Weltvernunft als das prophetische Wort - Jesus lebendig werden lassen

Ob Jesus für ein hochgejubelter Sektenführer gehalten wird, aufgeklärten Menschen daher der Glaube absurd oder gefährlich, zumindest bedeutungslos vorkommen muss. Oder ob an den Hochschulen in konsequenter Umsetzung inzwischen gegebenen Wissens klar gemacht wird, dass es dort, wo heute „Jesus“ steht, historisch um die wahre Geschichte und die Verwirklichung von „Weltvernunft“ ging, die auch heute die meisten Menschen wollen. Das macht einen ganz gewaltigen Unterschied.

Es war der jüdischen Hellenismus der sog. Zeit Jesus, der im aufgeklärten Verstand der prophetischen Tradition das Neue Testament, wie dessen Texte hervorbrachte und aus dem zahlreiche Erkenntnis und Reformbewegungen, dann Kirche und später Koran hervorgingen.  Heute lässt sich beobachten, wie das Weltjudentum im Namen Jesus Christus aus einer wissenschaftlichen Aufklärung entstand, die heute wieder mehr als notwendig ist.  Die wesentlich dazu beitragen könnte, Friede zwischen den Kulturen zu schaffen. Ebenso wie sie die Voraussetzung ist, Weltvernunft, damit eine ökologisch-ganzheitliche, Zukunft gestaltende Lebensweise zur gemeinsamen, kulturell tiefgreifenden Bestimmung zu machen.

Die Vorlesung von Professor Peter Lampe über den „Historischen Jesus“ als einen prophetischen Wanderradikalen, der beim Abendessen mit Freunden das Gottesreich ankündige und nach seiner Hinrichtung durch deren Hysterie als dessen große Erfüllung gesehen und zum Judenkönig oder Gottesssohn wurde, entleert nicht das Neue Testament und den christlichen Glauben. Sie schreit danach, im bildhaften Verstand die bisher nur der außerbiblischen Literatur oder Johannes unterstellte „Weltvernunft“ als Thema des gesamten neuen Testamentes, seiner Texte und Lehren zu bedenken. Denn alle theologischen Darlegungen zwingen, in der Vernunft, nach der die antike Aufklärung begann alles nun natürliche Werden zu erklären und daraus die auch heute vielfach rein politisch vergeblich gepredigte Vernunft und Weisheit ableitete, als das kulturgerecht bebilderte Wesen zu verstehen. Was bereits den Propheten als Wort galt, in der Antike zur kulturell tiefgreifenden Bestimmung wurde, Jesus genannt wird, ist gegenwärtig zu machen. Damit mündige Menschen, begeistert vom natürlichen Lebensfluss und im Namen der verschiedenen aufgeklärt verstandenen Religionsgründer in vernünftiger Verant-WORT-ung und kulturellem Frieden leben.

Die seichte Story, die bei rationaler Betrachtung im buchstäblichen Verständnis bei einem jungen Heilspredigers logischerweise heute herauskommen muss, macht nicht den christlichen Glauben zum Humbug, sondern ruft zur Wende. Denn so lassen sich so weder die vielfältigen Texte, noch der Geisteswandel, der bekanntlich zum Weltjudentum im Namen eines Gottessohnes, wie der Prophetenworten des Koran führte, nicht erklären. Die Erneuerung und Universalisierung der bildlosen prophetischen Bestimmung war eindeutig in schöpferischer Wirklichkeit begründet. Die wurde im hellenistisch-aufgeklärten Judentum ebenso in Vernunft/Logik erklärt, wie die Verhaltensweisheit und der dazu notwenigen gemeinsamen Kult. So zwingen auch die gesamten Darlegungen über die theologischen Inhalte der synoptischen Geschichten den dort handelnden historischen Jesus als den kulturgerechten Ausdruck der in Natur/Schöpfung begründeten philosophischen Vernunft (Logos) zu verstehen. In der begründete das hellenistische Judentum zur Zeit Jesus die Weisheit als das somit weltgültige Moses-Wort in der Funktion Josua, lat. Jesus. Auch wenn anfänglich dieser Name nur vereinzelt gebracht wurde. Und da aus diesem helleistischen Judentum auch die Texte des Neuen Testamentes hervorgingen, steht fest, wer der wahre Erlöser war. Es war das, was heute in natürlicher Schöpfung begründet, als Weltvernunft, ökologisch ganzheitliche Lebensweise rein politisch, ohne kulturelle Aufklärung ähnlich wie bei den Philosophen in der Stoa vergeblich gepredigt wird.

Die Quelle des Neue Testament, wie all seiner Texte entsprang dort, wo im Aufklärungsprozess antiker Hochzivilisation hellenistische Juden in vielfältigen, sich oft bekämpfenden Bewegungen das prophetische Wort verstanden. Wo damit die menschliche Bestimmung in der philosophisch definierten Vernunft allen Werdens und daraus abgeleiteter Weisheit gegenwärtig war. Was einen neuen Bund bewirkte, der nun in zweifacher Weise weltgültig war: In gegenwärtiger, weltgültiger Vernunfterklärung begründet, wie damit auf universale Weise für die gesamte Welt offen.

Auch  die Vorlesung von Professor Christoph Strohm über die Reformation machte mehr als deutlich: Die Reform des Judentums im Prozess der Zeitenwende, damit das Neue Testament, lässt sich nicht weiter in einem wanderradikalen Exorzisten erklären, der mit seinen Freunden Blutsbrüderschaft trank und nachösterlich in den Himmel gehoben wurde. Die Erkenntnis, dass nie ein junger Mann mit Namen Jesus war, führt jedoch nicht dazu, die christlichen Glaubensvorstellungen in Frage zu stellen, sondern zum genauen Gegenteil. Sie lässt das wieder verstehen, was den Reformatoren aufgrund der hellenistischen Texte galt, noch unseren Müttern und Vätern gemeinsame Bestimmung gab. Während zu Zeiten der Reformation dieser Christus noch die im Gottesdienst/Abendmahl, wie in der Bibel als Gotteswort anwesende schöpferische Bestimmung und Wert war, der Geldbeutel noch Inhalt hatte, ist heute die Zeit neuer Füllung mehr als not-wendig.

Sehr geehrter Herr Professor Peter Lampe,

vielen Dank für das schonungslose „Schocken“, wie Sie ihre letzte Vorlesung über den historischen Jesus bezeichneten. Die Aussagen über einen jungen Mann, der durch Halluzinationen beim Anblick des gehängten Meisters zu all dem gemacht wurde, was bisher Jesus für Christen ausmachte, hat die Dringlichkeit der Frage nach dem wahren Grund wieder mehr als deutlich gemacht. Auch geschichtswissenschaftlich ist die Frage nach dem historischen Wesen, das all das bewirkte, was in der Vielzahl der Texte rund um das „Neue“ Testament, aber auch bei den Synoptikern zum Ausdruck kommt, unumgänglich. Denn wegen dem, der bei der Heilsprediger-Hypothese logischerweise heute noch übrig bleiben kann, wäre kein weltgültiges/-offenes Judentum als die erhoffte „Goldene Zeit“ (das Weltkönigtum der Vernunft) erwartet worden. Wer von der historischen Situation des Judentums der Zeit Jesus auszugeht, der muss den neuen Verstand des prophetischen Wortes in Vernunft an den Anfang des Neuen Testamentes stellen. Mit dem religiösen Randalierer, der von seinen Freunden zu all dem erklärt wurde, was er gar nicht wollte, lässt sich weder die zu beobachtende Entwicklung erklären, noch die theologischen Inhalte der synoptischen Evangelien, die Sie in der Vorlesung über deren einzig noch „Historischen Jesus“  darlegten.

1.      Statt buchstäblich in Sekten-Hysterie begründen, historisch betrachten

Die Frage eines Kommilitonen, ob es in der Weltgeschichte eine vergleichbare Massenhysterie gab, durch die eine Religion bewirkt wurde, war berechtigt. Die im Wandel vom Mythos zum Logos entstandenen Religionen haben ihren Grund nicht in verherrlichten Gurus oder dem Aufwärmen des Alten, sondern kosmisch-kreativer Wirklichkeit in verschiedener kultureller Umsetzung. Heute wird die Entstehung auch der monotheistischen Vorgänger- oder Geschwister-Religionen nicht mehr im Tiefflug von Engeln oder nächtlichen Eingebungen erklärt. Es wird nach einem geschichtlich begründbaren Geisteswandel in ganz natürlicher Kulturentwicklung gefragt. Daher lässt sich auch die Entstehung des weltgültigen Judentums im Namen Christi nicht weiter auf märchenhafte Weise in der Verherrlichung eines hingerichteten Heilspredigers mit zufälligem Namen Jesus begründen. Allein das Wissen über die theologischen Wurzeln des biblisch-prophetischen Kultes, von dem wir heute erst wieder wissen, warum das aufgeklärte Judentum der sog. Zeit Jesus diesen, sowie dessen Gebote zurecht als frühe Philosophie sah, macht es völlig absurd, weiter einen prophetischen Junghandwerker als den historischen Jesus zu lehren. Keiner der nach dem Wandel vom Mythos zum Logos entstandenen Religionen und noch weniger den Juden oder Griechen, kann weiter unterstellt werden, aufgrund einer Art Halluzination einen rebellischen Exorzisten und Tempelrebellen nach dessen Hinrichtung als neues Maß aller Dinge verehrt zu haben.

Den Studenten, der dann fragte, wieso Petrus seinen Freund, von dem er doch wissen musste, dass der das gar nicht wollte, zu all dem machte, was dann zum christlichen Glaube wurde, habe ich getröstet.  Ich sein kein Prophet. Doch ich hätte die Hoffnung, dass wenn er Pfarrer ist, kaum einer im Hochschulbetrieb mehr wahrhaben wollte, was hier heute als historisch gelehrt wird. Statt dem christlichen Glauben weiter Humbug zu unterstellen, würde man dann seinen Gottesdienst und das Singen und Beten im Namen Jesus als ein in menschlicher Kultur notwendiges gemeinsames Verinnerlichen dessen sehen, was als Weltvernunft sonst eine politische Predigt und Last bleibt. Schließlich hätte er ja auch gelernt, wie die Lieben dessen, was schöpferisch wesentlich ist und sein wird (JHWH), die Voraussetzung ist, damit die menschliche Gier nicht weiter die Mitwelt, incl. die Natur und Zukunft ausbeutet.

Und nachdem dann die Menschen wüssten, dass es beim Singen von Jesus um die Weltvernunft geht, an die sie ihr Herz hängen müssen, um Vernunft zu leben, würden wahrscheinlich auch wissenschaftlich redliche naturalistische Atheisten wieder in seinen Gottesdienst kommen. Denn denen wäre bereits heute auf wissenschaftliche Weise die evolutionäre Bedeutung eines gemeinsamen Kultes für eine Gesellschaft oder die Bedeutung der emotionaler Bilder und Geschichten für die menschliche Psyche bekannt. (Nachzulesen beispielsweise beim Evolutionsbiologen und Vorstandsmitglied der Giordano Bruno Stiftung Thomas Junker.) Ebenso würden sie entsprechende neurologische Funktionsweise des Kopfes beschreiben. Da es in der Kirche um die Weltvernunft/-verbundenheit ging, nach der alle engagierten Intellektuellen rufen und nicht um einen durch seine Anhänger in den Himmel gehobenen Heilsprediger, würden die im Gottesdienst daher keinen Selbstbetrug mehr sehen oder in Jesus Christus nur ein aufgemotztes Scheinwesen zur Manipulation der Masse (Opium fürs Volk), sondern einen kreativen/schöpferischen Sinn verstehen.

2.      Ein junger Jude als Gott ist ein Unding

 Wer jedoch den christlichen Kult weiter in der Depression eines zum Menschenfischer eingesetzten Sektenanhängers mit Namen Petrus erklärt, der seinen Guru am Kreuz hängen sah, betreibt Märchenstunde. Darum ist es den hellenistischen Gelehrten, die in Schöpfung/Vernunft begründete Weisheitslehren zu einer Art neuem Kaiserevangelium ausformulieren mussten (wozu auch die als erfüllt gesehene jüdischen oder heidnischen Vor-bilder aufgegriffen wurden), unmöglich gegangen. Wenn die Geschichte des Logos/der Weltvernunft von einem rebellischen Weisheitslehrer handelt, wie sie damals als Sprachrohre einer in Natur/Schöpfung begründeten Vernunft und Weisheit auftraten, dann liegt das auf der Hand. Aber einen durch seine Sekte hochgejubelten Guru als Wort oder Weisheit selbst zu sehen oder ihn gar  als Gott auf Erden hinzustellen, ist ein Unding. Nicht allein, weil dies weder den theologischen Gelehrten, noch den Erkenntnislehren, denen wir die Texte verdanken, zu unterstellen ist. Vielmehr weil das ist mit dem Denken der Zeit, weder bei Juden, noch Griechen zu machen ist.

Den christlichen Kult in einem historischen jungen Mann erklären zu wollen, der sich mit Heiden an den Tisch setzte, in Armut lebte und dann durch Ostervisionen im Sinne Daniel 12 als Anbruch der goldenen Zeit, des Lebens in Vernunft und Friede gesehen wurde (was bekanntlich in der Funktion Josua, lat. Jesus begründe Basileia war) ist völlig unmöglich. Wie können Sie sich als Historiker bezeichnen, in dem sie Evangelien weiter buchstäblich lesen , die wie Sie selbst nachweisen, nicht einfach die Geschichte und Worte eines jüdischen Gurus beschreiben, sondern in ihren Gleichnissen oder Wundern die neue Zeit als Basileia, damit die „goldene Zeit“ im hellenistischen Stil zum Ausdruck bringen? Wobei auch der Verfasser der in hellenistisch-jüdischer Aufklärung entstanden Daniel-Literatur, die die Probleme des Judentums der Zeit schildert, mit Sicherheit nicht auf einen jungen Mann hoffte, den seine Freunde nur zum Messias machten.

Sie selbst haben deutlich gemacht, wie den Titeln, mit denen der historische Jesus angeblich erst aufgrund der Visionen seiner Anhänger belegt wurde, keine Sprachhülsen waren, sondern dahinter eine theologische Bedeutung/Aufgabe steckt. Und die war, wie Philo von Alexandrien in Auswertung ihrer letzten Vorlesung bereits zeigte, in der jetzt weltgültigen Vernunftbestimmung (dem schöpferischen Wort) begründet.

Und die von Ihnen als Historiker nicht zu beantwortende und sich auch für die Paulustheologie nicht gestellte Frage, ob ein Betrug mit dem leeren Grab die Hysterie und Vergottung eines Sektenführers auslöste, die zeigt nur, wie leer das Grab heute wieder ist. Sie haben den „Stein ins Rollen“ gebracht. Genau das ruft nach aufgeklärtem Verstand des Alten: Auferstehung.

Die Antwort „Stellen sie sich vor, dass in der Antike die Hemmschwelle für die Vergottung eines jungen Mannes viel geringer war, als heute“, ist ein Witz. Noch weit weniger wie Sie (als Vermittler eines jungen Guru), einen in der Heidelberger Hauptstraße von grenzenloser Liebe predigenden Landstreicher als Gott ausgeben würden, wäre das ihren antiken Kollegen in den Sinn gekommen. Die schöpferische Wirklichkeit des großen Ganzen und damit dessen Sinn wurde in verschiedenen Modellen in Vernunft (Logos) erklärt, als im Kult auch von hellenistischen Juden von Zeus gesprochen wurde. Die Autorität der Kaiser als Repräsentanten der nun in Vernunft erklärten kreativen Wirklichkeit des Kosmos und damit schöpferischen Willens stand ebenso in Frage, wie die der allzu menschlichen Göttersöhne. Die nun in Vernunft erklärt wurden und die ja auch zu keiner Zeit nur Zweibeiner, sondern Verkörperungen kreativer Wesentlichkeiten waren. Wie sollen Denkern, die in monistischer Welterklärung die Vernunft allen Werdens im Sinne dessen sahen, was den Propheten wesentlich, aber unvorstellbar war (JHWH) und auch von Zeus, damit Spitze der in Götterbilder sprachen, jetzt plötzlich all dies in einem jungen Mann gesehen haben? So groß kann die Halluzinationen, die den Anhänger eines Gurus unterstellt wird, unmöglich gewesen sein.

Ihre Antwort, Philo und damit die philosophische Bildung des Judentums der Zeit Jesus hätte ja auch Moses als Gott bezeichnet, geht nach hinten los. Denn noch weit weniger als spätere neuplatonische Kirchenväter ist den die Evangelien-Geschichte verfassenden Gelehrten eine schöpferische Wirklichkeit mit zwei Beinen zu unterstellen. Juden, die wegen der Weigerung menschlichen Gottheiten zu opfern verfolgt wurden und die Moses als Philosophie, damit eine schöpferische Wirklichkeit sahen (keinen Gott mit zwei Beinen), haben völlig unmöglich die Vergottung eines jungen Galiläers betrieben. Sie haben die Vernunft, die wegen der Alten menschlichen Vorbilder auf zwei Beine gestellt werden musste, als irdische schöpferische Wirklichkeit gesehen. Die schöpferische Gewissheit, die die aufgeklärt denkende jüdische Theologie, die in den Philo-Schriften zum Ausdruck kommt, in der Hilfe des Arztes und dem medizinischen Fortschritt sah, ist mit einem jungen Wundertäter als Gott ganz gewiss nicht zu machen.

Die Geschichte ist kein Märchenland, wo eine Weltreligion entsteht, weil, ähnlich wie bei Sektenanhängern, die im LSD-Rausch ihren Meister als Guru anhimmeln, aus Groupies eines jungen Galiläern ein jetzt weltgültiges neues Judentum mit einem zweibeinigen Gott an der Spitze wächst. Aber da auch in den Texten, auf die Sie sich berufen, der umgekehrte Weg zu beobachten ist, wie aus einem lebendigen Wort (in Person: menschlicher Rolle), einem Pantokrator oder schöpferisch Wesentlichen in christologischer Umschreibung, erst mit der Reformation der Wanderprediger mit nun einheitlichem Namen Jesus wurde, ist die heutige Hypothese völlig unhaltbar. Wenn der nach heutiger Lehre all das gar nicht sein wollte, was am Anfang über ihn gesagt, bei der Reformation noch geglaubt wurde, wird es Zeit in aufgeklärter Weise zu verstehen, um was es den Verfassern bei der Weisheit oder dem Wort in Person ging. Denn Bedeutung und Begründung der Weisheit der Zeit Jesus und im Frühchristentum zu beschreiben, wie das beispielsweise auch Gerd Theissen tut und den Verfassern egal welcher frühen Texte und frühen Lehren dann unterstellen zu wollen, es wäre ihnen um einen Weisheitslehrer oder Wanderkyniker aus Galiläa gegangen. Das geht nicht. Kein damaliger Denker hätte einen der vielen Weisheitslehrer zu Gott gemacht oder in ihm ein weltgültiges Judentum gesehen, die Basileia erhofft.

3.      Weisheit der Zeit Jesus war in Natur/Schöpfung  begründet

Unabhängig davon, dass die zu Evangelien-Geschichten ausformulierten Weisheitslehren/-sprüche der Antike in Natur/Schöpfung und nicht in den Worten als göttlich geltender Wanderprediger begründet waren. Auch Ihre Ausführungen über die Rekonstruktion einer Spruchquelle als Urevangelium, das nach heutiger Quellen-Theorie Matthäus und Lukas gemeinsam mit weiteren Spruchweisheiten speiste, zeigten: Das philosophisch-hellenistische Judentum, das nicht nur in Alexandrien anzutreffen war und in dem die Texte entstanden, ist von Vernunft und Weisheit im Sinne Moses, damit Josua, lat. Jesus ausgegangen.

Man müsste die gesamten philosophischen Erkenntnislehren, wie sie auch in Evangelien wie Thomas und der unzähligen apokryphen, als urchristlich geltenden Literatur zum Ausdruck kommen, in einem jungen Mann begründen, um die heute von Ihnen vermittelte Hypothese aufrecht erhalten zu können. Doch das ist völlig absurd. Ebenso absurd ist es daher, die rekonstruierte Spruchquelle als mitgeschriebene Worten eines jungen Weisheitslehrers verstehen zu wollen. Was Sie im Gegensatz zu anderen Theologen auch nicht tun, sondern bereits hier von „nachösterlich“ sprachen. (Wie sich nicht nur jeder Satz bei Markus, sondern auch der Spruchquelle als Ausdruck dessen verstehen lässt, was vom philosophischen Judentum in Vernunft bewirkt wurde, wie sich die nicht von Menschen, sondern jungfräulich zur Welt gebrachte Vernunftlehre mit dem entleerten Tempel- und Gesetzeskult ebenso auseinander setzte, wie dem Götter- und Kaiserkult, heilte und litt, wird unter www.jesus-lebt-wirklich.de beschrieben. Doch dies wurde auch in dem von Ihnen vorgestellten Vorgehen bei der Rekonstruktion des Urevangeliums wieder deutlich.)

Wer sich der prophetischen Wurzeln bewusst war, aber doch vom traditionellen rabbinischen Judentum der Zeit unterschied, war kein autodidaktischer Handwerksbursche, der nach Halluzination seiner Anhänger zu Gott oder schöpferischem Wort/Bestimmung wurde. Das Kriterium für die Festlegung der Spruchquelle verweist eindeutig auf die Vernunft. Mit der sich das hellenistische Judentum, das im Gegensatz zum christlichen Markionismus an Moses anknüpfte, gleichzeitig von der traditionellen Gesetzlichkeitslehre für Beschnittene deutlich unterschied.

Und auch das weitere Kriterium, bei dem eine „nachösterliche“  Verherrlichungsrede ausgeschlossen wird, um zum wahren historischen Jesus zu kommen, führt zur Vernunftlehre des hellenistisch-aufgeklärten Judentums. Von nachösterlichen Halluzinationen ist man bei den die Tradition übersteigende oder sich davon unterscheiden Verhaltenslehren (wie sie ähnlich auch in der zeitgemäßen Philosophie gelehrt wurden, den Juden jedoch Bestimmung/Wort waren), auf keinen Fall ausgegangen.

4.      Unterscheidung von Q verweisen auf jüdische Philosophie als Quelle

Auch ihre Beispiele für die Rekonstruktions-Kriterien machten deutlich, dass es dabei nicht um Meinungen oder gar wörtliche Rede eines Wanderpredigers und ein nachösterliche Verherrlichungsrede ging. Wenn anders als im traditionellen Judentum ein Scheidungsverbot ausgesprochen wurde, dann ist das mit Sicherheit nicht in der Meinung eines Radikalen zu begründen oder wurde dem nach Ostern aufgebunden. Hier hat die philosophische Vernunft gesprochen, wie sie im denkenden Glauben des philosophischen Judentums nachzulesen ist und  in Schöpfung begründete menschliche Bestimmung war.

Auch der Kontakt mit Menschen, die bisher als Unrein galten, wurde nicht durch den von Ihnen vorgestellten jungen Säufer bewirkt, der sich auch mit Fremden an einen Tisch setze. Ohne den Verstand philosophischer Vernunftlehre als das Moses-Wort, was das Neue Testament ausmacht, wären Juden unter sich geblieben. Da hätte es auch niemals ein gemeinsames Mahl gegeben. Dann müssten Sie heute möglicherweise eine Vorlesung über den historischen Mithras als jungen Mann halten. Der hatte längst den Mythos gegen die Vernunft eingetauscht und stand in Europa Jahrhundertelang in starker Konkurrenz zum Christuskult. (Wie absurd es allein mit Blick auf den in von jungfräulicher Geburt, bis Tod und Auferstehung in ähnlicher Geschichte wie den jüdischen Erlöser beschriebenen Mithras ist,  dass es beim Kult, der sich durchsetzte, um einen jungen Mann gegangen ist, dem das alles angedichtet wurde, beschreibt in www.jesus-lebt-wirklich.de das Kapitel „Morgenröte“.)

Nach einem Dorfjungen zu fragen, ist völliger Quatsch. Für dessen Meinung hätte sich damals auch niemand interessiert. Das wissen Sie selbst und werten so auch die Spruchweisheiten, die zu Evangelien wurden als „nachösterlich“. Doch mit dem, wie sie Sonst Ostern als eine Art Halluzination der Anhänger eines hingerichteten Gurus hinstellen, haben diese Weisheitslehren nichts zu tun. So stellen Sie die Geschichte auf den Kopf. Denn wenn sie aus Weisheitslehren, die einen neuen jüdischen Verstand zum Ausdruck bringen und zu Evangelien ausformuliert wurden, einen Heilsprediger hervorzaubern, der nicht herrlich war und sein wollte, dann ist das Verdrehung der geschichtlichen Wirklichkeit.

Auch wenn der der Menschensohn als Weltenrichter nicht in der dritten Person, wie bei Markus 8.38 spricht, ist es um ein wahres Jesuswort gegangen. Denn wo in Folge Moses Josua, lat. Jesus gesprochen hat, ist bekannt. Mit einem jungen Mann ist auf jeden Fall auch kein Weltgericht zu halten. Wohl aber mit der apokalyptisch, als Ende des Alten und Neubeginn verstanden Vernunftbestimmung. Mit der zwar die griechischen Vernunftphilosophen kaum was, wohl aber das philosophische Judentum was anfangen konnte. Was dann von der jüdischen Traditionslehre zurückgewiesen wurde, war der Menschensohn, die Weltgültigkeit des Moses-Wortes, die der denkende Glaube der Zeit Jesus bewirkte. Mit den Weisheiten eines Gurus, von dem gefragt wird, ob er seinen Tod voraussah, hat das alles nicht das Geringste zu tun.

Warum aber die Vernunft das Kreuz der Vorbilder tragen musste, um zur Weltreligion zu werden, warum sie sterben musste, um zum Aufklärten Verstand zu führen, lässt sich nachvollziehen.

5.      Hellenistische jüdische Bildung hat alte Propheten als frühe Philosophie begründet  

Wie können Sie in der heutigen Form über die prophetische Vollmacht der Gottesrede eines erst „nachösterlich“ hochgejubelten wanderradikalen Handwerksburschen sprechen, die über das Alte Testament hinausgeht, ohne den Neuverstand des den Propheten gegeben Wortes in zeitgemäßer Vernunft bedenken zu wollen? Wie können Sie dann hellenistisch-jüdischen Denkern, egal ob in Alexandrien oder Antiochien, die im bildhaften Verstand Moses  eine frühe Vernunft-Philosophie am Werk sahen, unterstellen wollen, einen vom Gottesreich schwätzenden Landstreicher als neuen Propheten gesehen zu haben? Und sollen hellenistische Juden, die durch das nun weltgültige Wort eine Demokratie der Vernunft erhofften, einen prophetisch schwätzenden Landstreicher dann auch noch nachösterlich in den Himmel gehoben, in ihm die Verwirklichung eines Lebens in Vernunft und Friede als Basileia (goldene Zeit, Gottesreich, gelobtes Land…) gesehen haben?

Doch bevor ich anhand Ihrer Jesus-Vorlesung weiter deutlich mache, wie  es in wissenschaftlicher Aufrichtigkeit unumgänglich, aber auch dringend notwendig ist, in neuer Weise zu forschen, die völlig leeren Börse zu füllen, möchte ich die Argumente aufgreifen, die sich allein wieder aus der vorangegangen Vorlesung ergaben. Wo Professor Strohm mit der großen theologischen Debatte unzähliger Denker der Reformation und dem hochtheologischen Streit über das Abendmahl, damit auch das richtige biblische Verständnis, mehr als deutlich machte: Aus den Evangelien die Story von einem jungen Mann abzuleiten, der nach seiner Hinrichtung verherrlicht wurde, was dann der große Wurf des weltgültigen Judentums gewesen wäre, ist ein unhaltbar gewordenes Hirngespinst. So ist kulturelle Entwicklung nicht zu machen.

Kaum jemand fragt, wie Sokrates oder Platon ausgesehen haben ob es historische alte Männer mit diesen Namen gab.  Fakt ist vielmehr, dass in Sokrates die in natürlicher Schöpfung und damit auch menschlicher Kultur begründete Vernunft ausdiskutiert wurde. Und wie sie in seinem Schüler Platon zur philosophisch-theologischen Staats- oder Verhaltenslehre wurde. Da das aufgeklärte Judentum diese Vernunft bereits in Moses und dessen gottesbilderfreiem Kult, in dem das Wort der König war, als gegenwärtig sah, ist es witzlos, den erneuerten Bund in einem jungen Mann und dessen Verherrlichung begründen zu wollen. Sokrates, Platon und Moses waren im philosophisch aufgeklärten Judentum für das weltgültige, erneut die Gottesbilder und Geister vertreibenden Geschehen aufgrund der Funktion Fakt. Und so wie daher von Josua, lat. Jesus gesprochen sprachen, so ist der historische Jesus eine so wenig wie Sokrates und Moses zu verleugnende Tatsache. Ebenso wie es bekannte Tatsache ist, dass  auch eine philosophische Erkenntnis in Bildern, Gesichtern, Geschichten zum Leben erweckt wurde. Doch aller philosophischen Erkenntnis, wie sie in den vielfältigen, nicht in den Kanon aufgenommen urchristlichen Kulttexten eine notwendige und auch bei Platon übliche bildhafte Ausdruckweise zuzubilligen. Dann den kanonischen Evangelien dem bisher gelehrten Jesusbild zuliebe einen prophetischen jungen Mann unterstellen zu wollen, wie dies beispielsweise Christoph Markschies in „Christliche Gnosis“ macht, ist nicht machbar.

 Wer Johannes, wie der gesamten urchristlichen Literatur und Lehre unterstellt, die Weltvernunft in personifizierter Weise zu beschreiben, wie kann der aufgrund synoptischer Texte, die in ähnlicher Weise reden und begründen, einen jungen Mann unterschieben wollen. Auch wenn fast alle Forschung  und alle Fachbücher über die Entstehung des Christentums und dessen Umfeld von der Perspektive eines ursprünglich mehr, bei Ihnen nicht mehr göttlich Gurus ausgingen. Wenn alles heute gegebene Wissen auf das in Vernunft lebendige prophetische Wort verweist. Von dem auch die Synoptiker schreiben, gleichzeitig in der gesamten historischen Forschung nichts von einem Aufsehen erregenden Heilsprediger mit Namen Jesus zu finden ist. Warum weigert sich die Wissenschaft Jesus in der Weise zu hinterfragen, wie es das hellenistische Judentum bei Moses tat und so die Weltvernunft in Kultgestalt lebendig werden zu lassen.

6.      Auch jüdische Reform setzte Denken und Diskussionen voraus

Man muss sich alles anhören, was Professor Christoph Strohm über die Reformation, ihre vielen Wurzeln, ihre Debatten, ihre politischen und gesellschaftlichen Umstände, wie den Verfall der alten Autorität Woche für Woche darstellte, um zum eindeutigen Schluss zu kommen: In heutiger Heilsprediger-Verherrlichungs-Hypothese lässt sich keine Reform und noch weniger ein neues prophetisches Verständnis in einer Hochzivilisation erklären, der theologisch die Vernunft heilig war.

Die Debatte über den bildhaften Verstand, die Präsenz Christi und damit der schöpferischen Wirklichkeit, die am Beginn der Neuzeit noch im Text für die denkende Welt gegeben war, ist in aufgeklärter Weise fortzuführen. Jesus lebt wirklich: Wenn die neutestamentliche Wissenschaft das ihr heute gegebene Wissen über die Anfänge konsequent auswertet, ist klar, was den historischen Jesus ausmacht. Die als Wort geltende schöpferische Bestimmung, die den in Diskussion stehenden jüdischen Reformbewegungen damals galt, ist gegenwärtig. Wenn die Wissenschaft den Weg frei macht, ist Sie von mündigen Menschen dort wahrzunehmen, wo an der Hochschule die Weltgeschichte und alles natürliche Werden seit dem Sternenstaub  und in den kaum fassbaren Weiten des Universums beschrieben wird, beim Blick auf dem Fenster in die Fruchtbarkeit aller Schöpfung zu beobachten ist.

Wie alles heutige Wissen, so kann man auch die Vorlesung über die Reformation von Professor Strohm verbrennen, wenn man weiterhin die jüdische Kulturentwicklung märchenhaft in der Verherrlichung eines Heilspredigers erklärt. Wenn der bei seinen umfassenden Ausführen ständig betont, dass er nur einen kleinen Einblick in die vielfältigen Denker, Diskussionen und die für die Reformation mit maßgebenden politischen Umstände geben kann, dann zeigt er, wie Kulturentwicklung funktioniert. Und wie so auch die Reform des prophetischen Kultes nach Verfall der alten Autoritäten, der jüdischen Ritual-Gesetzlichkeit für Beschnittene, wie der griechischen Götter und Gott-Kaiser zu bedenken wäre. Wer dann die aus dem Kulturwandel, dem neuen universalen jüdischen Bund hervorgegangen Kult-Schriften, auf die sich die Reformatoren beriefen, in der „nachösterlichen“ Verherrlichung eines jungen prophetisch auftretenden Exorzisten begründen will, betreibt Märchenstunde. So funktioniert Geschichte, kulturelle Entwicklung nicht und noch weniger deren Fortschritt.

7.      Abendmahls-Streit um die Gegenwart/Präsenz schöpferischer Wirklichkeit

Die jahrelange theologische Auseinandersetzung zwischen Zwingli und Luther sowie vieler weiterer Denker, bei der in zahlreichen Schriften und Erwiderungen über die Realpräsenz oder symbolhafte Gegenwart Christi beim Abendmahl und damit auch in der Bibel gestritten wurde, ist nur ein kleines Beispiel. So, wie sich die Reformation nach dem Verfall der römischen Autorität entwickelte, muss auch die Entstehung des neuprophetischen Kultes gesehen werden. Der prophetisch schwätzende junge Mann, den sein Anhänger dann zum großen Gott gemacht hätten, der ist nicht zu machen. Das ist ein Kurzschluss der Halbaufklärung, die an der buchstäblichen Leseweise hängt, wie sie bereits in Reformationszeit zur Diskussion stand.

Ein junger Mann kann kein Gott sein, der dann im Gottesdienst mit dabei ist, was Luther jedoch als gesetzt sah und worauf er bei der realen Gegenwart Christi im Lesen der alten Texte im Gottesdienst, beim Abendmahl in Brot und Wein bestand. Dem philosophisch gebildeten Humanisten Zwingli, der ganz und gar nicht Luthers Pochen auf die Realpräsenz akzeptieren konnte, war klar, dass das nicht geht. Denker wie er wollten als philosophische Theologen den Wein und das Brot nicht wörtliche, als förmliche Gegenwart, sondern symbolisch für Geist und Leib eines himmlisch-schöpferischen Wesen sehen. Als das für sie damals auch Jesus noch galt. Noch ohne späteren Zweifel, wie sie erst die Aufklärung brachte und wo im Kurzschluss daraus ein in Halluzination hochgestabelter Handwerksbursche wurde. Aus heutiger Sicht ist daher Luther zuzustimmen. Im noch unbezweifelten Glauben an die hellenistisch-christlichen Texte war die Vernunftbestimmung gegenwärtig und kein Symbol für besonders schlauen einen jungen Juden, den erst seine Freunde vergötterten.

Für Luther war im Gottesdienst die Wiederholung das Kerygma Jesus und die damit verbundende Befreiung gegeben. So war durch den Fakt der Schrift „Christi“ gegenwärtig. Was in seiner Zeit nicht zu verdenken war. Die Schriften der Antike, auf die sich die Reformatoren beriefen, galten als das Wort Gottes. Der dort genannte Christi, der heute an der Hochschule angehenden Theologen als junger Galiläer vermittelt wird, der gerne zum Becher griff und gegen seinen Willen zu dem gemacht wurde, was Christus ausmacht,  war im Volk noch gegeben. Der bei der Diskussion mit Zwingli im Beispiel von Luther genannte „Geldbeutel“, mit dem er die Bibel verglich, der den Wert beinhalten würde, war im völligen Gegensatz zu heute noch prall gefüllt.

Und so ist es auch nicht zu verdenken, wenn Luther Denker wie Zwingli, die eine vernünftige Erklärung der Bilder suchten, von einer symbolischen Gegenwart Chrisi ausgingen, als  „Schwarmgeister“  oder „Himmlische Propheten“ abtat. Eine jahrlange Diskussion mit zahlreichen Schriften und Gegenschriften, bei der es bereits damals um den bildhaften Verstand ging, hat Geschichte geschrieben. Luther, der die metaphorische Auslegung ablehnte, auf die Realpräsenz bestand, hat sich durchgesetzt. Die Frage, ob der junge Mann Gottessohn, Davidsohn, als lebendiges Wort König der Juden oder gar weltgültig war, was in heutiger Vorlesung einer Verherrlichungshysterie nach dem Tod des Meisters in die Schuhe geschoben wird, hat sich für ihn nicht gestellt. Der Gott auf Erden, das war nach hellenistischer Schrift, die nach dem Verfall missbrauchter römisch-scholastischen Lehre als Wort Gottes gelten musste, noch nicht weiter hinterfragter Fakt.

Zwar ging er am Anfang seines Wirkens ähnliche Wege, wie Zwingli und argumentierte auch scholastisch. Doch von einem metaphorisch-bildhaften Verständnis, einer vernünftigen Erklärung der Gegenwart Christi als Akt von Bekenntnis bei einem gemeinschaftlichen Gedächtnismahl, wollte Luther nichts wissen. Selbst wenn diese Sicht dann in Bildern als Menschenfresserei verunklimpft wurde, war für ihn der biblisch gesetzte Christi in Brot und Wein gegenwärtig. So steht es geschrieben „basta“.

8.      Leere Behältnisse neu füllen bewahrt das kulturelle Erbe in kreativer Entwicklung

Auch wenn es sich völlig von dem bisherigen Verständnis des für Luther gesetzten Christus-Menschen abhebt. Damit auf den ersten Blick der Eindruck entsteht, alles sollte über den Haufen geworfen werden, was bisher galt, ist das Gegenteil der Fall. Vielmehr entsteht heute genau dort, wo ein durch Halluzinationen hochgelobter Heilsprediger gelehrt wird, ein völliger Bruch der Generationen. Statt heute eine Versöhnung der Glaubenslehre mit dem modernen naturwissenschaftlichen Weltbild und damit der Kulturen und ihren bisherigen Vorstellungen herzustellen, wie dies auch im philosophisch-aufgeklärten Judentum der Zeit Jesus zu beobachten ist, wird getreu einer jedoch selbst unhaltbar gemachten Hypothese ein durch Halluzination herrlicher Heilsprediger als Grund des Christuskultes gelehrt. Und so wird ein unheilvoller kultureller Bruch erzeugt, statt in Aufklärung Reform zu betreiben und gleichzeitig die Weltbilder wieder zu versöhnen.

Bei dem, was heute aus dieser Schrift herausgelesen wird, kann es auch nicht im Sinne der Reformatoren sein, weiter das Neue Testament buchstäblich zu lesen und dann alles, was nicht ins aufgeklärte Bild passt, als nachöstlich, Hellenisierung, Verherrlichungsrede abzutun. Die Gnadengabe, die Luther in der gegengeben hellenistischen Schrift sah und gegen die verfallen Lehren stellte, weil die bisher die Autorität der römischen Geldeintreiber und sonstiger Absurditäten stützte, ist heute wieder gegeben: Im Verstand des Wortes, der schöpferischen Bestimmung, die der Schrift zugrunde liegt. Wer an einem buchstäblichen Verständnis festhält, gegen das sich bereits die philosophischen Denker im bildhaften Verstand der Antike wehrten, was dann zum neuen Verstand/Bund und seinen Schriften führte, schlägt die Gnade aus.

Auch die weiteren Ausführungen über die Ausbildung der konfessionellen Gegensätze im Reich, die politischen Beweggründe als ernsthafte Bemühungen, eine neue Gemeinschafts-Ordnung durch den reformierten christlichen Kult herzustellen,  die vielen Reichstage waren von Interesse. Allein, wie der Sturm des mit dem französischen König verbündeten Rom durch die Truppen des Kaisers (was mit dadurch ermöglicht wurde, dass von den Türken gerade keine Gefahr drohte), mit die Voraussetzung für weitere Reformationsdebatten auf Reichstagen, letztlich die Durchsetzung der Reform war. Aber alle Begleitumstände und Denkerischen Auseinandersetzung, die zur Reformation führten hier aufzuführen, kann man sich sparen. Ebenso die Betrachtung der hochtheologischen Debatte, durch die beispielsweise der Landgraf von Hessen einen Religionsfriede innerhalb der wegen der Realpräsenz zerstrittenen Parteien herbeiführen wollte.  Weil das die Voraussetzung war, der Reform zur Umsetzung und dauerhaften Geltung als neuen gemeinschaftbildenden Kult zu verhelfen.

Wenn bei der sich im Hörsaal 1 anschließenden Vorlesung wieder von der nachösterlichen Verherrlichung eines häretischen Landstreichers gelesen wird, durch den das Judentum weltgültig wurde, waren die ersten zweit Stunden Zeitverschwendung. Wo die Diskussion der Zeit nicht bedacht wird, die nach dem Verfall alter Autorität zu neuem Verstand des Wortes, damit prophetischen Bundes führte, wird gegen besseres Wissen Märchenstunde von einem Hirngespinst der buchstäblichen Leseweise in Halbaufklärung betrieben, mit der sich Kulturentwicklung nicht begründen lässt.  Der Verweis auf wissenschaftliche Quellen wie „Theissen-Merz“, die doch alle belegen, dass ein junger Mann und nicht das Wort, dessen neuer Verstand in Vernunft am Anfang stand, bringt nicht weiter. Vielmehr verweist auch all das, was dort wissenschaftlich über die Entstehung des Neuen Testamentes aufgelistet wird darauf,  die Realgeschichte in neuer Weise zu bedenken. Es bleibt sonst eine Lehre, die sich, wie Sie erneut wieder deutlich machten, inzwischen als unhaltbar und unfruchtbar erweist.

Denn die Frage, ob die Realpräsenz Christi in der lutherischen Kirche heute noch gelte, die hätte sich der junge Student sparen können. Bei dem jungen Mann, der in froher Hoffnung nach seiner Hinrichtung zu Christus erhoben wurde, von dem anschließen wieder zu hören war, geht keine Präsenz, keine schöpferische Gegenwart und Bestimmung in der protestantischen Kirche mehr aus. Weder der, noch der Christus Luthers oder das philosophisch in Vernunft bedachte Wort kamen auch in der Vorlesung zur „Gotteslehre“ des kath. Hochschullehrers in Mannheim vor. Wo Gott den Lehranwärtern als letzte Hoffnung vermittelt wurde, was völlig bedeutungslos für das Verhalten der Menschen sei. Luthers Geldbeutel ist völlig leer geworden. Er muss gefüllt werden. Auch wenn in ihrer Vorlesung der völlig unangezweifelte  Junghandwerker wie ein eisernen Vorhang wirkt. Doch die schöpferische Bedeutung der Schattenbilder in Kulturgeschichte ist längst bewusst. Daher können sie nicht länger den Blick für die geschichtliche Realität der Weltvernunft verbauen, die in der Geschichte Josua, lat. Jesus lebendig war, bis zur Aufklärung so Bestimmung gab.  Auch Ihre Vorlesung  zeigte erneut wieder: Die Gnade ist gegeben, das Wissen vorhanden. Sie hätten die Auf(geklärte)gabe, die not-wendige Wende bei der Betrachtung herbeizuführen. So Jesus lebendig, die vielfach nur gepredigte und weltweit geforderte Vernunft und Weisheit entsprechend der kulturellen Wurzel wieder zur weltgültigen schöpferischen Bestimmung zu machen.

9.      Mehr als ein Prophet war nur die auch der Moses-Philosophie zugrunde liegende Vernunft

Schon die vorhergegangene Vorlesung über einen jungen Mann, mit dem noch nicht mal die Titel, geschweige denn die Funktionen und Bedeutungsinhalte eines Gottes-, Davidsohnes oder Königs des Juden als weltgültiges Wort zu machen sind, der aber von den Synoptikern als historisch (vorösterlich) in dieser Funktion beschrieben wird, haben den Stein ins Rollen gebracht: Das Grab ist leer. Da liegt kein nur im Geist seiner Anhänger auferstandener toter Heilsprediger drin. Auch von dessen Knochen ist in der gesamten Geschichte nichts zu finden. Der aufgeklärte Verstand des historischen Jesus in der Vernunft allen wissenschaftlich beschriebenen Werdens und davon ausgehender kreativer Bestimmung in Weisheit ist gegeben.

Und wie es auch bei den Sohns-Bezeichnungen, so muss auch bei der Frage, ob Jesus ein Prophet oder gar mehr war, nicht nur nach der Funktion, Bedeutung und Herkunft der biblischen Propheten gefragt werden. Vielmehr stellt sich die Frage: Was galt bereits den Propheten als schöpferisches Wort? Wo nahmen sie die bisher nur für Beschnittene geltende schöpferische Vernunftbestimmung her? Wäre da nur der gelesene junge Jude gewesen, der mit prophetischem Anspruch auftrat,  dann wäre nur ein Angeber mehr auf der Welt gewesen.

Doch die Gnade ist gegeben. Das Weltgericht, das sich in den Reden des historischen Jesus bereits zeigt, wie in dessen Leben, ist in der Vernunft der Zeit zu verstehen. Wer als Menschensohn Weltenrichter war und auch über die richtige Religiosität befand, war zweifelsfrei kein junger Mann. Es war, wie historisch zu beobachten, die in Schöpfung begründete Vernunft. Die bereits von den biblischen Propheten als schöpferisches Wort verstanden wurde und jetzt weltgültig war.

Es ist völlig abstrus, einem hellenistisch-jüdischen Denken, das in Moses die wahre Philosophie/Vernunftrede sah, wie sie bei den götterhörigen griechischen Philosophen zu bedeutungslos blieb, unterstellen zu wollen, was heutige Hypothese ist. Wie sollen Denker, die nach einer Neubegründung des alten prophetischen Bundes suchten und das in der Vernunft fanden, einen jungen Angeber, der mit seinen Bundesbrüdern aus einem Kelch trank, nach seiner Hinrichtung zum wahren Propheten oder mehr gemacht haben? Was sollen solche Märchen an der Hochschule?

Wenn der historische Jesus die alte Prophetie intensivierte/radikalisierte, dann kann das kein besserwissender Handwerksbursche als Weisheitslehrer gewesen sein, der dafür bewusst den Tod in Kauf nahm. Das ist auch Quatsch, wenn man sich betrachtet, was die alten Propheten auszeichnete, woher sie kamen und wie sich begründeten.

Die Gnade des heute gegebenen Wissens sagt uns, dass der biblische Monotheismus nicht entstand, weil da ein Bergwanderer mit Namen Moses Steintafeln fand, eine Engelsstimme aus dem Dornenbusch… Da wurde nach großer Befreiung und dem Zug durchs Meer im Volk auch kein Blut als Bundeszeichen verspritzt. Was wie Sie sagten, die Vorlage für das Blut des Neuen Testamentes lieferte. Das sind Bilder. Die geschichtliche Realität liegt eindeutig im ewigen Exil, wo Esra und Nehemia nicht einfach Hofbeamte des Perserkönigs waren. Auch das sind Bilder einer geschichtlichen Wirklichkeit. Denn  wie hebräische Himmelsbeobachter, die Schöpfung in Schrift fassten (Wort Gottes) im Weiterdenken der persischer Philosophie vom kreativen Ganzen  den prophetischen Bund vom einen Wort/einer Bestimmung bedachten, liegt nach heutigem Wissen auf der Hand. (Zarathustra spricht darüber nach dem, was wir über ihn oder Dareios & Co. kennen, unter www.jesus-lebt-wirklich.de ) Auch wie bei der dann nur für Beschnittene geltenden Bestimmung die aus Ägypten kommende kosmologische Theologie einfloss, ebenso wie die Kultbilder, war bereits dem hellenistischen Judentum bekannt. Und wer dann den dort bebilderten neuen prophetischen Bund in einem prophetischen Schwätzer begründen will, der „nachösterlich“ verherrlicht wurde, der  macht so die Unhaltbarkeit der heutigen Hypothese offensichtlich.

Der verrückt gewordener Jude, der sich über die Thora stellte oder auch nur so ausgegeben  und später zu Gott gemacht wurde, erweist sich als Hirngespinst. Der ist historisch nicht haltbar, mit den hellenistischen Verfassern der Texte nicht machbar.  Wer dem in Vernunft philosophisch über die letzten Dinge denkenden hellenistischen Judentum unterstellt, die Auskunft darüber aus dem Mund eines historischen Handwerksburschen genommen  oder die diese dem nachösterlich angedichtete zu haben, macht sich nicht lächerlich, sondern schreit nach neuem historischen Verständnis.

10.  In schöpferischer Vollmacht zu reden, setzte Verstand voraus

Der neue Verstand in schöpferischer Autorität zu reden, lässt sich im philosophischen Judentum beobachten. So wie heute das Wissen um die öko-logische Ordnung und die evolutionäre Kultur-Geschichtserfahrung sagt, was für Menschen geboten, auf kreative Weise sinnvoll ist, machte sich das hellenistische Judentum Gedanken über das rechte schöpferische Leben. Mit einem jungen Guru wäre das alles, was  vom oder über das christliche Wesen gesagt wurde, in keiner Weise zu machen.

Als Stellvertreter kosmischer Vernunftordnung auf Erden galt den Juden nicht der Kaiser, sondern die jetzt als Wort verstandene Vernunft allen Werdens, die Lieferant menschlicher Weisheit und beim Abendmahl Jesus anwesend war. Das jüdische Mahl war mehr als das griechische Symposium. Hier saß die in schöpferischer Autorität begründete Vernunft als Herr (Ratio) und König der Juden mit am Tisch, hat gesprochen. Aber keinesfalls ein eschatolischer Junghandwerker, der mit seinen Freunden Blutsbrüderschaft trank von diesen nach seinem Tod „nachösterlich“ verherrlicht wurde. Wenn aus dem jüdischen Trinkgefäß im Tabubruch ein Becher wurde, dann hat hier der neue Bund schon gegriffen: Gleichheit, Gemeinschaft und Vollmacht war durch kreative Vernunft allen Werdens/des Weltganzen gegeben.

Und dass nicht zufällig 12 junge Männer am Tisch saßen, ist doch jedem klar, der dabei von den Stämmen eines Israels spricht, das jetzt für die gesamte Welt offen war.  Auch dass der Prophet in Jerusalem sterben musste, war wörtliche Rede der Vernunft in kultureller Entwicklung. Es begründet sich in der ewigen Reise nach Jerusalem, das als Zentrum des Wortes und königlicher Weisheit gilt und nicht in den Worten eines Exorzismus treibenden Tempelrebellen, der hier seinen Tod voraussagte.

Wer der der verfallenen Tradition den Teufel austrieb war so wenig ein Weisheitslehrer, wie sich die Reformation allein in Luthers Thesenanschlag begründen lässt. Für diesen war Christus noch gegeben, gegenwärtig in der Schrift. Doch woher heute der heilspredigende Junghandwerker genommen wird, wenn davon selbst die jüdischen Gelehrten, in ihren synoptischen  Gottesreich-Geschichten, vom weltgültigen Wortes als wahren König demokratischer Vernunft nichts schrieben, bleibt ein Rätsel.

Wer bekennt, wie Johannes vom Weltenlogos als dem historischen Jesus schreibt und wie auch Paulus, der ebenso von diesem ausgeht, kein Interesse an einem jungen Mann gehabt hätte, der kann seinen Hörern nicht weiter das Märchen von einem jungen Mann auftischen wollen. Der dann auch bei den Synoptikern von der eigenen Kerygmatik verschlungen wurde. 

11.  Sackgassen der Jesusforschung zwingen einen neuen Anfang zu suchen

Nachösterliche und historische Wahrheit lässt sich nicht trennen, da dem Neuen Testament der Tod und der aufgeklärte Verstand des Alten als Josua, lat. Jesus vorausging. Die liberale Theologie, die sich auf einen jungen Mann zu stützen suchte, völlig jenseits der christologischen Lehre,  musste scheitern. Weil alle Zeugnisse nachösterlich, damit jedoch keine Verherrlichungsrede, sondern im Sinne eines neuen Verstandes waren. Bereits Albert Schweitzer machte deutlich, wie die liberale Theologie dann nur sich selbst in das Neue Testament hinein las. Ähnlich wie Heiner Geißler in seinen Jesusbüchern einen sozial-politischen Rebellen beschreibt.

Und wer wie Sie selbst die Logien-Quelle nach Ostern verortet, sagt alles. Dass Lukas, dessen Doppelwerk sie in der Vorlesung über „Athen und Jerusalem“ als Bildungsliteratur für sozial Arrivierte beschreiben, im Gegensatz zu Matthäus, der sich für diesen nicht interessierte, zu einem jungen Mann zurück wollte, haben sie doch selbst als Märchen entlarvt. Wer wie Lukas hellenistische Bildung betrieb, wollte nicht zurück zu einem hochgejubelten Handwerksburschen, den er jetzt im griechischen Stil als herrlich beschrieb. (Wie sich alles, was der als Markus in die Geschichte eingegangene hellenistische Gelehrte, der die Vorlage auch für Lukas und Matthäus lieferte, in der Geisteswende des philosophischen Judentums begründen ist, wird unter www.jesus-lebt-wirklich.de an einer zeitgemäßen Markusinterpretation beschrieben.)

Da sich auch die Bultmann-Schule, die sich dann nicht für den historischen jungen Mann interessierte, sondern die Christologie, ebenso als Sachgasse erwies, weil ohne historische Begründung nur heiße Luft ist, muss in neuer Weise gefragt werden.

Wenn nur noch ein armer Schlucker (angeblich ein Fresser und Säufer) bleibt, der von seinen Freunden und der späteren Kirche in dem hoffnungsfrohen Himmel gehoben wurde, ist auf neue Weise zu fragen, um was es anfänglich wirklich ging. Die Tretminen des Minenfeldes,  von dem sie beim Versuch der Vermittlung zwischen geschichtlicher Realität und Glaubenslehre sprachen, lassen sich aus dem Weg zu räumen. Sie brauchen nur einmal die Scheuklappe der Heilsprediger-Hypothese abzulegen, die den Blick auf die jüdische Bildung der Zeit Jesus und die in Schöpfung begründete Vernunft verhindert.

Der historische Jesus lässt sich dann nicht nur geschichtlich fassen als genau der, der in hohen Tönen gelobt wird. Vielmehr wäre es Ihre Aufgabe, die heute –ähnlich wie in der Stoa - politisch vergeblich gepredigte Vernunft als eine schöpferischer Bestimmung zu vermitteln. Wie sie den aufgeklärten Juden als Theologie, vernünftig Rede von dem galt, was den Propheten gottesbildfrei schöpferisch wesentlich war und sein wird. Und was damit in frühen Gemeinden gelebte, gemeinsame schöpferische Verant-wort-ung war. Damit etwas war, das weit über die Stoa hinausging, gelebte Bestimmung und nicht nur philosophische Rede und gutgemeinte Predigt.

Leider haben Sie in Ihrer Vorlesung zwar vom marxistischen Jesusverständnis gesprochen oder dem jüdischen „Bruder Jesus“, jedoch mit keiner Silbe die ernsthaft forschenden Neutestamentler erwähnt, die als Wurzel-/Radikalkritiker bereits den in griechischer Philosophie begründeten Logos als das historische Wesen Jesus nachzeichneten. Für die Radikalkritiker, denen unterstellt wurde, den historischen Jesus abzustreiten und gegen eine Logos-Spekulation ersetzen zu wollen, war es noch zu früh. Doch heute wissen wir, dass die Vernunft, nach der auch das philosophisch-aufgeklärte Judentum alles natürliche Werden, wie die menschliche Kultur und ihre Bilder erklärte, so wenig eine Logos-Spekulation war, wie heutige Ökologie- und Evolutionslehre und daraus abgeleitete Weltvernunft, die politisch diskutiert wird. Und ebenso wissen wir, wie in einem Denken, das die Vernunft als schöpferische Bestimmung im Sinne Josua verstand, das Neue Testament wie seine Texte entstanden, damit der historische Jesus ein Realität war.  

Wer seine Hörer mit der Halluzination entlässt, nach der ein gehängter Halbstarker durch seine Freunde in den Himmel gehoben wurde, versäumt über eine für alle Kinder Abrahams ursprünglich geltende, alle Kulturgrenzen überschreitende Vernunftbestimmung nachzudenken. Die Vernunft, die auf Weltgipfeln, wie selbst von den Kapitalismusgegnern als grenzenlose Solidarität ohne kulturelle Aufklärung vergeblich herbei beschworen wird, in Heidelberg als eine gemeinsame schöpferische Stimme zu vermitteln, die in jeweiliger Kultur singend und betend zu vertiefen ist, dazu hätten Sie die Chance.