Jüdischer Hellenismus, Heimat der Vernunft als Kaiser: Jesus

Wie die philosophische Vernunft, die hellenistische Juden als prophetisches Wort verstanden, im Namen Jesus weltgültiger Judenkönig an Stelle der Gottkaiser wurde

Die hellenistischen Herrscher spielten seitdem weder in der politischen Gegenwart, noch der Erinnerung der Städte eine bedeutende Rolle. Aus langfristiger Perspektive betrachtet, war der Transfer griechischer Bildung, kultureller Praktiken und religiöser Überzeugungen weitaus wichtiger. Denn durch die Verbindung griechischer Kultur mit jüdischem Glauben wurden die Grundlagen für die christliche Lehre und die Ausbreitung des Christentums gelegt.

So der letzte Satz, mit dem der Professor für Antike Geschichte und Kultur, Peter Scholz, in „Der Hellenismus“ die Geschichte der Antike zusammenfasst. Eine Geschichte, die nicht allein nach dem Geschichtswissenschaftler in der Synthese von griechischer und jüdischer Kultur der Grund des Christentums war. Seine den historischen Jesus heute lehrenden neutestamentlichen Kollegen müssten ein Veto einlegen.

Nein, Nein, Nein, da war nur ein Handwerksbursche aus Galilä, der als eschatolischer Wandercharismatiker auftrat. Durch dessen Sekte und die  Überredung der Menschen rund um das Mittelmeer, was dann als christliche Paulus-Mission gilt, entstand in hellenistischer Einfärbung das Christentum.  

Und die einen historischen Juden mit Namen Jesus abstreitende, statt in seiner Bedeutung neu belegenden heutige Radikalkritik (die damit die Wurzeln der Denker, auf die sich berufen, längst verlassen hab) ruft in ihrem Kurzschluss: Nein, nein, nein, da war nur ein literarisches Wesen, da in östlicher Spiritualität abgeschrieben wurde. Da war maximal eine nicht mehr zeitgemäße Logospekulation als Glaubenskonstrukt. Was für Glaubenskritiker dann ein Konstrukt zur Manipulation der Masse ist, die meist der Kirche unterstellt wird.

Ein Glück denkt dann die aufgeklärte Welt, dass wir das alles hinter uns haben. So können wir „Gott einen guten Mann“ auch mit Namen Jesus sein lassen, uns allenfalls im aber „glaube“ trotzdem einer selbstbefriedigenden Neoreligiösität widmen. Wo der denkende Glauben nicht bedacht wird, wie er heute genau dort beschrieben wird, wo das Judentum jetzt in dem begründet wurde, was im Hellenismus als Vernunft auch Maß für gemeinsame Lebensregeln war und nach geschichtlicher Betrachtung die Wiege des Christentums stand, bleibt nur eine persönliche Religiosität. Was dabei an Absurditäten selbst im Namen des Protestantismus weltweit herauskommt, von einer der antike geltende gemeinsamen Verant-wort-ung in Vernunft meilenweit entfern ist, war anlässlich des Reformationsjubiläums in einer Ausstellung in Berlin zu sehen. Die Reformatoren, die in Schriftform zu den antiken philosophischen Wurzeln und der Weisheit des anfänglichen Glaubens zurück wollte, weil nach Verfall der kirchlichen Lehre auch mittelalterlichen Auswüchsen abzuwehren waren, müssen sich im Grabe umdrehen. Das, was heute auch im Namen des christlichen Glaubens und seines Buches zu beobachten ist, ohne den Menschen noch eine gemeinsame Vernunft-Bestimmung geben zu können, lässt aufschreien. Es verlangt auf neue Weise nach der Stimme der Vernunft zu fragen, die im Wissen um natürliches Werden begründet war, philosophisch bedachter wurde. So bereits im Hellenismus zu humanistischen Lebensregeln führte. Die dort, wo dann das Christentum entstand, als schöpferisches Wort verstanden wurde. Was im erneuerten prophetischen Kult vom einen schöpferisch wesentlichen Ganzen als Pantokrator mit Namen Josua lebendig gemacht wurde und so auch die griechischen Götterbilder und Orakelglaube ablöste.

Wie hellenistische Juden in einer ihrer prophetischen Kultur gerechte Ausdrucksweise der als ewiges Wort verstanden philosophischen Vernunft- und Weisheitslehre den grenzüberschreitenden Friedensbringer (Josua) sahen, ist allerdings an den Hochschulen kein Thema. Noch weniger, wie die in Schöpfung begründete Weisheit und Vernunft verwirklicht werden sollte. Die wir heute als eine ganzheitliche, ökologische Lebensweise oder Weltvernunft fordern. Die heute die Intellektuellen wissenschaftlich begründen, eine Weltverbundenheit  „Connectedness“ gar in Berufung auf den antiken, auch christlichen Logosbegriff und die Stoa fordern. Auch wie die von hellenistischer Philosophie gepredigte Ethik, die auch heutige Humanisten fordern, durch den neuen universalen jüdischen Kult im täglichen Leben, in menschlicher Gemeinschaft verwirklichen sollte, kann dort kein Thema sein, wo ein verherrlichter Junghandwerker gelehrt wird. Doch es macht einen gewaltigen Unterschied, ob aufgeklärte Christen davon ausgehen, dass einem Wanderkyniker die jüdische Weisheit oder die Stoa in den Mund gelegt wurde. Oder ob sie in Begeisterung für den heute nur etwas empirischer beschriebenen Lebensfluss und damit den wissenschaftlich offenbaren kreativen Sinn allen Seins, mündig wieder eine gemeinsame Verant-wort-ung ableiten, wie sich das im hellenistischen Judentum im Namen Josua erkennen lässt. Oder ob sie nur weiter in Buch blättern und sich gegenseitig ein vernünftiges Leben in Friede fordern.  

Auch wenn inzwischen klar ist, dass keine nachträgliche Hellenisierung war, sondern das Christentum aus dem hellenistischen Judentum herausgewachsen ist. Und  wenn das alles viel ausführlicher und auch unterschiedlich diskutiert und definiert wird. Bei der Hypothese von einem historischen Heilsprediger und seinen Anhängern, die heute an den Hochschulen das bestimmende Thema ist, kann das, worin die Geschichtswissenschaft  ganz selbstverständlich und logisch die Entstehung des christlichen Glaubens begründet, allenfalls ganz am Rande vorkommen.

Was bei Betrachtung einer evolutionären Entwicklung der Kulturen und Auswertung der mit Verstand in denkerischer Vernunft gegebenen Synthese von Judentum und Hellenismus auch die biblisch in Jesus Christus bebilderte große Innovation der Zeitenwende war, kann aufgrund der an den Hochschulen wie ein wissenschaftlicher Fakt vertretenen Hypothese von einem heilspredigenden Handwerksburschen, nicht bedacht werden. Wie die Vernunft und Aufklärung, die sich seit Alexander dem Großen in vielen blutigen Kriegen und Herrscherintrigen in der ganzen damaligen Welt ausbreitete, jetzt in einem neujüdischen, universal geltenden, weil in antiker Wissenschaft begründeten Kult aufging, bei dem die philosophisch begründete Vernunft der den Juden als Wort geltende universale König sein sollte, kann kein Thema sein. Ebenso wenig, wie erst die antiker Aufklärung gerechte und den Moses-Propheten entsprechende kulturelle Ausdrucksweise der philosophischen Vernunft die kulturelle Wende bewirken konnte, so zu Friede zwischen den Kulturen und Leben in Vernunft verhelfen sollte.

Neben der Heilsprediger-Hypothese sind es auch die heute geltenden konservative Glaubensvorstellungen oder die bereits am Anfang einsetzenden blutigen Auseinandersetzungen im christlichen Kult, noch lange vor mittelalterlichen Kreuzzügen, die verhindern, dass das, was auf intellektuelle Weise im hellenistischen Judentum in Josua, lat. Jesus erwartet wurde, als der von jüdischen Intellektuellen erhoffte Friedens- und Fortschrittsbringer gesehen werden kann. Was dann in Kulttexten zum Ausdruck gebracht wurde. Die kirchliche Vordenker, die in ihrer christlichen Logos-/Vernunftlehre wie Philo an die prophetischen Väter anknüpften, für den das Alte Testament nicht ersetzenden, sondern das Griechen- wie Judentum als erfüllt gesehen Kanon aufgriffen. Weil dort die Herkunft, das Leben und Leiden des Logos, sowie dessen Bedeutung in einem als neuer Zeus-Pantokrator geltenden, später erst einheitlich Jesus genannten jüdischen Wanderkyniker (was allein schon eine Synthese war) im Stile der Kaiserevangelien und griechischer Göttersagen, wie alttestamentlicher  Texte auf kreative Weise kulturgerecht bebildert war. Womit der Josua, Jesus, kein doketistisches Scheinwesen, sondern in der bekannten Ausdrucksweise eine menschlich-kulturelle und schöpferische Persönlichkeit war. Wie es bei den Konzilen, denen man bei heutiger Hypothese die Hellenisierung eines Heilspredigers unterstellen muss, ebenso bedacht wurde, wie das Wesen der philosophischen Vernunftlehre/des Logos in Bezug auf die Kult(ur)vorstellungen der Väter und damit die den Wurzeln gerechte Ausdrucksweise. Was aber  immer wieder ein großes Streitthema war. Das letztlich auch mit zur Abspaltung des Islam führte, als die Araber eine eigene Richtung einschlugen. Und im Stil des Orient einen Propheten die von Philo im Wissen der Zeit als weltgültiges Wort verstandene Vernunft (unmöglich die Worte eines heilspredigenden Junghandwerkers, die syroaramäische Theologen auch für den Koran aufgriffen oder Jesus zu Mohammed „ummünzten“) sprechen ließen.

Denn die Verbindung griechischer Kultur mit dem jüdischen Glauben, wie sie sich bei Philo beobachten lässt und anfänglich sehr vielfältige neuen Glaubensformen und theologischen Diskussionen, damit auch unterschiedliche Religionssysteme hervorrief, spielt bei der Lehre von einem lebenslustigen Junghandwerker, der nicht lesen und schreiben konnte, aber historischer Grund christlichen Glaubens wäre, keine Rolle. Philo von Alexandrien (wie er sich heute wissenschaftlich erkennen lässt) meldet sich hier als Zeuge des hellenistischen Judentums antiker Bildung zu Wort. Er macht nicht nur deutlich, wie absurd die die Lehre von einem Heilsprediger ist, der für das damalige Denken der Sohn dessen gewesen wäre, was Juden und jetzt in hellenistischer Bildung schöpferisch wesentlich war und sein wird. Oder was auch in der kirchlichen Lehre die Person der Väter-Vorstellungen nicht einnahm, sondern als dies offenbarendes Wort oder Logos/Vernunft in Person galt. Und so zum Grund des christlichen Kultes und seiner Kirche geworden wäre.  Im Wissen, das wir heute über die Hochkultur des Hellenismus und die denkerische Synthese mit dem keine Menschen und ihre Götterbilder verehrenden jüdischen Kult für das, was im Ganzen schöpferisch wesentlich war und sein wird (JHWH) wissen, zeigt er auf:  In der Ehe von Judentum und griechischer Bildung war eine echte Hochzeit. Eine Ver“söhnung“ der Kulturen, die kreativen Fortschritt bewirkte. So wurde von gebildeten griechischen Juden und dann auch zum Judentum und seiner neuen Form konvertierten Römern in der als Christus verstandenen universal geltenden Weisheit und ihrer kulturellen Persönlichkeit, die Jousa, lat. Jesus war, ein Leben in Vernunft und kulturellem Friede erwartet.

So wenig der prophetische Monotheismus vom einen kreativen Ganzen und seine Verhaltenslehren heute in einem Menschen mit Namen Moses begründet werden. Und so wenig der Hellenismus und die antike philosophische Aufklärung und Ethik durch einen besonders schlauen Mann hervorgerufen wurde.  So wenig lässt sich der dann christliche Kult, in dem Judentum, wie Hellenismus in kreativer Weise aufgingen, in einem jungen Mann und seiner Sekte erklären. Doch indem jüdisch-hellenistische Denker, für die Philo von Alexandrien steht, eine Platon, wie den gesamten hellenistischen Fach- und Verhaltensphilosophie heilige Vernunftlehre bereits bei den jüdischen Propheten als das verarbeitet sahen, was dort als Wort verstanden wurde, haben sie den Weg für das alte Grenzen überschreitende universale Judentum bzw. Christentum im Namen Josua, lat. Jesus eröffnet.   

Philo greift hier die sachlichen Aussagen des  Geschichtswissenschaftlers über den Hellenismus auf. Die völlig frei sind, von christlicher Lehre oder über einer Überzeichnung der griechischen Zeitenwende, wie sie früheren Historikern wie Johann Gustav Droysen, der den Hellenismusbegriff prägte, vorgeworfen wird. Auch wenn Scholz in erster Linie Kriegsberichterstattung betreibt. Die politische Ausbereitung des Hellenismus beschreibt.  Und die den Hellenismus begründenden naturphilosophischen Schulen, dies so ermittelte, die Wissenschaft, wie das Demokratieverständnis bewirkende, philosophisch weitergedachte Vernunft des Platonismus oder der Stoa nur am Rande das Thema sind. Damit auch der Begriff des für Philo maßgendenen Logos im Buch nicht vorkommt. Die Begründung und Bedeutung philosophisch bedachter Vernunft, für Demokratie, Leben und Wissenschaft nicht in der Weise beschrieben wird, wie in anderen Werken. Auch nicht, wie bei anderen Historikern ausführlich nachzulesen, wie das Aufblühen der Vernunft von Europa bis Asien, Wissenschaft, wie neue Techniken brachte und griechische Kultur triumphieren ließ. Allein der politische Hellenismus, den Scholz auch in seiner Auseinandersetzung mit dem Judentum beschreibt, lässt deutlich werden: Hellenistischen Juden haben keinen jungen Mann mit Namen Jesus in den Himmel gehoben, hätten nie und nimmer einen Wanderkyniker in dem bebilderten Sinne theologisch verherrlicht. Es war die Vernunft in ihrer kulturellen Umsetzung, wie im hellenistischen Judentum, stellvertretend bei Philo von Alexandrien zu beobachten ist, die der historische Jesus Christus war.

An anderer Stelle wurde bereits deutlich gemacht, wie im konsequenten Weiterdenken aller wissenschaftlicher Theorien die Quelle der kirchlichen Lehre, wie Texte des Neuen Testamentes im hellenistischen Judentum zu suchen ist. Dem die in Schöpfung begründete Vernunft und Weisheit galt, nach der nun alles Werden natürlich erklärt wurde und die aufgeklärt als das den Propheten bereits gegebene Wort verstanden wurde.

Auch wie in „Philo von Alexandrien“ damit dem Judentum hellenistischer Bildung alles historisch bewirkt wurde, was von Jesus biblisch berichtet wird und kirchliche Lehre ist, war das Thema. Und in „Philo löst das Jesusgeheimnis: Auferstehung“ hat er sich selbst zu Wort gemeldet und gegenüber der Neutestamentlichen Lehre verdeutlicht, wie die ihm geltende Vernunft und Weisheit das in  Josua zur Welt gebrachte historische christliche Wesen war, das damit auch heute leben würde, aufgeklärt zu verstehen sei.

Hier ergreift Philo in seiner Aufgabe als jüdische Religionsphilosophie hellenistscher Bildung wieder selbst das Wort. Anhand der Aussagen des Historikers Scholz zeigt er auf, wie die aller antiken Bildung und Philosophie, damit  physikalischer Fach- wie  Verhaltensphilosophie (Stoa) zugrunde liegenden Vernunft und Weisheit, von ihm als schöpferisch maßgebendes Wort verstanden wurde. Und wie er so in der in natürlicher Schöpfung des Gesamten, eine im Öko begründete Vernunftlehre (wir sagen Ökologie) im Namen Josua, lat. Jesus, nicht nur als König der Juden sah. Vielmehr einen Feldherren (Landnehmer), der im Einklang mit kreativer Natur wahren Friede zwischen den Kulturen und Leben in Vernunft bringt.

Oder anders: Wer das Wissen um die Antike ernst nimmt. Der kann nicht weiter behaupten, er würde wissenschaftlich den geschichtlichen Kontext auswerten, wenn er versucht das soziale Umfeld des heute als historischen Jesus, damit Grund christlichen Glaubens gelehrten jüdisch-wanderkynischen Guru aus Galiläa absucht. Ebenso wenig ist es wissenschaftlich, die christliche Lehre als literarisches Konstrukt betrachten zu wollen, dem Kritiker die Manipulation der Masse durch die Kirche unterstellen. Der geistesgeschichtliche Kontext, wie ihn Scholz beschreibt zeigt: Im nun universalen jüdisch-hellenistischen Verständnis löste die Vernunft die Götter und ihre Kaiser ab. Für die so diskutierte und kultgerecht, als Josua, lat. Jesus definierte Weisheit, die heute mit anderen Namen als ganzheitlich ökologische Lebensweise, sozialer Humanismus oder Weltvernunft vergeblich gepredigt  wird, musste dann ein neuer staatstragender Kult gebaut werden: Die Kirche.

1. Einleitung: Eine politische Geschichte des Hellenismus

Bitte verzeiht mir, wenn ich nicht alles wiederkaue, was bei Peter Scholz, wie bei vielen anderen Historikern, die den Hellenismus auf rational-wissenschaftliche Weise beschreiben, nachzulesen ist. Als jüdischer Religionswissenschaftlicher aus Alexandrien, dem Herzen hellenistischer Bildung, will ich mich auf die Konsequenzen für das historische Verständnis des christlich „wesen“tlichen Grundes beschränken, das ich als Jousa, lat. dann Jesus aus der Taufe hob.

Und wenn dann vom atemberaubenden Siegeszug Alexander des Großen über viele Jahrhunderte über viele Seiten hinweg Kriegsgemetzel und Herrscherintrigen beschrieben werden, mit denen das Reich befriedet und der Fortschritt des Hellenismus, die Bildung und freiheitliche Demokratie in fast alle Welt gebracht wurde, kommt keine Kulturgeschichte vor. Oder doch?  Wer wie ihr von Krieg, Korruption und Intrigen nichts mehr wissen will, die Unfähigkeit menschlicher Häupter aus der Tagesschau kennt, der sollte sich die Funktion der antiken Herrscher, wie dessen betrachten, was für die Juden der wahre König war. Als kulturelle Vermittlung und Verwirklichung kreativer/schöpferischer Sinnhaftigkeit galt bei uns Juden kein menschlicher Kaiser als Gottessohn oder alte Mythengötter, sondern das bereits den Propheten in Moses gegebene Wort. Und da das in Moses definierte monotheistische Verständnis von einer Gottesbild- bzw. -vorstellungsfreien schöpferischen Wesentlichkeit, die war und sein wird, JHWH, in hellenistischer Bildung am Anfang der Wissenschaft neu, auf universale Weise definiert wurde, lässt sich erkennen: Das Wort (hebr. auch Vernunft) die bereits die von mir als anfängliche Philosophen gesehene Propheten aus dem beobachteten Weltganzen, wie allem fruchtbaren Werden ableiteten und bisher nur für sie König, aber inzwischen zur tauben eigenen Traditionsgesetzlichkeit verkommen war, wurde nun in universaler Weise begründet.

Was die weltlich-menschlichen Herrscher verwirklichen sollten und meist selbst wollten, aber immer  wieder auf Krieg und Familienmord herauslief oder wie auch bei euch nicht wirklich funktionierte, wollten wir in Vernunft verwirklichen.

Betrachtet euch, wie die Bedeutung der göttlichen antiken Herrscher zum Funktionieren und Fortschritt der Kulturgemeinschaft führten. Lasst euch erklären, wie der gesamte Kult, samt seinen Priestern und den in Göttersöhnen verehrten kreativ- fruchtbaren Erscheinungen oder menschlichen Eigenschaften, im alten Ägypten, wie bei den Griechen und Römern für das Funktionieren des Staatswesens notwendig war, bei dem der Pharo oder König als Mittler an der Spitze stand.  Macht euch frei von den Herrscherbildern in Römerfilmen eurer Kindheit, in den meist Kaiser eine Hauptrolle spielen, die zwar von den Griechen die Rolle der Weltvernunftherrscher übernahmen, aber dieser in keiner Weise gerecht wurden. Oder erkennt hier, wie die Vernunft und Weisheit bei uns gebildeten Juden im Kult als wahres Herrscherideal verstanden und ihr so zur weltweiten Wirklichkeit verholfen werden sollte.

Ihr wisst nicht nur, welche kulturelle Bedeutung göttlich verehrten Herrschern, die später entsprechen ihrer Eignung frei bestimmt oder gar gewählt wurden, auch in Hochzeiten von neuer Naturbildung, Kultur, Literatur und Kunst, damit Religiosität zukam. Ihr beschreibt auch, wie für mich als „Herr“ die wahre Vernunft galt, die auf Erden verwirklicht werden und von uns Philosophen in natürlicher Schöpfung begründet war. Oder wie ich diese Vernunft als wahren Sohn und Wort verstand, das bereits im anfänglichen, aus Ägypten kommenden, im persischen Exil dann wieder erstandenen Kult vom kreativen Ganzen mit Namen Moses gegeben sah. Erscheint es euch da nicht als völlig logisch, wie dann unsere griechisch-jüdischen Theologie-literaten den Vertreter der Römer im Judentum erkenne und in allen Sprachen ans Kreuz schrieben ließen, dass die Vernunft, wie sie philosophisch galt, der „König der Juden“ war und sich nicht von der Tradition hörigen davon abhalten ließen?

Dass die Vernunft nicht menschliche Führung, weltliche Herrscher ersetzen konnte, liegt auf der Hand. Aber wir Juden haben (auch wenn uns das durch die Heilsprediger-Hypothese absurder Weise unterstellt wird, einen Wanderkyniker zu einer Art Gott gemacht zu haben) keine Menschen vergöttert. Wir haben keine Kaiser vergöttert. Wir haben sie nicht als das akzeptiert, was uns mit beobachtendem Blick auf den Himmel, die näherende Fruchtbarkeit  als ewiges Wort (Logos) verstandenen Lebensflusses schöpferisch wesentlich war und sein wird. Als Mittler und Verwirklicher dessen, was so schöpferisch geboten war, galt uns gebildeten Juden kein menschlicher König, sondern die allem Werden und Sein zugrunde liegende Logik und Vernunft. Als das wir noch vor der philosophischen Wissenschaft, die dann vom Logos sprach, den noch mythisch erklärten Lebensfluss und die menschliche Stellung darin, als ewiges Wort verstanden. Wer all dies, frei von aller Kultsprache, ihren Geschichten und Bildern bedenkt, der kann verstehen, wie wir in hellenistisch-jüdischer Bildung dem großen Wurf, den die Vernunft in hellenistischer Umwälzung der Welt bewirkte, zur kulturellen Krönung verhelfen wollten.

Selbst die Kriegsberichterstattung bei Scholz, die auf das Makkabäerbuch eingeht, macht euch deutlich, wie das Festhalten an der Tradition auch im Judentum ….

 

Fortzusetzen, in Bezugnahme auf Scholz deutlich machen, wie der jüdische Hellenismus und seine Vernunftlehre, statt ein Heilsprediger das christliche Wesen war, das zur Sprache gebracht wurde.