenschriftsteller, bezüglich meiner nächtlichen Eingebungen und Bekehrungen. Oder dass mich Gott am Ohr gekratzt hätte. Auch die These, dass ich oder meine Nachfolger sich durch die hellenistische Erhöhung eines handauflegenden Handwerksburschen zum Halbgott selbst einen Heiligenschein aufsetzen wollten, hat mit historischer Realität nichts am Hut. Dies ist so weltfremd, wie zu denken, dass wir einen jungen Juden oder gar ein fiktives christologisches Glaubenskonstrukt gegen Sol & Co. bzw. die bereits in Vernunft erklärten Götter eingetauscht hätten. 

So wenig wie am Anfang des Monotheismus, bei den Ägyptern oder im persischen Exil bei Zarathustra (damit den Propheten), galt uns ein junger Mann oder ein fiktives Konstrukt als Grund des erneuerten Monotheismus und der davon ausgehenden Verhaltenslehren. Die in der Natur beobachtete bzw. nun in Vernunft erkärte Kreativität, wie sie für viele Kulturen in der Sonnenordnung ihren sichtbaresten Ausdruck hatte, war das Maß der Dinge. Es ist kaum zu fassen, wie ihr den Kult der gesamten alten Hochkulturen, deren großartige Leistungen oder Bauten bei Bildungsreisen bestaunt werden, in der kosmischen Ordnung begründet. Und dann der Wurzel eurer Kultur bzw. mir unterstellt, einen jüdischen Guru oder ein Geisteskonstrukt zum neuen Sol gemacht zu haben. Die Maya, die jenseits des großen Teiches wie ich die Sonne verehrten, darauf nicht nur ihren Kalender, sondern ihre gesamte Kultur ausrichteten, habe ich nicht gekannt. Doch wenn ihr wisst, dass dort nicht spekulative Sterndeuterei oder reiner Wissenschaftsbetrieb der Antrieb für die Erforschung des Sonnensystemes war, sondern die Ausrichtung der Kultur an der kreativen kosmischen Ordnung. Dann galt bekanntlich Ähnliches auch für die spätantantike Philosophie, die aus der Natur bzw. kreativen Dynamik des Kosmos lernen wollte. Die daher keine schriftgelehrte Buchlese oder Bauchrhetorik, sondern echte Theologie war. Und so wenig wie den Ägyptern, die nicht nur den ersten Monotheismus und später an Trinität anklingende Theologiemodelle in kosmischer Ordnung als Maat begründeten oder die wie die Hebräer Himmelsbeobachter waren, kann mir unterstellt werden, meinen Himmelskult gegen einen mehr oder weniger göttlichen Heilsprediger eingetauscht zu haben. Wie ihr wisst, war es unser Ziel, die Vernunft, nach der wir jetzt die gesamte Natur erklärten, in Kultur umzusetzen. Was beileibe kein banaler Sozialdarwinismus war, wie ihr allein an der Stoa seht. Wobei die Stoa nur eine unserer Lerhen war, die die oft triebhaft-egoistische menschliche Natur und Kurzsicht der kreativen und damit wahren Vernunft unterordnen sollte. Und genau diese Vernunft galt es in einheitlicher Weise zu definieren. Um darauf einen Kult zu gründen, in dem die Vernunft auf kulturgerechte Weise verinnerlicht, zur Welt gebracht, gefeiert und zeitgemäß verant-wort-lich gelebt werden sollte.

Wenn wir es trotz der unzähligen Konzile nicht schafften, den Wechsel vom Mythos zum Logos einzulösen, den neuen Logos-Kult zu einen. Damit die Vergottung der erst viel später einheitlich Jesus genannten Vernunft und gleichzeitig ihre völlige Banalisierung im Bild des Heilsprediges, daher Aber-glaube (trotzdem) zu verhindern. Dann fühle ich mich zwar mitverantwortlich. Auch für euren Kampf der Kulturen. Doch solltet ihr bedenken, dass bei uns die Zeit noch nicht reif, die euch nun mögliche aufgeklärte Ein-sicht noch nicht geben war. Wenn daher der Wechsel bei mir noch prolongiert werden musste, dann weil das euch gegebene Wissen nocht nicht war. Und weil unsere Kultur noch auf die alten Bilder angewiesen war. Auch der Verfall der Antike, die weiteren gegenseitigen Verfolgungen innherhalb der westlichen Kultur, was damals auch zur Bücherverbrennung oder Verdammung heidnischer Kultformen führte und weitere Wirrungen, sind die schlimmen Folgen. Gegen die nur die euch inzwischen gegebene Aufklärung hilft. Denn ihr habt die Chance, den Wechsel einzulösen, bevor er zur Protest geht. Auch wenn ihr bei der dazu dringend not-wendigen kulturgeschichtlichen Aufkärung der naturwissenschaftlichen Aufklärung noch bös hinterher hinkt.

2. Aller Anfang ging von Vernunft aus

Euch ist doch bekannt, wie es nicht nur Arius und Athanasius von Alexandrien, deren unheilvollen Streit ich nicht schlichten konnte, sondern echt allen anfänglichen Kirchenlehrern um den Logos/die Vernunft ging. Und das noch lange über mich hinaus. Und wer die "Wissenschaftsstadt" in Nordafrika mit der größten Bibliothek der Welt in höchsten Tönen lobt und weiß, wie dort auf hochtheologische-philosophische Weise monotheistisch-reformend gedacht wurde. Der braucht noch nicht mal bei Philo von Alexandrien nachzublättern, der bekanntermaßen vom Logos bzw. einer Vernunft ausging, wie sie philosophisch definiert wurde. Was auch den kirchlichen Wissenschaftlern als Ursprung der Christologie gilt. Gleichwohl sie in sonderbarer Weise weiter den Sohn eine "jungen Frau" als christlichen Glaubensgrund annehmen. Denn wer sich von euch kurz von der Hypothese eines jungen Heilspredigers frei macht, die an den theologischen Hochschulen das Weiterdenken verhindert, der weiß, dass die für uns damals maßgebende Vernunft nicht nur Thema der aus Alexandrien, wie anderen antiken Bildungszentren kommenden Streitparteien oder der von dort ausgehenden urchristlichen Bewegungen war. Dem muss vielmehr langsam auch ein Licht aufgehen, was mir, wie allen weiteren anfänglichen christlichen Denkern galt bzw. hinter der Person des biblischen und historischen Jesus steht!

Ihr weist nach, wie alle urchristliche Erkenntnis, ebenso wie die spätere Kirchenlehre (die „falsche“ Gnosis/Erkenntnis ablehnte, weil sie sich z.B. nicht vom alten Glauben oder jüdischer Weisheit abkoppelt wollte), der Logos (damit die den Philosophen geltende Vernunft) als Wesen des neuen Kultes galt. Von Justin als erstem Verfasser christlicher Texte, über Marcion, der das Alte Testament/dessen Gottesbegriff ablehnte und daher einen ersten Kanon schuf, bis zum philosophischen Kirchenvater Origenes, der mit die meisten Texte hinterlassen hat. Ebenso galt Irenäus von Lyon, Tertullian, Eusebius oder allen Alexandrienern, die die Kirche entscheidend prägten, die Vernunft. Aber auch den späteren Vertretern wie Augustinus & Co. ging es noch um den Logos. Selbst wenn die frühen Denker die Bedeutung des menschlichen Wesens mehr oder weniger betonten, wie bei den eindeutigen Logos-Jüngern Justin oder Origenes. Oder wenn sie das Verhältnis zum vormals in Göttern personifizierten Grund aller Kreativiität auf verschiedene Weise definierten. Es kann dabei nur um die kulturgerechte Umsetzung oder Ausdrucksweise (Person: Rolle/Aufgabe) der Vernunft gegangen sein, die nur so ihre kreative Wirkung in Kultur entfaltete. Womit auch die menschlich-kultgerechte Ausdrucksweise/Person (Rolle/Aufgabe, für die der Legende nach auch meine Mutter Hellena steht) kein doketistisches Scheinwesen war, sondern eine kreative Funktion in Kulturgeschichte hatte. Aber allein die anfängliche Diskussion mit ebenso „urchristlichen“ Doketisten, die die menschliche Ausdrucksweise für ein Scheinwesen hielten, müsste euch doch bereits deutlich machen: Der heute für historisch gehaltene Heilsprediger ist ein Hirngespinst von Halbaufklärung. Auch z.B. ein als "Christ" geltender Logoslehrer wie Marcion, der im Gegensatz zu den Kirchenvätern das Alte Testament und dessen Gottesvorstellung ablehnte, lässt keinen anderern Schluss zu.

Es gibt nicht einen anfänglichen Denker, bei dem sich nicht die Vernunft als das theologisch-christologische Thema erkennen lässt. Wie kommt ihr dann auf die absurde Idee, uns wäre es um das Wesen eines religionsrebellischen Junghandwerkers gegangen, der evtl.als Kyniker unterwegs war? Und den wir bei unseren unendlichen Diskussionen als Wort/Logos hellenisiert, an Stelle von Sol, Dionysos & Co. verehrt hätten. Die alten Götter und ihre Funktionen waren bekanntlich seit Platon in Vernunft erkärt. Und allein den von philosophischer Christologie ausgehenden Streithähnen aus der Bildungsmetropole Alexandrien zu unterstellen, es wäre ihnen um einen Wanderprediger gegangen oder eine diesem aufgesetzte Theologie, ist mehr als märchenhaft. Und mit den ganzen urchristichen Bewegungen, die in Norafrika unterwegs waren, sich gegenseitig der Häresie beschuldigten, ist das schon gleich gar nicht zu machen. Nicht eine der aus dem Wandel vom Mythos zum Logos hervorgegangenen urchristilichen Bewegungen, von Wandalen, über Manichäer bis Donatisten oder denen, die dann in Kirche oder Koran mündeten, lässt sich in einem Heilsprediger erklären oder dessen Hellenisierung. Nicht an einer Stelle der damaligen Welt, nicht einer der urchristlichen Denkweisen, die sich heute historisch rekonstruieren lassen, kann es um den gegangen sein, der heute wie selbstverständlich gar der Kritik als historisch gilt. Mit viel Phantasie und unter Vernachlässigung des Wissens um unser Denken könnte man mir ja noch unterstellen, den Glauben einen göttlichen jungen Mann missbraucht oder erst gemacht zu haben. Doch mit keiner der wilden anfänglichen Bewegungen, die sich meist in verschiedenartigen Definitionen von Logos und Lehren gegenseitig der Häresie beschuldigten, ist das zu machen.

Und auch wenn mir weiter im Nachplappern längt als unhistorisch erwiesener Schriftstücke nächtliche Halluzinationen unterstellt werden. Oder ob ebenso unhistorisch angenommen wird, ich hätte eine noch nicht vorhandene Kirchen aus machtpolitischen Gründen vor den Karren meiner Globalisierungspläne gespannt. Mir oder gar den Bewegungen vor mir unterstellen zu wollen, wir hätten über das Wesen eines handauflegenden Wunderheilers als lebendiges Wort/Logos und dessen Verhältnis zum Väterglaube gestritten, das ist bei eurem Wissen um unser Denken völlig hirnrissig. Die Wissensverweigerung, nach der mir weiter unterstellt wird, einen Wanderguru verherrlicht oder die Lehre eines missionsreisenden Wendepharisäer für meine Globalisierungspläne missbraucht zu haben, die ist ja noch schlimmer als alle Bücherverbrennungen, die der christlichen Kirche vorgeworfen werden.


 

Anfang des 4. Jahrhunderts waren bereits die meisten – auf der Karte blau umrandeten – Gebiete des Römischen Reiches christianisiert. Und 313 gewährte Konstantin der Große die Religionsfreiheit im gesamten Römischen Reich. Lutetia wurde Sitz eines Bistums. Ungefähr zu dieser Zeit wurde der Name Lutetia allmählich durch Paris ersetzt. Constantinople, das nicht zufällig zwischen den Kulturen, Osten und Westen entstand, sollte die neue Kulturhauptstadt werden. Die Hauptstadt eines Kultes, der auf den Logos/Vernunft gründete, die nicht nur nach philosophischer Diskussion der Zeit für auf der gesamten Erde galt. Das Kreuz bzw. Christogramm steht als Zeichen des Sieges der Vernunft/Weisheit an der Kreuzung der Kulturen. Es steht zwischen Mythos und logischer Erklärung der Welt, zwischen Ost und West. Mit dem Galgen für einen jüdischen Guru mit Namen Jesus hat es auf jeden Fall nichts zu tun.

Es ist gradezu absurd anzunehmen, die Mission einer Zeit, die alles Werden, wie die davon ausgehende (philosophische/christliche) Weisheit  (incl. der Nächstenliebe wie die Selbst) in Vernunft erklärte, wäre von einem jungen Mann ausgegangen, den man für eine Art Gott hielt. Noch absurder ist die Unterstellung, der Kaiser und seine Nachfolger hätten sich mit den Vordenkern von Kirche und Koran dann Jahrhundertelang in einer Diskussion, bei der es eindeutig um die damals gültige Vernunft ging, über das Wesen eines charismatischen Wanderpredigers oder ein Hirngespinst zur  eigenen Ermächtignung gestritten.

Auch warum die Zeit der heute wieder geltenden Nationalgeister um war, eine globaler Geist, die Kult-ivierung der Weltvernunft (die als Jesus in Geschichte bis zur Aufklärung geführt hat) notwendig war, lässt sich auf den Karten, die die Ausbreitung des römischen Reiches gerade Richtung Westen zeigen gut zeigen. So wie heute aus dem Süden und Osten die Menschen aufbrechen, kamen damals die Völkerwanderungen aus dem Westen.

 

 http://www.kathpedia.com/images/3/39/Pfingsten.JPG
Es mag auch in der Zeit vor Konstantin bei den verschiedenen Erkenntnis- bzw. Gnosis- und sonstigen konkurrierenden Reformbewegungen, die sich dem bisherigen Götterkult oder jüdischer Traditionshörigkeit versagten sog. christliche Gemeinden gegeben haben mit Versammlungshäuser oder Kultstätten. Doch der Anfang der Kirche, was an Pfingsten gefeiert wird, war erst nach Konstantin. Nach dem Wandel vom Mythos zum Logos gab es insbesondere in ganz Nordafrika viele den Götter-/Kaiserkult verneinende Bewegungen oder Gemeinden, die auch brieflich miteinander diskutierten, Texte verfassten und sammelten. Doch es ist geschichtlicher Fakt: Erst die Kaiser, die den Logoskult nicht weiter verfolgten, versuchte die vielen auf die Vernunftlehre ausgerichteten, sich gegenseitig der Häresie beschuldigenden bzw. bekämpfenden Bewegungen zu einen. Und dass ein Sektenverfolger war, der sich nach seiner geheimnisvollen Wende jetzt Paulus nannte und durch seine Überredungsreisen rund um das Mittelmeer christliche Kirchen gründete, ist ein theologisch zutreffendes Märchen. Im banalen Sinne ist das allein durch die vielfältigen konkurrierenden wilden Bewegungen eines neuen monotheistischen Paradigmas (Paulus), die heute als urchristlich zutage gefördert werden, völlig unhalbar. Was wir wissen ist, dass wilde, sich gegenseitig bekämpfende Bewegungen waren, deren Erkenntnis (Gnosis) zu einem neuen monotheisistischen Paradigma im Namen Paulus führte. Worauf sich die spätere Kirche berief.

Pfingsten ist in jüdischer Tradition auch Passah (Auszug aus Ägypten) und Tora (Gabe der Weisung, des Gesetzes, Bücher Moses) entand. Was auch im Schawuod, damit wie viele kirchlicher Feiertage einem ganz natürlichen "Erntedank" seinen Fest-Ursprung hat. Historisch gesehen ist das Pfingstfest auch ein Frühlingsfest. Bräuche, die mit Wachsen, Blühen und Wiedererwachen der Natur zu tun haben, tauchen vor dem herannahenden Sommer noch einmal auf. Flurumritte, Grenzabschreitungen und Prozessionen sollen der neuen Saat Segen bringen. (So eine Pfingstdefinition der Berliner Morgenpost 2015, die sich gar auf Papst Franziskus berief.) Dass dieses schöpferische Wachsen und Blühen nach dem Wandel vom Mythos zum Logos jetzt in einer Vernunft/Logik verstanden wurde, die dem bildlosen jüdischen Monotheisten als Wort (hebr. Vernunfthandlung) galt, so auch die die Kreativität verkörpernden Götter auf zeitgemäße Weise definiert wurden und damit ein gemeinsamer Verstand war, hat sicherlich mit Pfingsten zu tun. Auf jedenfall mehr, als dass 50 Tage nach dem Tod und der Wiedererweckung eines inzwischen auch himmelgefahrenen Heilsprediges eine Taube bei dessen Freunden ein Sprachwunder bewirkte.

Aus der griechischen Bezeichnung des Pessachfestes als Pentekoste leitet sich auch "Pfingsten" ab. Doch Pfingsten hat so wenig mit der der Versammlung der Anhänger eines hingerichten jungen Juden und einem geheimnisvollen Geist zu tun, wie Passah nur die wundervolle Sklavenflucht war oder die Tora auf einem Berg in Form von Steintafeln vom Himmel fiel. So wie der Anfang des bildlosen, auf den Verstand des Wortes (hebr Vernunfthandlung) gründende biblische Monotheismus nicht vor grauen Zeiten auf geisterhafte Weise entstand, sondern sich im Rahmen eines antiken Aufklärungsprozesses (Exil: wenige Jahrhunderte vor Jesus im Weiterdenken des philosophischen Monotheismus Zarathustras durch sog. Propheten) nachvollziehen lässt. So kann und muss auch die Entstehung der Kirche im Rahmen der konstantinischen Wende bedacht werden. Denn bei dem Hokus Pokus eines geisterhaft-gespenstischen Geistes, aus dem sich heute die Kirche ableitet, wundert es nicht, dass unsere Kultur das Gegenteil von dem bewirkt, was in der Antike kirchliche Aufgabe sein sollte: Die Vernunft kultur- und zeitgemäß zur Welt zu bringen.

Der heilige Geist bzw. der gemeinsame Verstand einer neuen Zeit, was die Kaiser antiker Hochzivilisation in ihren Diskussionen als Vorausssetzung für den neuen Vernunft-Kult und eine Weltkultur anstrebten, ist heute mehr als notwendig. Doch ein gemeinsamer Verstand, der die Grenzen zwischen Wissen und Kult und die blutigen Kriege der Kulturen überwindet, ist so wenig mit Flämmchen auf dem Kopf, wie mit heutigen Pfingstbewegungen und Zugenreden zu machen, wie in einem Taubenschlag. Die Diskussion über das Wesen der Vernunft, deren Rolle in den bisherigen Vorstellungen und ihr einvernehmliches Verständnis war bekanntlich das geschichtliche Thema.

3. Weltvernunft/Logos statt nationaler Mythos war globaler Geist

Den Vorwurf, für die Globalisierung einen universalen Geist gebraucht und dafür einen einheitlichen Kult gegründet bzw. die Kirche gebaut zu haben, den nehme ich gerne hin. Genau diesen globalen Geist habt ihr bei euren Nationalgeistern mehr als not-wenig. Allein mit modernen Moralpredigten bzw. gegenseitigen gutgemeinten Posts sind eure Weltprobleme nicht zu lösen. Und nicht nur, was das Weltklima bzw. eine ökologische Lebensweise betrifft, die den Kindern nicht weiter in sinnloser Gier und Kurzsicht auf kanibalistische Weise die Energievorräte frißt. Wobei ihr euch in Sachen Klima möglicherweise mehr den ganz natürlichen, im Grunde kreativen Veränderungen anpassen solltet. Und hierzu vorurteilsfrei auch all eure Kreativität gebrachen, möglicherweise völlig neue Wege gehen müsst, als allein Verzichtgspredigt. Was wahrscheinlich weiter bringen würde, als sich in meist ideologischen Abhandlungen nur gegenseitig Vorwürfe zu machen. Ohne sich dann wirklich weltvernünftig zu verhalten. Wobei ewiges Gleichgewicht (gar durch einen menschenartigen Desinger), bereits für uns ein Mythos war. Und wie eure Wissenschafter nun belegen, wäre ein dauerhaftes Gleichgewicht das Ende der Evolution. Doch dies gilt nicht nur für den Kosmos. So gehört die Ungleichheit, der Aufbruch, der Veränderung und Wandel auslöst, auch in kultureller Entwicklung zur kreativen Vernunft.

Warum die Zeit der nationalen Geister, die den Kopf auch euerer Kulturen gefangen halten, bei uns beendet werden musste, könnt ihr allein auf den Landkarten sehen oder in den Geschichtsbüchern nachlesen. Denn dieser universale Geist der Vernunft scheint auch bei euch gefragt. Nicht allein, weil die Völkerwanderung wieder in vollem Gange ist, viele Probleme aufwirkt. Wenn in einem Land, dessen Wohlstand sich freiem Welthandel verdankt, Bewegungen wie "Compact" entstehen müssen, die sich gegen Freihandelabkommen wenden, dann bedarf es eines Geistes gemeinsamer Vernunft und nicht neuer Protestbewegungen. Mit Protest gegen Grenzen sind eure Problem nicht zu lösen sind. Ihr habt Herausforderungen, die ähnlich auch wir bereits vor den großen Völkerwanderungen in einem gerade nach Westen immer größer werdenden Weltreich hatten. Was ihr "Wirtschaftpolitik" nennt, die die Völker vor Auswanderung bewahren, ein Wirtschaften im eigenen Land ermöglichen soll und bei euch kläglich versagt, war bei uns Tagesordnung. Allein wenn ihr die römischen Weingüter der Pfalz besucht könnt ihr erkennen, wie wir als praktizierende Weltbürger nicht nur den Weinbau, sondern unsere gesamte Kutlur und unser Wissen exportierten. Unsere Kultur hatte die Grenzen des alten römischen Reiches weit überschritten. Wer will es uns verdenken, dass wir nicht nur die Welt in Vernunft erklärten, sondern nach einem universalen Kult suchten, der im Gegensatz zu nationalen Geistern der Vergangenheit, der globalen Zukunft und Vernunft gerecht wurde?.

  Die Kritik an Freihandelsabkommen, die (un)wirtschaftlichen Wildwuchs befürchten lassen, ist ebenso berechtigt, wie es stimmt, dass Grenzen töten. Was nicht nur auf die tausende im Meer versunkenen Flüchtling zutrifft, die hier das Thema sind. Vielmehr weil ohne den kreativen Austausch der kulturellen Vorstellungen (was ja auch hier das Thema ist) nichts Neues entstehen kann, unser kulturelles Wachstum und unser Wohlstand nicht wäre. Doch wenn moderne weltweite Bewegungen Grenzen im Handel verlangen bzw. gegen Freihandelsabkommen vorgehen müssen. Sie gleichzeitig zurecht solche Plakate hochhalten. Dann zeigt dies: Proteste allein helfen nicht weiter. Ein Geist globaler Vernunft ist gefragt. Der Geist der universalen, sich in Natur und Kultur begründenden Vernunft (Logos bzw. Weltvernunft), wie er auch durch Konstantin & Co. zum universalen Kult gemacht wurde. Den tötenden politischen Grenzen gehen die theologischen bzw. geistigen Grenzen voraus. Es sind die Grenzen im menschlichen Kopf, die durch kulturelle Vorbilder, Vorstellungen (ob nationale Götter oder moderne Geister, auch wenn die als Gegensatz zu alten Göttern gelten) erzeugt werden und nur so zu bekämpfen sind. Kaiser wie Marc Aurel und später Konstantin, denen klar wurde, dass allein Limes und ihre ständigen Kriegen keine Lösung waren, haben sich jedoch nicht zu einem jungen Juden bekehrt. Es liegt auf der Hand: Um die grenzüberschreitende Vernunft (den ihnen heiligen Logos) zur Welt zu bringen, wurde über dessen Wesen nicht nur jahrhundertelang diskutierten, sondern dafür ein gemeinsamer Kult konstruiert: Die Kirche.

Unseren Denkern war bekanntlich die kreative Natur das große Vorbild. Der Mensch hatte sich mit den Gaben seiner Vernunft an die kreativen/schöpferischen Vorgaben zu halten. Ob es um eine ganzheitlich-natürliche Ernährung oder Lebensweise ging oder um die Bildung eines Bienenstaates auf geistbegabte kulturelle Weise. Denn nicht um Moralpredigten zu halten, wie sie heute auch bei der Politik oder den Medien zu hören sind oder bei zeitkritischen Facebook-Beiträgen gepostet werden, habe ich eine Kirche gebaut. Wie bekannt, sahen wir den gemeinsame Kult als Voraussetzung für das Staatswesen bzw. einen immer notwendigeren gemeinsamen Geist. Einen Kult, der der Vernunft unserer Zeit entsprach. Ihr wisst, dass bei uns dabei die Autorität der Vernunft/des Logos von natürlicher/logischer Kreativität (Schöpfung) ausging. Und wie ihr schreibt, gab es dabei keine Gegensätze zwischen Glaubenslehren und natürlichem Werden. Was für Kulturwesen aus geschichtlicher Erfahrung zweckmäßig war, wurde bei uns mit Blick auf die nun natürliche Kreativität des Ganzen in Vernunft erklärt. Mythen und kaiserliche Vorschriften/Gesetze hatten im Rahmen unserer Philosophie ebenso ausgedient, wie die taub gewordene jüdische Gesetzlichkeit. Die - nicht nur im Sabbatgebot - zum Selbstzweck verkommen war. Auch wenn sich unsere Konzile kaum mit Verhaltensethik/Moral befassten. Um weltvernünftiges Verhalten ging es auch, wenn der Logos zur Debatte stand. Denn mit ihm waren bekanntlich die gesamten philosophischen Lehren bzw. unsere weisheitliche Ethik begründet, die ihr ja zum Teil auch aus dem Neuen Testament kennt.

Auch wenn bei euch inzwischen überall in Jesus übersetzt, damit ein Guru unterstellt wird. Und das selbst bei unserer Diskussion, bei der dieser Name an keiner Stelle vorkam, es ja auch logischerweise um das Wesen der Vernunft ging, wird absurderweise der jüdische Heilsprediger unterstellt. Wen wundert, wenn dies dann selbst den ernsthaft nach Wahrheit suchenden Wissenschaftlern den Blick verbaut? Doch bei uns stand nachweislich nicht nur Logos drauf. Unserer Diskussion ging es um das Wesen der Vernunft, die den philosophischen Verhaltenslehren zugrunde lag und ihr Verhältnis zu den Glaubensvorstellungen der Väter. 

Aber nicht alte Gotteslehren oder eine traditionelle Gesetzlicheit/Moral und menschliche Meinungen gaben den Ton unserer, nun universal gültigen Verhaltenslehren an. Die bei uns gestellte Frage nach der wahren Vernunft galt nicht dem, was nationalen Götter wollten, traditionell vorgegeben war oder mehrheitlicher menschlicher Beliebigkeit entprach. Was von natürlicher Schöpfung/Kreativität ausging und so für die menschliche Kultur nützlich/vernünftig (Evolutionslehrer sagen "tauglich") war, stand auf unserer philosophisch-theologischen Tagesordnung. Und genau dies ist auch teilweise auch als Lehre Jesus nachzulesen. Wird die uns philosophisch geltenden Weisheit doch von euren Theologen (auch wenn die weiter einen Junghandwerker an den Anfang stellen) als Weisheit des Neuen Testamentes bestätigt. Die Autorität ging bei uns nicht von Gottesbildern aus, sondern von der natürlichen Schöpfung, die wir in Kosmos und Kultur beobachteten. Was wir nun - ähnlich wie bei Kants kategorischem Imperativ - auf vernünftige Weise erklärten. Auch wenn diese Vernunft universal gültig war, dann war sie keine starre Gesetzlichkeit, sondern nach jeweiligen kulturellen Gegebenheiten und Vorbedingungen in Vernunft umzusetzen. Warum es allerdings noch ein Traum war, dass sich die Menschen aus freiwilliger Einsicht weltvernünftig verhalten und nicht aufgrund von Vorschriften, war nicht nur Marc Aurel oder mir bewusst. Ebenso allerdings auch, wie allein die philosophischen Vernunftlehre zu kurz griffen. Wie dafür eine tiefgreifende, den Mensch auch in seiner Gefühlswelt, emotional ansprechende kulturelle Begeisterung gebraucht wurde. Wozu vertraute Bilder und Geschichten bzw. bekannte Gesichter in kultureller Verankerung die Voraussetzung waren. D.h. ein neuer Kult gebaut werden musste, der auf kreative Weise an die altbekannten Vorstellungen anknüpfte, diese mit neuem Leben erfüllte.

Doch seid ihr von allen guten Geistern bzw. dem logischen Denken jetzt schon ganz und gar verlassen, dass ihr uns letztlich unterstellen wollt, die von uns in wissenschaftlicher Vernunft bzw. philosophische begründeten Verhaltenslehren aus den Worten eines jungen Wanderkynikers abgeleitet zu haben. Denn nichts anderes ist zu hören, wenn antike Weisheitslogien, die nach euren Wissenschaftlern zu Evangeliengeschichten ausgestaltet wurden, als die von einem Wanderkyniker mit Namen Jesus ausgehende Wahrheit hingestellt werden: Ein angeblicher Wanderprediger angenommen wird, dessen Worte geheimisvoll mitgeschrieben und überliefert, zu Evangelien wurden. Und die dann auch für uns im christlichen Glauben maßgebend gewesen sein müssten. Wie abersurd die Unterstellung ist, dass wir dann auch noch über dessen Wesen gestritten hätten, muss ich euch nicht dauernd sagen. Auch wenn eure Theologen Jesus als Ende der taub gewordenen Gesetzlichkeit, wie der Werkgerechtigkeit nachweisen, als Verkünder von Lehren, die "ich aber sage Euch" über die Tradition hinausgingen und nun universal gültig waren. In alle dem wird mehr als deutlich: Dort, wo bei euch Jesus steht, ging es um die auch philosophisch geltende Vernunft/Weisheit. Doch wenn eure Denker dann weiter einen Guru an den Anfang stellen, dann wird die globale Vernunft, in die wir alle Hoffnung setzten und sie zum Kult machten, ans Kreuz ausgedienter Vorstellungen genagelt.

Dabei ist der uns geltende, über eure modernen nationalen Götter hinausgehende Geist heute in vielfacher Weise mehr als notwendig. Denn wenn bei euch selbst konservative Wirtschaftverbände nach mehr Einwanderern rufen, dann bleibt es pharisäerhaft, nur gegen die Angst des Pegida-Nachbarn auf die Straße zu gehen. Durch euer weltweites Wirtschaften und Kommunizieren ist bei euch der globale Geist noch mehr gefordert, als bei uns. Die wir von York bis Persien kämpften und an der Schnittstelle zwischen Europa und Orient eine neue Kult(ur)hauptstadt errichteten um so kulturelle Grenzen zu überwinden. Denn dass mit Nationalvergötterungen kein Zukunftsstaat zu machen, durch Kriege kein dauerhafter Friede zu erzwingen ist, das wurde bereits uns klar. Das wird nicht nur in den Selbstbelehrungen Marc Aurels deutlich, die er nach den täglichen Schlachten an der Donau aufzeichnete.

Und von wegen, dass mit unserer Logoslehre der Mythos in den christlichen Glauben Einzug gehalten habe, in dessen Licht wir uns sonnen wollten. Wie aufgrund eurer absurden Heilsprediger-Hypothese selbst von der ach so aufgeklärten Kritik unterstellt wird. Gleichwohl die sich sonst auf die philosophischen Denker unserer Zeit beruft. Es trifft zwar zu, dass vieles, was bei euch inzwischen empirisch erklärt wird, in antiker Aufklärung noch weitgehende Spekulation war. Darwin, der mit seinen Untersuchungen dann das kausale natürliche Werden nachwies, die kreative Logik bzw. den Logos damit noch lebendiger machte, hat noch nicht gelebt. Aber deswegen könnt ihr uns doch keine metaphysische Logos-Spekulation unterstellen wollen. Was ist bei euch falsch gelaufen, als in der Schule klar gemacht wurde, wie bereits lange vor meiner Zeit in griechischer Lehre alles Werden in universalen Gesetzen bzw. nun in Vernunft (Logos) sinnvoll erklärt wurde? Dabei ist es doch weitgehend egal, ob die Erde noch als Scheibe oder das Sonnensystem sowie das gesamte Universum nach euerer heutigen Wissenschaft erklärt wird. Wesen-tlich ist die Vernunft, die unserer Erklärung allen Werdens zugrunde lag. Und ohne die von uns bereits angenommenen universalen kausalen Gesetzte bzw. Logik (Logos) wären eure Berechungen über Zeit und Raum oder gar jeder Wetterbericht reine Spekulation. Hat euch die Heilsprediger-christliche Logoslehre so den Kopf vernebelt, dass ihr nicht mehr klar sehen könnt. Und nun auch der antiken Aufklärung einen (un)heiligen Hokus-Pokus bzw. Aberglaube anhängen wollt? Uns unterstellt, im Logos nur einen metapysischen Ersatzbegriff für die Götter gebraucht zu haben.

"Gott sei Dank" wisst ihr um die Bedeutung der Vernunft bzw. Logik in allen antiken Lehren. Oder wie verschiedene neuplatonische oder sonstige philosophische-theologische Modelle, ob Stoa, Kyniker oder Epikur darauf abzielten, auf ihre Art die kreative Vernunft in Kultur bzw. menschlicher Natur sinnerfüllend zu verwirklichen. Auch wenn wir das evolutionäre Werden noch nicht auf empirische Weise erklärten oder die ursächliche Zweckmäßigkeit bzw. kreative Vernunft von Erdplattenverschiebungen oder der Galle, dem Hunger auf Süß oder Gefühlsregungen noch nicht nachweisen konnten. Unsere Logik/Vernunft, in der wir jetzt die Welt erklärten und nach der wir leben wollten, das war das Gegenteil des überkommenen Mythos. Ihr schreibt auch, wie wir in dieser Vernunft einen Monotheismus begründeten. Wie könnt ihr euch daher als Bildungsbürger auf die antiken Vernunft-/Weisheitslehrer berufen und gleichzeitig uns unterstellen wollen, wir wären beim christlich erneuerten Monotheismus einem Gottes-Mythos als einer Logosspekulation aufgesessen. Die wir dann zu allem Übel auch noch (für die Kritiker zur eigenen Ermächtigung) auf einen jungen Mann übertragen hätten?

4. Das Wesen der Vernunft stand zur Debatte

Welches Wesen die Vernunft war und ist, wie sie zu den vormaligen Vorstellungen steht, daüber kann man, wie geschehen, streiten. Doch dass es uns darum ging, das ist bei Licht betrachtet unbestreitbar. Allein dass die uns geltende Vernunft an die Stelle der alten Mythen oder jüdischer Tradition trat, ohne selbst die Rolle einzunehmen, die der für die Hebräer bildlose und unaussprechlicher Grund aller Kreativität hatte, liegt auf der Hand. Auch warum ich die Trinität verordnete, gleichwohl ich im Grunde ein Arianer geblieben bin, bei dem die inzwischen in Vernunft erklärte Grund allen Seins, wie er vormals in Göttersöhnen kulturgerecht personifiziert war, weiter im Vordergrund stand, lässt sich nachvollziehen. Jedoch nur, wenn ihr von Vernunft ausgeht. Dass wir über das Wesen des christlichen Glaubensgrundes heftig stritten, dürfte historisch unumstritten sein. Und da es sich bei dieser Diskussion um historische Tatsachen handelt, nicht um eine nachträgliche Märchengeschichte vom göttlichen jungen Mann, kann es uns in der theologischen Diskussion um den nicht gegangen sein. Die Denker der antiken Hochzivilisation waren keine religiösen Deppen. Alle Konflikte der verschiedenen jüdisch-griechischen Reformgruppierungen, die nach wilden anfänglichen Jahren gegenseitiger Häresievorwürfe zu weitgehend einheitlichen hoheitlichen Bekenntnissen und Deutungen des christlichen Wesens führten, weisen eindeutig darauf hin: Die in Vernunft erklärte kreative Wirklichkeit, damit der zu sinnerfüllenden Verhaltenslehren führende Logos lag in der Krippe des christlichen Kultes.

Allein zu wissen, dass es unzählige wilde Bewegungen waren, die dann zum christlichen Glauben führten, ist zu wenig. Ihr müsst schon etwas genauer in die Realgeschichte schauen. Auch wenn die Lektüre der unzähligen, sich bitter bekämpfenden Erneuerungsbewegungen und die immer wieder neu aufkeimenden Diskussionen über das Wesen des Logos, die beispielsweise in den bei Herder erschienen dicken Bänden über die christliche Geschichte, recht ermüdend sind. Wer von Euch mit dem heute gegebenen Verstand und Wissen um unser Denken in antiker Hochzivilisation dort liest, wird schnell wieder wach. Denn jede Seite, jeder Blick in die Geschichte, den die geschichtlich arbeitenden Theologen ermöglichen, lässt aufschreien: "Der angenommene Guru mit Namen Jesus kann unmöglich das Thema damaliger Debatten gewesen sein. Die ewige Diskussion um das Wesen des Logos ist mir damals schon auf die Nerven gegangen. Erspart mir jetzt das alles wieder aufzurollen, was in den dicken Büchern über die anfänglichen Jahrhunderte absurderweise mit Jesus übersetzt, als Debatte über einen zweibeinigen Schöpfer hingestellt wird. Wer nachschaut wird selbst sehen, dass es an keiner geografischen Stelle und in keiner der konkurrierenden Geistes-Bewegungen um einen jungen Guru oder ein frei erfundenes Glaubensprodukt ging. Vielmehr das Wesen der Vernunft das Thema war. Wer nüchtern nachdenkt, der erkennt: Weder eine christliche Massenhalluzination nach dem Besuch von Missionsreisenden, die einen menschlichen Gott predigten, noch ein Drogenrausch oder die mir von Kritikern unterstellte eigene Ermächtigung durch ein fiktives Konstrukt kann unserer Diskussion ausgelöst haben, deren Gegenstand gewesen sein.

Allein die Tatsache, dass nicht nur urchristlichen Bewegungen, mit denen ich mich auseinandersetzte, sondern die Hauptkontrahenten unserer Konzile aus der Bildungsmetropole Alexandrien kamen, müsst euch klar sehen lassen. Denn dass die dortige christologische Lehre das Wesen des philosophischen Logos jüdischer Reformtheologie (Philo) fortsetze, wie in allem anfänglichen Denken Lehren/Texten kein junger Jude mit Name Jesus vorkam, ist euch bekannt. Auch wenn ich nachvollziehen kann, dass euch der Geist ganz schön verbaut ist. Weil in allen Glaubens- wie den dicken Geschichtsbüchern, bei der Beschreibung der unzähligen anfänglichen Bewegungen, wie ihrer Streitigkeiten über das Wesen des neuen Kultgrundes und dessen verschieden definierte Bedeutung wie selbstverständlich immer von „Jesus“ geschrieben wird. 

Euch müsste aber bekannt sein, dass es anfänglich um den Logos ging, der einheitliche Jesusname, mit dem erst in Neuzeit die Reformer die Vernunft in Schrift Geschichte werden ließen, zu meiner Zeit noch kaum vorkam. Nicht nur in den gesamten theologischen Debatten und Lehren ging es um den Logos. Selbst in den späteren kirchlichen Kultlesetexten (Evangelien), wurde neben Formeln (z.B. IH: iota-eta, IC: iota-sigma, oder IHC: iota-eta-sigmaIH) bis zur volksverständnlichen Übersetzung der Reformatoren in Josua (lat. Jesus) vom Zeus-Pantokrator oder anderen hoheitlichen Umschreibungen der kreativen Vernunft gesprochen. In was sonst sollten wir die Hoffnung auf Friede gesetzt haben, die wir vormals vom Augustus erwarteten? Auf den bisher die frohe Botschaft (Evangelium) formuliert und dem  bekanntlich das christlichen Evangelium entgegengestellt wurde. Wer uns dabei einen jungen jüdischen Guru unterstellen will, der scheint doch alles Wissen um unser damaliges Denken, wie die Entstehung der Bibel und des Monotheismus auszublenden. Und auch der Vater/Grund aller Götterfiguren hatte für uns, die wir den philosophischen bzw. in Vernunft erklärten Monotheismus nun in Zeus ausdrückten, nichts mit einem halbstarken Heilsprediger zu tun. Wie sollten wir auf die Schnapsidee gekommen sein, einen Heilsprediger anzuhimmeln. Nichts gegen Luther und Melanchthon, die die christologischen Kürzel/Formeln oder Hoheitsbezeichnungen meist einheitlich mit Jesus übersetzen, wie es der jüdischen Weisheit entsprach oder als Josua für die Verbreitung des schöpferischen Wortes stand. Aber wenn ihr schreibt, dass diese Kürzel bei mir im Rahmen meiner Kreuzessymbolik für die nun in Vernunft erklärte Sonnen- bzw. kosmische Ordnung allen natürlichen Werdens standen, dann hat das so wenig mit einem guten Jungen Namens Jesus zu tun, wie das von mir zum christlichen Kultzeichen gemachte Kreuz mit dem Galgen für einen selbstherrlichen Guru.

Wenn wir über das Wesen der Vernunft stritten, die bekanntlich nicht einfach die Rolle der bekannten Göttervorstellungen einnahm, sondern diese offenbarte/erkärte, dann könnt ihr das mit euerer Kulturdiskussion vergleichen. Nicht nur die kulturgerechte Ausdrucksweise, Umsetzung von Vernunft stand zu Debatte. Auch das Verhältnis der nun zum Kultobjekt gewordenen Vernunft zu den Göttern der Väter - worüber sich die verschiedenen Gruppen gegenseitig die Köpfe einschlugen - galt es nach dem Kulturwandel zu definieren.

Und wenn ihr bedenkt, ob die Vernunft und Weisheit, für die wir einen neuen Kult bzw. eine Kirche bauten und für die auch ihr auf mündige Weise eure Kunst und Kultur eröffnen solltet, nur eine neue menschliche Vernunft-Ideologie ist (rein kommunikative Vernunft nach Habermaß oder Kreativität maßgebend ist), dann seid ihr mitten in unserer Diskussion. Dabei haben wir weder im kreativen Logos allen natürlichen Werdens, noch in menschlicher Weisheit eine "Ideologie" gesehen. Haben wir doch auch in menschlicher Weisheit die Umsetzung natürlicher Kreativität/Schöpfung verstanden, was damit gleichen Wesens war. Aber egal wie ihr das jetzt in erwachsener Weise bzw. dem Wissen um eure Wurzel definiert: Um einen jungen Guru oder eine kaiserliche Selbstermächtigung ist es uns dabei mit absoluter Sicherheit nicht gegangen.

5. Ein Heilsprediger mit Namen Jesus ist unhistorisch – verhindert das Hören/den Verstand

Wem nur das Bild des jungen Rebellen vor Augen steht, der kann kaum die kreative Wirklichkeit verstehen, die uns galt und bis zur Aufklärung als Jesus Geschichte machte. Die so auch kulturelle Wirk-lichkeit war. Aber ihr habt doch jede Menge Wissen über die Diskussionen der Spätantike, die Bedeutung und verschiedenartige Definition der Vernunft bereits in meiner kaiserlichen Familie. So dass Ihr mir, wie den anderen Teilnehmern der verschiedenen Konzile nicht weiter den ausgekauten Stuss unterstellen könnt, der bei der Heilspredigerhypothese hinten herauskommt. Den hätte echt keiner der vernunftgeleiteten Denker nun als Heiland in den Himmel gehoben oder gar als schöpferischen Grund gegen die vergötterte Sonne  - als deren irdische Vertreter sich die Kaiser im Kult sahen - ausgetauscht. Wenn ihr mit klarem Kopf unsere kosmisch begründete Philosophie und unseren Kult um das nun in Vernunft erklärte Sonnensystem betrachtet. Wie könnte ihr uns weiter unterstellen, über ein fiktives Wesen oder gar einen Gottmenschen gestritten zu haben, statt die uns nun heilige Vernunft?

Unser Thema war ähnlich der Diskussion, die eure Kultur führt. Denn wenn ich euren atheistischen Naturalismus betrachte, dann denke ich an die bisher als Atheisten abgestempelten Teilnehmer unserer Diskussion, die sich allein auf den Logos beriefen. Und die alle alten Glaubemssvorstellungen völlig ablehnten. Was im damals entleerten Aber-glaube ebenso verständlich war, wie der heutige Atheismus. Auch wenn dies bei euch nicht mehr als die staatsfeindlich verfolgt wird. Bei euch ist die Götterdämmerung scheinbar schon so weit fortgeschritten, dass selbst konservative Katholiken kaum auf die Idee kommen, dass ihr Kult staatstragend sein sollte. Fest steht, dass bei uns das aufgeklärte Denken, das meist die alten Mythen ablehnte, einzig die in Vernunft erklärte kreative Natur akzepierte. Auch wenn im Kult noch den Göttern die Gunst erwiesen wurde. Und streitet ihr nicht ständig auch, wie das nun in naturwissenschaftlicher Logik erklärte Werden bzw. der daraus abgeleitete Humanismus oder die ökologische Weltvernünftigkeit/Weisheit zu den Glaubensvorstellungen der Väter, deren Gottheiten steht? Daher bitte ich auch um Verständnis für den Gegenstand der heillosen Diskussionen, die ich nicht beenden konnte. Was dann auch dazu führte, dass im Westen die Vernunft in Gestalt eines asketisch-altruistischen Göttersohnes zur Welt kam und im Orient auf prophetische Weise, in Gestalt des "Gesandten" als Mohammed Geschichte machte.

Doch ihr habt heute den Verstand, das Wesen der euch heiligen, aber nicht gehaltenen Weisheit, für die wir daher eine einheitliche, kulturübergreifende Kirche bauen wollten, in Bezug auf die Glaubensvorstellungen der Väter aufgeklärt zu definieren. Denn dass die Ablehnung überkommener Glaubensformen den Aberglauben nur anheizt, statt gemeinsame Verantwortung in Vernunft zu bringen, war bereits bei uns zu beobachten. Und das könnt auch ihr täglich in der Tagesschau sehen. Im Gegensatz zu mir, ist euch das Wissen gegeben, die Kulturen und Weltbilder zu versöhnen. Um so nach und nach die sich auf Traditionen, Bücher und Gründergestalten berufende Geschwisterreligionen und damit auch moderne, mündige Menschen für die Vernunft/Weisheit zu begeistern. Eine Weisheit, die Gegenstand des heutigen Denkens ist, längst sagt, was für den eigenen Körper oder die Gesamtheit der Kultur vernünftig wäre, auf Weltkonferenzen ausdiskutiert und vergeblich gepredigt wird. Denn wenn nur eingene Ideologien gepredigt, die Welt auf kausale Weise erklärt und im Kult alten Glaubenslerhren gehuldigt wird, kann es mit der kreativen Vernunft, gelebter Weisheit nichts werden.

6. „Kaiser Konstantin und die wilden Jahre des Christentums

Kaum ein Denker ist besser geeignet, jenseits von Märchen und Glaubensvorstellungen nach der geschichtlichen Wahrheit zu fragen, als der Althistoriker Rolf Bergmeier. Als Beiratsmitglied der Giordan-Bruno-Stiftung klagt er in mehreren Werken gegen den christlichen Glauben, macht diesen für den Verfall der antiken Hochkultur verantwortlich. Doch er macht so gleichzeitig ein antikes, von Vernunft und Weisheit geprägtes Weltbild deutlich, das nicht nur die Heilsprediger-Hypothese kippt. Das Schreiben, das Konstantin hier an den einstigen Oberst, Historiker und Kirchenkritiker sowie agnostischen Anwalt des Atheismus wie Autor richtet, greift die Erkenntnisse der Kritik auf. Es zwingt so durch logische Schlüsse den heute Jesus geannten christlichen Grund des christlichen Kultes auf völlig neue Weise zu bedenken.

In der Hoffnung, dass sich die Kritiker nicht von heutigen Glaubensvorstellungen davon abhaltgen lassen, die Verpflichtung gegenüber der historischen Wahrheit ernst zu nehmen. In dem sie die ihnen heilige Vernunftlehre als in Jesus Geschichte gewordene Wesen des christlichen Glaubens bedenken, tragen sie mehr zur Aufklärung bei, als allein mit bisheriger Anklage.

Sehr geehrter Herr Rolf Bergmeier,

als harten Kritiker der Kirche und Verfechter einer Hochzivilisation, der die Vernunft heilig war, rufe Sie als Zeugen auf. Ich bitte Sie als Historiker richtigzustellen, wenn ich hier etwas Falsches über meine Zeit und unser Denken in der Hochzivilisation der Spätantike wiedergegeben habe. Auch was an meinen Aussagen über die wilden anfänglichen Bewegungen, die Kulturdiskussion und die Konstruktion der Kirche ungeschichtlich ist, bitte ich Sie zu benennen.

Zu allererst will ich Ihnen jedoch danken, dass sie in ihren Werken unsere Zeit auf beste Weise schildern und mit überkommenen Glaubensvorstellugen bzw. -geschichten aufräumen. Ich danke ich Ihnen, dass sie deutlich machen, wie es unserer Kulturdiskussion, die nicht nur auf unzähligen Konzilen ausgetragen wurde, nicht um einen jungen Guru gegangen sein kann. Wie es aufgrund heutigen historischen Wissens nur um eine Vernunftlehre gegangen sein kann, die von der mir heiligen Bildung ausging.

Welches Wissen und welche Kunst in unserer Zeit herrschte oder wie wir im griechischen Geist nach dem Schönen und Guten schauten sowie in Konzepten dachten, wird bereits in Ihrem Buch "Schatten über Europa" bestens beschrieben. Auch wie bei uns mit der Philosophie das Infragestellen geboren wurde, Intimfeind der alten Dogmen und Vorstellungen, nicht nur in Athen, sondern der hellenistischen Wissenschaftssstadt Alexandrien in Nordafrika war. Und dass ich "Bildung als höchste Tugend" ins römische Gesetzbuch geschrieben habe. Ebenso, wie wir im griechischen Geist über unsere Aufgabe bzw. unseren Sinn in Gemeinschaft nachdachten.

6.1. Kunstbilder waren kreativer staatstragender Kult

Sie schildern die klassische und in Perfektion viellfältig praktizierte Kunst, die bei uns "Kult" war. Und so war auch der nackte Apoll sicher nicht nur ein Homage an den Menschen, sondern sollte in seiner menschlichen Gestalt das schöpferische Ideal wiederspiegeln, das wir in aller Natur bebachteten und nun in Vernunft erkärten. Der sterbende Gallier, der auf ihrem Buchtitel den Untergang antiker Bildung symbolisiert, hat daher möglicherweise mehr mit dem christlichen Kreuz (dem Leiden der Vernunft zu tun) als bisher angenommen. Denn gerade Sie weisen in ihrem weiteren Werk über mich und die wilden Jahre nach, dass es beim Kreuzzeichen nicht um den Marterpfalhl für einen jungen Mann ging. Doch auch wenn sich die Vernunft  den kulturvertrauen/-tragenden Kultbildern opferte, an denen auch unsere Kultur anhängt. Ist es der Hochzivilisation antiker Aufklärung nur um die Bilder gegangen oder die aus damaliger Bildung resultierende Vernunft?

Und auch wenn die heidnische Kunst allmählich ein Ende fand. Sie so machen allein in ihrer Beschreibung der Wissensschaftsstadt Alexandrien, die ähnlich wie Antiochien, Athen in Sachen Vernunft ergänzte, klar, woher der "Christuskult" kommt. Denn der mehr als "sonnenverwandte Logos", damit die nun in natürlicher Gesetzlichkeit philosophisch erklärte Logik allen Werdens, die als Weltgeist der Stoa galt, die hat bekanntlich dort an der Wurzel des christlichen Kultes den theologischen Ton angegeben. Und auch indem sie beschreiben, dass bei uns niemand einen Gegensatz zwischen Vernunft und Religion sah, weisen Sie den Weg. Auf dem diese Vernunft selbst zum Kultobjekt, in ihrem Wesen bzw. dem Verhältnis zu den altbekannten Gottheiten heftigst diskutiert wurde. Und wie sehr die Vernunft/Weisheit an ihren menschlichen Kultbildern litt und leidet, lässt sich bei euch an der Jesus-Geschichte beobachten, die euch scheinbar den Verstand verbaut.

Auch wenn es die Bücher ihres Beiratskollegen bei der Giordano-Bruno-Stiftung noch nicht gab. Wir gingen von einem in der kreativen Natur sichtbaren Sinn aus, wie ihn der Evolutionsbiologe Thomas Junker u.A. in "Der Darwincode" beschreibt. Doch diesen natürlichen Sinn sahen wir nicht allein in der Genweitergabe, sondern im Sinne unserer menschlichen Kultur, in der wir erwuchsen, damit auch im großen Ganzen bzw. menschlicher Gesellschaft. Der von uns bereits in Vernunft erklärte/offenbare Grund aller Kreativität möge mich davor bewahren, ein Beiratsmitglied der glaubenkritischen Girodano-Bruno-Stiftung von der Notwendigkeit eines Kultes für die menschliche Kultur überzeugen zu wollen, wie wir das sahen. Doch uns war beim Bau der Kirche klar, dass eine konstruktive Gemeinschaft, Junker spricht in "Die Evolution der Phantasie" vom "Superorganismus", nur mit einem Kult bzw. kunstvollen Bildern im evolutionären Wandel zu machten ist. Weil, wie der sich auch mit der Natur menschlichen Seins befassende Evolutionswissenschaftler schreibt, eine Kultur ohne phantastische Kunstbilder im ewigen Wandel keine Vergangenheit gehabt hätte und keine Zukunft hat. Auch wenn ich weder was von moderner kollektiver Kommunikation wusste, noch vom evolutionären Zweck des Kultes oder z.B. des freudvollen gemeinsamen Feierns und der Feiertage, so war mir klar: Es reicht nicht, die Bildung nur ins Gesetz zu schreiben und Vernunft zu verordnen. Menschen sind nun mal Kulturwesen, die sich an ihre Weltbilder weit mehr halten, als an die Weltvernunft. Die uns geltende Vernunft in altvertraute Bilder zu verwandeln und so dem Volk zu vermitteln, um sich dafür auf zeit-kulturgerechte Weise zu begeistern, das war höchst kreative Vernünftigkeit in Kultur.


Allein eurer Wissen um die Verfolgung der von den Traditionsgöttern abgefallenen sog. Christen wegen Staatsfeindlichkeit durch meine Vorgänger sollte euch doch klar machen, wie bei uns der Kult ganz selbstverständlich zum Handwerk gehörte. Nicht weil sie andersgläubig waren, wurden die Christen verfolgt. Die Verweigerung gegenüber den traditionellen Gottheiten, was meine Vorgänger als Atheismus sahen, galt als staatsgefährdend.

Kunst und Kultur waren für uns kein unterhaltender Zeitvertreib. Zwar brauchte das Volk Brot und Spiele. Doch wenn unsere Hochkultur Theater und Tempel baute und auch sonst Kunst auf vielfälitge Weise förderte, sie bei uns einen hohen Stellenwert besaß, dann hatte dies einen staatstragenden kulturellen Zweck. Dieser Kultbetrieb war kein Glaube an eine imaginäre Gottesvorstellung, wie das bei euch meist als Religion gilt. Wenn wir im Kulturbetrieb einen gesellschaftlichen Zweck sahen, so war das nicht die größere Kinderzahl von gesellschaftlich Zurückgebliebenen, die eure jungen Religionswissenschaftler als evolutionären Sinn eines sonst fortschrittsfeindlichen (Aber)glaube nachweisen wollten. Auch die evolutionsnützliche Aufpasserfunktion eines geglaubten Gottes, was Philosophen an kath. Akademien mit theologischen Meisterschüler diskutieren, war nicht das Thema unseres Kultes. Ein solches Gottesbild hat es bei uns noch nicht mal bei den Traditionshörigen gegeben, die den inzwischen in Vernunft erklärten Götter weiter ihre Gunst erwiesen. Was wir in der Kultsprache mit Zeus bezeichneten, war der natürliche Grund der Götter unserer Väter. Nicht nur das kosmische Geschehen, auch der Kult wurde inzwischen in Logik/Vernunft erklärt. Auch wenn ich Arianer war, der die altbewährten Gottheiten über die Vernunft/den Logoos stellte. Ich habe so wenig wie die antiken Philosophen in eurem Sinne an Jupiter als einen geheimnisvollen Desinger oder Lenker des Himmels "geglaubt".  Vielmehr war mir als Arianer, der dann die Tritinität diktierte, durchaus die Vernunft dieses Konzeptes, wie kultureller Entwicklung klar. Auch wenn ich keinen Kurs über kollektive Kreativität besuchte, nicht mediale Kommunikation studiert hatte. Zum kulturellen, staatstragenden Handwerk gehörte es, auf kreative Weise an bewährte Phantasiebilder anzuknüpfen. Wir begeisterten uns für die Natur, den nun in Vernunft erklärten Fluss allen Lebens, wie ihn bei euch in ähnlicher Begeisterung nicht nur Dawkins wissenschaftlich begeisternd beschreibt. Auch wenn in unserem Kult noch weitgehend die Götter galten, dann wisst ihr doch um unser antik-wissenschaftliches Denken und Weltbild. Und durch die antike Aufklärung war der Kulturwandel von nationalen Kultobjekten zu einem universalen, global gültigen Kult unausweichlich.

6.2. Bildung wurde zum Kult der kulturvernünftig an bekannte Bilder anknüpfte

Unser "religiöse Verehrung der Bildung", die Sie in ihrer Klageschrift hinsichtlich des der Kirche angekreideten Kulturverfalles beschreiben, ist untertrieben. Denn die aufgrung unserer Bildung zu bedenkende Vernunft und Weisheit war uns mehr als wichtig. Sie wurde bekanntlich in ihrem Verhältnis zu den religiösen Vorstellungen, in der unsere Kultur erwachsen war, heftig diskutiert. In evolutionärer Entwicklung antiker Aufklärung war die Zeit gekommen, den Kult der Vielzahl von teils nationalen Göttern hinter sich zu lassen und die Vernunft zum Grund des eines neuen universalen monotheistischen Kultes zu machen. Nicht nur ich hielt es für vernünftig, die Vernunft auf dreieinige Weise zu definierten und dafür eine einheitliche Kirche zu bauen. Wenn ich nicht weiter nur in den Krieg gezogen bin, sondern mich auf Konzilen mit Intellektuellen der damaligen Welt stritt. Dann weil ich einen grenzüberschreitenden neuen Kult suchte. Die Vernunft, die Sie uns bestätigen und die Sie heute gegen die Glaubenslehre verteidigen, sollte zum Kult werden. Jedoch ohne dass dabei die alten Götter einfach verneint wurde. Vielmehr wurden diese nun in in Vernunft erklärt, so auf kreative Weise an die alten Glaubensbilder/-vorstellungen angeknüpft, was Voraussetzung für die ganz natürliche evolutionäre Entwicklung der westlichen Welt war.

Und über das Wesen der Vernunft und ihr Verhältnis zu den Glaubensvorstellungen der Väter waren sich bekanntlich die verschiedenen Bewegungen höchst uneins. Genau das war die Diskussion unserer Zeit. Ersparen Sie mir all das aufzulisten, was allein bei ihnen über diese Diskussion zu lesen ist. Denn wenn Sie über unsere Hochzivilistation, unsere Staatsführung in Vernunft und unsere Kunst und Kultur schreiben, dann beschreiben Sie auch das Thema unserer theologischen Diskussion. Ich will ja nicht mit unserer von Ihnen ausführlich geschilderten Bildung angeben. Doch all das macht nicht nur deutlich, wie unlogisch es ist, uns die Diskussion um das Wesen eines jungen Juden zu unterstellen. Nachdem sie vielfach über unsere Kultur und unsere Kunst, ob Theater, Bildhauerei oder Dichtung schwärmen, ist Ihnen sicher auch klar, dass dies kein Zeitvertreib für Bildungsbürger war, sondern einem Kult diente, den wir nun in Vernunft begründeteten. Und gerade Ihnen als philosophischem Denker, der meine arianische Gesinnung bestätigt und gleichzeitig, wie ich die Trintiät diktierte, sollte dies zu Denken geben. Denn wenn die menschliche Bildung und Vernunft antiker Aufklärung nicht die Person (Rolle/Aufgabe) der altvertrauten und in Vernunft erklärten Götter eingenommen hat, sondern als gleichen kreativen Wesens galt, dann hatte auch das seinen vernünftigen Grund. Ihnen müsste doch klar sein, dass all das mit einem jungen Guru aus Galiläa auf keinen Fall was zu tun gehabt haben kann.

6.3. Die Zündschnur für das Feuerwerk der Vernunft und Emanzipation im Exil alter Hochzilisationen

Sie machen deutlich, wie unsere Denker ein grandioses Feuerwerk der Emanzipation und der Vernunft entzündete, die den Menschen in den Mittelpunkt stellte und den Göttern das Feuer entriß, wozu im persischen Babylon und im ägyptischen Raum die Ursprünge zu suchen seien. So machen Sie nicht nur offenbar, was der Grund unseres Kultes war, sondern wie in ägyptischer Theologie oder dem Beginn des biblischen Monotheismus (Exil) für das Feuerwerk der Kulturwende die Zündschnur gelegt wurde.

Hier will ich nicht jedoch weiter unsere Hochzivilisation beschreiben, die ihre Wurzeln in den alten Hochkulturen hatte. Doch allein da diese nach historischer Betrchtung auch Lieferant des Kultes waren, ist es Wissensverweigerung, wenn ihr uns weiter einen wundertätigen Wanderprediger unterstellen wollt. Auch wenn das nicht ihr Thema ist, so wird auch in Ihren Werken deutlich, was Thema unserer Theologie bzw. der sog. Christologie war. Und warum es heilsam bzw. vernünftig (die Evolutionslehrer sagen tauglich) war, für die uns heilige Vernunft, in die wir alle Hoffnung setzten, die bekannten Kutlbilder zu gebrauchen.

Vielen Dank, dass Sie in ihrem Buch über die „wilden Jahre“ mit den albernen Vorstellungen aufgrund der Kirchenschriftsteller endgültig aufräumen. Wie noch vor wenigen Jahren zu glauben, dass mich Gott am Ohr kitzelte oder Kriege gewinnen ließ und ich daher aufgrund wundersamer Eingriffe die Kirche zum Kult gemacht hätte, das geht nicht mehr. Jetzt kann und muss auf aufgeklärte Weise bedacht werden, was das Thema kultureller Wendezeit bzw. die historische Wurzel des christlichen Kultes war. Wenn Sie die dabei die Vernunft bedenken, die auch ihnen heilig ist und unser theologisches Thema war, können Sie mir sicher auch nicht weiter unterstellen, einen Wanderguru als neuen Sol angehimmelt zu haben.

6.4. Die Zeit des Märchenglaubens ist um - das war auch unsere Wende

Auch der Kulturwandel, dem manche Hochschullehren trotz besserem Wissen weiter auf buchstäblich-märchenhafte Weise anhängen, wird in ihrem Buch verständlich. Danke, dass Sie auch in anderen Werken den Geist antiker Hochzivilisation deutlich machen und sich ernsthaft mit meinen Beweggründen beschäftigen bzw. meinem Weltverständnis. Denn so wird offenbar, was wirklich dazu führte, dass ich den als götterverachtend und atheistisch, damit staatsfeindlich geltenden Logos-Christus-Kult, der kaum mehr aufzuhalten war, nicht weiter verfolgte. Warum ich Intellektuelle der gesamten Welt, geistige Führer der wilden Bewegungen zusammen trommelte, um mit ihnen über das Wesen der Vernunft zu diskutieren. Und so wird dann auch immer mehr verständlich, wie nun in Wirklichkeit die Ratio zur Religion wurde. Auch wenn dazu die alten Bilder gebraucht wurden. Wie wir so einen neuen staatstragenden Kult konstruieren, einer universalen bzw. unserer globalen Welt gerechten Weisheit eine Kirche bauen wollten.

Da die christliche Lehre den Weg der Vernunft verlassen hat, einen Heilsprediger voraussetzend unsere Logos-/Vernunftlehre allenfalls als heiliges Hirngespinst betrachtet, will ich Ihnen keinen Vorwurf machen. Vielmehr ist es verständlich, wenn auch Sie mir unterstellen, einem Schöpfungsmythos oder Heilsprediger auf den Leim gegangen zu sein bzw. vor den Karren gespannt und nur weiter Sol verehrt zu haben. Doch wenn Sie ernst nehmen, was Sie selbst ans Licht bringen, dann wird mehr als klar: Ich kann unmöglich die Hochzivilisation an den Kult verraten haben, den ein Wendepharisäer einem jüdischen Landstreicher aufsetzte. Nichts kann dem sich im Kult langsam von den Göttern verabschiedenden Sonnenkönig, wie sie ihn schildern, weniger unterstellt werden, als einem jungen Heilsprediger oder einer Sekte auf ein fiktives Christuswesen angehangen zu sein. Nichts ist unlogischer, als dass der, den Sie in Ihrem Buch als einen für die inzwischen in Vernunft (Logos kausaler Gesetzte) erklärte Sonnen-Ordnung begeisterten Kaiser zwischen Götter- und Christuskult beleuchten, mit Intellektuellen der damaligen Welt über das Wesen eines jungen Heilspredigers als Logos gestritten hätte..

In den folgenden Überlegungen werde ich deutlichen machen, wie all das, was Sie beschreiben bzw. heute Gegenstand des Wissens ist, mehr als deutlich macht: Ich habe nicht die Vernunft der antiken Hochzivilisation verraten. Vielmehr habe ich die Voraussetzung geschaffen, die in Vernunft erklärte kreative Wirklichkeit, die ihr nur wissenschaftlicher beschreibt bzw. der sich daraus ergebende Sinn (Logos), zum universalen Kult wurde.

Gerade indem Sie die märchenhaften Darstellungen über meine Bekehrung endgültig als „theologische“ Mythen entlarven. Und auch indem sie deutlich machen, wie ich meiner hellenistischen Herkunft als Verkörperung kosmischer Natur-/Sonnenordnung trotz der christologischen Diskussionen treu blieb, belegen Sie: In unserer Diskussion bzw. dem gesamten Denken der Zeit kann es nicht um den Heilsprediger gegangen sein oder ein diesem aufgesetztes fiktives Gotteswesen, wie an heutigen Hochschulen unterstellt wird. Vielmehr kommt nach ihrer Darstellung unserer Hochzivilisation nur die uns geltende Vernunft als das theologische, damit christologische Thema in Frage.

Auch wenn sie deutlich machen, wie erst 50 Jahre nach mir durch Kaiser Theodosios die neue Staatsreligion, damit aus staatspolitischem Kalkül eine Kirche wurde. Oder wie vor mir nur ein Bündel sich gegenseitig bekämpfender Konfessionen waren, wilde Haufen, die sich über das Wesen der Vernunft und das Verhältnis des Logos zu den Vätervorstellungen völlig uneins waren. Dann zeigen sie nicht nur, dass ich unmöglich einen Kirchenglauben salonfähig machen wollte. Vielmehr machen sie klar, dass auch nicht einfach Sol, sondern die aus kosmischer Kreativität und auf menschliche Kultur übertragene Vernunftwirklichkeit/Weltvernunft der Grund des neuen Christus-Kultes war.  Und dass ich mich dafür aus machtpolitischen Gründen interessierte, liegt auf der Hand. Denn mir wurde klar, dass mit den traditionellen Vorstellungen, die ihrer geistigen Inhalte entleert waren, kein Weltstaat der Zukunft zu machen, keine Schlachten mehr zu gewinnen waren. Der von Einstein Gott genannte unvorstellbare Grund aller wissenschaftlich beschriebenen Kreativität selbst hat mich am Gehörgang gekratzt, den Weg gezeigt: Ich erkannte, dass in einer von Euch als Evolution beschriebenen Entwicklung die Zeit der Mythengötter um, für die Vernunft ein Kult zu bauen war.

6.5. Vom religiösen Tohuwabohu zur Mission der Vernunft in Christus und Mohammed

Sie zeichnen nach, wie sich aus vielfältigen wilden Strömungen und Vernunftdiskussionen im Westen die trinitarische Theologie heraus entwickelte. Die dann alle anderen frühchristlichen Lehren, ebenso wie das traditionshörige Judentum oder die traditionellen Götterphilosophien als häretisch abtat. Allein dabei zeigen Sie, wie die Annahme, dass ein Wendepharisäer damals rund ums Mittelmeer zum Glauben an die Gottheit des vormals von ihm verfolgten Sektenpredigers überredete, ein schlechter Witz ist.

Wer beobachtet, wie sich dann nach mir der christliche Kult im ganzen Imperium Romanum verbreitete, unter Persern, Armeniern, Georgiern, Äthiopiern, Sudanesen, Indern, Arabern, Asiaten und Germanen oder Slawen, der kann erkennen (Gnosis), wie es dabei weder um die Sekte eines Wandergurus, noch ein von mir entworfenes Sol-Konstrukt ging. In einen jungen Juden das jetzt in Vernunft erklärte kreative Geschehen begründen, diesen an Stelle traditionellen (bereits in Vernunft erklärten) Gottheiten stellen zu wollen, wäre für uns völlig abwägig gewesen. Mit gutem Recht hätte man mich bei solch absurd-staatsfeindlichen Gesinnungen schneller einen Kopf kürzer gemacht, wie es mir hinsichtlich meiner Familienmitglieder nachgesagt wird. So wenig wie bei euch eine Katze oder ein Hund, wäre bei uns ein jüdischer Heilsprediger als Kultobjekt oder gar als Grund aller Kreativität in Frage gekommen. Und wenn dann auch noch unterstellt wird, dass wir über einen jüdischen Guru als Vernunft/Logos in seinem schöpferischen Wesen im Verhältnis zu den Kultvorstellungen unserer Väter diskutiert hätten, dann müsste das doch einen Historiker wie Sie aufschreien lassen.

Mein ebenso wie ich neuplatonischer Vorgänger Galerius, der mit seinem Toleranzedikt die Christenverfolgung beendete, hoffte noch, die vielen Bewegungen, die sich von den Göttern ihrer Väter verabschiedet hatten, wieder zur Vernunft zu bringen. Denn für ihn war Vernunft in Kultur die die Bewahrung der Tradition. Auch wenn ihm die philosophische Vernunft heilig war, so hielt er sich im Kult an die alten Götter. Die wir dann nicht nur in Vernunft erklärten, sondern in ihrem Wesen ins Verhältnis zu der Vernunft stellten, die Grund des christlichen Kultes war. So suchten wir im Fortschritt auf intelligente Weise der Vernunft kultureller Kreativität gerecht zu werden. Wie Ihnen bekannt, hielt auch noch mein Neffe Julian in seiner philosophischen Einsicht den Kult der traditionellen Götter für vernünftig. Was bei der Vielzahl der sich bekämpfenden und als Staatskult noch völlig untauglichen Reformbewegungen auch nicht verwunderlich war. So wenig wie bei euch allein mit New Age oder naturalistischen und ökologischen Bewegungen, denen nur die Natur als neuer Gott gilt, war auch bei uns mit den wilden Vernunft-Bewegungen Staat zu machen. Wobei von einem zu glaubenden Erklärungsgrund oder Aufpasser-Gott, was bei euch als Glaube gilt, weder in unserer Zeit, wie in allen anfänglichen Bewegungen nichts zu sehen war. Wohl aber galt die aus dem Fluss allen Werdens abgeleitete Vernunft in Kultur, die dann die Götteropfer erübrigte und in Ein-sicht kreative Vernunft auf Erden bringen sollte. Was weit über die Traditionslehren hinausging.

Es ist ein weites Thema, warum im 7. Jahrhundert von der Vernunft und Bildungskultur im Westen nichts mehr zu sehen war. Was Sie der Kirche vorwerfen. Wobei sich die antike Aufklärung im Orient noch länger gehalten hat. Was es umso unmöglicher macht, auch dortigen Denkern unterstellen zu wollen, einen Guru mit Namen Jesus oder gar meinen Sol zu Mohammed gemacht zu haben. Denn dass der Isalm aus dem Christentum herausgewachsen ist, letztlich erst die dogmatische Kompromisslosikeit christlich-byzantinischer Staatskirchenführer (Kaiser Justian oder Papst Gregor I) den Weg zu einem eigentständigen Islam führte, wird von Ihnen beschrieben. Und wenn sie andere wissenschaftliche Kollegen (z.B. in "Die dunklen Anfänge") ernst nehmen, dann wird ihnen auch klar, dass Mohammed (bzw. der Gesandte) eine Hoheitsbezeichnung ist, am Anfang kein Mensch mit diesem Namen stand. Doch wie kann man der antiken Aufklärung jetzt unterstellen zu wollen, dass aus dem Glaube an einen jungen Juden mit Namen Jesus auch Mohammed wurde? Denn auch wenn die Wissenschaftler, die sich historisch-kritisch mit den Wurzeln des Islam auseinandersetzen und klar machen, wie Mohammed nur eine prophetische Form des bei uns diskutierten neuen Kultgrundes war, lassen sie die Welt weiter im Glauben an einen guten Jungen mit Namen Jesus. Doch mit Ihrer Beschreibung der antiken Hochzivilisation zeigen Sie selbst, wie in meiner Zeit die Vernunft das Maß war. Und wie daher die Hypothese vom herrlichen Heilsprediger, der in der sich im Orient noch länger als im Westen haltenden Bildung zu Mohammed geworden sei, völlig unhaltbar ist. Warum aber die von uns erklärte kreative Wirklichkeit aller Natur sowie daraus abgeleitete Weisheit auch im Orient an die Stelle alter Autoritäten, der entmachteten Götter und ihrer Kaiser treten musste, können Sie als Historiker sicherlich besser nachvollziehen, als die Nachbeter von Glaubensbüchern bzw. Buchstaben.

Wer wie Sie als Philosoph seiner Fakultät als Mutter aller Wissenschaft verpflichtet ist, der kann doch nicht weiter meiner philosophischen Zeit den Schwachsinn unterstellen, über einen jüdischen Guru bzw. eine diesem aufgesetzte Fiktion als Logos und dessen Wesen (dem Verhältnis zu traditionellen Vorstellungen von einem unsagbaren schöpferischen Grund oder Göttern) gestritten zu haben. Wenn klar ist, wie die Terminologie einer erst nach mir entstandenen Kirche den Blick auf die Diskussionen vielfältiger Bewegungen am Anfang verbaut, bei denen meist ein subordinatianisches Konzept galt, der macht doch mehr als deutlich: Auch dem vor mir geltenden christlichen Denken kann es nicht um einen jungen Wanderkyniker als ein menschliches Gottesgebilde gegangen sein, das dann auch noch zu Mohammed geworden sei. Und mit einem Solkult, für den ich Christus genutzt hätte, ist weder die Diskussion, noch der Islam zu machen. So wenig wie davon ausgegangen werden kann, dass die damalige Bildung des Orient einem Konstrukt auf den Leim ging, das ich zur eignen Ermächtigung in die Welt gesetzt hätte. Und sich dann daraus einen Mohammed bastelte. Vielmehr verweist doch die Kulturentwicklung, die auch zum Islam und seiner Geschichten und Gestalten bzw. dem Gesandten (Mohammed) führte auf die Vernunft, die Thema unserer Diskussion, wie des Neuen Testamentes war.

6.6. Wissen um die Vernunft als Wesen antiker Hochzivilisation ernst nehmen

Wo steht eigentlich bei den anfänglichen Bewegungen, deren Diskussionen, Dogmen oder Kulttexten der Name Jesus, wie er heute alle Welt auf einen jungen Reformjuden schließen lässt? Ja selbst wenn der dann in Neuzeit bzw. nach der Reformation einheitlich verwendete Name bereits bei der Entstehung des Kanons oder vorher gebraucht worden wäre. Dann zeigt doch die Diskussion der Zeit, dass es dabei nicht um das Wesen eines Junghandwerkers ging. Wer statt Göttersöhne galt, damit wahrer Sohn war, wird allein am Denken Alexandriens deutlich. Dort ging es eindeutig und selbst von Neutestamentlern anerkannt, um das Wesen der Vernunft als Christus. Was ja nicht nur von Johannes als Thema vorgestellt wird, sondern dem gesamten Neuen Testament bzw. seinen Bedeutungsinhalten und den theologischen Bildern (Geschichten und Gestalten) zugrunde liegt.

Die ganze von Ihnen dargelegte Entwicklung, ob die geografische Ausbreitung oder Verbreitung ganz verschiedener Bewegungen in Nordafrika und Kleinasien oder die Auseinandersetzung mit den nach wie vor den Alltag des Volkes bestimmenden Traditionsgöttern in einem philosophisch unterfütterten griechisch-römischen Staatskult zeigt doch. Den anfänglich vielfältigen wilden Bewegungen kann es nicht um einen jungen Guru gegangen sein, der wegen Volksverhetzung am Kreuz endete. In Märchenzeiten mag man ja noch davon ausgegangen sein, wie auf wundersame Weise ein wiedererweckter Wanderprediger zu Gott erklärt wurde. Oder wie ich evtl. nur einem Holon (einer Himmelserscheinung) aufgesessen bin und daher einen jungen Juden zu Gott oder Sol gemacht hätte. Doch die Zeit der Mythen ist vorbei. Auch weil ich nur ein winzig kleines Glied in einer heute beschriebenen Kulturentwicklung antiker Aufklärung war, muss auf vernünftige Weise nach historischer Wahrheit bzw. dem christlichen Wesen gefragt werden.

Wenn heute klar ist, dass am Anfang vielfältige wilde Minderheitsbewegungen waren, dann ist nicht nur mit der Unterstellung, ich hätte mich zur Kirche bekannt, um deren Macht zu nutzen, nichts mehr zu machen. Verweist nicht die gesamte Diskussion über das Wesen des Logos (in universalen Gesetzen vernünftig erklärte Kreativität), die heute in Athanasius und der dann zum Islam gewordenen Sichtweise des Arius auch von Ihnen dargelegt wird, auf eine Vernunft und Weisheit, die heute wissenschaftlich beschrieben wird? Weiter zu unterstellen, dass es uns um einen jungen Juden als mehr oder weniger Gott gegangen sei, diese Wissensverweigerung ist auf jeden Fall schlimmer, als die von Ihnen bitter beklagte kirchliche Bücherverbrennung.

Wie Sie deutlich machen, kann die philosophische Konstruktion, mit der wir die Kirche begründeten und die noch 400 Jahre in heftiger Diskussion stand, nicht vom Himmel gefallen sein. Sie hat sich aus dem Kulturwandel, damit der nun vernunftbegründeten Welterklärung und der Abwendung von ausgedienten menschlichen Traditionsgöttern ergeben. Wobei sich auch meine Rolle als vormals für die kosmische Vernunft auf Erden selbst stehender, die Göttersöhne als Gallionsfigur repräsentierender Kaiser gewandelt hat. Sie wissen, wie selbst Augustus, noch weniger Nero oder die später in kurzem Wechsel folgenden zahllosen Soldatenkaiser die Vernunft auf Erden verwirklichen konnten. Und wie die Kaiser ihre Kult-Autorität verloren hatten, lässt sich nachlesen. Dies hat auch Seneca deutlich gemacht. Doch ohne die uns geltende in natürlicher Kreativität begründete Vernunft zu bedenken, die dann an Stelle der Götter- bzw. Gottmenschen trat, ist weder die philosophisch-christologische Konstruktion, noch die jahrhundertelange Kultur-Diskussion zu verstehen. Mit einem jungen jüdischen Mann, den wir gegen Götter und kaiserliche Kultautoritäten eingetauscht hätten, ist echt keine ernstzunehmende Erklärung möglich. Eben so wenig, wie mit einem fiktiven Sol-Kult als kaiserlicher Christus. Wobei Sie ja mit Ihrem Sol-Konstrukt gar nicht so falsch liegen. Doch wie Sie wissen, wurde die kosmische Ordnung, alles natürliche Werden nun in Vernunft, damit dem Logos erklärt, von dem die Anfänge der Kirche ausgingen und der dann jahrhundertelang diskutiert wurde.

6.7. Sol war in Vernunft erklärt: musste im Kult neu definiert werden

Wer wie Sie den gesamten Weg der antiken Hochzivilisation beleuchtet, der über mich und dann den vergeblichen Versuch meines Neffen Julian, weiter die Tradition aufrecht zu erhalten, zur Einsetzung des Christus als Staatskult führte. Der kann doch dem gesamten damaligen Denken nicht weiter den üblichen Schwachsinn unterstellen. Wie kann ein Wissenschaftler wie Sie schweigen, wenn in den Sonntagspredigten (heute meist in Bezug auf einen Sozialreformer) ein junger Jude als Christus von der Kanzel kommt. Sie wissen doch, was uns als Vernunft galt und wie ein göttlicher Junghandwerker auch weder bei Donatisten, Manichäern oder sonstigen von den trinitarischen Denkern abgelehnten Theologiemodellen das Thema gewesen sein kann. So wenig wie bei auch nur bei einem der Kirchenväter selbst.

Gerade indem sie meine Verhaftung in der Natur-/Sonnenordnung verdeutlichen, die mir auch noch im Kult galt, so machen Sie doch klar: Weder mir als trinitarischem Arianer oder meinen Diskussionspartnern, die nur die nun in Vernunft erklärte Kreativität anerkannten und alte Vorstellungen völlig ablehnten, kann es um einen jungen Juden gegen sein. Aber noch viel weniger um eine fiktive Theologie, die ein angeblicher Missionsreisender, der sich jetzt Paulus nannte, in die Welt bzw. einen Wanderprediger aufsetzte. Auch das synkretistische Wesen des aus Ägypten kommenden Sol oder Re ist vor meiner Zeit nicht durch ein Holon oder eine Glaubensfiktion entstanden, sondern in einer mythischen Betrachtung der Welt, an deren Stelle nun die Vernunft getreten war. Nicht wenn wir alte Bücher lasen oder den religiösen Bauch befragten, sondern den Himmel und die Natur beobachtet, was wir nun in Logik/Vernunft sinnvoll (als Logos) erklärten, haben wir daraus eine kreative Bestimmung bezogen. Und genau dies war nun auf kulturgerechte Weise zu vermitteln. Und selbst wie dafür immer wieder Mittlerwesen notwendig waren – und nicht es nicht darum ging, einen Heilsprediger anzuhimmeln – ist daher bei Ihnen nachzuvollziehen.

Selbst Sie mit höchst kritischer Einstellung gegenüber allen kirchlichen Lehren kommen nicht daran vorbei, dass die antike Hochzivilisation eine hochtheologische Diskussion führte. Und dabei kann es nur um das Wesen der damals geltenden Vernunft gegangen sein. Der Grund der alten Kirche war bei allem, was auch Sie darlegen, kein junger Jude, der von uns im religiösen Tohuwabohu bei allzu langwierigen Diskussionsrunden zu mehr oder weniger Gott erklärt wurde. Diese die gesamte theologische Wissenschaft und das Weltbild des Westens nach wie vor bestimmende Hypothese ist doch allein dann völlig unhaltbar, wenn man wie Sie, eine bildungshungrige Gesellschaft in Hochzivilisation beschreibt, mit privaten Haus- und prestigeträchtigen Kaiserbibliotheken. Weiter einen Wanderprediger oder ein Gottesgebilde zu unterstellen, ohne die Logos- bzw. Vernunftlehre zu berücksichtigen, die so kulturgerecht zum Ausdruck gebracht wurde, ist schlimmer als der beklagte Literaturverfall ab dem 5. Jahrhundert.

Nicht die antike Aufklärung war dekadent und forderte einen neuen Kult heraus, sondern die nach wie vor nach geltenden Vorstellungen traditioneller menschlicher Gottheiten. Und dass man mir als die nun in Vernunft erklärte Sonne verehrenden Kaiser und anderen philosophisch Gebildeten unterstellt, einen jungen jüdischen Rebellen zu mehr oder weniger Gott erklärt oder ein Wesen religiöser Fiktion in die Welt gesetzt zu haben, das ist schon harter Tobak. Das spricht nicht nur gegen alle Vernunft/Logik, sondern gegen sämtliche historische Tatsachen.

6.8. Der Kult der natürlichen Logik: Christus, mit kulturgerecht-menschlichem Namen Jesus

Wo besser kann man die von uns sinnvoll gesehene kausale universale Gesetzlichkeit, die wir als Logos (Sinn, Vernunft, Logik, bei Juden Wort, hebr. Vernunfthandlung) bezeichneten, besser beobachten, als beim täglichen Sonnenaufgang? Wie gewaltiger kann man sich für die Kreativität des Ganzen immer wieder aufs Neue begeistern, als sich die zuverlässige Wirkkraft der Sonne, die letztlich auch die Kreativität im Kopf bewirkt, in Vernunft (ihr sagt wissenschaftlich) zu vergegenwärtigen? Und genau das lässt sich nicht nur bei mir, sondern z.B. auch in Qumran beobachten, wo jüdische Denker beim Aufgang der Sonne Weisheitslehren lasen. Und wie wirkungsvoller kann man der königlichen Aufgabe (Verwirklichung des Logos/der Natur im Volk) gerecht werden, als die Logik/Vernunft aller Kreativität zum Kult zu machen? Was lag daher näher, als den Kult des Volkes, bei dem die Götter auf intellektuelle Weise ausgedient hatten und Gottkaiser ihrer Rolle als Gallionsfiguren nicht mehr gerecht werden konnten, auf die kosmische Ordnung/Logik und die davon ausgehende menschliche Weisheit auszurichten? Selbst warum dafür neue menschliche Bilder, im Volk begreifbare Gallionsgiruren wie Jesus oder Mohammed Geschichte machten, dürfte durch so klar sein.

Auch wenn es Ihnen aufgrund der heutigen Glaubensvorstellungen sicher mehr als schwer fällt. Allein die von Ihnen gelieferten zahlreichen Belege zwingen die Vernunft, in der wir damals die Natur, die Sonnenordnung und alles Geschehen erklärten und daraus Weisheitslehren ableiteten, als Grund des neuen Kultes zu bedenken. Wenn die Kirche sich heute auf einen Wanderprediger beruft, dann ist das völlig absurd. Und wenn dieser dann gar auf geheimisvolle Weise als Gott bzw. unvorstellbare/-sagbarere Begründung aller natürlichen Kreativität selbst bezeichnet wird, dann ist das der Gipfel an Unlogik. Wobei es ebenso unlogisch ist, mir und meinen Nachfolgern unterstellen zu wollen, wir hätten unseren Sonnenkult auf einen handauflegenden Junghandwerker oder ein fiktives Glaubensgebilde wilder, von Trinität träumender Sekten übertragen, so einen neuen Sol-Mythos in die Welt gesetzt.

Wie es bei unserem Christuskult um die kreative Wirklichkeit ging, die in der Sonne zum Ausdruck kommt, der bisher unser Kult galt, machen Sie mehr als klar. Nicht nur im Kapitel „Nur vom Sonnenkult her ist Konstantins Religionspolitik verständlich“, sondern auf fast jeder zweiten Seite ihres Buches machen Sie deutlich, welche Rolle die bei uns erstmals in Vernunft – natürlicher Logik - erklärte kosmische Ordnung in meinem Christusverständnis hatte. Der Kaiser, den sie als „Getriebener und Reformator, Verwalter und Erneuerer“ bezeichnen, was ja auch meine Vorgänger gewesen wären, der kann nicht in Umdeutung seinen Sonnengott Sol einem jüdischen Heilsprediger übergestülpt haben. Dem Kultur- und Geisteswandel lag bekanntlich die logische Erklärung aller Natur (Sonnenordnung) zugrunde, die im Sinne des bildlosen, die Götter verneinenden neuen Kultes nun als „Christus“ galt, so die Rolle der allzu menschlichen Augustusse sowie der märchenhaften Göttersöhne einnahm.

Wer nicht nur die Märchen von meiner Bekehrung hinter sich lässt, sondern auch die vom jungen göttlichen Mann und seinem Missionsreisenden. Wer sich vielmehr der Logik/Vernunft zuwendet, die zur Zeitenwende in Athen gelehrt wurde und sich bei Reformjuden Alexandriens, wie in zahlreichen weiterer sich gegenseitig der Häresie bezeichnenden neuen, götterfreien Kultformen ausdrückte. Dem müsste doch klar sein, über was und warum wir damals diskutierten. Der als Jesus Geschichte machende Grund, auf den sich die vielfältigen „sich suchenden, im Plural existierenden“ christologischen Bewegungen konzentrierten, die Sie sie ja nur am Rande beschreiben, kann kein Junghandwerker gewesen sein, der im Sinne der Kaiser und Mythengötter zum Sohn (oder verstecktem Sol) gemacht wurde. Der neue Kult, dem sich meine ganze Familie zuwandte, konzentrierte sich auf die kreative Wirklichkeit, die bisher in Sol, in Mithras und unzähligen weiteren Gottheiten verehrt wurde. Auch wenn vormals noch auf vielfältige, sich bekämpfende Weise, so ging es bei den Spielarten der sog. christlichen Erkenntnis um eine kreative Vernunft. Eine von Euch inzwischen in Wissenschaft erklärte kreative Wirklichkeit, die nicht nur den philosophischen Verhaltenslehren zugrunde lag, sondern von römischen Kaisern im Volk zu verwirklichen war.

Gerade wenn Sie argumentieren, dass ich es nicht schaffte, die Arianer in eine homogene Kirche einzugliedern, dann machen sie nicht nur die Bedeutung unserer damaligen Diskussion deutlich. Und dass es dabei nicht um den Anführer von Fischern aus Galiläa ging. Vielmehr zeigen sie selbst in all ihren Ausführungen, dass es bei der Gottessohns Frage nicht um ein fiktives Glaubenswesen bzw. einen Wanderguru gegangen sein kann, der ähnlich wie wir Kaiser als Göttersohn galt. Wenn die Hälfte der Bevölkerung Kleinasiens den verschiedensten Bewegungen des neuen götteropferverweigernden Christuskultes anhing, dann gingen diese Bewegungen nicht von mir aus. Und auch meine Nachfolger hätten nicht jahrhundertelang über das Wesen eines Heilspredigers gestritten. Doch noch weniger als mir kann denen unterstellt werden, nur einen neuen Sol zu einem mythischen Christusgott gemacht und dann über dessen Wesen heiß diskutiert zu haben. Wird nicht auch in Ihren Werken wird deutlich, wie wir dem Ruf der Zeit bzw. ganz natürlicher evolutionärer Entwicklung folgten, bei der das Wesen der Vernunft zur Diskussion stand?

6.9. Kein damaliger Denker, keine Diskussion ging nur von Sol oder gar einem Guru aus

Dem von ihnen aufgegriffenen Althistoriker, der bestritt dass die Götteropfer verneinende Religion, die fast drei Jahrhunderte ein Schattendasein führte, einen Kaiser, der ein Weltreich lenkte, nicht animieren konnte, sich zu ihr zu bekennen, ist zuzustimmen. Zumindest bei dem, worum es nach heutiger Hypothese bei der Sekte eines Wunderheilers oder eines Wendepharisäers gegangen wäre. Nichts wäre abwägiger, als dass ich mich zu dem bekannt hätte, was heute als historisch gilt. Was uns damals begeisterte war die Vernunft bzw. die Logik, für die die Zeit auch in ihrer kulturellen Verwirklichung gekommen war. Um der immer aufgeklärteren und globaleren Kultur Zukunft zu geben, musst ein neuer Kult her: die Kirche. Die Volkssprache, das auf kreative Weise an altbekannte Bilder anknüpfende Volksverständnis, das dazu gebraucht wurde (der Legende nach z.B. durch meine Mutter gegeben wurde) darf doch aufgeklärte Historiker wie Sie nicht in die Irre führen.

Allein wer wie Sie voraussetzt, dass der Islam aus der hochintellektuellen Diskussion unserer Zeit hervorging, der macht doch klar, dass es nicht um die Substanz eines jüdischen Sonderlings als präexistentem Geschöpf ging. Wenn sich die orientalischen Arianer dem Sohne verweigerten, vor der Vergötterung des Logos bzw. der in Vernunft erklärten schöpferischen Wirklichkeit warnten und auf prophetische Weise später Mohammed das Wort verkünden ließen, dann liegt auch das auf der Hand. Ebenso, dass der Isa für die Verfasser des Koran als Wort (Vernunft) galt und seine Mutter – die für sie mit Sicherheit keine fremdgegangene "junge Frau" war - auf messianischere Weise beschrieben wird, als in der Kirche selbst. Doch intellektuellen Orientalen jetzt auch noch einen Junghandwerker als Mohammed oder gar ein fiktives Wesen zur Verherrlichung römischer Kaiser unterstellen zu wollen, geht das nicht zu weit?

Nicht nur, indem Sie die hochintellektuelle Diskussion um das christliche Wesen deutlich machen. Auch wenn sie die verschiedenen Bewegungen beschreiben wird klar: Keiner dieser sich gegenseitig der Häresie beschuldigenden Denkweisen, weder Wandalen, Donatisten, noch Manichäern kann ernsthaft unterstellt werden, sich wegen der Gottheit eines rebellischen jüdischen Junghandwerkers die Köpfe eingeschlagen zu haben. Auch die Erfindung einer Christologie-Konstruktion, die mir von Kirchenkritikern unterstellt wird, ist angesichts der Diskussionen, deren Narretei mir mehr als auf den Geist ging, weil so kein Staatskult zu machen war, historisch hinfällig.

Wenn Sie sich als Historiker nicht mehr an die theologischen Märchen halten, die möglicherweise erst in mittelalterlichen Mönchsstuben entstanden. Vielmehr wie alle ernsthaften Forscher eine bereits in der Sol-zeit zu beobachtende philosophisch-theologische Auseinandersetzung beschreiben. Und gleichzeitig einen Volkskult darlegen, in dem die in langer Geschichte vormals die kosmische Sonnenordnung verkörpernden Götter wie Sol, Helios oder Mithras nach und nach in den christlichen Kult übergingen. Dann zeigen sie nicht nur, wie die nun in Vernunft erklärte natürliche Ordnung/Wirklichkeit das christliche Wesen war. So wird auch klar, warum menschliche Mittlerwesen im Volkskult eine notwendige Wirk-lichkeit waren, Gallionsfiguren gebraucht wurden. Es dabei aber nicht um eine fromme Fiktion zur Kaiservergottung durch die Hintertür ging.

Was sich in allen Teilen des römischen Reiches entwickelte und insbesondere in den Provinzen Nordafrikas, das kann weder aus der Sekte eines jüdischen Guru hervorgegangen sein, noch war es nur ein kaiserliches Christologie-Konstrukt. Man kann darüber streiten, ob die später als christlich geltende Bewegungen mehr oder weniger diesseitsorientiert als die damaligen Philosophielehren waren. Ob wirklich weltverneinende „Jenseitsvorstellungen“ oder apokalyptische Hoffnung in und Ausrichtung auf die Zukunft jenseits der aufgebrauchten mythischen Vorstellungen galten. Oder was hinter der Apokalyptik (der enthüllenden Neuausrichtung im Untergang bzw. der Krise) stand. Doch fest steht: An allen Orten, in jeder der unzähligen Bewegungen lässt sich nachvollziehen, wie die den philosophischen Lehren zugrunde liegende Vernunft auf verschiedene Weise definiert wurde. Auch wenn man noch weit davon entfernt war, zum Kult einer aufgrund ihrer universalen Begründung nun für alle Menschen möglichen Religion zu werden. Wie Apkalyptik war: Enthüllung, Neuausrichtung in einer verneintem bzw. untergegangen mythischen Welt, liegt auf der Hand.

Wenn sich herausstellen sollte, dass Eusebius nicht als Bischof von Cäsarea mein Freund war, sondern auch seine Gestalt ein theologisches Märchen mittelalterlicher Mönchsstuben ist. Das ändert das nichts an der historischen Tatsache: Die auch allen Philosophielehren zugrunde liegende Vernunft allen Werdens, der Logos als ewiges Wort (hebr. Vernunfthandlung) war eindeutig unser christologisch-theologische Thema. Und das war scheinbar bis ins Mittelalter, den katholischen Möchen und den späterem Reformern wie Melanchthon noch bewusst. Wenn im Mittelalter wieder der Mythos galt, macht das maches in der weiteren Entwicklung der christlichen "Geschichte" verständlich. Doch am Anfang ging es um die Vernunft antiker Aufklärung, die nicht ich erfand, sondern versuchte in einheitliche Bahnen zu lenken. Nicht die Verherrlichung von Kaisern, von denen wir, wie Sie schreiben, zwischen 235 und 285 fast fünfzig hatten, stand auf dem Programm der Zeit. Vielmehr wurde ein universaler Kult gesucht, der nicht mehr auf Nationalgötter und ihre Kaiser ausgerichtet war. Ein neuer Kult, der Götter- und den Kaiserkult, wie er nicht erst seit Nero oder den ständig wechselten Soldatenkaisern ohne echte Kultautorität, nach und nach ablösen konnte. Und warum dazu eine menschliche Gallionsfigur dazu notwendig, kreative kulturelle Wirklichkeit und kein doketistisches Scheinwesen war, dürfte nicht zuletzt auch im Licht eurer Kommunikationswissenschaft klar sein.

Auch ich schuldete den Göttern der Tradition noch Pietas, um, wie Sie sagen, die Grundwerte des Staates zu erhalten. Doch anderes als Diokletian habe ich bekanntlich die Anhänger des Logos- bzw. Vernunftkultes nicht weiter verfolgt, sondern suchte daraus eine staatstragende Einheit zu machen. Während Galerius die Christen als Gesetzesbrecher und Staatsbedrohung sah, sollte nach mir der Logos-Kult, der auf einen bildlosen, unsagbaren Grund allen Seins ausgerichtet war, an Stelle der religiösen Tradition treten.

6.10. Sieg im Zeichen im Zeichen des Lichtes bzw. der Vernunft der Sonnenordnung

Danke, dass Sie klar machen, wie mein Siegeszeichen bzw. die christliche Symbolik des Kreuzes nichts mit dem Galgen eines rebellischen Gurus zu tun hat. Wie mein Kreuz, das auch einfachste Bezeichnung des Christusnamens war, vielmehr ein lange vor der sog. Zeit Jesus bekanntes Symbol für Licht und neues Leben war. Natürlich ist das XP ist nicht vom Himmel gefallen oder mir im Schlaf eingegeben worden. Sie zeigen die vielfältigen hellenistischen und orientalischen Vorläufer, nicht allein im Isiskult oder in Zeus. Wobei der bekanntlich bereits als Vater der Götter in einem philosophischen bzw. in Vernunft erklärten Monotheismus galt. Und weder mit einem jungen Mann, noch einem mythischen Sol-konstrukt was am Hut hatte. Zu Recht schreiben Sie, wie das Kreuz das wahrscheinlich meist verbreitete Symbol war, auch als Urquelle allen Lebens lange vor mir galt und dem angeblich am Kreuz hingerichteten Heilsprediger.

Doch machen Sie es sich nicht zu einfach, im Christus-Zeichen nur die Umdeutung der Sonne bzw. kosmischen  Ordnung (heute Dynamik) zu sehen, die nicht nur mich begeisterte und die zu verwirklichen meine Aufgabe war? Zeigt sich nicht gerade in meinem Sonnenkult, der zur Kreuzessymbolik überging, wie es hier um das „Kult-Logo“ für den philosophischen „Logos“ (das nun im Licht der Vernunft erklärte natürliche Werden) ging. Einer Vernunft, deren Leiden auch Sie ständig beklagen?

Auch indem sie zeigen, wie in den ersten Jahrhunderten andere Fruchtbarkeitssymbole, wie der heute auf vielen christlichen Autos zu sehende Fisch galten, der gute Hirte und erst später das Kreuzsymbol mit Zusatz dazukam. Mit all dem machen Sie klar, dass es um ein Symbol für den Lebensfluss ging, den unsere Hochzivilisation nun im Licht der Vernunft bzw. der Logik/des Logos erklärte. Und dessen Verhältnis zu den Traditionsgöttern die leidvolle Diskussion unserer Zeit war.

Wenn der Legende nach meine Mutter Helena (in historischer Realität: das volksverständlich, menschlich ausdrückende Wesen, die so wenig eine Schankwirtin war, wie der Klapperstorch kleine Kinder bringt), mit Kreuzfunden in einer Grabeshöhle oder der dort errichteter Kirche die Vernunft wieder dem Spott auslieferte, dann zeigt dies das Kreuz. Es ist das Kreuz der Vernunft, die in kreativer Entwicklung immer wieder an festgefahrenen allzu menschlichen Vorstellungen leidet. Sie bestätigen zwar in vielen Aussagen, dass das Kreuz als Symbol des Leidens eines rebellischen Landstreichers anfänglich unbekannt war, hier das kosmische Denken der frühen Christen ein Symbol fand und für den Christusnamen stand. Doch wie die Vernunft immer wieder an den traditionellen Vorstellungen oder menschlichen Gottesbildern leidet, ist in all ihren Büchern zu lesen.

6.11. Das Kreuz der Vernunft: menschliche Gottheiten und entleerte Dogmen

Selbst die katholische Kirche legte anlässlich der großen Trierer Ausstellung zu meinem Gedenken die Einführung des Kreuzes in das fünfte Jahrhundert. Wie kann dann die sonst so aufgeklärte Welt denken wollen, es sei mir um einen nach seiner Kreuzigung in unserem Geist wiedererweckten Heilsprediger gegangen? Und der kosmische Christus sei damit nur eine Spielart des belächelten und ausgegliederten Jesuiten Teilhard de Chardin? Oder annehmen, der alte deutsche Papst wollte mit seiner Rede von schöpferischer Vernunft (als das ihm von seinen Kritikern bestätigte biblische Wesen des chr. Glaubens) nur die Philosophie vereinnahmen? Warum schrie kein Wissenschaftler wie Sie auf und nahm ihn beim "Wort", als Benedikt XVI. in seiner vielbeachteten Rede vor dem Bundestag die kreative Vernunft nicht nur in der heute erklärten Natur/Ökologie als Grund des menschlichen Rechtes, sondern so gleichzeitig das christliche Wesen in Stoa oder jüdischer Weisheit zu bedenken gab? Warum läßt man die heutiger Aufklärung heilige Vernunft weiter am Kreuz ausgedienter Vorstellungen und entleerter Dogmen hängen?

Es scheint ein ewiges Kreuz kreativer Kulturentwicklung zu sein, die an alten Vorstellungen feshalten, diesen gerecht werden, sie in aufgeklärter Weise verstehen (auferstehen) muss. Denn um einen gekreuzigten Guru, auf den der Sol- oder nur sonstiger traditioneller Kult übertragen wurde (wie dann eure Schriftgelehrten im Kurz-schluss nachweisen wollen), kann es uns auf jeden Fall nicht gegangen sein. Die von mir angestrebte Einheit, die war nicht nur ein philosophisches Thema auf den Konzilen. Denen ich als kaiserlicher Papst vorstand und doch die Ein-sicht nicht diktieren konnte. Die Problematik unserer Diskussion drückt sich auch in der Kreuzessymbolik aus. Das damit für die Versöhnung der kulturellen Vorstellungen, von Tradition und Moderne steht. Die konstruktive Synthese von scheinbaren Gegensätze, wodurch etwas völlig Neues entsteht, das ist Kreativität im Zeichen des Kreuzes. Und diese einen neuen Kult hervorbringende Einheit auf kreative Weise, mit Vernunft zu erreichen, das war das Ziel unserer Kulturdiskussion. Denn weder ist es um ein Hinrichtungsgerät für einen aufmüpfigen, daher als häretisch geltenden Heilsprediger gegangen, noch waren nur die traditionellen Kultzeichen dafür die märchenhaften Lieferanten. Das Kreuz steht für die kreative Kulturentwicklung, den natürlich erklärten Logos: Eine evolutionäre Entwicklung, der heute wieder die traditionellen Vorstellungen oder menschliche Gottesbilder (an denen leider auch deren Kritiker hängen) leidvoll im Wege stehen.

Ganz natürlich galten mir noch die alten Götter wie Jupiter und die traditionellen Kultsymbole. Ich sah mich noch als Sol auf Erden. Was ja auch meiner menschlichen Person (Rolle/Aufgabe), nicht nur als traditioneller Oberpriester, sondern römischer Kaiser entsprach. Doch wer wie Sie die antike Hochzivilisation lobt. Wer die von mir als unnützes Theologiegeschwätz gesehene Diskussion der Querköpfe um das Wesen des Logos/der Weltvernunft beschreibt. Was mich nicht nur bei den Donatisten nervte, bei denen es so wenig wie allen anderen Bewegungen um einen Guru oder eine kaiserliche Sol-Christologie ging. Der macht doch die Wende mehr als deutlich, die jenseits aller Legenden und theologischen Märchen in meiner Zeit war. Und wie diese Wende durch die Vernunft hervorgerufen wurde, in der das Werden, wie alle Welt sowie das menschliche Verhalten erklärt wurde. Doch dies ist nicht nur Thema sämtlicher historischer Beschreibungen, der gesamten Geschichtswissenschaft. Selbst bei den theologischen Auslegungen der Glaubenstexte und ihren ursprünglichen Bedeutungsinhalte wird dies klar. Wenn z.B. ein heute maßgebender Neutestamentler wie Gerd Theißen die Weisheitslehren des Urchristentums beschreibt. Dann zeigt er damit, dass der am Kreuz hingerichtete Heilsprediger mit Namen Jesus, den er leider gegen alle Kritik doch für einen lebenslustigen Fresser und Säufer hält (was für uns bzw. realhistorisch der bereits in Vernunft erklärte Herkules war), ein Hirngespinst eurer Halbaufklärung ist. Denn unseren Weisheitslehren lagen nicht die Worte eines Wandurus zugrunde. Es war eine aus der Natur, dem natürlichen Lebensfluss abgeleitete Logik, die jetzt an Stelle der Göttermythen galt.

Auch wenn die Frage nach dem historischen Jesus nicht Ihr Thema ist. Auch Sie machen klar, dass der Heilsprediger bei unserer Diskussion um die Wesensgleichheit des christlichen Wesens, dessen schöpferische/kreative Begründung, noch nicht war. All das, was in den dicken Büchern kirchlicher Wissenschaft über die Christologie und ihre ewige geschichtliche Auseinandersetzung insbesondere in Nordafrika geschrieben wird, wie Sie es auf verkürzte Weise als "Wilde Jahre" schildern, muss das Wesen der Vernunft zu bedenken geben, wie sie auch bei euch wieder zur Debatte steht. Denn auch ihr seid euch über das Wesen der Vernunft oder ökologischer Weisheit und ihr Verhältnis zur Tradition und deren schöpferischem Grund längst nicht klar. Unsere Diskussion war eine ähnliche, wie sie auch bei euch nicht nur zwischen Habermaß (kommunikative, rein menschlich zu vereinbarende Vernunft) und Ratzinger (kreative Vernunft als Maß der Menschlichkeit) geführt wurde. Es war damit eine Debatte, wie sie letztlich eure gesamte kulturelle Auseinandersetzung bestimmt. Wo man das Wesen der rationalen Welterklärung nicht nur über die traditionellen Glaubensvorstellungen stellt, sondern denkt, dass diese ausgedient hätten. Statt sie wie wir auf aufgeklärte Weise in Vernunft zu begründen.

Die Formel, die nach der Forschergemeinde von mir durchgesetzt wurde, war kein blindes Dogma, an das man glauben muss. So wenig, wie eurere naturwissenschaftlichen Formeln nur willkürliche Meinungen bzw. Glaubensformeln ihrer Erfinder sind, ging es bei der jahrhundertelangen Diskussion um eine überkommende Dogmatik, mit der wir einen Dorfprediger oder gar ein fiktives Wesen zu mehr oder weniger Gott machten. Wir waren auch keine Schriftgelehrten, die nach Art eurer Theologen versuchten in alten Glaubenstexten nach der dogmatischen Wahrheit zu fragen und die dann – meist nur ihre Meinung - als verbindlich hochhalten.

Selbst durch Ihre kritischen Ausführen machen Sie deutlich, wie bei uns die Vernunft allen Werdens nicht nur der Grund der Diskussion war, sondern wie kreative Vernunft auch die Debatten bestimmte. Wenn die Väter der Kirche Bezug auf vormalige Denker, gnostischen Sprachgebrauch, gar heidnische Formeln nahmen, dann ging es nicht um Schriftgelehrtenstreit, sondern verschiedene Definitionen der uns damals geltenden Vernunft, die wir mit Verstand bzw. in Vernunft führten. Auch wenn sie mir theologischen Dilettantismus vorwerfen, weil mir die unheilvolle Diskussion um die Homousios-Formel auf die Nerven ging. Selbst hierbei machen sie deutlich, dass es der philosophischen Debatte damals weder um einen Wanderprediger, noch eine kaiserliche Glaubensfiktion, sondern das Wesen der Vernunft ging. Es war die Vernunft, die unser aufgeklärtes Weltbild, den philosophischen Monotheismus bestimmte und die uns bekanntlich statt traditioneller Mythen sagte, was gut und richtig ist.

Wenn wir die in kreativer Vernunft erklärte Wirklichkeit der Welt als wesenseins mit dem sahen, was vormals in Göttern verkörpert oder den Juden unsgabar war, ohne dabei die Vernunft selbst vergöttern zu wollen, sondern zwei verschiedene Personen (Rollen) bestätigten, dann lag dieser Formel – bei aller Verschiedenheit in der Definition - ein rationales Denken zugrunde. Und dass die Vernunft/Logik, nach der wir alle Natur erklärten, eine „kulturell-menschliche“ Wesenheit braucht, allein mit  Naturalismus (z.B. in Form eines Sozialdarwinismus) nichts zu machen ist, habt ihr inzwischen auch gelernt. Bereits bei uns wurde Natur nicht einfach auf Kultur übertragen. Vielmehr wurde seit Sokrates ausdiskutiert, was Vernunft in Kultur war. Und auch das Wesen (die Notwendigkeit) von kulturgerechten Mittlergestalten oder volksbedeutsamer Ausdrucksweise, wurde bei uns in Vernunft erklärt. Das war Diskussionsgegenstand, nicht nur zwischen Origenes und Celsos, die über das wahre Wort (Vernunft in Kultur) stritten.

Wie bekannt, haben weder die Donatisten, noch Arius, Athanasius oder andere Denkweisen, die im wilden Streit über das Wesen der Vernunft standen und sich bitter bekämpften, nur in Glaubensbüchern geblättert oder sich gar auf imaginäre Gründergestalten berufen. Die von Ihnen beklagte blinde Dogmatik lebensfernen Klerikerjargons entsteht erst dann, wenn die Vernunft nicht bedacht wird, um deren Wesen über die ersten Jahrhunderte mit Verstand gestritten wurde. Und nach der heute die Welt auf nun naturwissenschaftlichere Weise erklärt wird, als es uns möglich war.

6.12. Vom kaiserlichen Sonnenkult zur kausalen Vernunftwirklichkeit

Die gesamten Forscher, die wie Sie den Bildertausch beschreiben: Wie die Sonnen- bzw. alte Schöpfungssymbolik in christologische Motive oder neue Festtage überging. Die dürfen doch den Kulturwandel nicht ausblenden, der teilweise als Achsenzeit in weltweiter Entwicklung bei der Entstehung der Weltreligionen beschrieben wird. Egal, was sich über die Hinwendung der Flavierkaiser zum Christuskult als Legende erweist oder historisch wahr ans Licht kommt. Der letzlich weltweite Kulturwandel, wo nicht mehr Mythen, sondern die Logik anfänglicher Wissenschaft das Maß der menschlichen Verhaltenslehren und damit des damit verbundenen Kultwandels (auch unserer der Diskussion über das Wesen der Vernunft sowie ihr Verhältnis zum Kultgrund der Väter) waren, der ist historischer Fakt.

Im Licht heutigen märchenfreien Wissens muss es euch doch geradezu logisch erscheinen: Wie wir nach neuen staatstragenden Lösungen suchende Kaiser der Philosophenzeit unsere Sol- und Göttervorstellungen nach und nach auf den neuen, bisher als atheistisch verfolgten Logos-Kult übertrugen. Wenn Sie doch nachweisen, dass das urchristliche Kreuz nicht der Marterpfahl eines jüdischen Heilspredigers war, dann liegt es auf der Hand, hinter dem Zeichen der Sonne und den nach deren Ordnung festgelegten neuen christlichen Festtagen auch die Vernunft/Logik zu sehen, nach der wir nun alles natürliche Werden erklärten. Und die bekanntlich ja auch Gegenstand der endlosen Diskussionen war. Wie dafür die Zeit reif war, wird doch in allen Geschichtswerken beschrieben. Auch wenn es mit der dem römischen Reich oberflächlich vorgeworfenen Dekadenz sicher wenig zu tun hat. Vielmehr hat doch gerade die von Ihnen betonte hochzivile Zeit, deren Aufklärung die Autor-ität der menschlichen Götter und Kaiser in Frage stellte, den Wandel  hervorgerufen.

Wo noch vor wenigen Jahren über meine nächtlichen Visionen spekuliert wurde, zeigt sich euch historischen Forschern doch ein Verstand der Wirklichkeit in Vernunft, der zum Christogramm führte. Wenn der „Sol Invictus“ zum „Christus“ wurde, dann steht dahinter die Vernunft, aufgrund der im antiken Monismus ein neues monotheistisches Weltbild entstand. Und die daher auf kulturvernünftige Weise zum Kult werden musste. Wer wie Sie den Quatsch hinter sich lässt, dass sich Generationen auf philosophische Weise über das Wesen eines jungen Guru stritten, dem sollte sich doch die Logik, die zur Kultivierung dieses Logos führte, geradezu aufdrängen. Und was dann am Sonntag, statt jüdischen Sabbat gefeiert wurde, war weit mehr als ein Namenstausch für Götter. Es entsprach einem aufgeklärten Verstand, der über Nationalgesetzlichkeit, Toragehorsam oder sonstige Tradition weit hinausging, echt universal „katholisch“ war.

Allein die Auswertung des unsäglichen Donatistenstreites oder der anderen von Alexandrien ausgehenden Diskussionen um das schöpferische Wesen belegt, was Thema unserer Zeit war. Die dabei von Gallien durch intellektuelle aus Karthago erbetenen Schiedsrichter sollten weder über einen jungen Guru bzw. seine Sekte, noch ein Sonnensymbol urteilen. Es ging im Streit um das Wesen der Vernunft und die davon ausgehenden völlig verschiedenen Weltdeutungen. Selbst wenn ihr alle meine Briefe als Spätwerke entschlüsselt. Ihr kommt nicht drum herum, die Diskussion um das Wesen der Götter oder auch des im bildlosen jüdischen Kult geltenden kreativen Grundes im Rahmen unserer monistisch-monotheistischen Weltdeutungen zu bedenken. Wo ein Wanderguru gilt, da gibt es keine Brücke zwischen philosophischen Vorstellungen und dem für Christen geltenden Kultgrund. Aber wo klar wird, dass das Sonnenkreuz nicht der Marterpfahl eines rebellischen Märtyrers war, die jupiterhörigen Sol-soldaten den Quatsch nicht hingenommen hätten. Wie vielmehr der Logos (die logische Welterkärung) zur Debatte stand und im Kreuz zum Kult wurde. Da wird keine Brücke mehr benötigt.

„Constantin griff auch später, als er sich eindeutig zum Christentum bekannte, gern zu neutralen Gottesbezeichnungen. Im Donatistenstreit der Jahre 312-314 wiesen sie ihn dagegen in Verbindung mit den vorangegangen Argumenten als Anhänger eines Monotheismus aus, der sich unter Gebildeten seit langem verbreitet hatte. Der Rhetor Dio Chrysostomus hatte um die Wende vom 1. zum 2. Jahrhundert festgestellt: „Viele ziehen auch einfach sämtliche Götter zu einer Kraft und Macht zusammen, so dass es keinen Unterschied macht diesen oder jenen Gott zu verehren“. Die Auffassung, die herkömmlichen Göttergestalten seien Erscheinungsformen eines einzigen Höchsten Wesens, gingen bis zur frühen Stoa in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts zurück. Dios Zeitgenosse Plutarch, wie er von der Stoa beeinflusst, bemerkte, dass sich für den Einen Logos und die Eine Vorsehung mit ihrem kreativen, den Kosmos lenkenden Kräften „ja nach Tradition bei den einen die, bei den anderen jene Riten und Bezeichnungen eingebürgert haben“. Mit zunehmender Ausbreitung des Christentums war abzusehen, dass gebildete Monotheisten zu dem Schluss kämen, die Verehrung des (bildlosen, götterfreien) Christengottes (besser Kultgrundes) sei genauso zu rechtfertigen, wie jede andere Religion. Kaiser Diocletian gehörte nicht zu ihnen…..“

Auch wenn hier, wie in anderen heutigen, ähnlich bei Ihnen zu findenden historischen Beschreibungen deutlich wird, was Thema anfänglicher Christologie war. Klaus Rosen, der dies in seiner Untersuchung über den mich beschäftigenden Donatistenstreit schreibt, lässt getreu der unsinnigen Heilsprediger-Hypothese (seiner Lebens- und Schullehre), die Welt im Glauben, es wäre in der Diskussion unserer Zeit um einen jungen Juden mit Namen Jesus gegangen. Doch Sie wissen (und das nicht nur aus dem Gebet des Chrystostomus an mich), wie bei uns die weltdurchströmende Logik/Vernunft, nach der wir alles Werden erklärten, die alle Elemente verbindet und durch die sich alles bewegt (incl. dem Kopf oder den Gefühlen des Bauches) als Wesen zur Debatte stand. Selbst wenn - nicht zuletzt durch die christliche Lehre - der Logosbegriff nicht mit dem natürlichen, in heute geltende Vernunft bzw. universalen Gesetzen erklärte Werden in Verbindung gebracht wird. Wenn vielmehr nur eine Art philosophische Gottesspekulation zu vermuten wäre. Um die wissenschaftliche Wahrheit, dass es an der Wurzel des christlichen Glaubens um die damals geltende Logik der Welterklärung und die daraus abgeleitete Kulturvernünftigkeit ging, kommt kein Hisotoriker mehr herum.

Und dass der Logosbegriff kein Ersatz für einen vorgesetzten Designer war, wie heute (Buchstaben)kreationisten ihr national bzw. biblisch vorgesetztes Gottesbild beweisen wollen, ist Ihnen bewusst. Sie selbst sind ein engagierter Befürworter der antiken Hochzivilisation und ihrer Vernunft. Die letztlich allen philosophischen Lehren zugrunde liegt. Die selbst in den philosophischen Lehren den Ton angibt, wo weder vom Logos die Rede ist, noch ein religiöser Zusammenhang besteht. 

Und so ging es auch einer Diskussion, die sich mit Epikur auseinandersetzte, der ebenso auf den Logos/Vernunft setzte, die Götter in den Raum zwischen den Welten verbannte, beim einzigen Sohn nicht um einen Guru, der nun zum SOLI INVUCTO COMITI als nackter Gott mit Strahlengranz und Globus gemacht wurde. Das nun universal gültige Gesetz, das das Gegenbild zum Kaiserkult war, der bisher als lebendes Gesetz galt und das auch über die jüdische Traditionsgesetzlichkeit weit hinausging (was Jesus auch dem NT nach bewirkte), kann nur dort bedacht werden, wo die Philosophie ihre Verhaltenslehren begründete: Im Logos bzw. in Vernunft.

Und dazu gehörte auch die kulturgerechte Umsetzung, wonach der Legende meine Mutter in Jerusalem das Kreuz und zwei Nägel entdeckte: Den neuen Kult so erst volksbegreiflich machte. Auch wenn die Nägel, die mir ins Diadem eingearbeitet wurden, nichts mit der Hinrichtung eines Heilspredigers zu tun haben, sondern als die Nägel zu erkennen sind, mit der die kreative Vernunft nun selbst am Kreuz hing. Ihr habt inzwischen die Gabe, das Leiden der Vernunft hinter euch zu lassen. Es ist das Kreuz der Vernunft, dass sie scheinbar ohne eine kulturverständliche Ausdrucksweise/Vorstellung, wie sie meine Mutter (die weltliche Ausdruckform) lieferte, nicht auskommt. Doch so wie wir die Götter in Vernunft erklärten, so habt ihr nun die Gabe, in aufgeklärte Weise nicht nur das Wesen Jesus, sondern auch Mohammed zu verstehen, ohne neue Bilder oder gar menschliche Gottesvorstellungen in die Welt setzen zu müssen.

Und was die archäologische Forschung betrifft, die Hellena mit Sicherheit nicht praktizierte. Auch sie findet keine Fußspuren oder Hinweise auf die historische Existenz des christlichen Glaubensgrundes, solange sie nach einem jungen Guru sucht. Dabei könnte sie die Sensationsmeldung für Titelseiten liefern, das Haus Davids gefunden zu haben, in dem Jesus wohnte oder gar den Weinkeller Noahs bzw. die Bundeslade freigelegt zu haben.Sie müsste nur nach dem graben, was nicht nur unser christologisches Thema, sonder auch das unserer Tradition war. Doch dass bei der bisherigen Suche nichts von einem jungen Heilsprediger herauskommt, immer nur Kultobjekte alter Zeit ausgegraben werden, ist letztlich auch ein Ergebnis schöpferischer Vernunft. Denn wenn rund um den See Genezareth vielfältiger Götterkult freigelegt wird, ägyptische Gottheiten oder gar Statuetten, die zur Zeit Jesus auf die Verehrung von Herakles schließen lassen. Dann wisst ihr doch, dass wir den in Vernunft erklärt haben. Wie z.B. in Gestalt des als „Fresser und Säufer“ geltende Herkules die Vernunft bei Seneca in gleicher Weise übers Wasser ging, wie im NT der von euch seit Luther einheitlich Jesus genannte Grund chr. Glaubens, wird längst von holländischen Radikalkritikern geschildert.

Die Einheit, die ich anstrebte, die sollte nicht nur die verschiedenen Gruppierungen des Logos-Kultes auf einen Nenner bringen, sondern auch Gestern und Gegenwart. Die Staatsreligionen, die sich Jahrtausende bewährt hatten, musste mit dem neuen, ans bildose Judentum angelehnten monotheistischen Kult auf einen Nenner gebracht werden.

6.13. Versöhnung der Kulturen im Bau der Kirche

Wenn auch Theodosius den Streit über das Wesen der Vernunft nicht beenden konnte, so hat er fünfzig Jahr nach mir letztlich erst dafür die Staatskirche gebaut. Wovon ich trotz einzelner Kirchenbauten noch weit entfernt war.

Niemand konnte vorher das katzenmusikalische Konzert von fast zwei Dutzend Streitsynoden, von gegenseitigen Exilierungen und Verwünschungen, von beschämender religiöser Feindseligkeit, die in der Antike ihresgleichen sucht, unter Kontrolle bekommen. Zwischen den Konzilen von Nicäa (325) und Konstantinopel (381) finden achtzehn Konzile statt, die sich der Aufgabe verschrieben, die drohenden Schismen zu verhindern. Keines war in der Lage, die Einheit der Kirche herzustellen oder eine Richtung zur tragenden zu erklären“

Auch wenn es beim von Ihnen beklagten „Katzenjammer“ der nach mir folgenden Konzile weder um einen Guru, noch ein religiöse Sol-Ermächtigungskonzept ging und die Kirche eigentlich erst später kam. Das Problem vor der Einführung des christlichen Logos-Kultes zur Staatskirche wird von Ihnen bestens beschrieben. 

Was ich in Vernunftdiskussionen vergeblich versuchte, funktionierte erst durch kaiserliche Anordnung. Nicht dem Sonnengott, sondern der in der Sonne sichtbaren, inzwischen mon(othe)istisch in Vernunft erklärten Kreativität des Ganzen, wurde durch Kaiser Theodosius die Staatskirche gebaut. Es war die im Kult personifizierte bzw. menschlich ausgedrückte Weltvernunft, die kein doketistisches Scheinwesen war, sondern so in Kultur Wirk-lichkeit wurde. Was in vielerlei Kultsymbolen ausgedrückt zum Kult des Volkes wurde, hat über den Kanon und die Schriftform der Reformation hinweg in vielerlei Wirren und Unsinn bis zur Aufklärung in westlicher Welt geführt.  Auch wenn damals das Volk – insbesondere im barbarischen Westen -  noch nicht so weit war wie ihr heute, noch wenig von Vernunft bzw. logischer Welterklärung und daraus abgeleiteter Weltvernünftigkeit wusste und daher Mittlergestalten notwendig waren. Um einen guten Jungen mit Namen Jesus oder das mir unterstellte Konstrukt eines Sol, ist es in der Kulturdiskussion antiker Hochzivilisation mit Sicherheit nicht gegangen.

6.14. Der Grund des christlichen Kultes ist konkret

In Ihrem Exkurs unterstellen Sie mir einen Henotheismus. Weil ich mich in meinem Kult, wie bereits der Stoiker Seneca, an kosmisch Konkretes gehalten und gleichzeitig die Götter noch als gültige gesehen hätte. Auch wenn wir keinen unsichtbaren Ordner des Alles im Sinne eures biblischen Gottesbildes annahmen, so haben wir uns für den Grund des Ganzen begeistert, der philosophischem Nachdenken (Vernunft) der griechischen Philosophie entsprach. Was, wie sie sagen, dem christlichen Verständnis nahe gekommen wäre. Und so kommen auch Sie dem Grund des christlichen Kultes sehr Nahe. Doch bei heutiger Heilsprediger-Hypothese müssen Sie mir weiter einen Henotheismus unterstellen. Sie könnten allenfalls einen Sol- oder Pan-Christus akzeptieren, der jedoch mit dem allgemein angenommen historischen Grund des christlichen Kultes nichts zu tun hätte.

Dabei beschreiben Sie, was ein Wesens-Merkmal urchristlicher Theologie-Christologie war. Wie auf philosophische Weise die Vielzahl der Götter in Einheit, nach der bei uns geltenden Welterklärung, d.h. in Vernunft bedacht wurden: „Hinter der Vielzahl der Götter in einem friedlichen und unproblematischen Verhältnis, das durch einfache Nebenordnung gekennzeichnet ist…“

Der bereits bei Echnatons Sonnenkult begonnene Monotheismus wäre nach Ihrer Sicht bei uns auf neue Beine gestellt worden. Und so belegen Sie selbst, dass weit mehr war, als eine religiöse Sol-Symbolik, die zu meiner Ermächtigung christlich „umgemünzt“ wurden. Sondern wie jetzt der Sonntag oder die Wintersonnenwende als späterer Geburtstag Christi sowie die sonstigen religiösen Symbole wieder wach, d.h. in Vernunft aufgeklärt verstanden wurden: echt Auf-erstehung war.

Auch die Münzfunde belegen eine gänzlich andere Kirchengeschichte, als sie uns bisher gelehrt wurde. Sie zeigen, wie christliche und pagane Vorstellungen in friedlicher Synthese den Anfang bilden und ein allmählicher Wandel war. All dies sind nicht nur Zeugen der Vernunft, die diesen Wandel bewirkte. Vielmehr zeigt das Wissen um die wahren historischen Wurzeln eurer christlichen Kultur, wie durch ein aufgeklärtes, vorurteilfreies Definieren der uns geltenden Vernunft viele eurer Probleme zu lösen wären. Nicht nur was den Kampf der Kulturen betrifft, die sich auf ihre nationalen Gründergestalten und Geschichten berufen, die zu leeren Dogmen verkommen sind.

6.15. Versöhnung in Vernunft

Die Charakterbilder über mich sind sehr unterschiedlich. Von tief verwurzeltem Pflichtgefühl, bis zu Fanatismus reichen die Beurteilungen, von denen leider kaum eine meine Begeisterung für die Vernunft als neuen universalen Kult berücksichtigt. Doch auch wenn ich nicht wie Marc Aurel gegen den Feind an der Donau ritt oder als Stoiker in die Geschichte einging. Meine Beweggründe waren weder religiöse Gefühle, noch ein Verrat Roms. Wie Sie und alle Historiker wissen, habe ich mich mit Intellektuellen über das Wesen der Vernunft gestritten, suchte ich die Versöhnung der Kulturen in einem zukunftsfähigen, staatstragenden Kult für das römische Reich. Von einer Verdammung der Vernunft als Kult, wie sie auch für den vielgelobten Philosophenkaiser Marc Aurel galt, kann schon gleich gar nicht die Rede sein. Weil die Vernunft/der Logos ja nicht nur Jahrhundertelang unser Diskussionsgegenstand war, sondern die alte Kult-Sympolik in Vernunft verstanden wurde.

Ich könnte fortfahren, all Ihre Aussagen aufzugreifen, die mehr als deutlich machen: Meine Vision war es, die Kulturen in Vernunft zu versöhnen. Die mir nachgesagte Wende war kein übernatürliches Ereignis, sondern ganz logisch-natürliche Kulturentwicklung, bei der nicht altägyptische oder hellenistische Glaubensvorstellungen, sondern deren Erklärung in zeitgemäßer Vernunft das theologische Thema waren.

Nicht Kirchenoberhäupter und ihre beliebige Mehrheitsgruppen sollten auf unseren Konzilen bestimmen, sondern die Vernunft, als deren Vertreter ich mich sah. Nicht ich wollte über die Bischöfe herrschen, sondern wie bei Sokrates, sollte nach dem Kulturwandel antiker Aufklärung auch in Sachen Kult die Vernunft ausdiskutiert werden. Das wird nicht nur in meinen Briefen deutlich, sondern ist logisch. Sollte nicht auch im philosophischen Denken, all den von heutiger Aufklärung vielgerühnten Verhaltensweisheiten meiner Zeit, die Vernunft selbst bestimmend sein?

„Fürs erste wollte ich aller Völker Sinnen und Trachten, sowie es sich auf Gott hinrichtet, gleichförmig machen und vereinen, dann aber den Körper des ganzen Erdkreises, der gleichsam an einer schweren Wunde litt erquicken und verbinden. Was vormals durch ein mächtig Heer, sollte jetzt in Vernunft erreicht werden“ werde ich von Ihnen zitiert. Und selbst wenn mir das von späteren Kirchenschriftstellern in den Mund gelegt wurde, dann kannten die mein Bestreben noch besser, als bei heutiger Heilsprediger-Hypothese hinten herauskommt.

Denn „Jesus der arme Poet“, der wurde zu meiner Zeit weder mit dem Heiligenschein dargestellt, noch kam er vor. Auch als nach mir der christliche Glaubensgrund in Purpurgewändern und mit dem Nimbus (später Heiligenschein), dem imperial-solaren Würdezeichen der heidnischen Kaiser, sowie mit Weltkugel gezeigt wurde. Das alles hat weder was mit einem Wanderguru zu tun, der heute das Weltbild bestimmt, noch einer Sol- oder Gottesfiktion. Auch wenn es bei uns Einstein noch nicht gab, wir die auch bei euch viel gefeierte Sonnenfinsternis noch nicht so wie ihr in Vernunft erkärten konnten. Es ging um die im himmlischen Geschehen beobachte, für das menschliche Leben maßgebende und nun in Vernunft erklärte kreative Wirklichkeit, der in der Geschichte antiker Aufklärung ein göttergerechtes Gesicht gegeben werden musste. Und das nicht nur durch meine Mutter: Das menschlich ausdrückende Wesen. Wenn aber eure Aufklärungsorgane im Geschichts-SPIEGEL über Helena schreiben, wie wenn hier eine antike Archäologin unterwegs gewesen wäre, dann scheint die neuzeitliche Aufklärung bös ins Stocken gekommen zu sein. 

6.16. Vernunft und Weisheit vom Kreuz befreien

Es bleibt das Kreuz der Vernunft, dass sie immer wieder an den traditionellen menschlichen Vorstellungen hängen bleibt. Doch so wenig, wie ich als Weltbürger mich beklagen will, geboren worden zu sein, könnt ihr euch darüber beklagen, dass auch meiner Mutter oder der Vernunft selbst ein Gesicht gegeben werden musste. Weil sie nur so in westlicher Welt Geschichte machte bzw. die in ihr personifizierte menschlich-kulturgerechte Ausdrucksweise zur Wirk-lichkeit wurde.

Doch ihnen Herr Prof. Bergmeier, wie vielen weiteren kritischen Geschichtsforschern ist es zu verdanken, dass am Anfang christlichen Kultes nicht weiter die theologischen Märchen wörtlich genommen und dann ein mehr oder weniger göttliche Wanderguru unterstellt werden kann.

In allen dicken Büchern über die anfängliche Christologie, auch echt wissenschaftlichen Beschreibungen der vielfältigen Auseinandersetzungen, die sie als „wilde Jahre“ bezeichnen, wird bisher ein egal wie gearteter junger Jude vorausgesetzt. Während in Ihren Werken, insbesondere im Zusammenlesen klar wird, dass der nicht das Thema war. Denn gleichwohl selbst in der christologischen Literatur auf jeder Seite deutlich gemacht wird, dass es um den Logos ging, bei keinem der anfänglichen Denker bzw. den in Konkurrenz liegenden Gruppierungen ein Guru das Thema gewesen sein kann (weder in ganz Nordafrika, noch sonst wo, nicht bei einer einzigen der sich bekämpfenden Bewegungen) muss der weiter geglaubt werden. Weil dies angeblich der christliche Glaube wäre bzw. diesen ausmachen würde. In ihren glaubensfreien Werken wird daher weit besser deutlich: Der gutherzige Guru, der heute das Weltbild der westlichen Welt auch dort bestimmt, wo man sich dann von den absurden Gottesbildern abwendet und in modernem Pantheismus die Natur/Evolution selbst vergöttert, das ist ein Hirngespinst von Halbaufklärung.

Doch zu denken, ich hätte Sol zum christlichen Gottessohn meiner Globalisierung gemacht und für ihn eine Kirche gebaut, das greift zu kurz. Ich kann zwar euren Vernunftdefätismus verstehen. Denn ohne die Vernunft im Verhältnis der alten Glaubensvorstellungen zu bestimmen, wie wir es endlos taten, bleibt sie ein unbedeutendes Wesen, das nicht auf mündige Weise in Verant-wort-ung nehmen kann. So dass Weltvernunft nicht nur auf UNO-Konferenzen und fast allen Parteien (vom prot. Pfarrer oder dem derzeitigen Papst ganz zu schweigen) meist nur vergeblich gepredigt wird. Doch deswegen auch unserer Zeit die Vernunft absprechen zu wollen, das wäre, wie wenn man Ihre Bücher verbrennen, das Wissen über die antike Hochzivilisation verleugnen würde.

Auch wenn klar wird, wie ich eine Synthese zwischen Tradition und Moderne, Heidentum und Christentum suchte und dazu an der Grenze zwischen Orient und dem Westen eine neue Stadt baute. Dann habe ich nicht den Flug der Vögel befragt, von dem Sie schreiben. Beim Bau der neuen Kultstadt, genau wie der Kirche, habe ich mich von Vernunft beraten lassen und dazu deren Anhänger aus aller Welt unter Vernachlässigung meiner sonstigen Aufgaben  (nicht nur des Postwesens, wie mir Anhänger der Tradition vorwarfen) zusammengetrommelt.

Ihr habt die Gabe, die heutiger Aufklärung heilige Vernunft in glaubensaufgeklärter Weise in ihrem Wesen zu den traditionellen Vorstellungen zu verstehen. Eine Auf-erstehung, die nicht nur die durch die Glaubenslehren verursachten Probleme lösen würde.

Sehr verehrter Herr Bergmeier,

ich kann verstehen, dass Sie nicht all meine Selbstaussagen teilen. Sprechen sie doch völlig gegen ihre bisherige Sicht der Dinge. Doch als Wissenschaftler sind sie allein der Wahrheit verpflichtet. Und sicher ist der Prozess der Wahrheitsfindung, sowei überhaupt noch möglich, noch lange nicht abgeschlossen. Und sicher sind manche Einzelheiten zu revidieren bzw. besser zu beurteilen, als hier geschehen. Doch wenn Sie ihre berechtigte Kritik des christlichen Glaubens hinten anstellen und sich an die historische Realität halten:

Gibt es noch ernsthafte Argumente, die dagegen sprechen, dass es mir bzw. am Anfang des christlichen Kultes um die gleiche Vernunft ging, die Ihnen nicht nur mit Blick auf die antike Aufklärung heilig ist? Her damit!!!

7. Die Diskussion von damals mit aufgeklärtem Verstand weiterführen

Busse, wie sie heute die Atheisten in ihrem Kampf für die Aufklärung gegen die völlig vermenschlichte Gottesvorstellung auffahren, hatten wir noch keine. Die wären wahrscheinlich auch nicht notwendig gewesen. Denn selbst wenn die Antike Aufklärung seit Platon mit den menschlichen Götterbildern rang, in anfänglicher Wissenschaft nach Wahrheit suchte, hat es dort euer Problem nicht gegeben. Einen Gott, der dem Buchstaben nach zu glauben und dessen Handwerk in der Welt zu beweisen oder abzustreiten war, den hat es weder dort gegeben, wo noch mein Neffe und Nachfolger Julian die Götterbilder der Tradition wieder zur Geltung bringen wollte. Und noch weit weniger dort, wo ihr das griechische Theos einfach mit Gott übersetzt. Denn dort hat sich die Philosophie mit den Götterbildern der Mythen auseinandergesetzt, um im Wandel vom Mythos zum Logos nun in vernünfiger Weise bzw. aufgrund jetzt natürlicher Erklärung des Werdens nach kausalen universalen Gesetzen (Logos) über das kreative=schöpferische Geschehen zu denken.

Wo die Alten für die Kreativität oder kulturelle Wesenheiten vielfältige Götternamen gebrauchten, die für dies und das zuständig waren, dann war dies kein Gott, gegen den jetzt die Buss auffahren, um die aufgeklärte Welt darauf hinzuweisen, dass es ihn "mit aller Wahrscheinlichkeit nicht gibt". Selbst wenn den Göttern der Mythen Opfer gebracht und Achtung erwiesen wurde, dann waren die bei uns bereits in Vernunft erkärt. Und noch mehr führt es euch in die Irre, missversteht ihr unsere, wie auch die christliche Mission, wenn ihr dann einfach unsere philosophische Theologie mit dem Gott gleichsetzt, gegen den jetzt die Jünger Dawkins bzw. natürlicher Welterklärung (des Logos) in täglich erscheinenden Büchern aufbegehren.

Richtig ist sicher, dass der Götterkult nicht mehr den antik-wissenschaftlichem Weltverständnis bzw. dem nun geltenden Logos/der Vernunft entsprach. Doch weder in der Tradition der Mythen und erst recht nicht in der monistisch-philosophischen Definition des Monotheismus, die den Zeusbegriff als Vater aller Götter gebrauchte, ging es um einen Gott, der mit dem Wissen nicht vereinbar war.  Wenn daher ein Philosoph eurer Zeit wie Volker Gerhard in "Der Sinn des Sinn - Versuch über das göttliche" beim Versuch der Versöhnung der Weltbilder sagt, dass er lieber mit "den Alten" nicht von Gott sprechen will, sondern vom göttlichen. Dann sollte er besser vom schöpferischen bzw. kreativen sprechen, wie es uns galt. Und was auch in der ewigen Christologiediskussion in seinen Wesenheiten zur Diskussion stand. Denn um ein vorgesetztes Gottesbild ist dort so wenig gegangen, wie um einen jungen Juden. Denn über das Wesen der Kreativität, wie ihre sie in aller Natur und Kultur erklärt, da kann man streiten. Ob dieser Logos bzw. das in Natur/Vernunft erklärte Werden nun selbst allein das göttlich/schöpferische ist oder wie es im Verhältnig zum Verständnis der Väter steht, diesem Thema galt die Diskussion die wir führten.

Wie ihr wisst, wurde bei uns weder in der gesamten philosophischen Diskussion der Zeit und auch nicht bei den unzähligen Konzilen darüber gestritten, ob die Welt natürlich enstand oder sie ein Gott erschaffen hat, wie dieser lenkt oder warum er das Leid zulassen würde. Auch wenn wir von euerer Wissenschaft noch weit entfernt ware. Das Werden wurde im Logos/in Vernunft erklärt und über dessen Wesen haben wir gestritten.

Auch den aus dem natürlichen, kreativen Geschehen abgeleiteten Sinn unseres Daseins haben wir nicht als Gott gesehen, wie das euere Philosophen in Versöhnung der Weltbilder tun wollen. Wie ihr wisst, haben wir den Logos/Sinn des Ganzen als eine Wesenheit verstanden, die nicht mit dem Wesen der Götter der Väter identisch war. Aber ich will euch jetzt nicht mit der Diskussion langweilen, die auch mir damals auf die Nerven ging. Auf jeden Fall wäre euch viel geholfen, wenn ihr einfach mal auf Moses (die Propheten bzw. Jünger Zarathusas, des anfängliche Exilsmonotheismus) hören und das Maul halten bzw. für das kreative Geschehen keinen Begriff gebrauchen würdet. Und euch noch weit weniger eine menschliche Vorstellung davon machen würdet. Die ihr euch dann gegenseitig um die Ohren haut. Oder mühsam versuchen müsst, sie als unbebegreiliche Begrifflichkeit doch irgendwie sinnvoll zu erklären und mit dem Wissen bzw. der Vernunft zu vereinen.

Der Sinn unseres Seins, den wir auf natürlich Weise sahen, ohne was von Genamaximierung/-weitergabe als natürlichem Sinn in Evolution zu wissen und als Wesen auch kultureller Evolution weiterzudenken, den leiteten wir nicht aus alten Mythen oder menschlichen Gefühlen. Was im kreativen Sinne sinnvoll war, sagte bereits uns die Vernunft antiker Hochzivilisation: Logos. Und der war dann nicht einfach ein neuer Gott, sondern bekanntlich eine kreative (schöpferische) Wesenheit, die in Geschichte eine kulturgerechte Ausdrucksweise brauchte, die an Stelle der Götterbilder treten musste.

Die Vernunft bzw. das in Vernunft erklärte kreative, schöpfersiche Geschehen, das den Vätern in Gestalt der Götter galt, war selbstverständlich für uns nun der neue Grund der Gesetze, die ich als Kaiser nun nur noch repräsentierte. Im vernünftigen Weiterdenken der Natur durch geistbegabte Wesen, gründete nicht nur bei Platon das Recht, sondern auch dort, wo ihr von christlicher Religion redet. Wo z.B. bei den Streihähnen aus Alexandrien der Platonismus weitergedacht wurde. Und da war kein geheimnisvoller Richter, der über menschliche Moralvorschriften wachte. Denn dass der, der sich nicht an die Dynamik der Natur, damit, auch den ewigen Wandel in Kultur hält, auf der Strecke bleibt, das ist doch inzwischen ganz selbstverstädlich. Selbst eurer Hausmeister Krause kennt die Ewigkeit in natürlicher Evolution, die auch ohne den Menschen auskommt, wenn der sich durch einen ökologischen Unsinn selbst erledigt hat. Und dass sich der Mensch im Alltag an die Gesetze der Natur (deren Logos) halten muss, das weiß er nicht nur, weil er im Winter einen Mantel trägt, nicht zu nah am Wasser baut oder auch beim Essen und Trinken nicht tun und lassen kann, was ihm schmeckt bzw. es seine humane Meinung ist. Weil es bittere Folgen hätte, wenn er sich nicht der ihm gegebenen Vernunft an die schöpferischen Vorgaben/Vernunft hält.

Gottesbeweise, mit denen bei euch gar gestandene Philosophen aufwarten wollen, die sind uns, die wir bekanntlich Recht und Ordnung aus dem nun in Vernunft erklärten kreativen Geschehen ableiteten, unmöglich zuzumuten. Mit theos, später lat. deus bezeichneten wir ein nun natürliches kreatives (göttliches) Geschehen, das seit Anaxagoras, Tales beschrieben und von Heraklit erstmals mit dem Logosbegriff umschrieben wurde. Auch wenn die Ableitung des Werdens aus Wasser, wie bei Thales von Milet oder Feuer, wie bei Heraklet, noch recht metaphysisch klingt, dann wisst wir, dass wir am Anfang eurer Wissenschaft den Logosbegriff in der Stoa bereits weitergehend erklärten und gebrauchten. Dies hatte nichts mit überlieferter Metayhysik zu tun. Und was bei uns möglicherweise noch wirklich recht spekulativ war, wird von euch inzwischen auf empirische Weise bzw. in Evolution oder Ökologie erklärt.

Und wer die Ideenlehre Platons kennt, der kann sich auch ein Bild davon machen, wie bereits die natürliche kosmischen Ordnung auch für das Seelenleben, die menschlichen Ideen zuständig waren. Eure Evolutionslehrer reden von Phantasiebilder der notwendiger evolutionärer Wandel die Voraussetzung für die menschliche Kultur seien. In dieser Weise könnt ihr sicher auch verstehen, was Grund unserer ewigen Diskussion war, wie wir um die Rollen/Aufgaben der verschiedene Wesen ewig und drei Tage rangen.

Wer sich beu euch in Sachen Kunst, Kultur oder Kommunikation betätigt, aber auch wer beobachtet, wie im täglichen Fernsehkonsum die Bilder und Geschichten die Menschen gefangen nehmen, Gesichter, bekannte Namen und Gestalten eingehen, der kann zwar den Begriff der Seele an den Nagel hängen. Doch jedem halbweg gebildeten Menschen ist klar, wie allein das Wissen nicht reicht, Menschen und ihr Verhalten durch ihre Vor- und Weltbilder geprägt werden, der PC durch die eine komplexe Software gesteuert wird.

Dass allein mit menschlicher Vernunft bzw. philosophischen Vernunftlerhen nichts zu machen war, der Mensch ein emotionales Gefühlwesen ist, das von seinen tief verankerten Weltbildern bzw. dem Seelenleben bestimmt ist, das war Stoff unserer Zeit. Wenn ich den alten Göttern noch weiter anhingt, weil damals uns noch lange kein Ersatz gefunden war, dann war das nicht nur traditionshörige Gefühlsduselei. Wenn wir über das nachdachten, was ihr als "Menschwerdung Gottes" bezeichnet, dann ging es uns nicht nur um die Frage der verschiedenen Wesen oder das Verhältnis von Vernunft zur Tradition, sondern wie das schöpferische der menschlichen Kultur zu vermitteln ist. Denn Religion war bei uns keine Selbstbefriedigung, was ihr meist nur heilich, Zuhause im stillen Kämmerlein für das eigene Gefühlsleben tut und wo der Same nur unnütz verspritzt wird. Den Kult, der alle Kanäle umfasst, sahen wir als poltische Voraussetzung für die menschliche Kultur und ihre Weiterentwicklung. Und den Sinn, den wir auch in der Geschichte sahen, der kulturellen Weiterentwicklung, auch den leiteten wir nicht aus alten Geschichten oder einem vorgesetzen Gottesgebilde als Kreator ab. Wenn wir das sinnvolle kreative Ganze in verschiedenen Wesenheiten beschrieben, verschiedenen Rollen/Aufgaben in Dreieinigkeit, dann hatte das einen vernünftigen Grund. Und selbst wenn wir dafür den Begriff Gott gebraucht hätten, dann ist es nicht nur um die Natur gegegangen oder gar einen zu beweisenden Designer, der sich das alles ausgedacht hat. Auch innerhalb unserer Familie oder bei mir selbst könnt ihr nachvollziehen, wie wir um die Definition der euren Atheisten heiligen Vernunft im Sinne der kulturbedeutenden Vorstellungen der Tradition gerungen haben.

Der ewige Wandel der Phantasiebilder, die dem gewandelten Weltverständnis entsprechen müssen, macht die Geschichte des Monotheismus aus. Bereits die Hoffnung, die die im Exil bei Zarathustra ausgebildeten Propheten wie Esra, Nehemia, Jesja & Co. in die Verbreitung des Wortes/Vernunft als Befreiung aus Ägypten und Babylon (den alten Hochkulturen) setzten, nach dem "Ende der Nacht" fragten, ist vielfach biblisch bebildert. Und diese Geschichte geht weiter. Ganz genau wie die Lehrer kultureller Evolution deren kreative Entwicklung im ewigen Memorie, dem neuen Aufdecken des Alten erklären.

Doch dass eine Memtherie nicht weiterbringt, wie sie bei euch im Bereich des Bewusstseins und kultureller Erinnerung von denen vertreten wird, die aufgrund von Gottesbildern und Buchstabenglaube alle Religion nur verdammt, wäre uns klar gewesen. Das ist, wie wenn ihr ein Stück Pastik, evtl. die Gieskanne an einen alten Baum steckt und euch wundert, warum daraus keine Blüten erwachsen. Mit dem worin eure Kultur erwachsen ist, hat die Memtheorie nichts zu tun, kann daher kein kreatives Weiterwachsen auf ganz natürlich-evolutionäre Weise bewirken. Und weder könnt ihr so die Weltbilder versöhnen, noch den blutige Kampf der Kulturen beenden. Und noch weniger kann damit mündigen Menschen das, was im kreativen Sinne vernünftig für die Welt und die eigene Zukunft ist, zur Bestimmung bzw. Verant-wort-ung werden. Denn Entwicklung der Kultur kann nicht funktionieren, wenn man ihr den Kopf abschlägt, sondern wenn aufgeklärt und erinnert wird: Auferstehung.

8. Zurück zum historischen Jesus

Erlaubt mir, dass ich als Kaiser antiker Hochzivilisation die Aussagen eines kath. Theologen aufgreife, der den Islam als einen aus der christologischen Diskussion meiner Zeit hervorgegangenen Schwester-Kult entschlüsselt. Der damit auch in Sachen Mohammed (als orientalische Ausgabe von Jesus) heiße Eisen anpackt. Auch wenn er getreu der heutigen Hypothese den historischen Jesus noch für einen einfachen jungen Juden hält, so lässt sich auch an seiner Darstellung des heutigen Wissensstandes deutlich zu machen, dass es um diesen nie ging.Dass weder die Verfasser der biblischen Texte, noch die orientalischen Geistwissenschaftler oder ich einen Guru vergötterten. Wie vielmehr auch die heutige Jesus-Forschung keinen anderen Schluss zulässt, als dass es von Anfang an bzw. dem dann beim biblisch bebilderten Jesus, (somit auch in prophetischer Ausdrucksweise über den Koran bei Mohammed), um den Logos ging: Das in Vernunft erklärte natürliche Werden und was danach zeitvernünftig für die gemeinsame Zukunft ist.

Sehr geehrter Herr Professor Karl-Heinz Ohlig,

wenn ich Ihre Ausführungen über den zusammengefassten heutigen Forschungsstand „Was wissen wir vom historischen Jesus“ aufgreife, dann will vermeiden, alles neu aufzurollen, was an anderer Stelle bereits dargelegt und durch die historische Kritik oder die Gegner des Glaubens vielfach gesagt ist. Sie sind ein theologischer Wissenschaftler, der sich mit den Wurzeln des Islam beschäftigte. Und der sich nicht scheut klar zu machen, dass Mohammed kein Zweibeiner, sondern der „Gesandte“ ein Hoheitstitel für ein Wesen war, das bei unserem christologischen Streit zur Diskussion stand. Auch wenn Sie dann bei der Hypothese des verherrlichten Heilspredigers bleiben. So möchte ich in Hochachtung Ihrer Arbeit Ihre Ausführungen über den historischen Jesus als Zeugen dafür aufrufen, dass es auch am historischen Anfang des christlichen Glaubens um keinen Zweibeiner ging. Wie mir und allen vielfältigen sich bekämpfenden christologischen Bewegungen von der Vernunftlehre antiker Aufklärung ausgingen. Und wie sich auch die biblischen Texten, die theologischen Aussagen oder die frohe Botschaft bzw.  die Heilshoffnung auf genau diese die Vernunft bezogen, die auch neuzeitlicher Aufklärung wieder heilig ist. Auch wenn die anfängliche Hoffnung inzwischen oft in Vernunftdefätismus umschlug.

Die historisch-kritische Forschung, deren heutigen Stand Sie schildern, wird auch mich vom Vorwurf befreien, einen jungen Mann mit Namen Jesus vergottet zu haben, wie ihn leider auch Sie voraussetzen. Denn während bis zur Aufgklärung bei Jesus wie selbstverständlich von einem gottartigen oder gar schöpferischen Wesen ausgegangen wurde, wie es z.B. ihr ehemaliger Kollege Klaus Berger gegen die hisorisch-kritischen "Bibelfälscher" bewahren will, ist heute doch klar: Ein junger Mann kann weder ein Gott auf Erden gewesen sein, noch sind die wundersamen Aussagen wörtlich bzw. im banalen Sinne zu verstehen. Die historisch-kritische Forschung, die nicht nur nachweist, was nicht historisch war, sondern letztlich hinter jedem Schritt und Tritt Jesus in täglich erscheinenden Bänden hochtheologischen Aussagen erklärt und wie Bilder, auch aus unserer Göttertradition aufgegriffen wurden, macht damit doch selbst deutlich: Das hoheitliche ist auch das historische Wesen. Im Text des Neuen Testament kann es dort wo Jesus steht, nur um das gegangen sein, was in unserer ewigen Diskussion um das Wesen der Vernunft das Thema war.

8.1. Warum ein Wunderheiler, wenn doch die ganze Diskussion um das Wesen der Vernunft/Weisheit ging?

Einem Wissenschaftler, der sich wie Sie mit den Wurzeln des christlichen Glaubens beschäftigt, brauche ich sicher nichts von den ersten Jahrhunderten bzw. der urchristlichen Bewegungen vor mir zu erzählen, die z.B. auch in den dicken Bänden bei Herder über die "Geschichte des Christentums", der unzähligen streitbaren Christologiebewegungen insbesondere in Nordafrika "Jesus der Christus im Glauben der Kirche" bei Alois Grillmeier oder mit Blick auf die Kirchenväter und sonstige historische Schilderungen der Anfänge aufgelistet sind. Es genügt sicher nicht, einfach von "wilden Jahren" zu sprechen und vielfältige sich bekämpfende Bewegungen aufzulisten, mit denen ich mich rumzuschlagen hatte

Man muss sich möglichlichst die gesamten, sich bitter bekämpfenden Denkweisen vor Augen führen, die in den dicken Bänden der Kirchengeschichtsbüchern, allein bei Herder beschrieben werden. Nicht nur um zu sehen, wie ein Missionsprediger mit Namen Paulus mit diesen Bewegungen Nordafrikas, den dort aufaddierten unzähligen Bischofsitzen nichts zu tun haben kann, die alte Betrachtung ein schlechter Witz ist. Auf jeder Seite der unzähligen Geschichtswerke - wie aber auch der täglich erscheinenden neuen theologischen Deutungen der alten Texte - wird klar, das ist es um den nicht ging, den die heutigen Verfasser beim Jesusbegriff sehen wollen. Je mehr man sich allein in die historische Diskussion vertieft und die unzähligen, sich bitter bekämpfenden jüdischen-griechischen Reformbewegungen der Wendezeit beleuchtet, die sicher heute noch nicht alle offen liegen. Desto unhaltbarer wird doch die Hyothese vom Heilsprediger und seinem gewandelten Verfolger, der zum Verherrlicher oder Weltmissionar wurde.

Ersparen Sie mir aber hier alles aufzuzählen, was bei Licht betrachtet nur den Schluss zulässt, dass dann auch wir nicht nur vom Logos sprachen, sondern es auch um das Wesen der Vernunft ging. Und sicher haben Sie sich auch eingehend mit den theologischen Diskussionen der unzähligen Bewegungen beschäftigen, die sich gegenseitig der Häresie beschuldigten und teils blutig bekämpften. Auch wenn in allen heutigen Werken der anfänglich als Logos geltende und ähnlich bzw. als schöpferische/kreative Wirklichkeit umschriebene geltende Diskussionsgegenstand immer mit Jesus übersetzt wird. Wie wenn in Aufklärungs-Zeiten antiker Hochzivilisationen, der die Bildung/Vernunft heilig war, ein junger Junge als eine Art geheimnisvoller Gott zur Debatte stand. Jedes Geschichtswerk, das das anfängliche theologische Denken beschreibt, aber ebenso die Darlegungen der Exegeten über die Bedeutungshinhalte der biblischen Verfasser macht klar, dass es an keiner Stelle um einen gutherzig-göttlichen Jugen ging, wie er heute als historisch gilt. Wie vielmehr genau das das Thema war, was in alten Text über die Kulturdiskussion stand oder Johannes als Thema des Neuen Testamentes vorstellt: Der Logos, die Vernunft, nach der damals alles Werden und menschliches Verhalten vom aufgeklärten Denken definiert wurde.

8.2. Kann orientalischen Denkern die Verherrlichung eines jüd. Junghandwerker und seine Mutter unterstellt werden?

Der Sohn Marias, was dann einfach mit Jesus übersetzt wird, wie wenn es um einen jungen Juden ginge, steht im Koran, mit dessen Wurzeln sie sich beschäftigen, nachweislich für das "Wort" (Logos), der im Sinne des Alten Testamentes  mit dem Götzenbilder vertreibender Josua gleichgesetzt wurde. Was echte Auferstehung war.

Wenn der Sohn einer Maria eine messianischere Funktion hatte, wie dann in der Kirchentradition, dann verweist doch all dies auch darauf, dass es den Verfassern des Koran bzw. den orientalischen Denkern, die sich von der Kirche bzw. ihrer Ausdrucksweise des Logos abzweigten, nicht um einen jungen Guru ging. Den damaligen Denkern ist unmöglich zu unterstellen, eine jungen Hebräerin, die einen Heilsprediger auf die Welt brachte, auf noch hoheitlicher Weise als in christlicher Literatur gesehen haben. Warum aber die Vernunftlehre ohne menschliche Zeugung zur Welt kam, war den damaligen Denkern klar.

Die Intellektuellen, die sich in unserer Christologiediskussion abspalteten, kann es bei dem für sie geltenden Wort, das als Sohn von Mutter Kirche Isa war und so nicht nur akzepiert, sondern verehrt wurde, nicht um einen Wanderguru gegangen sein, den man für den Logos bzw. die Vernunft allen Werdens hielt und philosophische diskutierte. Wenn im Koran geschrieben steht, dass der Engel Gabriel der Maria die frohe Botschaft brachte, dann ging doch keiner von einem großen Vogel aus, der so bei einer jungen Heräerin auf jungfräuliche Weise einen Guru zeugte. Das sind Bilder, die damals galten. "Und wir haben Jesus, dem Sohn der Maria, die klaren Beweise gegeben und ihn mit dem heiligen Geist gestärkt.“ so wird bei Wiki unter "Jesus im Koran"  Sure 2, Vers 87, übersetzt. Aber Sie müssten doch wissen, dass es den Verfassern damals um die Vernunft ging. Auch wenn sie bekanntlich sein Wesen in anderer Weise definierten bzw. zum Ausdruck brachten, wie die Kirche. Der ganze Unsinn, der meist mir und der Kirche hinsichtlich der Hyothese von der Heilsprediger-Vergottung/Verherrlichung unterstell wird, der ist doch noch weit weniger mit denen zu machen, die dann zum Islam wurden. Allein die nüchterne Auswertung dessen, was ihr über Jesus und Maria im Koran bzw. das Denken und Diskutieren der Verfasser wisst, müsste doch eure Heilsprediger-Hypothese kippen.

Wieso gehen Sie daher bei allem, was Sie über die hochphilosophische Diskussion um das Wesen des Logos und den daraus erwachsenen Islam entschlüsselten, weiter davon aus: Ich und die anderen Denker, die aus der orientalischer Bildung des Neuplatonismus kamen, hätten einen jungen Heilsprediger vergöttert? Wie kommen Sie auf die Idee, wir hätten dann diesen als die Vernunft hochleben lassen, nach der wir in antiker Aufklärung nun die Welt auf kausale Weise erklärten und so den Monotheismus der hebräischen Väter neu begründeten?  Gehen Sie ernsthaft davon aus, dass die Streithähne Arius oder Athanasius von Alexandrien, wo die Christologie herkommt (im philosophischen Vernunftbegriff begründet wurde), jetzt einen jungen Juden mit Namen Jesus damit eingewickelt und sich dann wegen dessen Wesen gegenseitig der Häresie beschuldigt hätten? Wollen Sie der am Anfang des Islam von Ihnen erforschten Geistesbildung des Orient, bei der sich die antike Aufklärung bekanntlich noch länger hielt, als im Westen, wirklich unterstellen, es wäre ihr bei der Trennung der Wege um ihren Wanderprediger gegangen, weil man sich über dessen mehr oder weniger göttliches Wesen nicht einig wurde?

8.3. War der Logos/die Vernunft das theologische Thema oder der Titel eines heilspredigenden Wanderkynikers?

Selbst beispielsweise auf der Homepage von Roland Sinsel, der als Laie mit viel Mühe die Geschichte der Theologie auflistet und wo auch ihr Aufsatz über den aktuellen Stand der Forschung zu finden ist,  wird klar gemacht: Das Thema der gesamten anfänglichen Theologie, wie aller Kirchenväter, war der Logos/die Vernunft?

Doch ist die Sichtweise, die dort auch der Laientheologe getreu heutiger Hypothese vertritt, dass mit der Logoslehre der christliche Glaube mythologisiert wurde, aufgrund des heutigen Wissens um unsere Zeit, ebenso wie die christologischen Anfänge und biblischen Bedeutungsinhalte noch haltbar? Denn eure Hypothese steht und fällt mit der Unterstellung, dass ein junger Heilsprediger mit zufälligem Namen Jesus durch seine Anhänger oder möglicherweise erst durch uns, zu Gott gemacht wurde. Dann nicht nur zum Logos erklärt, sondern gar als das diskutiert wurde, was wir in antiker Aufklärung im Logos/in Vernunft definierten. Doch uns diese Absurdität zu unterstellen, ist völlig unhaltbar.

Zeigt sich die Heilsprediger-Hypothese nicht bereits dann als theologisches Märchen, wenn klar wird, wie im antiken Monismus bzw. im Logos/in Vernunft der Monotheismus philosophisch neu definiert wurde? Wobei ich ja Verständnis dafür habe, dass eure Theologie, die von Kind an gelernt hat, von einem jungen Mann als Gott (damit dem kreativen/schöpferischen Grund) zu reden, sich kaum Gedanken darüber macht, wie abwegig das ist. Wo vor wenigen Jahrzehnten noch Hexen verbrannt wurden, weil sie angeblich für das schlechte Wetter verantwortlich waren, da wundert es kaum, wenn ein Wanderguru zu Gott,  dem kreativen Grund bzw. Sinn des Ganzen erklärt, dieser uns als Erneuerung des hebräischen Monotheismus unterstellt wird. Dabei wisst ihr doch, wie bei uns die Welt in Vernunft erklärt wurde. Wie so der Grund alles Seins, über dessen weiterhin gültiges Wesen wir dann Jahrhundertelang heftigst stritten, offenbar war. Auch wenn sich die Wege der monotheistischen Geschwister dann trennten.

8.4. Kann der neuen Monotheismus in einem jungen Mann begründet werden?

Auch Ihre knappe Zusammenstellung des heutigen Forschungsstandes zu Jesus macht deutlich, wie sehr eure Heilsprediger-Hypothese mit der Unterstellung steht und fällt, dass wir in einem jungen Juden den gesehen haben, von dem bei euch die Pfarrerin in der protestantischen Dorfkirche sagt, er sei „der schöpferische Grund, der alles aus sich hervorgebracht hat“. Hat der an heutigen Hochschulen als selbstverständlich vorausgesetzte Heilsprediger einen so dicken Arsch gehabt, dass er damit das gesamte Weltall oder gar die menschliche Kulturentwicklung und den dann zu bedenkenden Sinn menschlich-geistbegabter Wesen ausgedrückt hat? Warum unterstellt ihr uns, die wir den jüdischen Monotheismus im Rahmen des philosophischen Monismus bzw. in Vernunft erklärten, dann diesen Irrsinn? Denn all eure Hypothesen gehen davon aus, wir (und damit auch die orientalische Bildung, die mit uns über das Wesen des vernünftig erklärten Werdens/Logos uneins war), einen jungen Mann zu Gott erklärt zu haben. 

Warum aber das Werden, das wir bereits in anfänglicher, sicher noch recht metaphysisch klingender Wissenschaft in Vernunft ausdrückten, von uns nicht einfach als das gesehen wurde, was den Vätern des Monotheismus als unsagbarer Grund des Ganzen galt oder in Göttern personifiziert war, sondern diesen in seiner Person (Rolle/Aufgabe) nur offenbarte, könnt ihr in unserer Diskussion nachblättern. Auch wenn wir uneins über das Wesen waren, so wurde der Logos (die Vernunft) bekanntlich nicht  einfach als das angenommen, was den jüdischen Vätern als unsagbarer Grund aller Kreativität galt oder auch bei den Griechen entsprechend personifiziert war.

Und wer Mohammed als theologischen Mythos entlarvt, der aus dieser Diskussion um den christlichen Glaubengrund erwuchs. Wie kann der uns weiter unterstellen wollen, einen Heilsprediger hellenisiert, zu Gott erklärt oder so gesehen zu haben, ohne die Vernunft zum Thema zu machen, die hinter der Theologie unserer Zeit und den Kultlesetexten des Kanon stand?

Wenn ich Sie um Re-vision des historischen Jesus bitte, dann wird weder der historische Grund genommen, noch die biblische Ausdrucksweise in Frage gestellt. Dass die Bibel ein reines Bla, Bla sei, wie die von kirchlichem „Lug und Trug“ redende glaubenskritische Wissenschaft dann erklärt, ergibt sich doch vielmehr aus der heutigen Hypothese. Die die gesamte christliche Lehre (den ursprünglichen Logos/das Wort, als was Jesus auch den Verfassern des Koran galt) zum Mythos macht. Weil sie den Schriftstellern der vielfältigen (auch vielen außerbiblischen) christlichen Kulttexte und uns unterstellt, aufgrund eines zu heißen religiösen Bades oder aus rein politischen Zwecken einen Heilsprediger zu Gott gemacht zu haben. Dabei ist diese Hypothese auch aufgrund des heutigen Forschungsstandes über Jesus bzw. heutiger biblischer Betrachtung unhaltbar.

8.5. Warum darf die wissenschaftlich erklärte Vernunft nicht der historische Grund christlichen Glaubens sein?

Auch wenn Ihnen das Bild des guten Jungen in die Wiege gelegt wurde und ihnen seine Aussagen in der Bergpredigt „liebgemacht“ haben, so sind Sie als Wissenschaftler der historischen Wahrheit verpflichtet. Und danach wissen Sie auch, dass es weder bei der Bergpredigt, noch in all den „Weisheitslehren des Urchristentums“ (den vielfältigen Aussagen über Glaube, Hoffnung, Umkehr, Verantwortung, Gleichheit…) die ihr Kollege und wissenschaftliche Wortführer Gerd Theißen aus dem Neuen Testament und den Texten der Kirchenväter herleitet, um die Innenansichten eines jungen Guru ging. Wie hier vielmehr die Weisheit, die unser Zeit heilig war, in der Person (Rolle/Aufgabe) Jesus zum Ausdruck gebracht wurde, ist doch offensichtlich. Denn jede ethische Forderung, die sich aus den Lehren Jesus ergibt, wurde von unserer Philosophie aus dem Logos abgeleitet/in Vernunft begründet. Auch alle Gleichnisse des Neuen Testamentes sind eine meist an natürlichen Beispielen als logisch erklärte, damit eine vernünftige Begründung von Verhaltensweisen, wie sie in unserer Zeit auch das philosophische Thema waren.

Allein damit seht ihr doch, dass dies alles keine kirchlichen Verkündigungen waren und der hoheitliche Jesus nicht von mir oder bereits bei Paulus als eine Art Gott mit zwei Beinen erfunden wurde. Dass es von dem nichts zu sagen gibt, den Ihr für den historischen Jesus haltet, hier nur die jeweiligen Ansichten in ein vermenschlichtes Wesen hineingegossen werden (das wir als Vernunft diskutierten) hat doch bereits Albert Schweizer kritisiert. Aber statt wie Schweizer in Afrika zu helfen, machen heute die Theologen genau in dem kritisierten Stil weiter. Sie lassen das, was uns als Logos galt, als liebgewonnenen jungen Reformjuden in Palästina umherlaufen. Und wundern sich dann, wenn sie beim wissenschaftlichen Graben von dem nichts finden. Weil nur Kultobjekte ausgegraben werden, die auf die uns noch geltenden Götter bzw. vormalige Personifikationen der uns heiligen Vernunft in Bildung verweisen.

Die Vielzahl der damals als atheistisch verfolgten urchristlichen Bewegungen, von denen euch logischerweise nur ein Bruchteil bekannt sind (nicht allein, weil von der Kirche aussortiert wurde) wie sie sich auch in unzähligen Texten niederschlug, die sind nicht vom nächtlichen Himmel gefallen. Die haben sich auch nicht durch das mir unterstelle Holon ergeben oder sind der Verherrlichung eines handauflegenden Junghandwerkes zu verdanken.. Die evolutionäre kreative Kulturentwicklung, in der wir den neuen Kult krierten bzw. der Vernunft eine Kirche bauten, lässt sich bei allem was ihr darüber wisst, ur einem Neuverstand des Alten im Rahmen antiker Aufklärung erklären: Ihr specht dabei von Auferstehung. Und bedenkt nicht wie absurd es wäre, dies als die Wiederweckung eines Wandgurus im Geist seiner Anhänger ausgeben zu wollen. Doch selbst wenn der durch eine unverklärliche Unlogik/Naturbrechung nach seiner Hinrichtung gar in 100facher leiblicher Ausgabe wieder aufgetaucht wäre. Auch darin ließe sich nicht die Kulturentwicklung oder der Kult begründen, über dessen Wesen wir diskutierten.

Ich kann verstehen, dass ihr nach dem Grund eures Glaubens sucht. Und wer realgeschichtlich denkt, der weiß, dass der nicht einfach vom nächtlichen Himmel gefallen, geheimnisvoll eingegeben wurde. Dass evolutionsgeschichtlich betrachtet auch nicht eine aus machtpolitischen Gründen gemachte Glaubensfiktion oder ein Mythos gewesen sein kann, der dann als Logos diskutiert wurde. Doch wenn „Niemand mehr in der Lage ist, ein Leben Jesus zu schreiben“, nicht ein Wort des Neuen Testamentes als „echtes“ Wort des von euch angenommen Wandergurus gelesen werden kann, warum stellt ihr nicht mal das an den geschichtlichen Anfang, was unserer Zeit als Wort (hebr. Vernunfthandlung) galt?

Und auch wenn die jüdische Religion und Geschichte, näherhin die unmittelbare Vor- und Zeitgeschichte des Frühjudentums herangezogen wird, wie Sie verlangen. Dann macht dies doch nur deutlich, wie absurd die Unterstellung ist, dass Denker, die in antiker Aufklärung und Reform wahre Juden sein wollten, jetzt einen jungen Juden zu Gott gemacht hätten. Ein jüdischer Wanderprediger hätte sich noch nicht mal mit Heiden zum Mahl an einen Tisch gesetzt. Er hätte auch nicht von Blindheit und Taubheit befreit, das Erlahmte zum Fortschritt gebracht oder auch nur eine der berichteten Bedeutungshinhalte bewirkt. Er hätte nicht den Abfall von schöpferischer Wirklichkeit (Sünde) getilgt und der damaligen Lehre den Teufel ausgetrieben. Wie all dies durch Vernunft geschah, lässt sich jedoch geschichtlich nachvollziehen. Das Neue Testament, das in eurer Schriftgelehrtheit die Beweislast trägt, handelt doch ganz eindeutig von einem hoheitlichen Wesen, das nicht nur von Johannes als das vorgestellt wird, was uns als Vernunft galt. Warum wird daher nicht nach der Vernunft in Geschichte gefragt, sondern selbst mir ein junger Guru oder rein politisches Kalkül unterstellt?

Auch wenn die historisch-kritische Forschung den früher geäußerten Zweifel, ob Jesus überhaupt lebte, gegenstandslos gemacht hätte. Was ich ja verstehen kann, weil weder ich noch alle anderen vielfältigen anfänglichen Denker nur wilde Träume zu unterstellen sind. Und weil die Geschichte einen Grund hatte, der sich nicht im Mythos erklären lässt. Aber könnt ihr euch etwas vorstellen, was uns damals weniger wichtig gewesen wäre, was die Zeit weniger bewegt hätte, als die Worte eines Wanderpredigers? Wieso sollen uns die Worte, beispielsweise des oft angenommenen Wanderkynikers von Bedeutung gewesen sein, wenn wir alles Verhaltenslehren, ebenso wie ja auch die Kyniker, in Vernunft/Natur in menschlicher Umsetzung begründeten?

8.6. Wurde die antike Weisheit in Schöpfung oder in den Worten von Wunderheilern begründet?

Die Weisheit die uns galt und die bereits lange vor uns in Logien dargelegt war, (wie Ihr sie als Quelle der Jesusgeschichten seht), die ergab sich nicht aus dem Mund von Predigern. Nicht nur die griechischen Philosophen (damals gleichbedeutend mit Theologen) begründeten ihre Weisheitslehren vielmehr aus dem Logos, dem vernünftig erklärten Werden bzw. Fluss allen Lebens.

Es würde hier zu weit führen deutlich zu machen, dass auch die von Ihnen kaum beachteten außerbiblischen Zeugnisse von Jesus nicht nur auf den Christus verweisen. Sie vielmehr wie bei Josephus auch ein Ruf nach Vernunftbegründung des jüdischen Monotheismus sind. Und wenn „kein einziges Datum in der Geschichte Jesus mit Sicherheit fest steht“, wird es dann nicht höchste Zeit, in neuer Weise nach der Geschichte des lebendigen Wortes/der Vernunft zu fragen, die uns damals in Geschichte(n) galt?

Wenn für Matthäus und Lukas Jesus der Sohn Davids war, warum unterstellen Sie dann auch diesen in Wirklichkeit unbekannten hochtheologischen Verfassern, einem galiläischen Handwerksburschen (oder Wanderkyniker) einen Heilstitel aufgesetzt zu haben? Statt nachzufragen, warum die Verfasser die Vernunft/Weisheit dort in menschlicher Person (Rolle/Aufgabe) zur Welt kommen ließen, wo jüdisch Weisheit personifiziert war. Denn die galt den Juden, die sich im Kult den römischen Herrschern verweigerten, als wahrer König. Während bei den Römern ich als König Rechtsgrund oder  Identifikationsfigur war, hatte diese Rolle bei den Juden das Wort bzw. die von Schöpfung ausgehende Weisheit. Mit einem noch so geistreichen Mann, der durch eine junge Frau zur Welt gebracht wurde, lässt sich all dies nicht machen. Wie aber jetzt auch bei uns die Vernunft nicht nur zum Rechtsgrund wurde, sondern so Stoa, Epikur & Co. bzw. alle Lehren begründet wurden, ist bekannt.

8.7. Wie kann man die Wurzeln im Alten Testament nachweisen und dann nur nach einem Religionsrebellen fragen?

Und wenn ein Wissenschaftler wie Jürgen Erbach in „Bibel und Kirche (Mitgliederschrift der kath. Bibelgesellschaft) die Verbindungslinien des biblischen Josef mit den Jakobsöhnen des Alten Testamentes, gar Josua (lat. Jesus) auf theologische Weise nachvollzieht. Dann muss ihm doch die auf seinem Bild zu sehende Pfeife aus dem Mund fallen, wenn er die Welt im Glauben an einen Handwerker lässt, den wir auch noch verherrlicht hätten. Nicht eine der alttestamentlichen Verheißungen und Hoffnungen, die als erfüllt gesehen wurden, lässt sich wirklich in dem begründen, der euch als historisch gilt. Warum aber das Wort bzw. die Vernunft aller natürlichen Kreativität, die von Anfang an den theologischen Ton angab, den Exilsmonotheismus begründete und damit auch den Propheten als Hoffnung galt, auch unser Thema war, ist doch klar.

Die Frau, die nicht von Josef schwanger war, das kann keine jungen Hebräerin gewesen sein. Vielmehr ist in der Kirche bzw. im Kult, bei dem auch meine Mutter mitwirkte (der Legende nach mit die menschliche/kulturgerechte Ausdrucksweise bewirkte) die von unmittelbarer Schöpfung ausgehende (vom Geist unvoreingenommener Ein-sicht gezeugte) Vernunft zur Welt gekommen. So wenig wie bei den alttestamentlichen Gestalten, wo der Schwiegervater unfreiwillig zum Samenspender der Urgroßmutter Davids bzw. diese als Verräterin zur Retterin des Volkes wurde, ist es bei der Ahnentafel Jesus um den Stammbaum von Zweibeinern gegangen. 

Der junge Mann, der wie sein Vater Bauhandwerker aus Nazareth war, ist doch „in dieser Form“ so wenig historisch, wie der aus Mekka. Den Sie als orientalische Ausgabe bzw. prophetische Ausdrucksweise Jesus nachweisen. Nicht allein weil wir in wildesten Fieberträumen nicht über das Wesen eines Jungzimmermannes gestritten hätten. Vielmehr weil sich eindeutig auch aus der Geschichte des Neuen Testamentes ergibt, dass es darum nicht geht, muss doch einer mal den Hebel umlegen. Nur weil man so bequem sitzt, kann man doch nicht in vollem Bewusstsein weiter in die falsche Richtung fahren und das auch noch als Wissenschaft bezeichnen.

8.8. Gründet die Verhaltenslehren des Neue Testament in einem ehe- und arbeitgsscheuen rebellischen Burschen?

Auch wenn Sie die Ehelosigkeit Jesus durch die vielen Wanderungen (die gleichzeitig als theologische Wege gedeutet werden) begründen wollen. Allein die  Ehe- und Kinderlosigkeit wäre bei realgeschichtlicher Betrachtung ein Beleg, dass der angenommende Bursche damals bei Juden keine Bedeutung gehabt hätte. Von einem ehescheuen Herumtreiber können bei noch so viel unterstellter Halluzination keine Verhaltenslehren ausgegangen sein.

Und selbst bei den Essenern bzw. dort, wo in Qumran (nahe Jerusalem) neuerdings das Denken der Zeit Jesus ausgegraben wird, ist der reformende Ruf nach einem Neuverständnis des ewigen, kreativen Wortes/neuen Bundes freigelegt, der sich in antiker Aufklärung ergab. Es ging dieser Zeit nicht um einen Wanderphilosophen, der bereits beim Bad im Jordan von einem anderen Guru (dass Johannes vom Logos ausging ist bekannt) zu einer Art Gott gemacht wurde. Das große Thema der im Täufer bebilderten Theologie war das Kommen des Messias. Doch das kann bei allem, was Sie wissen, kein junger Mann gewesen sein, der zu Gott erklärt wurde.

Wenn nach Ihnen der sachlich der Grund für die Trennung vom traditionellen Judentum in einem anderen Gottesbild und damit einer anderen Auffassung von der Zugehörigkeit zum monotheistischen Bund, Umkehr die Bedingung war, was über ethische Leistung hinausging. Wie kann dies in dem begründet werden, der euch als historisch gilt. Während damals der Monotheismus bzw. Kult(ur)grund, wie Verhaltenslehren in Vernunft begründet wurden.

Der König der Juden, von dem nicht nur der Logos-Evangelist Johannes nach ihrer Meinung durchdrungen war, das war kein junger Jude. Es ging um das Wort, die Vernunft allen natürlichen Werdens oder: der Kreativität des Ganzen. Die auch den Weisheitslehren zugrunde lag, die dann als Logienquelle bzw. Grund der Kultlesegeschichten ausgemacht werden, die eurer Jesusbild bestimmen.

8.9. Lässt die heutige Forschung einen Heilsprediger finden oder verweist sie auf ein schöpferisches Wesen?

Bei Licht betrachtet lässt sich auch nicht eine der theologischen Bedeutungsinhalte, gar die Erfüllung altjüdischer Hoffnungen in einem verherrlichten Heilsprediger begründen. Und wer wie ihr Kollege Klaus Berger die historische Kritik als Bibelfälschung bezeichnet, weil er – auch aufgrund seiner Kenntnis – von Anfang am hoheitlichen Wesen festhalten will, der macht den christlichen Glauben zum lächerlichen Mythos, wenn er nicht nach der Vernunft fragt, die damals galt. Und bei Benedikt XVI., der als Kenner der von mir mit erbauten Kirche ständig von schöpferischer Vernunft mit Verstand einsehbares Wesen des christlichten Glaubens spricht, diese vor dem Bundestag in Natur/Ökologie als Rechtsgrund zu bedenken gab, wird es auch kaum besser.

Wenn historisch nur der liebgewonnene Wanderguru der Kindheit bleiben darf, stellt man das auf den Kopf, worauf wir die Kirche gründeten. Wenn ein junger Mann das historische Wesen gewesen wäre, sollten eure Theologiestudenten da nicht besser zur Müllabfuhr wechseln oder sonst was Vernünftiges lernen? Doch ist die Hypothese, den den christlichen Glauben zum reinen Mythos macht, noch haltbar? Liegt nicht auf der Hand, was uns als Vernunft galt, in Realgeschichte von Blindheit befreite und das Erlahmte zum Fortschritt brachte? Wer den Teufel austrieb und den Tempel reinigte bzw. selbst neuer Tempel war, das war bei uns die Weisheit in Person (menschlicher Rolle), die auch den Philosophen galt. Doch allein philosophische Lehren greifen zu kurz. Der noch vom Mittelalter als „Maler“ bezeichnete Lukas, hat dadurch Geschichte in kultureller Vernunft geschrieben. Doch genau die Geschichte der Weisheit und Vernunft, wie sie den Atheisten heilig und  ja auch echt universal gültig ist, könnt ihr fortsetzen.

8.10. Warum sollen Christus und sonstige Hoheitstitel nur leere Titel, statt historische "Tat"sachen sein?

Wenn sich doch die Bezeichnung des Christus, Kyrios, des Gesanten (auch Mohammed), des Lichtes der gesamten Welt, Lammes das die Sünden trägt oder des Arztes, der heilt und die Sünden tilgt, des Teufelsaustreibers der ähnlicher Aussagen, alle in dem begründen lassen, was in antiker Aufklärung - im Wandel vom Mythos und tauber Glaubens-Gesetzlichkeit - in Vernunft geschah. Warum darf dann nur ein Wanderprediger gelten, auf den Titel übertragen wurden?

Allein die Bezeichnung als Christus, was für den durch die Propheten des Exils gesalbten König bzw. für die Weisheit Salomo galt und allein aufgrund heutigem ärchäologischen und geschtlichen Wissen mehr mit einer heute geltenden "salomischen Weisheit" zu begründen ist, als mit einem nie gewesenen jüdischen Großkönig und Tempelbauer, müsste doch zu bedenken geben. Ist die gesamte jüdische Weisheitstradition in den Meinungsäußerungen von Menschen zu begründen oder in einem schöpferischen Geschehen? Ging die jüdische Weisheit von alten Königen aus, die heute als unhistorisch entlarvt werden, weil sie mit Salbe eingeschmiert bzw. so betitelt wurden? Oder war das Wort bestimmend, die Vernunft, die sich aus dem natürlichen Lebensfluss ergab?

Wenn doch antike Weisheitslerhen/Logien die Quelle der biblischen Geschichten sind und heute auch die Verhaltenslerhen in dem begründet werden, was antiker Philosophie als Weisehit galt. Wie kann man Verfassern, die angelblich einen guten Jungen nur aus der Volksüberlieferung kannten unterstellen, sie hätten dessen warme Worte, die aufgezeichnet wurden, als die königlich Weisheit wiedergegeben bzw. aufgeschrieben?

Ich hoffe Herr Prof. Ohlig, sie nicht zu sehr gelangweilt zu haben, sondern Anstoß zu einer Re-Vision des Götzenbildvertreibenden Josua geben zu können. Denn ob sich die westliche Welt weiter auf einen vergötterten Wanderkyniker beruft oder die Vernunftlehre, das wird nicht nur für den kulturellen Friede entscheidend sein. 

Viele Grüße aus der Aufklärung der Spätantiker, der Bildung und Vernunft heilig waren.

10. Maria wieder gebären lassen:

Von Kreativität ausgehende Vernunft/Weisheit kulturgerecht zur Welt bringen

Mit unseren ewigen Diskussionen über das Wesen der Vernunft bzw. des christlichen Glaubens und deren Stellung zu den Vorstellungen der Väter war es nicht getan. Auch die langwierigen Debatten, in welcher Weise daher die Vernunft zur Welt gebracht werden sollte, hätten allein nicht den kulturellen Fortschritt gebracht, der nach dem Wandel vom Mythos zum Logos notwendig war.

Maria und damit auch meine Mutter Hellena mussten ans Werk. Auf allen Kanälen von Kunst und Kultur musste die Vernunft den Menschen begreifbar gemacht und vermittelt, so Weiseit dem Volk einverleibt werden. Ich will mich daher nicht nur damit aufhalten, wie töricht es ist, wenn eure Theologen Maria als "Gottesgebärerin" oder ein die Weisheit auf menschliche Weise ausdrückendes hoheitliches Wesen beschreiben. Und dann weiter an einer jungen Frau im üblichen Sinne festhalten wollen. Wie absurd es ist, dass eine junge Hebräerin den für ihre Väter unsagbaren Grund aller Kreativität hervorgebracht haben soll und das auch noch in einem Heilsprediger, muss ich euch auch nicht dauernd deutlich machen. Auch die Weisheit, die ja auch Gegenstand unserer philosophischen Lehren war und die ihr vergeblich ständig predigt, ist nicht im Bauch einer jungen Frau gewachsen. Denn das, was ihr unter Wiki als Weisheit nachlesen könnt, aber auch in Qumran oder bei frühen Christen das Thema war, ist nicht nur die zur Welt gebracht worden, die ihr absurderweise für historisch haltet.

Was wir im "philosophischen Sinne" als Frau sahen und im jüdischen Sinne Maria genannt wurde, ist zwar das in menschlicher Kultur ausdrückende Wesen. Doch mit der angenommenen jungen Jüdin hat sie nichts zu tun. Was in kunstvoller Weise, kulturgerecht, begreifbar (später mit immer menschlicherem Gesicht) zur Welt gebracht werden musste, war der Gegenstand unserer Diskussion. Und dabei ging es bekanntlich um das Wesen des Logos bzw. der davon ausgehenden Weisheit. Und dies war nicht indentisch mit dem für die Propheten sonst unsagbare Grund aller Kreativität oder gar der bei uns Zeus genannten Kreativität im Ganzen (als Göttervater). Die in Vernunft erkärte Wirklichkeit und davon ausgehende menschliche Weisheit nahm, wie ihr ja aus unserer Diskussion wisst, nicht dessen Rolle/Aufgabe ein. Vielmehr offenbarte die Vernunft den Kulturgrund der Väter, brachte ihn dann auf neue Weise zur Welt. Als "Gottesgebärerin" war es Aufgabe der weiblichen Person (Aufgabe/Rolle in Kultur, nicht zu verwechseln mit eurer Mutter oder Frau) die Vernunft allen Werdens auf eine kreative kulturgerechte Weise kunstvoll zur Welt zu bringen.

Gebildet in kreativer kollektiver Kommunikation wisst ihr, warum (wir halten uns an den euch dafür bekannten Namen) Maria dabei an die vertraute Vorstellungen, Gesichter und Geschichten anknüpfen musste. Maria, das war für uns nicht nur Mutter Kirche, an der wir bauten. Der neue Kult musste alle Lebensbereiche umfassen, um in menschlicher Kultur wirksam und staatstragend zu sein. Doch um das bedenken zu können, müsst ihr euch auch von den kindlichen Vorstellungen über Mutter und Sohn verabschieden. Und dass das mit einem Junghandwerker, der durch Aussagen wie bei Jesaja (siehe, die Jungfrau wird schwanger sein und sie wird gebären einen Sohn, und sie werden nennen seinen Namen: Immanuel) ausgeschmückt wurde, nicht hinhaut, habe ich bereits zu Genüge deutlich gemacht.

Daher hilft es auch nichts, wenn nun die Jungfrau als eine "junge Frau" übersetzt wird. Um die ist es, wie eure Theologen doch selbst nachweisen, auch den Verfassern der anfänglichen Texte nicht gegangen. Auch wenn Maria (im Gegensatz zu Koran oder apokryphen Texten) in den kanonischen Kultesetexten nur am Rande vorkommt. Selbst dort bzw. im geschilderten Verhältnis zum hoheitlichen Sohn (d.h. dem Verhältnis der kreativen Vernunft zu dem sie ausdrückenden Wesen) wird sie im theologischen Sinne geschildert. Ein Wesen, das den bereits im Exil erwarteten wahren König der Juden, damit das lebendige Wort (Logos), die Weisheit zur Welt gebracht hat. Und das man daher unmöglich mit einer jungen Hebräerin idendifizieren kann, bei der der Heilige Geist dafür herhalten musste, dem betrogenen Bauhandwerker einen Bankert unterzujubeln. Die Bedeutung von Maria ist laut eurer Exegeten doch auch nicht auf die evtl. nur zurechtgebogene Jungfräulichkeit einer jungen Frau zu reduzieren, sondern geht weit darüber hinaus. Nicht nur, wer im weihnachtlichen Dokumentarfilm zur besten Sendezeit im saatlichen Fernsehen darlegt, dass der gute Josef so seine fremdgegangene Frau vor der Steinigung bewahren wollte, unterstellt daher, dass damals nur unzählige Dummquatscher unterwegs waren: Theologen, die sich z.B. Gedanken über die jüdische Linie machten, die im Exilsmonotheismus (damit bei Zarathustra) begann und sich im philosophischen Monotheismus unserer Zeit forstetzte. Die aber daber dann bei all ihren philosophisch-theologischen Aussagen hierzu nur einem Junghandwerker einen jungfräulichen Heiligenschein nach Jesja oder alter Göttersöhne aufsetzen wollten.

Wie sonst ist zu erklären, dass eure Theologen deutlich machen, wie es den Verfassern bei der Beschreibung von Maria um das Bild für das Gottesvolk in seiner Gesamtheit oder ein Urbild der Kirche ging? Wie hier ein Umschlageplatz in Person im Sinne von Isis als dem ägyptischen Maat gezeichnet wird. Damit ein die Weltordnung/-vernunft ausdrückendes Wesen. Denn all das ist mit einem egal wie gearteten Mädchen aus dem Dorf Nazaret nicht zu machen. Die Mutter ist dabei nur ein Beispiel für den Unsinn, den ihr ja auch mit dem Sohn bzw. der in menschlicher Gestalt ausgedrückten Weisheit macht. Doch diesen Schwachsinn dann auch noch uns unterstellen zu wollen, das geht nicht nur zu weit. Das ist Wissensverweigerung.

Wer bei all eurem Wissen um das Weisheit ausdrückende Wesen weiter davon ausgehend will, in den Mariengeschichten wäre es um ein junges Mädchen und einen Sohn gegangen, der von seiner Mutter nichts mehr wissen wollte, weil er sich jetzt plötzlich auf den himmlischen Vater berief, muss der nicht von allen guten Geistern verlassen sein? Oder wie gesagt: Jeder, der die jungfräuliche Geburt oder die sonstige Bedeutung von Maria nur in Göttergeschichten oder Jesaja begründet, muss auch mir oder den Vätern des Koran unterstellen, wir hätten in unserer hochphilosophischen Diskussion über das Wesen der Vernunft auf schwachsinnige Weise einen Heilsprediger samt seiner Mutter in den Himmel gehoben. Allein das Marienbild, das in den außerkanonischen Texten, im Koran oder auch in anfänglicher Kunst meist noch weit besser vermittelt wird, als in den einfachen Geschichten des Neuen Testamentes, die euch zum Kurz-schluss führten, müsste euch doch Klarheit verschaffen. So sollte klar werden, was auch bei uns ewig zur Debatte stand. Was nicht nur eine einheitliche Definition im Denken (heilen Geist) brauchte, sondern auf seinen kulturgerechten Ausdruck auf kunstvolle Weise sehnsüchtig wartete - in den Wehen lag. I

ch will euch nicht die Zeit stehlen und alle außerkanoischen Mariengeschichten aufzählen, wo z.B. die Jungfräulichkeit Marias mit der Hand geprüft und diese dabei verbrannt wurde. Auch die außerkonischen Darstellungen waren der kunstvolle Ausdruck eines geschichtlichen Sachverhaltes, der mit Sicherheit nichts mit einer jungen Hebräerin zu tun hat. Warum sollen die in meiner Zeit nicht in den kirchlichen Kultlesekanon aufgenommenn Texte weniger historisch sein? Und wenn ihr doch selbst im Neuen Testament ein hoheitliches Wesen bestätigt, wie kommt ihr auf die Idee, dort nur eine junge Hebräerin herauslesen zu wollen? Und wenn deutlich wird, wie die junge Frau bei Jesja oder die Jungfräulichkeit von Augustus, Isis und vielen anderen Göttern Pate stand, muss man dann nicht mit dem Klammerbeutet gepudert sein, wenn man uns unterstellten will, damit nur einen jungen Juden mit Namen Jesus eingewickelt zu haben?

So war ja auch die Jungfräulichkeit für uns kein Wunder, das Augustus oder die anderen Göttersöhne nur schmücken sollte. Sie stand für deren Abstammung und Autorität, die wir nicht allein in der menschlichen Kultur/humanen Meinungen sahen, sondern der Kreativität des Ganzen. Aber dass die alten Göttersöhne diese Autor-ität längst an den Logos abgegeben hatten, die Welt bei uns nicht mehr auf mythische Weise, sondern in Vernunft erkärt wurde, muss ich hier nicht ständig wiederholen. Ihr wisst doch, wie bei uns die nun in Vernunft erklärte Natur/Schöpfung der Grund aller philosophischen Lehren war, die ihr inzwischen auch im Neuen Testament als Lehren Jesus nachblättert. Selbst im Namen Sokrates haben unserere Denker keine menschlichen Beliebigikeiten ausdiskutiert, sondern was kreativer Logik (Schöpfung) entspricht.

Auch wenn wir auf den Konzilen kontrovers diskutierten. Wo liegt das Problem der "Jungfräulichkeit", wenn ihr von dem ausgeht, was uns als Vernunft und Weisheit galt, wir aus Natur (Schöpfung) ableiteten- Was. eine Vernunftlehre antiker Aufklärung war, die von Menschen nur ausgedrückt, nicht gezeugt wurde? Das Problem liegt ehrer daran, dass ihr diese Jungfräulichkeit verloren habt. Die eine Hälfte der Theologen bezieht sich bei ihrer Predigt nicht auf die uns noch im heilen Geist/Denken gegeben Schöpfung/Natur, sondern auf gestrige Texte. Die werden gedreht und gewendet, bis meist nur konservative persönliche Ansichten rauskommen. Die andere Hälfte verkündet in der evangelischen Kirche gleich ihre rein humane Meinung. Ohne den Bezug zur Natur bzw. der Kreativität des Ganzen und ihrer kulturellen Umsetzung herstellen zu können.

Und eure Naturwissenschaftler, die in diesem gespaltenen Weltbild (unheilen Denken/Geist) alle Glaubensvorstellungen ablehnen, haben sich im Namen des Naturphilosophen Girodano Bruno zu einer atheistischen Gesellschaft zusammengeschlossen. Um dann allerdings selbst den natürlichen Sinn oder was sie sonst noch alles aus der Evolution (Schöpfung) ablesen, als "Humanismus" zu verkünden. Mit der heutigen Glaubenslehre wollen weder die Ökologielehrer/-anhänger, noch die Evolutionslehrer, die nicht nur alles in kreativer Zweckmäßigkeit, sondern nun gar einen in Kultur weiterzudenkenden natürlichen Sinn nachweisen, nicht zusammengesehen werden.

Wenn also die Logos-Anhänger Justin, Irenäus & Co. die Jungfräulichkeit von Maria betonten oder die notwendige "Immerjungfrau" auch bei uns bzw. Denkern aus Alexandrien zur Debatte stand, dann ist euch doch langsam klar, dass es uns um den kunstvollen Ausduck kreativer=schöpferischer Logik/Vernunft ging. Mit einer jungen Hebräerin hatte das nichts zu tun. Auch nicht das, was in vielen ägyptischen, hellenistischen (Vorbildern) und dann auch den kopitschen oder byzantinischen Bildern als stillende Mutter zu sehen ist. Und weder in den ägyptisch-hellenistischen Vorbildern, noch den von der Vernunft (in menschlicher Person/Rolle) ausgehenden christlichen Bildern wurde eine menschlich-humane Meinung auf dem Arm gehalten. Es ging auch dort um ein Wesen, das in schöpferischer Realtiät selbst begründet war.

Doch die ewige Jungfräulichkeit scheint ihr mehr als notwenig zu haben. Nicht nur, was die Ausgangsbasis, die ganz natürlicher Kreativität des Weltganzen betrifft. Die mit durch meine Mutter kunstvoll zum Ausdruck gebracht, nur so im Volk verständlich und wirksam wurde. Auch die Unvoreingenommenheit im Kopf, der von den kulturellen Vorbildern (auch der von meiner Mutter Hellena) arg verwirrt ist und daher viel Unheil im Weltverständnis schafft, scheint bei euch dringend geboten. Wenn sich Neutestamentler, die sich bei Maria auf die bereits in Salomo zum Ausdruck gebrachte Weisheit berufen, vom Himmelskönig reden, der kunstvoll bereits in Isis & Co. zur Welt gebracht oder in Augustus erhofft wurde. Dann aber nur von einem Heilsprediger und seiner jungen Mutter ausgehen. Hat das dann was mit "Ödipus" zu tun, der nach dem alten Mythos wegen der Mutter (der kunstvollen menschlichen Ausdrucksweise) Vatermord begeht bzw. die Herkunft aus ganz natürlicher Kreativität (schöpferischer Realität) verleugnet?

Es scheint schon ein Wahnsinn, wie sich die Geschichte doch immer wiederholt bzw. was in den alten Mythen möglicherweise bereits bewusst war. Und doch kommt ihr ohne die Evolution der kunstvollen Phantasiebilder, den kunstvollen Ausdrucksweise der Weisheit, für die wir einen Kult bzw. Kirche bauten, nicht herum. Inzwischen wird dies gar von atheistischen Evolutionsbilogen wie Thomas Junker deutlich gemacht. Der nicht nur zeigt, wie Kunst und Kult die Voraussetzungen für eine funktionierenden Gesellschaft sind. Er spricht in "Der Darwin-Code" vom "Superorganismus", eine Art Bienenstaat. Der allerdings bei euch nicht mehr den Pharao bzw. meine liebenswerte englische Nachfolgerin zum Ziel haben kann, sondern die bereits bei uns diskutierte kreative Vernunft. Die Evolutionslehre zeigt in "Evolution der Phantasie" auch die ewige Weiterentwicklung und den notwendigen Einsatz von Kunstbildern. So wird auf emprische Weise belegt, was uns insgeheim bereits klar war. Und warum ich mühsam über einen neuen Kult diskutieren, ihn dann diktieren musste. Weil, wie inzwischen in Evolutionslehre nachgewiesen, ein gemeinsamer Kult nicht nur Voraussetzung für die Vergangenheit war, sondern für die Zukunft der menschlichen Kultur ist. Und nur weil ihr inzwischen die vernünftige Bedeutung der Bilder in kreativer kollektiver Kommunikation kennt, haben sie ihre Bedeutung und Wirkung doch nicht verloren.

Auch euer Arzt heilt nicht mehr mit Hokus-Pokus im blinden Glauben. Im Gegenteil: Für Christen gilt es jetzt nicht nur in der Kirchen noch lauter von Jesus zu singen, sondern sich in Dankbarkeit für das auf ganz natürliche Weise Gegebene auf allen Kanälen menschlicher Kreativität dafür zu begeistern. Um so auf kreative Weisheit zu leben, in Gemeinschaft Zukunft zu gestalten.Nebenbei: Eure Naturwissenschaftler, die die bei uns noch weitgehend spekulative Vernunft allen Werdens in ihren dicken modern-monistischen Büchern oder in wunderbaren Fernsehbildern über das Wunderwerk der Natur (auch der mir bereits geltenden Sonne, die das irdische Leben bestimmt) täglich empirisch erklären und sich für den logischen Lebensfluss hell auf begeistern, halten so nicht nur den Grund des christlichen Glaubens in Händen. Sie verlangen auch nach dem, was dann in Maria bebildert wurde: Die kunstvolle, phantastische Ausdrucksweise in kreativer Kultur menschlicher Gemeinschaft (Evolution der Phantasie.) Und zu allem Übel: Sie schreien in ihrer Ablehnung des biblischen Glaubens und seiner menschlichen Gottesvorstellungen/-bilder sowie ihrem Ruf nach Begründung des dann von menschlicher Vernunft geleiteten Humanismus in der kreativen Evolution von Kosmos und Kultur nun auch noch nach notwendiger ewiger Jungfräulichkeit. Denn die hat Mutter Kirche scheinbar verloren. Wer hätte das gedacht? Was für eine verkehrte Welt?

11. Der euch heiligen Weisheit „Hagia Sophia“ eine neue Stadt bauen: kulturelles Silicon Valley

Als jemand, der sich bekanntlich wenig geschichtlich betätigte, der lieber eine neue Weltstadt, friedvolle Zukunft für die immer globalere menschliche Gesellschaft im kunstvollen Kult bauen wollte und dem der christologische Streit dabei auf die Nerven ging, will ich auch euch nicht länger damit langweilen.  Gleichwohl allein die von mir für die „Weisheit“ (nicht einen zum Heiligtum erhobenen Handwerker) im Bau begonnene neue Kultstätte klar macht, was der historische Grund unseres Kultes bzw. christlichen Glaubens war. Wie somit später auch auf den in der Kirche zu sehenden Bildern vom Pantokrator oder des Leidenden mit Kreuz und Mutter die kreative Vernunft und davon ausgehende menschliche Weisheit in kulturgerechter Person zu sehen war. Selbst wenn ich bereits den Namen Jesus, der in unserer Diskussion nicht vorkam bzw der dort nicht galt, über die Eingangtür gemeißelt hätte. Wie das erstmals in der Grabeskirche in Jersualem (der Legende nach durch meine Mutter gegründet) geschah. Es ging um den Götzenbilder vertreibenden Josua, in dem wir die Weltherrschaft der Vernunft und des Friedens erwarteten. Ebenso ging es auch in der Grabeskirche nicht um einen Guru, sondern die in Schöpfung begründete Weisheit in kulturgerechter Umsetzung. Für die der Legende nach Hellena (meine Mutter) stand. Wir wollten so auch die verschiedenen Kulturen bzw. Kultvorstellungen (auch Gestern und Morgen)  versöhnen. Warum wir daher an der Schnittstelle zwischen Orient und westlicher Welt ein neues Rom bzw. Jerusalem errichten wollten, kann euch klar werden. Ähnlich warum Paulus bzw. das neue, auch mir geltende monotheistische Paradigma, das nicht weiter in Traditionshörigkeit die Vernunft verfolgte, sondern diese rum das Mittelmeer verbreitete, in Tarsus geboren ist. (Auch über die Stadt an der geografischen Grenze zweier Kulturen - aber auch Zeiten/Weltbilder - wo sich Cleopatra und Marc Antonius 41 v.Chr. trafen, damals die Stoa blühte, die Josephus in seinen Altertümern mit dem biblischen Tarsis gleichsetzte, wäre sicher noch viel zu sagen.

Doch Ich will ich euch nicht länger mit den alten Geschichten beschäftigen. Aber dass wir in der Vernunft/Weisheit nun den Weltenrichter sahen, der vorher von Juden im Tempel, bei den Griechen im Pantheon in Göttergestalten verehrt wurde, kann auch zukunftsweisend sein. Denn wenn ich der Weisheit, die heute auf Weltkonferenzen diskutiert wird, ein Bauwerk widmete, das meine Nachfolger lobten, weil es den Tempel Salomos überstieg, dann kann das auch euch den Weg zur neuen Stadt zeigen. Einer Stadt, in der die Kathedrale natürlicher Weisheit nicht weiter abgerissen, sondern auf mündige Weise weitergebaut wird. Und so auch die Kulturen bzw. Weltbilder versöhnt und in gemeinsame Kreativität überführt werden.

Denn wenn Ihr ständig beklagt, dass sich der Mensch selbst verheizt, der Planet trotz der dem Menschen bewussten Unvernunft noch viele Tausend Jahre leben wird, dann bringt Ihr ein Problem zum Ausdruck, das auch uns galt. War nicht die menschliche Gier und Kurzsicht das Thema der vielfältigen Lehren, wie beispielsweise der mir geltenden Stoa? Zwar hatten wir mit eurem „Wachstumsdogma“, das damit meist nur sinnlosen Konsum in egoistischer Kurzsicht meint, keine Probleme. Doch wenn ihr beklagt, dass die Maßnahmen zur Rettung so offen auf der Hand liegen, dass man sie jedem Kind erklären kann. Und wenn trotzdem weiter in offensichtlicher Unvernunft auf kannibalistische Weise die Zukunft der Kinder gefressen wird. Dann helfen nicht die Erfindungen,  die das digitale Zeitalter als Leitkultur im Silicum-Tal südlich von San Francisco erschafft. Was im SPIEGEL eurer Zeit als Leitkultur gefeiert wird, die die Gesellschaft mehr als alles vorher verändern wird. Und was die ideologische Visionen für ein besseres Leben in aller Welt als Ziel junger autonomer Kreativer sei.

Wer sich von Euch in Sachen Kultur, Kunst und Kommunikation beschäftigt, dem müsste doch noch mehr als mir klar sein, wie Menschen von Emotionen, Gefühlen, Bildern oder vertaut-bekannten Gesichtern bestimmt werden. Wie so erst ein Geist entsteht, der nicht pers Gesetz zu geben ist. Und euch ist auch klar, dass zur Lösung eurer Probleme bzw. für eine neue weltvernünftigen Verhaltensweise ein Geist benötigt wird, der den Menschen in seiner Ganzheit erfasst, bewegt und ihn dann auf kreative Weise wahre Wunder vollbringen lässt. Dass diese Weltbilder auch in die Hose gehen können, statt zur Kreativität bzw. gemeinsamen Zunkunftsgestaltung, zu Kriegen und gegenseitigem Morden führen können, ist euch auch aus Geschichte, wie Gegenwart bekannt. Umso klar sollte euch sein, warum wir der kreativen Vernunft eine Kirche bauen bzw. dafür einen einheitlichen, im Grunde bildlosen universal gültigen Kult schaffen wollten. Der auch die gesamte Kunst und Kultur umfassten sollte.

Mir war klar, dass es nicht genügt, die Bildung nur wie von mir praktiziert ins Gesetz zu schreiben, wenn sie im Kult nicht verankert bzw. in Kultur umgesetzt ist. Für das gepriesene „Morgen-Land“, dem ich eine neue Stadt bauen wollte und für die Kathedrale der heiligen Weisheit den Grundstein legte, müsst auch ihr euren Kopf bewegen. Auf kreative Weise lassen sich so auch in Sachen Kult und Aufklärung völlig neue Perspektiven entdecken. Denn nicht die Möglichkeit, statt eines Taxis auf Knopfdruck im weltweiten Netz eine Mitfahrgelegenheit zu finden (oder ähnliche, sicher kreative und als heilvoll gepriesene mediale Erfindungen), entscheiden über die Zukunft. Über das menschliche Verhalten entscheidet der Kopf, der von Welt-bildern, Vorstellungen, Zielen, Begeisterungen, Emotionen und Bauchgefühlen gesteuert wird. Weder mit modernen Maschinen (evtl. gar einem Persinger-Gotteshelm) oder bilologischen Mitteln/Medikamenten wird der Mensch zur Vernunft zu bringen sein. Auch mit euren heutigen oft rein psychologischen Glaubensbegründungen zur persönlichen Wellness, ist das nicht zu machen. Und dass dies allein durch die naturwissenschaftliche Aufklärung zu erreichen war, die die alten Glaubensvorstellungen einfach auskippt, hat sich euch doch längst als Mythos erwiesen. So ist auch der Kampf der Kulturen in teils mittelalterlichen Vorstellungen nicht zu überwinden, dem täglich viele Menschen geopfert werden.

Das Kultur- bzw davon ausgehende Weltverständnis, wie es auch bei uns jahrhundertelang zur Diskussion stand und dessen kulturelle Verankerung, entscheiden darüber, ob der Mensch sich an das hält was er als vernünftig bzw. weise längst erkannt hat. Ob euren Zeitgenossen die auf Weltklimakonferenz, auf Energie- oder Friedenskongressen vertretende Weisheit, nach der auch sonst ständig verlangt wird, wirklich heilig wird und sich geistbegabte Wesen daran halten, hängt von dem ab, wie sie diese im Sinne der kulturellen Wurzel gesehen wird. Das Wissen um das, was vernünftig wäre, ist ebenso weitgehend vorhanden, wie das tägliche gegenseitig Einfordern. Das inzwischen auch bei Facebook ständig per Posts gepredigt wird. Ob geistbegabte Kult(ur)wesen weiter ihrer Kurzsicht und Gier dienen und sich gegenseitig beschuldigen bzw. fordernde Bilder um die Welt posten. Oder ob sie sich in Begeisterung für das auf natürliche Weise kreativ gewachsene (incl. der kulturellen Gaben) in gemeinsamer Verant-wort-ung sehen, an die Vernunft halten, hängt daran, als was sie diese sehen und gemeinsam im kulturgerecht feiern. Genau das war unser Thema.

Auch wenn wir kein Internet kannten, so haben wir bekanntlich weltweit kommuniziert. Schließlich galt es auch die Grenzen von Äthiopien bis Schottland zu sichern, Frieden zu halten. Und nachdem die Götter ihre Autorität als Medien an die Vernunft verloren hatten, wurde es für uns immer wichtiger, hierfür auch einen einheitlichen staatstragenden und zukunftsgerechten Kult zu haben. Der Schneeball, der zur Lawine wurde und dann ganz gewaltig den Berg hinabdonnerte, das war bei uns nicht die bei euch dafür gepriesene neue Technik bzw. die im Selicon-Tal herrschende Kreativität. Philosophie und Theologie waren bekanntlich unsere Themen. Warum lasst ihr nicht wie wir, auch in Sachen Kult(ur) die Kreativität walten, die ihr bei den Propheten einer neuen Zeit, wie dem Chefideologe von Google Ray Kurzweil beobachtet?

Es mag ja sein, dass die Weltveränderer aus dem amerikanischen Valley daran glauben, dass die Menschheit an ihren High-tech-Heilslehren genesen soll. Dass sie auf eine bessere Welt durch ihre Technologie und Kreativität hoffen, wie ein überzeugter Hindu an die Wiedergeburt. Doch wenn ihr euren Kopf gebraucht, dann wisst ihr, dass dies bei euch so wenig reicht, wie bei uns damals die rein philosophische Logos- und Erkenntnislehren. Auch wenn die ja bereits Teil der Christologie/Theologie waren. Unser Medium waren nicht mehr die Mythen. Unsere Misson galt der Vernunft und Weisheit, die zum universalen, einheitlichen Kult werden sollte. Ich musste dann zum Leidwesen der Traditionalisten das Postsystem für die Konzile zu nutzen (wie Ammianus Marcellinus kritisierte). Euch helfen nun die neuen Maschinen und weltweiteten Netzwerke zur unvoreingenommenen Einsicht.

Auch wenn die Geografie einen Grund hatte, ich nach dem Wandel vom Mythos zum Logos an der Schnittstelle der Kulturen für die Vernunft/Weisheit eine neue Stadt und Kathedrale begann zu bauen. Oder in kreativer Weise die Bauwerke weiterbaute, die meist auf den Mauern der alten Kulturgüter errichtet waren. So ein neues Jerusalem und Rom, einen neuen Tempel und Pantheon bauten wollte. (Wie mir auch Wiki bestätigt). Wo eure die neue Stadt entsteht, hängt von der Geografie in eurem Kopf ab.

Wie ihr wisst, habe ich das Paradies nicht gesehen, auch Palatina nur von Trier aus betrachtet. Doch wenn Ihr (wie euch inzwischen Kulturwissenschaftler wie Volker Sommer vorschreiben, dort „Feste“ feiert. Wenn ihr euch auf den von meinen Nachfolgern erbauten Burgen und Schlössern an vielerlei Musik, an Kunst und Kultur ebenso wie am Rebensaft erfreut, den wir damals in die Pfalz brachten und der von kreativen Winzerköpfen weitergebaut wurde. Dann denkt auch an die Weisheit, die uns heilig und für die der Wein bekanntlich das Sinnbild war.

Wenn euch dabei klar wird, dass es dem von euch meist Gott genannten Grund allen Seins bzw. der Kreativität im Welt-Ganzen um das ging, was wir nun nicht mehr in Göttermythen, sondern in Vernunft erklärten und was danach für menschliche Wesen weise ist, dann liegt das nicht an der Trunkenheit von Pfälzer Wein.

(Aber Ende der Diskussion. Nicht schon wieder den ewigen Streit um das Wesen der kreativen Vernunft/Weisheit und ihr Verhältnis zum Glaubensgrund der Väter. Euch ist doch aufgeklärter Verstand und Vernunft gegeben.)

12. Menschliche Willensfreiheit, Naturalismus oder kosmischer und damit kulturellen Monismus war unser Thema

Allein wer beschreibt, wie eure hochintellektuelle Diskussion um die menschliche Willensfreiheit, zwischen Naturalismus und kultureller Prägung, zwischen Freiheit und Verantwortung gegenüber der Natur/Schöpfung bereits das Thema der antiken Philosophielehren war. Der muss doch einen Hammer haben, wennn er dann im historischen Grund, der für uns als schöpferisches Maß menschlichen Lebens galt, nicht den bei uns in seinem Wesen diskutierten Logos, sondern einen historischen Wanderguru und dessen Verherrlichung oder ein willkürliches Konstrukt annnehmen will.

Wolf Singer oder Gerhard Rorrh hat es bei uns noch nicht gegeben. Doch all das, was eure heutigen Hirnforscher durch Experimente zutage fördern, was bereits unser "theologisch-philosophisches" Thema.

Kreativität im menschlichen Kopf ist das, was auch eure Kultur weiterbringt, die Probleme löst

Kreativität (lat. cratio - Schöpfung) ist die Fähigkeit:

-Sich von Gedankenmustern zu lösen (Outsiede-the-Box).

-Gegen allgemeine Regeln und Erwartungen denken zu können.

-Unterschiedliche Dinge frei kombinieren zu können.

-Unübliche aber sinnvolle Konstellationen zu erkennen.

Fazit: Kreativität ist das Abweichen von der Norm, das not-wenig ist, damit sich die Welt weiterdreht. Auch In Sachen Kultur ein auf kreative Weise, auf den Wurzeln der Kultur, in der wir "Erwachsen" sind, ein neues Denken/einheitliches Weltbild entstehen zu lassen. Um dann die heutigen Herausforderungen gemeinsam auf kreative Weise zu lösen, auf völlig neuen Wegen Zukunft zu schaffen, statt zu vernichten. 

Bisherige Kritik schließt zu kurz

Für die heutige Forschung scheint es völlig ausgeschlossen, nach der Vernunft als dem historischen Jesus zu fragen. Selbst wo nicht nur jeder Satz der Bibel und insbesondere die hoheitlichen Aussagen als Lug und Trug, sondern selbst der irdische Jesus als unhistorisch nachgewiesen werden sollen, wird nur an einen Wanderguru gedacht. Was durchaus verständlich ist. Die Vernunft bzw. kausale natürliche Welterkärung, die die Antike als Logos und damit auch Sinn, Wort bezeichnete, wird nach wie vor als Gegner des Glaubens gesehen. Daher ist es auch dort, wo man in der Versöhnung von Wissen und Glauben das (in Vernunft erklärte=) natürliche Werden nicht weiter ablehnt, sondern es als Schöpfung bedenket, noch kaum möglich, hier auch den ursprünglichen Grund des christlichen Glaubens zu bedenken. Schlimmer als den Juden (im Sinne von Hütern der Traditionsgestzlichkeit) unterstellt, Jesus (besser: das bereits den Propheten geltende Wort/Logos) abgelehnt zu haben, wird heute die Vernunft durch die Traditionshörigkeit wieder ans Kreuz geschlagen. Wo Buchstabenglaube, der einen Designer dem Buch nach hochhält, als "kreation"istisch gilt, weil er oft in der Ablehnung der Naturgesetze bzw. der Evolution einen Schöpfungsglaube auf buchstäbliche Weise einzig noch bewahren will. Und wo der Glaube an einen Gottessohn mit zwei Beinen seit der Kindheit völlig selbstverständlich ist, darauf die Lebenslehre der Professoren baut, die ihren Studenden beibringen, warum der verherrlicht wurde. Dort fehlt die Kreativität, in unvoreingenommer Weise über die Wurzel unserer Kultur nachzudenken, sie durch das heute gegebene Wissen auf neue vernünftige Beine zu stellen.

Die Glaubenskritik, die von einem jungen Juden ausgehend den christlichen Kult als ein Aufwärmen traditioneller heidnischer oder hebräischer Vorstellungen nachweisen will, weil angeblich ein jungen Mann mit Namen Jesus als göttlich gesehen wurde, greift viel zu kurz. Den, sowie seinen Missionsprediger, der sich jetzt Paulus nannte, hat es "so" nicht gegeben. Weder ein Jude, noch ein Grieche hätten damals den als Gott gesehen bzw. in dessen Verherrlichung einen neuen Monotheismus oder Verhaltensgebote begründet. Bei logischer Betrachtung müssen die vielfältigen Reformbewegungen, der neue Kult und seine Lehren einen Grund gehabt haben. Doch wenn die Exegeten im Alten Testament blättern und bereits bei den Propheten, die menschliche Vergötterungen verdammten, sie für die Probleme ihrer Kultur verantwortlich machen, Jesus am Werk sehen wollen. Dann müsste sich bei klarem Denken die Hypothese vom göttlichen Guru bereits in Luft auflösen. Denn mit dem sind die aufs Wort (hebr. auch Vernunfthandlung, aus der alles hervorging) hörenden Propheten nicht zu machen. Und mit der Entstehung des prophetischen Exilsmonotheismus, der aus dem Monotheimsus Persien (Zarathustra) oder dem theologischen Sonnkult Ägyptens erwachsen ist, hat der gleich gar nichts zu tun. Wer den Exegeten mit etwas Verstand unvoreingenommen über die Schulter schaut, der stellt in fast jedem Werk fest: Um einen jungen Juden kann es den Verfassern nicht gegangen sein.

Wenn die Theologen das Neue Testament auf hochtheologiche Weise auswerten und die Heilsbedeutung Jesus veranschaulichen, wird bei Licht betrachtet der Wanderguru hinfällig. Selbst mit Lug und Trug und jeder Menge Drogen lässt sich nicht erklären, dass es in all den Bedeutungsaussagen der biblischen Geschichten, wie z.B. der Erneuerung und Universalisierung des prophetischen Wort-Verständnisses und was noch Seite für Seite an Heilsbedeutungen ausgewertet wird, um einen Wanderkyniker oder sonst ein menschliches Wesen gegangen sein soll. All das ist nur mit der für die Verfassser bzw. damalige Zeit geltenden Vernunft zu machen. Nach der der der Monotheismus jetzt universal Verhaltenslehren in erklärt wurden. Die so den unsagbaren Grund aller Kreativität für die Welt "offenbar" machte und damit den Abfall beseitigte. Wie man in den Geschichten, bei denen jeder Schritt und Tritt als rein theologische Bedeutungsaussage gewertet wird, die sich unmöglich mit einem jungen Mann oder dessen Verherrlichung machen läßt, weiter nur den als historisch wahr haben will. Das ist selbst bei allem Verständnis in Bezug auf die Vorgeschichte nicht mehr zu erklären.

Aber auch in allen apokryphen Texten oder den jüdischen Reformbewegungen Alexandriens, wie sie inzwischen auch in Qumran ausgegraben werden. Überall wird ein Denken bzw. eine theologische Auseinandersetzung mit dem Alten deutlich, die einen Grund gehabt haben muss. Einen Grund, der sich jedoch unmöglich in einem verherrlichten Wanderkyniker erklären lässt. Es wird immer unerträglicher, die täglich erscheinenden theologischen Deutungen der antiken Texte zu lesen. Und dann gleichzeitig nur einen mehr oder weniger göttlichen Wanderprediger ins Rennen schicken zu wollen. Denn wer den Grund des erneuerten Monotheismus und davon ausgehenden vielfältigen Bewegungen oder Texte nicht nur ernst nimmt, sondern im Licht evolutionärer Logik bedenkt, der stellt fest: Um junge Männer kann es am Anfang der christichen Kultur, auch damaliger Diskussion, unmöglich gegangen sein. Auch das alles einfach als antike Märchenstunde abtun zu wollen, spricht gegen jede Logik, ist Verweigerung von Wissen und Aufklärung.

Das dogmatische Feshalten an einem angeblichen Gottmenschen bzw. einem schöpferisch-hoheitlichen Wesen mit zwei Beinen durch die konservative Lehre ist ebenso unsinnig, wie nur einen jungen Guru unterstellen zu wollen, dem das alles nur aufgrund alttestamentlicher Aussagen in die Schuhe geschoben wurde. Der gar im Stile alter Götter aufgemotzt worden sein soll. Auch wenn die von einem meist kynischen Guru ausgehende historisch-kritische Theologie in Sonntagspredigten weiter von einem Gottessohn oder gar Erlöser schwärmt. Ein solcher "Aber"glaube, der heute wie selbstverständlich als "Glaube" gilt, kann weder den Verfassern des Kanon, noch den sog. Kirchenvätern oder gar dem Kaiser, der (in seiner Diskussion um das Wesen des Logos) begann einen neuen einheitlich-christlichen Kult zu bauen, unterstellt werden. In dem ist weder das, was sich historisch rekonstruieren lässt, noch das, was von antiken Denkern in hochtheologische Geschichten gefasst wurde, in irgendeiner Weise zu machen. Selbst wenn in der (nachweislich vom Logos ausgehenden) Kirchengeschichte oder durch die Verfasser der  kanonischen Kultlesetexte von Jesus geschrieben worden wäre. Wie die Reformatoren die Hoheitsbezeichnungen und Formeln einheitlich entsprechend Josua bzw. jüdischer Tradition übersetzen und zeitgemäß volksverständlich vermittelten. Weder die Kirchengeschichte, noch die heute hochtheologisch gedeutenden Inhalte, die Verhaltslehren oder die Offenbarung/Erkärung des Vätergottes, die die Traditonsvorstellugen auf neue Beine stellte, so von Abfall/Sünde reinigte, lassen sich anders erklären, als in einer im antiken Denken lebendigen Vernunft. Die Johannes ja als Thema des Neuen Testamentes vorstellt und die auch in sonstigen Texten spricht.

Auf zur Arche: aufgeklärt über den Anfang nachdenken

Wer wie die aufgeklärte historische Forschung nicht einfach blind einen Gott-Menschen akzeptieren kann. Aber nach allem was wir über eine logische Kulturentwicklung wissen, einen realen Grund der ganzen urchristlichen Bewegungen bzw. den sich in den Texten niederschlagenden Denkweisen und Hoffnungen annehmen muss. Der kann genau aus diesem Grund nicht auf althergebrachte Weise weiter einen Wanderradikalen voraussetzen. Wo historisch-kritisch weitergedacht, das in der antiken Hochzivilsation geltende Denken berücksichtigt wird, da muss die Vernunft bedacht werden. Nach der jetzt das Werden und die menschliche Weisheit erklärt wurde und die kein metaphysisch-religiöses Konstrukt war.

Eine Welt, die nicht mehr an Mythen glaubt und theologisch-allegorische Volksmärchen biblischer Kultlesetexte nicht mehr wörtlich nimmt. Die vorurteilsfrei auf logische Weise das heutige Wissen auswertet. Für die gibt es keine andere Wahl: Am Anfang stand der Logos. Besser gesagt: Wo man sich auf Jesus oder auch Mohammed beruft, ging es um die Logik/Vernunft, nach der heute die Welt erkärt wird und was danach für die menschliche Kultur vernünftig ist.

Hier wird nicht nur deutlich gemacht, wie völlig absurd die Unterstellung ist: Die nun in Vernunft erklärte natürliche Sonnenordnung des Kosmos vertretende, bildungshungrige Kaiser der Spätantike, hätten Intellektuelle der gesamten damaligen Welt zusammengetrommelt. Um dann mit ihnen in hochzivilisierter Zeit, die ihre Hoffnung auf die Vernunft/Ratio setzte, jahrhundertelang über das Wesen eines hingerichteten Wandpredigers als Weltvernunft zu streiten. Oder: Flavierkaiser wie Konstantin & Co., denen die Vernunft heilig war (nicht weil sie an der Hagia Sophie: heiligen Weisheit bauten) hätten die Sekte eines jüdischen Gurus bzw. eines Wendepharisäers zur Reichskirche gemacht. Sie hätten sich durch die Hellenisierung eines Heilspredigers, evtl. gar eines fiktives Glaubenskonstruktes, das sie an die Stelle von Sol & Co. stellten, nur selbst schmücken wollen.

Vielmehr wird aufgezeigt, wie und warum aus wilden, sich bitter bekämpfenden und als staatsfeindlicher Atheismus geltenden bildlosen Reformbewegungen antiker Aufkärung, die nicht mehr zu stoppen war, eine christliche Kirche hervorging. Ein neuer universaler Kult, der nicht nur auf die Logik allen nun natürlich erklärten Werdens (Logos) gründete, sondern dessen Schöpfung selbst auch Vernunft in kultureller Evolution war. Wie erst Konstantins Diskussion und Diktat, dann Theodosios Staatsreligion sowie der Aufbau der römischen Kirchenautorität die unheilvollen Kämpfe an der Kindheit der neuen Vernunft-Religion beenden konnten. Was auch im Zuge der Völkerwanderung zu einem staatstragenden, auch für die Westvölker akzeptablen Kult führte, für den durch antike Aufklärung die Zeit gekommen war. Und der über alle Wirren sowie die Finsternis des Mittelalters und die Schriftform der Reformation hinweg die westliche Welt bis zur neuzeitlichen Aufklärung getragen hat und jetzt kutluraufgeklärte Ein-sicht ermöglicht. (Nebenbei: Auch der Mission der germanischen Stammesfürsten kann so wenig wie Konstantin "klein Jesus" nach heutiger Hypothese oder ein fiktiver Mythos unterstellt werden. Auch bei ihnen waren die Naturgötter der Vernunft gewichen, nach der nach und nach die Natur erkärt wurde. Wobei die keine Philosophen wie Melanchthon waren, der sich dann beim Namen Jesus auf jüdische Weisheitslehrer "Jesus Sirach" bzw. gleichzeitig Romanautoren berief.)

Wenn meist Paulus oder spätestens Konstantin & Co. unterstellt wird, sie hätten den heute geltenden jungen Rebellen mit Namen Jesus zu einer Art Gott gemacht, wird die Geschichtsrealität auf den Kopf gestellt. Denn weder ein einheitlicher christlicher Kult, noch Kirche oder Kanon, in dem erst die Reformation den Glaubensgrund einheitlich mit "Jesus" übersetzte und die Neuzeit nun einen einfachen Heilsprediger in die theologischen Hoheitsaussagen hineinliest, waren geboren. Geschichtlich war eine Vielzahl von sich bekäpfenden Lehren einer neuen, rationalen Erkenntnis (Gnosis) bzw. jüdische und griechisch-monotheistische Reformbewegungen. Die die taub gewordene Gesetzlichkeit der Juden ablehnten und auch nicht mehr den Mythengöttern hörig sein und dem Kaiserkult huldigen wollten. Und da der Kult als stattstragend bzw. Voraussetzung für das Wohl der Kultur gesehen wurde, wurden diese als staatsfeindlicher Atheismus verfolgt.

Unabhängig von den noch aufzuzeigenden Gründen, warum es absurd ist, einer philosophischen Hochzivilisation zu unterstellen, einen Handwerksburschen zu Gott gemacht zu haben. Oder dass weder von einem kynischen Guru, noch einem Gottmenschen die Texte des Neuen Testamentes handeln können, sondern hier die den den Glauben der Väter erklärenden/offenbarede und nun das Verhalten bestimmende Weisheit spricht bzw. ihre Geschichte bebildert wurde. Ein junger Guru, wie er heute aus den synoptischen Evangelien abgeleitet und wie selbstverständlich vorausgesetzt wird, spielte in der Zeit, als für den christlichen Kult die Grundlagen gelegt wurde, keine Rolle. Selbstverständlich sind die Evangelien (aus antiken "Weisheitslehren"/-logien abgeleitete volksförmige Geschichten, die u.A. dem Kaiserevangelium entgegengestellt wurden), älter als Konstantin und die Kirche. Doch war das theologische Thema der Texte, die von den das Alte Testament ablehnenden "Logos"lehrern wie Marcion erstmals zum Kanon erhoben wurden, nicht das, was nach dem heutigen Kurzschluss als Notdürftigkeit hinten herauskommt. Auch wenn oft noch sehr gegensätzlich gedacht wurde, in allen dann in den christlichen Kult mündenden Lehren gab die Vernunft den Ton an.

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