Wahnsinn oder kreative Wirklichkeit in Kulturgeschichte und Kosmos

Sehr geehrter Herr Professor Peter Lampe,

sehr geehrter Herr Professor Helmut Schwier,

sehr geehrter Herr Dr. Jens Wolff,

sehr geehrte Wissenschaftler,

entschuldigen Sie, wenn ich den Begriff „Wahnsinn“ gebrauchte, den ich Ihnen weder unterstelle, noch Sie dessen beschuldige.  Die nicht allein polemische Gegenüberstellung von „Wahnsinn und Wirklichkeit“ soll mein Anliegen deutlich machen. Sie soll die Gegensätze und damit die heutige Heilsbedeutung aufzeigen, die eine aufgeklärtes Jesus-Verständnis hätte, um das ich ständig bitte.

Angeregt durch Ihre Vorlesungen über „Die Jesusgeschichten im Profil“, „Auferstehung“ oder „Christologie“ bitte ich Sie erneut, den historischen Jesus aus neuer der Perspektive zu bedenken: Der kreativen „Wirklichkeit“ in Kulturgeschichte, wie wir sie vom hellenistischen Judentum kennen, das das die maßgebende schöpfersicher Wirklichkeit (Wort) dort begründete, wo wir  heute von Ökologie oder Evolution sprechen.

Denn während in Ihren Vorlesungen mit jedem Satz mehr als deutlich wird, dass es anfänglich nicht um einen jungen Mann ging, sondern ein Heilswesen beschrieben wurde, das im hellenistischen Judentum (der Herkunft der Texte und Christologie) in einem aufgeklärten Verstand der alten Gottheiten in gegenwärtiger Vernunft-/Naturlehre begründet war, wird den Studenten ein heilspredigender Handwerksbursche gar als kosmische Wirklichkeit, Grund und Sinn allen Seins vermittelt.

1.     Christologie: Wo die in Natur begründete Weisheit König im Kopf war

Auch wenn ich in der bisherigen Argumentation bereits mehr als machte, wie es beim Christus, der auch den Jesusgeschichten zugrunde liegt, nicht um einen jungen Mann, sondern die als Heil „Jesus“ verstandene, weil nun auch für Griechen geltende Natur als schöpferische Wirklichkeit/Bestimmung (Wort und Weisheit) ging. Ihre Ausführungen über die Geschichte der Christologie haben mich bewogen, den Gegensatz von Wahnsinn und Wirklichkeit deutlich zu machen.

Denn die Christologie ist mit der Aufklärung ver-rückt, verlangt nach einem aufgeklärten Verständnis. Das dreifache Amt Christi, von dem die protestantische Orthodoxie nach Luther oder Melanchthon noch ausging, muss hier nicht weiter ausgeführt werden. Für Melanchthon, der sich an die jüdische-griechische Texte hielt, war das prophetische Amt Christi ebenso gegeben, wie das die schöpferische Wirklichkeit vermittelnde Priesteramt oder das stellvertretende Leiden Christi (damit der in Natur verstanden Wirklichkeit/Wort) für die Sünden der Welt. In der Vorlesung über die Reformation und die folgende Kirchengeschichte bei Professor Strohm war deutlich zu erkennen, wie sich im Zuge der Aufklärung die Christologie und damit schriftbezogene Theologie entleerte und so ähnlich wie die antiken Mythen nach aufgeklärtem Verständnis verlangt.

Denn wenn heute die Studenten einen jungen Guru vor Augen haben, der alles nicht war und wollte, was seine Anhänger in Trauer-Halluzinationen aus ihm gemacht hätten, wie sonst als Wahnsinn soll man das beschreiben?

Dabei ist bekannt, wie hellenistische Juden und dann auch Römer in den frühen Vernunft-/Naturlehren der Zeitenwende, damit in dem, was heute als Ökologie oder Evolution gelehrt wird, die weltgültige, damit auch für Griechen maßgebende schöpferische Wirklichkeit/Bestimmung (Wort) im Sinne der Propheten verstanden. Auch was das Priesteramt oder das stellvertretende Leiden in einer menschlichen Gestalt/Ausdrucksweise war, die so bis zur Aufklärung führte, lässt sich verstehen.

Hier muss nicht weiter ausgeführt werden, wie noch in Neuzeit durch die Schrift die schöpferische Wirklichkeit gegeben war und wie dann die weitere naturwissenschaftliche Aufklärung einen aufgeklärten Neuverstand notwendig macht. Wie es nicht reicht, wie der vor wenigen Jahren in Heidelberg das Neue Testament in dieser Weise lehrende Klaus Berger ein maßgebendes Heilswesen mit zwei Beinen auf buchstäbliche Weise hochhalten zu wollen.

Nachdem nicht nur die naturwissenschaftliche Aufklärung gegeben, sondern auch das Wissen um die Kulturgeschichte weitergeschritten ist, wird es Zeit, im Geist der Neuzeit zu verstehen. Ein Geist, der die Natur nun nicht mehr als Böse, sozialdarwinistischen Steinbruch, sondern kreativ sinnvoll erklärt.

Was soll der Wahnsinn von einem Wanderprediger der Gott oder Christus war? Wir wissen, wie die alten griechisch-römischen Gottheiten, ebenso wie die den als frühen Philosophen verstandenen Propheten maßgebende schöpferische Wirklichkeit und Bestimmung (Wort) in zeitgemäßen Vernunft-/Naturlehren verstanden wurden. Wir wissen auch, wie die damit in früher Ökologie begründete Weisheit für Juden der Weltherrscher sein sollte, der wahre Judenkönig, der Gesalbte, der Kyrios, der Vernunft- und Friedensbringer im Namen Josua, lat. Jesus.

Welcher Wahnsinn treibt einen Theologen, seine Studenten im Glauben zu lassen, hellenistische Jude die in der für Griechen und Juden geltende schöpferischen Bestimmung (Wort) das Heil „Jesus“ sahen, hätten einen arbeitsscheuen Handwerksburschen oder ein in Trauervision entstandenes Hirngespinst als Logos, als herrschend über den Kosmos, damit mehr als alle weltlichen Herrscher, wahren König hingestellt?

Warum aber die in früher Ökologie/Evolution begründete Weisheit im Erbe der Vorbilder Fleisch werden musste, sich erniedrigen musste, um deren Person (Aufgabe, Funktion, Maske) einzunehmen, muss nicht ständig erklärt werden.

Es erübrigt sich auch ständig klar zu machen, wie die in früher Ökologie/Evolutionslehre (noch wurde von Äonenmodellen als Sohn gesprochen) der wahre eine Gottessohn oder wahre Kaiser war. Hellenistische Juden haben die meist aus Ägypten kommenden römisch-griechischen Verehrungs-Verkörperungen, die für die Vegetation wie kreative Wesentlichkeiten/Eigenschaften in Kultur standen, in Vernunft erklärt. Sie haben in allegorisch-aufgeklärten Verständnis jüdischer Tradition/Thora das Judentum auf weltgültige Beine gestellt, damit auch für Heiden-Christen möglich gemacht, die nach dem Wandel vom Mythos zum Logos immer mehr mit ihren Gottesmysterien und dem Gottkaisertum haderten.

Der jüdische Gottesbilder und opferfreie Kult, bei dem der Grund/Sinn allen Seins und davon ausgehender Wirklichkeit/Bestimmung (Wort) in Vernunft verstanden wurde, Leben in Gemeinsinn und Vernunft das Opfer war, liegt Juden- wie Heidenchristlisten zugrunde. Was soll der Wahnsinn von einem Wanderprediger, der dann Juden unterstellt wird. Sie wissen, dass Juden nichts mehr verwarfen, als menschliche Gottheiten und völlig unmöglich einen Handwerksburschen als offenbarendes Heilswesen oder den mit JHWH umschriebenen Grund/Sinn allen Seins gesehen hätten. Auch Griechen und Römer, die ihre alten Vegetations-Gottheiten in Vernunft erklärten und der Mysterien überdrüssig waren, können Sie völlig unmöglich den Wahnsinn unterstellen, einen heilspredigenden jüdischen Rebellen in den Himmel gehoben zu haben. Wie kann man auf Johannes Bezug nehmen und weiter einen jungen Mann durch die Hochschule einer philosophischen Stadt jagen?

Weder die menschliche Gestalt des Christus war ein Scheinwesen und noch weniger ist die natürliche Kreativität, die als Christus galt und Grund menschlicher Bestimmung/Weisheit war, ein Gespenst des Glaubens. Nachdem in frühen Natur-/Vernunftlehren (nach kausalen, logisch-sinnvollen Prinzipien) die schöpferischer Wirklichkeit, das Wort verstanden wurde, was das Heil „Jesus“ war, bedarf es keiner neuen schöpfungstheologischen Gotteserklärung. Die würde dann nur versuchen, möglicherweise gar in Erklärungslücken ihr Gottesbild von einer Designer (polemisch Spaghettimonster) zu bestätigen. Es ist zwar wegweisend, wenn heute die Natur als zusammenhängendes kreatives ökologisches Ganzes erklärt wird, in dem in Evolution alles „seinen“ schöpferischen Sinn/Grund hat. Auch wenn heute die Weltverbundenheit auf physikalische Weise erklärt und damit auf den alten Logos-Begriff Bezug genommen wird, ist dies ein Fingerzeig. Doch bedarf es keiner neuen quantenmechanischen Erkenntnisse. Einzig die erstmals in Vernunft erklärte Natur, damit das, was heute bereits Grundschülern gilt und mit Blick aus dem Fenster zu sehen ist, war für hellenistische Juden die Offenbarung der schöpferischen Wirklichkeit im Sinn der Propheten, das Heil, das den Namen Jesus hatte.

Doch warum halten heutige Theologen an der Ver-rückheit, dem Riss, den Sie in neuzeitlicher Aufklärung feststellten fest? Warum grenzen Sie den Heilsprozess des hellenistischen Judentums, in dem die schöpferische Wirklichkeit in Natur-/Vernunftlehren (Logos) offenbar und so das Heil „Jesus“ lebendig war aus und vermitteln ihren Studenten einen bedeutungslos gewordenen Wahnsinn als christlichen Glaube?

2.     Auferstehung: Aufgeklärter Verstand alter Gottheiten in Natur als schöpferischer Wirklichkeit/Bestimmung: Wort

Mit jedem Satz Ihrer Vorlesung über die „Auferstehung“  machen Sie mehr als deutlich: Hier wurden nicht die Halluzinationen auch noch in unterschiedlichen Himmelfahrtsgeschichten beschrieben, die Anhänger eines Heilspredigers nach dessen Tod hatten. Wer wie Sie die Auferstehungs- und damit auch die Himmelfahrtsgeschichten ernst nimmt nicht einfach als sinnfreie Verherrlichungsmärchen vorstellt, der kann doch seine Studenten nicht weiter nur die Unterschiede bei der Beschreibung von Wahnsinn auswendig lernen lassen.

Ich erspare mir, die biblischen Texte, ihre Aussagen dazu aufzugreifen oder die genannten Predigten. Gerade Ihre Auferstehungsschilderungen machen mehr als deutlich, dass es um ein neues Verständnis des Wortes, damit der in antiken Natur-/Vernunftlehren erklärten schöpferischen Wirklichkeit und Weisheit als Christus gegangen sein kann, was im hellenistischen Judentum, der Herkunft der Texte, als Heil „Jesus“ gesehen wurde

Warum lehren Sie weiter einen Wahn, statt den Studenten zu erklären, wie in geschichtlicher Wirklichkeit ein aufgeklärter Verstand der alten Gottheiten und damit für das für Juden und Griechen geltende Heil „Jesus“ lebendig war. Wie keine esoterischen Geisterscheinungen von antiken Groupies waren, sondern wie gebildete Hellenisten, wie der Lukasverfasser, die schöpferische Wirklichkeit und Bestimmung, die den Propheten als Wort galt, nun genau dort und damit auch für Griechen gültig verstanden, wo wir heute von Ökologie oder Evolution sprechen? Oder halten Sie die geschichtliche, wie die naturwissenschaftlich beschriebene Wirklichkeit, die sich in den Geschichten ausdrückt, für Geisterscheinungen, mit der Sie meine Frage nach deren aufgeklärtem Verständnis abgetan haben?

Was ist so geisterhaft an einem konkreten historischen Geschehen, dass man die Auferstehung nicht als realen Prozess lehren und so den Weg frei machen kann, in Natur und heutigen in Ökologie begründeten Weisheits-/Vernunftlehren wieder das Wort, die schöpferischer Wirklichkeit und damit christlich eine tiefgreifende Kult(ur)bestimmung wahrzunehmen?

Was bringt es, wenn Ihre Studenten nur die Unterscheide der einzelnen von Ihnen hervorragend dargelegten Auferstehungsschilderungen auswendig lernen und dann weiter vom Wahn ausgehen müssen, den Anhänger eines Wanderpredigers oder ein in Halluzinationen gewandelter sektenverfolgender Pharisäer hatten? In keiner Silbe der von ihnen dargelegten Texte kann es um einen jungen Charismatiker gegangen sein, der aus den Augen der jungen Studentin glänzte, die meisterhaft die von Ihnen dargestellten Unterschiede der Auferstehungsschilderungen darstellte.

Wenn die Studentin einen jungen Mann vor Augen hat, ist sie nur ein „fußgeiles Groupie“,  wie Klaus Berger einst das Jesus-Buch Heiner Geißlers über einen Politrebellen beschimpfte, als er in der FAZ als Kommentator noch ernst genommen wurde. Doch ohne zu erklären, wie in der Maria (der Frau, dem menschliche Gestalt in Kultur ausdrückenden Wesen) aus dem Heidenland keine junge Frau beschrieben wurde, die ihrem Guru die Füße wusch oder gar salbte,  können Sie nicht ernster genommen werden als heute Berger. Als ich diesen in vielen Briefen bat, die antike Vernunftlehre als christliches Wesen zu bedenken, hat er mich auf die Bibel verwiesen. Doch wie ich jetzt bei Ihnen lerne, kommt der junge Mann, den Berger seinen Studenten noch als hoheitliches Heilswesen vergeblich vermitteln wollte und so nun nicht mehr ernst genommen wird, in den Texten über die Auferstehung oder Himmelfahrt mit keiner Silbe vor.

Wenn Sie nicht bereit sind, die schöpferische Wirklichkeit zu bedenken, die hier in ihrem aufgeklärten Neuverstand als Heil „Jesus“ beschrieben ist, können Sie sich daher auch Ihre Aussagen über Maria Magdalena und ihre mit einem Hochfest gefeierte Stellung in der katholischen Kirche an den Hut stecken. Ein antikes Groupie, von dem Dan Browns Film der Welt zeigt, wie sie in Frankreich mit ihrem Guru ein Kind gezeugt hat, mit einem Hochfest zu feiern, wenn das kein Wahnsinn ist?

Doch Sie wissen selbst, dass von diesem Wahnsinn der Hellenist, dessen in die Texte eingeflossene hohe wissenschaftliche, wie literarische Bildung Herr Lampe fast eine Stunde vorstellte, nicht schreibt.

3.     Apostelgeschichte: Beschreibung der Mission, die von einem neuen jüdischen Paradigma ausging

Wenn doch klar ist, wie es auch in der Apostelgeschichte des Lukasverfassers um eine Komposition von alten Himmelfahrtsgeschichten ging, in denen der Verstand des Wortes (schöpferischer Wirklichkeit) im realen theologischen Prozess der Zeit beschreiben wird. Warum lassen Sie Ihre Studenten im Glauben, ein Hellenist, der die Thora in aufgeklärt-allegorischer Weise verstand, hätte in seinen verschiedenen Himmelsfahrtsschilderungen Halluzinationen, damit einen Wahn beschrieben, den Anhänger eines Heilspredigers oder ein Sektenverfolger hatten, der sich jetzt Paulus nannte?

Wie Sie sagten, wusste der Verfasser um seine Bildsprache, hatte keine Probleme mit den verschiedenen Beschreibungen. Doch Sie können Ihre Stunden nicht allen Ernstes im Glauben lassen, der Hellenist hätte damit einen Handwerksburschen zum wahren Kyrios machen, gegen die in natürlicher Schöpfung begründete Bestimmung und Weisheit, die gebildeten Juden der wahre König und damit Gottessohn war, austauschen wollen.

Wenn die Apotheose gegen die von bezahlten Zeugen geschilderten Himmelfahrerzählungen alter Kaiser war, durch die sich ihre Nachfolger zum Gottessöhnen machten auch Moses, Henoch oder Elia nachgestellt wurden. Dann sagt das doch, dass es hier nicht um eine Geistergeschichte, einen Wahn ging, der von einem Wendepharisäer ihrem jungen Mann aufgesetzt oder völlig unabhängig davon entworfen wurde. Hier wurde der historisch nachvollziehbare neue Verstand des prophetischen Wortes beschrieben und die davon ausgehende Mission, die sich so auch die richtete, die in den Augen der Juden Heiden waren.

Wer dessen „Galiläer“ gelesen oder ihn von einem „jungen lebenslustigen Säufer“ sprechen hörte, den er dann sonntags doch als Gottessohn predigen würde, dem muss auch die vorgestellte Universitätspredigt von Gerd Theißen wie ein Wahn erscheinen. Wie kann man heute an der Universität im Namen Jesus über die Weltprobleme predigen, ohne dabei die schöpferische Wirklichkeit, das in Natur wahrgenommene Wort zu bedenken, wie es für hellenistische Juden das Heil „Jesus“ war? Das Problem ist nicht, dass so das Christentum zum reinen Wahn gemacht wird. Weit schlimmer ist, dass die in gegenwärtiger „schöpferischer Wirklichkeit“ begründete, aber bei einem jungen Guru so nicht zu verstehende Predigt, wie sie grün und rot, jetzt auch in der Kirche gehalten wird, nur heiße Luft bleibt!!!

„Männer von Israel hört diese Worte…“ Sie wissen doch selbst, welches Wort Juden galt. Wie es nicht Ihr Hirngespinst von einem jungen Mann oder das Geistesgebilde eines im Wahn gewandelten Sektenverfolgers war, der damals gegen die menschliche Kurzsicht, Sinnlosigkeit polemisierte und jetzt auch gegen den Geist des Geldes aussagen soll.

„Ihr habt getötet, aber….“ so die alten Kontrastformeln, die scheinbar ewige Gültigkeit haben. Denn die Schöpfung geht weiter, die schöpferische Wirklichkeit in Kulturgeschichte und Kosmos lässt sich nicht weiter verleugnen.  „Die Wehen“ des Todes sind gleichzeitig die der Geburt, des aufgeklärten Verstandes im Namen Josua, lat. Jesus.

Ersparen Sie mir, dass ich Sie mit Ihren eigenen Worten langweile. Doch Sie wissen, wie im neuen Paradigma hellenistischer Diasproa-Juden durch den aufgeklärten Verstand der hellenistischen Vegetationsgottheiten, wie der hebräischen oder in David, Moses… begründeten Wurzel die Einheit der kulturellen Vorstellungen gegeben, das Heil „Jesus“ gegenwärtig war.

Wie können Sie Ihre Studenten daher im Glauben lassen, ein vor Damaskus vom Pferd gefallener oder sonst gewandelter  Sektenverfolger hätte eine wahnsinnige Wende hingelegt und so die christliche Theologie begründet?

Wer das Christentum nicht in einem Wahn, sondern in schöpferischer Wirklichkeit begründet sieht, fragt auch bei der Echtheit von Paulus nicht nach einem Sektenverfolger, der nach wahnsinniger Wende gar eine völlig eigene Theologie entworfen haben soll. Wir wissen heute nicht nur, wie die Paulusliteratur erstmals von Marcionisten herausgegeben wurde, sondern aus frühen christlichen Erkenntnisbewegen heraus erwachsen ist, denen auch Christoph Markschies eine philosophische Begründung ihres Jesus Christus bestätigt. Hermann Detering, der in der erweiterten Neuauflage seines Buches „Der gefälschte Paulus“ die Wurzeln der Paulusbriefe nachzeichnet habe ich bereits vor Jahren darauf hingewiesen, dass „Echtheit“ und „Fälschung“ in anderer Weise zu betrachten wäre. Auch die nicht in den Kanon aufgenommen Briefe sind echt, wenn sie aus einem gewandelten jüdischen Paradigma heraus entstanden sind, wie wir es im hellenistischen Judentum kulturhistorische Wirklichkeit war und das sich in kreativer Wirklichkeit „Christus“ begründete.

Ihre Aufgabe wäre es deutlich zu machen, welchen Mehrwert Paulus gegenüber der philosophischen Predigt hatte, die Kaiserkult und Gottesmysterien treu blieb, statt die in natürlicher Schöpfung begründete Vernunft und Weisheit christlich selbst zum Kult, Gegenstand der Verehrung zu machen.

Wenn Sie eine Modellpredigt vorstellen, die sich an Heiden richtete, deren Gottesverständnis aufgriff und Einheit darstellte, dann können Sie doch nicht einfach ihren Verstand des liebgewordenen Bildes wegen an den Nagel hängen. Wie sonst, als im Geist des hellenistischen Judentums lässt sich die „Predigt des Kornelius“, „die Rede vor dem Areopag“ oder „Verteidigungsrede vor Agrippa und Festus“ erklären? Da ist es doch nicht um ihren jungen Mann, dessen Ansichten oder die diesem durch seinen Sektenverfolger aufgesetzte fiktive Wahnvorstellung gegangen, die dann zur Kirche wurde. Hier ist doch ganz eindeutig von einem in Kulturgeschichte zu beobachtenden kreativen Geschehen die Rede. Bei dem aufgeklärte Juden das Wort in der in Vernunftlehren (Logos) erklärten Natur verstanden, in der sich auch die Gottheiten der Griechen begründeten.

Die Antwort, ob die Apostelgeschichte die wörtliche Rede eines vom Wahn befallenen historischen Wendepharisäers wiedergibt, sind Sie schuldig geblieben. Doch indem Sie gesondert von einem „historischen Paulus“ sprachen, scheinen Sie dem Verfasser der Apostelgeschichte keinen Tonbandmitschnitt unterstellen zu wollen.

Letztlich wissen Sie auch, wie die christliche Mission nicht in einem Schnellsegelnden Überredungskünstler zu begründen ist, sondern die schöpferischer Wirklichkeit in Kulturgeschichte in vielfältiger Form, zahllosen Bewegungen, vielfältigen Christentümern lebendig war. Ihnen ist auch bekannt, wie die christliche Mission nicht von einem jungen Mann, sondern von denkenden Menschen ausging, die den Sinn ihres Seins in Vernunft/Natur erkannten und sich dabei auf Christus beriefen, der hellenistischen Juden als Josua, lat. Jesus galt.

Wie kommen Sie darauf, aus der Geschichte christlicher Mission eines hellenistischen Literaten, wie Sie ihn bei Lukas schildern, die Story eines Sektenverfolgers herleiten zu wollen, die sich nach einer Wahnvorstellung als Überredungskünstlers, egal ob für die Sekte oder einen eigene fiktive Theologie betätigte? Wo nehmen Sie Ihren historischen Wendepharisäer her, wenn doch klar ist, wie auch hier der hellenistisch gebildete Jude eine Missions-/ Theologiegeschichte beschreibt, die real geschehen, in einem neuen hellenistisch-jüdischen Paradigma zu begründen ist, in dem auch die Paulustexte entstanden?

Wieso weigern Sie sich auch nur einen Moment über eine  Entstehung des Christentums in einem Heilsgeschehen „Jesus“ in kultureller Wirklichkeit und eine Begründung in Natur-/Vernunftwirklichkeit (Logos als Wort) und somit „Christus“ nachzudenken und vermitteln ihren Studenten, damit auch künftigen Forschern Ihren jungen Mann, für den sie nicht ein einziges Argument mehr vorbringen können.

Warum verhindern Sie durch einen Wahn, die wissenschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit auch heute die Einheit der Weltbilder wieder Wirklichkeit, die Kulturen in schöpferischer Wirklichkeit (in evolutionärer Kulturgeschichte und ökologischem Kosmos) und so in gemeinsamer Kult(ur)bestimmung versöhnt werden, die in Ökologie begründete Weisheit zum wahren Kyrios werden könnte?

Wahnsinn oder Wirklichkeit

Es liegt an der heutigen Hochschullehre, ob sie das Christentum weiter als Wahn hinstellt oder sich in historischer Wirklichkeit begründet und die Voraussetzungen zur Versöhnung der Kulturen schafft. Nach der die allseits gepredigte ökologische Weisheit, ganzheitlich-gemeinsinnige Lebenswirklichkeit werden kann (bei Christen im Namen Jesus).

Von einem jungen Mann ausgehend muss in heutiger Lehre der historische Jesus auf einen Guru reduziert werden, den seine Groupies in einer Art Wahn als Gott verehren und dann in Geistergeschichten seine Auferstehung, gar Himmelfahrt oder so eine Christologie/Theologie beschrieben. Ähnlich muss davon ausgegangen werden, dass ein Sektenverfolger weitgehend unabhängig vom angeblich historischen Jesus in einer Art Wahn eine Wende hinlegte und dann eine eigene neue Christologie/Theologie entwarf. Wenn das kein Wahnsinn ist. Doch dieser Wahnsinn hat seinen Grund in einem Jesus-Verständnis jenseits kulturhistorischer und kosmischer Wirklichkeit.

Heute wird bei rein schriftbezogener Betrachtung die kreative Wirklichkeit der Zeitenwende ausgeblendet. Selbst wenn bekannt ist, wie im hellenistischen Judentum, aus dem die Texte hervorgingen, ein neuer prophetischer Bund und all das bewirkt wurde, was im Namen Jesus Christus in den Geschichten dieses Neuen Testamentes kulturgerecht bebildert ist, der Christologie/Theologie des Neuen Testamentes zugrunde liegt. Und wie dieses in natürlicher Wirklichkeit, Vernunftlehren (Logos als Christus) begründete Heil im Sinn Josua, lat. Jesus definiert wurde. Der schöpferische Prozess, durch den das hellenistischen Judentums die griechisch-römischen Gottheiten zur Verehrung der Vegetation, wie menschlich kreativer Wesensarten und die prophetische, ebenso in natürlicher Wirklichkeit begründete Thora/Wort/Weisheit in aufgeklärter Weise bedachte, in einer gemeinsamen Sinngebung/Bestimmung die Kulturen versöhnte wird ausgeblendet. Auch wie so die mittelplatonischen Sozialtheorien der Philosophen anstelle deren Gottesmysterien zur Kult(ur)bestimmung gemacht wurden, die auch Römern und Griechen, später den natur-barbarischen Kulturen des Westens galt, wird dann nicht bedacht. Damit wird das Christentum nicht in bekannter kreativer kultureller, wie kosmischer Wirklichkeit, sondern einem Wahn von Anhängern eines angeblichen Wanderpredigers sowie gegenseitiger Überredung begründet. Und damit wird ein erneutes aufgeklärtes Verständnis schöpferischer Wirklichkeit Bestimmung (Wort) in der Naturlehre (Logos) der Gegenwart verhindert, wodurch der Heilsprozess im Namen Jesus weiterzuführen wäre.

Selbst wenn in den Vorlesungen dargestellt wird, wie die biblischen Geschichten von einem Heilswesen, kosmischer Wirklichkeit, dem Wort in Person (damit kultureller Aufgabe, menschlicher Ausdrucksweise) handeln, wird wir bisher gelernt und weiter gelehrt, ein junger Mann als der historische Jesus aus diesen Geschichten abgeleitet.

Doch ein einfacher Mensch, der logischerweise all das nicht gewesen sein kann, was beschrieben ist, kommt im Licht heute gegebenen Wissen weder in der Theologiegeschichte vor, noch den Geschichten. Für den gibt es kein einziges Argument mehr. Trotzdem wird in heutiger Theologielehre getan, wie wenn es wissenschaftliche Tatsache wäre, dass ein heute völlig belanglos gewordener Handwerksbursche der historische Jesus war. Selbst die Kritiker setzten dann einen jungen Mann, auch wenn sie dabei auf Josua verweisen, nicht das in kultureller Wirklichkeit gegeben Heil „Jesus“ voraus.  Auch wenn sie dann alles abstreiten, die gesamten Geschichten nur aus alten hellenistischen und hebräischen Mythen abgeleitet sehen oder gar den historischen Jesus ganz und gar in Frage stellen. Die heutige Kritik unterstellt dann eine Manipulation der Masse, völlig fiktive Lehren oder wie der Berliner sich auf die Radikalkritiker berufende Theologe Hermann Detering ein Abkupfern indischer Philosophie. Die kulturgeschichtliche Heils-Wirklichkeit des hellenistischen Judentums, die das prophetisch-maßgebende Wort in kosmischer Wirklichkeit begründete, was bereits die Radikalkritik, für die die Zweit noch zu frühe war, in ersten Ansätzen bedachte, wird dabei von der Kritikern so wenig berücksichtigt, wie bei der heutigen theologischen Lehre.

Wenn daher in einem aufgeklärten Verständnis des historischen Jesus heute die für anfängliche Christen maßgebende schöpferischer Wirklichkeit und damit tiefgreifende Kult(ur)bestimmung wiederdort wahrgenommen werden könnte, wo alles Werden in Natur und Kultur auf natürliche Weise sowie maßgebend für menschliches Leben erklärt wird und die theologische Hochschullehre dies verhindert. Wenn so nicht die wissenschaftlichen Voraussetzungen geschaffen werden, um die Kulturen in Aufklärung zu versöhnen und die vielfach geforderte ökologische Weisheit, Weltvernunft, nachhaltig-soziale Lebensweise zur gemeinsamen Kult(ur)bestimmung zu machen.

Wie sonst als „Wahnsinn“ soll man das bezeichnen?

Wenn etwas gegen alle Vernunft, grenzenlos unvernünftig, unsinnig ist, wird von Wahnsinn gesprochen. Dieser ist keine bewusste Täuschung, sondern wird als eine Krankheit gesehen, bei der etwas ver-rückt ist. Und genau dieser Wahnsinn, der dann auch das Christentum als Wahn, als Halluzinationen erklären muss, die Anhänger eines heute auf ein Zwergenmaß geschrumpften angeblich historischen Handwerksburschen und der Verfolger dessen Sekte hatten, ist an der Hochschule in Heidelberg zu erleben. Auch wenn die hervorragenden, die Verfasser ernst nehmend erklärenden Vorlesungen mehr als deutlich machen, dass es völlig unmöglich um die Verherrlichung eines jungen Mannes ging, wird dieser Wahnsinn den Studenten heute als christlicher Glaube vermittelt.

Während die Geschichts- und Naturwissenschaftler nicht nur die kreative Wirklichkeit erklären und was im schöpferischen Sinne geboten (ökologisch sinnvoll) ist, sondern  damit auch den Sinn und Grund allen Seins (damit den Gott der Väter: JHWH) offenbaren. Ähnlich wie wir es vom hellenistischen Judentum wissen, das in diesem Verstand die Erfüllung des nun weltgültigen Väterkultes, damit das Heil, Josua, lat. Jesus gegeben sah.

Und dies alles, weil man sich aufgrund der liebegewonnen Vorstellungen von einem jungen Mann, für den es nicht ein einzigen wissenschaftliches Argument mehr gibt, der schöpferischen Wirklichkeit in Geschichte der Zeitenwende, wie dann auch im natürlichen Geschehen verweigert: Wahnsinn statt Wirklichkeit.