Gegen alle Vernunft - Wirklichkeit oder Wahnsinn?

Argumentation für eine Begründung des christlichen Kultes in kulturgeschichtlicher, wie kosmischer Vernunft-Wirklichkeit, die weit über die dann in diesem Kapitel folgenden Erkenntnisse aufgrund der Vorlesungen zur Christologie, Auferstehung oder den Jesusgeschichten hinausgeht.

Die Aufzählung macht deutlich, wie es heute nicht mehr historisch-wissenschaftlich, sondern gegen aller Vernunft, Wissensverweigerung ist, im historischen Jesus weiter einen egal wie gestrickten Wanderprediger zu unterstellen.

Das Wissen, das wir über die Kulturgeschichte und deren evolutionäre Entwicklung haben, macht den heute als historisch gelehrten jungen Mann  völlig unhaltbar. So wie dann heute in ernsthafter Auseinandersetzung die Evangelien gelehrt werden, der philosophische Hintergrund in antiker Hochzivilisation des hellenistischen Judentums bekannt ist, gibt es dafür nicht ein einziges historisch-wissenschaftliches Argument mehr.

 Wenn beispielsweise Jan Assmann in „Maat“  Naturprinzipien als Träger der ägyptischen Hochkultur, von Staatswesen, Gerechtigkeit und Ewigkeitsdenken nachweist, die dann auch in menschlichen Gottesgestalten verehrt und beschrieben wurden. Dann ist es Wahnsinn, hellenistischen Juden einen jungen Mann als neuen Kulturgrund unterstellen zu wollen und nicht nach der nun in Vernunft definierten natürlichen schöpferischen Wirklichkeit zu fragen. Wenn heute klar ist, wie allen verehrten Gottesgestalten eine vertikale, nicht von Menschen zu bestimmende kreative Wirklichkeit zugrunde liegt, die in menschlichen Geschichten beschrieben, so in Volkskult(ur) vermittelt wurde. Dann ist der junge Mann, der heute den Studenten vermittelt wird, so wissenschaftlich, wie bei Maat, Isis, Mithras & Co. herrlich gemacht junge Mädchen oder Männer vorauszusetzen.

Es liegt an der heutigen Hochschullehre, ob sie im buchstäblichen Verständnis eines jungen Mannes, für den sie keinerlei Argumente mehr hat, das Christentum als einen Wahn von Sektenanhängern oder in kultureller  Wirklichkeit erklärt. Die sich in einer nicht von Menschen bestimmten (vertikalen) Wirklichkeit begründete, die wir heute als Natur beschreiben, von Ökologie oder Evolution sprechen.

Denn es wäre vergebliche Gabe und Arbeit in immer neuen Werken zu beschreiben und ist gegen alle Vernunft, völlig unsinnig, nur zu wissen…

…Wie sich alle Kulturen, auch wenn vormals auf noch auf mythische Weise, in schöpferischer Wirklichkeit begründeten.

…Wie die Fruchtbarkeit verehrende Steinzeit, Indianer, Mayas, Kelten, Germanen, Religionen bzw. Kosmologiemodelle des Ostens, die von hellenistischen Juden ebenso bedacht wurden, wie die Hochkulturen des Orient, die in Natur und Himmelsordnung gründenden Ägypter, Babylonier oder Perser, den Grund ihres Kultes in kosmischer, dann natürlicher Wirklichkeit, wie kultureller Kreativität hatten.

…Wie es letztlich Aufgabe aller Kulturen, der Verehrung von vielfältigen Gottheiten wie Pharaonen, Könige, Kaiser war, die natürliche Vernunftwirklichkeit bzw. kosmische Ordnung (heute reden wir beispielsweise von Ökologie, erklären in Evolution) zur menschlichen Kultur zu machen.

…Wie gerade die Hebräer, deren Propheten von hellenistisch-aufgeklärten Juden im allegorischen Verstand als frühe Philosophen gesehen wurden, Himmelsbeobachter waren, Schöpfung in Schrift fassten, die Thora/Weisung in der Genesis als schöpferischem Wort/Wirklichkeit gründete.

…Wie im Judentum aus einem Opferkult für menschliche Gottheiten eine Lebensform wurde, damit ein Leben in Natur/Vernunft, entsprechend schöpferischer Wirklichkeit (Wort, das sich in umfassenden Gesetzeswerken ausdrücke) zum wahren Opfer wurde.

…Wie alle Geschwisterkulturen Christi, ob die weiter auf Zahlen- und Zeichenmystik setzende Kabbala oder die Gottesmysterien wie Isis, Mithras & Co. (die ebenso wie die philosophischen in Natur begründeten Lehre erfüllend in den christlichen Kult einflossen) ihren Grund in kreativer Wirklichkeit hatten.

…Wie auch bei den Römern, die die vielfältigen Vegetationsgottheiten in einer Vaterfigur, einem Pantokrator als Zeus zusammenfassten (ähnlich dem Christus Pantokrator der von modernen exegetischen Werken blickt), ein philosophisch begründeter Aufklärungsprozess in Richtung Monotheismus auf Basis einer Natur-Wirklichkeit war.

…Wie dann im hellenistischen Judentum der bisher nur für Beschnittene dem Gesetz nach geltende prophetische Bund auf die Beine weltgültiger Vernunftlehre gestellt wurde, in einer jetzt in Vernunftlehren (Logos) erklärten schöpferisch-natürlichen Wirklichkeit begründet wurde, was im Hellenismus als Christus galt. Was als der eine wahre Sohn eines unsagbaren Grundes/Sinnes allen Seins (JHWH) damit des Vätergottes gesehen wurde.

…Wie so die Befreiung von menschlichen Gottheiten, Orakelglaube, Mysterien, Opferkult war, weil der prophetisch-bildlose Bund nun auch für Römer und Griechen gültig, über die alte Nationalgesetzlichkeit der Thora und den Jerusalemer Tempelkult hinausgehend möglich war.

…Wie im hellenistischen Judentum nicht nur die Thora in aufgeklärter, allegorisch-bildhaften Weise verstanden, sondern auf religionsphilosophische Weise auch die alten Verkörperungen kreativer Wirklichkeit (der Vegetation, des Werdens oder menschlicher Wesenheiten), in Vernunft bedacht wurden.

…Wie auch der Königs- und Kaiserkult in kosmischer Wirklichkeit begründet war, die eigentliche Aufgabe der Herrscher war bzw. gewesen wäre, diese dann in Vernunft erklärte Wirklichkeit, kosmische Ordnung (frühe Ökologie) zum Staat zu machen.

…Wie der prophetische Kult, der im Hellenismus in weltgültigen Natur-Vernunftlehren (Logos) bedacht wurde, nicht von der Kulturbegründung in kosmischer Wirklichkeit, sondern den menschlichen Gottheiten und Opferkult befreite.

…Wie das Christentum aus einer Zeit erwuchs, deren schreibender Oberschicht (auf deren Texte wir uns berufen) die Vernunft heilig war, der Bildungsstand auch in Bezug auf frühchristliche Bewegungen im 2. Jahrhundert als so hoch beschrieben wird, wie niemals vorher und nachher. Und nicht nur die alten Glaubensvorstellungen in Frage gestellt wurden, sondern eine Vielzahl neuer Kultvorstellungen weltweit bedacht wurden und konkurrierten.

 ….Wie anfängliche Christen keine Sektenanhänger waren, sondern gebildete Menschen aus dem hellenistischen Judentum und Römer sowie Griechen, die Sinn und Ziel ihres Lebens erkannten, so ihre Stellung zum Gott genannten Grund/Sinn allen Seins und der Mitwelt in natürlicher schöpferischer Wirklichkeit begründeten und denkend verantworteten. Damit auch pagane Kultpraktiken nicht einfach negierten, alte Vorstellungen denkenden durchdrangen und überboten, so ihre Glaubensüberzeugungen durchdachten. 

…Wie die gesamten Vordenker der Kirche die philosophische Erkenntnis schätzen, sie als Vorstufe zum christlichen Kult sahen, aber in Erkenntnis, dass es kein Volk von gebildeten Philosophen gibt, für den neuen Volkskult den Weg einfacher Geschichten im Erbe der Vorbilder wählten.

…Wie es weder den mit ihren menschlichen Gottheiten hadernden Griechen und Römern, die sich dann dem Kaiserkult/Gottesmysterien verweigerten (Heidenchristen), noch aufgeklärten hellenistischen Juden (Judenchristen) in den Sinn gekommen wäre, einen jungen Mann als kosmische Wirklichkeit und maßgebend zu sehen, gar zu verherrlichen.

….Wie nicht nur die sogenannten Deuteropaulinen (Kolosser, Epheser), sondern die gesamten aus einen in kosmischer Weisheit/Christus gewandelten jüdischen Paradigma (Paulus) hervorgegangene christologisch-theologische Literatur, nicht nur Johannes, sondern auch die übrigen Jesus-/Theologiegeschichten von einem Heilswesen (dem im allegorisch-aufgeklärten Verstand, damit auferstandenen Josua, Jesus) handeln.

 …Wie daher von dieser kosmisch-kulturellen Wirklichkeit, die bisher für den Kult bestimmenden und  für das Verhalten als Wort maßgebenden war, sämtliche Jesusgeschichten handeln.

…Wie so ein einfacher junger Mann mit keiner Silbe vorkommt, es für den kein einziges historisch-wissenschaftliches Argument mehr gibt. Sondern sich die Theologie des Neuen Testamentes, alle Logien, Geschichten, Bedeutungsinhalte im Aufklärungsprozess bzw. Heil „Jesus“ insbesondere mit Blick auf das hellenistischen Judentum der Diaspora beschreiben lassen.

…Wie philosophische Wirklichkeiten in kulturgerechten Geschichten und Bildern zu vermitteln das kulturelle Handwerk der Antike war, so auch an die Vorgängerkulte angeknüpft, diese erfüllt wurden. Wie es in allen nach der Wende vom Mythos zum Logos entstandenen Kulturen als kreative Praxis zu beobachten ist.

…Wie der für hellenistische Juden maßgebende Kyrios, König, die Weisheit schöpferischer Wirklichkeit war, die jetzt in Natur-/Vernunftlehren erklärt wurde, der Kosmos/Naturwirklichkeit als das den Propheten gegeben Wort verstanden wurde.

…Wie so die in Natur (schöpferischer Vernunft-Wirklichkeit) begründete Weisheit im weltgültigen kollektiven Verstand als der erhoffte Menschensohn gesehen wurde, der eine Gottessohn, für Juden der wahre Gesalbte, Kaiser, Kyrios war.

…Wie der bildhafte Verstand der Thora, wie der hellenistischen Mythen und Gottheiten in antiker Aufklärung des hellenistischen Judentums eine Versöhnung der Kulturen im gemeinsamen philosophischen Verständnis ermöglichte.

…Wie dies über die traditionellen Göttermythen und Mysterien, denen die griechischen Philosophen treu blieben, im Frühchristentum zu gelebtem Gemeinsinn und sozialverhalten führte, wie es dem philosophischen, in Natur begründeten Ideal entsprach.

…Wie hellenistische Juden, die als Verfasser der biblischen Texte gelten, in der von ihnen bedachten kulturellen Synthese, bei der die alten Gottheiten auf die Beine der Vernunft gestellt wurden, hier die erhoffte Heilswirklichkeit „Josua“ sahen. Der in diesem Sinne auch für die Kirchenväter galt, daher seit Hieronymus lateinisch von Jesus gesprochen wurde.

…Wie sich auch die gesamten mittel- dann neuplatonischen Väter der Kirche, die der Christologie des hellenistischen Judentums folgten, wie sämtliche bekannten frühen kirchlichen Denker nicht nur vom Logos (Natur-/Vernunftlehre sprachen) sondern in schöpferischer Wirklichkeit  begründeten.

…Wie auch die nichtchristlichen Philosophen, die wie Plutarch einen Henotheismus (wie Propheten einen einzigen Sinn/Grund ohne dabei die Existenz der philosophisch bedachten Göttergestalten zur Vegetationsverehrung in Frage zu stellen).

…Wie der christliche „Volksglaube“ nicht darin bestand, an christologische Halluzinationen zu glauben, die Anhänger eines heilspredigenden Handwerksburschen hatten oder diesem aufgesetzt wurden, sondern die philosophisch bedachte Weisheit für wahr zu halten. Ähnlich wie wir, die wir als Laien nicht selbst entscheiden können, was ökologisch sinnvoll ist, sondern uns verlassen müssen.

…Wie die christologischen Väter der Kirche den Philosophenmantel keineswegs ablegten, sondern sich wie die platonischen Philosophen in Natur, damit kreativer Wirklichkeit, nicht in einen Wanderprediger oder Wahnvorstellungen seiner Anhänger begründeten. Aber im Gegensatz zu den griechischen Philosophen keine rein intellektuelle Reden hielten, gar bezahlte Unterhaltung, Wissenschaft für Bildungsbürger oder Eingeweihte, sondern die philosophische Weisheit als Christus zum Volkskult machten, in volksverständlichen, kulturgerechten Geschichten vermittelten. 

…Wie es nicht nur den frühen kirchlichen Denkern und bisher kosmosfrommen spätantiken Kaisern, sondern der gesamten jahrhundertelangen christologischen Diskussion (Grundlage des neuen Staatskultes) um die in Vernunft erklärte schöpferische Wirklichkeit (Logos) im Verhältnis zu den Gottheiten der Väter ging. Damit auch die kulturgerechte Ausdrucksweise und Vermittlung zur Diskussion stand.

…Wie es auch sämtlichen, untereiander oft im Streit stehenden bekannten frühchristlichen Bewegungen um eine schöpferische Vernunftwirklichkeit ging. Die auch den sich auf die Natur berufenden, weiter den alten Gottheiten hörigen griechischen Philosophen galt.

…Wie sich auf Jesus Christus berufende Weltreligionen entstanden, die sich nicht nur in der schöpferischen Vernunftwirklichkeit der Philosophen begründeten, sondern wie der Manichäismus damit auch die gesamten Weltreligionen integrierten. Wobei dort mit Blick auf das Wort, die Wahrnehmung natürlicher schöpferischer Wirklichkeit von „Hörern“ gesprochen wurde.

…Wie kulturelle Entwicklung funktioniert, beispielsweise auch die sich nach Missbrauch kirchlicher Philosophielehre auf die Schriften der Hellenisten berufende Reformation der Neuzeit aus dem Prozess der Zeit heraus, dem Werk unzähliger Vor- und Nachdenker, politischer und wirtschaftlicher Umstände entstanden ist.

…Wie auch die Entstehung des biblische-prophetischen Kultes nicht mehr in der Volksbefreiung, wundersam offenbarenden Geschehens durch einen Vielschreiber Namens Moses begründet wird, der beim Bergsteigen die wahre Weisung auf Tontafeln fand, sondern in einem Prozess von Aufklärung in den Hochkulturen Ägyptens und Persiens (dort auch Zarathustra-Philosophie) erklärt wird.

-Wie damit der den prophetischen Kult auf weltgültige Beine stellende Kulturwandel der Antike nicht in einem jungen Mann, sondern in der kulturellen Wirklichkeit und dem Wandel der Zeit erkläret werden muss. Der einen weit über das hellenistische Judentum hinausgehenden Prozess umfasst. Der aber dort zur Blüte gebracht wurde und sich heute nachvollziehen lässt.

…Wie nach weiterführender naturwissenschaftlicher Aufklärung, ähnlich wie in der antiken Aufklärung ein Wandel ansteht, der die alten Kulturen und ihrer Nationalschriften/-geschichten nicht aufgibt, sondern sich darauf berufend aufklärt.

…Wie im täglichen Leben der Wandel längst stattgefunden, die heute Ökologie oder Evolution genannte schöpferische Vernunftwirklichkeit die Bibel als maßgebend für menschliches Leben abgelöst hat. Auch von den Päpsten (Benedikt XVI. in schöpferischer Vernunft philosophisch das christliche Wesen, wie vor dem Bundestag von Ökologielehre sprechend das heutige Recht, Franziskus als Praktiker nicht allein in der Umweltenzyklika die rechte sozial-ökologische Lebensweise) wie von den protestantischen Pfarrern in der Kirche gepredigt wird.

Auch wenn christliche Buchstaben-Kreationisten noch immer auf die Wörtlichkeit der Bibel bestehen und so dem Verstand des Wortes (schöpfersicher Wirklichkeit) in natürlicher Welterklärung und Bestimmung im Wege stehen. Oder beispielsweise im Islam, der sich damals noch in lebendiger Vernunftwirklichkeit wähnte, verächtlich auf die Juden und Christen als vernunftverfälschende „Besitzer der Schrift“ herabschaute, jetzt aber nach einem mittelalterlichen Gottesstaat nach nationalfundamentalistischer Schrift  gerufen wird. Und auch sonst fatal-fundamentalistische Neoreligiosität nach Aufklärung ruft.

…Wie aber eine Kultur an die alten Vorstellungen anknüpfen muss und auch weiter auf Bildsprache angewiesen ist, die in Kultur kreativ sinnvoll und ebenso notwendig ist, wie Botschaften emotional, damit das Verhalten bestimmend ansprechend in bekannten Gesichtern und Geschichten zu vermitteln. 

…Wie auch die Wanderprediger, jüdische Weisheitslehrer oder gar Kyniker, in deren Gestalt die hellenistische Juden das lebendige Wort (die schöpferische Wirklichkeit) im Erbe der so erfüllenden Vorbilder ausdrückten, zur Welt brachten, ihre Lehren in Natur gründeten.

Dann jedoch im 3. Jahrtausend an der Hochschule in Heidelberg die Studenten im Glauben zu lassen, es als einzige wissenschaftliche Tatsache hinzustellen und ein aufgeklärtes bildhaftes Verständnis als private Spielereien („auch eine Möglichkeit“) abzutun:

-Der historische Jesus wäre ein egal wie gestrickter junger Mann, für Christoph Markschies besonders bibelschlauer Handwerksbursche, für Gerd Theißen ein Kyniker, damit ein harmloser Galiläer gewesen, den man zum Christus machte.

-Hellenistisch-philosophische Juden (die wie beschrieben das Heil „Jesus“ aufklärerisch bewirkten) hätten diesen handauflegenden Heilsprediger, den seine Anhänger in Wahnvorstellungen als Heiland auferstanden sahen, dann auch noch als kosmische Wirklichkeit beschrieben.

-Während bei den sich nach den Kirchenvätern „zu Unrecht auf Erkenntnis“ berufende frühchristliche Bewegungen oder konkurrierenden Christentümern, wie dem Manichäismus, eine philosophische Natur-/Vernunftwirklichkeit beschrieben wird. Den neuplatonischen Vordenkern der Kirche und damit gegen besseres Wissen auch den kanonischen Texten muss ein junger Mann unterstellt werden, damit die Heilsprediger-Hypothese haltbar ist. Was man eigentlich nur machen kann, wenn man völlig die Augen verschließt, tut, wie wenn wir die Schriften der Kirchenväter und frühen Lehrer nicht kennen würden, nicht wüsste, dass sämtliche frühkirchlichen Denker, auch die Herausgeber des Kanons, die gleiche denkerische Grundlage hatten, wie die in Natur begründenden griechischen Philosophen.

-Beim blindwütig vorausgesetzten jungen Mann muss davon ausgegangen werden, dass die Apologeten, Verfasser aller Texte und Väter der Kirche, die bekanntlich der philosophischen Lehre des mittelplatonischen Judentums, maßgeblich Alexandriens oder Antiochiens folgten, einem Handwerksburschen nicht nur einen Heiligenschein verliehen hätten. Vielmehr muss dann unterstellt werden, dass der gegen alle Vernunft weiter vorausgesetzte Landstreicher (der das alles nicht war und wollte) als philosophische Herrlichkeit dargestellt, als Logos (damit Natur-/Vernunftlehre) ausgegeben worden wäre, um ihn hellenistischer Bildung schmackhaft zu machen.

Wie sonst als Wahnsinn soll man das bezeichnen?

Nach Missbrauch und Verfall kirchlicher Lehre war bis zur Aufklärung der Christus der Schrift nach die schöpferische Wirklichkeit und somit maßgebend für die Kultur. Doch wenn heute bei einem buchstäblichen Handwerksburschen als historischer Jesus nur ein völlig harmloser junger Mann an den Anfang gestellt werden muss, ist es ver-rückt, die Gaben aufgeklärten Wissens nicht zu nutzten. Nicht darüber nachdenken zu wollen, wie es beim historischen Jesus Christus bzw. dem Grund christlichen Kultes um die heute nur in anderen Begriffen, als Ökologie oder Evolution erklärte schöpferische Wirklichkeit und daraus abgeleitete vielfach gepredigte Weisheit ging, die volksverständlich, kulturgerecht zur Welt gebracht werden musste.

Und wenn verhindert wird, nicht nur das Christentum auf die Beine der Vernunft zu stellen, sondern die Kulturen zu versöhnen. Wenn so gleichzeitig verhindert wird, die wissenschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen, die allseits geforderte, in Ökologie begründete Weisheit oder Gemeinsinnigkeit, Weltvernunft, ganzheitlich-nachhaltige Lebensweise, zur tiefgreifenden gemeinsamen Kult(ur)bestimmung im Namen  der verschiedenen weiterhin gültigen Gründergestalten zu machen. Die dann von mündigen, verant-wort-lichen Menschen in Begeisterung für alle Natur, die schöpferische Wirklichkeit gehalten wird. Dann ist dies eine Versündigung an der in Vernunft erklärten kreativen Wirklichkeit (Wort Gottes), den kulturellen Gaben der Aufklärung und ein unbeschreibliches Verbrechen an der Menschheit.

Überlegungen, die sich bereits nach der ersten Vorlesung "Auferstehung" und anschließender "Christologie" ergaben:

Auferstehung Jesus Christi: Aufgeklärter Verstand natürlich-kreativer Bestimmung/Sinngebung im Sinne JHWH

Man braucht nicht zu wissen, dass das Christentum aus dem Wandel vom Mythos zum Logos, dem antiken Aufklärungsprozess der Zeitenwende  hervorging, kein junger Mann, sondern der Logos das Thema christlicher Denker und Theologie war. Oder wie der Heilsprozess „Jesus“, der dann biblisch im Erbe der Vorbilder erzählt ist, dort historisch beschrieben wird, wie in natürlicher Erkenntnis/Vernunft allen Werdens (Logos) die von einem unsagbaren Grund/Sinn allen Seins ausgehende Bestimmung (Wort) verstanden wurde, die bereits den Propheten galt.

Allein die Vorlesung über „Auferstehung Jesus Christus“ müsste jeden klar denkenden Menschen fragen lassen: Wie kommen wir bei dem, was wir heute über die antiken Vorstellungen und die theologisch-biblische Beschreibung und Bedeutung von Auferstehung wissen, auf die völlig absurde Idee, über die egal wie gewesene oder in Visionen zustande gekommene Wiederweckung eines jungen Sektenführers nachdenken zu wollen? Denn ein zufälligerweise Jesus genannter junger Mann kann nicht der neue, jetzt weltgültige Exodus gewesen sein soll, wie er sich aus einem umfassenden Heils-/Erneuerungsprozesse in antiker Wissenschaft/Erkenntnis ergab und so die historische Wirklichkeit des biblisch berichteten Auferstanden war?

Die Deutung des biblisch in Formeln und Geschichten geschilderten Auferstehungsgeschehens im Sinne bzw. als Erneuerung, Verbreiterung „Israel“, verweist eindeutig auf den Heils-/Auferstehungsprozess, der im hellenistischen Judentum lebendige Wirklichkeit im Namen Josua, lat. Jesus war. Mit aufgemischten alten Mythen der Glaubenskritik oder einem in Visionen, psychologisch erklärten Halluzinationen in Trauerbewältigung als herrlich gesehenen Handwerksburschen, wie es heute als historisch gelehrt wird, ist da nichts zu machen.

Doch wie genau diese Vorstellung eines als historisch geltenden jungen Mannes, für die die Zeit „Gott sein Dank“ abgelaufen ist, zum absoluten Bankrott der christlichen Glaubens führt, wurde in der anschließenden Vorlesung über die „Christologie“ mehr als deutlich gemacht. Wo es um Christus als Bild und damit die Hermeneutik und Grundprobleme der Christologie ging, wurden in der Vorlesung über die Christologie völlig leere Schaufensterbilder und dann ein moderner Bilderzyklus über den Kreuzweg an die Wand geworfen. Auf den 14 Bildern mit wenigen Strichten, teilweise auch ganz weiß oder schwarz, war zwar weniger als nichts zu sehen, wurden aber schöne Geschichten biblisch erzählt. Ganz wie in der heutigen Kirche.

Doch das von Karl Barth beklagte muffige Trübsal, das durch Karfreitag ins Christentum hineingetragen wird und wie bei Paulus beklagt, zur vergeblichen Predigt führt, kann beendet werden durch Ostern: Allein der aufgeklärte Verstand der historischen Auferstehung, wie sie die Vorlesung deutlich machte, weist dazu den Weg.

1.       Religionsgeschichtliche Fragen

1.1.    Die pagane Seite

Die Beschäftigung mit den paganen Seiten von Auferstehung zeigt, dass es in der Vorgeschichte und den Vorgeschichten nie um die Wiederweckung eines Einzeltäters ging, wie er heute als historisch unterstellt wird, sondern ein Erneuerungsprozess, wie er sich im Kosmos zeigt, auch in Kultur gesehen wurde. Genau das, was im hellenistischen Judentum mit Blick auf den kreativen Wandel in aller Natur bewirkt wurde.

Ob im Zoroasthrismus oder bei den Mysterienreligionen, wo dann die zyklische Wiedergeburt der Natur das Thema war, was dann die Philosophen in Vernunft erklärten, ein junger Mann, der auf körperliche Weise oder gar nur als Hirngespinst seiner Anhänger wiedererwacht wäre, ist nirgends zu finden. Vielmehr war bereits denen, die die historische Auferstehung bewirkten und in den biblischen Geschichten beschrieben klar, wie die mysteriösen Gottheiten für die Verehrung der Vegetation, des Werdens standen und so Vernunft/Gerechtigkeit im Volk bewirken sollten. Wie daher der damals als frühe Philosophie gesehen prophetischen Moseslehre bzw. dem Wort, die gleiche Begründung und Funktion zukommt, wie den dann in kultureller Synthese abgelösten Gottes-Mysterien.

So verweisen auch die Heroen wie Isis, Mithras und Co., die bei der Kritik der Glaubenslehre vorschnell dafür herhalten müssen, dass auch Tod und Auferstehung Jesus erfunden, den fast gleich aussehenden Götterbildern/Geschichten nur nachgestellt seien, auf einen kulturellen Erneuerungs-/Heilsprozess (Jesus), wie er im Hellenismus historisch war. Wie unter dem Kapitel „Erbe des Heidentums“ verdeutlicht, greift die Unterstellung der Kritik, dass alles freie Erfindung, rein Poesie ist, viel zu kurz. Vielmehr wird selbst bei den Kritiker deutlich, wie und warum die Vernunft an der Achse der Zeit das Kreuz der Vorbilder zu tragen hatte, nur so in kulturellem Wandel an Stelle der inhaltlich und bildlich erfüllten alten Gottheiten Weltgeschichte machen konnte.

Nicht allein, dass sich die theologische Ausdeutung der Auferstehungsgeschichten in ihren ganz verschiedenen Aspekten nicht als einer puren Verherrlichungslegende in Göttermanier, die einem jungen Mann oder reinen Mythos übergestülpt wurde, erklären lassen. Auch die Frage, ob die Sterbenden und Auferstehenden Götter vor oder nach der Jesus-Geschichte waren, wie sie Hermann Detering in „Brüder Christi“ wissenschaftlich beleuchtet, erübrigt sich. Wie in der Antwort durch Philo von Alexandrien unter „Kulturfamilie Jesus“ nachzulesen, gehört auch der aufgeklärte Verstand der alten Gottheiten, ihrer Bedeutung als notwendige Verehrung des Werdens, was dann auch zu Namenstausch oder neuen Mischformen wie Serapis führte, Zeus monistisch als Vater definieren ließ, zum Aufklärungsprozess. Der war im hellenistischen Judentum die neue Wirklichkeit Josua, das Heil Jesus.

1.2. Die jüdische Seite

Wo dann im jüdischen Kontext bei Auferstehung über die Frage der Gerechtigkeit Gottes und dem Schicksal der Gerechten, den Volkes Israel nachgedacht wird, führt auch dieser Weg wieder zum Aufklärungs-/Heilsprozess, der dem hellenistischen Judentum gegeben war. Denn dort wurden diese Fragen in aufgeklärter Weise beantwortet.

1.3. Lichtfeiern und Lesungen in der Osternacht

Selbst die Liturgie, die „Gott sei Dank“ wach hält, dass mehr war, als heute gelehrt wird, verweist auf das, was historisch war: Im Erneuerungsprozess des hellenistischen Judentums, dem neuen Licht, der Erlösung von der Dunkelheit, der neuen Sicht nun natürlicher Schöpfung, wie es im Wechsel von Lesung, Gebet und Gesang zum Ausdruck kommt.

2.       Überblick: Die Auferstehung Jesus Christus

2.1.    Strukturierung der Texte

Wenn dann zentrale Gottesprädikationen des Alten Testamentes (JHWH, Wortverstand, das Israel aus Ägypten herausgeführt hat) mit der der Auferstehung Jesus in Verbindung gebracht werden, ist alles gesagt: JHWH, der Verstand des Wortes wurde in der Bildung hellenistischer Juden der Zeit Jesus (des historischen Heilprozesses der Zeitenwende) wieder lebendig. Der jüdische Bund im Weiterdenken philosophischer Vernunft-/Naturlehre (Logos) als neuem Exodus weltgültig gemacht.

Wie kommt man auf die absurde Idee, dass es in der Paulusliteratur, damit den ältesten Auferstehungszeugnissen, um die Wiedererweckung eines Wanderpredigers im Geist seiner Anhänger ging? Die in einem gewandelten, neuen jüdischen Paradigma entstandene Literatur handelt nicht von einem Heilsprediger, sondern einem hoheitlichen, schöpfungsmächtigen Heilswesen, einem kosmischen Christus, wie die Natur-/Vernunftlehre antiker Philosophie im prophetischen Sinne weitergedacht war.

Das "ewige Leben" von dem in der Paulusliteratur, wie in Korintherbrief zu lesen ist, war ein Weiterdenken antiker Philosophie, die den auch für das Kulturverständnis maßgebenden Lebensfluss dort bedachte, wo wir heute die Ewigkeit und die Verewigung gelebten Lebens in Evolution erklären.

Wo bei der Auferstehung Jesus von Nazareth einen himmlischen Leib gesprochen wird, der in Person (kultureller Aufgabe/Rolle) Wirklichkeit entfalten muss, ging es nicht um einen egal wie gearteten Wanderguru aus Galiläa. Dass aber die Toten in den Kleider wieder auferstehen müssen, in denen Sie begraben sind, der in Moses zum Ausdruck gebrachte prophetische Kult nur in einer menschlichen Heilsgestalt wieder auf die Beine gestellt werden konnte, lässt sich verstehen.

Doch der Paulusliteratur, den aufgezählten Auferstehungserscheinungen das unterstellen zu wollen, was heute bei einem wegen Häresie hingerichteten, nach seinem Tod durch seine Anhänger herrlich gewordenen Handwerksburschen als Auferstehung angenommen wird, ist ein Wahnsinn. 

Wo heute die Figuren wie der das traditionelle Judentum verkörpernde Judas, der die Kirche personifizierende Petrus als Erzählfiguren gedeutet werden, ist es beim neuen Adam (Menschen) nicht um einen besonders Bibelschlauen jungen Mann gegangen, der wegen seiner Rebellion um die Ecke gebracht wurde. Wo dann auch noch alttestamentliche Argumente für die Auferstehung Jesus zusammen mit dem Neuen Testament gelesen werden, muss man den Verstand verloren haben, dabei weiter an einen jungen Guru zu denken, der im Geist seiner Groupies eine lebendige Gottheit geworden wäre. Wo Adam und Christus zusammengedacht wurden, können heutige Studenten völlig unmöglich im Glauben gelassen werden, da wäre es um Geschwätz gegangen, das einem gutherzigen Religionsrebellen von einen durch eine Halluzination gewandelten Sektenverfolger angehängt wurde.

Man kann doch einer  von einem Paradigma neuer prophetischer Erkenntnis ausgehenden, im Briefstil an Korinther, damit Hellenisten  der Zeit gerichteten Theologie/Christologie, nicht das unterstellen wollen, was heute als historischer Jesus gilt. Und sich dabei auch noch auf philosophische Richtungen beziehen, die wie die Schule Epikurs die Auferstehung (damit die Neubegründung alter Gottheiten) ablehnten.   

Auch die gesamten Erzählüberlieferungen verweisen nicht auf die Wiederweckung eines Wandergurus, sondern das wieder lebendig werden des Wortes in Kultur. Von einem durch Visionen wiederweckten Landstreicher ist nicht nur bei Römer 10.9., wo der Herr bekannt wurde, JHWH oder das Wort von den Toten erweckt wurde und dessen Wahrnehmung zur Rettung führt, nichts zu lesen.

Leben aus der Auferstehung hat nichts mit einem jungen Mann, sondern mit einem neuen in Vernunft begründeten Natur-Verständnis schöpferischer Wirklichkeit zu tun, die als das wahrgenommen wurde, was den als frühen Philosophen erkannten Propheten als Wort lebensmaßgebend und Offenbarung war und in entsprechender Person ausgedrückt werden musste. (Was kein Scheinleib, sondern schöpferische Wirklichkeit in kultureller Kreativität, Voraussetzung für die Kulturentwicklung war.)

Auch wer wie Thess. 1.9. sagt, von den Abgöttern befreite, im Wort/Vernunft den wahren Sohne sehen ließ, waren weder Halluzinationen der Anhänger eines heilspredigenden Handwerksburschen, noch aufgewärmte Göttermythen, sondern hellenistische Juden im Heilsprozess: Jesus.

Und so sind auch die heute zu Recht hochtheologisch gedeuteten ganz unterschiedlichen Erzählungen der Evangelien über das Auferstehungsgeschehen Zeugen für das, was historisch zur Zeitenwende bewirkt wurde. Weder lässt sich das in oft unterstellten Verherrlichungslegenden nach alten Vorbildern erklären, noch kann es um ein historisches Geschehen im banalen Sinne oder nach deren logischem Wegfall die heute gelehrte Halluzination/Gemeindevision der Anhänger eines Heilspredigers gegangen sein.

Wer sich die verschiedenen Grabgeschichten anhört, die Leerfindung des Grabes sieht, wie die Frauen als Erste oder einzelne Jünger, ebenso wie die anderen Schilderungen als theologische Deutung vorausgesetzt werden, der fragt sich: Wie kommen wir auf die absurde Idee, hier an einen Handwerksburschenzu denken, der lebendig aus dem Grab hüpfte oder im Geist seiner Anhänger erschien? Ebenso absurd ist die Unterstellung, dass es dabei nur um Legenden ging, die einem jungen Mann oder einem Mythos übergestülpt wurden. Weder die Flucht der Frauen, die Nichtbefolgung des Auftrages oder sonstige Aussagen, lassen sich mit der heutigen Halluzinationshypothese oder reiner Mythenbildung machen.

Wo von Johannes oder Petrus als den Ersterkennenden geredet wird und ein worthaftes Geschehen gesehen wird, verweist all dies auf genau den Vernunftprozess, wie er sich im hellenistischen Aufklärungsprozess beobachten lässt.

2.2.Formeltraditionen in Geschichten, die auf das Alte Testament, damit dessen Erneuerung verweisen

Nicht nur die Formeln, wie wir sie meist in der Paulusliteratur finden, die in hellenistischen Erkenntnisbewegungen eine neuen jüdischen Paradigmas entstand, sondern auch die novellistisch angelegten Geschichten, die zur Identifikation der Leser das Erbe der erfüllten Vorbilder (möglicherweise auch im Sterben und Auferstehen) kulturbedeutend bekannte Geschichten und Figuren aufgriff sind Zeugen eines historischen Heilsprozesses. Sie haben weder etwas mit heute psychologisch erklärten Halluzinationen von Sektenanhängern oder Verherrlichungsliteraten zu tun. Noch lassen sie sich als fiktive Glaubens-Poesie oder gar als Legenden erklären, mit denen eine guter Junge als Glaubensgründer in den Himmel gehoben oder Bildungsbürgern als Logos ausgegeben wurde.

Die Kontrastformeln, die die traditionelle Denkweisen angreifen, den Auferstand Jesus preisen, dabei auf die Zwölf, das ganze Israel verweisen, das so in aller Welt kund getan wird, ist keine Wiedererweckungs-Legende, in der Visionen von Sektenanhängern oder frei erfundene poetische Märchen erzählt werden. Das alles weist auf den antiken Aufklärung-/Heilsprozess hin, der historisch war und das Thema der Geschichten im genannten judenchristlichen hellenistischen Milieu von Antiochien oder Alexandrien war. Von dort ging Tempelkritik, wie ein aufgeklärter Verstand der Thora oder JHWH aus, wie sie nach dem dritten Tag erwartet wurde. Mit Visionen in Trauerbewältigung, wie sie bei heutiger Historien-Hypothese hinten als letzte Notdürftigkeit dann als Kettenreaktionen herauskommen müssen, hat die Auferstehungstheologie mit absoluter Sicherheit nichts zu tun.

Wo nicht das wie, sondern das „dass“ der Auferstehung im Vordergrund stand, der Text nicht von der Erscheinung auf die Auferstehung zurückschließt, sondern diese Voraussetzt, muss nicht ständig gesagt werden: Es ging dabei nicht um Visionen von Sektenanhängern oder aufgewärmte Mythen, sondern um den bildhaft-aufgeklärten Verstand der kulturellen Vorbilder/Geschichten und damit den Verstand in gegenwärtiger Vernunft, wie er im hellenistischen Judentum historische Tatsache war. Was eine reales Geschehen in einer frühen Form in Fortdauer war, das heute wissenschaftlich-aufgeklärt fortzusetzen wäre.

Wer Abraham erschien, Moses und jetzt in vielen Seputaginta-Parallelen wiederweckt wurde, war kein Heilsprediger in Halluzination oder ein aufgewärmtes Heroen-Mythos. Das Wort in Vernunft, wie es hellenistische Juden verstanden und so auch die bildhaft verstandenen Geschichten der Thora, die sie in Speptuaginta übersetzten, war der Kyrios. Der war auch im Lukastext (dem eine Legende für Bildungsbürger unterstellt wird) oder in alten Formeln das Thema, wurde jetzt auch vom römischen Hauptmann erkannt. Wie es aber dabei nicht um Verherrlichungslegenden für Bildungsbürger aufgrund von Visionen ging, sondern im aufgeklärten Verstand in Vernunft als Wort, was den bildhaften Verstand der Tradition voraussetzte, der jüdische König gesehen wurde, ist bereits vielfach erklärt.

Karfreitag war die Voraussetzung für Ostern. Doch Ostern ist um. Jetzt gilt es den historischen Jesus in neuer Lebendigkeit und damit heutiger Heilswirklichkeit zu sehen: Von Aberglaube befreiend, die von einem offenbaren, wissenschaftlich erklärten Sinn/Grund allen Seins ausgehende gemeinsame kulturelle Bestimmung wieder in kreativer Vernunft/Sinnhaftigkeit zu verstehen, wie sie beim Blick in den Frühlings-Garten, ebenso wie in naturwissenschaftlicher Beschreibung und kultureller Evolution zu beobachten ist.

Es mag sein, dass die völlig ungewohnte Verwendung der Begriffe, wie sie hier im aufgeklärten Verständnis der Anfänge praktiziert wird, als völlige Verwirrung gesehen wird. Doch die Befreiung aus Babylon bleibt eine Aufgabe der theologischen Wissenschaft, ist nicht mit frommen Gebeten und pfingstlichen Flämmchen auf dem Kopf zu erreichen.