Rom und das Perserreich

Zwei Weltkulturen zwischen Konfrontation und Koexistenz:

Zeugen für das daraus erwachsene christliche Wesen als die zur Zeitenwende dann in natürlicher Schöpfung begründete Vernunft/Logos, heute Ökologie/Weltvernunft

Wer etwas über das als Jesus in die Geschichte eingegangene historische Wesen erfahren will, kann nicht nur Kultteste lesen, deren Entstehung, Funktion und zeit- wie kulturgerechte Ausdrucksweise längst klar ist. Um etwas über die historische Realität zu erfahren, gilt es das Wissen über die Zeit und ihre Kultvorstellungen auszuwerten. Ein Seminar über alte Kulturen, aus denen das Christentum hervorgegangen ist, war der Anlass, sich erneut mit dem auseinanderzusetzen, was wir über das Weltbild, das Denken und den dort herrschenden Kult wissen, wo das Alte und dann das Neue Testament ihre geografischen und zeitlichen Wurzeln haben.

Je mehr man sich dabei mit den Kulturen befasst, mit denen gerade das anfängliche Christentum in Konfrontation und Koexistenz stand, dabei auch über das Wesen des christlichen Kultes stritt, aufgrund dessen die Götteropfer abgelehnt wurden. Desto deutlicher wird, dass es dabei nur um die als Logos bekannte  Vernunft gegangen sein kann, nach der jetzt in monistischen Weltmodellen alles Werden erklärt und auch der Kult und seine Praktiken, wie das Opferwesen diskutiert wurden. Je mehr wir über die Kulturen und ihren auseinandersetzenden Austausch mit dem anfänglichen Christentum sowie die Diskussion um das christliche Wesen wissen, desto unfassbarer wird es, dabei an einen jungen Mann oder allein einen literarischen Glaubensmythos denken zu wollen.

Wenn bei dem, was wir heute allein über die alten Kulturen, ihre Grundlagen in der kreativen Realität ihrer Zeit, ihre konstruktiven Auseinandersetzung mit anderen Denkweisen und ihre jeweils reformierenden Entwicklungen in der Spätantike wissen, in Jesus Christus weiter ein junger Mann aus Galiläa angenommen wird und dann nur ein literarisches Wesen hinten herauskommt, das die Kritiker als christologisches Kirchenkonstrukt sehen, ist den Kabarettisten, zuzustimmen: „Herr, wirf Hirn runter“.  Wobei sich gerade die dogmatischen Aussagen, wie die nicht von Menschen gezeugte Geburt, die Kabarettisten und Kritiker dabei  in Bezug auf einen jungen Mann mit Namen Jesus im Blick haben,  bestätigt. Denn  wenn statt ein junger Guru die auch den heutigen Kultkritikern heilige und damals als echt neuer Josua und Weisheit (Christus) wirkende Vernunft zum Gegenstand des Denkens über das christliche Wesen wird, erscheint selbst die jungfräuliche Geburt logisch. Wie man aber bei allem, was man beispielsweise über die Diskussionen zwischen neuplatonisch sowie zoaristisch Denkenden spätantiken römischen und persischen Herrschern oder die Existenz einer nestorianisch ausgerichteten katholischen Kirche als Stütze des persischen Staatswesens und ihr von der römischen Schwester zu unterscheidendes monotheistisch-christologisches Verständnis des christlichen Wesen weiß, weiter von einem jungen Mann oder Mythos des Glaubens ausgehen kann, das ist unerklärlich.

Gerade das heute gegebene Wissen über die Perser und damit auch die gemeinsamen Wurzeln des dann prophetischen, götteropferfreien und bildlosen Kultes des Alten Testamenten, dessen Erneuerung durch das Neue Testament, wie die Christen ohne Kreuz und Gottessohn oder aus all dem hervorgegangenen arabischen Islam könnte mehr zur konstruktiven Koexistenz der heute in oft mörderischer Konfrontation befindlichen Kulturen beitragen, als alle gut gemeinten politischen Predigten.

Zurück zu Zarathustras aus monotheistischen Vorstellungen abgeleitete Philosophie vom „gut Denken, gut Reden, gut Handeln“, dem großen Perserkönig Dareios und den dort im Exil lernenden Propheten, die sich auf Abraham, David oder Moses beriefen, ist sicher der falsche Weg. Und zu Ehren göttlicher/schöpferischer Naturerscheinungen das Fleisch als Kultopfer verbrennen oder es so den Familien der Priester zu opfern, was selbst in den monotheistischen Kulturvorstellungen im römischen, wie im persischen Reich noch Kultpraxis war und von sog. Christen aus „vernünftigen“ Gründen abgelehnt wurde, wollen wir gleich gar nicht. Doch wenn wir wissen, wie sich die Anfänge nicht in menschlichen kulturellen Vorbildern, vorgesetzten, als Schöpfer oder Aufpasser zu glaubenden Gottesvorstellungen/-bildern begründeten, sondern einen monotheistischen Kult mit menschlich-kultureller Ethik auf die kreative Realität ihrer Zeit bauten, wäre das mehr als wegweisend für ein Miteinander von modernen Menschen. Die dabei ihre kulturellen Wurzeln nicht nur bewahren, sondern sie auf mündige Weise im gemeinsamen kreativen Sinne nutzen.  

Die alten Perser im Achämenidenreich, Lehrer der biblischen Propheten

Allein die Landkarte des Achämenidenreiches bei Wiki macht nicht nur deutlich, wie sich vom 6. bis 4. Jahrhunderten vor Chr. Persien von Ägypten über Palästina bis weit in den Osten des heutigen Afghanistans erstreckte. Sie zeigt auch, welche hier herrschenden kulturellen Vorstellungen sich ergänzten, beim Grund des Denkens zu berücksichtigen sind, aus dem dann nach dem prophetischen bildlosen Kult auch Kirche, wie Koran erwuchsen. Wo im Wissen um die gesamten Kulturen, die in dem auf der Karte zu sehenden Kulturraum erwuchsen, weiter ein junger Mann oder dann ein Glaubensmythos  für historisch gehalten wird. Da kann man das Internet abmelden, sich alles historische Wissen sparen und weiter auf buchstäbliche Weise die Bibel lesen oder sie von einem jungen Heilsprediger ausgehend als Betrug kritisieren.

Wer unter www.jesus-lebt-wirklich.de Zarathustra (was wir heute über die persische Philosophie wissen) als Zeuge auftreten ließ, dass es bei den biblischen Propheten nicht um das zu glaubendes Gottesbilder eines Weltdesinger ging, das seinen Jungen mit Namen Jesus ins Rennen schickte. Wie sich vielmehr in kreativer Wirklichkeit des damaligen Weltbildes eine götterbild- und götteropferfreie menschliche Verant-wort-ung aus dem natürlichen Werden/Wort entwickelte, bei der Esra, Nehemia & Co. auch an die aus Ägypten kommenden in kosmischer Kreativität begründeten monotheistischen Modelle anknüpften.  Der verkürzt das Frühstück und blickt vor dem Seminar über „Alte Kulturen im Umfeld der Bibel und des frühen Christentums“ auf ein Buch über die Anfänge im alten Persien.

Sicher sind auch die natur- und himmelsbeobachtenden Anfänge in Ägypten oder Ur, die in Göttern zur Opfer-Verehrung personifizierten Naturphänomene oder Kultureigenschafen und die Kenntnis der Mythen aufschlussreich, nach denen die Entstehung der Welt, wie der menschlichen Kultur erzählt wurde. Doch mehr noch als bei diesen Mythen, die dann vernünftigerweise in Rückprojektion der Exilszeit in die Kultliteratur der Propheten (das Alte Testament) als Geschichte aufgenommen wurden, macht das heutige Wissen über Zeit und Ort des Ursprunges des biblisch-bildfreien Kultes vom kreativen Ganzen deutlich: Was am Anfang als Wort galt und auch das christliche Wesen war, hatte weder zwei Beine, noch war es schriftlicher und dann zu glaubender Natur. Der die menschlichen Gottesvorstellungen als Problembringer verdammende bildlose prophetische Kult galt dem, was für menschliches Leben wesen-tliche bildhaft verschriftete und im Kult personifizierte schöpferische Wirklichkeit war.

Wir lesen von Dareios I., der 522 – 486 v. Chr., damit dann und dort als großer weitsichtig-weiser König regierte,  wo die biblischen Propheten lebten und damit der heutige Monotheismus seinen Ursprung hat. Und wie für ihn die im persischen Monismus begründete Philosophie Zarathustras galt. Oder anders: Wo bei Zarathustra nicht von einer sich aus dem dualistischen Weltbild, der Macht des kreativ Guten und Bösen ausgehenden Philosophie, sondern  einem einzelnen philosophischen Lehrer ausgegangen wird, die sich in Persien im Laufe vieler Jahrhunderte entwickelte (was im Grund für die Berteilung der Grundlage des Denkens egal ist), da war Zarathustra der Schullehrer der Propheten, auf die sich die monotheistischen Geschwister im Namen Abraham und Moses berufen.

Wichtig ist, dass es bei der in Zarathustra zum Ausdruck kommenden Philosopie/Theologie nicht um die religiösen Eingebungen, traditionellen Vorgaben oder Innenansichten eines Einzelgängers ging, sondern ein Denken, das sich in der real gesehenen Kreativität des Ganzen begründet. Auch wenn unsere Modelle vom ewigen Werden und Vergehen und der sich so ergebenden evolutionären Entwicklung anders aussehen, als zu Zarathustras und damit den Zeiten der biblischen Propheten: Die Begeisterung für das in Weltrealität Gegebene führte zur Verant-wort-ung und dem, was im Kult- wie im menschlichen Miteinander „geboten“ bzw. zu leben war. Und genau dafür wurden der König und der gesamte Kult gebraucht und gebaut.

Und wenn wir wissen, wie die antiken Gottheiten in vielfältiger Weise für Sonne, Monde, Erde, Feuer, Wasser oder Winde standen, die so lobend verehrt wurden. Dann waren es keine kulturell vorgesetzten Gottheiten, an die man als geheimnisvolle Welt-Designer, aufgrund ihrer Aufpasser-Funktion oder weil man dann beruhigter leben und einschlafen kann, glauben soll. Bereits die antiken und dann von Propheten abgelehnten Götter/Gottesvorstellungen waren Ausfluss eines Weltbildes, das sich nur etwas weiterentwickelt hat, heute als Wissenschaft gilt und nicht vorgesetzte Geister.

Wo bekannt ist, wie Ahumazda, der Zarathustra bzw. dem gesamten persischen Kult als personifizierte Bezeichnung für das Prinzip des schöpferisch guten/sinnvollen stand. Da sollte klar sein, dass das, was heute als höchste Gottheit beschrieben wird, keine kulturell vorgesetzte zu glaubende Gottheit als ein geheimnisvoller Designer war. Wenn es das gab, was heute entsprechen des Buchglaubens an eine Gottesgestalt als Allesmacher von polemischer Kritik als Spaghettimonster gebrandmarkt wird, dann ist bereits Zarathustra und sind noch mehr die biblischen Propheten genau dagegen Sturm gelaufen.

Wo der biblische Monotheismus erwuchs, galt ein kreatives Prinzip, das man seit Darwin & Co. nur etwas wissenschaftlicher erklärt, als in Kultur zu verehrende Person.  Wenn das ganze Himmelsgewölbe als Zeus dankend verehrt wurde und daraus auch der prophetische Kult erwuchs. Dann war auf jeden Fall später unmöglich ein junger Mann oder ein fiktives Glaubenskonstrukt, das den hebräischen Kult erfüllte oder erneuerte. Wie das christliche Wesen gesehen, beschrieben und bebildert wurde. Was in anfänglicher chrislicher Kultliteratur noch als Zeus (damit im philosophischen Sinne Vater aller Söhne) auftrat und bis heute als Bild eines Pantokrator in der Kirche hängt, war der Kultbegriff für ein monistisches Ganzes, wie es heute in Ökologie erklärt wird.

Denn nachdem das Himmelsgewölbe, das bereits bei den alten Persern aus Mythengötter einen monistischen Monotheismus mit einem Vater aller Götter als Zeus, bei den Propheten dann einen namenlosen, unerklärlichen Grund aller Kreativität machte, der für das menschliche Dasein maßgebend war, dann mit Hilfe der Griechen in vernünftigen/logischen Modellen erklärt wurde. Dann ist klar, wer das christliche Wesen war, das dann im Erbe der Väter ausgedrückt, so kulturgerecht zur Welt gebracht wurde.

Mehr als alles biblische Nachblättern der in alten Geschichten verwendeten Gottes- bzw. Kultnamen für das in aller Natur und Kultur wirkende schöpferische Wesen bzw. was als schöpferisch wesentlich betrachtet wurde und sein wird JHWH, macht die geschichtliche Auswertung deutlich: Um ein gegen das Wissen zu glaubendes, in Naturbrechungen oder sonst zu beweisendes oder zu bezweifelndes kulturell vorgesetztes Gotteswesen menschlicher Vorstellung, das dann gar einen jungen Mann als seinen Sohn zur Erde schickt, ist es weder Persern, noch den biblischen Propheten gegangen.

Auch wenn sich die alten Weltmodelle unterschieden, die Perser dualisisch von einem Prinzip des kreativen Guten und einem Gegenspieler ausgingen. Die biblischen Propheten dann nur ein schöpferisches Prinzip allen Werdens als Wort bezeichneten. Aber gleichzeitig auch übe die Existenz der im kreativen Sinne noch als negativ gesehenen Kräfte, der heute als zur Kreativität des ganzen gehörenden Erdbeben, (Un)wetter oder der menschlichen Krankheiten in Hiob rätselten. Es ist einfach falsch, den Anfängen ein zu glaubendes Gotteswesen unterstellen zu wollen, wie es seit naturwissenschaftlicher Aufklärung arbeitslos, aber zu glauben sei und das dann zu allem Über auch noch einen jungen Mann als wunderwirkenden neuen Gott zur Erde schickte. Wo diese heute mehr oder weniger geltende Glaubensvorstellung getreu der buchstäblichen Hypothese von einem jungen Galiläer auf die Zeit der Römer und Perser, damit die christlichen Anfänge übertragen wird, war alle geschichtliche, archäologische, wie literaturwissenschaftliche Arbeit völlig umsonst oder rein wissenschaftlicher Selbstzweck.

Wo das fruchtbare Wetter verehrt wurde oder beispielsweise eine Wertschätzung des schöpferischen/kreativen Wesens der Flüsse dazu führte, dass diese weder durch Baden, Urinieren oder etwas Hineinwerfen verunreinigt werden durften. Da hat dies mehr mit ökologischer Lebensweise zu tun, als mit einem jungen Galiläer, dessen Person dann ein neues zu glaubens Gottesbild sein soll. Was Strabo von dort berichtete, wo die Propheten erwuchsen, war kein blinder Glaube an eine vorgesetzte Gottesvorstellung oder gar einen Galiläer als Sonntags gepredigter Gott, sondern wie auch biblisch bekannt, die Verehrung dessen, was fruchtbar, schöpferisch wesentlich war und sein wird. Es war kein junger Mann mit charismatischen Eingebungen, sondern die aus antikem Monismus hervorgegangene antike Vernunftlehre, die offenbarte/erklärte, was für die Alten schöpferisch wesentlich (Gottheit) war und sein wird. Was im Gegensatz zu anderen anfänglichen Bewegungen (Markion) in der Kirche dann nicht dessen Rolle einnahm, sondern in Trinität als wesensgleich galt. Heute sprechen wir dabei von Ökologie und was für die Gesamtheit menschlicher Gesellschaft, wie die das eigene Wohl und die Zukunft der Kinder schöpferisch wesentlich/vernünftig wäre.

Solange der Gottesbegriff als Bezeichnung für eine anfängliche Kreativität versanden wird, die alles aus sich hervorbringt, wie die Pfarrerin bei jeder Beerdigung betont, unterscheidet sich das kaum von dem, was am Anfang als das galt, was wesentlich war und sein wird. JHWH. Der aufgeklärte Kult gilt dann dem, was heute auf kreative Weise westlich ist und morgen nur noch wissenschaftlicher erklärt wird, als heute. Doch wenn dann von einem jungen Mann gesprochen wird, der aufgrund seiner wundersamen Taten oder geheimnisvollen Wiedererweckung Gott oder das ewige Leben sein soll, wird alle kreative Vernunft zu Grabe getragen.

Selbst wenn das eine allzu rationalistische Betrachtung ist, bei der ja auch die bereits damals in Vernunft bedachte und oft heiß diskutierte Umsetzung in Kultpraxis und der entsprechenden Begriffe außen vor bleibt. Von den vielen Götternamen, Kultobjekten, der in der Kulturentwicklung notwendigen Verschriftung und der für ein kreatives Staatswesen, die ganzheitliche Bewegung der Menschen auch heute noch notwendigen gemeinsamen Kultpraxis, darf man sich nicht täuschen lassen. Schließlich ist auch bekannt, wie im Wandel der Zeit die verschiedenartigen Schöpfungsmodelle und der daraus abgeleitete Kult sowie seine sich verselbständige menschliche Gottesnamen/-vorstellungen oder die überkommene Kultopferpraxis in der gegenseitigen Diskussion standen. Damit die Abkehr von dem, was inzwischen als kulturell unsinnig gesehen wurde, bereits die wahre Unterscheidung der biblischen Propheten in Moses war. Was sich auch von den babylonischen Lehrmeistern, die bis zur Spätantike noch alten Vorstellungen opferten unterschied, wirft Licht : Der neue David, Moses, Elia oder der Geister vertreibende Josua (Jesus) kann unmöglich ein junger Mann als Gottesbild bzw. Glaubensmythos gewesen sein, dem heute gar die Kritik im Kurz-schluss opfert. Die der Kritik heilige, damals geltende Vernunft/Weisheit (Christus) hat sich gegen kulturell unsinnig gewordene Götteropfer zur Wehr gesetzt, die trotz Zarathustra in Persien noch länger als in Rom Kultpraxis waren. 

Wer nur auf buchstäbliche Weise im Buch blättert und so gelernt hat, dass ein junger Mann war, der als Logos in den Himmel gehoben wurde, der betrachtet es als Spam, wenn auf aufgeklärte Weise über das christliche Wesen nachgedacht wird. Doch wer das Wissen über Grundlage der alten Kulturen, den Grund ihrer Verhaltensgebote, wie des Kultes, der zu deren gemeinsamer Umsetzung entworfen wurde, unvoreingenommen auswertet. Wer beobachtet, wie bereits bei den Alten die Beobachtung des Himmels und der gesamten natürlichen Fruchtbarkeit und Kreativität die himmlische Weisung war, für den ist es logisch, wie die antike Vernunftlehre, die sich heute aus der wissenschaftlichen Welterklärung ableitet, beispielsweise der Ökologos das als Jesus die alten (ob griechischen, wie persischen) Geister und taub gewordene jüdische Nationalgesetzlichkeit vertreibende Wesen war.

Zu Tisch mit den Göttern: Abendmahl im Wandel der Zeit

Wenn sich herausstellt, dass es ein heiliges Abendmahl schon lange vor der Zeit Jesus gab, das Essen mit den Göttern alte Kultpraxis war, sind die Kritiker in ihrem Kurzschluss schnell bei der Hand: Das christliche Abendland sei Lug und Trug, bei den Alten abgekupferter Unsinn.

Doch wie es kein Unsinn war, sondern die für das menschliche Sein maßgebende und auch heute mehr als bedeutende richtige Ernährung auf alte Weise verehrt und verherrlicht wurde, wird bei Betrachtung der alten Kulturen deutlich. Warum Perser wie Griechen und Römer gemeinsam mit den Göttern speisten, lässt sich leicht erklären. Man muss sich die große kulturelle Bedeutung der alten Tischgemeinschaften vor Augen führen, wie das beispielsweise aktuell in „Welt und Umwelt der Bibel“ 1/17 geschah und hier nicht weiter ausgeführt wird. Doch in der Betrachtung des Abendmahles bereits zu Zeiten der Götter durch kirchliche Wissenschaftler nimmt das archäologische-geschichtliche Magazin des katholischen Bibelwerkes nicht nur die Kritik vorweg.  Wer sich die Bedeutung des Göttermahles in den verschiedenen Kulturen betrachtet, dem wird klar, dass es auch im Neuen Testament um weit mehr geht, als die Feier eines jungen Rabbi mit seinen Fischerfreunden, die dann von hellenistischen Literaten den alten Kultmählern nachgestellt wurde.

Tischgemeinschaften oder die Verehrung dessen, was dem Menschen an Nahrung gegeben ist, er zu sich nimmt und damit seinen Körper wie Kopf bestimmt, hatten in vielen Kulturen eine enorme Bedeutung, die einem steten Wandel unterlag. Schon Jahrtausende vor Jesus haben Menschen hatte für die Menschen das gemeinsame Kult-Mahl und die Verehrung der natürlichen Gaben, die über die Sättigung hinausgehen, eine besondere Bedeutung. Was im Mysteriums des Mittelalter, wo auch das Wachsen der Gaben nicht in mehr in Vernunft/Natur, sondern auf geheimnisvolle Weise erklärt wurde, dazu führte, die Einsetzungsworte „Das ist mein Leib“ (Hoc est enim corpus meum) zur Zauberformel „Hocuspocus“ zu machen.  Und so ist auch das letzte Abendmahl Jesus in christlich geprägten Kulturen zum Inbegriff des bedeutungsbeladenen religiösen Mahles geworden. Doch solange davon ausgegangen wird, da hätte ein Wanderkyniker bei einem Essen mit seinen Anhängern große Töne gespuckt oder die ganze Geschichte sei ihm nur angedichtet worden, ist das Abendmahl wirklich nur „Hokuspokus“. Solange die Vernunft/Logik allen Werdens nicht mit am Tisch sitzt, kann die so gegebene Nahrung nicht als Leib des christlichen Wesens gesehen werden. Für die Kritiker sind dann Menschenfresser am Werk. Was bereits den Anfängen auf polemische Weise von Denkern vorgeworfen wurde, die vor der allzu menschlichen Darstellung des Logos nichts wissen wollten.

Doch auch der geschichtliche Wandel des Abendmahles ging von Vernunft aus, verweist auf die Vernunft als das dann am Tisch sitzende christliche Wesen. Wer nichts isst, ist nicht lebendig, kann sich nicht am Leben erhalten. Und so hat das Essen nicht nur für die Menschen eine große Bedeutung, sondern mussten im Orient auch die Götter gespeist, lebendig gehalten werden.  Ein Kultopfer, dem eine enorme Bedeutung zukam. Und auch in der rabbinisch-götterfreien Literatur gibt es dann viele Beispielgeschichten, die vom gemeinsamen Mahl am Tisch des Herrn, einer für Arm und Reich gemeinsamen Herrlichkeit berichten. Doch so, wie die Erwartung zu einem großen gemeinsamen Festmahl von Juden, Christen und Moslems nur in Vernunft und Aufklärung zu machen sein wird, lässt sich auch die Entwicklung des Götteropfer-Mahles bis zum christlichen Mahl nur in Vernunft erklären.

So, wie im Orient die Götter essen und trinken mussten, um lebendig zu bleiben, so musste christlich auch die Vernunft im gemeinsamen Mahl genährt werden. Und wenn dann bei Juden und Christen nicht mehr davon ausgegangen wurde, dass die Menschen der Flut zum Opfer fielen, weil sie den Göttern zu wenig zu Essen gaben, sie ihre Hauptaufgabe nicht erfüllten. Dann ging dieser Geisteswandel weder auf einen Guru, noch ein fiktives Glaubenskonstrukt oder einen kulturellen Trick zurück. Die Vernunft war es nun, die mit am Tisch saß und auch die Götterspeisung, wie den gesamten Feuer-Opferkult des Orients kritisierte.

Auch die Einführung von Regeln, die Zubereitung der Mahlzeiten oder der Gebote, was zu essen oder zu vermeiden war und über die alten Kultpraktiken des Götteropfer hinausging, lässt sich nur im bekannten Wachstum der Vernunft erklären. Und da jüdische Weisheitslehrer bereits im 2. Jh. vC verfassten Buch Daniel den Betrug der Bel-Priester anprangerten, dann war bereits hier die später als neuer Josua in die Geschichte eingegangene Vernunft/Logik (der Logos) am Werk. Was sonst hat bewirkt, dass hellenistische Juden ihre Kultpraktik in Kontrast zum alten Götteropfer setzten? Wenn Daniel kritisiert hat, dass die Babylonier täglich zwölf Scheffel Feinmehl, sechs Krüge Wein aufwendeten und vierzig Schafte verbrannten, um die Götter zu speisen. Dann war das die Weisheit/Vernunft der Zeit, die im gesamten Kult einen Wandel bewirkte und sich von der Exilszeit bis noch in die Spätantike mit den persischen Kultopferpraktiken auseinandersetzte.

Um das gemeinsame Essen eines jungen Guru mit seinen Anhängern, das jetzt die Bedeutung des Göttermahles aufnahm,  ist es auch im Neuen Testament den hellenistisch-jüdischen Literaten mit Sicherheit nicht gegangen. Bereits Daniel ließen sie lachen, als der König erklärte, dass die Götter weit lebendiger seien als das von ihnen verehrte schöpferisch Wesen-tliche ohne Namen und Gesicht, da Bel Tag für Tag jede Menge isst und trinkt. Dass Bel innen von Lehm und außen von Bronze ist, er niemals gegessen oder getrunken hat, sagte die Vernunft der Zeit. Und die war es auch, die ähnlich wie Luther das Ablassopfer, das Götteropfer als Kultbetrug brandmarkte, weil die Priesterfamilien und Könige sich in Wirklichkeit selbst die Opfergaben einverleibten. Denn dass in der Nacht die Priester mit ihren Frauen und Kindern kamen und alles aufaßen sowie den Wein tranken, wird bereits in Daniel berichtet. Und auch in Assyrien und Babylonien seien die Reste des Mahls der Staatsgötter an die Könige und ihre Kronprinzen gegangen, die den Göttern verbunden waren.

Auch wenn Luther die Vernunft als Hure verfluchte, so war es bei seiner Verurteilung des Ablasshandels, wie bereits im Alten Testament und noch mehr dann im Neuen die später im Sinne Josua gesehene Vernunft, die die Kultopfer als Priesterbetrug kritisierte, echt auf Erden wandelte, den kulturellen Wandel immer wieder herbeiführte. Wenn sich neue Kultkonzepte für das gemeinsame und damit Kultur-Gemeinschaft schaffende Mahl entwickelten, dann war logischerweise die Vernunft der Meister des Neuen Testamentes. Mit einem jungen Mann Namens Jesus oder einem literarischen Glaubenskonstrukt lässt sich das nicht erklären. Und wenn heute die alte Symbolik, die zentrale Bedeutung des Brotes und Besonderheit Weines ebenso wie der kulturelle Wandel und die orientalische Kultpraxis und die Kritik der Exils-Propheten allein am Verbrennen von Tieren erklärt wird, sich heute die Kritiker dann über kulturelles Hokuspukus lustig machen. Weil es nichts dazu beiträgt, dass es den Menschen besser ergeht, sie sich im kreativen Sinne zukunftsvernünftig verhalten. Ist das eine andere Vernunft/Logik, wie die Weisheitskritik, die sich mit den Götteropfern oder –speisungen durch die Kinder Zarathustras noch bis noch in die Spätantike auseinandersetzte?

Egal wann der Wandel stattfand, das Fleisch dann nicht verbrannt oder von Priesterfamilien, sondern der Dorfgemeinschaft allein zu Nahrungszwecken gegessen wurde und sich der Kult wandelt. Wie es die Vernunft war,  die die Kritik und den Wandel bewirkte, lässt sich gerade beim Abendmahl gut beobachten.

Wer ohne Weisheit einen neuen Monotheismus feiert betreibt Hokuspokus

Aber noch mehr als die Bedeutung des Göttermahles und dessen Wandel macht das, für was dann im götterfreien Kult des Judentums die Mahlfeier stand deutlich: Um das letzte gemeinsame Essen eines jungen kurz darauf hingerichteten Religionsrebellen mit seinen Freunden, über dessen genaue Datierung im Hinblick auf das Passahfest dann unter Wiki diskutiert wird, kann es den jüdisch-hellenistischen Verfassern, die vom Abendmahl schreiben, unmöglich gegangen sein. Wobei selbst bei der Diskussion um das genaue Datum eines im buchstäblichen Sinne verstandenen Essens, das später zum großen christlichen Ritus geworden sein soll, ein Geisteswandel aufblitzt, der heute zwar gefeiert wird, aber nicht wirklich vorkommt. Denn selbst die dort erwähnten Essener, damit Reformbewegungen, die jetzt nicht mehr den Mondkalender nutzten, sondern sich auf am Sonnenverlauf ausrichteten, verweisen mehr auf einen geistigen Wandel, als im heutigen Hokuspokus vorkommen kann. Denn wer einen egal wie gestrickten jungen Mann als das beschriebene historische Wesen an den Anfang stellt, wie soll der dann das feiern können, was die Juden mit dem gemeinsamen Mahl und dann erst die anfänglichen Christen mit dem letzten Abendmahl Jesus verbanden?

Nein, das Abendmahl war keine freie Erfindung. Die hellenistischen Juden, denen wir die bedeutunsvollen Texte davon verdanken, haben sich mit Sicherheit ebenso was dabei gedacht, wie die als Kirchenväter geltenden neuplatonischen Logos-/Vernunftjünger, die die diese Texte in den Kanon aufnahmen. Vom Abendmahl schreiben nicht nur alle Evangelisten, sondern auch Paulus. Und schon dabei fällt auf, wie in der heutigen Forschung dann plötzlich Verfasser der Paulusliteratur, die doch gar nichts vom historischen Jesus schreiben würden und der oder die Verfasser von Johannes, der deutlich den Logos (Weltvernunft/Weisheit) zum Thema hat, nun plötzlich wieder als Banal-Historiker gelten. Die von der Henkersmahlzeit eines kurz darauf hingerichteten Heilspredigers und dessen überlieferter Worte dabei an seine Tischgenossen schreiben würden, die zum großen Ritus wurde. Doch das, was somit heute gefeiert wird, kann nicht das Thema des berichteten Abendmahles gewesen sein, das jetzt das von Juden gefeierte auf neue „christliche“ Beine stellte. So wenig Paulus von einem historischen Heilsprediger handeln oder Johannes, hat der bei den Synoptikern gehandelt. Auch die Lieferanten der heutigen Heilsprediger-Hypothese handeln eindeutig vom dem, was heute als Weisheit oder Weltvernunft gilt, damals auch Logos galt.

Auch wenn im heutigen Hokuspokus keiner mehr im Ernst an einen echten Geisteswandel, neue, nun in Vernunft/Natur begründete monotheistische Lebens- und Verhaltenslehren denken kann. Den anfänglichen Verfassern, damit hellenistischen Juden, für die das heilig war, was heute unter „Weisheit“ bei Wiki nachgeblättert werden kann, ist das unmöglich zu unterstellen. Wie sollen anfängliche Denker in der Henkersmahlzeit eines jungen Heilspredigers die Erneuerung dessen gesehen zu haben, was die Juden feierten, lebendige Weisheit oder auf Erden wandelndes schöpferisches war?

Die religiöse Dimension des jüdischen Mahles neu Denken

In wissenschaftlicher Aufarbeitung der Dimension, die das Mahl jüdisch hatte, kann das Abendmahl nicht weiter als das mit alten Bedeutungsinhalten aufgewärmte gemeinsame  Essens eines dann wegen Volksverhetzung hingerichteten Wanderkynikers und damit reiner Tam-Tam  gelten. Auch wenn das dann gar auf neue Weise (christlich) gefeierte, damit die Begründung des gottesbildlosen monotheistischen Kultes von einem jungen Mann ausgehend in heutiger Historien-Hypothese nicht wirklich bedacht werden kann.

Wie man das Gründungsritual nachexilischer Denker, das nach heutigem historischen Wissen nicht an eine Volksflucht aus Ägypten erinnert, sondern den Beginn des götteropferfreien bildlosen Kultes, bei dem die Gebote von dem ausgingen, was in Kultur kreativ/schöpferisch wesentlich war und sein wird, mit der Henkersmahlzeit eines jungen Rebellen in Verbindung bringen kann, ist ein Rätsel?

Wenn im Pessachmahl als die den Juden stiftende Identität und Gemeinschaft der Anfang des prophetischen Monotheismus gefeiert wurde, wie er in Perserzeit entstand, dann lässt sich dessen Erneuerung nur in dem begründen, was dann auch den philosophischen Monotheismus der Zeitenwende ausmachte. Und das war die gleiche Vernunft/Weisheit, die bereits den prophetischen Anfängen sagte, wie das Mahl zuzubereiten und was zu Essen war. Wie der Verzehr von Alkohol und Schweinfleisch,  dem Körper und Kopf auf Dauer nicht gut tut, was bereits die alten Perser wussten, uns heute der Hausarzt bestätigt, war damals wie heute in Vernunft/Weisheit begründet. Ebenso wie das Fasten, das heute wieder auf neue Weise modern ist. Auch wenn diese Gebote im Laufe der Zeit immer wieder zum religiösen Selbstzweck wurden, der sich seines Inhaltes entleerte. Auf jeden Fall wäre weder mit einem jungen Mann, noch einem literarischen Jesus-Mythos das zu machen gewesen, was durch den bildlosen Monotheismus geboten war, von Juden gefeiert und nun neu bedacht wurde.

Selbst die jüdische Vorschrift, nicht mit denen zu Essen, die weiter den Götterbildern opferten, muss in der Vernunft der Zeit begründet gewesen sein. Und wenn später der „Gesalbte Israels“ anwesend war und nun einen auch für Griechen geltenden Kult begründete. Dann war der Messias und König der Juden weder ein junger Mann, noch ein Mythos, den man christlich aufs Schild hob.

Alle Kulthandlungen dürfen nicht über die Theologie/Philosophie hinwegtäuschen, um die es anfänglich ging. Und wenn in Qumran Texte aus der hellenistischen Zeitenwende, 100 v. Chr. gefunden wurden, in der das Gemeindeleben, wie das gemeinsame Mahl geregelt wurde, dann war all dies in der Vernunft der Zeit begründet. Es verweist auf ein Reformdenken, das in Vernunft/Weisheit begründet lag. Der neue Bund, damit das neue, universale monotheistische Verständnis, das man in Qumran suchte, war nicht mit einem jungen Mann oder Mythos zu machen.  Doch da wir wissen, wie den hellenistischen Juden dieser Zeit genau das heilig war, was auch heute unter Weisheit (als einer in der Natur/Gesamtordnung begründeten Lebensweise) beschrieben wird, wissen wir auch, wer der neue König der Juden, der Gesalbte, der erhoffte Messias war.

Was christlich (in Weisheit begründet) dann als neuer Josua galt, hat mit dem nichts zu tun, der heute als historisch gehandelt wird. Es liegt zwar auf der Hand, wie die Wanderkyniker der Zeit, die Natur auf ihre Weise versuchten zu leben, neben den jüdischen und griechischen Vor-bildern in die Jesusgeschichte eingingen. Doch wie man auf die Idee kommen kann, dass neben den Synoptikern gar Paulus und Johannes von der Henkersmahlzeit eines Wanderkynikers schreiben, die zum christlichen Ritus von einem neu-jüdischen Bund, Vergebung der Sünden, Überwindung des alten Abfalles im wahren Messias… wurde, der dann auch mit am Tisch sitzende Griechen maßgebend war, das ist ein Rätsel.

Allein die alten Bilder vom Abendmahl spricht Bände. Da wurde nicht das letzte Essen eines rebellischen Junghandwerkers mit seinen Anhängern ausgemalt. Wenn nun der Zeus-Pantokrator am Tisch sitzt oder Mahlgemeinschaften zu sehen sind, die die Mähler (neue Vermählungen, Vereinigungen) mit den Toden feiern. Dann lässt sich auch der Friede mit der kulturellen Vergangenheit nur in der Vernunft erklären, die die Kirche gegen die christlichen Vernunft-Lehren stellte, die die alten Vorstellungen völlig ablehnten. Und wenn bereits beim alten Abendmahl alle eingeladen waren, ob Arm oder Reich, wie immer wieder betont wird. Dann war es die gleiche Vernunft, die in neuzeitlicher Aufklärung wieder nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit rief.