Gegen alle Vernunft - Wirklichkeit oder Wahnsinn?

Argumentation für eine Begründung des christlichen Kultes in kulturgeschichtlicher, wie kosmischer Vernunft-Wirklichkeit, die weit über die dann in diesem Kapitel folgenden Erkenntnisse aufgrund der Vorlesungen zur Christologie, Auferstehung oder den Jesusgeschichten hinausgeht.

Die Aufzählung macht deutlich, wie es heute nicht mehr historisch-wissenschaftlich, sondern gegen aller Vernunft, Wissensverweigerung ist, im historischen Jesus weiter einen egal wie gestrickten Wanderprediger zu unterstellen.

Das Wissen, das wir über die Kulturgeschichte und deren evolutionäre Entwicklung haben, macht den heute als historisch gelehrten jungen Mann  völlig unhaltbar. So wie dann heute in ernsthafter Auseinandersetzung die Evangelien gelehrt werden, der philosophische Hintergrund in antiker Hochzivilisation des hellenistischen Judentums bekannt ist, gibt es dafür nicht ein einziges historisch-wissenschaftliches Argument mehr.

 Wenn beispielsweise Jan Assmann in „Maat“  Naturprinzipien als Träger der ägyptischen Hochkultur, von Staatswesen, Gerechtigkeit und Ewigkeitsdenken nachweist, die dann auch in menschlichen Gottesgestalten verehrt und beschrieben wurden. Dann ist es Wahnsinn, hellenistischen Juden einen jungen Mann als neuen Kulturgrund unterstellen zu wollen und nicht nach der nun in Vernunft definierten natürlichen schöpferischen Wirklichkeit zu fragen. Wenn heute klar ist, wie allen verehrten Gottesgestalten eine vertikale, nicht von Menschen zu bestimmende kreative Wirklichkeit zugrunde liegt, die in menschlichen Geschichten beschrieben, so in Volkskult(ur) vermittelt wurde. Dann ist der junge Mann, der heute den Studenten vermittelt wird, so wissenschaftlich, wie bei Maat, Isis, Mithras & Co. herrlich gemacht junge Mädchen oder Männer vorauszusetzen.

Es liegt an der heutigen Hochschullehre, ob sie im buchstäblichen Verständnis eines jungen Mannes, für den sie keinerlei Argumente mehr hat, das Christentum als einen Wahn von Sektenanhängern oder in kultureller  Wirklichkeit erklärt. Die sich in einer nicht von Menschen bestimmten (vertikalen) Wirklichkeit begründete, die wir heute als Natur beschreiben, von Ökologie oder Evolution sprechen.

Denn es wäre vergebliche Gabe und Arbeit in immer neuen Werken zu beschreiben und ist gegen alle Vernunft, völlig unsinnig, nur zu wissen…

…Wie sich alle Kulturen, auch wenn vormals auf noch auf mythische Weise, in schöpferischer Wirklichkeit begründeten.

…Wie die Fruchtbarkeit verehrende Steinzeit, Indianer, Mayas, Kelten, Germanen, Religionen bzw. Kosmologiemodelle des Ostens, die von hellenistischen Juden ebenso bedacht wurden, wie die Hochkulturen des Orient, die in Natur und Himmelsordnung gründenden Ägypter, Babylonier oder Perser, den Grund ihres Kultes in kosmischer, dann natürlicher Wirklichkeit, wie kultureller Kreativität hatten.

…Wie es letztlich Aufgabe aller Kulturen, der Verehrung von vielfältigen Gottheiten wie Pharaonen, Könige, Kaiser war, die natürliche Vernunftwirklichkeit bzw. kosmische Ordnung (heute reden wir beispielsweise von Ökologie, erklären in Evolution) zur menschlichen Kultur zu machen.

…Wie gerade die Hebräer, deren Propheten von hellenistisch-aufgeklärten Juden im allegorischen Verstand als frühe Philosophen gesehen wurden, Himmelsbeobachter waren, Schöpfung in Schrift fassten, die Thora/Weisung in der Genesis als schöpferischem Wort/Wirklichkeit gründete.

…Wie im Judentum aus einem Opferkult für menschliche Gottheiten eine Lebensform wurde, damit ein Leben in Natur/Vernunft, entsprechend schöpferischer Wirklichkeit (Wort, das sich in umfassenden Gesetzeswerken ausdrücke) zum wahren Opfer wurde.

…Wie alle Geschwisterkulturen Christi, ob die weiter auf Zahlen- und Zeichenmystik setzende Kabbala oder die Gottesmysterien wie Isis, Mithras & Co. (die ebenso wie die philosophischen in Natur begründeten Lehre erfüllend in den christlichen Kult einflossen) ihren Grund in kreativer Wirklichkeit hatten.

…Wie auch bei den Römern, die die vielfältigen Vegetationsgottheiten in einer Vaterfigur, einem Pantokrator als Zeus zusammenfassten (ähnlich dem Christus Pantokrator der von modernen exegetischen Werken blickt), ein philosophisch begründeter Aufklärungsprozess in Richtung Monotheismus auf Basis einer Natur-Wirklichkeit war.

…Wie dann im hellenistischen Judentum der bisher nur für Beschnittene dem Gesetz nach geltende prophetische Bund auf die Beine weltgültiger Vernunftlehre gestellt wurde, in einer jetzt in Vernunftlehren (Logos) erklärten schöpferisch-natürlichen Wirklichkeit begründet wurde, was im Hellenismus als Christus galt. Was als der eine wahre Sohn eines unsagbaren Grundes/Sinnes allen Seins (JHWH) damit des Vätergottes gesehen wurde.

…Wie so die Befreiung von menschlichen Gottheiten, Orakelglaube, Mysterien, Opferkult war, weil der prophetisch-bildlose Bund nun auch für Römer und Griechen gültig, über die alte Nationalgesetzlichkeit der Thora und den Jerusalemer Tempelkult hinausgehend möglich war.

…Wie im hellenistischen Judentum nicht nur die Thora in aufgeklärter, allegorisch-bildhaften Weise verstanden, sondern auf religionsphilosophische Weise auch die alten Verkörperungen kreativer Wirklichkeit (der Vegetation, des Werdens oder menschlicher Wesenheiten), in Vernunft bedacht wurden.

…Wie auch der Königs- und Kaiserkult in kosmischer Wirklichkeit begründet war, die eigentliche Aufgabe der Herrscher war bzw. gewesen wäre, diese dann in Vernunft erklärte Wirklichkeit, kosmische Ordnung (frühe Ökologie) zum Staat zu machen.

…Wie der prophetische Kult, der im Hellenismus in weltgültigen Natur-Vernunftlehren (Logos) bedacht wurde, nicht von der Kulturbegründung in kosmischer Wirklichkeit, sondern den menschlichen Gottheiten und Opferkult befreite.

…Wie das Christentum aus einer Zeit erwuchs, deren schreibender Oberschicht (auf deren Texte wir uns berufen) die Vernunft heilig war, der Bildungsstand auch in Bezug auf frühchristliche Bewegungen im 2. Jahrhundert als so hoch beschrieben wird, wie niemals vorher und nachher. Und nicht nur die alten Glaubensvorstellungen in Frage gestellt wurden, sondern eine Vielzahl neuer Kultvorstellungen weltweit bedacht wurden und konkurrierten.

 ….Wie anfängliche Christen keine Sektenanhänger waren, sondern gebildete Menschen aus dem hellenistischen Judentum und Römer sowie Griechen, die Sinn und Ziel ihres Lebens erkannten, so ihre Stellung zum Gott genannten Grund/Sinn allen Seins und der Mitwelt in natürlicher schöpferischer Wirklichkeit begründeten und denkend verantworteten. Damit auch pagane Kultpraktiken nicht einfach negierten, alte Vorstellungen denkenden durchdrangen und überboten, so ihre Glaubensüberzeugungen durchdachten. 

…Wie die gesamten Vordenker der Kirche die philosophische Erkenntnis schätzen, sie als Vorstufe zum christlichen Kult sahen, aber in Erkenntnis, dass es kein Volk von gebildeten Philosophen gibt, für den neuen Volkskult den Weg einfacher Geschichten im Erbe der Vorbilder wählten.

…Wie es weder den mit ihren menschlichen Gottheiten hadernden Griechen und Römern, die sich dann dem Kaiserkult/Gottesmysterien verweigerten (Heidenchristen), noch aufgeklärten hellenistischen Juden (Judenchristen) in den Sinn gekommen wäre, einen jungen Mann als kosmische Wirklichkeit und maßgebend zu sehen, gar zu verherrlichen.

….Wie nicht nur die sogenannten Deuteropaulinen (Kolosser, Epheser), sondern die gesamten aus einen in kosmischer Weisheit/Christus gewandelten jüdischen Paradigma (Paulus) hervorgegangene christologisch-theologische Literatur, nicht nur Johannes, sondern auch die übrigen Jesus-/Theologiegeschichten von einem Heilswesen (dem im allegorisch-aufgeklärten Verstand, damit auferstandenen Josua, Jesus) handeln.

 …Wie daher von dieser kosmisch-kulturellen Wirklichkeit, die bisher für den Kult bestimmenden und  für das Verhalten als Wort maßgebenden war, sämtliche Jesusgeschichten handeln.

…Wie so ein einfacher junger Mann mit keiner Silbe vorkommt, es für den kein einziges historisch-wissenschaftliches Argument mehr gibt. Sondern sich die Theologie des Neuen Testamentes, alle Logien, Geschichten, Bedeutungsinhalte im Aufklärungsprozess bzw. Heil „Jesus“ insbesondere mit Blick auf das hellenistischen Judentum der Diaspora beschreiben lassen.

…Wie philosophische Wirklichkeiten in kulturgerechten Geschichten und Bildern zu vermitteln das kulturelle Handwerk der Antike war, so auch an die Vorgängerkulte angeknüpft, diese erfüllt wurden. Wie es in allen nach der Wende vom Mythos zum Logos entstandenen Kulturen als kreative Praxis zu beobachten ist.

…Wie der für hellenistische Juden maßgebende Kyrios, König, die Weisheit schöpferischer Wirklichkeit war, die jetzt in Natur-/Vernunftlehren erklärt wurde, der Kosmos/Naturwirklichkeit als das den Propheten gegeben Wort verstanden wurde.

…Wie so die in Natur (schöpferischer Vernunft-Wirklichkeit) begründete Weisheit im weltgültigen kollektiven Verstand als der erhoffte Menschensohn gesehen wurde, der eine Gottessohn, für Juden der wahre Gesalbte, Kaiser, Kyrios war.

…Wie der bildhafte Verstand der Thora, wie der hellenistischen Mythen und Gottheiten in antiker Aufklärung des hellenistischen Judentums eine Versöhnung der Kulturen im gemeinsamen philosophischen Verständnis ermöglichte.

…Wie dies über die traditionellen Göttermythen und Mysterien, denen die griechischen Philosophen treu blieben, im Frühchristentum zu gelebtem Gemeinsinn und sozialverhalten führte, wie es dem philosophischen, in Natur begründeten Ideal entsprach.

…Wie hellenistische Juden, die als Verfasser der biblischen Texte gelten, in der von ihnen bedachten kulturellen Synthese, bei der die alten Gottheiten auf die Beine der Vernunft gestellt wurden, hier die erhoffte Heilswirklichkeit „Josua“ sahen. Der in diesem Sinne auch für die Kirchenväter galt, daher seit Hieronymus lateinisch von Jesus gesprochen wurde.

…Wie sich auch die gesamten mittel- dann neuplatonischen Väter der Kirche, die der Christologie des hellenistischen Judentums folgten, wie sämtliche bekannten frühen kirchlichen Denker nicht nur vom Logos (Natur-/Vernunftlehre sprachen) sondern in schöpferischer Wirklichkeit  begründeten.

…Wie auch die nichtchristlichen Philosophen, die wie Plutarch einen Henotheismus (wie Propheten einen einzigen Sinn/Grund ohne dabei die Existenz der philosophisch bedachten Göttergestalten zur Vegetationsverehrung in Frage zu stellen).

…Wie der christliche „Volksglaube“ nicht darin bestand, an christologische Halluzinationen zu glauben, die Anhänger eines heilspredigenden Handwerksburschen hatten oder diesem aufgesetzt wurden, sondern die philosophisch bedachte Weisheit für wahr zu halten. Ähnlich wie wir, die wir als Laien nicht selbst entscheiden können, was ökologisch sinnvoll ist, sondern uns verlassen müssen.

…Wie die christologischen Väter der Kirche den Philosophenmantel keineswegs ablegten, sondern sich wie die platonischen Philosophen in Natur, damit kreativer Wirklichkeit, nicht in einen Wanderprediger oder Wahnvorstellungen seiner Anhänger begründeten. Aber im Gegensatz zu den griechischen Philosophen keine rein intellektuelle Reden hielten, gar bezahlte Unterhaltung, Wissenschaft für Bildungsbürger oder Eingeweihte, sondern die philosophische Weisheit als Christus zum Volkskult machten, in volksverständlichen, kulturgerechten Geschichten vermittelten. 

…Wie es nicht nur den frühen kirchlichen Denkern und bisher kosmosfrommen spätantiken Kaisern, sondern der gesamten jahrhundertelangen christologischen Diskussion (Grundlage des neuen Staatskultes) um die in Vernunft erklärte schöpferische Wirklichkeit (Logos) im Verhältnis zu den Gottheiten der Väter ging. Damit auch die kulturgerechte Ausdrucksweise und Vermittlung zur Diskussion stand.

…Wie es auch sämtlichen, untereiander oft im Streit stehenden bekannten frühchristlichen Bewegungen um eine schöpferische Vernunftwirklichkeit ging. Die auch den sich auf die Natur berufenden, weiter den alten Gottheiten hörigen griechischen Philosophen galt.

…Wie sich auf Jesus Christus berufende Weltreligionen entstanden, die sich nicht nur in der schöpferischen Vernunftwirklichkeit der Philosophen begründeten, sondern wie der Manichäismus damit auch die gesamten Weltreligionen integrierten. Wobei dort mit Blick auf das Wort, die Wahrnehmung natürlicher schöpferischer Wirklichkeit von „Hörern“ gesprochen wurde.

…Wie kulturelle Entwicklung funktioniert, beispielsweise auch die sich nach Missbrauch kirchlicher Philosophielehre auf die Schriften der Hellenisten berufende Reformation der Neuzeit aus dem Prozess der Zeit heraus, dem Werk unzähliger Vor- und Nachdenker, politischer und wirtschaftlicher Umstände entstanden ist.

…Wie auch die Entstehung des biblische-prophetischen Kultes nicht mehr in der Volksbefreiung, wundersam offenbarenden Geschehens durch einen Vielschreiber Namens Moses begründet wird, der beim Bergsteigen die wahre Weisung auf Tontafeln fand, sondern in einem Prozess von Aufklärung in den Hochkulturen Ägyptens und Persiens (dort auch Zarathustra-Philosophie) erklärt wird.

-Wie damit der den prophetischen Kult auf weltgültige Beine stellende Kulturwandel der Antike nicht in einem jungen Mann, sondern in der kulturellen Wirklichkeit und dem Wandel der Zeit erkläret werden muss. Der einen weit über das hellenistische Judentum hinausgehenden Prozess umfasst. Der aber dort zur Blüte gebracht wurde und sich heute nachvollziehen lässt.

…Wie nach weiterführender naturwissenschaftlicher Aufklärung, ähnlich wie in der antiken Aufklärung ein Wandel ansteht, der die alten Kulturen und ihrer Nationalschriften/-geschichten nicht aufgibt, sondern sich darauf berufend aufklärt.

…Wie im täglichen Leben der Wandel längst stattgefunden, die heute Ökologie oder Evolution genannte schöpferische Vernunftwirklichkeit die Bibel als maßgebend für menschliches Leben abgelöst hat. Auch von den Päpsten (Benedikt XVI. in schöpferischer Vernunft philosophisch das christliche Wesen, wie vor dem Bundestag von Ökologielehre sprechend das heutige Recht, Franziskus als Praktiker nicht allein in der Umweltenzyklika die rechte sozial-ökologische Lebensweise) wie von den protestantischen Pfarrern in der Kirche gepredigt wird.

Auch wenn christliche Buchstaben-Kreationisten noch immer auf die Wörtlichkeit der Bibel bestehen und so dem Verstand des Wortes (schöpfersicher Wirklichkeit) in natürlicher Welterklärung und Bestimmung im Wege stehen. Oder beispielsweise im Islam, der sich damals noch in lebendiger Vernunftwirklichkeit wähnte, verächtlich auf die Juden und Christen als vernunftverfälschende „Besitzer der Schrift“ herabschaute, jetzt aber nach einem mittelalterlichen Gottesstaat nach nationalfundamentalistischer Schrift  gerufen wird. Und auch sonst fatal-fundamentalistische Neoreligiosität nach Aufklärung ruft.

…Wie aber eine Kultur an die alten Vorstellungen anknüpfen muss und auch weiter auf Bildsprache angewiesen ist, die in Kultur kreativ sinnvoll und ebenso notwendig ist, wie Botschaften emotional, damit das Verhalten bestimmend ansprechend in bekannten Gesichtern und Geschichten zu vermitteln. 

…Wie auch die Wanderprediger, jüdische Weisheitslehrer oder gar Kyniker, in deren Gestalt die hellenistische Juden das lebendige Wort (die schöpferische Wirklichkeit) im Erbe der so erfüllenden Vorbilder ausdrückten, zur Welt brachten, ihre Lehren in Natur gründeten.

Dann jedoch im 3. Jahrtausend an der Hochschule in Heidelberg die Studenten im Glauben zu lassen, es als einzige wissenschaftliche Tatsache hinzustellen und ein aufgeklärtes bildhaftes Verständnis als private Spielereien („auch eine Möglichkeit“) abzutun:

-Der historische Jesus wäre ein egal wie gestrickter junger Mann, für Christoph Markschies besonders bibelschlauer Handwerksbursche, für Gerd Theißen ein Kyniker, damit ein harmloser Galiläer gewesen, den man zum Christus machte.

-Hellenistisch-philosophische Juden (die wie beschrieben das Heil „Jesus“ aufklärerisch bewirkten) hätten diesen handauflegenden Heilsprediger, den seine Anhänger in Wahnvorstellungen als Heiland auferstanden sahen, dann auch noch als kosmische Wirklichkeit beschrieben.

-Während bei den sich nach den Kirchenvätern „zu Unrecht auf Erkenntnis“ berufende frühchristliche Bewegungen oder konkurrierenden Christentümern, wie dem Manichäismus, eine philosophische Natur-/Vernunftwirklichkeit beschrieben wird. Den neuplatonischen Vordenkern der Kirche und damit gegen besseres Wissen auch den kanonischen Texten muss ein junger Mann unterstellt werden, damit die Heilsprediger-Hypothese haltbar ist. Was man eigentlich nur machen kann, wenn man völlig die Augen verschließt, tut, wie wenn wir die Schriften der Kirchenväter und frühen Lehrer nicht kennen würden, nicht wüsste, dass sämtliche frühkirchlichen Denker, auch die Herausgeber des Kanons, die gleiche denkerische Grundlage hatten, wie die in Natur begründenden griechischen Philosophen.

-Beim blindwütig vorausgesetzten jungen Mann muss davon ausgegangen werden, dass die Apologeten, Verfasser aller Texte und Väter der Kirche, die bekanntlich der philosophischen Lehre des mittelplatonischen Judentums, maßgeblich Alexandriens oder Antiochiens folgten, einem Handwerksburschen nicht nur einen Heiligenschein verliehen hätten. Vielmehr muss dann unterstellt werden, dass der gegen alle Vernunft weiter vorausgesetzte Landstreicher (der das alles nicht war und wollte) als philosophische Herrlichkeit dargestellt, als Logos (damit Natur-/Vernunftlehre) ausgegeben worden wäre, um ihn hellenistischer Bildung schmackhaft zu machen.

Wie sonst als Wahnsinn soll man das bezeichnen?

Nach Missbrauch und Verfall kirchlicher Lehre war bis zur Aufklärung der Christus der Schrift nach die schöpferische Wirklichkeit und somit maßgebend für die Kultur. Doch wenn heute bei einem buchstäblichen Handwerksburschen als historischer Jesus nur ein völlig harmloser junger Mann an den Anfang gestellt werden muss, ist es ver-rückt, die Gaben aufgeklärten Wissens nicht zu nutzten. Nicht darüber nachdenken zu wollen, wie es beim historischen Jesus Christus bzw. dem Grund christlichen Kultes um die heute nur in anderen Begriffen, als Ökologie oder Evolution erklärte schöpferische Wirklichkeit und daraus abgeleitete vielfach gepredigte Weisheit ging, die volksverständlich, kulturgerecht zur Welt gebracht werden musste.

Und wenn verhindert wird, nicht nur das Christentum auf die Beine der Vernunft zu stellen, sondern die Kulturen zu versöhnen. Wenn so gleichzeitig verhindert wird, die wissenschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen, die allseits geforderte, in Ökologie begründete Weisheit oder Gemeinsinnigkeit, Weltvernunft, ganzheitlich-nachhaltige Lebensweise, zur tiefgreifenden gemeinsamen Kult(ur)bestimmung im Namen  der verschiedenen weiterhin gültigen Gründergestalten zu machen. Die dann von mündigen, verant-wort-lichen Menschen in Begeisterung für alle Natur, die schöpferische Wirklichkeit gehalten wird. Dann ist dies eine Versündigung an der in Vernunft erklärten kreativen Wirklichkeit (Wort Gottes), den kulturellen Gaben der Aufklärung und ein unbeschreibliches Verbrechen an der Menschheit.