Christi Brüder 

Hier sind es die ägyptischen, dann hellenistischen Gottesssöhne wie Mithras, Isis, Osiris, Adonis, Attis & Co., die die gesamte Vegetation und ebenso die menschliche Weisheit und andere Eigenschaften des kulturellen Werdens verkörperten, deren Verehrung kreative Vernunft/Sinnhaftigkeit im Mythos zum menschlichen Leben bringend sollte, die eindeutig belegen: Beim jüngeren christlichen Bruder ging es um die nach dem Wandel vom Mythos zum Logos jetzt weltgültige, nicht nur Johannes, sondern allen urchristlichen Lehren und Kulttexten zugrunde liegende Vernunft/Sinnhaftigkeit. Denn nach der erklärte die antike Aufklärung nicht nur das Weltall und die Vegetation/alles Werden, wie das rechte menschliche Verhalten, sondern auch die Funktion der alten Göttermysterien hierbei.

Und diese philosophisch begründete Vernunft war nicht nur in allen frühchristlichen Erkenntnislehren sowie bei den Vordenkerns der Kirche maßgebend. Aufgeklärte Juden der Diaspora, denen die Kirchelehre folgte, verstanden darin das bereits den Propheten maßgebende, jetzt weltgültige Wort/Vernunftbestimmung, damit die Funktion eines jetzt friedlichen Josua, lat. Jesus. Was auf kreative Weise literarisch so bestimmend zum Ausdruck gebracht wurde, dass es bis zur Aufklärung trug. Auch wenn es heute den Verstand gemeinsamer Bestimmung  verbaut, die biblische Lehre oder christliche Religion, die sich auf einen jungen Mann als Gott bezieht, als Opium fürs Gestrige, meist Gefahr gilt, ist durch die Aufklärung (auch über die Brüder Christi) ein völliger Neuverstand des Alten gegeben.


CHRISTI BRÜDER: Wie heidnische Mythen das Christusbild prägten (Band 1) von [Detering, Hermann]

Als Repräsentant des philosophisch-hellenistischen Diasporajudentums, dem die Kirche folgte und das sämtliche bekannten philosophischen Richtungen, ebenso wie die religiösen Bilder bedachte, im Kosmos den neuen Tempel sah und  in Vernunftlehre das weltgültige  Wort in Funktion Josua/Jesus verstand, antwortet Philo von Alexandrien hier auf das Buch „Christi Brüder“. Dort beschreibt Hermann Detering in hervorragender Weise nicht nur die Herleitung vieler Jesusgeschichten aus Göttermythen und die Diskussion, wie deren bisher oft falsche Voraussetzungen bei der Frage, ob die sterbenden und auferstehenden Götter der Christusgeschichte vorausgingen oder umgekehrt. Philo macht so in Auswertung des Buches über die Brüder Christi deutlich, wie ein in Vernunft (Logos) begründeter aufgeklärter Verstand der hellenistischer Vegetations-Verkörperungen, wie ein allegorisch-aufgeklärter Verstand (Auferstehung) des Moses-Wortes zur der als Jesus bekannten geschichtlichen Wirk-lichkeit in Gestalt eines Weisheit verkündenden Gottessohnes werden ließ. Allein das Wissen um die kosmische Begründung und kulturelle Bedeutung der „Brüder Christi“, wie die Kenntnis, die wir allein über Philo von Alexandrien, aber ebenso über andere frühen chrislichen Erkenntnislehren und über das Denken der Zeitenwende haben, zwingt die Geschichte des christlichen Glaubens in völlig neuer Weise zu sehen.

Vier logische Schlüsse der Lese als Anfang

1.       Mythische Vegetations-Verherrlichungen wurden nicht durch einen jungen Mann, fiktiven Mythos oder eine sinnfreie buddhistische Spiritualität, sondern Sinn erkennende Vernunftlehre (Logos) ersetzt, die der Osten Dao nannte

Wo unvoreingenommen bedacht wird, wie die auf noch mythische Weise für die Verehrung der Vernunft in Vegetation/Werden stehenden Gottessöhne im Christentum nicht nur literarisch aufgingen. Wie vielmehr in deren aufgeklärten frühwissenschaftlichen Verstand (antiken Monismus/Monotheismus mit Zeus/Jupiter an der Spitze) die Göttermysterien, ebenso die Gottes-Kaiser als Vernunft-Vermittler abgelöst wurden, kippt nicht nur die Hypothese vom heilspredigenden Galiläer. Der in Auferstehungsvisionen zum Gottesssohn gewordenen Handwerksgeselle, wie er heute an den Hochschulen als der historische Jesus vermittelt wird, erweist sich allein mit Blick auf frühe Vernunft in Vegetation verkörpernde Brüder als Hirngespinst einer Halbaufklärung. Dies nicht aufgrund der Kult-Geschichten, wo ein Josua/Jesus wie Herakles übers Wasser geht und auch sonst die Jesusgeschichte nicht nur folge-richtig der hebräischen, sondern ebenso dem Erbe der inhaltlich erfüllten hellenistischen Mythen entsprichen.

Doch so kippt auch der kritische Kurz-schluss, nachdem den christlichen Anfängen oft nur Lug und Trug oder ein Aufwärmen alter Mythen als eine rein literarische Fiktion unterstellt wird. Vielmehr ist es in der geschichtlichen Kulturentwicklung völlig ausgeschlossen, dass nach dem Wandel vom Mythos zum Logos ein Guru, eine diesem ausgehende Auferstehungsvision oder nur ein Mythos unter dem Namen Jesus an Stelle ausgedienter, mythischer Vernunftverkörperungen verherrlicht wurden. Noch absurder wird diese Unterstellung, wenn bedacht wird, wie dabei in der gesamten frühchristlichen Lehre in Bezug auf die philosophische Vernunftlehre vom Logos gesprochen wurden, der für hellenistische Juden nicht einfach Zeus, Horus oder Adonis war, sondern die Funktion Josua/Jesus hatte.

Unmöglich ist es daher auch, dass nach dem Wandel vom Mythos zum Logos nur ein neu aufgemischter, jetzt völlig fiktiver Mythos der jüngere Bruder von vormals mythischen Vernunft-/Vegetationsverehrungen gewesen sein kann. Heute lässt sich vielmehr erkennen, wie das philosophischen Diasporajudentum (ebenso wie das im Buch beschriebene griechische Denken), die Göttersöhne in aufgeklärter Vernunft bedachte und ebenso das Moses gegeben Wort in zeitgemäßer Vernunft in Funktion Josua auferstehen ließ. Wie damit in denkerischer Synthese eines weltgültigen hebräisch-hellenistischen Bundes Hoffnung auf eine neue Zeit begründete, so der historische Josua/Jesus lebendige Wirklichkeit war. Gerade dort, wo bei den christlichen Anfängen auf Philo von Alexandrien Bezug genommen und über Josua/Jesus nachgedacht wird, ist es völlig klar, dass die als Neu- oder Wiederverstand gedeutet Auferstehung ein Aufklärungsprozess im antiken Judentum und nachösterlich verherrlichter junger Mann oder ein reiner Mythenmix war.

2.       Da auch Hebräer das Werden/Vegetation, Himmelsordnung verehrten lässt sich die christliche Geschichte nur in dem erklären, was nach der antiken Vernunftlehre als Logos/Sinn des Weltganzen galt.

Die biblischen Propheten verstanden die im Weiterdenken ägyptischer Kosmo-Theologie und persischer Philosophie vom rechten Denken, Reden und Handeln im Sinne des kreativen Ganzen (Zarathustra) als menschliche Bestimmung, maßgebendes Wort. Was so zur Schrift und dem Gesetz/Thora wurde. Die Natur und den Himmel beobachtenden Hebräer hatten so zwar von Opferkult für Pharao und Götterbilder befreit, doch die in Natur/Schöpfung begründete und in Schrift gefasste Vernuft war (ähnlich wie heute) in Gesetzeslerhen erstrarrt, taub geworden, galt zur Zeitenwende der Thora und nach nur Beschnittenen.

Und auch bei den traditionellen jüdischen Schwestern, wie der Kabbala, gründet die Zahlen- und Buchstabenmystik als Maß der Dinge und des Kultes auf die Wahrnehmung konkreter kosmischer Kreativität.

Der in antiker Aufklärung nun weltgültig gewordener prophetisch-bildloser Kult, der nicht nur die hebräischen, sondern hellenistischen Mythen in seine Kultgeschichten mit aufnahm, sie im Wandel vom Mythos zum Logos als erfüllt sah, lässt sich daher weder in Auferstehungsvisionen nach dem Tod eines Wanderpredigers (als neuer Exodus), noch in einem fiktiven Mythen-Mix im Aufwärmen von alten Kultgeschichten erklären, ohne dabei den in Vernunft erklärte Sinn des Ganzen zu bedenken.

3.       Heute wird der Wandel vom Mythos zum Logos auf den Kopf gestellt

„Achsenzeit“ wird die Zeit des Kulturwandels vom Mythos zum Logos genannt, aus der die heutigen Weltreligionen hervorgingen. Und wenn wir wissen, wie vor der Achse die Natur, Vegetation/Werden, wie die in Kult-Kalendern berechnete, bis heute den Jahresverlauf und die Feste bestimmende kosmische Ordnung in Gottessohns-Verkörperungen maßgebend für das menschliche Leben und bestimmend war. Dann muss es für jemand, bei dem keine Engel mit froher Botschaft mehr einfliegen, sondern der die Kulturentwicklung logisch erklärt, völlig klar sein, was der junge Bruder der Gottessöhne war. Wie kann es wissenschaftlich bzw. historisch sein, weiter zu unterstellen, nach der Achse wäre dann ein junger Mann, eine von dem ausgehende Vision oder nur ein fiktiver Mythos als Gottesohn für das rechte Leben als maßgebend hingestellt worden. Gerade mit dem Diasporajudentum, wie es sich bei Philo von Alexandrien zeigt, das einen neuen, weltgültigen Bund begründete und in dem auch die Texte dieses Neuen Testamentes entstanden, ist das völlig unmöglich zu machen.

4.       Was der Zeitenwende Logos (Sinn-/Vernunftlehre) und vormals in Gottessöhnen verkörpert war, als weltgültiges Wort die Funktion Josua/Jesus hatte, heißt heute Evolutionslehre, Ökologie: Weltvernunft

Hinter dem als Josua/Jesus Kult(ur)„Geschichte“ machenden christlichen Bruder als wahrer eine Gottessohn stand das, was heute wieder in Evolution und Ökologie Sinn ergibt, danach als Weltvernunft gilt. Was dann ohne Kulturaufklärung und damit mündige kreative Bestimmung und tiefgreifende kult(ur)gerechte Verant-wort-ung weitgehend vergeblich gepredigt wird.

So wenig die Druiden, deren Anhänger noch heute in Stonehenge zu Tausenden die Sonnenwende weder als Weihnachten, noch zu Ehren Sol Invictus feiern, dies bei den Ägyptern oder anderen sonnenverehrenden Kulten abschauten, war das christliche Wesen sowie die Festtage im Jahresverlauf nur ein gegenseitiges Abkupfern. Die kosmische Ordnung, Vegetation, das kreative Werden war der Grund der alten Kulturen, die diese Vernunft in fortschreitender Entwicklung zum kulturgerechten Ausdruck brachten, dabei die erfüllten Vorbilder kreativ aufgriffen. Und wo der Sonnen- und Jahresverlauf, wie alles Werden als Natur, in Logik/Vernunft (Logos) in kausalen Gesetzen erklärt war, daraus eine menschliche Bestimmung abgeleitet wurde, sprachen aufgeklärte Juden, die dies somit in neuen Bund/Testament als Wort der Propheten verstanden, von Josua, lat. Jesus.

Wo der Sinn des natürlichen Werdens, wie menschlichen Seins auf philosophische Weise in Vernunft bedacht wurde, wurde dann  diese Vernunflehre/Logos im Erbe der dies bisher auf mythische Weise kulturvermittelnden Kult(ur)bildern zum Ausdruck gebrach. Doch dabei ging es weder um Geschichtsfälschung, noch war nur ein Aufmischen alter Mythen. Wenn dann neben der inhaltlichen Erfüllung auch in der kulturellen Ausdrucksweise das Erbe erfüllt, die volksverständlichen, bisher Bestimmung vermittelnden Vor-bilder aufgegriffen wurden, war dies kulturelle Kreativität, ohne die die Geschichte des Westens nicht gewesen wäre.

Aufklärung durch „Brüder Christi“

Ausgangspunkt dieser Überlegungen sind die wissenschaftlichen Arbeiten über die Herleitung des Christusbildes aus heidnischen Mythen, bei denen gleichzeitig auch die Begründung der alten Gottessöhne als Verehrungs-Verkörperungen kreativer Vernunft verdeutlicht und damit Herkunft und der geistesgeschichtlichen Kontext des Christuskultes verdeutlicht wird. Dies zeigt: Am Anfang des Christuskultes ging es um das, was wir heute Ökologie oder Evolution nennen, der Antike als Logos maßgebend war. Was bei Juden als in allem Werden verstandenes Wort galt, Griechen und Römer in Göttergestalt und Kaiser verehrten, um Vernunft/Gerechtigkeit in menschlicher  Gemeinschaft zu bewirken, ging in einem neuen Bund/Testament auf. Diese Vernunft musste das Kreuz ihrer Vorbilder tragen, wurde im Erbe der jüdischen, wie heidnischen Vorbilder zum christlichen Kult.

 „Christi Brüder – Wie heidnische Mythen das Christusbild prägten“ nennt der ehemalige Berliner Pfarrer Dr. Hermann Detering, der sich auf der Homepage www.radikalkritik.de auf theologische Denker beruft, die bereits vor Jahrzehnten nachwiesen, dass nie ein egal wie gestrickter Wanderprediger mit Namen Jesus war, sondern es um die antike Logos-/Vernunftlehre als Josua ging, sein neues Buch. Zwar gibt es inzwischen viele Stimmen, die die Existenz eines historischen Jesus, wie er an den Hochschulen vermittelt wird, bestreiten. Doch gerade sein Buch zeigt: Es greift zu kurz, die biblische Gestalt von Geburt, Wirken, bis Tod und Auferstehung aus Göttermythen herzuleiten. So wie auch Harald Specht in „Von Isis zu Jesus“ oder „Das Erbe des Heidentums - die Quelle des christlichen Abendlandes“ auf wunderbare Weise beschreiben, wie und warum der Kulturwandel zustande kam und aus welcher Quelle sich das christlichen Wesen schöpfte, lassen sich nur die oben gemachten Schlüsse ziehen.

Philo von Alexandrien steht für einen denkenden Glauben am Anfang des Christuskultes, bei dem Moses als frühe Vernunftlehre/Philosophie verstanden und dann von Josua/Jesus gesprochen wurde. Wo so in Synthese der alten Weltbilder nicht einfach die taub gewordene, erstarrte jüdische Gesetzlichkeit oder die allzu mysteriösen Göttermythen verworfen, sondern das Alte auf die Beine der Vernunft gestellt wurde.

 Philo machte hier bereits deutlich, wie sich jede biblische Bedeutungsaussage, wie auch die Literaturgeschichte in der Vernunftlehre, damit der Prozess Jesus im Geisteswandel des Diasproajudentums zeitgeschichtlich nachvollziehen lässt. Als Begleiter der Heidelberger Einführungsvorlesung über den „Historischen Jesus“  hat er auch die „Theologie des Neuen Testamentes“ in genau dem Denken der Diaporajuden erklärt, das vom traditionellen Judentum verurteilt wurde und Professor Lampe gebeten, die ihm als Moses-Wort geltende Vernunftlehre als christliches Wesen zu  bedenken. Nun hat er auch das Buch über die Brüder Christi mitgelesen. Und bittet Dr. Detering den auf die Gottessöhne folgenden christlichen Bruder auf aufgeklärte Weise in seiner historischen Realität, damit auch heute geltender Vernunftbestimmung in der Funktion Josua/Jesus zu bedenken.

Sehr geehrter Herr Dr. Hermann Detering,

sowie alle weiteren Denker, die an der historischen Wahrheit interessiert sind. Insbesondere die, die dabei das Christusbild im Erbe heidnischer Mythen begründen.

Aufrichtigen Dank für ihre große wissenschaftliche Leistung, die ganz im Sinne unserer damaligen Arbeit die Bedeutung der alten Kultbilder/Mythen und die Diskussion darüber in Vernunft bedenkt. Statt vorschnell die Heilswirkung Christus, den leidenden, gekreuzigten und auferstandenen Jesus in heidnischen Göttermythen zu begründen, stellen Sie alte Ableitungen in Frage,  gehen der bisherigen Diskussion und ihrer Entwicklung auf eine unglaublich belesene wissenschaftlich beeindruckende Weise auf den Grund. Dass es beim christlichen Wesen nicht um einen jungen Mann ging, der nach grausamen Tod durch Visionen für seine Anhänger zu einer Art Gott (was immer das dann sein soll) wurde, wie heute an den Hochschulen vermittelte, dieser auch nicht das in der antiken Kultliteratur auch in heidnischen Vorbildern beschriebene Wesen war, macht ihr Buch nicht nur in der üblichen bisherigen Kritik mehr als deutlich.

Denn kann es nach allem, was Sie in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit über die „Brüder“ zutage fördern, beim folgenden christlichen Wesen um einen fiktiven Mythos oder gar eine buddhistische Spiritualität gegangen sein? Belegen Sie nicht vielmehr ganz eindeutig, dass die uns geltende, in Vegetation/dem jetzt „natürlichen“ (kausalen/logischen/auch Sinn in menschlicher Kultur machenden) Werden begründete Vernunftlehre in Funktion Josua das wirk-lich historische Wesen war?

Da Sie auf in ihren Diskussionen nicht nur oft auf mich aufmerksam, sondern deutlich machen, wie unser Verständnis von Moses jetzt in Funktion Josua der biblische Jesus war, habe ich ihr Buch „Christi Brüder“ begeistert gelesen und erlaube mir die folgenden Bemerkungen und Bitten.

Bitte betrachten Sie ihre Erkenntnisse über die Entwicklung der Kulturgeschichten einmal aus der Brille der Vernunft-/Sinnlehre, die wir als Wort verstanden und auch im aufgeklärten Versand der Göttermythen als Josua zur Welt bringen wollten. Bitte nutzen Sie ihre Fähigkeiten, um im Sinne der Radikalkritik oder des von Ihnen als „Furtgänger“ oder „Übersetzer“ bezeichneten Josua, die in ihm Geschichte gewordene Vernunft, die bis zur Aufklärung getragen hat, auf aufgeklärte Weise in heutige Sprache zu übersetzen. So die in Ökologie begründete Weltvernunft zur kulturellen Bestimmung und eine gemeinsamer Verant-wort-ung für die kreative Gestaltung Zukunft bei mündigen Menschen wach werden zu lassen.

1.               1. Umstrittene Verwandtschaft oder echte Brüder

Danke, dass Sie das von uns Diasporajuden in einem neuen, in Vernunft begründeten Bund (das neu Testament, nicht nur die Texte) ins Leben gerufene christliche Wesen als „Bruder“ bezeichnen. Doch zeichnen sich Brüder nur durch gleiche literarische Beschreibung bzw. ein ähnliches Aussehen aus oder die Abstammung ?

Wenn Sie die uns als Mittelplatonisten geltende, in früher Naturlehre begründete Vernunft bedenken, die uns im Sinne des alttestamentlichen Furtgängers Josua  ewiges Wort, damit jetzt nicht nur beschnittenen Traditions-/Gesetzesgläubigen, sondern weltgültige kreative Bestimmung war, wird Ihnen klar: Christus war kein Scheinbruder, kein Mythenklau, um einen jungen Mann mit Namen Jesus im fiktiven Mythen-Mix als Josua zu verpacken. Wo die jetzt in Vernunft erklärte Vegetation (Werden) als das vormals mythisch verehrte christliche Wesen bedacht wird, zeigt sich nicht nur die Familientradition, sondern die gleiche Be-zeugung.

Für Franzer und die beschriebene ihm folgende Diskussion war Jesus sicherlich noch Christus. Und wenn der inzwischen auf das genannte „Zwergenmaß“ reduziert wurde, so kann dort, wo ein zweibeiniges Wesen als historisch angenommen wird, nur eine diesem verliehene literarische Kult-Hülle herauskommen. Doch da Sie deutlich machen, wie kein guter Junger war, der mit seinen Freuden um den See zog und nach seinem Tod herrlich wurde, sondern der uns geltende Josua war, ist der Weg zur Aufkärung frei. 

Bitte beziehen Sie daher die umstrittene Verwandtschaft nicht nur darauf, ob die sterbenden und auferstehenden Götter die literarischen Vorbilder für die biblisch bekannte Jesusgeschichte waren. Wie der von Ihnen untersuchte Franzer oder heutige Kritiker vertreten oder ob, wie andere Religionswissenschaftler in überzogener christlicher Apologetik unterstellen, die Götter erst nach christlichem Vorbild auferstanden. Im Sinne der Radikalkritik wäre es sicher, nicht nur zu beleuchten, wie nach dem Wandel vom Mythos zum Logos die mythischen Vegetationsverkörperungen eine neue literarische Hülle bekamen (bei der es jedoch immer noch um die jetzt in Vernunft verstandene Vegetation/kreativen kosmische Vernunft/Sinnhaftigkeit ging), sondern welche Bedeutung dies in heutiger Begrifflichkeit hätte.

Anders als heutige Hochschullehrer, die „Auferstehung“ als eine Gemeindebildung, Visionen nach dem Tod eines Handwerksburschen mit Namen Jesus lehren, erklären Sie dies als Neu-, Wiederverstand. Auch dass es beim biblisch-christlichen Jesus um den mir geltenden Josua ging, ist auf Ihrer Hompage belegt. Wenn Sie so bedenken, wie wir hellenistische, philosophisch-aufgeklärte Diasporajuden damals in denkerischer Synthese einen neuen, nicht nur in der Kirche aufgegangenen Kult vertraten, wird die inhaltliche Auferstehung auf hellenistisch, wie hebräischer Seite klar.

Wie Sie im Buch mit Blick auf griechische Denker beschreiben, haben auch wir uns mit der Bedeutung insbesondere der ägyptischen Vegetationsverkörperungen auseinandergesetzt, sie so in Vernunft auferstehen lassen. Justin, der sterbende und auferstandene Gottessöhne voraussetzt, dies als Werk des Christus sieht, können Sie so nachvollziehen. Auch warum er der neu-jüdischen Ausdrucksform (die ich mit Josua/Jesus verband) den Vorzug gab, liegt so auf der Hand.

Er setzte auf den von uns erneuerten jüdischen Kult, der im aufgeklärten Versand (Auferstehung) die bisherige, in Göttergestalten und Mysterien gegebene Vegetationsverehrung ebenso einband, wie das in jüdischer Tempel-/Ritusversessenheit und taub gewordener Gesetzlichkeit erstarrte Wort. Dabei ging es um das, was die Zarathustra und ägyptische Kosmo-Theologie weiterdenkenden, himmelsbeobachtenden alten Hebräer im gesamten Werden (Vegetation der Welt) als menschliche Bestimmung wahrnahmen. Was sie in Schrift/Thora zum Ausdruck brachten und so bis zu unserer Zeit nur Beschnittene von Götteropfern, Mysterienkult und Pharaonenverherrlichung befreit hatte.

So wird Ihnen sich auch klar, wie Horus mit dem Josua/Jesuskind, Isis und Maria als die ausdrückenden Wesen weitgehend identisch waren. Wie aber bei uns eine Auferstehung, ein aufgeklärter Neuverstand des jüdischen Wortes, wie der Göttermysterien in der Vernunftlehre (Logos) der Zeit war und so zum christlichen Kult wurde, der auf kreative Weise auch das Erbe der literarischen Vor-bilder aufgriff.

2.        Aufklärung:  Aufgeklärte Neuverstand aufgrund allegorischem Verständnis der alten Bilder

Die von Ihnen beleuchteten Diskussionen wer früher auferstand, bei der Sie neben Justin auch Tertullian aufgriffen, damit Platoniker, Jünger der Vernunftlehre (Logos), für die die menschliche Ausdrucksweise von Vernunft im verteidigten jüdischen Sinne kein doketistisches Scheinwesen war, erscheint so in völlig neuem Licht. Es war die Vernunft (Logos) allen Werdens, in der auch bei den Griechen die die Auf-v-erstehung ihrer Götter stattfand. Und wenn diese Vernunft nach dem uns folgenden Philosophen nicht weiter in Göttermysterien für Eingeweihte oder nur Männer, in beschriebenen Blutritualen, sondern auf jüdische Weise universal gültig verehrt werden sollte, dann ist auch das verständlich. Ebenso wie die Diskussion, auf welche Weise die Vernunft zur Welt zu bringen: so das wahre Wort/Vernunft in Kultur war.

Auch wenn Julian, der als philosophischer Christenkaiser in seinen beiden letzten Lebensjahren dann die auferstandenen paganen Vegetations-Verehrungen wieder gegen den Galiläer austauschen, zu den Göttern zurück wollte. Auch warum die Zeit der Mysterien, wild austauschbaren Gottessöhne und ihrer kaiserlichen Repräsentanten abgelaufen war, machen Sie in ihrem Buch deutlich. Wollen Sie bei dem, was sie über die alten Kultformen schreiben den aufgeklärten, die Vernunft in Form der Stoa vertretenden Römern verdenken, wenn sie den alten Gottessöhnen das Kultopfern verweigerten. Auch wenn Sie dann als christliche Atheisten beschimpft, aufgrund ihrer Verweigerung des staatstragenden Kultes als Gefahr für die Gemeinschaft verfolgt wurden. All dies, ebenso wie beispielsweise der genannte Philosophenkaiser Justin, der bis kurz vor Schluss unseren neujüdischen Kult vertrat, sollte Ihnen klar machen, dass es dort weder um einen jungen Mann noch einen fiktiven Mythos ging, der einer buddhistischen Spiritualität aufgesetzt wurde. (Ist so auch unter www.jesus-lebt-wirklich.de aufgegriffen.)

Was allein sonst als die aller Philosophie zugrunde liegende Vernunftlehre soll beispielsweise der Logos gewesen sein, auf den Justin in jüdischer Form, statt weiter in unzählig mysteriösen Göttermysterien setzte, wenn kein junger Galiläer war?

Wie Attis, Adonis, Herakles, Isis, Mithras & Co. als pagane Vorbilder der Christusgestalt in Heilswirkung, Leiden, Tod und Auferstehung, für den von Ihnen hinterfragtem Frazers „Dying and rising Gods“ nicht nur zufällige Parallelen zur Christusgestalt haben und auch nicht einem jungen Mann aufgesetzt wurde, wie das an eure Hochschul-Hypothese uns unterstellt, steht für mich als antiken Religionswissenschaftler außer Frage.  Wie ihnen bekannt, haben wir nicht nur Moses auf die Beine der Vernunft als Josua gestellt, sondern uns auch mit den von ihnen untersuchten Brüdern Christi philosophisch beschäftigt, die Bedeutung der alten Bilder allegorisch verstand.

Wenn wir Isis, Pegasus & Co, als jungfräulich geboren sahen, dann waren wir keine Märchenerzähler, sondern Philosophen, denen die Vegetation, kosmische Kreativität als Autorität, Bezeugung der Gottessöhne ebenso klar war, wie entsprechende alttestamentliche Überlieferungen. Und wer nicht wie die heutige Hochschullehre unterstellt, dass ein Schreib- oder Übersetzungsfehler aus der Mutter eines jungen Galiläers eine „Jungfrau“ machte, der kann darüber nachdenken, wie der Josua, den wir in der Vernunft allen Werdens, nicht in alten Mythen oder jüdischer Gesetzlichkeit begründeten, echt jungfräulich aus dem Stamme Davids war. (Nicht im dem Fernen Osten von meinen Idealchristen als weltweit tätigen Therapeuten abgeschrieben.)

Wer nicht wie auch Mettinger bei der Diskussion um die sterbenden und auferstehenden Gottheiten von einem jungen Mann ausgeht, sondern ständig den Kreislauf der Natur, Wiederspiegelung des Wechsels in der Pflanzenwelt, die Vegetation betont, der kommt doch gar nicht an der Vernunftlehre vorbei, die bei uns als weltgültige schöpferische Bestimmung/Wort die Funktion Josua hatte, so in geschichtlicher Wirk-lichkeit der historische Jesus war.

3.       Die Aufgabe der Mütter als ausdrückende Wesentlichkeit

Wie ein philosophischer Sachverhalt in kult(ur)literarischer Weise zur Welt gebracht werden musste, ist auch von Platon bekannt. Und wenn Christoph Markschies in „Christliche Gnostik“  (auch wenn er absurderweise den biblischen Evangelien weiter einen jungen Mann aus Galiläa in Auferstehung unterstellt) den philosophischen Sachverhalt der außerbiblischen Literatur bekennt. Dann bitte ich Sie als Radikalkritiker zu bedenken, was uns mittelplatonistischen Diasporajuden, aus dem auch die Texte hervorgingen, auf die Sie sich ständig, beispielsweise als Ursprung Paulus berufen, von Bedeutung war.

Aus welcher Quelle wir die Logien schöpften, die Sie bereits im Vorwort im Zusammenhang mit Thomas ansprechen, ist bekannt. Auch dass andere Jünger der Vernunft noch keine Auferstehung kannten, wie bekanntlich die als Markionismus bekannte Erneuerungsbewegung, die Thora Moses ablehnten, während wir sie auferstehen (im allegorischen Verstand aufgeklärt verstehen) ließen, erscheint logisch. Ebenso wie die Ablehnung von Kreuz und Auferstehung bei den nestoriansichen Christen, die dann das Wort in einem Propheten arabisch (auch was die Erzählungen betrifft) zur Sprache brachten, dabei auch die Mutter des Isa im Korn (Josua-Name, noch vor der einheitlichen Übersetzung der Gottesnamen/Christologietitel durch Erasmus von Rotterdamm in den neutestamentlichen Kulttext) in messianischerer Weise beschrieben als die Kirche.

Aber all dies sollte Ihnen jedoch zu denken geben, dass das von der Mutter zur Welt gebrachte, so Fleisch, damit wie alle Götter auch sterblich gewordene Wesen, keine buddhistische Sprititualität war, sondern was bereits in Isis verkörpert oder Thema der Propheten wie Zarathustra (frühe Philosophie) oder uns war.

Für euren Aufklärer Nietzsche, der seine Brief wechselweise mal mit „Dionysos“, mal mit „Der Gekreuzigte“ unterschrieb, war die Zeit noch nicht reif zu erkennen, warum die ihm heilige Vernunft das Kreuz der Göttersöhne tragen, so wie diese Sterben musste. Auch wenn Sie vor 2000 Jahren in Josua (weltgültiger Moses/Wort) auferstanden war. Dabei hat er letztlich den Tod des christlichen Gottesbildes analysiert, wie es dort entstehen musste, wo nicht die Vernunft als Offenbarung/Erklärung des Vätergottes zu sehen war. Wo vielmehr einem jungen Mann dann gar das Gottesbild eines geheimnisvoll handwerkenden Designers angehängt wurde. Ein menschliches Gottesbild völlig fern dessen, was den Alten kreativ wesentlich, aber unsagbar war, das im Mittelalter tragend war, bis heute als Erklärungsgrund für Un-/Übernatürlichkeiten gilt, als geheimnisvoller Aufpasser und Helfer in Not angebetet wird.  Doch was geboren, in menschlicher Form ausgedrückt wird, damit auch die mythischen Vernunft-/Vegetationsverkörperungen, mussten sterben. Nur weil Menschen sterben, ist neues, ewiges Leben in Evolution, Auferstehung in der Vegetation, wie mit Verstand möglich.

Wie Sie vielfach beschreiben, waren die „Dying and rising Gods“ Verkörperungen der Vegetation, der europäischen Baumverehrung oder der von Harald Specht in ihrem Buch als unterbelichtet bemängelten, jedoch allein mit Blick auf die Sonne beschriebenen kosmologische Dimension kreativer Vernunft.

Doch wer mit Franzer den alljährlichen Kreislauf von Natur, Vergehen und Wiedergeburt als in der Götterwelt wiedergespiegelt sieht, Seite für Seite in den Gottessöhnen Vegetationsverkörperungen verdeutlicht, der kann nach dem Wandel vom Mythos zum Logos von Maria ausgedrückten Bruder nicht einfach als Abschreiben bei Buddhisten hinstellten wollen, nur weil kein in Gemeindebildung zu Gott gewordener Wanderprediger war.

Wo sämtliche Bräuche und Feste in neuem Bewusstsein weitergefeiert wurden, da ist es um die uns als weltgültiges Wort, bekanntlich die Vernunftlehre in der von Ihnen allein in Ihrem letzten Aufsatz beschriebenen Funktion Josua (auch Übersetzter, Furtüberquerer: heute auch Querdenken, ohne das unsere Thoraübersetzung ins Griechisch nicht gewesen wäre) gegangen. Für Franzer und die folgende Diskussion konnte das alles nur als einem jungen Mann aufgepflanzt gesehen werden, egal welche Geschichte von Tod und Auferstehung früher war. Aber wenn der wissenschaftlich wegfällt, muss in aufgeklärter Weise gefragt werden, was Wieder-/Neuverstandem wurde. Auch wenn nach der Achse auch im Osten durch die Vernunft neue Kultmodelle entstanden, so bekanntlich urchristliche (sich auf den Logos als Josua berufende) Bewegungen wie die Manichäer eine Synthese der Kulturen in Weltreligion suchten, eine buddhistische Spiritualität kommt als Wiederverstand unmöglich in Frage. Zumal Sie nicht nur beim „Brot des Lebens“ auch in der literarischen Bildsprache auf das Haus in Bethlehem, nicht im Buddhismus, hinweisen.

So wenig wie die alten Gottessöhne, die wie beschrieben menschliche Ausdrucksweisen waren, um die kreative/Vegetation/Vernunft zur Welt zu bringen, selbst in ihrer mythischen Form „luftiger Art“ waren, bitte ich Sie dies nicht weiter gar dem zu unterstellen, was wir in Vernunft allen Werdens als Bestimmung und Wort erhofften, Josua war.

Das Wesen, das für den Hartmann, den Lehrer von Arthur Drews, wie auch den deutschen Radikalkritiker bereits monistischer Art war, bitte ich Sie nicht einfach als geheimnisvollen Logos-Begriff wie eine Spekulation bei Seite zu schieben, sondern als das zu bedenken, was uns heute mehr als wesentlich und maßgebend ist. Der Mythos, wie ihn auch Earl Doherty und andere Denker annehmen mussten, löst sich spätestens dann in kreative Logik auf, wenn Sie die Grundlage der Gottessöhne, nicht Welt-Muttergöttin Isis, dort bedenken, wo Jan Assmann die Maat als Modell für elementar, im natürlichen Werden begründete Gerechtigkeit beschreibt. Einem Kultmodell, das die Hochkultur meiner Heimat bis zur Achse trug und von dem die Propheten der Hebräer nur befreiten, was den Opferkult für Götzen aus Stein (die heimlich von Priestern verspeist wurden) sowie den zweibeinigen Gottessohn (Pharao) betraf.

Denn in diesem Sinne erscheint es doch völlig logisch, wie nicht nur die Vegetationsverkörperungen, sondern auch die Festtage weitergefeiert wurden, in den die kreative kosmische Weisheit im Werden und Vergehen – auch im dann in Vernunft berechneten Jahresverlauf - gefeiert wurde. Wer die Evolution vom Korngeist zur Vegetationsverherrlichung und zum christlichen Jesus Christus nachzeichnet, der kommt doch gar nicht daran vorbei, die Vernunftlehre zu bedenken, die bei uns die Funktion Josua, lat. Jesus hatte.

Wenn Sie den Logos, den sie als erste schöpferische Hervorbringung nach Justin zitieren und auf den ihre radikalkritischen Vorbilder als christliches Wesen identifizierten, als Naturlehre ernst nehmen, wird logisch, warum es für uns höchste Weisheit war, in der Vernunft allen Werdens früher Naturlehre die Wirklichkeit Josua/Jesus als den einen Sohn, stellvertretend für alle mythischen Vegetations-/Vernunftverherrlichungen zu sehen.

Auch wenn es Ihnen die Weiber, insbesondere die mystischen kulturgerechten Ausdrucksweisen so sehr so sehr angetan haben, dass sie am Logos der frühen Radikalkritik vorbeigehen, will ich die Mütter keineswegs missen. So wie Mutter Erde unsere Nahrung hervorbringt, so kann ich es als Philosoph erkennen, wie auch in Kultur Aufgabe der Muttergottheiten (Magna Mater) war, für neues Leben auszudrücken. (Matern waren übrigens vor dem Digitaldruck noch als Ausdrucksformen gebräuchlich). Doch was kommt dabei hinten heraus, wenn Sie ähnlich wie die Hochschullehre in alttestamentlichen Bezügen, die Brüder Christi nur in mythischer Kultliteratur nachblättern, statt in heute wissenschaftlich beschriebener Kreativität zu bedenken? Wer die Kybele als Mutter aller Vegetations-Verherrlichungen beschreibt, der kann doch Mutter Kirche weder Betrug, noch Buddhismus unterstellen. Der sollte in Jungs kreativen kulturellen Prinzip bedenken, wie nach der Achse die in Vernunft erklärte Vegetation in neuer Weise jungfräulich Fleisch werden musste, wie dies jedoch kein Scheinwesen, sondern kreative Wirklichkeit war. Hören Sie bitte mit der Hurerei mit asiatischen Frauen auf, das kann keine ernstzunehmende wissenschaftliche Radikalkritik sein.

4.       Wie der Wandel zum jetzt weltgültigen Propheten-Kult notwendig wurde

Auch wenn Sie bei der ausführlichen Isis-Aretalogie von Kyme diese in ihrer umfassenden Bedeutung für alles beschreiben, was wir dann in Vernunft erklärten. Bereits in dem sie die unzähligen Brüder beschreiben, bei dem jeder Stand die Vegetation auf seine Weise in unzähligen Namen verehrte, machen Sie deutlich, warum sich nach dem Wandel vom Mythos zum Logos auch die Römer dem durch uns weltgültigen jüdischen Kult zuwandten.

Es mag keinen Marienhymnus geben, der dem der Isis gleich kommt. Aber selbst diese für frühe Vernunft sehende Göttin macht mehr als deutlich, warum nach der Achse die Vernunft selbst zum Kult werden, von Maria ausgedrückt werden musste. Wenn schon Schiller die Sendung Moses nach ägyptischer Vorlage zitiert als „Ich bin, was da ist. Ich bin alles, was ist, was war, und was seyn wird, kein sterblicher Mensch hat meinen Schleier aufgehoben“. Dann verweist er nicht nur auf das, was Specht im „Heidentum“ vielfach als Gott der Väter in Bezug auf alle Natur/Vegetaion beschreibt, als Maat nicht nur für alle natürlichen Gegebenheiten stand, in Verehrung die ägyptische Hochkultur hervorbrachte, Gerechtigkeit in menschlicher Gemeinschaft begründete. Doch wie man um die die Verehrung vielfacher kreativer Wesentlichkeiten vor der Achse weiß, dann unserem weltgültigen Judentum, dem „Sein in Christus“ statt Isis in einem neuen jüdischen Paradigma,  eine Auferstehungsvision nach dem Tod eines jungen Mannes unterstellen will, das ist seltsam, wie das Christentum als buddhistische Spielart begründen zu wollen.

Warum aber nach dem Wandel vom Mythos zum Logos die Zeit gekommen war, die Vernunft einheitlich in Josua als den einem Gottessohn selbst zum Kult werden zu lassen, machen Sie deutlich, indem Sie den Schmelztiegel der Religionen im antiken Synkretismus wie eine im Nebel zerfließende Traumwelt amorpher Gebilde als Scheinwelt mit völlig austauschbaren Namen beschreiben. Wobei schon der Namentausch darauf schließen lässt, dass die Bedeutung der verflossenen Gottheiten in aufgeklärter Weise verstanden worden sein müssen.

Indem Sie schreiben, wie verwirrende Namen waren, in Fülle des Exotischen, Mysteriösen, je unverständlicher desto besser, Übersetzungsarbeit notwendig war, beschreiben Sie unsere denkerische Arbeit in der „Globalisierungsphase“. Wie gerade bei uns in Alexandrien neue Kultkonzepte erarbeitet werden, wofür auch der Serapiskult mit der Erntekrone ein Beispiel ist, ist bestens beschrieben. Wen wundert, wenn dann der christliche Bruder wie der bärtige Zeus am Kreuz hängt und die Ernte- zur Dornenkrone geworden ist? Auch wenn Sie immer wieder die Duldsamkeit und Friedfertigkeit der Götter im Nebeneinander einer offenen Gesellschaft betonen und den abrahamitischen Religionen entgegenhalten. Nach der Achse, bei denen die Hebräer im Kult für Menschen ohne Vorhaut Vorsprung hatten, war ein neues Konzept notwendig geworden. Und Friede war auch im Göttergewirr, weil nicht nur verschiedene heute literarische Erscheinungen, weibliche Ausdrucksweisen, sondern deren Wesentlichkeit in Vegetation/Kreativität wahrgenommen wurde.

Und wer zurecht beschreibt, wie nicht nur Jesus Brüder, sondern auch Maria viele Schwestern hatte. Und wie bereits die Kirchenväter die Eva-Marien-Parallele als Pedant zur Adam-Christus-Parallele darstellten. Der macht damit deutlich, dass weder ein junger Mann, noch ein Mythos war, der gar einer buddhistischen Spiritualität aufgepflanzt wurde. Wie vielmehr die Vordenker der Kirche, damit auch die spätantiken, bisher Kosmos, den Sonnenverlauf verehrenden spätantiken Kaiser, unsere aufgeklärte jüdische Vernunft-Christologie als Theologie weiterdachten. Wo die Vegetation verehrt wurde, Göttergestalten auf noch mystische Weise kreative Vernunft im Volk bewirken mussten, waren die Schwestern Marias am Werk. Und als dann die von uns philosophisch erfasste, nicht in Mythen, sondern der schöpferischen Natur begründete, damit echt „jungfräuliche“ Vernunft-Bestimmung im aufgeklärten Verstand der Göttersagen, wie der jüdischen Geschichte zum Ausdruck gebracht werden, in begreifbarer Anschaulichkeit Geschichten gefragt waren, ein neuer Kult, die Kirche gebaut wurde, war es das Werk der christlichen Maria.

Es würde zu weit führen, all Ihre Belege aufzulisten, in denen Sie deutlich machen, wie zwar die weibliche Seite die in Kultgemeinschaften gemeinsam zu verehrende Kraft universaler Kreativität immer wieder neu ausdrücken musste. Wie aber in unserem antiken Denken weder ein Designer, noch ein Aufpasser oder ein Gottesbild war, wie es vergeblich bewiesen werden sollte, bezweifelt wurde, seit der Aufklärung nicht nur arbeitslos, sondern tot, damit Zeit zum aufgeklärten Verstand ist.

Das Geheimnis der Mythen zu lüften, wie auch wir es taten, ist wichtig, doch allein zu wenig. So wie die beschriebene Historisierung des Mythos auch bei uns in einem denkerischen Prozess stattfand, ist bei euch ein Denken und Forschen notwendig. Das jedoch nicht allein den weiblichen Schönheiten, den literarischen Ausdrucksweisen verfallen ist, denen bereits Julian vergeblich nachtrauerte, sondern nach dem kreativ Wesentlichen heute fragt, übersetzt, auferstehen „wiederaufleben“ lässt. Über Isis, Mithras & Co. führt dann der Weg zu dem, was bei uns nicht Attis, sondern nach der Achse in Geschichte als Josua/Jesus lebendige Wirklichkeit war, zur Wurzel der westlichen Welt wurde, die im Stamme Davids gewachsen ist.

5.       Das aufgeklärter Welt gültige, in Welt begründete Wort, war keine Entweltlichung

Wie es Sie und noch umfassender Harald Specht in seinen Werken deutlich macht, entsprangen auch für uns die Gottessöhne keiner rein innerlichen Spiritualität, sondern wurden als Verkörperungen der kosmischen Ordnung, des Werdens, natürlicher Vegetation und Kreativität in menschlicher Kultur und ihrer Geschichte verstanden, die so Vernunft/Gemeinschaft im menschlichen Leben bewirken sollten. Und ebenso wenig ist es dann beim christlichen Bruder, der in antiker Vernunftlehre begründet war, um eine Entweltlichung gegangen. Sie kastrieren unser philosophisches Denken, wenn Sie den christlichen Bruder, der bei uns als Wort die Rolle der Göttersöhne einnahm, in einem fiktiv aufgewärmten alten Mythos oder gar eine im Osten abgekupferte Spiritualität begründen wollen. Dass wir als Religionsphilosophen auch nach den östlichen Philosophien schauten, die nach dem weltweiten Wandel vom Mythos zum Logos  auch nicht nur das buddhistische Kulturmodell begründeten, ist bekannt, sollte weiter erforscht werden. Ebenso, wie der Manichäismus, ein wie die Kirche im Diasporajudentum entstandenes Urchristentum, das in denkerische Synthese die Kulturen der Welt auf einen Nenner bringen wollte.

Dass es bei uns im christlichen New Age auch viele Entweltlichungstendenzen gab, ist verständlich. Im philosophischen Gedankengut, wie im anfänglichen Christentum gab es viele Spielarten. Die dann von den Vordenkern der Kirche, die wie wir in Alexandrien einen volksverständlichen, damit staatstragenden Kult an Stelle der Göttermysterien suchten, aufgrund ihrer Verflüchtigung, ihrer Weltabgewandtheit, Erkenntnis nur für esoterisch Eingeweihte, als falsche Erkenntnis/Gnosis abgelehnt, ihre Schriften verboten wurden. Doch selbst eure 68er, die als moderne Kyniker der alten Welt den blanken Hintern hinstreckten, waren keine Entweltlicher. Wo man wie bei uns Diogenes & Co. zurück zur Natur wollte, um so in der Welt wahre Natur zu leben, war keine Entweltlichung.

So hat beispielsweise auch Julian weder als christlicher, noch als dann wieder den Götterkult aufblühend lassender Kaiser Entweltlichung betrieben. Vielmehr wird er (www.jesus-lebt-wirklich.de) zurecht als Zeuge aufgerufen, dass es im Christentum, dem dieser philosophische Kaiser fast sein ganzes Leben diente, unmöglich um einen jungen Mann oder Mythos, sondern die uns als Josua geltende Vernunftlehre ging.

 Wo ein Neuplatoniker wie Proklos die Theologie der Götter darstellt und die Notwendigkeit der Riten für den gerechten Staatskult philosophisch deutet, war Auferstehung von Vegetations-Verherrlichungen in der Vernunft, die bei uns im philosophischen Diasporajuden im Sinne Moses den Namen Josua, lat. Jesus hatte. Und wenn der spätantike Philosoph Marobius (395-430) Attis als Symbol der Sonne sah, war auch das das keine Spritualiät, sondern eine philosophische Vernunftlehre (Logos). Der nach „philosophischer Auferstehung“ des Sonnen-Opfermysteriums bei uns den Platz der Sonnenverherrlichung, vernünftigerweise am christlichen Sonntag einnahm.

Wenn sie sich in das Denken von uns philosophisch gebildeten Diasporajuden versetzten, wird ihnen klar, wie die Zeit der Göttermysterien, die bekanntlich auch bei den Philosophen in Diskussion standen, die stoisch gelehrte Vernunft nicht mehr vermitteln konnten, für uns abgelaufen war. Wie in jeder Kultur sind in der christlichen Entwicklung zu recht viele Fehlzündungen zu beklagen. Doch wer den alten Götterkult als friedliches Werk lobt, das von den bösen Christen der Kirche abgelöst wurde, der sollte sich die Dokumentarfilme über afrikanische Kulte betrachten. Wo bis in eure Tage noch jungen Mädchen in mysteriösen Ritualen und der Befragung  von Orakel in jahrelangem Opfer zu leiden haben, hat sich ein Kult erhalten, der bereits bei uns nach Aufklärung rief. Die Zermonien der naturnahen Ureinwohnern, wie sie beim „Traumschiff“ zu sehen sind, verbauen den Blick für einen Aufklärungsprozess, der die Götteropfer, Orakelkult und Mysterien bei uns in Frage stellte und ablehnte. Und wie selbst im Attiskult mit Blutopfern, Geißelungen, Opfern die Zeit für einen weltgültigen Exodus, damit die Befreiung von menschlichen Kultopfern reif war, wird im Buch an vielen Stellen ausfürhlich beschrieben.

Wo dann das inhaltliche Erbe der Göttermythen durch die Vernunftlehre angetreten, die Vernunft anstelle der Orakel und Mysterien maßgebend war, war bei uns auch das literarische Erbe aufzunehmen. Was kreativer Vernunft in der Kulturentwicklung der damaligen Welt und keiner entweltlichten Spiritualität entsprach.

Allein wer Hermes ins Feld führt zeigt, wie die in Schöpfung begründete Weisheit unser Seelenführer war. Und wer weiß, wie die Verehrung der in Schöpfung begründeten Weisheit als Hirten des Hermes noch zur Aufnahme in den kirchlichen Kanon in heißer Diskussion stand. Der weiß auch, dass es bei uns nicht um eine außerweltliche oder gar buddhistische innerliche Spiritualität,  sonder den „lebendigen Geist“ der kreativen Wirklichkeit/allen Werdens ging, auf den sich heute das Eingangsportal der Heidelberger Hochschule, wie dessen Eingangsfolie zum Server beruft.

6.       Die Zeit war reif für einen kulturellen Wandel wie ihn bereits die Radikalkritiker beschrieben

 Es wird langweilig. Alles, was ich hier in mühsamer Weise begründe, ist bei den Radikalkritikern, auf die Sie sich ständig berufen, längst nachzulesen. Wer die nicht nur bei Johannes, sondern auch in der gesamten christlichen Theologie maßgebende Weltvernunft, damit den von der Radikalkritik nachgewiesenen Logos als Josua nicht auf eine vergeisterte gnostisch-philosophische Spekulation bezieht, sondern in unserem Sinne als das was bei euch dann Evolution genannten kausalen Erklärung allen Werdens oder in Öko-logie offenbare kreative Wirklichkeit und davon ausgehende Weisheit ist. Für den ist die Bestimmung, die eure neuatheistischen Naturalisten daraus ziehen, das schöpferische Wort der Propheten, wie es für uns maßgebend war.

Das bei uns entstandene Christentum auf ein Abschreiben mystischer Natur-Verehrungen zu reduzieren, gar um einer buddhistischen Spiritualität zur Welt zu bringen, wird unserem Denken nicht gerecht. Die Feier der Weihe-nacht zur Wintersonnenwende, die die Hilaria-Feier beim Wiederaufleben der Natur im Frühjahr als Auferstehung oder sonstige alte Feiern von Fruchtbarkeit und Kreativität im Jahresverlauf, das alles hatte vernünftige Gründe. Alles, was vor der Achse auf mythische Weise gefeiert wurde, war bei uns in Vernunft im Sinne des weltgültigen Moses in Josua gegenwärtig.

Bereits uns war klar, dass dort, wo das natürliche Werden und die davon ausgehende Bestimmung Fleisch, in menschlicher Göttergestalt verehrt wurde, deren Tod und Wiederverstand in dann zeitgemäßer Weise vorprogrammiert waren. Ein Prozess, der in aller Natur zu beobachten ist. Ob die Auferstehungsfeier für Attis, bei der sich verzweiflungsschreie in frenetischen Jubelschreie „Hilarien“ verwandelten, nur die Verehrung für das Wiederaufleben der Natur war oder auch hier bereits ein philosophischer Wiederverstand der Göttergestalt gefeiert wurde, ist nebensächlich. Die von uns ausgehende christliche Osterfeiert, die ähnlich wie in der Literatur aus vernünftigen kulturell-kreativen Gründen auch die alten Kultfeierlichkeiten weiterführte, lässt sich unserer denkerischen und dann literarischen Erweckung aus dem Todesschlaf nachvollziehen. Nicht allein das natürliche Werden, das sich im Aufblühen der Natur des Frühjahr von seiner schönsten Seite offenbart, war in Vernunftlehre erklärt und die dies verkörpernden Götter wie Attis wurden bei uns bedacht. Es war der prophetische Kult, den wir in denkerischer Synthese mit dem Hellenismus, der Philosophie, wie den Göttergestalten, zu neuem Leben erweckten. Das jetzt für die aufgeklärte Welt gültige Judentum, der neue Bund/Testament/Exodus wurde in der Osternacht gefeiert. Im Gegensatz zum traditionellen Judentum, das dem Hellenismus feindlich gegenüberstand, war bei uns ein friedlicher Josua auferstanden.

Wo Sie sichere Belege für die Existenz einer Feier des wiederauflebenden Attis bei einem Neuplatoniker wie Damskios vorlegen, zeigen Sie, wie es Zeit wurde, für einen neuen Kult ohne Götteropfer und Mysterien. Mit dem in dem in der Vita Isidori beschriebenen mysteriösen Kultfest eingeweihter Apollo-Philosophen, wo todbringende Dünste aufstiegen, bei denen selbst die in der Luft lebenden Tier verendeten, war der philosophischen Vernunft (Logos) nicht zur Weltgültigkeit zu verhelfen, kein Staat mehr zu machen. Vielen Dank, dass sie nicht nur unter „Bluttaufe/Tourobolium“ den weit über das Abstechen von Stieren hinausgehenden Blutrausch im Rahmen der römischen Rituale so ausführlich beschreibe.  Nicht nur bei uns, sondern auch bei den Römern war dafür die Zeit abgelaufen.

Auich im Sinne der durch die Kirche abgelenten, weil dualistisch oder die Thora verneinend, statt allegorisch verstehenden sowie geheimnisvoll-weltverneinenden Lehren für Eingeweihte/Intellektuelle bitte ich Sie, das uns allen geltende Wesen des christlichen Glaubens nicht einfach als literarischen Mythos abzutun, sondern in heutiger Erklärung einer gemeinsamen Vernunft/Sinnes zu bedenken.