MAAT und Isis als Mutter Jesus

Das in konkreter kosmischer Gesamt-Ordnung (heute: Ökologie) begründe, die gesamte ägyptische Hochkultur tragende  Staatsmodell für eine humanistisch-sozial gerechte Lebensführung und seine  kulturelle Ausdrucksweise in Bildern und Isis-Geschichten sind (neben ähnlicher persischer Philosophie/Zarathustra) die Herkunft nicht nur der Hebräer und des prophetisch-bildlosen Wort-Verstandes im Namen Moses. Nur so ist auch der christliche Kult, die historische Person (Rolle/Aufgabe) Josua/Jesus zu verstehen.

Am  Tag am Meer Andalusiens die brausenden Wellen in herrlicher Landschaft genossen, den Herzschlag der Maat gehört. Doch nicht nur von den vielfotografierten Steinformationen, ihren Gesichtern oder den Bergen begeistern und  im heißen Sand liegend von den Wellen überrollen lassen. Dabei  vom Ägyptologen Jan Assmann die in kosmischer Realität, wie wir sie heute als Ökologie beschreiben, begründete Maat als Kulturmodell für Gerechtigkeit und ewiges Leben im alten Ägypten erklären lassen. Auch wie die Kulturentwicklung der Achsenzeit war, was in westlicher Welt denkerisch den Wandel vom Mythos zum Logos bewirkte und wie kulturelle Erinnerung in Religion funktioniert.

In der Nacht,  beim abkühlenden Bad die Maat am klaren Sternenhimmel geschaut. Im Bett mit Blick auf Himmel und Halbmond bedacht, welche Bedeutung die konkrete himmlische Kreativität nicht nur für die alten Ägypter und Hebräer, sondern für den so entstandenen Kult im Namen Abraham, David, Moses hatte. Und wie in Folge beim philosophischen Judentum Alexandriens die in früher Natur- und auf diese aufbauende Kulturwissenschaft begründete Vernunftlehre als Wort die Funktion Josua/Jesus hatte. Was dann  auch prophetisch in Mohammed auf arabische Weise zur Sprache kam.

Am Morgen,  laut Assmann der Stunde der Maat, als nach einem himmlischen Lichtspiel in ur-laubstäglicher Andacht der roten Ball, dem wir alles irdische Leben verdanken, langsam und in zuverlässiger Macht aus dem Meer Richtung Alexandrien/Palästina aufsteigt, beginnend, die gesamte Strahlkraft der Maat zu beschreiben. Im Wissen um ihre Begründung, Bedeutung, bildhafte Ausdrucksweise, ohne die die gesamte ägyptische Hochkultur nicht gewesen wäre, damit auch nicht die dies weiterdenkenden hebräischen Propheten und die hellenistisch-jüdischen Philosophen, die die Maat/Isis nun in Vernunftlehren (Logos als Josua/Jesus) und so das Neue Testament begründeten:

--Warum es keine Zweifel mehr gibt, wie es dort, wo Jesus steht, historisch um das ging, was den Ägyptern Maat, Juden Wort, Griechen Vernunftlehre (Logos) war, wir heute Ökologie nennen und als sozial-humane, gemeinschaftlich gerechte, zukunftsverant-wort-liche Lebensweise oder Weltvernunft fordern.

-Wie die jüdisch Kultur, das Verständnis des Wortes als wahrer König in Befreiung von ägyptischem Pharo-Kult und  Kult-Bildern gewachsen, Moses und das Gesetz, die Gebote aber auch Josua und damit+ Jesus nur so zu erklären sind.

-Warum die Hypothese vom verherrlichten Heilsprediger allein aufgrund des Wissens um die Kulturentwicklung oder die Achsenzeit, dem für alle Weltkulturen (der Entstehung heutiger Religionen) bedeutenden Wandel vom Mythos zum Logos, über den Assmann mit anderen Kulturwissenschaftlern diskutiert, völlig absurd ist.

-Wie sich die Entstehung des christlichen Glaubens, die Abkehr von Göttern oder die Fülle der philosophisch-theologischen frühchristlichen Texte über die Stellung des Menschen im schöpferischen Ganzen nur in dem erklären lässt, was den Ägyptern als Maat,  philosophisch gebildeten Juden Ägyptens in Vernunft erklärten und aufgeklärt als ewiges Wort verstanden. Wie so das Neue Testament in dem begründet  (der jüdischen Bund erneuert und weltgültig gemacht wurde), was heute Ökologie heißt.

-Warum antiker Glaube, damit auch der Grund der Christenheit nie das für wahr Halten eines vorgesetzten Gottesbildes war, was heute als Glaube gilt, sondern die verant-wort-ungsvolle Stellung des Menschen im kreativen Ganzen auch Thema der noch so mythisch wirkenden Kulttexte und Kultpraxis war.

-Weshalb die Gewalt, die vom Monotheismus ausgeht, nicht auf das Konto von Kulturmodellen geht, die die gemeinsame kosmische und damit auch kulturelle Ordnung im Blick haben, die bereits den Vätern schöpferisch wesentlich war und sein wird (JHWH) . Sondern von menschlichen Vorstellungen, Bildern, heute politisch missbrauchten Verschriftungen. Wie sie zwar immer notwendig waren, aber in der Kulturgeschichte immer wieder bekämpft und erneuert werden mussten.

-Warum die Kritiker, die das Jesuskind auf dem Arm der Isis zeigen oder dessen biblische Geschichte in griechischen Mythen nachblättern, wo Ägypten weitergeführt wurde, in ihrem Kurz-schluss einen historischen Jesus abstreiten, dann die christliche Kultur als Lug und Trug auskippen wollen, näher beim historischen Wesen sind, als heutige Hochschullehrer. Die den künftigen Theologen und Wissenschaftlern einen Handwerksburschen in den Kopf bläuen, der all das nicht war und wollte, was über ihn gesagt, aus ihm gemacht wurde. (Aber zu glauben wäre: Aberglaube.)

-Womit die heutige Rekonstruktion eines jungen Galiläers und die an den Hochschulen vertretene Hypothese von dessen Verherrlich, apologetischer Hellenisierung… ebenso lächerlich ist, wie beim Bild der Göttin Maat (auf der ersten Seite von Assmanns Buch, oder Bildern von Isis, Osiris und Co.) den Ägyptern unterstellen zu wollen, es wäre ihnen um gutherzige junge Mädchen gegangen.

-Wie daher die schwachsinnig gewordene, gegen alles Wissen um die antike Kultur und ihre Entwicklung sprechende buchstäblich bleibende, statt bildhaft verstehende Hypothese vom jungen Mann, die dann  alles zum fiktiven Glaubensmythos macht, nicht nur für den Aberglaube mit allen gewaltigen, täglich mörderischen Folgen hauptverantwortlich ist.

-Wie diese vielmehr verhindert, dass  in Ökologie/Evolution, damit auch in Kulturgeschichte begründeter Weltvernunft (auf Weltfriedens- oder Klimakonferenzen bedacht und gepredigt) aufgeklärt die Bestimmung wahrgenommen wird, die anfänglich als lebendiges Wort und christlicher Glaube galt. Was so zum Kulturmodell und damit einer Lebensweise mündiger, selbstverant-wort-licher  Menschen werden könnte. Die sich dabei in aufgeklärter kreativer kultureller Erinnerung (Religion) auf Moses, das schöpferische Wort, Jesus oder Mohammed berufen und gemeinsame Zukunft schaffen, statt vernichten. So wie es  bereits es in Maat im noch mythisch wahrgenommenen ökologischen Ganzen als Grund aller Mythen begründet war, ein ewiger Weg („Reise nach Jerusalem“) bleibt.

1. Der logische Fluss der Kulturgeschichte im Überblick:

 Ein ewiger Exodus, ein „Übersetzen“ von philosophischem Denken in Kultsprache/Ausdrucksweise (damit die weibliche Seite/Ausdrucksweise, die philosophische Vernunft-Prinzipien auf kreative Weise zur Welt bringen muss, doch meist den Forschern den Kopf verdreht). Gleichzeitig ein Übersetzen von Gestern in Lehren der Gegenwart, die nicht zuletzt aufgrund der Kultbilder meist als Gegenseite (andere Seite des Jordan, Meeres) betrachtet wird, um Brücken zu bauen, die die verschiedenen Seiten verbinden.

A)   Ägyptische Hochkultur

Maat war philosophisches Prinzip, das sich in kosmischer Ordnung/Kreativität (Schöpfung) begründete.

Isis oder Osiris war dessen kulturelle Ausdrucksweisen mit dem Pharaokönig als Mittler, irdischer Stellvertreter.

B)    Bei den Hebräern

Wort (hebr. auch Vernunft) das sich bei himmelsbeobachtenden, Schöpfung in Schrift fassenden Hebräern, die im Exil auch die persisch-prophetische Philosophie lernten (Zarathustra: gut denken, gut reden, gut handeln) im Werden der Welt (Schöpfung) begründeten.

Moses war seine Geschichte als Mittler, Ausdrucksform des zeltenden, d.h. sich im ewigen Wandel befindlichen, in kosmischer Ordnung begründeten, jetzt bildlosen Kultes, der keine Götter oder Gottesnamen mehr anerkannte, bei dem das galt, was schöpferisch wesentlich war und sein wird: JHWH. (Heute Monotheismus genannt.)

C)    Jüdisch hellenistische Zeitenwende in antiker Aufklärung: Christentum

Logos, somit die Vernunftlehren früher Naturwissenschaft über das logische/sinnmachende Werden, in denen die Lehren der Geistes- bzw. Kulturwissenschaft, wie die Stoa das vernünftige Leben begründete und damit für aufgeklärte Juden der verschiedenen heute als christliche anerkannten Erkenntnisbewegungen, wie die Kirchenväter das war, war in ihrem bildhaften Verständnis Moses als frühe jüdische Philosophie als das dort bereits gegebene Wort galt. Was somit Erneuerung des alten Bundes, Vollendung oder gar neuer Exodus war, der das Neue Testament ausmacht.

Jesus, ist die griechisch-lateinische Schreibweise von Josua, dem Sohn des Nun. Und da im aufgeklärten Diasporajudentum hellenistisch-philosophischer Bildung, aus dem auch die Kult-Texte des Neuen Testamentes  über die Geschichte, Herkunft, Heilswirkung oder das Leiden der Vernunft entstanden, die Vernunftlehren genau die Funktion hatten, die in der alten Kultgeschichte Josua in Folge Moses als Vertreiber des Aberglaubens der alten Geister und Hoffnung auf ein weltgültiges Wort/Judentum als „Goldene Zeit/Gelobtes Land“ hatte, war der Name für die jetzt universal begründete jüdische Weisheit als lebendiges Wort völlig logisch. Nicht nur im philosophischen Judentum der sog. Zeit Jesus wurde in diesem Sinne von Josua gesprochen. Auch die Kirchenväter haben das biblisch-christliche Wesen mit Josua identifiziert, noch bevor der Name für die vormaligen Gottesbezeichnungen und Christologie-Titel in Zeiten der Reformation, Übersetzung in Deutsche Geschichte, einheitlich eingeführt wurde.

Nicht nur das historisch-kritische Wissen, sondern allein die Betrachtung der geschichtlichen Kulturentwicklung schließt es völlig aus, dass am Anfang ein junger Mann stand, der auf mythologische Weise verherrlicht wurde oder nur ein neuer Glaubensmythos wäre. Gerade die Maat macht deutlich, warum es beim später dort geltenden Josua/Jesus der christlichen Geschichte nicht um einen Mythos, sondern um das ging, was wir heute als Ökologie bezeichnen, in Evolution beschreiben. Oder was so aufgrund zeitgemäßer Erkenntnis (Gnosis) als Weltvernünftigkeit intellektuell erkannt ist und allseits ohne gemeinsame Kulturaufklärung vergeblich gegenseitig gefordert wird.

Die Übersetzung des für die im philosophischen/christlichen Judentum als weltgültiges Wort und damit Josua/Jesus geltende Vernunftlehre antiker Aufklärung (Logos) als „Ökologie“ war bisher nicht zuletzt in der Begriffsbestimmung des naturwissenschaftlichen Aufklärers Ernst Haeckel begründet. Nach dem antiken Logos-Begriff hat der zoologische Monist (der sich in kritischer Polemik zur Kirchenlehre auch zum Gegenpapst ausrufen ließ), für die naturwissenschaftlichen Lehren vom Haushalt und den Wechselwirkungen im zusammenhängenden Ganzen, wie sie mit Darwin in evolutionär-natürlicher Erklärung allen Werdens den Durchbruch schafften, den Begriff „Ökologie“ erstmals verwendet. Und da auch aufgrund der dem Christentum vorausgehenden Kulte, wie dem kulturellen Kontext der Zeit Jesus, insbesondere dem Wissen um die Herkunft des Christuskultes aus dem hellenistischen Judentum, das in den von griechischer Philosophie kommenden natur- und kulturwissenschaftlichen Vernunftlehren (Logos) die Funktion Josua sah,  war klar: Wo Jesus stand, ging es um das, was wir mit Ökologie beschreiben. Was nicht nur für menschliche Kultur gilt, sondern dort in humanistischer Weise als „Ökologie des Menschen“ maßgebend ist. Der Glaube der Urchristen war die Erkenntnis menschlicher Bestimmung (Wort) im kreativen großen Ganzen. Wonach die auch in der Stoa geltenden, in Natur begründeten Vernunftlehren in aufgeklärter Einsicht von griechischen Göttermythen und prophetischem Kult zum Kult(ur)gut wurden.  Wenn es ungewohnt und gegen die das bisherige christliche Verständnis war, Ökologie als das zu bezeichnet, was historisch Josua/Jesus ausmachte. Das Wissen um das in kosmischer Ordnung begründete Kultur- und hebräisch-christliche Vorgängermodell Maat lässt das Ungewohnte völlig logisch erscheinen, letztlich keine andere Erklärung zu.

Denn dass Maat ein Vorgängermodell zum Christentum war, das ergibt sich nicht nur in logischer Kulturentwicklung, wie sie auch von Assmann aufgezeigt wird. Auch wenn es historisch nicht um die Vernunft als Wort und Christus in Funktion Josua/Jesus gegangen wäre, sondern um den heute an Hochschulen gehandelten Handwerksburschen. Die geschichtliche Entwicklung lässt sich nicht verleugnen. Dann müssten neben den griechischen Vernunftlehren auch die altägyptischen Vernunftmodelle dafür herhalten, warum ein galiläischer Landstreicher zum Wort erhoben, als Logos gelehrt wurde. Doch das wir wissen, wie das Neue Testament im philosophischen Judentum entstand, das die Vernunftlehre als weltgültiges Wort, damit in Funktion Josua verstand, in Alexandriens jüdischer Bildung auch die ägyptische Tradition, Maat oder der Isiskult bedacht und so die Vernunft als Christus erkannt wurde, lässt sich diese Mutter nicht weiter verleugnen.

Und wenn die Kritiker heute aufschreien, dass es einen jungen Mann mit Namen Jesus nicht gab, die Maria der alten Bilder Isis auf dem Arm hält, auch in den Evangelien das Erbe der alten Mythen aufgegriffen, in der Jesusgeschichte von Tod bis Auferstehung Osiris, Mithras & Co. beschrieben wurden. Dann machen sie in ihrem Kurz-schluss, der das historische Wesen zu einem nur neu aufgemischten Mythos machen soll nur klar, wie sich ägyptische Vorbilder weiterentwickelt haben, als erfüllt gesehen wurden. Denn wer nicht nur den Dirnen verfallen ist, d.h. in philosophischer Sprache, wer sich nicht nur an die kulturnotwendigen Ausdrucksweisen der in kreativer Realität bedachten Vernunft-Modelle, damit die Mythen, Götter-, Gründergestalten und die Kultgeschichten hält, sondern wie Assmann bei Maat den Grund freilegt, der macht klar : Wo die Maat und damit frühe Ökologie in noch mythischer Welterklärung als Isis galt, ging es um die reale Welt. Und die ist kein Mythos. Auch wenn das Weltgefüge auf noch mythische Weise als ein Sinn machendes großes Ganzes wahrgenommen wurde, das für das menschliche Recht und Leben maßgebend war. Nach der vernünftigen Erklärung allen Werdens, wie sie nach mittelalterlichem Verfall seit neuzeitlicher Aufklärung wieder gilt, heute in Evolution als Ökologie – auch des Menschen – beschrieben wird, ging es um Josua: Jesus lebt wirklich.

2.  Maat: Ein Zentralbegriff der Hochkultur und Zeitenwende - auch bewirkte

Die Linie als Geschichte der Befreiung, die nach Assmann über Nitzsche, Paulus und Moses nach Ägypten führt, wo die Maat die gesamte ägyptische Geschichte schrieb, verweist eindeutig auf die in Schöpfung begründete Weltvernunft oder ganzheitliche Ökologie in der Rolle Josua, lat. Jesus. Ein junger Mann Namens Jesus oder ein Glaubens-Mythos kann in dieser Linie unmöglich vorkommen. Das in kosmischer Wirklichkeit begründete Lebensprinzip, das den verschiedenen theologischen Modellen Ägyptens oder auch dem erstmals dann die Götter verdammenden Sonnenkult Echnatons zugrunde lag und ohne die die ägyptische Hochkultur nicht gewesen wäre, wird von ihm als „Projekt der Zähmung des Menschen zum Mitmenschen“ beschrieben. Was uns dort in der Morgenfrische des ersten Males entgegentritt und als Lehre im theokratischen ägyptischen Staat seine institutionelle Gestalt hatte, ist daher dort wieder modern, wo alle vergeblich nach mehr Gemeinorientierung, Weltvernunft, Zukunftsgestaltung statt Vernichtung rufen.

Denn Maat ist nach Assmann ein kompakter Begriff, der sich in anderen Sprachen nur umschreiben lässt: Wahrheit, Gerechtigkeit, Ordnung, Weisheit, Echtheit, Aufrichtigkeit. Er beziehe sich auf Moral und Manieren im menschlichen Zusammenleben, das auf schöpferischer Gerechtigkeit, das aufgrund einer kosmosschaffenden Gesetzgebung, die in der Sonne verkörpert ist, der Herrlichkeit der König auf Erden zu „Herrschen“ hat, die tägliche Überwindung des Chaos abziele. Und wenn der Kulturgeschichtswissenschaftler dann auf die von ihm wissenschaftlich erkundete kulturelle Rückerinnerung verweist, die sich im Abendland fortsetzt, zeigt er die Bedeutung der Religion auf, um auch heute das zu halten, was die alten Ägypter Maat nannten.

Es war eine politische Theologie, bei der sich bereits die Hebräer von der Herrschaft des ägyptischen Königs und weiterer Kultbilder, wie Isis befreiten, die Maat als schöpferisches Wort verehrten, das von einem unsagbaren Seinsgrund ausging. Ein Exodus oder eine Befreiung von menschlicher Herrschaft und veralteter Gesetzlichkeit, die dann zur Zeitenwende im hellenistisch-aufgeklärten Judentum, das sich, das Sein, wie das gerechte Verhalten in kreativer Vernunft erklärte, seine Vollendung oder Erneuerung fand.

Im römischen Weltreich, das nicht nur politisch die Nachfolge Ägyptens antrat, sondern auch kulturell, hieß der Pharao, der die kosmische Gerechtigkeit auf Erden umsetzen sollte und dem seit dem Exodus bereits die aufs Wort setzenden Juden nicht mehr opferten, jetzt Kaiser. Wen wundert, dass dann in der Achsenzeit, als im Wandel vom Mythos zum Logos weltweit neue Religionsformen entstanden, auch das Christentum entstand. Bei dem die Vernunft nicht nur den römischen „Gott“kaiser verdrängte und dessen Person als irdischen Mittler schöpferischer Bestimmung einnahm. Womit ausgehend vom philosophischen Judentum, das dann auch den Römern, die wie auch die Juden dem Kaiser das Opfer verweigerten und als „Christen“ beschimpft oder wegen ihrer kultverweigernden Staatsgefährdung verfolgt wurden, das Programm der biblische Propheten fortgesetzt oder erfüllt wurde.

Der Pharao und später der römische Kaiser hatten in ihrer kosmisch-göttlichen Autorität in den beiden antiken Hochkulturen die zentrale Funktion, die Menschen zur Gemeinschaft zu machen, schöpferische Wirklichkeit und Wille, was bereits im Modell der Maat bedacht wurde, auf Erde zu vermitteln und zu verwirklichen. Der Kult und der Kaiser dienten dazu, die von den Ägyptern in Maat, zur Zeitenwende von Griechen und aufgeklärten Juden in Vernunft bedachte kosmisch-schöpferische Wirklichkeit in menschliche Kultur zu verwandeln.

3. Was in christlicher Vernunftlehre Logos war, hieß in Ägypten Maat

Assmann beschreibt, wie bereits die Maat (im Kult auch Isis) von der Unbeständigkeit des in Sand gebauten und ins Wasser geschriebenen befreit, in dem sie dem menschlichen Handeln in Wahrheit und Gerechtigkeit ein Fundament gibt. Eine Funktion, die später der in Schöpfung begründeten Vernunft zukam, bei der Josua/Jesus im Kult die notwendige Person war (Rolle, Aufgabe hatte) und mit absoluter Sicherheit kein Heilsprediger, der das  von sich sagte oder dem das aus Verherrlichungszwecken oder gar zur Manipulation der Masse in den Mund gelegt wurde bzw. der in der Funktion nur ein Glaubensmythos gewesen wäre.

Im Begriff der Maat liege ungeschieden beieinander, was später in Naturphilosophie und Theologie, Staats- und Morallehre auseinandertreten wird. Mit dem Konzept der Maat hätte eine vergleichsweise sehr frühe Kultur auf höchster Abstraktionsstufe einen Begriff geprägt, der menschliches Handeln und kosmische (damit schöpferische) Ordnung miteinander verknüpft und damit Recht, Moral, Staat, Kultur und religiöses Weltbild auf eine gemeinsame Grundlage stellt. Auch wenn das für den Ägyptologen kein Thema ist: Wie später bei den Juden das Wort und dann christlich Jesus stand die Maat für Wahrheit und Gerechtigkeit, die sich in kosmischer-schöpferischer Realität begründete.

Wo Religion daher mit dem Glaube an das eigene Gottesbild oder gar alte Götter gleichgesetzt wird, ein junger Galiläer als Gott gesetzt gilt, muss Assmann zu dem Schluss kommen, dass es dort wo „Maat“ herrscht, Religion (im sekundären, d.h. eigentlichen und emphatischen Sinne) nicht geben, und wo „Religion“ herrscht, wird „Maat“ ausgeschlossen ist. Doch in der christlichen „Religion“, die über die Propheten eine Folge des ägyptischen Konzeptes, so echte kulturelle Rückerinnerung war,  kann es unmöglich um den heute als historischen gelehrten, verherrlichten junger Mann oder einen göttlichen Glaubensmythos gegangen sein, der dann „religiös“ gebadet wird.

Wie beispielsweise Gerd Theißen „Die Weisheit des Urchristentums“, wie er sie in höchsten Tönen beschreibt und in die auch in ihrer Begründung die Maat wiederspiegelt, jetzt aus den Wort eines jungen Mannes ableiten will, der nicht heute logischerweise nicht mehr als göttlich gelten kann, so nur noch ein Mythos ist, das ist unerklärlich.

4. Wo die Ägypter im Kult von Isis sprachen, war in Folge von Moses Josua

Die heute Ökologie genannte, von den Griechen und aufgeklärten Juden im Namen Josua/Jesus als Logos bzw. in Naturlehren begründete, natürlich Weltordnung, wie in der Kultgemeinschaft Ägyptens in Maat verkörpert war und die Lebensform bestimmt, kannte keinen Glauben an Götter im Sinne des Für-Wahr-Haltens, sondern im Sinne der Treue, des Gehorsams der in ihnen verkörperten Gerechtigkeit (Maat). Auch wenn nach heutiger Hypothese vom hellenisierten, so zum Messias gemachten Handwerksburschen mit Namen Jesus der Ägyptologe darüber nicht denken kann. Der Messias, gegenüber dem die Alten nach seiner Sicht loyal waren, auf den sie hörten, das kann bei dem, was er über die Maat sagt, kein junger Mann gewesen sein oder ein Glaubensmythos, sondern die in natürlicher Schöpfung begründeten Vernunftlehren antiker Aufklärung, die in Folge des aus Ägypten kommenden prophetischen Kultes jetzt die Funktion Josua, Jesus hatte.

Es würde hier zu weit führen, alles aufführen zu wollen, was Assmann freilegt. Doch wenn der Weg aus Ägypten über die Hebräer zu hellenistischen Juden ägyptischer Bildung Alexandrien, die sich mit Maat und Isis ähnlich wie Assmann auseinandersetzten klar ist. Dann kann es beim jungen „Herrn“ der nach Herodot die aus Ägypten nach Griechenland kommenden Götternamen in sich aufnahm, nicht um einen hellenisierten oder sonst verherrlichten Heilsprediger vom See Genezareth gegangen sein. Wo wie Assmann schreibt die Rationalität, der Logos zur Zeitenwende an die Stelle des Mythos trat, da kann bei aufgeklärten hellenistischen Juden, denen wir nicht nur die Texte des Neuen Testamentes bedanken, sondern die den alten Bund in Vernunft begründeten, weltgültig machten und so in Folge auch bei römischen Christen, nur die Vernunft in kulturgerechter Ausdrucksweise an die Stelle der Maat getreten. Mit dem heute an den Hochschulen gehandelten Handwerksburschen und dessen Verherrlichung durch seine Anhänger oder hellenistische Juden ist nach dem, was wir über die kulturelle Herkunft wissen, nichts zu machen. Ebenso wenig, wie mit den Unterstellungen der Kritiker, die Spekulation darüber anstellen, wie buddhistische Spiritualität abgeschrieben wurde, historisch nur ein Glaubensmythos bzw. Aufmischen alter Mythen war oder alles für Lug und Trug halten.

5. Es galt die Natürliche Ordnung und keine geheimnisvollen Gottheiten

Wo bei den Vorgängerkulturen ständig von kosmischer Theologie oder entsprechender Reiche und Religion gesprochen wird, der Kosmos dabei als ein selbstorganisierendes und autopoientisches System dargestellt wird, das keines transzendenten Schöpfers und Erhalters bedurfte. Wo Gott und die Welt eins waren. Da ist aufgrund der Gottes-Vorstellung des Kopfbildes vom Designer bzw. einem Gott, der nach abendlichem Gebet eingreift und hier und da hilft, einem philosophischen Bedenken des Vätergottes als gemeinsamer Seinsgrund, dem was schöpferisch wesentlich war oder sein wird, nicht der Vorwurf des Pantheismus gemacht werden.

Wo nicht mehr der Pharao oder König als schöpferisch autorisierter Sohn Statthalterrecht in der Menschenwelt ausübte, hierzu ein kosmologischer Mythos gebraucht wurde, da ist kein hellenistisch in den Himmel gehobener Heilsprediger oder ein Mythos zur Manipulation durch die Kirche an die Stelle getreten, sondern die heute in Ökologie oder Evolution beschriebene Vernunft (damit das lebendiges Wort) in kulturgerechter Person.

Wenn die Maat als der im Schöpfungsakt gesetzte richtige Zustand in Natur und Gesellschaft und von da aus gesehen, das menschliche Recht, die Richtigkeit begründet, die Ordnung und Wahrheit erkannt wird. Da kann die Erkenntnis der philosophischen Juden, die dabei von Jesus sprachen und ebenso auch der neuplatonischen Kirchenväter, die sich in ihrer volksförmigen Vermittlungsform als wahre Vertreter der Erkenntnis auf der Spur ihrer aus Ägypten kommenden Vorgänger sahen, nicht von einen egal wie gestrickten jungen Mann oder spirituellen Mythos gekommen sein.

Was die alten als der in der Welt immanente Schöpfungsordnung bezeichneten, in Maat und dann in Vernunftlehren anfänglicher Naturwissenschaft (Logos) in Kult umgesetzte maßgebend war, kann sich nach heutigem Wissen nur aus dem ableiten, was wir in Ökologie auf evolutionswissenschaftliche Weise beschreiben, als Weltvernunft weitgehend erkannt ist.

Auch wenn die ägyptische Vorstellung von Kosmos noch nicht die neuplatonische war und noch weniger heutiger Wissenschaft entspricht. Wer die auch in den Pyramidenbau eingeflossenen Kenntnisse der Ägypter über die kosmischen Dimensionen betrachtet, die sich aus früher wissenschaftlicher Naturbeobachtung oder Astronomie ergaben, der erkennt, wie die heute nur etwas empirischer, als Ökologie in ihrer Maßgabe für das menschliche Leben erklärte natürliche Ordnung das Maß aller Dinge war.   

So lässt sich auch die Kenntnis kosmischer Dimensionen, die uns heute erst durch moderne Astronomische Technik und Berechnungen möglich sind, wie die in die Pyramidenbau eingeflossene Entfernung der Erde zur Sonne, nur in Himmelsbeobachtung und logischen Schlüssen über ein kreatives Ganzen im Rahmen eines frühen Monismus erklären.

Wenn heute Benedikt XVI. sein Lebenswerk als „Ökologie des Menschen“ zusammenfasst oder in seiner letzten großen Rede vor dem Bundestag die Grundlage des Rechtes  in Ökologie zu bedenken gab und Franziskus ähnlich wie auch wissenschaftliche Denker eine ganzheitlich-ökologische Lebensweise als Voraussetzung für die gemeinsame Zukunft fordern. Dann entspricht das dem Modell, wie es die Ägypter in der Maat praktizierten. Nur dass die darauf ihren Kult und ihre Kultur gründeten. Und auch wenn sie von Isis sprachen. Dann sind sie mit Sicherheit nicht davon ausgegangen, dass ein junges Mädchen das Maß der Dinge wäre, wie heute klein Jesus gilt. Der dabei jeglichen Bezug zur schöpferischen Vernunftordnung bzw. -dynamik verloren hat, weder mit der Maat, noch mit den in Natur begründeten Vernunftlehren der Antike (Logos) zusammengedacht wird.

6. Sinngebung aufgrund natürlicher Schöpfung war in Religion/Kult lebendig

Wer beim christlichen Weltbild der Schöpfung von einem nach wissenschaftlicher Erklärung weitgehend arbeitslosen Designer vergeblicher Gottesbeweise ausgeht, der im Himmel sitzend alles bestimmt, sich dann gar durch abendliche Gebete oder Opfergaben/-handlungen erweichen lässt, gegen alle Natur hier und da zu helfen, der ist sicher vom antiken Denken einer bestimmenden himmlischen Weltordnung, wie sie Ägyptern und Griechen galt, himmelweit entfernt. Doch wer die christliche Tradition in aufgeklärter Weise betrachtet, das Wort bedenkt, das auch die himmelsbeobachtenden Hebräer im kreativen natürlichen Werden verstanden, in Folge Moses dann Josua, lat. Jesus war, der muss sich den Sinn seines Seins nicht mehr von Schriftgelehrten aus dem Buch vorlesen oder in theologischen Traditionslehren erklären lassen. Der kann ihn dort wahrnehmen, wo auch die nicht mehr von Maat, sondern von Logos (Vernunftlehren) sprechenden urchristlichen Erkenntnislehrer oder Kirchenväter ihre menschliche Bestimmung im kreativen großen Ganzen verstanden: Christlicher Glaube.

Allein zu wissen, wie hinter den Götterbildern nach ägyptischer Vorstellung der maßgebende Kosmos als ein kreativer Prozess des Ganzen stand, wie er heute nur etwas empirischer erklärt wird und dessen Gelingen auch damals ständig auf dem Spiel stand, ist zu wenig. Das die Religion ausmachende kulturelle Gedächtnis, das die Ägypter durch den Bau der Pyramiden oder der Grabbeigaben erhalten wollten, kann heute ohne wissenschaftliche Auswertung der wahren Religionsgeschichte, wie sie gerade in den Ägyptischen Wurzeln deutlich wird, nicht hergestellt werden.

Wenn uns klar ist, dass alles in der Welt und die Welt selbst für ihren Fortbestand auf die ökologische Ordnung angewiesen ist, dann gilt es sich von falschen Gottesbildern und Vorstellungen zu befreien. Um so die schöpferische Sinngebung, die für die Ägypter die Maat war, wieder in kulturbedeutend tiefgreifender Weise wahrzunehmen.

Die jüdische-hellenistischen Philosophen (gerade auch in Alexandrien) der Zeitenwende haben den Kulturwandel nicht bewirkt, indem sie sich nur auf wissenschaftliche Weise mit der ägyptischen Kultur, den kulturellen Vorbildern wie Isis und ihrer Begründung in Maat beschäftigten. Im kulturellen Fluss sind sie weitergefahren, haben dann selbst das Moses gegebene Wort in ihren Vernunftlehren (Logos) nicht nur wissenschaftlich wahrgenommen und verkündet, wie die philosophischen Lehren der Griechen. Sie haben es im neujüdisch-christlichen Kult lebendig gemacht, so ein dem Wissen der Zeit entsprechendes Gemeinschaftsgefühl bewirkt. Im Erbe der Tradition des Alten Testamentes wie griechischer kultureller Vorstellungen/-bilder, in deren Kunst und kultureller Praxis wurde die Weisheit der Lehren erst in Kultur lebendig.

7. Sünden gegen die Maat und ihre Folgen

Die Maat war mehr als kosmische Weltordnung, sondern umfasste auch die Ökologie der Kultur. Weniger die Eingriffe in die kosmisch-ökologische Ordnung, wie sie heute möglich und bewusste Folgen unseres Verhaltens sind, als vielmehr die Blindheit für die kulturelle Maat, was zu Fehlverhalten führt, stand auf dem Programm. Taubheit und Trägheit werden so auch von Assmann als Feinde, Verletzter der Maat aufgeführt.

Wie die Israeliten „Hörer“ waren, war die Kunst des Hörens auf ein kreative Autorität Kernstück der ägyptischen Kultur, die in Gedichten zum Ausdruck kam:

Wohltätig ist das Hören für den hörenden Sohn.

Wenn das Gehörte eintritt in den Hörenden,

wird der Hörende zu einem, auf den gehört wird.

Wenn das Hören gut ist, ist das Reden gut,

und der Hörende ist ein Besitzer von Wohltätigkeit.

Heute sprechen wir nicht mehr von Wohltätigkeit, sondern wissen, wie wir unser Leben am ökologischen Ganzen ausrichten müssen. Wozu sich die Ägypter des Kultes im Rahmen der Maat bedienten. Um so den gemeinsame Sinn, den letztlich jeder ökologisch oder für die gemeinsame Zukunft engagierte in menschlicher Kultur Voraussetzt, ganzheitlich tiefgreifend in kultureller Tradition/Religion werden ließen.

Wenn heute von der Stimme Gottes geschrieben wird, die Bestimmung und Weisung, für Ägypter Maat und die Hebräer das Wort oder als Horus inmitten des Herzens war (wir würden sagen den ganzen Menschen umfasste, Verstand und zum Handeln führende Emotion). Dann hat das gesprochen, was wir heute in Ökologie oder Evolution übersetzen, aber nicht inmitten unseres Herzens ist, das auf Konsum, kurzsichtigen Egoismus ausgerichtet ist. Und nebenher Götter wie einen angeblich verherrlichten (letztliche zum Wort, Weisheit, damit der Maat gemachten) jungen Mann Namens Jesus durch die Gegend treibt.

In diesem Sinne ist es auch eine Sünde gegen die Maat, wenn wir das durch ihre Bedeutung und Begründung gegebene Wissen nicht konsequent weiterdenken. Denn auch wenn das für den Ägyptologen kein Thema ist. Das Wissen um das ägyptische Vorgängermodell, das dort und noch dann, bei Juden als Wort galt, als sich der christliche Kult entwickelte zeigt auf, was sich auch sonst aufgrund kulturgeschichtlichem Wissen die Konsequenz ist: Schluss mit allem Gerede um einen jungen Guru und der Forschung, wie und warum der verherrlicht, mit hellenistischer Literatur ausgeschmückt wurde. Um einen jungen Mann oder eine Glaubensmythos kann es dort so wenig gegangen sein, wie die Maat nur ein kleines Mädchen war, das dann einem Mann mit Namen Moses das göttliche Wort ins Ohr flüsterte.

So können wir in weiterer Konsequenz auch lernen, dass es dann auch am christlichen Anfang nicht um das für-wahr-halten von vorgesetzten Gottesbildern von einem im Gebet Milde zustimmenden Allesmacher ging, der als Erklärungsgrund herhalten musste. Wie er mit der neuzeitlichen Aufklärung nicht mehr gebraucht wurde, von Nitzsche dann zurecht als Tod erklärt wurde. Wie es vielmehr auch dann, als die Sonne vergöttert wurde, heute von Sonnengottheiten gesprochen wird, die dann Konstantin begann gegen Christus (mit Sicherheit kein gar geheimnisvoller als großen Designergott verherrlichter oder herrlicher junger Mann oder Mythos der Kirche) eintauschte, um die kulturgerechte Ansprache des kreativen Ganzen ging. Das was danach für die Propheten in gewaltiger Unterscheidung bildlos, an Stelle des Pharo geliebt werden sollte, aber im kreativen Sinne wesentlich und sein wird JHWH, von dem das Wort als menschliche maßgebende Bestimmung ausging, kann allein mit Blick auf die Maat kein Gott im heutigen Sinne gewesen sein. Maat hatte mehr mit dem zu tun, wie wir heute das zusammenhängende, für unser Leben maßgebende große Ganze auf wissenschaftliche Weise erklären, als mit einer geheimnisvoll zu glaubenden Vorstellung der Traditionstexte, deren evolutionäre Funktion als Aufpasser heute theologisch diskutiert wird  oder die nach moderner Dogmatik nur ein gutes Gefühl im Bauch geben soll, letzte Hoffnung sei.

Die Gottesvorstellung die von den einzelnen Religionen, die sich dabei auf Gründergestalten und Bücher berufen, dann absolut gesetzt wird, wie es heute  von Assmann zur zurecht angeprangerten Gewalt des Monotheismus führt, die hat es weder dort gegeben, wo Maat galt, noch war sie der Grund der Nachfolgemodelle.

Doch auch wie allein eine in ökologischer Ordnung begründete Vernunftlehre zu kurz greift, wenn sie nicht in Religion, d.h. im Rahmen des kulturellen Gedächtnisses auf aufgeklärte Weise in einem staatstragenden Gemeinschaftskult vertieft wird, können wir aus der die ägyptische Hochkultur tragenden Maat oder dem Isis_Kult lernen. Denn es macht nicht nur einen gewaltigen Unterschied, ob die Menschen selbstgesetzten oder traditionellen Göttern opfern und gleichzeitig in der Kultur nicht das im Kult verherrlicht wird, was im kreativen Sinne wesentlich ist und sein wird, sondern der Kurzsicht, die heute Konsum und Kapitalegoismus heißt, geopfert wird.  Auch ob Menschen nur die intellektuelle Erkenntnis von dem haben, was schöpferisch wesentlichen ist, gegenseitig Weltvernunft predigen oder ob sie diesen Logos  des schöpferisch Wesentlichen von ganzem Herzen lieben, entscheidet darüber, ob Vernunft gelebt wird.

Denn wo die Atemluft in der Nase des Sonnengottes erschien, der Sonnenhymnus gesungen und die Sinn machende Macht des kreativen Ganzen (heute Ökologie in Evolution erklärt) in Gebeten und Liedern angesprochen wurde, da war eine Weltordnung, in deren Einhaltung heute Zukunft gesehen wurde, zum Kult geworden.

8. Ewiges Leben, wie es heute in Evolution erklärt wird

Maat stand, wie  bereits der Buchtitel Assmanns zeigt, im alten Ägypten auch für die Unsterblichkeit. Und wer als Kind zu viele Römerfilme gesehen oder korrupte brutale Herrscher vor Augen hat und Religion eh für Irrsinn hält, der denkt zu wissen, dass auch die ägyptischen Könige sich aus purer Selbstsucht die Pyramiden als Gräber für die Ewigkeit bauen ließen. Fortdauer, Beständigkeit, Zukunftsgestaltung und nicht sinnlose persönliche Unsterblichkeit stand nach Assmann auf dem Programm der Ägypter, die Maat nicht nur in Schrift, sondern in Kultbauten an den nächste Generation weitergeben wollten.

Wie selbst durch die Pyramiden ein Bewusstsein in die Ewigkeit transportiert werden solle, wie es sich in Maat ausdrückte, ewige kulturelle Erinnerung in Neubelebung sein muss, kann so nicht bedacht werden. Das „ewige Leben“ der kulturellen Erinnerung über den Tod hinaus war für Ägypter kultureller Garant für die Gemeinschaft. Denn Maat war nicht nur Weltordnung, die ewig weitergeht, was heute in Evolution erklärt wird. Was wir evolutionäre Erkenntnis nennen, die Umsetzung der kosmische Ordnung im Wandel der Zeit war, mit „Kultur“ zusammenfassen und als Grundlage menschlichen Zusammenlebens sehen, war dabei im Blick.

Während die Aufklärung denkt, das kulturelle Erbe zu den Akten legen zu können, der Gottestod postuliert wird, gleichzeitig den Kindern leere Rohstoffquellen und Atommüll oder eine zerstörte Ozonschicht mit allen Folgen hinterlassen wird, war die Maat der Ägypter auf Ewigkeit ausgelegt. Wort und Herz mussten hierzu Übereinstimmen, wie im gesamten Leben musste im Kult die rechte Waage über den Tod hinaus gehalten werden.

Bereits was unter Wiki über die Maat als in Göttergestalt maßgebende Weltordnung deutlich gemacht wird, müsste klar machen, dass es im christlichen Nachfolgemodell unmöglich um einen in Form der Isis verehrten jungen Mann geht. Doch noch weit mehr hilft das Wissen, wie es Assmann in den antiken Dokumenten nachblättert, die Wahrheit hinter den Schattenbildern der Mythen und Kultsprache zu erkennen. Und das war wie auch in der griechischen Vernunftlehre (Logos) die schöpferische Wirklichkeit, wie sie heute nur auf neue Weise wissenschaftlich erklärt wird.

Wo Habgier in ein Füreinander-Handeln umgesetzt werden sollte, Selbstbeherrschung im Sinne kreativer Herrlichkeit statt kurzsichtige Selbstsucht, Gemein“sinn“ und Humanität auf dem Programm stand, da ist ein Modell, wie es später bei den Griechen auch die Stoa in Natur begründete, zur Hoch-kult(ur) geworden. Ein Modell, das die hebräischen Propheten des Exils im Namen Moses nicht verneinten, sondern sich vom Opferkult an den Pharo-König und die menschlichen Gottesbilder befreiten, die Weisheit, das Wort selbst als König verstanden. Aber wie man dann auf den Gedanken kommen kann, in antiker Aufklärung wäre ein junger Handwerksbursche von hellenistisch-philosophischen Juden der Diaspora (des ewigen Exils), die sich mit ihrer ägyptische Tradition intensiv auseinandersetzten, auf geheimnisvolle Weise zum Allesmacher erklärt worden, das ist unerklärlich.

Auch wenn viele ägyptische Texte gerade zum rechten Verhalten an das Neue Testament erinnern oder die aus der Mundöffnung kommende Maat in personifizierter Weise als Sohn zum oder vom Vater spricht. Dabei das Verhältnis von Re als maßgebende Vätergottheit zu Maat als dessen sinnlich sichtbarer, lebendiger Seite deutlicher wird, als in der gesamten Christologie-Diskussion, wo angeblich um die Gottheit eines jungen Mannes gestritten wurde. Das wesentliche Argument, dass es bei der Maat um das geht, was Propheten als Wort, Philosophen als Vernunft und jüdischen Philosophen damit als Josua, lat. Jesus galt, ist die Entwicklung der Kultur, die heute nicht mehr im Einflug von Engeln oder wundersamen nächtlichen Eingebungen zu erklären ist.

9. Maat als kosmogonisches Prinzip und modernes Maß des Lebens

Auch wenn die Ägypter Natur und Himmel bereits auf wissenschaftliche Weise beobachten, so ist es sicher noch zu früh, von einer wissenschaftlichen Kosmologie zu sprechen. Vor den Vorsokratikern wie Heraklit, der für die Vernunftlehre vom logischen Lebensfluss den Begriff Logos prägte, muss von mythischer Betrachtung, Kosmogonie gesprochen werden.

Und doch war die Maat eindeutig kein fiktiver Mythos, sondern die modellhafte Betrachtung des kosmischen Lebens, die zur Grundlage der ägyptischen Theologiemodelle, auch dem Götterbilder ausmeißelnden Sonnenkult der Armanazeit (erster Monotheismus) sowie aller Lehren über ein gerechtes Zusammenleben. Ohne die Maat sind daher auch die Moses-Gebote oder königliche jüdische Weisheit, die in Josua, lat. Jesus lebendig wurde, nicht denkbar. So zeigt sich, dass das Recht und rechte Leben, wie es in Kultgestalten und -geschichten Geschichte machte, seinen Grund dort hatte, wo ihn Benedikt mit Verweis auf Stoa und salomonische Weisheit in Ökologielehre zu bedenken gab und sich die Öko-Enzyklika seines Nachfolgers begründet.

Doch nicht mehr der König, die kirchliche Lehre oder die biblische Schrift ist Sachwalter dessen, was den Ägyptern Maat, Juden Wort und hellenistischen Juden Logos und damit Josua, lat. Jesus war. Auf mündige Weise sind wir in kultureller Selbstverant-wort-ung. Da wir nicht mehr zur Denkweise der Maat zurückkehren, in den Fluss des Lebens an alter Stelle einsteigen können, gilt es in heute Begrifflichkeit zu übersetzen. Wo klar ist, wie die Herkunft Moses und dann Josua ein kosmisches Prinzip war, in das sich der Mensch fördern einschalten muss, um Leben zu gewinnen, ist dies auf die wissenschaftliche Sprache unserer Welt zu übertragen, ohne dabei den Kult aus den Auge zu verlieren. Auch wenn wir wissen, wie es kein Prinzip des Bösen in der Welt gibt, sondern sich menschliche Fehlverhalten, vom Hunger auf Fett, über destruktive Aggression bis zur egoistischen Kurzsicht, in evolutionärer Verirrung erklären lassen. Wie die wahre menschliche Natur im Sinn machenden großen Ganzen in Vernunft zu leben ist, können wir vom himmlischen Kult lernen, ohne den die ägyptische Hochkultur mit all ihren auf Bildungsreisen bestaunten gemeinsamen Leistungen nicht gewesen wäre. 

Mit dem, was heute als Religion gilt, ist kein Staat mehr zu machen. Zu Recht wird so auch der Gottesstaat, den Moslems anstreben, als Gefahr gesehen. Doch der Gottesstaat, der die Kultur der Ägypter getragen hat, gründete nicht in gestrigen Gesetzen, einer tauben Religiosität oder den Worten, die angeblich einem Propheten als letzte Wahrheit eingegeben wurden. Wo im Aufgang der Sonne, in der Harmonie der Sterne, der Fruchtbarkeit des Nils und der gesamten kreativen Ordnung eine königliche schöpferische Bestimmung als Vorstufe zum für menschliche Leben maßgebenden prophetischen Wort verstanden wurde, ist dies auf zeitgemäße Weise, in wissenschaftlicher Welterklärung zu hören.

Das Verschwinden der Maat stüzt die Menschheit in den staatslosen Zustand der Todesbefallenheit, ist das friedliche Zusammenleben im Geist der Gemeinschaft, Gerechtigkeit und Wahrheit nicht mehr gegeben. Doch so beschreibt Assmann nicht nur die Angst der Ägypter. Wir wissen heute, dass wir die nächsten Generationen in den Tod schicken, wenn es nicht gelingt, die ökologische Ordnung bzw. die als Logos geltende Weltvernunft in menschlicher Gesellschaft so tiefgreifend zu verankern, wie dies die ägyptische Hochkultur im Kult praktizierte. Der König ist Tod, die messianische Hoffnung, die in Obama gesetzt wurden,  können sich nur erfüllen, wenn Weltvernunft auf zeitgemäße Weise wieder so zum Kult wird, wie dies an den Wurzeln unserer westlichen Kultur zu erkennen ist. Nicht allein mit Blick auf Obamas Nachfolger als moderner Nero zeigt sich, warum die Zeit reif, die Notwendigkeit gegeben ist, die kreative Weltvernunft wieder zum König zu machen. Nicht die taube Religiosität, traditionelle Lehren, Sippenherrschaft oder die allein die Gegenwart, sondern die kosmische Gesamtheit und Zukunft stand auf dem Kulturprogramm, das mit Maat umschreiben wurde, im Kult auf dem Weg, der ewigen „Reise nach Jerusalem“ zum Leben werden muss.

Doch solange an den Hochschulen in den Einführungsvorlesungen über den historischen Jesus künftigen Theologen und Forschern nach der geschichtlichen Wahrheit ein Handwerksbursche als unumstößliche Hypothese in den Kopf gepflanzt wird, der alles nicht war und wollte, was über ihn gesagt wurde, die Kritiker nur Geistern hinterherjagen, muss die heute Ökologie oder Weltvernunft genannte Maat noch auf ihre kulturelle Verwirklichung warten.