Geschichte Jesus in Geschichtsrealität

Wo (in Wirklichkeit erst seit der Übersetzung von Hoheitsbezeichnungen in Latein) Jesus steht, ging es nicht um einen jungen Mann als Christus. Der, wie von wurzelkritischer Islamforschung inzwischen nachgewiesen, dann auch noch zu Mohammed "umgemünzt" wurde. Christentum und später auch der Islam sind aus dem Logos, damit der den Mythos und seine Gottesbilder verdrängende Vernunftlehre antiker Aufklärung erwachsen, die heute gerade den aufgeklärten Glaubensgegner besonders heilig ist. Am Anfang galt die Vernunftlehre, deren kulturhistorisches Verständnis im heutigen Kampf der Kulturen mehr als Not-wendig ist

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Die moderne Kommunikationslehre macht heute klar, warum einfach begreifbare bildhafte Geschichten mit emotional ansprechenden Gestalten/Gesichtern notwendig sind. Gleichzeitig ist das Wissen gegeben: Der als Christus verherrlichte Wanderkyniker erweist sich als ein Kurz-schluss. Ebenso die gesamte heutige Kritik, die von einem jungen Guru ausgehend nicht nur das Neue Testamentes, sondern den historischen Jesus selbst in Zweifel zieht und dann nur Lug und Trug hinterlässt: Göttersagen oder alte Glaubenslehren, die angeblich auf einen jungen Glaubenrebellen übertragen oder als fiktives Bild entworfen wurden. Dort, wo uns heute ein charismatischer junger Mann anstrahlt, ging es von Anfang an um die aus dem kreativen großen Ganzen abgeleitete Vernunftlehre (Logos). Die im namen- und bildlosen prophetischen Kult (Moses) vorgedacht war und in antiker Aufklärung den Mythos ablöste. Eine Vernunftlehre, die den unsagbaren Grund allen Seins der Väter offenbar machte. Und die auch in ihrer menschlichen Ausdrucksweise kein Scheinwesen war. So im Laufe der Geschichte die griechischen Götter/Götzenbilder und leere jüdische Gesetzlichkeit verdrängte. Daher mit dem alttestamentlichen Josua oder jüdischer Weisheit identifiziert wurde, lat. Jesus. 

Die aufgeklärt zu verstehenden Kult-Bilder und -Geschichten, die in Kritik stehen und heute oft zur Ablehnung christlicher Kultur führen, sind nicht die eigentliche Geschichte. "Zarathustra" zeigt beispielswiese die nie in Mythen, sondern in kreativer Natur begründete Tradition auf. Denn ohne die Wurzeln des monotheistischen Kultes im nun in Vernunft erkärten kreativen Ganzen zu beleuchten, hat die Rede vom christlichen Wesen keine Realität. So bleibt eine unrealistische Rede von einem Gott, den dann die polemische Kritik als Spagettimonster darstellt. Gleichzeitig schriftgelehrtes Blättern in einem gestrigen Kultlesetext. Von dem wir wissen, dass es dort nicht um banale Geschichtsschreibung ging. Daher wird hier nicht weiter historische Kritik am biblischen Bild betrieben, sondern diese voraussetzend nach dem bebilderten Wesen gefragt.

Wenn wir wissen, dass die Evangelien ganz unterschiedliche Geschichten von einem schöpferischen Wesen erzählen. Die Unmenge der außerkanonischen Evangelien auch völlig absonderliche, die nichts mit dem Leben eines jungen Mannes zu tun haben können. Und dass fast alle Aussagen der bekannten Evangelien alttestamentlichen Texten oder heidnischer Tradition entspringen. Allein dann können wir daraus nicht weiter die Lebensgeschichte eines Wanderpredigers herleiten wollen.  Vielmehr müssen wir fragen, was der Grund war, dass die alten Hoffnungen als erfüllt gesehen, die alten Geschichten und Gestalten neu gezeichnet wurden.

Und wenn klar ist, wie es am Anfang um den Logos, die den Weisheitslehren zugrunde liegende Vernunft ging. Wie nicht nur Evangelien wie Thomas Weisheitstexte sind. Vielmehr nach heutiger Quellentheorie zur Geschichte ausgestaltete Weisheitssprüche "Q" als Herkunft der synoptischen Evangelien gesehen werden. Dann können wir doch nicht annehmen, da wären die nächtlichen Eingebungen eines Wanderkynikers heimlich mitgeschnitten und dann zu einer Jesus-Geschichte ausgebaut worden. Vielmehr macht auch die heutige Quellentheorie klar, dass die Götter und Gesetzlichkeit vertreibende Vernunft-/Weisheitslehre antiker Aufklärung der Lieferant für die gestalteten Geschichten war. Bei deren Grund es um eine Weisheit, eine Vernunftlehre/Wort ging, das nicht menschlich gezeugt war. Die so wie heutige Weisheits- oder Ökologielehren, aus dem kreativen großen Ganzen oder der Evolutions-/Geschichtserfahrung (beides natürliche Schöpfung) abgeleitet wurden.

um 1400 - 1300 v. Chr. das kreative Ganze meißelt Götterbilder aus

Echnaton und Nofretete mit ihren kindern Bilder Museum Neues Museum 

Echnaton und Nofretete (mit die treibende Kraft einer kulturpolitischen Revolution erster monotheistischer Weltdeutung) erinnern nicht zufällig an Josef und Maria. 

Auch wenn noch niemand von Josua, lat. Jesus sprach. Die Geschichte Jesus beginnt bereits in der Amarna-Zeit beim Vater des Pharos, der sich dann Echnaton nannte. Hier wurde nicht nur mit Blick auf die Sonne ein erster in der Kreativität des Ganzen begründeter Kult entwickelt, der sich später in Moses  bzw. bei den Propheten fortsetzte. Auch die Götterbilder wurden ausgemeißelt, wofür später Josua, lat. Jesus stand.

Wahrscheinlich der nicht die Tradition integrierende radikale Schnitt führe dazu, dass dieser rationale Kult der Sonnenkreativität wieder völlig vom Erdboden verschwand. Doch auch er ging nicht ganz verloren, sondern setzte sich in teilweise bereits trinitarischen ägyptischen Theologiemodellen fort und blühte in Synthese mit persischer Philosophie vom kreativen Weltgeist (Zarathustra) im prophetischen Monotheismus wieder auf. Auch wenn hier für den Kult vom kreativen großen Ganzen der heute gängige Monotheismus-Begriff verwendet wird. Es war das Gegenteil von dem, was heute als monotheistischer Glaube an eine vorgesetzte Gottesvorstellung, meist gegen oder unabhängig von aller Naturwissenschaft gilt. Weder in der Amarna-Zeit, noch bei den Propheten oder dann im christlichen Kult ging es um ein vorgesetztes, exklusives Gottesbild, das zu glauben wäre, dann in Absolutheit anderen Gottheiten entgegengestellt wurde. Die zur Zeitenwende dann als Natur vernünftig erklärte (im Logos offenbare) Kreativität des Ganzen war von Anfang an der Grund des Kultes, der wie bei Echnaton die des traditionsorientieren Geister bzw. Gottesbilder des Aber-glaube vertrieb.

Man muss sich beispielsweise die Begeisterung für die kreative Natur vor Augen führen, die aus dem berühmten Sonnengesang spricht. Wer dann noch den erneuerten Monotheismus und seine Göttervertreibung in einem jungen Mann oder einem Hirngespinst des Glaubens begründen will, der kann alles Wissen - auch um die ägyptische Hochkultur und ihr erstaunliche Kenntnis über kosmische Maße und Weltmodelle - in die Tonne werfen. Was nutzt alles Wissen um die Wurzeln unserer Kultur, wenn sich dann die westliche Welt auf einen wundertätigen Wanderkyniker berufen will, der auf geheimnisvolle Weise verherrlicht wurde, so zum reiner Mythos wird?

In Ägypten beginnt eine Tradition, die sich in einer kreativen Realität  des rationalen Weltganzen begründet. Was zwar bereits auf uns unvorstellbare Weise erkundet war. Aber dann durch antike Aufklärung von den griechischen Naturphilosophen in Vernunft begründet wurde. Ein junger Guru hat auch mit dem prophetischen Kult der himmelbeobachtenden Hebräer, die sich dann vom Personen- bzw. Pharaonenkult befreiten, nicht das Geringste zu tun. Jede Ausgrabung, jede geschichtliche Beschreibung und Bildungsreise oder jeder Museumsbesuch sind pure Zeitverschwendung, wenn bei  all dem, was wir über die antiken Hochkulturen wissen, dann ein plötzlich ein Heilsprediger als Grund des neuen bildlosen jüdischen Kultes gelten soll.

ab 600 v. Chr. Geburt der Vernunft, gleichzeitig Religionskritik

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Man muss sich klar machen, welch gewaltige Wende es war, als die Griechen begannen, alles Werden und dann auch die Götter und den Kult in Vernunft zu erklären. Bereits die Vorsokratiker, von denen Heraklit den Begriff des Logos prägte, gelten als Väter genau der Vernunft, die später den Kaisern, Kalifen und Kirchenväter heilig war. Doch man begann nicht nur die Welt in natürlichen universalen Prinzipien bzw. in Vernunft zu erklären. Bereits die Vorsokratiker setzte sich gleichzeitig auch kritisch mit bisherigen Glaubensvorstellungen auseinander.

Wer nicht nur neutestamentliche Buchstabenwissenschaft betreiben, sondern ernsthaft überlegen will, wer der Logos war, den alle frühen christlichen Denker als Christus sahen. Und der später mit Josua identifiziert wurde, Der muss bereits den Vorsokratikern über die Schulter schauen. Ebenso Sokrates, wo die kreative Vernünftigkeit für das menschliche Verhalten ausdiskutiert wurde. Was dann im Platonismus oder zur sog. Zeit Jesus in den Verhaltenslehren der Kyniker oder Stoa aufgingen. Dass aber die bereits von Sokrates ausdiskutierte griechische Vernunftlehre (der Logos)  in einem jungen Wanderkyniker als Heilsbringer zur Welt gekommen sein soll, das stellt alle Vernunft auf den Kopf. Warum aber die Menschen auf Kult(ur)bilder  angewiesen sind, die kulturelle Ausdrucksweisen (Fleischwerdung) kreativer Wesenheiten  keine Scheinwesen waren, sondern Kreativität in Kultur, war bereits den griechischen Vernunftlehrern klar.

597 - 539 v. Chr. Vernunft verdammt die Götzenopfer

 

 

Und wer dann das Wissen über die Entstehung des prophetischen Kultes in sog. Exilszeit, am Hof der persischen Philosophie "Zarathustra" ernst nimmt, der muss bei heutigen Hypothese als Kind zu heiß mit dem Jesuskindlein gebadet worden sein. Wie sonst kann er weiter einen jungen Charismatiker als Erneuerung bzw. neuen geistervertreibenden Josua, lat. Jesus annehmen. Der bereits bei den Alten, wie später der Logos bei noch christlichen Kalifen, ins gelobte Land "Leben in Vernunft und kulturellen Friede" führen sollte.

Denn auch dass die Kult-Geschichten vom Auszug aus Ägypten, der wundersamen Wanderung in der Wüste, ebenso wie eine gewaltsame Landnahme oder die alten Königsgeschichten keine Geschichtsberichte im banalen Sinne sein wollten, ist heute klar. Wir wissen, dass der jüdische Monotheismus im Weiterdenken ägyptischer Tradition in Persien, wo die Philosophie Zarathustra galt, entstanden ist. Er hat auch nichts mit einer archäologisch noch machbaren Arbeiterflucht aus Ägypten zu tun, sondern ist im sog. Exil philosophisch-theologisch entworfen wurde. Die alttestamentlichen Geschichten werden daher  als eine erzählende Rückprojektion gesehen, die so wenig wie die Jesus-Erzählungen eine Realgeschichte sein wollen.

Man muss sich die vom kreativen Ganzen/Weltgeist ausgehende geltende Philosophie und ihre Lehre vom "gut Denken, gut Reden und gut Leben" vor Augen führen. Und wie in Zarathustra Götter wie Mithras bereits auf vernünftige Beine gestellt oder abgelöst wurden. ( "Zarathustra" und "Morgenröte") Um zu erkennen, wie absurd die Hypothese ist, dass ein Heilsprediger die Erneuerung all dessen gewesen sein soll, was wir von den Propheten der Exilszeit wissen.

Wissensverweigerung ist es auch, die himmelsbeobachtenden Hebräer zu kennen, die Schöpfung in Schrift  verfassten (Wort, Vernunfthandlung) oder die jüdische Weisheitslehren, die sich wie die Kabbala in (noch mythischen) Weltmodellen begründeten. Und dann weiter von einem leiblich oder im Geist seiner Anhänger wie eine Art Gott wiedererweckten Wanderguru als das wahrhaft Jüdische ausgehen zu wollen.

Man kann darüber streiten, ob die Hebräer bereits aus den griechischen Vernunftlehren schöpften oder umgekehrt. Oder ob von einer Gleichzeitigkeit der Erkenntnis auszugehen ist, die auch andere Teile der Welt . bis zu den Maya oder den asiatischen Lehren umfasste. Fest steht: Die frühe Vernunft hat bereits bei Moses "geboten", wie eine menschliche Gesellschaft im Miteinander funktionieren muss. Auch warum es nur eine unsagbare kreative Macht anzuerkennen gilt und das "goldene Kalb" (die Gotttesbilder- bzw. Vorstellungen und deren Opfer) für die Kulturprobleme der Zeit verantwortlich gemacht wurden, war bekanntlich Thema der Propheten. Wie man dann  aus späteren Texten, die beschreiben, wie dieser prophetische Kult (Moses als Monotheismus und Josua für die Vertreibung der Götzen) in Erfüllung gehen sollte, einen jungen Guru oder ein Konstrukt des menschlichen Glaubens (goldenes Kalb) herleiten will, das ist unerklärlich.

336 bis 30 v. Chr. Hellenismus

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Hier kann nur auf den großartigen Geist verwiesen werden, der eine aufklärerische Zeitepoche darstellt, in der sich die griechischer Vernunftlehren im gesamten Mittelmeerraum bis Indien ausbreitete. Die griechische Philosophie mit ihren verschiedenen von Vernunft ausgehenden Lehren, beispielsweise Platonismus, Kynik, Stoa, Epikur gingen aus dieser Epoche hervor. Grieche war man nicht aus Geburt, sondern Vernunft. Dass dann ein junger Jude als Logos/Vernunft gelten sollte, das ist völlig absurd.

Wobei die Aufklärungszeit des Hellenismus gleichzeitig deutlich macht, wie das Judentum nicht nur in Alexandrien  nach einer Synthese suchte. Denn die nun immer universaler werdenden jüdischen Weisheitslehren lehnten nicht die Vernunftlehre, sondern genau deswegen die hellenistischen Götter ab. Doch auch im Griechentum zeichnete sich immer mehr eine Auseinandersetzung mit den traditionellen Kultvorstellungen ab. So wurden die Götter in Vernunft erklärt und im philosophischen Monotheismus von einem "Göttervater" gesprochen.

Man muss sich die Zeit antiker Aufklärung vor Augen führen. All das,was wir heute an Wissen darüber haben. Wer dann immer noch behauptet, da sei ein junger Jude mit Namen Jesus gewesen, zu dem sich dann nicht nur die bisher die schöpferische Weisheit verherrlichenden Juden, sondern auch griechische Denker/Theologen bekannten. Oder da sein völlig unabhängig von einem zweibeinige Guru ein himmlisches Wesen in die Welt gesetzt worden. Dem scheint die im Hellenismus herrschende Vernunft völlig abhanden bekommen zu sein. Der kann dann auch germanisch Kulterzählungen betrachten, wie wenn die Gebrüder Grimm bei der Zahl von sieben Geißlein nur etwas übertrieben hätten. Weil die nicht in den Bauch eines Wolfes passen. (Denn so ähnlich funktioniert heute historische Kritik. Die dann einem Heilsprediger nach und nach all das aus der Hand nimmt, was an Bedeutungsaussagen bebildert ist.)

ab 200 v. Chr. Jüdische Reform Weisheitslehren, Wiege Jesus

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Die jüdische Weisheitslehre, wie sie insbesondere in der Bildungsmetropole Alexandrien auch als Reformjudentum (Philo) galt, stand Athen nichts nach. Man muss sich allein die Modelle der jüdischen Weisheitslehren oder Weltentstehung/Wirkungsweise vor Augen führen, wie sie auch von der Kabbala (jüdischer Tradition) bekannt sind, um die Hypothese vom Heilsprediger über Bord zu werfen.

Neben dem Reformjudentum der Bildung Alexandriens, an dessen Logos/Vernunft-Christologie die Kirche später anknüpfte, zählt Moritz Friedländer zahlreiche Bewegungen auf, die in der Auseinandersetzung mit dem Hellenismus erwachsen sind. Auch die Makkabäer, die sich zwar nicht der griechischen Weisheit und Vernunft, sondern den hellenistischen Göttern oder dem Kaiserkult verweigerten, sind dabei zu berücksichtigen. Nicht eine dieser vielfältigen Bewegungen ist aus einem jungen Mann entstanden. Die Vernunftlehre antiker Aufklärung hat zu eine geistigen Auseinandersetzung auf vielfacher Weise geführt. Insbesondere im Reformjudentum Alexandriens galt nachweislich der Logos, die Vernunftlehr antiker Aufklärung als das, was den Juden "Wort" war. Aber auch in Qumran haben Weisheitslehren, die nicht aus der Hosentasche von einzelnen Heilspredigern, sondern in den Vernunftlehren des Hellenismus erwachsen sind, den Ton angegeben. Auch rund um Jerusalem wurde nach einem "neuen Bund" (Verstand des Wortes, hebr. schöpferische Vernunfthandlung) gesucht. .

Und selbst die heute rekonstruierten großartigen Kultbauten Herodes, der auch für Heiden zugängliche Jerusalemer Tempel und die Theater sind Zeugen des vergeblichen Versuches, die Kulturen zu versöhnen. Allein der heute mögliche elektronische Rundgang durch das antike Sephoris gibt gute Einblicke über die Hochkultur, bei der ein junger Heilsprediger nicht das Geringste bewirkt hätte. Denn dass ein junger Zimmermann aus Sephoris Vorort Nazareth, der vor seinem gesellschaftlichen Ausstieg angeblich gemeinsam mit seinem Vater an den Theatern mitbaute, etwas mit der kulturellen Synthese (Ver-söhnung der Kulturen) zu tun hatte, ist ein schlechter Witz. Wie aber die griechische Vernunftlehre auch den jüdischen Monotheismus auf neue Beine stelle, den ritusversessene tauben Tempelkult und die zum Selbstzweck gewordene Gesetzlichkeit auf vernünftige Beine stellte, ist bekannt. Dass ein junger Mann von Juden als eine Art Gott oder als wahrer Tempel (Vergegenwärtigung schöpferischer Realität) gesehen wurde, das schließt sich ebenso aus, wie dass bei Griechen ein Guru zu den bekannten Ehren gekommen wäre

Im Logos/der Vernunft, die uns heute wieder völlig selbstverständlich ist und die kein metaphysisches Glaubenskonstrukt war, entstand der philosophische Monotheismus des Neuplatonismus, der dabei von einem Göttervater Zeus sprach. Hier sind alle bekannten philosophischen Lebenslehren, wie auch der christliche Kult begründet, der sich zwar anfänglich auf den Zeus-Pantokrator berief, aber den traditionellen Götterbildern verweigerte.

Griechische Vor-bilder des biblischen Jesus

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Die menschliche Kult(ur) braucht Phantasiebilder im evolutionären Wandel. Dies wird heute von Neurobiologen oder selbst von atheistischen Evolutionswissenschaftlern belegt. Ebenso, wie die Sinnhaftigkeit eines die menschliche Emotion ansprechden Kultes für ein funktionierendes Gemeinwesen. Isis, Osiris, Mithras, Apollo, Asklepios & Co. standen für kreative Wesenheiten, die nicht von Menschen gezeugt waren, Daher ist es mehr als verständlich, wie im ewigen Kultur-Memory die alten Bilder in antiker Aufklärung neu aufgedeckt (in Vernunft erklärt) in den neuen Kult vom "einen Sohn" mit einflossen. Die Kultur-Geschichten wurden nun in Vernunft erklärt, als erfüllt gesehen und in den Bibellesern bekannten Kult-Geschichte(n) weitergeführt.

Doch Asklepios, der als Vor-bild für zahlreiche biblische Heils-Geschichten gilt, war für das antike Denken kein menschliches Wesen. Dessen Heilungen Drewermann tiefenpsychologisch erklären will oder man als Verherrlichungsliteratur für einen jungen Mann betrachtet. So wenig wie man in Mithras & Co. oder dem dann für das Gesamte stehenden Zeus-Pantokrator einen Guru sah, kann es in dem nun auch für Griechen geltenden universalen Judentum um einen Wanderkyniker gegangen sein, der nur als jungfräulich geboren ausgegeben wurde. Zeus oder Jupiter sind Kultnamen für den Monismus antiker Aufklärung, bei dem alles mit allem zusammenhängt. Eine Vernunftwirklichkeit, die von Menschen bezeugt, aber nicht gezeugt war. In griechischer Tradition wurde dabei von Zeus als Väter aller nun in Vernunft erklärten Götterfiguren gesprochen. Doch wenn man weiß, wie der Zeus-Pantokrator noch die griechische Übersetzung der Bibel bestimmte (ob Evangelien oder Briefliteratur) und das Vorbild für das Kultbild des Logos-Christus wurde. Wie kann man dann um Himmels Willen weiter einen jungen Wanderkyniker als den großen Heilsbringer hinstellen oder dessen Bedeutung nur abstreiten, seine Mutter dann nur als eine "jungen Frau" sehen wollen?

Zeitenwende: Nach Augustus geht die Autorität an die Vernunft

  

Der Großneffe Caesar zählt nicht nur als erster römischer Kaiser, sondern wahrer Augustus, Herrscher echter Vernunft in einer für diese Epoche erstaunlichen Friedenszeit. Selbst Juden (Josephus Flavius)setzten daher in ihn ihre messianische Hoffnung. Der Grund christlicher Evangelien-Literatur war die frohe Botschaft vom römischen Augustus-Heiland (Evangelium). Dem die auf die Vernunft selbst setzenden christlichen Evangelien-Geschichten wie Markus und Lukas auch in ihrer Form kontrastierend entgegengestellt wurden.

Auch hier muss man sich die Friedenszeit des in Vernunft lenkenden Kaisers möglichst in Detail vor Augen führen. Um dann das Märchen vom bösen Römer, an dessen Stelle selbst von römischen Denkern/Theologen ein junger Jude als Messias verherrlicht wurde, auf die Müllkippe zu werfen. Warum aber mit den Nachfolgern wie Nero die in Augustus gesetzten Hoffnungen nicht zu machen war, die auch im Senat  oder den Verhaltenslehren geltende Vernunft die Autorität des Kaisers in Frage stellte, wird von "Seneca" dargestellt.

Und hier begann auch die Zeit der Christenverfolgung: D.h. erstmals verweigerten sich nicht nur Juden, sondern auch Römer der Leberschau und dem bisher staatstragenden Kult der Kaiser- und Götteropfer. Für sie galt der Logos (die Vernunftlehre antiker Aufklärung) als Lebensmaß und Grund des Kultes. Was von den Anhängern der Tradition mit "Christen" bezeichnet, als höchst staatsgefährdend gesehen und mit dem Tode bestraft wurde. ("Kritiker anf. Christen") Auch wenn hier noch nicht von Josua gesprochen wurde. Das Vertreiben der Götzenopfer durch die nun auch römisch-griechischen Vernunftlehren, muss mit dem gleichgesetzt werden, wofür Josua stand: Jesus, aus dem Stamme Davids (königlich-jüdischer Weisheit) war geboren.

Eine von Vernunft ausgehendes monotheistisches Paradigma: Paulus  

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Wer mit Paulus (wie hier ein Tuchmaler als Wendepharisäer rekonstruiert wird), auf Reisen war, der hat den Blick für die Realität verloren. Doch von einem durch Halluzination gewendeten Sektenverfolger als Überredungskünstler können die vielfältigen Bewegungen, die heute als Urchristentum gelten, unmöglich ausgegangen sein.

Wir wissen um jüdische Reformbewegungen, ebenso wie Griechen, die sich zum bildlosen jüdischen Monotheismus bekannt und jetzt die Götteropfer ablehnten. Auch mit Blick auf die Vielzahl von Erkenntnislehren oder Bewegungen, heute sog. Bischofsitzen in ganz Nordafrika, die die Vernunft auf ganz verschiedene Weise definierten, muss Paulus auf neue Weise gesehen werden. Dass ein Wendepharisäer nach einer Halluzination die Sekte eines jungen Mannes nicht weiter verfolgte, sondern (evtl. gemeinsam mit seinem Freund Petrus) die Menschen rund um das Mittelmeer zum Glauben an dessen Gottheit überredet hätte (wie im wörtlichen Verständnis der Apostelgeschichte nicht nur bei Paulusreisen gelehrt wird) das ist einfach absurd. Nicht nur im Hohelied der schöpferischen Liebe, das diese neben der Erkenntnis und prophetischen Rede als Lebensvoraussetzung verdeutlicht, spricht Weltliteratur. Paulus war kein einzelner Wendepharisäer, sondern ein götterbildfreies Paradigma, das wie die Kritik heute erklärt, aus antiken Vernunftehren/Erkenntnisschulen erwachsen ist. Der "gefälschte Paulus" ist die nicht die bekannte Paulusliteratur, der antike Vernunftlehre zugrunde liegt. Falsch ist eine Leseweise, die nicht von Vernunft ausgeht, Paulus zum Lehrer traditioneller Verhaltensvorschriften/Gesetzlichkeit oder einem Christus-Mythos macht.

Was nachweislich war, ist ein neues monotheistisches Paradigma mit ganz unterschiedlicher Ausprägung. Doch mit keiner der von verschiedenen Vernunft-/Weltmodellen ausgehenden Erkenntnislehren antiker Aufklärung, die die Vernunft auf ganz unterschiedliche Weise definierten und zu teilweise absonderlichen, auch weltverneinenden Lehren führten, ist ein junger Mann als Gott zu machen. Allein dann dem von Vernunft/Logos ausgehenden Marcionismus, der aus Abgrenzung vom Alten Testament für die Kult-Lese einen ersten Kanon mit 10 Paulustexten oder einem Lukasevangelium (ohne alttestamentlichen Bezug) einen jungen Mann mit Namen Jesus oder bei Paulus nur eine Wendepharisäer unterstellen zu wollen, ist mit Wahnsinn schon nicht mehr zu beschreiben. Doch noch weit weniger, wie dem sich vom Alten Testament abgrenzenden Marcionismus, ist den neuen monotheistischen Denkweisen, die an die jüdische Tradition anknüpften und das Alte Testament in ihren Kanon mit aufnahmen (später Kirche), ein junger Mann als mehr oder weniger Gott zu unterstellen.

Wendezeit: Wilde Jahre an der Wiege des Vernunftkultes

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Nicht nur in den dicken Büchern bei Herder über die vielfältigen anfänglichen christologischen Bewegungen lässt sich ein Eindruck über die Diskussion um das Wesen der Vernunft gewinnen. Der Glaubensgegner Rolf Bergmeier, der an anderer Stelle die Hochzivilisation der Spätantike in höchsten Tönen lobt, beschreibt die "wilden Jahre" des Christentums,  Auch wenn das nicht sein Thema ist: Keine der wild konkurrierenden Bewegungen kann von einem mehr oder weniger göttlichen jungen Mann ausgegangen sein. Der kommt an keiner Stelle der damaligen Welt und in keiner der vielfältigen Diskussionen vor. Auch wenn heute irreführender Weise meist von einem "Jesus", wie von einem jungen Mann gesprochen wird.

Mit am besten lässt sich der Prozess antiker Kulturaufklärung in Alexandrien beobachten, wo im Reformjudentum die Vernunftlehre als das verstanden wurde, was den Juden Wort war. Der Logos (die Vernunft) damit als wahrer Sohn und königliche jüdische Weisheit galt. Und im dort geltenden allegorischen Verständnis des Alten Testamentes auch mit Josua identifiziert wurde. Was mit ein Grund sein dürfte, dass in der Christologie-Diskussion um die das Wesen (die Definition) der Vernunft, die streitbaren Parteien aus Alexandrien den Ton angaben. Und dass die Kirche, wie auch ihre spätere Reform an die Weisheitslehren Alexandriens anknüpften.

Doch auch sonst sind aus antiker Aufklärung eine Vielzahl von Erkenntnisbewegungen hervorgegangen. Die Apokryphen geben dabei nur ein kleines Zeugnis von auch ganz unterschiedlichen Kult-Ausmalungen der Vernunft-/Weisheitslehren. Jeder Erkenntnislehre lag dabei ein etwas anderes andres - auch dualistisches - Weltmodell zugrunde, wie es nun in rationaler Vernunft begründet wurde. Nichts ist absurder, als auch nur einer der sich gegenseitig der falschen Gnosis beschuldigenden Bewegungen einen göttlichen Wanderkyniker oder ein Hirngespinst unterstellen zu wollen. Auch wo man sich gegenseitig Häresie vorwarf, stelle man nur die eigene Erkenntnislehre (Gnosis) über teilweise absonderliche oder geheimnisvolle Lehren.

Selbst Germanenstämme wie die sog. Vandalen (seit 350 arianische Christen) Manichäer, Donatisten, Thomaschristen, später Nestorianer oder was sonst noch als urchristlich in die Geschichte einging, waren vom Logos bzw. antiker Vernunftlehre ausgehende Bewegungen. In den Büchern über die christlichen Anfänge sind allein in Nordafrika unzählige Denkweisen aufgelistet, die sich bitter bekämpften, in der Diskussion über das Wesen der Vernunft und deren Verhältnis zum Väterkult völlig uneins waren. Allein sich die sog. Bischofsitze (besser völlig zerstrittene Denkweisen mit Lehroberhäuptern ohne eine Organisation) vor Augen zu führen, muss die Mission von Petrus und Paulus (des neuen monotheistischen Paradigmas) mit völlig neuen Augen sehen lassen. Die Annahme, dass ein Fischer und ein Wendepharisäer die Menschen rund um das Mittelmeer zur Sekte eines Guru überredeten oder ein vom historischen Grund unabhängiges Konstrukt als Christus verkündet hätten, ist mehr als obsolet.

 ab 100 n. Chr. Justin, Origenes und weitere von Vernunft ausgehende Kirchenväter

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Allein sich den als ersten christlichen Schriftzeugen geltenden römischen Vernunftlehrer Justin vor Augen zu führen zeigt, wie absurd die Hypothese vom Heilsprediger mit Namen Jesus und seiner Anhänger ist. Der Logos, d.h. die Vernunftlehre antiker Aufklärung spielt ganz eindeutig nicht nur bei Justin, sondern allen anderen Vordenkern der Kirche die Hauptrolle. Man muss schon ganz und gar vom buchstäblichen Bild des charismatischen Guru eingenommen sein, um dann allen Vätern der Kirche, letztlich allen philosophisch-theologischen Denkern die Hellenisierung oder die sonstige Verherrlichung eines Heilspredigers, gar ein davon unabhängiges Hirngespinst unterstellen zu wollen.

Dionysius von Alexandria, Gregorius von Neocäsarea, Athanasius, Basilius, Gregor von Nyssa, Gregor von Nazianz waren Aufklärer. Es ging um neuplatonische Lehrer, die im Gegensatz zur traditionsorientierten Philosophie den Göttern nicht weiter opfern wollten, auf theologische Weise neue Wege suchten. Die den Bezug zum alttestamentlichen Unsagbaren Grund allen Seins herstellten. Auch wenn griechische, wie alttestamentliche Kultbilder aufgegriffen wurden. Ein wunderwirkender Wanderkyniker kommt  bei dieser dann zur Kirche gewordenen Lehre an keiner Stelle vor. Er kann mit all dem, was die christliche Theologie ausmachte, nicht das Geringste zu tun haben. Was bringt es beispielsweise, die Kosmologie der Kaiserzeit und Kirchenväter als Grundlage christlicher Theologie nachzuzeichnen und dann weiter einen jüdischen Guru ins Rennen schicken zu wollen?

Unter "Seneca", "Konstantin" oder "Julian", der es nach seinem christlichen Leben wieder für vernünftig hielt, die bisher staatstragenden Götter zu bewahren, wird deutlich gemacht, wie für die Vernunft eine Kirche gebaut werden musste. Nachdem die Märchenstunde über geheimnisvolle Bekehrungen und machtpolitische Taktik (aufgrund einer noch nicht vorhandene Kirche) um ist, wird klar: Die Vernunftlehre antiker Hochzivilisationen, die nicht nur Konstantin heilig war, war auch das Thema der christologischen Diskussionen. Dem bisher in seiner Person die kosmische Sonnenordnung verkörpernde Konstantin scheint klar geworden zu sein, dass sich Vernunftehre, die sich den Göttersöhnen verweigerte, nicht aufhalten ließ. Das Wesen der Vernunft, weswegen man sich in anfänglich Wilden Bewegungen gegenseitig der Häresie beschuldigte, galt es daher im Sinne eines zukunftstragenden, global gültigen Kultes auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, dafür eine Kirche zu bauen. 

160 n. Chr. Athenagoras: ein Philosoph begründet den aufgeklärten Verstand (Auferstehungsschrift)

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Die von dem zu den Vätern der Kirche zählenden griechischen Philosophen Athenagoras verfassten "Auferstehungsschriften" haben nichts mit einem aus dem Grab gehupten Guru zu tun. Sie beziehen sich auf einen Neuverstand in Kultur, analog der ganz natürlichen Entwicklung. Es war der Neuverstand des Alten im Rahmen antiker Aufklärung. (siehe Apologetik: Auferstehung)

Der aufgeklärte Verstand aller Kreativität in Vernunft, incl. der bisher dafür geltenden Kultbilder, wurde von anfänglichen Denkern als "Auferstehung" definiert. Die längst in Vernunft erklärten griechischen Götter wurden in dieser Auferstehung (dem aufgeklärten Verstand) anfänglich ebenso im Christuskult weitergeführt, wie die mythischen Naturgötter der Germanen. Deren Kultformen oder Feiertage, ebenso wie die hebräischen Befreiungsfeste, bis heute das Kirchenjahr mitbestimmen. Ohne diese Auferstehung in Kultur hätte sich der Christuskult wahrscheinlich weder bei den germanischen, noch keltischen Fürsten durchgesetzt.

Die Zeit antiker Globalisierung, Völkerwanderungen rief nach Erneuerung, Auferstehung der alten Kulturen in einem neuen Kult, bei der die Vernunft ein von Göttern gewohntes Gesicht brauchte. Wer sich auch im Rahmen der kollektiven Kommunikation, der Evolution der Phantasiebilder die Vernunft der Kultbilder vor Augen führt, dem wird klar, was hinter der Person (der menschlichen Ausdrucksweise, Rolle, Aufgabe) steht. Und was damit kein doketistisches Scheinwesen, sondern Kreativität in Kultur war.

Der christliche Philosoph ist nur ein kleines Beispiel, wie absurd die Hypothese ist, historisch wäre es um ein Hirngespinst oder einen jungen Juden gegangen, der dann hellenisiert oder sonst wie verherrlicht wurde. In einem Brief an Marc Aurel begründet  dieser griechische Denker den Christuskult auf rationale Weise. Und in einer Auferstehungsschrift argumentiert er, wie der Neuverstand des Alten in Kultur ein ganz natürlichen Prozess sei, wie er ihn in aller Natur beobachtet. Von Josua ist beim christlichen Apologeten (siehe Apologetik: Auferstehung) in der Auferstehungsschrift zwar noch nichts zu lesen. Doch mit einem aus dem Grab gehüpften oder in Gemeindebildung vergotteten Guru hat all das, was auch andere als Apologeten in die Geschichte eingegangenen Vernunftlehrer auszeichnet, nicht das Geringste zu tun.

ab 306 n. Chr.: Konstantin und seine Nachfolger brauchten einen neuen Kult, bauten der Vernunft eine Kirche

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Konstantin, dem entsprechend spätantiker Hochzivilisation (lt. atheistischen Geschichtswissenschaftler) Bildung und Vernunft heilig waren, spricht in einem Kapitel selbst. Er macht dort deutlich, warum die Zeit gekommen war, die Götteropfer-Verweigerer aus Vernunftgründen (Christen) nicht weiter zu verfolgen. Warum ein neuer staatstragender Kult gebraucht, in Einigung der wilden Vernunftlehren die Kirche gebaut werden musste.

Weder er, noch der am Ende seiner christlichen Jahre die traditionelle Götterlehre wieder aufleben lassenden  Philosoph Julian oder den nachfolgenden Kaisern, können auch nur im Entferntesten die Anhänger eines göttlichen jungen Juden gewesen sein. Doch all diesen, wie den als Kirchenväter oder Apologeten geltenden Denker zu unterstellen, eine von einem historischen jungen Heilsbringer völlig unabhängige Logos-Lehre zum Kult gemacht zu haben, das lässt sich nicht machen. Es gibt nur eine Geschichte. Und die ging von Vernunft antiker Aufklärung aus. Auch wenn diese dann verschiedene Wege ging, sich so der Islam entwickelte.

Philosophen/Theologen damaliger Bildungsmetropolen, die als christologische Vordenker (Väter der Kirche) gelten und sich für den götterbildlosen Monotheismus begeisterten, haben in dieser Vernunft, nach der wir heute Zeit, Raum bzw. jegliche Realität erkären, dann den Grund eines erneuerten jüdischen Kultes gesehen. Aber auch in vielfältigen anderen anfänglich konkurrierenden Erkenntnisbewegungen, incl. der Suche nach einem neuen Bund in Qumran, selbst bei Josephus, lässt sich der Ruf nach Vernunftbegründung nachvollziehen.

Christologie: Eine jahrhundertelange, teils kriegerische Kulturdiskussion um das Wesen der Vernunft

Die Geschichte des Christentums. Religion - Politik - Kultur. Bd. 1: Die Zeit des Anfangs (bis 250); Bd. 2: Das Entstehen der einen Christenheit (250-430); Bd. 3: Der lateinische Westen und der byzantinische Osten (431-642) 

Ob Alois Grillmeier in drei Bänden die Christologie-Geschichte beschreibt oder verschiedene Wissenschaftler bei Herder die Christus-Geschichte aufarbeiten (Bild). Auf jeder Seite sämtlicher Geschichtswerke wird deutlich, dass der Logos, die Vernunftlehre antiker Aufklärung das christliche Thema war. Auch wenn in den Büchern oft von Jesus gesprochen wird, der am Anfang nicht nur inhaltlich nicht vorkam. Und sich dann wenn von einem Jesus als Christus gesprochen wird, alles geisterhaft anhört. Wie wenn ein junger Mann vergöttert oder als Vernunft in Person von damaliger Bildung diskutiert worden sei. Dabei ist nichts unlogischer, als die im buchstäblichen Verständnis der nachreformatorischen Kultlestexte gemachte Unterstellung, wie sie heute das Glaubens- bzw. Weltbild bestimmt: Ein junger Heilsprediger mit Namen Jesus sei als genau das gesehen und in den Kultlestexten hoffnungsvoll beschrieben worden, was für das damalige Denken die als Heil und Hoffnung gesehene Vernunft/Weisheit war. Und dann sei auch noch jahrhundert lang über einen jungen Mann als Wesen der Vernunft heiß diskutiert oder Kriege geführt worden. Ein charismatischer Kyniker oder gar ein diesem angehängtes Glaubenskonstrukt sei zum neuen Grund des vormals in der Kreativität des Ganzen begründeten monotheistischen Kultes und seiner Verhaltenslehren erhoben worden. Einem bildlosen Kult, dem nichts ferner lag, als menschliche Gottheiten, genau diese unterstellen zu wollen, wie das die heutige Heilsprediger-Hypothese tun muss, das ist mehr als himmelschreiend.

Die gesamte Kulturdiskussion um das Wesen der Vernunft hatte  auf jeden Fall mehr mit heutiger Kulturdiskussion zu tun, als mit einem jungen Mann. Denn nach naturwissenschaftlicher Aufklärung verdrängt auch heute die Vernunft die menschlichen Gottesbilder. Doch noch wird die naturwissenschaftliche Lehre nicht als Ersatz, sondern aufgeklärt als  Offenbarung/Erklärung des unsagbaren Grundes aller Kreativität versanden.

Denn im aufgeklärten Verstand der Anfänge vertreibt die Vernunft neuzeitlicher Aufklärung nur die menschlichen Götzen-/Gottesbilder bzw. -Vorstellungen. Der unsagbare Grund allen Seins der hebräischen Väter wird in heutiger Wissenschaft in Vernunft erklärt, ist naturwissenschaftlich beschrieben, offenbar.

Abspaltung eines prophetischen Christentums: Islam, Mohammed

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Wann genau und warum sich die Wege trennten, wird in der Radikalkritischen Wurzelforschung derzeit von Wissenschaftlern beschrieben. Unter "Anf. des Isalm" wird auch aufgezeigt, warum gerade die Erkenntnisse der Islam und Koranforschung mehr noch als die Aufarbeitung der Kirchengeschichte deutlich machen, dass hier kein junger Mann oder ein Glaubensgespenst zu Mohammed "umgemünzt" wurde. Wie vielmehr der Logos (Vernunftlehre antiker Aufklärung) auch den noch christlichen Kalifen als das Wesen galt, worauf sie ihre Hoffnung setzten.

Wie dann die Vernunft nach und nach die Rolle der Göttermythen und -bilder (incl. der Kaiser) einnahm, den bildlosen jüdischen Basis-Monotheismus auf neue Beine stellte und sich daraus nun die menschlichen Verhaltsweisheiten ergaben, lässt sich gerade in der Islamforschung logisch nachvollziehen. Selbst warum diese Vernunft antiker Aufklärung echt jungfräulich war, nicht von Menschen gezeugt und unvoreingenommen von Glaubensbildern allein in kreativer Autorität bezeugt wurde. Oder wie sie das Kreuz der traditionellen Glaubensvorstellungen trug. Ohne im Islam gestorben zu sein. Auch wie sie von Blindheit und Lahmheit heilte, zum Fortschritt brachte und den Abfall beseitigte (von Sünde befreite). All dies liegt auf der Hand dessen, der nach den Kalifen ins gelobte Land führen sollte: Der antiken Vernunftlehre, in der noch christliche Kalifen ein Leben in kulturellem Friede und Vernunft erhofften, damit Josua, lat. Jesus.

Die logische Kulturentwicklung, aber auch die wurzelkritische Islamforschung machen heute deutlich, wie sich der Islam in Abspaltung vom kirchlichen Kult entwickelte, aus Christus Mohammed wurde. Wie unter "Entst, des Islam" deutlich gemacht, ging der Islam aus der Diskussion über das Wesen des Logos (der Vernunftlehre antiker Aufklärung) hervor. Es waren christliche Denkweisen, die davor warnten, mit einem Gottessohn (wie er im göttergewohnten Westen notwendig war), neue Geister einzuführen. So die Unsagbarkeit des Ursprunges mit menschlichen Gottesbildern zu gefährden. Nicht allein, weil nachgewiesen wird, wie der Christus zu Mohammed "umgemünzt " wurde, die Kalifen noch Christen waren, liegt es nahe, dass auch Mohammed kein junger Mann war. Er vielmehr als prophetische Ausdrucksweise antiker Vernunftlehre (des christlichen Logos) zu verstehen ist.

So wenig der prophetische Monotheismus einem Mann mit Namen Moses auf einem Berg diktiert und dann durch einen jungen Charismatiker Namens Jesus oder ein Geisteskonstrukt universal erneuert wurde, kann die gerade von Islam angestrebte Erneuerung des Basismonotheismus (damit auch das "Gelobte Land") einer nächtlichen Eingebung an einen Kaufmann mit Namen Mohammed entsprungen sein. Eine Wissenschaft, die beispielsweise nachweist, dass es beim im Islam bzw. Koran mehr noch als in der Kirche messianisch verehrte Sohn der Maria um den  Logos (die Vernunft antiker Aufklärung) ging. Die im Orient dann auf prophetische Weise, nicht in einem gekreuzigten Gottessohn zum Ausdruck gebrachte wurde. Wie kann die aber weiter im Christus, der zu Mohammed "umgemünzt" wurde, einen jungen Mann mit Namen Jesus annehmen wollen?

Verfall der Vernunft im Mittelalter, Entstehung der Geschichten

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Es ist schwer zu sagen, wann und warum die Vernunftlehre wieder in den Hintergrund trat und die mysteriösen mittelalterlichen Lehren die Aufklärung antiker Hochzivilisation beendeten. Glaubensgegnerische Geschichtsforscher machen dafür sicher nicht ganz zu unrecht die Kirche, ihre Bücherverbrennung und die Verdrängung antiker Philosophie verantwortlich. Doch die Wege der Evolution laufen nie gerade. Die ewige "Reise nach Jerusalem" (ins gelobte Land, wo die Vernunft in Friede regiert) ist von Rückschlägen gekennzeichnet..

Möglicherweise hat man mit der Verdrängung der noch göttertreuen philosophischen Lehren das Kind mit dem Bad ausgeschüttete. Doch letztlich hat sich in den klösterlichen Schreibstuben die Wissenschaft auf götterfreie Weise erhalten. Über Kaiser Karl und seine Nachfolger gibt es sicher noch viel zu forschen. Doch selbst die Salierkaiser wie Konrad, haben den Dom in Speyer oder das Kloster Limburg nicht zu Ehren dessen gebaut, der heute als historisch gilt.

Es zeichnet sich immer mehr ab, wie ein Großteil der Kirchengeschichte und der Geschichten in mittelalterlichen Klöstern entstand. Wo auch die jüdische Weisheit weiter den Ton angab und Wissenschaft betrieben oder antikes Wissen erhalten und weitergegeben wurde. Und wenn sich Eusebius als Werk des Mittelalters, auch Tertullian oder selbst der vielgepriesene Augustin als Abbild einer aus der Philosophie kommenden Logos-Christuslehre erweisen sollten. Dann ist auch das nicht der von geschichtswissenschaftlich-phantastischen Atheisten unterstellt Betrug zur Konstruktion des Christentums. Vielmehr verweist auch all das auf die in Kirchenvätern bebilderte Grundlage des christlichen Wesens in antiker Vernunftlehre, Was  scheinbar der Bildung des Mittelalters noch bewusst war. Und was in geschichtlicher Form volksverständlich um Ausdruck gebracht wurde.

Doch auch dass nicht allein wegen Hexenverbrennung und Kreuzzügen, sondern insbesondere wegen der kath. Irr- oder Ablasspredigten die christliche Lehre auf die schiefe Bahn kam, ist bekannt. Auch dass die Autorität noch nicht von biblischen, sondern den zum irrationalen Selbstzweck gewordenen kirchlichen Lehren ausging. Die Zeit für eine Geister vertreibende Reform, die an die jüdische Weisheit und ihre Schriften anknüpfte, war gekommen.

Reformation: Rückbezug auf antike Weisheit und die erneute Vertreibung der Geister

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Die Reformatoren suchten die kath. Lehre zu reinigen, die Menschen durch die Übersetzung antiker Texte in Volkssprache mündig zu machen. Erst durch die Reformation wurde einheitlich der Name "Jesus" eingeführt. Er steht für jüdische Weisheit und Josua. Vorher waren nur einzelnen Bezugnahmen auf Josua, z.B. bei dem die jüdische Tradition studierenden Hieronymus, in seiner Bibelübersetzung in Latein- Erst die die griechischen Götter endgültig entfernenden Reformatoren führen statt der Christologie-Kürzel den Namen Josua (lat Jesus) im Sinne jüdischer Weisheit einheitlich ein. Egal in welcher Weise sie es durchschauten, es ging um die Vernunft bzw. davon ausgehende Weisheit, für die nach dem Kulturwandel durch die Kaiser ein neuer einheitlicher universaler Kult/die Kirche gebaut worden war. Und einem Philosophen wie Melanchthon, einem Humanisten wie Erasmus von Rotterdamm oder einem gebildeten Mönch wie Luther, scheint die Logos bzw. die antike Vernunft-/Weisheitslehre noch wegweisend gewesen zu sein. Auch wenn sich Luther der neuzeitlichen Vernunftlehre noch verweigerte, sie als Gefahr für den Glauben sah. Allein die Diskussionen der Zeit, z.B. um das Geburtsdatum, lassen erahnen, dass bei den Reformatoren zumindest kein junger Mann mit Namen Jesus, sondern antike Weisheit das Maß der Dinge war.

Auch wenn sich durch die Sola Scriptura und die dortige Einführung des volksverständlichen Jesusbildes der Bezug zur ursprünglichen Vernunftlehre immer mehr verbaute. Der erst durch die Reformation für vorher in Kultnamen oder hoheitlichen Formeln bezeichnete Kulturgrund, mit dem nun einheitlichen Namen "Jesus", hat in Geschichte zur Aufklärung geführt. Er steht für den geschichtlich nachvollziehbaren Wiederverstand dessen, was anfäglich in Josua personfiziert oder als jüdische Weisheit/Wort/Vernunfthandlung galt. Was damit echte Re-form war, die im sola scriptura eine in ihrer Zeit vernünftige Lehre entwickelte, die vor den im Mittelalter verfallenen, völlig vernunftfernen kath. Lehren befreite.

Um 1740, Beginn der Leben Jesus-Forschung

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Die Reformation, für die sola Christus der Mittelpunkt des sola Scriptura (allein die Schrift) war, hat der neuzeitlichen Aufklärung den Weg geebnet. Die naturwissenschaftliche Aufklärung führte dann dazu, dass man das historische Wesen Jesus hinterfragte. Jetzt wurde die Bibel kommentiert und auch das Wesen Jesus  von Denkern wie David Friedrich Stauß, Reimarus, Wrede u.a. hinterfragt. Schon Albert Schweizer erkannte, dass der biblische Jesus zu einer Projektion eigener Weltanschauungen verkommen war, es über den wahrhaft Historischen so nichts zu sagen gäbe. Bei Bultmann spielte dann der historische Jesus, der heute wieder wie ein charismatischer Wanderkyniker (sozialreformender Kirchenkritiker) gehandelt wird, keine Rolle. (Auf Klaus Berger, der angeblich postmodern einen Jesus-Mythos bewahren will, Benedikt XVI. der sich auf den Logos beruft und doch an einem jungen Mann festhält oder Gerd Theißen als Vertreter eines nur historisch verkürzten Kynikers, wird an zahlreichen anderen Stellen Bezug genommen. Dort  wird jeweils deutlich gemacht, wie jeder dieser Lehrer, aber ebenso auch jede neue Erkenntnis über die Bedeutung der biblischen Aussagen oder Realgeschichte auf ihre Weise auf die Vernunftlehre als Wesen Jesus hinweist.

ab 1800, Radikalkritik verweist auf den Logos

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Bereits der Bonner Privatdozent Bruno Bauer, ebenso die holländischen Radial(wurzel)kritiker oder der Karlsruher Philosoph Arthur Drews haben darauf hingewiesen, dass sich der christliche Glaube seine Grundlage nehme, wenn er nur nach einem jungen Mann frage, den es nach ihrer Einschätzung nicht gab. Und der ja auch nicht Thema des Neuen Testamentes war.

Der holländische Neutestamentler Gustav Adolf von den Bergh van Eysinga (Bild) machte deutlich, dass der Logos auch dort das Wesen des christlichen Glaubens war, wo dann von Jesus gesprochen wurde. Doch noch war die Zeit nicht gekommen, dabei über die griechische Götzen, germanische Geister und verfallende jüdische Gesetzeslehre vertreibende Vernunftlehre antiker Aufklärung zu denken. Was blieb war ein Christus-Mythos. Nach wie vor ist die Kritik dieser Aufklärung unbeantwortet. Denn dass am Anfang kein Mythos gewesen sein kann, damit die gesamten neuen Lehren nicht zu machen sind, ist klar. Doch noch weit weniger kommt dafür ein junger Mann in Frage. der dann alle Bedeutungsaussagen zum Glaubensmythos machen würde.

Selbst Aufklärer wie Rudolf Augstein, die an einem jungen Mann zweifelten, haben dann im kulturellen Kurz-schluss nur diesem die beschriebene Bedeutung genommen. Eine Sichtweise, die heute längst in die Lehre Einzug gehalten hat. Doch mit dem jungen Wanderkyniker, der heute hinten herauskommt und Sonntags in aber-gläubiger Notdürftigkeit als der große Heilsbringer in den Munde genommen wird, ist die beschriebene Bedeutung bzw  das geschichtliche Geschehen nun wirklich nicht mehr zu machen.

Die Zeit ist reif, die Aberglaube vertreibende, daher Jesus genannte Vernunft in Gegenwart zu verstehen : Auferstehung

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Die naturwissenschaftliche Aufklärung, durch die seit Nietzsche der Gottestod beklagt wird, hat nur die menschlichen Götzenbilder/Gottesvorstellungen (das goldene Kalb) vertrieben. Es ist die heutige Naturwissenschaft, die den Grund aller Kreativität, der den hebräischen Vätern als unsagbar/unvorstellbar galt, in zeitgemäßer Vernunft erklärt, offenbar macht.

Durch die Aufklärung über die wahren geschichtlichen Wurzeln christlicher oder islamischer Kultur kann nicht nur die Trennung von Vernunft, Wissen und Glaube oder gar die Ablehnung des Kultes überwunden werden. Auch der zum Kampf der Kulturen führende und kulturellen Fortschritt verhindernde "Aberglaube" und seiner Götzenbilder können so aufgehoben und mündigen Menschen die gegenwärtige Vernunft zur schöpferischen Bestimmung werden.

Wenn der platonische Papst Benedikt XVI. beklagte, dass unsere Verfassung keinen Grund hätte, dann hat er diesen in seiner Rechtsrede vor dem Bundestag in gegenwärtiger Vernunftlehre (er sprach von Ökologie) zu bedenken gegeben. Und auch sein Nachfolger beruft sich auf gegenwärtige Vernunft, wenn er auf seinen Reisen oder in der päpstlichen Enzyklika eine Lebensweise nach ganzheitlicher Ökologie als Voraussetzung für die gemeinsame Zukunft fordert. Und wenn er vor dem Europaparlament Europa als "müde, alt, eine Oma, nicht mehr furchtbar" beklagte, dann bemängelte er genau das, was Evolutionswissenschaftler als natürlichen Sinn des menschlichen Seins beschreiben. Wobei dies bei in Kultur Erwachsenen nicht beim Kinderkriegen aufhört, sondern auch die geistige Fruchtbarkeit und kreative Zukunftsgestaltung umfasst.

Neben der Aufklärung über die christlichen und islamischen Wurzeln in antiker Vernunftlehre ist erst durch die naturwissenschaftliche Aufklärung die neuzeitliche Vernunftlehre wieder gegeben. Es sind neuzeitliche Wissenschaften, wie die Ökologielehre, die einen modernen Monotheismus und davon ausgehende Verhaltenslehren begründen. Es sind die Erkenntnisse der Evolutionslehre, die den kreativen Grund, Sinn und Zweck von auch katastrophalen geologischen Ereignissen bis zu menschlichen Gefühlregungen erklären.

Selbst der Sinn des menschlichen Kultes für das Zusammenwirken in Gemeinschaft, die notwendige Evolution der kulturellen Phantasiebilder werden von atheistischen Evolutionsbiologen, aber auch von Neurobiologen und Kommunikationswissenschaft verdeutlicht.

Gleichzeitig vertreibt die naturwissenschaftliche Glaubenskritik nicht den von ihr erst /in Vernunft erklärten/offenbaren Grund aller Kreativität, sondern die menschlichen Götzen-/Gottesvorstellungen. Denn wenn Dawkins & Co. gegen ein Gottesbild wettern, das ebenso ein wunderwirkendes Spagettimonster sein könnte, dann bringen sie die Probleme der bereits von den Propheten angeprangerten menschlichen Gottes-/Götzenbilder auf den Punkt. Auch die bereits mit Paulus verworfene Gesetzlichkeit bzw. der unzeitgemäße buchstäbliche Glaube, wird von neuzeitlicher Vernunftlehre angeprangert.  

Dies ist genau die gegenwärtige Vernunftlehre, die in Geschichte die Geister vertrieb, die schöpferische Gegenwart und den Grund allen Seines offenbarte und daher mit Josua gleichgesetzt wurde. Was auch für die Kalifen Hoffnung aufs "gelobte Land" war: Leben in kulturellem Friede und Vernunft.

Rom hat Recht: Es zählt nur die gottesbildfreie Vernunftlehre der Aufklärung

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Doch bei Dominus Jesus geht es im aufgeklärten Sinne nicht um den wanderpredigenden eigenen Religionsgründer. Dem nicht nur Sonntags in der Kirche als menschliches Gottesbild (goldenes Kalb) geopfert wird. Was einzig zählt, ist die menschliche Gottesbilder vertreibende, von natürlicher Schöpfung auch in Kultur ausgehende Vernunftlehre, für die Josua stand, lat. Jesus. Was damit nicht nur für Christen im schöpferischen Sinne bestimmend ist, das ist die kreative Vernunft. Ein Vernünftigkeit, für die sich mündige Menschen aufgrund des seit dem Sternstaub in Vernunft erklärten Lebensflusses begeistern. Die in eine gemeinsame Verant-wort-ung nimmt. Die bei auch in Kultur Erwachsenen über die rein biologische Bestimmung der eigenen Genmaximierung hinausgeht. Was aber letztlich in einem in Vernunft erklärten zusammenhängenden Ganzen auch als vernünftige Lebensvoraussetzung für die eigenen Enkel gesehen wird.

Auch wenn im aufgeklärten Sinne niemand die alten Bücher und Jesusbilder verbrennen muss, sie ebenso wie die Kulturgüter des Islam oder Judentums vernünftigerweise weiter zum Kulturgut gehören. Nicht traditionelle Lehren, nicht Buchstaben von Bibel oder Koran sind dann das Maß des Monotheismus. Dominus Jesus: Es ist einzig die Vernunftlehre (Logos), wie sie heute auf Weltkonferenzen oder vom Papst als ganzheitlich ökologische Lebensweise leider vergeblich gepredigt wird. Eine Vernunftlehre, die von "Humanismus" oder einer "ökologischen ,zukunftsgestaltenden Lebensweise" redenden Glaubensgegnern heilig ist.

Selbst auf dem Bild ist kein Wanderkyniker mit einem ihm verpassten Heiligenschein zu sehen. Es ist der Zeus-Pantokrator, der in der Vernunftlehre antiker Aufklärung als Kultfigur über allen Götterbildern stand. Und von dem dort geschrieben wurde, wo in der griechischen Fassung des Neuen Testamentes noch nicht vom Götter vertreibenden Josua, lat. Jesus gesprochen wurde.

Weder Juden, noch Griechen hätten einem Heilsprediger mit alttestamentlichen Aussagen oder heidnischen Göttermythen einen Heiligenschein im Sinn verliehen, ihn gar vergöttert oder in ihm ihre über die Traditionsgesetzlichkeit hinausgehende Verhaltenslehren begründet. Wer sich versucht in die antike Hochzivilisation hineinzudenken, dem wir klar, wie wahnsinnig es ist, dieser weiter zu unterstellen, ihre Hoffnung in einen hingerichteten Heilsprediger oder ein göttliches Hirngespinst als "Dominus" gesetzt zu haben. Vielmehr lässt sich beobachten, wie die Hoffnung auf die Vernunft und die davon ausgehende Weisheit zum Christus und den Kult(ur)geschichten des Neuen Testamentes wurde.