Das erste Jesusbuch

Der Markustext ist eindeutiger Zeuge: Das historische christliche Wesen war die als Logos bekannte Vernunftlehre antiker Natur- und Kulturwissenschaft, die als Josua, lat. Jesus galt.

Heute wird "Gott sei Dank" nicht mehr davon ausgegangen, dass ein Jünger mit Namen Markus die Geschichte und Worte seines göttlichen  damit schöpferisch wesentlichen und maßgebenden) Meisters mitgeschrieben hat. Nach heutiger Quellenlehre ist der später mit "Markus" überschriebene Kultlesetext, der dem Kaiserevangelium nachgestellt wurde, einen jüdischen Weisheitslehrer gegen die abgrenzende Gesetzestradition sprechen lässt und in dem die prophetische Tradition, wie auch die Geschichte der Göttersöhne lebendig bleibt, die älteste Jesusgeschichte. Sie diente auch den Lukas- und Matthäusgeschichten als Vorlage. Als Verfasser wird ein hochliterarisch gebildeter theologischer Gelehrter des hellenistischen und damit philosophischen Judentums angenommen. Und auch wenn jüdisch-philosophische Erkenntnis bzw. Weisheit (frühe Gnosis) als Ursprung der Evangelium angenommen werden soll. Auch die ist aus dem hellenistisch-philosophischen Judentum hervorgegangen. Und dafür sind die Philo-Texte Zeitzeugen. 

Wer daher nach dem historischen Wesen des ersten Jesusbuches forscht, muss fragen, was Thema des hellenistischen Judentums war, wie wir es durch die Philo-Texte der Zeit Jesus kennen. Denn das war auch theologisches Thema des in den ersten Jahrhunderten dort tätigen hochgebildeten theologischen Literaten, dessen Kultgeschichte wir als Markus kennen. Ebenso sind hier die Erkenntnislehren erwachsen, die jedoch oft nur den im Hellenismus maßgebenden Logos (Vernunftlehre) gelten ließen, die jüdische Tradition mangels allegorisch Verstand verwarfen. Die dann aber der die Thora/Moses nicht ablehnenden, sondern aufgeklärt verstehenden kirchlichen Lehre, die sich  dabei auf die  hellenistisch-jüdische Philosophie im Namen Philo von Alexandrien berief, weichen musste. 

Wie im hellenistischen Judentum der Zeitenwende die jüdische Traditionsliteratur in bildhafter Weise verstanden wurde, ist daher keine Nebensächlichkeit, die mit dem Neuen Testament nichts zu tun hätte. Doch insbesondere gilt es zu bedenken, wie neben der aufklärerischen Auseinandersetzung mit ägyptischer und jüdischer Geschichte und ihren Mythen, die griechisch-philosophische Natur- und Kulturlehre (Logos) blühte.  Und da durch das allegorische Verständnis das Alten das bereits Moses gegebene Wort im Namen Josua, lat. Jesus auf(geklärt)verstanden wurde, war dies das der neue Bund bzw. das neue Testament. Ein junger Mann, der noch seinem Tod leiblich erschien oder hellenistisch aufgemotzt zur Gemeindebildung führte, kommt dabei nicht vor. Dass ein arbeitsscheuer Aussteiger und Landstreicher aus Galiläa im Stile des Kaiserevangeliums, wie der Thora oder der Göttermythen als Heilsbringer beschrieben, gar als lebendiges Wort oder Weisheit in Person, damit neuen Bund gesehen wurde, ist hellenistischen Juden völlig unmöglich zu unterstellen. Wie aber die Vernunftlehre (Logos) als Wort verstanden wurde, die Kultrolle der Kaiser, wie der alten Götter hatte oder sich mit tauber Nationalgesetzlichkeit der Juden auseinandersetzte und als Begründung eines neuen Bundes Hoffnungsträger war, ist bekannt.

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Das Neue Testament: griechische Vernunftlehre als das Moses gegebene Wort

Wer keinen jungen Juden voraussetzt, sondern historisch nach einem neuen jüdischen Bund fragt, der zur Zeit Jesus im Judentum nicht nur das Thema, sondern notwendig war, dem wird klar: Im hellenistischen Judentum der Zeit Jesus sind nicht nur die Kultgeschichten entstanden, sondern auch das neue Testament.  Kultgeschichten wie Markus, die möglicherweise erst für den Kultlese-Kanon aufgegriffen wurden, als der aus fehlendem allegorischen Verstand die Thora ablehnende, nur aus kirchlicher Polemik beannte Vernunftjünger Markion(ismus) Kultlesetexte mit Paulusliteratur und einem Evangelium herausgab, sind nicht das Neue Testament. Sie wurden aus einer Vielzahl damaliger Kulttexte, die auch in ihrer Vielfalt von antiker Vernunftlehre getragen wurden, theologische Philosophie in volksgemäße Kult-Texte verwandelten, ausgewählt. Und zwar von anderen Logos-Jüngern, wie dem streitbaren alexandrinischen Bischof Athanasius, dem es mit absoluter Sicherheit nicht um den ging, der heute als historischer Jesus gilt. Im neuen Kanon zur Kult-Lese, der als Erfüllung des bisher gelesenen Alten Testamentes galt, geht es so wenig um einen hellenisierten Junghandwerker, wie der bei einem neuen, nun universalen jüdischen Bund vorkommt. 

Denn das Neue Testament ist geschichtliche Tat-sache. Es ist der neue, nun auch Griechen geltenden jüdische Bund, wie er durch das hellenistisch-philosophische Judentum bewirkt wurde. Wenn dort bekanntlich nicht nur die gesamte griechische Natur- und Geisteswissenschaft, beispielsweise die Stoa maßgebend war, sondern in dieser Vernunftlehre des Mittelplatonismus (Logos) das bereits Moses geltende, nun universal gültige Wort verstanden wurde. Dann ist das keine Randerscheinung, die mit dem Neue Testament nichts zu tun hätte. Man muss sich die Hochzivilisation antiker Aufklärung und griechischer Natur- und Kulturphilosophie vor Augen führen oder mit der schöpferischen Begründung sowie den Lehren der Stoa auseinandersetzen, die auch im philosophische Judentum der Zeit Jesus galt, wo all dies als schöpferische Bestimmung (Wort) bedacht wurde.

Und wer dann weiter davon ausgeht, ein hellenistischer Gelehrter hätte einen jüdischen Handwerksbursche hochleben lassen, hellenistisch ausgeschmückt oder dessen überlieferte Worte als Maß aller Dinge beschrieben zu haben. Der scheint gefehlt zu haben, als die Logik verteilt wurde. Für den ist nicht nur alles Wissen um die hochtheologischen Aussagen der biblischen Geschichten von einem schöpferisch maßgebenden Wesen umsonst gegeben. Auch alles hart erarbeite geschichtliche Wissen ist völlig vergeblich. Die heute an den Hochschulen vertretene Hypothese vom Weisheit verkündenden Handwerksburschen, der all das nicht war und wollte, was aus ihm gemacht wurde, lässt sich nur aufrecht erhalten, wenn wir die Uhr wieder auf Wunder stellen. Nur wenn ein gegen alle Vernunft sprechender himmlischer Zauberer heimlich eingegriffen, die kulturelle Aufklärung, wie das entsprechende Verständnis des Alten Testamentes/Moses gestrichen und den hellenistisch-philosophischen Juden, die heute als Verfasser der Texte gelten, das Gehirn geklaut hat, lässt sich die heutige Hypothese aufrecht erhalten.

Selbst in einer Halluzination, wie sie dem angeblich die Jesus-Sektenverfolgenden Pharisäer unterstellt wird, der sich jetzt Paulus nannte (in Wirklichkeit Erkenntnislehren verschiedener Bewegungen eines neuen jüdisch-theologischen Paradigmas, wie es rund um das Mittelmeer galt und ohne das Vernunftverständnis des hellenistischen Judentums nicht gewesen wäre, in Briefform) lässt sich die heute vertretene Hellenisierung oder Verherrlichung eins Handwerksburschen nicht erklären. Dass hellenistisch-aufgeklärte jüdische Gelehrte, die in der naturwissenschaftlichen Vernunftlehre, wie sie in der Stoa und auch bei ihnen für das menschliche Leben als maßgebend war, das Moses gegebene Wort verstanden, jetzt einen jungen Mann aus Galiläa als all das ausgegeben, dessen überlieferte Worte als Maß aller Dinge gesammelt und wie bei Markus in Geschichtsform gebracht, hellenistisch aufgemöbelt  haben sollen, das ist so unerklärlich, wie die Weltentstehung in sechs Wochentagen.

Von der Unmöglichkeit, dass hellenistische Juden dieser Zeit sich zum Glauben an einen jungen Mann als eine Art Gott bzw. neuen jüdischen Bund hätten überreden lassen, daraus die vielfältigen sich bitter bekämpfenden Erkenntnisbewegungen hervorgingen, die heute als urchristlich gelten, ganz zu schweigen. Ebenso, wie es selbst mit einer Massenhalluzination nicht zu machen ist, dass sich Römer dieser Zeit, die Welt und Verhalten in Vernunftlehren (Logos) erklärten, im monistisch begründeten Kult dann eine Zeus genannte unsichtbare Macht an Spitze aller griechischen Göttersöhne stellte (in denen bisher die schöpferischen, auch in Kultur maßgebenden Wesentlichkeiten verherrlicht wurden), einen jungen Juden als Logos geglaubt haben, als sie zum neuen Judentum konvertierten. Doch davon ist an anderer Stelle, beispielsweise unter "Konstantin" oder "Julian" die Rede.

Doch wie sich die als Urquelle angenommenen Weisheitslehren (Logien)  oder andere Erkenntnislehren nicht in den Worten eines jüdischen Wanderpredigers oder Kynikers erklären lassen (für den letztlich ja auch die in Natur begründete menschliche Weisheit, der Logos gegolten hätte) so lässt sich auch der Markustext in Vernunft erklären.

Hier bittet Philo, stellvertretend für das aufgeklärte Judentum der Antike, aus dem die christliche Lehre, wie die Texte erwuchsen, die heute Hauptlieferant eines Heilspredigers als der historische Jesus sind, im Sinne seiner Zeit zu lesen. Damit jeden Satz des ältesten biblischen Jesusbuches als Lebens-, Leidens- und Heilsgeschichte der Weisheit zu bedenken, die im hellenistischen Judentum Wirklichkeit war und in Folge Moses als Josua (Jesus) galt. Damit Markus als eine für philosophische Erkenntnisse und abstrakte Lehren notwendige kulturgerecht-bildhafte Ausdrucksweise zu beleuchten, bei der die Vernunftlehre (Logos) als das lebendige Wort das Thema war. 

Wovon die messianische Hoffnung auf die weltweite Königsherrschaft schöpferischer Vernunft, des ewigen Wortesausging. Wie sie im Neuen Testament in Jesus begründet ist. Da die erhoffte Herrschaft des vernünftigen Weltgeistes, wie sie ähnlich auch Hegel in neuzeitlicher Aufklärung wieder durch Religion erwartete (heute würden wir eher von Weltvernunft oder einer ganzheitlich-ökologischen Lebensweise sprechen),damals nicht in altreligiösem, gesetzlich-tauben Glauben bzw. Dienst ausgedienter Gottesvorstellungen erwartet wurde. Sondern die jüdische Philo-sophie(Neue Erkenntnis/Ein-sicht in weisheitlicher Ausdrucksweise, nicht nur in Alexandrien) in Nachfolge des Gottesbilder verneinenden Prophetenkultes einen nun universalen Bund denkerisch begründete. So dank dessen, was den Propheten schöpferisch wesentlich war und sein wird (JHWH), Josua erhoffte, lateinisch Jesus. Wie Erasmus von Rotterdam als Renaissance-Humanist und in Folge dann auch der Reformator Luther einheitlich die nomina sacra (Gottesnamen) oder Christologietitel übersetzten. In der die jüdisch-griechischen gebildeten Verfasser, wie des Markustextes, die Geschichte der Vernunft und Weisheit als das christliche, weltweit heilsame Wesen im Erbe/Stil der als erfüllt gesehenen jüdischen, wie griechischen Tradition und ihrer Mythen beschrieben. Damit eine die Mythentradition bewahrende Neubildung und Mythenvarianz betreiben, wie sie in philosophischen Lehren als Weisheit üblich war und für die vernünftige Gottesrede/Theologie unumgänglich ist. Was damit kein doketistisches Scheinwesen, sondern schöpferische Wirklichkeit war, die nur so Geschichte machte.

„Philo von Alexandrien“, der hier aufgrund seiner Schriften (u.a. des Alttestamentlers Otto Kaiser) lebendig ist, spricht dabei für das gesamte hellenistische Judentum der Zeitenwende, aus dem die kirchliche Lehre, wie die Evangelientexte erwuchsen. Denn selbst wenn sich die Aussagen Josephus Flavius über ihn als die Geschichte der jüdischen Philosophie erweisen sollten. Oder die Werken eines Denkenden Glaubensgerade auch in ihrem Umfang mehr auf eine Schultradition schließen lassen und einzelne als Philo von Alexandrien verfasste Schriften später nachgestellt wurden. Philo, der Zeuge für die mittelplatonische Theologie des stoischen Judentums ist, dessen Erkenntnisse im Gegensatz zu anderen philosophischen Erkenntislehren des Reformjudentums von den Vordenkern der Kirche nicht abgelehnt und vernichtet wurden, steht für das jüdische Reformdenken, an das die Kirche anknüpften. Damit ist er Hauptzeuge für das hellenistische Judentum, das Ursprung und Grundlage des Neuen Testamentes (in Lehre und Geschichte/n) ist. Er bittet die neutestamentliche Forschung nicht nur, auch seine gesamten Texte mit als Grundlage anfänglicher Jesusliteratur zu lesen.  Vielmehr bittet er, gerade „Das älteste Jesusbuch“, als was das Markusevangelium heute gilt und im aufgegriffenen Beispiel von Hans Thüsing und Anneliese Hecht für das kath. Bibelwerk kommentiert wurde,  als Ausdruck der Geschichte der Vernunft zu bedenken, die dem denkenden Glauben des reformatorischen hellenistischen Judentums und ihm in Folge Moses weisheitlich als Josua, Jesus galt. (Worauf Radikalkritiker wie Bolland bereits hinwiesen. Die nach Philos Schriften deutlich machten, wie Philo in Nachfolge Moses von Josua sprach. Der bekanntlich auch den Vätern der Kirche als solcher galt, erstmals von Hiernoymus in Lateinisch erstmals Jesus genannt wurde. Während andere christliche Bewegungen bereits vor der Kirchenlehre in ihren Christologietiteln auf JHWH Bezug nahmen oder wie beispielsweise in der Felsenkirche und heute im Koran zu lesen, von Isa (als Sohn der Maria, die auch für diese Denker mit Sicherheit keine junge Frau war) schrieben. Damit der Jesusname auch dort wahrscheinlich eher gebraucht wurde, als im Kanon der Kirche.

Philo ist dem Bibelwerk dankbar, dass der sich tiefgreifend mit Markus beschäftigende Theologe Hans Thüsing mit dem Kommentar beauftragt wurde und hier aufgegriffen werden kann. Dessen Heidelberger Kollegen, die den historischen Jesus als in Galiläa landstreichenden Säufer lehren, müssten in ihrer aufgeklärten Weise jeden Satz des theologischen Gelehrten, der den Markustext verfasste, als Werk des jüdischen Hellenismus beschreiben. Ohne dass dies dann noch viel oder überhaupt etwas mit dem angenommenen historischen Jesus zu tun hätte. Doch auch wenn Hans Thüsing die heutige Herleitung der neutestamentlichen Bilder, Begriffe und Geschichten aufgreift und allein schon in dem er die literarische Komposition aufzeigt deutlich macht, dass es nicht um die Story von einem jungen Mann gegangen sein kann. Bei seinem Kommentar zum ältesten Jesusbuch bleibt ein großartiger, wacher hellenistisch gelehrter Geist, der nicht populistisch hellenisiert, sondern in hohen theologischen Tönen vom historischen Jesus schwärmt.

Doch hätte sich ein Denker, der nicht nur wie Philo zurecht als „Fass wacher kritischer Gelehrsamkeit“ gilt, aus dem dann auch andere biblische Jesusgeschichten schöpften, sondern der auch im philosophischen, damit weisheitlichen Weltbild des hellenistischen Judentums aufwuchs, in der hochtheologischen Weise über einen jüdischen Landstreicher ergossen? Und wie sollte ein gebildeter Theologe des hellenistischen Judentums, der damit wie Philo den Moses-Bund in neuer Weise begründet sah, einen Wanderkyniker oder sonstigen Heilsprediger hellenisiert oder so in den Himmel gehoben haben, wie es bei Markus nachzulesen ist?

Das älteste Jesusbuch

Wie im religionsphilosophischen Denken des nach jüdischer Reform suchenden Judentums und dessen philosophisch aufgeklärtenVerstand der Thora Moses nicht nur die Auferstehung Jesus stattfand. Sondern wie sich hier das universale Judentum, der christliche Glaube, mit all seinen Bedeutungsinhalten begründen lässt. Das hat Philo bereits verdeutlicht. Auch wie dies selbst dann nach einer dringend notwendigen Reform, einer Begründung des Glaubens nicht nur in aufgeklärt zu verstehenden alten Texten, sondern in Vernunft erklärtem schöpferischen Werden und so gegenwärtiger menschlicher Weisheit ruft, wenn ein jüdischer Wanderkyniker seiner Zeit als historischer Jesus angenommen wird.

Hier bittet Philo die neutestamentliche Forschung, aufgrund des von ihr erarbeiteten Wissens „Das älteste Jesusbuch“, die Markusgeschichte, als die Geschichte der in Vernunft begründeten Erkenntnis auszuwerten, die hellenistischen Juden seiner Zeit heilig war.

Er bittet zu bedenken, dass der Lehrmeister, der in dem als Evangelium ausformulierten Text handelt und spricht, so heute Lieferant des für historisch gehaltenen jungen Mannes mit Namen ist, die Logos genannte Vernunft war, die antiker Aufklärung galt und in Weisheitstexten/-logien sowie als wahre Geschichte der Weisheit zum Ausdruck gebracht wurde. Und die im hellenistischen Judentum seiner Zeit, damit auch der Zeit Jesus, im Sinne des bildlosen prophetischen Kultes verstanden wurde, der eine Sohn, Wort und neuer Tempel war. In dem nicht tauber Tradition oder dem Kaiser und verschiedenen menschlichen Göttersöhnen/Gottesbildern mehr geopfert wurde. Und der nun auch Griechen offen stand, die einen philosophischen Monotheismus entwarfen, philosophisch abstrakt Weltvernunft predigten, im Kult aber den in die Jahre gekommenen Göttern und Mysterienkulten dienten.

Logos und Weisheit, Philo und seine Sophie

Diese Begriffe sind wichtig, um den Markus genannten Gelehrten in Zeiten des hellenistischen Judentums zu verstehen, der im Gegensatz zu Philo keine Logos-/Vernunftlehre im philosophischen Stil seiner Zeit verfasste. Wie es auch von den antiken Naturwissenschaftlern und in Folge aus der Stoa als Lebenslehre bekannt ist. Der auch keine von philosophischer Lehre (Logos) ausgehende Weisheitslogien verfasste, wie sie mit zu den anderen Evangelien führten. (Selbst dann, wenn wie nach heutiger Hypothese die wörtlich mitgeschriebenen Worte eines jüdischen Wanderkynikers/damit Naturphilosophen vom See Genezareth zugrunde gelegen hätten). Sondern der eine Geschichte des heilsamen schöpferischen Wesens und seiner Auseinandersetzung mit der Zeit, das später nach Josua „Jesus“ genannt wurde, literarisch ausformte.

Daher bittet Philo, sich auch kurz die damalige Bedeutung der Begriffe vor Augen zu führen. Denn auch wenn Logos, Weisheit oder schöpferisches Wort oft von ihm in ähnlicher Weise gebraucht wurden, hatten sie doch verschiedene Bedeutungen. Worauf schon allein „Sophia“ hinweist, die für die männlich Vernunft/Logos-Seite ergänzende feminine Form stand: Für Philo bekanntlich die sinnliche, begreifbare, kulturgerecht, emotional-ganzheitlich ansprechende, menschliche Ausdruckweise des in Vernunft/Ratio erfassten Sachverhaltes. Wobei meist die Weisheit selbst personifiziert wurde oder in personifizierter Gestalt sprach.

-Logos (Philosophische Lehre)

Dafür stand nicht nur alles immer mehr in Vernunft, kausalen kreativen Gesetzen erklärte Werden oder die sinngebende Erklärung davon, wie sie die verschiedenen Philosophieschulen anfänglicher Naturwissenschaft gaben, heute als Evolution beschreiben. Dafür stand auch die sich daraus ableitende menschliche Vernunftlehre, dessen was danach im Leben als sinnvoll gesehen wurde. Es war der logische, rationale Sachverhalt. Was der Hellenismus aus den jetzt in Vernunft, damit als Natur erklärten Gesetzlichkeiten des kreativenWerdens herleitete, als wahre menschliche Natur leben wollte. Der Logos war damit die rationale Lehre, wie wir sie auch heute kennen, als Naturwissen, Evolution beschreiben oder kultureller Erfahrung ableiten.

Der Logos, egal ob man sich darauf im Texte bezog oder nicht, war nicht nur die Voraussetzung aller hochgelobten griechisch-philosophischen Lehren. Die im Kult weiter, was ihr nun aus Gründen der Vernunft wesentlich war, in Göttern ausdrückte. Er war auch die Grundlage, ohne die die theologische Weisheitslehren im griechisch-hellenistischen Judentum, die von der Tradition als Häresie abgelehnt wurden, nicht gewesen wären. Der Logos war das, was die Sophie/Weisheit zum Ausdruck brachte.

-Weisheit (Sophie, Ausdrucksweise oder Konsequenz einer philosophischen Lehrerkenntnis)

Weisheit war für Philo mehr als die Konsequenz, die sich aus der denkerischen Einsicht, Erkenntis ergibt. Es war die kulturelle, kluge, gelehrsame, reife menschliche Ausdrucksweise der Ratio/des Logos. Weisheiten kennen wir aus dem Alltag, wie aus vielen Religionen. In denen sich Menschen über einen philosophisch-theologischen Sachverhalt auf literarische Weise ausdrücken, diesen anschaulich, bewegend, eindringlich, ganzheitlich ansprechend machen. Doch mehr noch als beispielsweise bei den oft teuer bezahlten Erfolgs- und Unternehmenstrainern, die ihre Weisheiten auch in Geschichten und anschauliche Bilder packen, liegt den Weisheitslehren einer Religion nicht die Meinung eines einzelnen Menschen zugrunde. Selbst die Trainer und Erfolgsautoren schauen nur dem lieben Gott aufs Maul, beziehen in ihre weise verpackten Konsequenzen aus dem Leben, der Schöpfung, die wir heute als Evolution beschreiben.

Und mehr noch bringen die Religionen auf weisheitliche Weise in der Tradition ihrer jeweiligen Kult(ur)bilder einen Sachverhalt zum Ausdruck, der sich aus der Schöpfung, dem Blick auf das Ganze, dem was danach für die menschliche Gemeinschaft, das Leben wesentlich ist. Denn war die königliche Weisheit, die in David oder Salomo zum Ausdruck kommt, worauf sich Benedikt XVI. vor dem Bundestag bezog, als er den Grund universalen Rechtes in Ökologie zu bedenken gab, die Meinung eines jüdischen Königs? Ging es in den Psalmen, die wie die von Philo als frühe Philosophie erkannte prophetische Weisheiten ins Neue Testament mit einflossen, nur um die Meinungen einzelner Männer oder in Verstand/Vernunft erfasste schöpferischer Gegebenheiten? So wenig wie bei Zarathustra oder Moses gründen auch die bekannten östlichen Weisheitslehren auf den geheimnisvollen Eingebungen oder gar Meinungen einzelner Männer, sondern sind Ausdruck einer jeweiligen Weltbetrachtung: Philosophie als Theologie, wie es bei Philo nachzulesen ist.

Die Weisheit war gerade im jüdischen Hellenismus der Antike mehr als das, was wir als heute als Lebensweisheiten, weisen Rat bezeichnen. Auch mehr als nur ein Aphorismus, der als geschlossener Sinnspruch eine Erkenntnis, eine Lebensweisheit oder Erfahrung in Prosa vermittelt. Philo bittet daher die weisheitliche Literatur seiner Zeit zu bedenken, beispielsweise bei Baruch oder beim sich auch auf Josua, Jesus beziehenden Siricaden, der als jüdischer Lehrer nicht nur in Jersualem, sondern auchwie er in Alexandrien gelebt haben soll. In dieser Literatur spricht die Weisheit von sich in einer personifizierten Form. Doch auch wenn die Sophia in höchsten Tönen schwärmt, wie sie seit Anfang der Welt war, die Menschen leitete und beklagt, dass sie aus Unvernunft verborgen bleibt, ist dabei der rationale Logos nicht aus den Augen zu verlieren, der der Antike galt. Doch wer weiß und erklärt, wie Platon, wie allen Philosophen die rationale Lehreim religiösen Mythos die Menschen ganzheitlich ansprechen sprechen ließen. Wie auch in Ägyptens Philosophie/Theologie die für die Gesetzlichkeit des Weltbaues stehende Maat eine Isis die mythische oder auch weisheitliche Ausdrucksweise sein musste. Der kann auch die Weisheit verstehen, die hinter der Markus-Geschichte steckt.

Es bleibt die Frage: Haben Gelehrte des jüdischen Hellenismus, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die philosophische Ratio, den Logos der Griechen nicht weiter in sich wild bekämpfenden Götterbildern, sondern einer Weisheit entsprechen der als frühe Philosophie verstandenen jüdischen Moses-Mythen, damit Josua zum Ausdruck zu bringen, die Lebensgeschichte eines Landstreichers verfasst?

Ein unbedarfter Zeitgenosse, dem im weihnachtlichen Dokumentarfilm von theologischen Autoritäten beigebracht wird, wie ein junger Charismatiker geboren wurde, wie er ihn seit Kindheit im Kopf hat und gleichzeitig hört, wie über den in hoheitlicher Weise als Weltheiland gesprochen wird, dem ist klar: Diese Gerede scheint zur Religion zu gehören. So muss es auch am Anfang zugegangen sein, als man einen gutherzigen Jungen zum Christus machte, als lebendiges Wort ausgab.

Doch hier geht nicht um einen Volksglaube, der einfach heutige religiöse Rede unterstellt, sondern um die Auswertung geschichtlichen Wissens. Ist danach Denkern, die im natürlichen Werden das Wort verstanden, für die die kosmische Wirklichkeit der Tempel und Grundlage ihres schöpferisch gerechten Tuns war, so den Logos, die Vernunft als Weltheiland erhofften, zu unterstellen, einen Heilsprediger vor Augen gehabt oder herrlich gemacht zu haben? Haben hellenistisch-jüdische Theologen, die sonst von natürlicher Schöpfung ausgehende Ratio im Moses-Stil in Weisheitslogien verfassten, die Geschichte eines jungen Guru vom See Genezareth,den sie als neuen Moses, Elia oder Weisheit in Person gesehen hätten, hellenistisches Gedankengut angehängt, um seine Sekte philosophisch populär zu machen? Wie dies bei dem bisher gelernten historischen jungen Landsteicher mit Rufnamen Jesus der letzte Ausweg an Erklärung bleibt.

Und kann es sein, dass Weisheitslehrer in einer Zeit, die philosophisch-rationale Logos-Lehren zu Weisheitslogien im jüdischen Sinne ausformulierte, nur die schlaue Sprüche eines jungen Guru zum Evangelien gemacht, in einem wunderwirkend-landstreichenden Häretiker die Weisheit in Person beschrieben haben und daher von neuplatonischen Vordenkern der Kirche, denen bekanntlich der Logos heilig war, neben Markus mit in den Kanon aufgenommen wurden?

Wie können wir die Logien-Quelle sowie die Markusgeschichte, damit das Neue Testament wissenschaftlich in jüdischer Weisheit oder philosophischen Erkenntnislehren entspringen lassen und es dann weiter als einzig wissenschaftlich bezeichnen, dass der wahre historische Grund, das christliche Wesen ein junger Guru gewesen wäre, der mit seinen Fischerfreunden um den See Genezareth zog?

Liegt es nicht viel mehr auf der Hand, ist völlig logisch und war weder Betrug noch Manipulation, wenn das jüdische Fass an griechischer Gelehrtheit eine Geschichte der Vernunft und ihrer Weisheit als neuen Moses, Jesaja oder Eliasnachfolger verfasste. War es nicht „höchste Kreativität“ im Stile der auch damit als endgültig erfüllt gesehenen Kaiserevangelien, jüdischer Geschichichte(n) oder Göttermythen die Geschichte und Heilswirkung der im Prozess der Zeit von Pharisäern, Schriftgelehrten traditioneller Gesetzlichkeit, wie vom Kaiserkult als Häresie verurteilen philosophisch/rational begründeten Weisheit, jetzt in Form einer Art jüdischen Wanderkynikers zu schreiben? Zeigt sich nicht gerade hier die königliche jüdische Weisheit, die vormals in David oder Salomo sprach und jetzt auch für Unbeschnittene gelten konnte, weltweit zur Herrschaft schöpferischer Vernunft führen sollte? (Heute sagen wir im Alltag nicht mehr „Himmel auf Erden“, sondern reden von ökologischer Lebensweise. Von der wir wissen, dass selbst ein El Gore, der in seinem Buch über das Gleichgewicht der Welt im Letzten Kapitel bereits vor Jahren nach Religion rief, so wenig wie der von der Aufklärung damals als solcher gefeierte Obama als Messias getaugt hätte.)

Waren nicht solche einfachen Geschichten, in der ja auch andere Vernunft-/Erkenntnislehren, die jedoch wie der Marcionismus das Alte Testament, Moses und das, was den Propheten wesentlich war ablehnten, ihr philosophische Erkenntnis in Weisheit ausformulierten, die Voraussetzung für die Ablösung der ausgedienten Göttergestalten mit menschlichen Eigenschaften? Wäre mit Weisheitslehren ohne die Geschichte einer einfachen Heldengestalten, wie sie Germanen, Goten, Franken gewohnt waren, deren Kultivierung machbar gewesen? Und haben sich nicht auch noch die Renaissance-Humanisten und Reformatoren an eine einfache Gestalt gehalten? Mit deren volksverständlicher Geschichte das Mittelalter, in dem die Vernunft wieder völlig abhanden gekommen war, beendet werden konnte und so zur Aufklärung geführt?

Sicher würden wir heute keine Mysterienkulte mehr betreiben oder versuchen, die naturwissenschaftlich erkannte, politisch geforderte Vernunft in Isis, Mithras & Co. ganzheitlich eingehend zu vermitteln. Doch wenn ein moderner, von Atheisten hochgelobter Monist, wie James Lovelok, mit der „Gaia-Hypothese“ versucht, durch die griechische Göttin das ökologische Gefüge anschaulich zu machen, die Menschen für das zusammenhängende Ganze zu begeistern. Warum sollte es nicht möglich sein, die Menschen entsprechend der Wurzel der christlichen Kultur und ihrer Weisheit im Namen Jesus für das zu bewegen, was bereits den gottesbildlosen, den Himmel beobachtenden, Philosophie betreibenden Propheten Sinn, Grund allen Seins, schöpferisch wesentlich war und sein wird (JHWH), wie wir es heute wissen. Warum lassen wir den lieben Gott einen guten Mann sein, Opium fürs Volk, vermitteln allenfalls eine unbestimmte Hoffnung ohne Verhaltensrelevanz als Gotteslehre und reden von seinem Sohn wie von einem jungen Mann? Der so für das, was den Alten schöpferisch wesentlich war und sein wird (JHWH) und in Weisheit vermittelt, was heute wieder ganzheitlich bedeutungsvoll ist, völlig leblos bleibt. Was letztlich nicht nur zum aufklärerischen Atheismus, Abfall vom Glaube, sondern alter Gesetzlichkeit und absurder Phantasterei in christlichem Namen führt. 

1.       Vorwort Philo (sophie) im Judentum.

Als Philo von Alexandrien stehe ich für die philosophische Theologie der jüdischen Bildung, die euch bittet, ihn ihrem Sinne nicht nur die christliche Lehre zu bedenken, sondern auch die Kultlesetexte, wie sie nach eurer Sicht im hellenistischen Judentum als Ausdruck neuer Weisheit in Person galten.

Wenn ihr meiner herzlichen Bitte folgt, lass ihr nicht nur alle wild-phantastischen Jesus-Spekulationen oder neuzeitliche Übertragungen eines politischen Geistes, wie bei Heiner Geißlers Jesus hinter euch. Und die Kritik, die nur ein leichtgläubiges literarisches Glaubenswesen sehen will, ein hellenistisches Aufwärmen alter Mythen oder gar eine kirchliche Manipulation der Masse, damit der Gotteslehre Opium fürs Volk unterstellt, könnt ihr links überholen.

 Ob es ältere Jesustexte in ausformulierter Evangeliengeschichte außerhalb des Kanos gibt oder ob in dem später Markus genannten Text anfänglich der Name „Jesus“ steht oder vom Pantokrator und anderen Gottesnamen und christologische Umschreibungen gesprochen wurde, braucht hier nicht zu interessieren. Auch in euren Streit um die Quellentheorie, nach der die Markusgeschichte neben Weisheitslehren (Logien), in denen wir unsere Philosophie weisheitlich ausformulierten, die Vorlage auch für Lukas und Matthäus lieferten, will ich mich nicht einmischen. Es ist letztlich egal, ob der von Neuplatonikern ganz bewusst in den Kanon aufgenommene Markustext oder in andere Geschichten, die in urchristlichen philosophischen Erkenntnislehren (Gnosis), die nicht wie ich Moses philosophisch verstanden, der Anfang waren. Ihr wisst, dass am kirchlichen Anfang nicht die kanonischen Texte, sondern bis zur Reformation die Lehre Maß und Grund des Glaubens waren. Und wie ich im Gegensatz zu den abstrusen, weltverneinenden oder die Thora und ihr Gottesverständnis ablehnenden Erkenntnislehren von den Vätern der Kirche als die wahre christliche Gnosis gesehen wurde, auf die sie sich beriefen.

 Auch wenn ihr aus anderen, im ägyptischen Judentum oder auch in Rom wirkenden, von mir ausgebildete oder mit mir konkurrierend Erkenntnislehren, die ihr bisher nur durch kirchliche Polemik kanntet, nun aufgrund von Textfunden echt christliche Geschichten in Händen haltet. Die teilweise wie ich, die Vernunft in weisheitlicher Gestalt verschiedenen Namens, auch als neuer Erlöser JHWH oder wie ich in Mosesfolge als Josua sprechen ließen. Ich will mich an das älteste Jesusbuch der biblischen Tradition halten, wie es von den Vordenkern eurer Kirche, die wie ich Mittel- oder dann Neuplatoniker waren und die Mosestradition hoch hielten, für die lateinische Kultlese auswählten. Denn wenn diese literarische Komposition kreativer Weisheit noch im 3. Jahrtausend, das sich aufgeklärt nennt, euch Wissenschafter zum absoluten Glauben bringt, da wäre ein junger mehr oder weniger wundertätiger junger Mann gewesen. Dann zeigt das nicht nur die Bedeutung, die die weisheitliche Ausdrucksweise einer philosophisch-denkerischen Erkenntnis in der Kultur hat, sondern auch die großartige Leistung des Verfassers.

In dessen Sinne bitte ich euch zu bedenken, dass nicht nur bei Markus, sondern auf den vier Büchern über die biblisch-evangelischen Jesusgeschichten des Bibelwerkes, ebenso wie der Apostelgeschichte, euch zurecht der Pantokrator mit tiefsinnig-bärtigem Gesicht und Heiligenschein entgegenblickt. Denn in den griechischen Evangelien, wo noch nicht von Jesus geschrieben wurde, scheint das christliche Wesen weit mehr mit einem Zeus-Pantokrator zu tun gehabt haben, als einem jungen Mann. Wie ihr wisst, galt diese griechische , die hellenistische und auch mir geltende Kultbezeichnung für den Pantokrator, ob als Vater oder Sohn galt. Der für mich als Hellenist auch in Zeus oder dem einen wirklichen Sohn Ausdruck einer nun über allen, vormals in Göttersöhnen vielfach verehrten schöpferischen Vernünftigkeit/Wesentlichkeit und für mich als Jude das bereits Moses gegebene eine Wort war. Doch gleichwohl scheinbar bis zum Rückgriff von Erasmus von Rotterdam und Luther auf unsere Weisheitslehren im Neuen Testament von Gottesnamen und christologische Titel, statt von Jesus zu lesen war, bitte ich den Markustext im Sinne des hellenistischen Judentums zu lesen, für das in Folge von Moses Josua stand, der bei euch jetzt Jesus heißt.

Denn egal wie ihr die Herkunft der Evangelien modelliert, ob in der bekannten Quellentheorie oder einer Ableitung aus Gnosis, damit anderen mit uns konkurrierenden Weisheitslehren in urchristlichen philosophischen Erkenntnisschulen, wie sie aus meiner Heimat und Zeit bekannt sind. Ohne die in tiefgreifender und theologisch-monotheistisch begründeter Philosophie jüdischer Bildung bzw. Weisheit, nach der seit Luther ganz selbstverständlich von Jesus gesprochen wird, wäre kein Neues Testament. Keine Weisheitslehren und mit Sicherheit auch kein Markustext sind dann denkbar. Noch nicht mal der jüdische Wanderkyniker, den nicht nur Gerd Theissen unterstellt und den ich bitte im Sinne jüdischer Weisheit als das historische und heute lebendige Wesen Jesus zu bedenken, wäre ohne die von mir vertretenen Philosophielehren machbar gewesen. Denn auch die Kyniker, ob sie zur Stoa führten oder eine Abspaltung davon sind, fielen nicht vom Himmel. Gerade die Kyniker, die wie moderne Aussteiger in Verneinung moderner Welt ein Zurück zur Natur wollten, haben sich nicht auf nächtliche Eingebungen oder alte Mythen berufen. Die in natürlicher Gesamtheit begründete Vernunft, durch die wir hellenistische Juden im Sinne des Moses gegebenen Wortes nun Juden wie Griechen wieder zur schöpferischen Natur bringen wollten, war für alle neuen Lehren unserer Zeit die voraussetzende Grundlage. Auch die zynisch (kynisch) die Welt und alle alte Lehren verneinenden, radikal zurück zur Natur wollenden Kultur-Zyniker, hätten ohne die von uns als lebendiges neues Wort, damit Josua verstandene Vernunft (Logos) keinen Grund gehabt, wären nicht gewesen.

Auch wenn ich bitte, bei der die Ableitung der Evangelien aus Weisheitslehren nicht immer nur die Worte eines Wanderpredigers zu bedenken, sondern was uns damals als Vernunft und Wort galt, so will ich mich der Geschichte zuwenden, der für euch als ältestem Jesusbuch eine besondere Bedeutung zukommt. Denn dass hier, wie in allen anderen Evangelien oder der Vielzahl sonstiger inzwischen als urchristlich eingestufter Texte keine Erzählter fiktiver Märchen am Werk war oder gar ein Manipulator im Dienst der Kirche, wie deren Kritiker oft unterstellen, dürfte klar sein. Allein die Vielzahl der ganz verschiedenartigen Texte und in bitterer, sich gegenseitig der Häresie beschuldigenden urchristlichen philosophischen Erkenntnislehren, auf die sich die heutigen Kritiker oft berufen, mach lässt es als Unsinn erscheinen, nur ein literarisches Glaubenswerk anzunehmen, in dem alte Mythen aufgewärmt wurden. Wie es heutige Radikalkritiker unterstellen und damit macht den wissenschaftlich arbeitenden meist holländischen Neutestamentlern, für die Zeit noch nicht reif war, den nachgewiesenen Christus-Logos als das historisch wirksame und heute lebendige Wesen zu bedenken, nicht gerecht werden.

Warum der Markus genannte Verfasser in seiner kunstvoll aufgebauten theologischen Geschichte über die neue Lehre nicht einfach vom Logos, der uns als Wort und Sinn geltenden Vernünftigkeit und Weisheit redet, bitte ich euch allein an der Tatsache zu bedenken, dass wir keine philosophische Lehre in die Welt setzen wollten, die nur für die Bildung galt. Die bildhaft allegorische Ausdrucksweise, nach der wir die Thora lasen, war das Handwerk hellenistischer Weisheit.

Wenn wir bekanntlich in der Vernunft allen Werdens die auf neue Weise den Vätern geltende schöpferische Wesentlichkeit, damit Gottheit wahrnahmen, das Moseswort verstanden, so Vergebung der Sünden oder Befreiung vom Abfall war und himmlische Vernunft auf Erden oder den wahren König erhofften. Wie wahrscheinlich ist es da, dass hellenistisch-jüdische Theologen einen jungen Heilsprediger hellenisiert oder sonst in der Weise verherrlicht haben, wie bei Markus nachzulesen? Liegt es nicht vielmehr auf der Hand, dass die Verfasser die Vernunft in den kultbekannten Persönlich, in weisheitlicher Person (Rolle, Aufgabe, Maske) aufleben ließen? Was auch kreative Wirklichkeit in menschlicher Kultur und alles andere als ein Scheinwesen war. Weil nur so Heilung von Blindheit, im Licht der Vernunft im Volk die Augen geöffnet, das Verborgene offenbar wurde.

Wenn Markus auf die fünf Bücher Moses Bezug nimmt. Wer hat sich in unserer Zeit mit Moses auseinandergesetzt und diesen in neuer Weise aufleben lassen? War dies ein in euren Augen ein des Lesens unfähiger Junghandwerker oder die jüdische Bildung?

Ich habe den Verfasser, der nach dem Zeugnis des Bischofs Papias „Markus“ genannt wird, nicht gekannt. Aber wenn zutrifft, was Hans Thüsing mit dem Bild der Schwedelschen Weltchronik annimmt „ein Gelehrter mit wachem, aufmerksamen, kritischen Auge, ein Fass von Gelehrsamkeit“ war, was ja auch in jeder neuen theologischen Auslegung klar wird. Dannlässt sich Markus gut in das einreihen, was ihr auch über mich und damit das aufgeklärte, philosophisch denkend und kulturelle Zusammenhänge erkennende, damit auch weisheitliche Judentum der Zeit Jesus wisst. Bitte bedenkt daher in konsequenter Auswertung das euch gegebene Wissen, in aufgeklärter Weise, was „ versteckt wurde, damit man es entdeckt“ (vgl. Mk 4,22)

2.       Einführung in die Theologie des Markusevangeliums

Ich will euch nicht ständig bitten zu bedenken, wer in unserer Zeit Theologie betrieb und nicht nur die Tradition wiederkaute, alten Gottesvorstellungen huldige. Bedenkt beispielsweise auch, was Gegenstand der Denker war, die ihr Apologeten nennt, weil sie wie ich für die neujüdische-christliche Form des Monotheismus warben oder die als Väter der Kirche gelten und wie ich die biblische Genesis im Sinne der Zeit zu verstehen suchten und die wie Papias, nach dessen Zeugnis Markus benannt ist, den Platonismus nicht verwarfen, sondern im Sinne unserer Weisheit weiterdachten. Bitte bedenkt auch, wenn er denen nicht weiter unterstellen könnt, einen Landstreicher als lebendigen Logos gesehen zu haben und dann aufgrund eurer Heilsprediger-Hypothese eine Hellenisierung, eine philosophische Erhöhung unterstellt, die die Sekte des Guru vom See Genzareth auch für Griechen populär machte. Müsst ihr dann nicht bereits Markus, der in höchsten theologischen Tönen vom christlichen Wesen, auch als einem Pantokrator redet, mit in den gleichen Sack stecken? Wo nehmt ihr aber dann die Hypothese vom historischen Heilsprediger noch her. Zumal ihr den anderen, von den Kirchenvätern als falsche Erkenntnis abgelehnten Geschichtenschreibern, die teilweise ganz anderes oder gar ein ganz anderes Wesen beschreiben, wie Christoph Marschieß in „Die Gnosis und das Christentum“ unterstellt, ihre philosophische Erkenntnis weisheitlich beschrieben, nicht von klein Jesus geschrieben zu haben, wie ihr ihn historisch haltet?

Fällt dann nicht auch die Unterstellung über die Entstehung der anderen Evangelien aus Weisheitslogien unserer Zeit, die nach eurer Definition die Mitschnitte der schlauen Sprüche eines landstreichend Säufers und Sektengründer waren (was für unserer Zeit eine kaum zu ertragende Zumutung ist) völlig weg.

Wenn in unserer Zeit Bücher über berühmte Persöhnlichkeiten geschrieben, damit philosophische Vernunft-Lehren wie in Sokrates und Platon personifiziert zur Weisheit wurden. Wenn die Zeit der Göttersöhne langsam dem Ende zuging, auch die oft allzu menschlichen Gottkaiser in Kritik standen. Gleichzeitig wir im aufgeklärten Verständnis des Alten einen neuen Kult vom kreativen Ganzen (ihr sagt Monotheismus) entwickelten, der sich auf das berief, was inzwischen auch den griechischen schöpferisch wesentlich war. Und sie, wie wir hellenistische Juden in kult(ur)weisheitlicher Weise von Zeus als Vater aller vergötterten Wesentlichen sprachen, wie er Anfang auch im Neuen Testament benannt wurde.

Was ist wahrscheinlicher: Dass ein gebildeter, kritischer Theologe dieser Zeit einen jungen Heilsprediger vor seinem wachen Augen hatte, ihn als neuen Gott sah oder ihm hellenistisches Gedankengut anheftete? Oder dass hellenistisch-jüdische Theologen die von uns als staatslenkend und im Volk maßgebend erhoffte schöpferische Vernunft dem Evangelium auf den Kaiser entgegenstellten? War es nicht höchste Weisheit, dass dabei auch die Sagen über die inzwischen in Vernunft erklärten, als erfüllt gesehenen Göttersöhne aufgegriffen wurden?

Lässt sich im Licht eures Wissen um evolutionäre kulturelle Entwicklung und die Notwendigkeit weisheitlich Bilder, die die Menschen kulturell im Kopf ganzheitlich bewegen nicht auch verstehen, warum die uns als neues, endgültige Wort gegebene Vernunft im Erbe der Vorbilder zur Welt gebracht, den Göttersagen und Kaiserevangelien entgegengestellt werden musste?Lässt sich nicht so auch bedenken, warum im römischen Westen die Vernunft als Gottessohn zu Welt gebracht werden musste, während später im Orient ein Prophet sprach? Ging es den arabischen Denkern, die nach der Auswertung von Islamforschern wie dem Neutestamentler Karl-Heinz Ohlig (Dunkle Anfänge) den gemeinsamen Grund legenden Christus zu Mohammed ummünzten und den Koran verfassten, beim Sohn der Maria wirklich nur um den jungen Mann, der heute als historisch gilt?

 „Die Entstehungszeit und der Raum“ verweisen die nicht eindeutig auf das, was uns damals und dort als lebendiges Wort galt und so den zusammenbrechenden alten religiösen Autoritäten entgegengestellt, in Markus als Gegenbild zu Vespasians Weg von Cäsarea nach Jerusalem nicht einfach als fiktive Geschichte gemalt wurde, sondern wir in Vernunft geschichtlich als neuen Weg sahen. Auch der ständige Wandel von jüdischem in heidnisches Gebiet, hinter dem ihr doch längst im Hintergrund Juden- und Heidenchristen erkennt, waren für die uns geltende Vernunft geschichtliche Fakten. Und wenn Markus nicht nur im Erbe der Moses-Mythen schreibt, mit den Psalmen alte königlich-jüdische Weisheit aufgreift, sondern auch die Göttersöhne in vielfacher Weise aufleben lässt, hat er da nur ein literarisches Kunstwerk geschmiedet? Oder lässt sich ein jüdischer Hellenist meiner Schule sehen, in der die Vor-bilder nicht verworfen, sonder in Vernunft als erfüllt gesehen wurde? Lässt sich in der uns als Wort geltenden, in Natur oder dem in Vernunft als wahren Tempel beobachteten kosmischen Geschehen nicht selbst die Jungfräulichkeit, damit die wahre schöpferische Autorität, in der die alten Göttersöhne begründet wurden, als realgeschichtlich verstehen?

Bedenkt wer es war, der in unserer Zeit den Kaiserkult verweigerte und sich ebenso kritisch mit taub gewordenem Tempelkult, starrer Traditionsgesetzlichkeit und jüdischer Ritusversessenheit auseinandersetzte, wie es Markus berichtet. Ich kann als aufgeklärter philosophischer Moses- und Mythenexeget verstehen, dass ihr bei dem jungen Juden, den euch die alten Neutestamentler wie Klaus Berger beibrachten, heute keine andere Wahl habt. Entweder ihr haltet wie die Alten auf unerklärlich geheimnisvolle Weise weiter einen religionsrebellischen Handwerksburschen für den großen neuen, nun universal geltenden Heiland, die Neubegründung des prophetischen Bundes und als lebendiges Wort (Vernunft) für das Maß aller Dinge. Oder ihr geht als aufgeklärte Denker davon aus, dass nicht nur sämtliche bekannten frühchristlichen Denker, die ihr als Apologeten, Kirchenväter oder andere von diesen verworfenen philosophisch-christliche Erkenntnislehren kennt, eine populistische Einfärbung waren. Damit ein das einem lebenslustigen Junghandwerker ohne Arbeit aufgesetztes Konstrukt, um seine Sekte von Fischern am See Genezareth entsprechend der damaligen Philosophielehren aufzumöbeln.

Doch wenn ihr konsequent seid, müsst ihr die Eschatologisierung, Christologisierung und letztlich sämtliche theologisch zu bedenkende Bedeutung dann nicht nur den gesamten frühchristlich Lehren, kirchlichen Vordenkern, wie verworfenen theologischen Denkmodellen unterstellen. Auch Markus und seine Theologiegeschichte löst sich dann in heiße Luft auf, die einem familien-, ehe- und arbeitsscheuen Fresser und Säufer aus populistischen Zwecken eingeblasen wurde. Die Kritiker reden verdummender Manipulation der Masse durch Kaiser und Kirche. Nicht dass ich Angst um euren Arbeitsplatz habe. Weil daher demnächst an den Hochschulen weder Neues Testament und Theologie, noch Kirchengeschichte, sondern so etwas wie Dreschers (Gott hab ihn selig) „Kriminalgeschichte des Christentums“ als Kulturgeschichte gelehrt werden müsste. Weil, wir ihr selbst lehrt, nur ein junger Heilsprediger war. Dem  nicht erst bei den unzähligen anfänglichen von zeitgemäßer Vernunft-Erkenntnis ausgehenden urchristlichen Bewegungen und Lehren auf populistische Weise ein philosophisches Glaubenskonstrukt aufgebunden wurde. Bei dem ihr meist noch nicht mal den von uns in Natur, Vernunft und Weisheit des Gesamten begründeten Sinn (Logos) bedenken wollt. Wie damit das Thema unserer philosophisch-theologischen Mythen war, was bei euch alle Welt heute ökologisch, humanistisch, weltvernünftig moralpredigt. Wenn die Kritiker der Kirche daher ein kriminalistisches Literatur-Konstrukt zur Manipulation der Masse unterstellen und in ihrem neuen Atheismus in Theologie keine Wissenschaft sehen, eine Verbannung aus den Hochschulen fordern, wundert das kaum. Wir haben bekanntlich in den alten Propheten nicht nur die ersten Philosophen gesehen, sondern in Moses das ersteKulturmodell, mit dem die stoische Vernunftpredigt weit besser als mit traditioneller Verehrung von verschiedenen kulturellen Wesentlichkeiten in menschlichen Gottesgestalten zu verwirklichen war.

Da ihr aber bereits dem später Markus genannten hellenistischen Gelehrten, der im philosophischen Mythos unserer Zeit die erste biblische Geschichte vom christlichen, bereits Moses für ein Leben in erkannt wurde, unterstellen müsst, die Sektenlehre des von euch sonderbarer Weise weiter vorausgesetzten jungen Mannes populistisch aufgewertet zu haben, liegt der Missbrauchsvorwurf der Kritiker nahe.

Bedenkt bitte, wie wir und alle von euch als urchristlich anerkannten Lehren, vom Marcionismus, über die Manichäer oder die römischen Valentianer sich in Vernunfterkenntnis mit dem „einen“, damit monotheistischen Grund und Sinn allen Seins auseinandersetzten. Der kein zu beweisendes oder zu bezweifelndes Monsterwesen im Himmel, sondern aus vernünftigen Gründen, ihr redet von Psychologie, auf persönliche Weise anzusprechen war. Wenn wir argumentierten, dann wollten wir keinen biblisch vorgesetzten Designer beweisen. Auch wenn wir noch nicht eure empirische Erklärung für selbst die psychologischen Prozesse und Gefühle in einer Gesetzlichkeit kannten, die ihr Evolution oder Ökologie nennt, bei aller naturwissenschaftlichen Arbeit oder modernen Astronomie voraussetzt. Die von uns Logos genannte, in Vernunft erkannte Gesetzlichkeit allen Werdens, war der Ausgangspunkt nicht nur aller Tugend- und Verhaltenslehren.

Wie könnt ihr einem theologischen Weisheitslehrer meiner Zeit, damit jüdisch-philosophischer Schule, wie dem Markusverfasser unterstellen, die Story eines von seinem himmlischen Vater schwärmenden Gurus vom See Genezareth zum Evangelium gemacht oder als Grund seiner theologischen Geschichte gesehen zu haben?

Wisst ihr nicht, wie die bildhaften, die menschlichen Gefühle in ihrer Ganzheit ansprechenden Geschichten, wie sie auch Homer erzählte, für die gesamten antiken Denker vernünftiger Ausdruck einer philosophischen Erkenntnis waren? Doch ist es bei den griechisch Mythen, wo austauschbare Götternamen für noch verschiedene schöpferische Wesentlichkeiten das Thema waren, um junge Männer gegangen?

Wenn beispielsweise Christoph Markschieß in„Gnosis und Christentum“ alle von der Kirche als erkenntnistheoretische Fehlschlüsse ihrer wahren Gnosis gegenübergestellten Lehren auflistet, die gleiche Geschichten berichten, wie wir sie auch für den Kanon ausgewählt wurden. Wiekommt er dazu, diesen nicht den wahren Jesus unterstellen zu wollen? Nur weil sie in theologisch-philosophischer Weise argumentieren. Gleichwohl sie in gleicher Weise wie Markus Geschichten über das christliche Wesen schrieben. Dabei in Ableitung von Moses JHWH von Jeu berichten, als in den griechischen Markus-Geschichten noch Pantokrator oder von sonstigen Gottesnamen undchristologischen Titeln geschrieben wurde.

Wenn er doch deutlich macht, wie und warum in Form von Erzählungen bereits Platon philosophisch-theologischte Weisheiten zum Ausdruck brachte, bei denen es um ewige schöpferische Wirklichkeiten ging. Und wie inMythenvarinanz, Mythenkorrektur, Mythenneubildung ähnlich wie auch bei mir alte Geschichte weitergeschrieben wurde. Warum wird Gleiches nicht auch der wahren Gnosis unterstellt, die die Vordenker der Kirche für den richtigen Weg der Erkenntnis hielten? Wie könnt ihr als Theologen einen frühen Kollegen wie dem Markusverfasser unterstellen, die Erlebnisse eines jungen Landstreichers, der nicht lesen und schreiben konnte aufgelistet zu haben? Während ihr bei den Lehren, die sich fälschlicher Weise Erkenntnis (heute weiter falsch als „Gnosis“) bezeichneten ein monotheistisches Nachdenken über den einen Grund und Sinn allen Seins beschreibt, das auf kulturvernünftige Weise in neue Geschichtsform gegossen wurde.

Doch wenn ihr nun ähnlich wie den Lehren, die ihr leider weiter fälschlich als Gnosis auflistet, auch der sich in Markus ausdrückenden Geschichte ein theologisches Werk des hellenistisch-jüdischen rDenkens unterstellt, das Moses, die Thora und das alte Verständnis nicht gegen verworrene Vernunftlehren austauschte, sondern aufgeklärt weiterführte, wie es von mir bekannt ist. Wo nehmt ihr dann den jungen Mann her, den ihr als historisch lehrt und den Markus in Fortsetzung des Moses-Wortes auf schöpferische Weise umschreibt? Wie kommt ihr auf die Idee, dass ein gebildeter kritischer Theologe wie der Markusverfasser, dem wir mir damals der Logos heilig war und der in Vernunft auch die Tradition verstand,die Lebensgeschichte eines Wanderkynikers beschrieb oder diesen nur theologisch aufwerten wollte? Aber wennihr, was ja auch logisch ist, die gesamten theologischen Ausssagen, die alte jüdische Weisheit, die Thora oder griechische Göttermythen, ebenso wie die Philosophie unserer Zeit aufgreifen und satatt imrömischen Kaiser die lebendige Weisheit als Heilsbringer beschreibt. Wo nehmt ihr da die Gewissheit von einem halbstarken Handwerksburschen her, den ihr als historischen neuen Josua, lat. Jesus lehrt? Und wo kommt ein Wanderkyniker vor, wenn die theologisch-philosophischen Texte von einem Gelehrten wie dem Markusverfasser stammen und aufgegriffen oder zur Geschichte ausgeformt wurden?

Ist es nicht völlig ausgeschlossen, dass ein Gelehrter aus der von mir bekannten jüdisch-hellenistischen Schule, die in schöpferischer Vernunft die neue Königsherrschaft sah und dies im kulturellen Erbe geschichtlich ausformte, die Geschichte eines arbeits- und ehescheuen Herumtreibers und seiner Sekte zum theologischen Thema gemacht hätte?

Wieso lehrt ihr es wie ganz selbstverständlich als einzige historische Wahrheit, dass andere wie ich theologisch Gebildete, die wie Matthäus unseren neuprophetischenauch Griechen zugänglich machen wollten, die Mitschnitte der Worte eines theologisch ungebildeten Sprücheklopfers zum Evangelium gemacht hätten? Wisst ihr nicht, was Thema der Logien, der Weisheitslehren unserer Zeit war, die nach eurer Theorie die Quelle waren. Aus der die Verfasser der übrigen Geschichten das christliche Wesen als lebendige Weisheit in königlicher Person an Stelle der Göttersbeschrieben? Und schreibt ihr nicht, wie selbst die philosophische Erkenntnis, die ohne das mir nachgesagte aufgeklärte Verständnis der jüdischen Tradition die falsche Schlüsse zog und sich daher zu Unrecht als Gnosis ausgab, philosophische Vernunft zu Jesus-Geschichten ausformulierte?

Wie kann es sein, dass nach vernünftigen Glaubensgründen suchende Theologen, alles was dem denkenden Erkennen unserer Zeit als Wort galt oder als der eine Seinsgrund allen vernünftigen Werdens schöpferisch wesentlich war und sein wird, als unwesentlich abtun. Statt dessen es als theologische, nun auch für Griechen geltende und heilsbringende Weisheit gelten soll, was einjunger Fresser und Säufer vom See Genezareth sagt, wie ihr ihn als historisches Wesen des Christentums lehrt.

Warum billigt ihr nicht auch der Geschichte, die neuplatonischen Denker für die Kultlese auswählten, sich dabei auch auf mich und mein aufgeklärtes jüdisches Thoraverständnis beriefen, den theologischen Grund zu, den ihr bei denen, die sich fälschlicher Weise auf philosophische Erkenntnis beriefen, belegt.

Bitte wendet doch das Wissen über Bedeutung und den Wandel der Mythen nicht nur bei einer philosophischen Ausdrucksweise an, die wegen dualistischer Vorstellungen, der Ablehnung der Thora oder sonstiger weltabgewandter Verworrenheiten als falsche Erkenntnis gesehe wurde. Bedenkt auch bei der Markusgeschichte eine Mythenveränderung und Neubildung war. Wie zurecht die Göttermythen oder Mosesgeschichte in der Weisheit unserer Zeit im Namen Josua als erfüllt gesehen wurde und als der wahre König dem Kaiserevangelium so ein Weisheitslehrer in Form einer Art ihrKyniker entgegengestellt werden musste. Auch wie damit die unserer Zeitgeltende Vernunft und Weisheit auf kreative, kulturvernünftige Weise zur Sprache gebracht, so als heilsbringend gesehen wurde und Geschichte machte. Und wie das christliche Wesen damit alles andere als ein doketistisches Scheinwesen, sondern schöpferische Vernunft auch seiner kulturellen Ausdrucksweise war.

Ihr wisst, wie ich auch die prophetischen Wurzeln als frühe Philosophie erklärte. Und beschreibt heute erst wieder, wie kein wundersamer Auszug aus Ägypten oder ein schlauer Mensch Namens Moses, sondern das Weiterdenken der ägyptischenTheologie war. Wo bereits der Vater Echnatons einen die menschlichen Gottesbilder ausmeißelnden Monotheismus in der einen Kreativität der Sonne begründete. Und wie die menschliche Gottesbilder verwerfende Propheten im Exil, an die Markus, wie ich anknüpften, die in Zarathustra personifizierte Philosophie vom kreativen Ganzen begründete. Das bereits im monistischen Monotheismus Dareios I für das menschliche Verhalten maßgebend war. Auch die königliche Weisheit der Psalmen werden von Euch, wie die jüdischen Weisheitslehen unserer Zeit, die dem Neuen Testament zugrunde liegen bzw. Quelle waren, im kreativen Weltganzen begründet. Wie könnt ihr dann allen anfänglichen Lehren, auf Seiten der von euch Apologeten der Kirchenväter genannten philosophischen Gelehrten, wie ihre als christlich anerkannten Gegner, aufgrund ihrer theologischen Lehren unterstellen wollen, sie hätten ein populistisch-philosophisches Konstrukt entworfen. Weisheitslehrer unserer Zeit hätten den prophetischen Monotheismus erneuert, in dem sie einem jüdischen Landstreicher, der nach Gerd Theißen in Galilä als Wanderkyniker umher zog, als Gott in Menschengestalt oder wahren König ausgegeben.

Hat euch der Mythos, in dem der Markus genannte jüdisch-griechische Gelehrte auf kreative Weise die nun in zeitgemäßer Vernunft begründete monotheistische Theologie zum Ausdruck brachte, den Kopf nun total verwirrt?Wie sonst könnt ihr dann einem Theologen unserer vernunfterfüllten Zeit, der die Propheten weiterführte, die die menschlichen Götterbilder für die Kulturprobleme verantwortlich machten, unterstellen , dass er in seiner Geschichte einen jungen Mann zu einer Art Gott gemacht hätte.Wenn sich aber nun selbst Markus, der neben Weisheitstexten oder als falsch gesehener Gnosis die Quelle der biblischen Geschichten war, als theologisches Werk erweist. Was spricht gegen meine Bitte, den jungen Mann vom See aus der Perspektive des philosophischen Judentums zu bedenken, das Moses mit Josua (Jesus) aufgeklärt fortsetzte? 

Bitte unterstellt nicht weiter den die Kirche mit erbauenden spätantik-philosophischen Kaisern und sämtlichen bekannten vor- und dann kirchlichen Lehren, wie sie bis ins Mittelalter galten, wo die uns geltende Vernunft auch in der Kirche ihr vorläufiges Ende fand, einem jüdischen Handwerksburschen als Heiland gesehen und hellenistisch eingekleidet zu haben. War nicht auch in den über viele Jahrhunderte geführten christologischen Debatten, die Vernunft, in der wir die Gottheiten der Väter erklärten, offenbarten, das Streitthema? Ist es bei dem, was nicht die Rolle dessen übernehmen sollte, was den Vätern heilig und wesentlich war, wirklich nur um einen jungen Mann oder ein diesem aufgesetztes Konstrukt gegangen? Auch wenn gestritten wurde, in welcher Form/Ausdrucksweise das Moses folgende Wesen zur Welt zu bringen war, was zu Abspaltungen, wie der arabisch- prophetischen Form des Islam führte, bitte ich euch den Josua, ihr sagt Jesus, in unserem Sinne, damit als heute lebendig zu bedenken. War es nicht die dann für Juden und Griechen in gleichem Maße gültige Form des Monotheismus, durch die auch wir damals Frieden zwischen den Kulturen schaffen, gleichzeitig die philosophisch ausdiskutierte, allein bei stoischen Lehren und Götterbildern leblose Vernunft zum Leben bringen wollten.

Wenn in der modernen Gotteslehre, die alles philosophisch-natürliche Bedenken nach naturwissenschaftlicher Aufklärung glaubt an den Nagel hängen zu müssen, daher weder unser Josua, noch Jesus vorkommt. Und wenn sich so ganz im Gegensatz zu uns, die wir in Nachfolge von Moses der philosophisch bedachten und in der Stoa vergeblich gepredigten Sozialutopie eines frühen Humanismus zum Leben verhelfen wollten, sich die an der Hochschule den Lehranwärtern vermittelte Gotteslehre für das Verhalten nicht mehr relevant sieht. Ist das nicht ein weiterer Grund, das christliche Wesen in neuer Weise zu bedenken?

3.       Wo Kommt der als historisch gelehrte junge Mann bei Markus vor?

Von euch werden inzwischen sämtliche nichtbiblischen Jesusgeschichten als von Vernunft ausgehende philosophische, ihr sagt fälschlich gnostische Werke gesehen werden. Und da begonnen meist bei Paulus auch allen apologetisch und sonstigen frühchristlichen, wie späteren kirchlichen Lehren eine Theologie unterstellt wird, die den philosophischen Vernunftlehren unserer Zeit entsprach. Was sich bei allen bekannten kirchlichen Denkern bis zum Verfall ins Mittelalter beobachtenlässt. Johannes, auch wenn er nicht auch noch in den gnostischen Sack gesteckt wird, völlig offen von der im Prolog vorgestellten Vernunft handelt, wie sie für mich als Jude Wort war. Und nun Matthäus, wie Lukas heute insbesondere auf Weisheitslehren des hellenistischen Judentums zurückgeführt werden, bei denen es uns bekanntlich nicht um Weisheiten eines wundertätigen Wanderburschen vom See Genezareth ging. Bleibt nicht letztlich nur die Markusgeschichte, die ich euch als einen mehr als kreativen Mythos zu bedenken gab. Der so nicht nur einer von Vernunft ausgehenden Jesusgeschichte Marcions entgegengestellte. Und dann dort, wo bisher nur das Alte Testament als Kulttext galt, auch kanonischgelesen wurde. Der vielmehr als Ausdruck wahrer Gnosis den auch von mir erkannten Zusammenhang zeitgemäßer Vernunft-Philosophie mit dem prophetischen Wort bewahrte. Und sich somit der Text, der euch als Lieferant eines jungen Mannes gilt, als der wahre Mythos erweist.

Wenn ich polemisch wäre, müsste ich Gott danken, dass die Kirchenväter nicht wie diskutiert, auch den für griechische Weisheit stehenden Hirten des Hermes mit in den Kanon aufgenommen haben. Auf die Vorlesung über die historische Existenz dieses statt aus Nazareth, nun aus Athen stammenden Jesus wäre ich echt gespannt. Aber auch zu bedauern, dass nur unserer jüdischen Kultlesgeschichten in den Kanon aufgenommen wurden und so nach dem Verfall der Vernunft im Mittelalter daraus ein junger Mann wurde, wäre mühselig.

Während die Kritiker derzeit nur deutlich machen, dass kein junger Mann mit Namen Jesus war und die Geschichten Nacherzählungen alter Mythen oder frei erfunden sind. Sich so zu Unrecht auf die Radikalkritik berufen, weil heute nur ein literarisches Konstrukt übrig bleibt, nicht der uns geltende Logos lebendig gemacht wird.Macht ihr auch am Markustext deutlich, dass es um das geht, was wir im hellenistischen Judentum als Messias sahen. Was letztlich mehr oder weniger auch in aller neuzeitlichen Theologie deutlich wird. Wo selbst christliche Philosophen von einem Heilswesen reden, wie es uns galt und den angeblich historischen jungen Handwerksburschen völlig außen vor lassen. Bedenkt bitte, dass sie auch so deutlich machen, was selbst der Markustext zeigt: Es nicht um einen jungen Mann, sondern das ging, was wir als Messias sahen uns als Wort und bei den Griechen als Vernunft galt.

1,1-3 Vernunft war als Moses-Wort Josuaund gleichzeitig der eine Sohn als Christus

Dass wir im hellenistischen Judentum in Philosophie die Vernunft und ihre Weisheit als den einen schöpferischen Sohn sahen und in Folge, statt Ablehnung von Moses als Josua (Jesus) bezeichneten, der so als Christus galt, darin die frohe Botschaft dem Kaiserevangelium entgegenstellten, habe ich bereits deutlich gemacht.

Und wenn es zutrifft, dass sich das Markusevangelium als Ganzes auf den Propheten Jesja bezieht. Nicht allein weil schon am Anfang des Markustextes der Verfasser klar macht, dass es ihm um das geht, was bei Jesaja geschrieben steht. Weil vielmehr das Prophetentum, wie bei uns auf philosophische Weise geschehen, auf neue Beine gestellt wurde. Bitte bedenkt, wer das den Propheten geltende Wort in neuer Weise definierte, nicht wie andere jüdische Lehren unserer Zeit, die nach neuer Erkenntnis suchten ablehnte und so den gegebenen Bund gegenwärtig machte.

Müssten sich die Propheten, deren Wort wir als die nun auch den griechischen Philosophen geltende Vernunft verstanden, diesem so rund das Mittelmeer zur aufgeklärten Geltung verhelfen wollten, nicht im Grab umdrehen, wenn ihr das alles nur in einem jüdischen Taugenichts begründen wollt, der als theologischen Aufschneider mit seinen Freunden um den See Genezareth zog.

Auch wenn Markus möglicherweise die Vorlage für die anderen biblischen Jesusgeschichten lieferte, die sich zudem auch aus Weisheitstexten unserer Zeit speisten und euch so der Hauptlieferant des jungen Mann ist, den ihr im Kopf habt.Ihr wisst, wie ähnliche Geschichten auch in anderen Erkenntnislehren entstanden, die nicht nur wie wir von hellenistischer Vernunft ausgingen, sondern teilweise das Alte Testament ablehnten.

Hat das hellenistische Judentum, dessen Weisheitslogien nach eurer Quellentheorie neben Markus zu anderen biblischen Jesusgeschichten führte und so euer Jesusbild prägt, seine Weisheit aus den Wort von Wanderpredigern bezogen? Oder hätte nicht selbst gerade ein jüdischer Kyniker seine Weisheit in dem begründet, was ihr heute in Natur, wissenschaftlich als Öko-logie in Evolution beschreibt, uns als das bereits Moses gegebene Wort galt?

Wie könnt ihr fragen, ob Jesus überhaupt ein Gottessohn sein wollte, den Christus dem lieben Frieden mit den Juden willen zurücknehmen und nicht nur die Trinität, sondern alles, was irgendwie nach Hellenismus klingt, als spätere Einfärbung betrachten und euch dann auf den Text eines gebildeten hellenistischen Juden berufen, der keine literarische Phantasie in die Welt setzt, sondern ganz bewusst schreibt.

Bedenkt doch bitte, wie es wir den Siegeszug der Vernunft als universal geltendes Wort erwarteten, darin den wahren Sohn sahen. Und wie wir nie und nimmer einen egal wie gestrickten Heilsprediger zum Evangelium gemacht, in diesem statt dem römischen Kaiser die frohe Botschaft als die Verwirklichung himmlischer Königsherrschaft als Walten schöpferischer Vernunft auf Erde gesehen hätten.

Auch wenn im Markusevangelium die Einheit von Person und Lehre deutlich wird. Dann kann es doch nicht um einen jungen Mann gegangen sein. Denn dass der kein Thema unserer der Lehre, wie der uns folgenden Kirchenväter war, wisst ihr selbst.

Vielmehr lässt sich doch die Rolle, Aufgabe bedenken, die der Mythos mit seiner weisheitlich-menschlichen Gestalt hatte und erst so messianische Wirk-lichkeit in der Kulturgeschichte war. Oder glaubt ihr wirklich einer von uns, die wir die Existenz Moses nie bestritten, sondern darin den Anfang des prophetischen, bereits in Vernunft begründeten Monotheismus sahen, hätte in einem jungen Mann den neuen Moses oder Elija vermutet?

1,4-20 Wiederbelebung der Propheten geschah in griechisch-jüdischer Bildung

Schon die Kleidung des Johannes, der Jesus im Jordan als der gekommenen Gottessohn in menschlicher Gestalt taufte, würde auf den wiedergekommenen Elija hinweisen. Und wer die Exils-Propheten wiederkommen ließ, muss ich nicht ständig wiederholen.

Auch der Aufenthalt in der Wüste sei ein Symbol für einen Reifeprozess, weiß Hans Thüßing zu berichten. Und bringt damit zum Ausdruck, dass es nicht um eine geografische Angabe ging, sondern aus geistiger Wüste Neues erwuchs, wie es bei uns bewirkt wurde. Bedenkt doch bitte, dass so, wie die Taube kein Vogel war, der zufällig einflog, auch die gesamte Markus-Geschichte ist, weder von einem banalhistorische Bad im Jordan handelt, noch zur Hellenesierung oder Verherrlichung eines jungen Juden durch einen fellbekleideten Bademeist mit Rufname Johannes erfunden worden sein kann.

Wird nicht Johannes auch in Weisheitstexten anderer jüdischer Erkenntnislehren erwähnt, wie der Hekholat, die von einem „kleinen JHWH“ spricht oder der Pistis Sophia, wo sich eine schöpferisch Kraft in Johannes manifestiert, die der „kleine Jao“ und damit eine Erlösergestalt wie die bei Markus ist.

Auch wenn ich und die mir folgende Kirche nicht von verschiedenen schöpferisch wesentlichen Kräften ausging, die Vernunft bekanntlich in anderer kultureller Person (Rolle), aber als wesenseins mit dem Gott der Väter und so diese Erkenntnissysteme als falsch sah. Ihr könnt ihr doch nicht tun, wie wenn dort hellenistisch-philosophisches Gedankengut zu den weisheitlichen Aussagen über einen Johannes und weisheitliche Erlöserfiguren gesagt wurde. Und Markus einen Badebericht von einem wunderlich heilspredigenden Handwerksburschen gibt, den er allenfalls hellenistisch einmäntelt.

Mit Blick auf die älteste biblische Jesusgeschichte will ich mich in eigenen Beitrag mit den anderen Erkenntnissystem des hellenistischen Judentums bzw. unserer Zeit befassen, die die mir folgenden Väter der Kirche als falsch ablehnten. Doch ich bin sicher, wenn ihr sie aufgeklärt auswertet und nicht einfach als populär-philosophisches Gedankengut anseht, das mit dem historischen Jesus nichts zu tun hat, diesem allenfalls aufgesetzt wurde, hat sich die Arbeit der Ausgrabungen und jahrzehntelangen Forschung erst richtig gelohnt. Wie bei uns damals ist dann das Wissen kein Selbstzweck, der zur Ablehnung des Alten führt, sondern lässt neue Schlüsse ziehen, Zusammenhänge erkennen, die bei uns zu der Erkenntnis führten, die auch die Vordenker eurer Kirche als wahre Gnosis erkannten.

Der neue Bund, die im Verständnis der Vernunft als jetzt universal gegebenes Wort erhoffte Königsherrschaft, was als basileia beschrieben wurde, ging die von einem jungen Mann aus, der von einem Sektierer im Jordan untergetaucht wurde und wo Tauben als Zeichen des Heiligen Geistes einfliegen mussten?

Auch wenn wir von einem einheitlichen, heilen Verständnis dessen, was schöpferisch Wesentlich und in Weisheit persönlich angesprochen wurde, noch weit entfernt waren. Bitte bedenkt, wie bei uns die Zeit gekommen war, dassdie Vernunft nicht nur im jüdischen Sinne, sondern nun auch für Römer geltend, die königliche Rolle/Aufgabe als neue Basileija übernehmen sollte. Statt die Verehrung von Menschen, sollte nun Vernunft herrschen: Himmel auf Erde. Ihr redet nicht mehr vom Himmelreich, sondern fordert aufgrund der uns geltenden höheren Ordnung gegenseitig eine ganzheitlich ökologische Lebensweise: Öko-Logos im Leben.

So bitte ich auch zu bedenken, wer die wahren 12 Jünger waren, die dem „kleinen JWH“dem verjüngten Verständnis des so lebendiges Wortes folgten und wer dies als häretisch verwarf oder später verleugnete.

Oder ging esnur um einen Halbstarken, den ein hellenistischer Gelehrter als Pantokrator vom galiläischen Meer ausgab, weil er Menschenfischer um sich scharte, die auf seine häretischen Reden hörten, sie von der Arbeit und Familiengründung abhielt, was den Juden heilig war?

1,21-38 Die Blindheit und Lahmheit heilende, selbst den Aussatz und die Dämonen bekämpfende neue Lehre war die jüdische Philosophie

Und wenn dann gedeutet wird, dass bei Markus, wie auch bei Johannes, Jesus selbst die „neue Lehre“ (in Person) war, ist eigentlich alles gesagt. Dann könnte man sich die weitere Auslegung aller Geschichten sparen.Schon hier ist mehr als klar, dass das Wort, als was bei uns die Vernunft verstanden und in jüdischer Weisheit ausgedrückt wurde, das Thema der Geschichte war.

So bitte ich auch zu bedenken, dass es dem Faß an Gelehrsamkeit nicht um einen antiker Teufelsaustreiber ging, wie sie bei euch in Hinter-Bayern Frauen die Dämonen austreiben. Dass bei uns die zerstörerischen, dem Leben schädliche Kräfte, gefallenen, falschen Lehren oder die Tradition mit ihrem buchstäblichen Verständnis als Dämonen galten, ist bekannt. Ebenso, wie wir in Vernunft diese vertrieben, damit David und Moses aufleben ließen. Oder ist es Markus doch nur um einen jungen Handwerksburschen gegangen, der sich in der Synagoge als Exorzist im Stile mittelalterlicher Teufelsaustreiber betätigte?

Auch dass die Kraft des Wortes von Aussatz, damit einer als unheilbar gesehenen Krankheit befreite, ist jemand, der nicht mehr in traditioneller Gesetzlichkeit, sondern in gegenwärtiger Vernunft das jedoch bereits Moses in der Thora gegebene Wort sah, statt diese als unheilbar zu verneinen, mehr als klar.

Und wer in den Wundern die weltweite neue Gottesherrschaft zum Ausdruck kommen sieht, der landen ihr auch dabei wieder bei uns. Denn wir haben bekanntlich durch den nun in zeitgemäßer Vernunft bzw. philosophisch-naturwissenschaftlicher Lehre begründeten neuen Bund nicht nur von Blindheit befreit, selbst die von anderen jüdischen Erkenntnislehren als unheilbar gesehene Krankheit, damit von Aussatz befreit. Und uns kräftig mit veralteten Glaubensvorstellungen auseinandergesetzt, der den Teufel in Form gefallener Mittler ausgetrieben.

Wir war es bekanntlich auch, die am universalen bildlosen Wort-/Vernunftkult als die wahre sozial gerechte Demokratie für das gesamte römische Reich gearbeitet haben. Was dann in den urchristlichen Gemeinden, selbst noch bei Kaisern wie Justian, zu einer Lebens- und Regierungsweise führte, die von Gemeinsinn und tugendhafter Lebensweise geprägt war.

Und all das war weder den Göttersöhnen der Griechen, dem Gottkaiser, noch den im tauben, rituserstarrten, nationalgesetzlichen Judentum geltenden Gottheiten zu verdanken. Der Erfolg, die Heilswirkung ging von dem aus, der den Propheten als das galt, was als Grund des Ganzen schöpferisch wesentlich war und sein wird, für uns in Vernunft offenbar war, aber sonst transzendent und unsagbar oder unvorstellbar blieb. Ein vorgesetztes Gottesbild, das dann bei jeder Krankheit oder jedem Erdbeben, dessen kreative Notwendig im geologischen Geschehen wir noch nicht kannten,in Frage gestellt wird oder in Gottesbeweisen glaubhaft gemacht werden soll, hat es bei uns nicht gegeben.

2,1-22 Die als Wort geltende Vernunft hat geheilt und kein wunderwirkender Wanderguru

Lässt sich nicht so auch bedenken, wie das Gelähmte zum Fortschritt gebracht, der Abfall von schöpferischer Wirklichkeit beseitigt, die Sünde vergeben wurde? Haben wir Hellenisten nicht selbst die körperliche Heilung nicht mehr in spektakulären Heilsorakeln, sondern medizinischer Vernunft gesehen, wozu für uns selbstverständliche mehr noch als bei euch, die Naturheilkunde und ganzheitliche Sicht gehörte?

Wollt ihr wirklich weiter dem hellenistischen Gelehrten, der wie ich die Götter in Vernunft erklärte und auch die geistig-seelische (ihr sagt Software, für die auch die Kirchenväter „Arztneischränkschen“ gebrauchten, wenn sie auf meine Erkenntnisse zurückgriffen) unterstellten, von psychologischen Wahrnehmungen oder Tricks zu berichten, mit denen sich ein häretischer Heilsprediger als Asklepios aufspielte? Oder hat der Markusverfasser, der Hokus-Pokus ablehnte, sich nicht Versuchung führen ließ, einem Handwerksbruschen durch Naturbrechungen nur eine hellenistische Verherrlichungsrede aufsetzen wollen?

Ihr wisst auch, wie wir grenzübergreifend dachten, für uns die alten Grenzen nicht mehr galten. Oder berichtet Markus nur von einen jungen Mann, der mit Zöllnern, damit Grenzwächtern soff, statt von der Grenzüberschreitung, wie wir sie bewirkten?

Und wer in der Öffnung Jesus für Arme, Zöllner, Samariter oder Heiden eine neue Einstellung sieht, der kommt am hellenistischen Judentum, das dafür bekanntlich die denkerische Voraussetzung schaffte, erst Recht nicht vorbei. Unsere neue, in Vernunft begründete Definition des auf universale Gerechtigkeit und Gültigkeit ausgerichteten Judentums war es, die all das bewegte, was von Jesus berichtet wird.

Auch was über die Hochzeitsgäste, den Bräutigam, das neue Tuch und den Wein in neuen Schläuchen gesagt wird, sind nach eurer Deutung Bildworte. Es ginge um das, was die im Reformjudentum begründete neue, nun universale Königsherrschaft des Wortes/der Vernunft bedeute. Was auch Beseitigung der Sünde war. Wobei das Neue mit dem Alten zusammenpasste, genau wie es im hellenistischen Judentum als wahre Erkenntnis bedacht wurde. Oder hat der hellenistisch Gebildete bei all diesem von einem Halbstarken geschrieben, der nicht lesen konnte? Oder hat er den, den ihr für historisch haltet und dessen Sekte, nur hellenistisch literarisch aufgemotzt?

2,23-3,20 Die taube, zum Selbstzweck gewordene Gesetzlichkeit wurde in Vernunft aufgelöst

So schön und eindringlich die Geschichte vom charismatischen Religionsrebellen ist, der durchs Feld ließ, die Ähren am Sabbat rupfte und dann die Pharisäer eines Besseren belehrte. Ihr wisst, wer sich in unserer Zeit in Vernunft mit der zum Selbstzweck gewordenen,versteinerten Gesetzlichkeit der Pharisäer auseinandersetzte.

Auch wer dabei Samuel 21,2-7 aufgriff war nicht der theologisch ungebildete junge Mann, der nicht lesen konnte, aber alles besser wusste. Bedenkt bitte, wie die Notwendigkeit eines Ruhe- und Kulttages, bei dem auch Philosophie zu betreiben war, von mir in Bezug auf Moses bedacht, damit die starre, zum reinen Selbstweck verkommene Absolutheit aufgelöst wurde.

Und so bitte ich doch auch die Heilung einer lahmen Hand nicht als Story vom einem umherziehenden Heilpraktiker oder als einem Handwerksburschen aufgesetzte Verherrlichungsrede zu lesen.

3,7-35 Eine Lehreinheit vom Wort begründet, das gebildete Juden in Vernunft verstanden

Und auch wenn ihr bei Markus weiterlest, braucht ihr sicher keinen Gerd Lüdemann, der wie die heutige Kritik, alles nur in älteren Mythen begründen will. Ihr wisst doch selbst, dass es nicht um Storys aus dem lustigen Leben eines Fressers und Säufers ging, der mit seinen Freunden um den See zog. Von dem hätte ein gelehrter Jude hellenistischer Bildung, wie ihr sie aus meinen Schriften kennt eine frohe Botschaft geschrieben.

Ihr wisst, dass es in Markus um das lebendige, Moses gegebeneWort ging, wie wir es nun in Vernunft begründeten und nicht um einen geheimnisvollen Besserwisser, der sich mit seiner Familie stritt. Daher will euch nicht ermüden, sondern bitten, die ganze Geschichte im Sinne des euch gegebenen theologischen Wissens im Sinne unserer Zeit zu lesen.

Denn ihr wollt dem Gelehrten Theologen doch sicher nicht unterstellen, einen seine Familie, wie jegliche Arbeit verwerfenden Landstreicher, der im lustigen Leben mit seine Freunden saufend um den See Genezareth zog, in den Himmel gehoben zu haben? Aber wie wir uns mit dem, was ich philosophisch als im Himmel sah, in kosmischer Vernunft des kreativen Werdens begründete, mich dabeiin menschlicher Metapher auf einen Vater als Grund aller Vernunft oder Mutter berief, die als Frau für die sinnlich-weisheitliche Ausdrucksweise der Vernunft/des Wortes stand, ist auch bekannt.

Ebenso ist euchklar, wie es das sich die der Vernunft öffnende hellenistische Judentum war, das von der Traditionslehre angefeindet wurde. Und wie es die Vernunftwar, die den Oberdämonen beseitigte, der gefallenen Tradition, die die schöpferische Wesentlichkeit nicht mehr vermitteln konnte, den Teufel austrieb, muss ich auch nicht ständig wiederholen.

4,1-34 Mit Gleichnissen belegten griechisch gebildete Juden ihren in Vernunft begründeten neuen Glauben

Wenn ihr das, was ihr bei Markus an theologischer Weisheit belegt und dabei ständig vom lebendigen Wort redet, ernst nehmt, wisst ihr längst selbst, dass hier keinem Landstreicher der Logos in den Mund gelegt wurde. Sondern wie wir das nun in Vernunft begründete, sinnvolle Werden und Sein nach universaler schöpferischer Gesetzlichkeit als das Moseswort definierten und damit von römischer und mehr jüdischer Tradition angefeindet wurden. Wer Ohren hat zu hören, höre. Und wer nicht hören will, muss die Konsequenzen tragen. Das war die Logik, von der wir wussten.

Ihr wisst, wie wir das Moses-Wortes in Vernunft verstanden und im Sinne Davids weisheitlich ausdrücken, so universal-monotheistisch eine himmlische Königsherrschaft im Volk bewirken wollten. Wie wirdarin den jüdischen erhofften Messias oder auch von Homer erhofften Christus sahen. All das, was dann in den zahlreichen, in antiker Bildung gebräuchlicher Gleichnissen,ob über die fruchtbare Saat oder das offene Geheimnis bebildert wird, kann doch von hellenistischen Juden nicht in einem wanderpredigenden Handwerker begründet, von diesem ausgegangen oder diesem in den Mund gelegt worden sein. Ihr selbst zeigt doch ständig, wie es um das Wort ging, das in weisheitlicher Vermittlung die wahre Leuchte war.

So wenig wie die Vernunftlehrer der Stoa waren wir Sozialromantiker. Die messianische Hoffnung der antiken Aufklärung, wie sie nicht nur in Alexandrien der jüdischen Bildung galt, ging von Vernunft aus. Wie wir diese Vernunft nicht mehr in menschlichen Göttergestalten vermitteln oder im Kaiser verherrlichen wollten, was das die griechische Philosophie trotz ihrer Zweifel weiter tun musste, sondern nach prophetisch-monotheistischen Lösungen suchten, ist bekannt.

In diesem Sinne bitte ich auch die älteste biblische Jesusgeschichte zu lesen. Lasst euch nicht vom kritischen Kurzschluss weiter vorrechnen, was bei einem jungen Mann alles nicht war, gewesen sein kann oder aus jüdischen Mythen, wie griechischer Göttertradition von Geburt bis Tod, Heilungen oder Auferstehung abgeschrieben wurde.

4,35-6,16Vom Untergang hat nicht Herakles bewahrt, sondern die Vernunft des hellenistischen Judentums, die dann aus der Synagoge wieder verbannt wurde

Wenn die Sage von Herakles, der übers Meer ging aufgegriffen wurde, dann seht ihr doch, wie wir nicht nur die alten Mythen in Vernunft erklärten, sondern in Weisheit auch das als erfüllt sahen, was diese bewirken sollten. So wie uns klar war, dass der prophetische Exilsmontheismus (die Wahrnehmung des einzig schöpferisch wesentlichen) nicht durch den wundersamen Zug durchs Meer zustande kam oder eine Arbeiterflucht durchs Schilf, kann es doch auch bei Geschichte des gebildeten Hellenisten von den Geschehnissen am See Genezareth (an dem übrigens keine Jesusknochen oder das Boot, sondern Herakles-Statuetten ausgegraben wurden), nicht um einen Wanderprediger mit Schwimmfüßen oder dessen Verherrlichungsrede als Herakles gegangen sein.

„Höre Israel“ war für uns das universale Heil, das durch das Wort, die die Götter in ihrer kulturellen Funktion ablösende Weisheit gegeben war. Diese Rettung war nach unserer Sichtin JHWH gegeben und so durch Josua erhofft.

Auch bei allen weiteren Geschichten und Gleichnissen, wo sich beispielsweise Schweine in den See stürzen, kannes so wenig um die Wiedergabe irr gewordener Tiere bzw. banale Geschehnisse gegangen sein, wie in der gesamten frühesten Jesusgeschichte des Markus. Ihr sagt doch selbst, dass hier symbolhaft gesprochen wurde. Doch wenn ihr wisst, wie wir vor dem kulturell-theologischen Untergang bewahren wollten, dann redet doch bitte, bitte nicht nur über einen jungen Besserwisser, der hellenisiert, verherrlicht worden wäre.

Denn auch bei der Kranken Frau, die für mich im philosophischen Sinne als sinnliche Ausdrucksform galt und von ihren Blutungen geheilt wurde oder der Jairustocher, wie bei allen Heilungen oder Wiedererweckungen, ist es dem hellenistisch Gebildeten, der selbst körperliche Heilung in medizinischer Vernunft bedachte, mit Sicherheit nicht um einen Handwerker gegangen.

Auch den Mariensohn, der in seiner Heimat abgelehnt, aus der Synagoge, in der er erwuchs verbannt wurde, bitte ich euch in aufgeklärter Weise zu bedenken. Denn dass der Sohn, den dann Mutter Kirche zur Welt brachte und der daher im Koran nicht als Gottessohn, nach orientalischer Weisheit, die sich in der Christologie-Diskussion abspaltete, auch nicht als gekreuzigt gilt, weiter in der Synagoge nichts zu sagen hat, ist bekannt.

Eine Aufklärung, die auf unserer Weisheit zurückgreift, könnte zur Klarheit beitragen, wie das, was die Juden Hören wollen, im Islam der Prophet sprach und Christen als Jesus gilt, das war, was wir in naturwissenschaftlicher Vernunft bedachten und in jüdischer Weisheit vermittelten.

6,17-8,33

Die Bekehrung zum lebendigen Wort, wie sie bei uns zum lebendigen Wort in weisheitlicher Person stattfand muss ich sicher nicht ständig wiederholen. So wenig wie die Bitte, dabei nicht nur einen Wanderburschen zu bedenken, der auf geheimnisvolle Weise wusste, was Sinn des Seins, schöpferisch wesentlich und davon ausgehende Lebensweise sei.

Und dass beispielsweise die Geschichte, die die wörtliche Rede zwischen dem König, seiner Frau und Tochter wiedergibt, wie sie zum Tod des Täufers führte, nicht heimlich mitgeschrieben wurde. Wie auch mein Kollege Josephus, der wie ich mit seinen Geschichten die Vernunft des jüdischen Glaubens belegen wollte, kein Historiker im üblichen Sinne ist. All dies ist sicher bekannt sein.

Und wenn die wunderbare Speisung an das Gottesvolk Israel nach Ex 18 und Dtn 1 erinnert, ging es dann wirklich nur um die Versammlung einer Sekte auf einem Berg, von der der Markus berichtet und dabei etwas aufhübschen will?

Wer sich mit den Pharisäern und traditionsorientieren Schriftgelehrten auseinandersetzte, neue Speise brachte, die sich nicht an alten Reinheitsvorschriften, menschengemachten Ritualen orientierte, Kult und Verhalten in Vernunft definierte, all das muss nicht ständig gesagt werden. Ebenso ist bekannt, wie wir den Taubstummen die Ohren öffneten. Wie könnt ihr als gebildete Theologen, die einen jüdischen Gebildeten Theologen als Verfasser vor Augen haben, es dann weiter als einzig wissenschaftlich gelten lassen, dass der von einem herrlichen oder hellenisierten Landstreicher schreibt?

Wen wundert, wenn, wie Markus schrieb, die Speisung durch die Vernunft im heidnischen Gebiet stattgefunden hat, als der kulturelle Hunger der Völker nach Erneuerung gestillt werden musste?

Ihr schreibt doch ständig, wie in hellenistischen Symbolen des Diasporajudentums auch die Versorgung der Witwen, bei denen es garantiert nicht um die Nachbarsfrauen ging, deren Männer verstorben waren, sichergestellt wurde.

Wer die Augen öffnete, wahre Erkenntnis brachte, waren nicht wird? Haben war es nicht wir, die die vielzähligen, dualistischen, weltabgewandten Lehren, mit ihren verworrenen Systemen verwarfen und die prophetische Tradition auf neue Beine stellte? Die Mose als Josua in hellenistisch-jüdischer Weisheit zur Welt brachte, an die die Kirche und selbst die Humanisten und Reformer der Neuzeit anknüpften, um so das Mittealter zu beenden, das in den Mythos zurückgefallen war?

8,34-9,1

Bitte bedenkt, ob es bei dem, was Hans Thüsing als 5. Lehreinheit vom Weg und dem glaubenden Folgen aus dem Weisheitstext eines hellenistisch gebildeten Juden ableitet, wirklich darum gegangen sein kann, die Weisungen nach Meinung eines Handwerksburschen zu befolgen, der seinen Anhängern ein Guru war?

Hat der jüdisch-griechische Bildungsbürger hier wirklich nur die geheimnisvoll überlieferte wörtliche Rede eines wanderpredigenden Guru wiedergegeben,der seinen Anhängern schilderte, wie er sich jetzt für seinen Glauben opfert? Oder handelt es sich auch hier um eine literarische Komposition, bei der so, wie wir sie oft sprechen ließen, die von schöpferischer Vernunft ausgehende Weisheit ihr vorläufiges Ende schilderte.

Ihr wisst doch auch, dass der Menschensohn bei Daniel kein junger Mann war. Warum soll dann ein hellenistisch gebildeter Jude, der wie ich die traditionellen Texte philosophisch las und dem es im wildesten Traum nicht in den Sinn gekommen wäre, einen Wanderburschen in den Himmel zu heben, einen solche so bezeichnet haben? Und dass auch der Weg durch das ganze Land eine theologische Bedeutung hat, wisst ihr besser als ich.

Warum fällt es so schwer, bei dem, den der gebildete Judengrieche hier seine Anhänger fragen ließ, für wen sie ihn halten und der sein Leiden ankündigte, die Vernunft und die davon ausgehende Weisheit im Namen Josua zu bedenken, die hellenistischer Bildung galt und die im Prozess der Zeit nicht nur unter jüdischer Tradition in Person von Pharisäern und Schriftgelehrten ganz bös zu leiden hatte? Auch dass in unserer Zeit selbst unter ihren Jüngern gefragt und darüber gestritten wurde, wer die Vernunft sei, ist bekannt. Und ist nicht die Vernunfteindeutig das Thema der Verse 8,34-9,1.

Wenn die Aussage „Wenn einer mir folgen will, der nehme sein Kreuz und folge mir… die wörtlichen Mitschnitte des von euch für historisch gehaltenen jungen Mannes gewesen wären, müsste man nicht den christlichen Glauben schnellstens verbieten? Doch auch wenn es nur hellenistische Verherrlichungsrede war, hätten doch die Kritiker Recht: Alles Lug und Trug. Noch negativer „in der Kriminalgeschichte des Christentums und seiner Kirche“ erstunken und erlogen zur verdummenden Manipulation der Masse. Ein gutes Vorbild für alle, die Mohammed zum täglichen Mord und Todschlag aufrufen lassen. Schnell weg damit.

9,2-50

Aber euch ist doch klar, dass auch die Verklärung auf dem Berg ein theologisches Geschehen war und kein Schwank aus dem Leben eines Guru. Und zu bedenken, wir es waren, die in Bezug auf Josua Mose und Elija folgten, will ich euch nicht ständig bitten.

Doch wenn ihr erkennt, wie auch die weiteren Texte Bildworte, aber unmöglich die wörtliche Rede eines wild gewordenen Wandergurus waren, der im Sinne der uns geltenden Vernunft zur radikalen Nachfolge aufforderte, einen besessenen Jungen heilte oder auch sonst große Reden schwang,und den darum ein hellenistischer Gelehrter für den Heiland hielt. Woher nehmt ihr dann die wissenschaftliche Gewissheit eurer Hypothese vom historischen Heilsprediger?

10,1-52

Bitte bedenkt! Nicht allein, weil auch hier wieder ein hochtheologische literarische Komposition nachgewiesen wird. Was hier in der Auseinandersetzung mit dem erstarrten Gesetzesverständnis der Schriftgelehrten und Pharisäer beschrieben ist, kann unmöglich aus dem Mund eines ungebildeten jungen Mann gekommen sein, der sich als Besserwisser aufspielte oder von einem hellenistischen Gebildeten hellenisiert wurde. War es nicht die pure Philosophie, die die Vernunft jenseits des Jordan als Wort Moses verstand und über die taube Gesetzlichkeit stellte? Ihr wisst doch, wie wir in Orientierung was schöpferisch wesentlich ist und sein wird bzw. den Schöpfungswille, ebenso wie auch die Griechen dort ableiteten, wo ihr in Ökologie die Welt erklärt und was danach vernünftig für die gemeinsame Zukunft wäre.

Und wenn es um die Lebensregeln ging. Hat hier ein Handwerksbursche die Stoa nachgebetet oder wurden diesem in den Mund gelegt? Oder hat in der Stoa oder selbst durch die Wanderkyniker das gesprochen, was wir in Vernunft als das in Schöpfung gegeben Wort verstanden, dessen königliche Weltherrschaft als Gottesstaat wird erhofften.

Erspart mir zu erklären, wie ihr dem Irrsinn, der mittelalterliche Vorstellungen im Namen Mohammed auf mörderische Weise zum Gottesstaat machen will, wenn ihr euch weigert, die Vernunft zu bedenken und an einem jungen Mann festhaltet, der zur Weltherrschaft werden sollte.

Es bedarf doch nicht der historischen Kritik, dass es in keinem der Sätze, ob es um die Erkenntnis der Herrlichkeit, das Sitzen zur Rechten oder gar die Macht auf Erden geht, um die wörtliche Rede eines Wanderburschen oder dessen Erlebnisse gegangen sein kann. Allein das Wissen, dass hier ein Gelehrter, der im hellenistisch-philosopischen Judentum erwachsen ist, kunstvoll theologisch komponiert, schließt dies doch aus.

Da kann Klaus Berger noch so viel die Schuld auf die Römer schieben. Waren es nicht die Schriftgelehrten, die sich weigerten, die hellenistischer jüdischen Bildung als Wort geltende Vernunft und Weisheit oder die Mosesgeschichte nicht als Geschichte eines alten Mannes, sondern als frühe Philosophie zu verstehen. Und die so an eine taube und starre Gesetzlichkeit ebenso festhielten, wie die Griechen an ihren menschlichen Gottesbildern?

Bitte bedenkt, wer es war, der in den sinnbildlichen Berichten von Blindheit befreite. Denn wer in Zeiten antiker Aufklärung die Tradition aufforderte, die Augen zu öffnen, war kein wundersamer Geistheiler, den ein jüdisch-griechischer Gelehrter hellenisiert haben könnte. Wo aber kommt im ganzen Markustext von dem was vor?

11,1-12.12

Ich will zwar nicht in den Stil der historischen Kritik verfallen, die hinter uns liegen sollte, ihre Arbeit getan hat. Doch dass Menschenmassen wegen einem jungen Mann, der so unbedeutend war, dass er außerhalb der Weisheitstexte, wie sie zur Geschichte des Neuen Testamentes wurden, historisch nicht erwähnt wird, zusammengelaufen sind, ihre Gewänder oder Büschel von Laub, die sie auf den Feldern abschnitten, auf dem Boden ausbreiteten, das kann nicht sein. So wenig, wie sie „Hosanna“ riefen, als ein in den Augen des traditionshörigen Volkes häretisch gesehener Landstreicher auf einem Esel einritt. Von der noch ausstehenden Anklage als Viehdieb, der seine Anhänger anstachelte einen Esel zu klauen, ganz zu schweigen.

Sind hier bei Licht betrachtet nicht bildhafte Erzählungen zu verstehen, die vom Einzug der Vernunft berichten, die uns als der neue Tempel galt? Es ist geschichtlich bekannt, dass der Tempelkult in Kritik stand. Auch dass der nun auch den Griechen offen stehende großartige Tempel, den Herodes n der Große neben den Theatern baute, die Versöhnung der Kulturen nicht bewirken konnte. Auch wie die Traditionsorientierten im tauben Kult so versessen in den steinernen Tempel waren, dass sie möglichst mit Blick wohnen wollten, wird bei biblischen Themenabenden berichtet.

Bitte bedenkt doch allein, dass der, den ihr als historisch lehrt, unmöglich den berichteten Randale im Tempel überlebt hätte. Geschweige denn, dass Hohepriester und Schriftgelehrte, mit denen wir uns hinsichtlich des neuen Tempels stritten, mit dem auseinandergesetzt hätten.

Denn Ihr wisst, wie für uns der in Vernunft erklärte Kosmos der universal gültige Tempel, die neue Vergegenwärtigung der den Vätern geltende schöpferischer Wirklichkeit war. Was im Namen Josua zur weltweiten Königherrschaft des Wortes, hebr. auch Vernunft, führen sollte. Wie könnt ihr da einem Gelehrten jüdisch-griechischer Bildung unterstellten, einen jüdischen Taugenichts als neuen Tempel gesehen oder dazu gemacht zu haben?

Auch wer sich mit dem fruchtlosen Frömmigkeitsbetrieb des verdorrten Feigenbaumes auseinandersetzte, ist bekannt. Ebenso, wie wir unser Amen, unseren Glauben an denJHWH der Väter sowie die davon ausgehenden Verhaltensgebote an dem festmachten, was nun in der Natur- und Vernunftlehre antiker Aufklärung gegeben war.

Ich will euch nicht ständig darauf hinweisen, wie es das hellenistische Judentum war, das das Erbe der Propheten bewahrte und was dessen Autorität und Eckstein war. Bitte bedenkt allein, welche Zumutung es für den Verfasser des Markustextes, der in Gleichnisreden anprangerte, wie die Schriftgelehrtheit und das Pharisäertum das Erbe ausschlug, gewesen wäre, in einem Wanderburschen das Erbe der Propheten oder die wahre Autorität legitimiert zu sehen.

12,13-44

Auch die Frage nach der Kaisersteuer, wie die Frage nach der Auferstehung, dem Neuverstand Moses, den andere Erkenntnislehren ablehnten, war ein Thema, das wir in philosophischer Vernunft bedachten.

Auch wenn ich bekanntlich den römischen Kaiser konsultieren, dem Augustus-Sohn den neuen prophetischen Kult erklären musste, ließen wir uns nicht in Versuchung führen, im römischen Kaiser den Messias zu sehen und ihm Kult zu opfern. Uns lag es fern, im römischen Kaiser den Messias zu sehen und ihm Kult zu opfern.

Wer sich mit dem römischen Kult ebenso wie mit den Pharisäern und Schriftgelehrten auf friedliche Weise auseinandersetzte, diese nicht bekämpfte, sondern aufgeklärt zu verstehen suchte, muss nicht immer wieder gesagt werden.

Ebenso ist bekannt, wie wir es waren, die nicht nur wie in der Stoa nachzulesen, die Nächstenliebe statt dem alten Recht der Rache, des Auge um Auge, zu Maß machten. Vielmehr wie wir die Gottesfurcht oder besser begeisterte, den Menschen in seiner Ganzheit ansprechende Liebe dessen, was den Propheten schöpferisch wesentlich war, nun den Griechen eröffneten, die in ihrem philosophischen Monotheismus der Götter immer mehr überdrüssig waren.

Die Liebe des Sinnes und Grundes allen Seins und dem danach schöpferisch Wesentlichen, in ganzer „Einsicht“ war so durch uns ebenso gegeben, wie unsere weisheitlich-kulturgerechte Ansprache den ganzen Menschen erfassen, die ganze Kraft freisetzen sollte. Denn dass wir nicht nur philosophische Reden hielten, wie in der Stoa, nicht nur Psalmen abpinselten, sondern in unserer weisheitlichen Sprache im Erbe David und Salomo den Weg der jüdischen Religion weitergingen, so die Menschen auf ganzheitliche Weise zu Vernunft bringen wollten, ist bekannt.

Wer beschreibt, wie wir in Vernunft das Moses im Exil gegebene Prophetenwort verstanden, der macht klar, wie das neue Hören historisch im hellenistischen Judentum gegeben. Oder war das alles doch nur ein Heilsprediger, den ein bei uns erwachsener Gelehrter dann auch noch hellenisiert hat?

Bedenkt nicht nur, das auch die Schilderung, wie das christliche Wesen im Tempel lehrte, sich vor den Schriftgelehrten zu hüten, mit Sicherheit nicht ein wörtlich zu verstehender Bericht von den Erlebnissen und Aussagen eines leseunfähigen Wanderburschen gewesen sein kann. Vielmehr wie wir es waren, die sich den traditionellen jüdischen Lehren stritten und unsere Erkenntnis und Weisheit abgelehnt und selbst bei den Römern angeklagt wurde.

13,1-37

Hat sich der hellenistisch Gebildete sich Rückbeamen lassen und in Zeitreise heimlich mitgehört, als ein Wanderguru in großen Tönen von seinem Abschied redete, seine Jünger zur Wachsamkeit ermahnte, von den Geburtswehen sprach und gegen alle Anfeindungen zur Verkündung des neuen Judentums in allen Ländern aufforderte.

Bedenkt bitte, dass wir es auch waren, die auch vor Irrlehren, falschen Propheten und Messiasen warnten, wie sie dann auch von der Kirche verworfen wurden. Und kein Stein auf dem anderen blieb, wir in unserer neuen jüdischen Theologie die in Vernunft erklärte kosmische wie geschichtliche Wirklichkeit als neuer Tempel sahen, weil die Steine keine Zukunft mehr hatten, muss nicht ständig gesagt werden.

Wie könnt ihr einem Gelehrten, der als Hellenist das Ende und den Neuanfang in Vernunft begründet sah unterstellen, in apokalyptischer Weise von einem Wanderprediger geschrieben zu haben, dessen Wort nie vergehen würden?

Dass aber nie vergeht, was das hellenistische Judentum als Vernunft und Wort verstand, ist heute selbst Hausmeister Krause klar. Wenn der sagt, dass es dann eben ohne uns weitergeht, wenn die Erde vergeht, die Menschen ihren himmlischen Lebensraum und damit sich zerstört haben, bezieht er sich auf die Vernunft (Öko-logos), die bereits hellenistischen Juden Maß aller Dinge war, das bereits Moses galt. Das Leben geht weiter. Die Vernunft, nach der die natürlichen Gesetze erklärt wurden und die Maßgabe für die Stoa wie mich war, der hierin bereits die Moses-Gebote begründet sah, lässt sich nicht vernichten. Damit das Menschengeschlecht mit dabei bleibt, muss es sich in eurer Zeit, der weit mehr als uns die Möglichkeiten die Öko-logische Ordnung zu verletzen, mehr denn je an das halten, was schöpferisch geboten ist. Bitte bedenkt, wie unsere Weisheit dazu dienen sollte, dass sich die Menschen an die in der Stoa nur politisch gepredigten Gebote im jüdischen Sinne ganzheitlicher halten. In dem sie keine menschlichen Gottesvorstellungen, sondern das verehren, was schöpferisch wesentlich war und sein wird (JHWH).

14,1-

Bei aufgeklärter Betrachtung, um die ich euch sicher nicht zu bitten brauche, kann es sich doch auch bei der Geschichte vom Geschehen vor dem neuen Pascha im Haus des Aussätzigen Simon und dem folgenden Mahl, ebenso wie bei der geschilderten langwierigen Verurteilung nicht um Storys von der Henkersmahlzeit und dem folgenden großen Prozess eines halbstarken jüdischen Häretikers handeln. Mit dem, den ihr für historisch haltet, hätten die Römer mit Sicherheit „kurzen Prozess“ gemacht.

Wie traditionsorientierte Schriftgelehrte und Pharisäer die Wiedersacher des aufgeklärten hellenistischen Judentums waren, wie es nicht nur in der Bildung Alexandriens Zuhause war, habe ich schon oft erklärt. Wie auch im Nikodemusevangelium, wo einer der Schriftgelehrten sich dem uns als Josua geltenden Vernunftwesen zuwendet, für drei Tage sein Grab zur Verfügung stellt, hat auch die Frau im Haus des Simon kein Salböl verschwendet.

Auch wenn, wie in den Philo Texten bereits von holländischen Radikalkritiker Bolland nachgelesen, für das neue jüdische Paradigma der Name Josua (Jesus) nur vereinzelt gebraucht wurde. Und dieser so auch im anfänglichen Markustext sich nicht zu finden ist. Dort vom Logos in Gottes- und Christologie-Begriffen gesprochen wird. Der neue Moses-Bund, für den Josua stand, ist zweifelsfrei dort entstanden, wo die griechischer Vernunftlehre als schöpferische Bestimmung (Wort) verstanden wurde. Wo so eine Weisheit galt, die für Juden der wahre König in Namen Davids war. Wer daher dem Markus-, wie den Verfassern der Weisheits-Logien unterstellt, von einem  jungen Mann geschrieben zu haben, der das alles nicht war und wollte, betreibt nicht nur Bibel- sondern Geschichtsfälschung.

Und auch die Weisheit, die in der Logienquelle zur Sprache gebracht wird oder im Sondgut spricht, auf das Lukas und Matthäus mit zurückgeführt werden, ist ohne das hellenistische Judentum und seine umfassende philosophische Bildung, die uns durch die Philo-Texte bekannt ist oder in hellenistischen Weisheitstexen deutlich wrd, nicht zu machen.

Hier bittet Philo stellvertretend für das aufgeklärte Judentum der Antike, aus dem die cristliche Lehre, wie die Texte erwuchsen, die heute Hauptlieferant eines Heilspredigers als der historische Jesus sind, im Sinne seiner Zeit zu lesen. Damit jeden Satz des ältesten biblischen Jesusbuches, das auch hellenistischen Literaten wie Lukas oder Matthäus mit als Vorlage diente, als Lebens-, Leidens- und Heilsgeschichte der Weisheit zu bedenken, die im hellenistischen Judentum Wirklichkeit war und in Folge Moses als Josua (Jesus) galt. Damit Markus als eine für philosophische Erkenntnisse und abstrakte Lehren notwenige kulturgerecht-bildhafte Ausdrucksweise zu beleuchten: Eine weisheitliche Geschichte dessen, was seiner Zeit reale Geschichte war, bei der das schöpferische Wort, die Gebote Moses nun in naturwissenschaftlich begründeter kreativer Vernunft nun in universal geltender Weise neu verstanden und kult(ur)gerecht zur Welt gebracht wurden.

So zu bedenken, wie die gesetzestreuen jüdischen Schriftgelehrten und Pharsiäser das aufgeklärte Verständnis der hellenistisch-jüdischen Bildung und deren Weisheit als Häresie ablehnten und dem im Prozess der Zeit auch die römische Göttertradition und der Kaiserkult entgegen standen. Wie durch den aufgeklärten Verstand Moses kultureller Abfall beseitigt wurde, so die im Erbe kulturbekannter Geschichten im Neuen Testament bebilderte Dämonenaustreibung, Blindenheilung oder Sündenvergebung war und eine goldene Zeit als Gottesreich erwartet wurde. Weil die jüdische Bildung die Vernunft, nach der in antiker Aufklärung das natürlich-kreative Werden erklärt wurde, bekanntlich als Wort, die kosmische Wirklichkeit als neuen Tempel verstand, auch als Zeus oder den „einen“ Sohn definierte. Und im philosophischen Verständnis der Thora der Moses-Bund nicht wie in anderen Erkenntnis-Systemen der Zeit abgelehnt, sondern in echter Reform auf neue, nun universale Beine gestellt wurde. So in Auferstehung nun auch für gebildete und Göttersöhne gewohnte Griechen galt.