In Heilsgestalt „Jesus“ inkarnierte Weisheit war kein Wanderprediger

Hier wird an Vorlesungen über die Geschichte der frühen Kirche bis Augustin, damit auch der Diskussion der alexandrinischen mit der antiochenischen Schule über das Wesen der in Natur-/Vernunftlehren (Logos) begründeten Weisheit als „Christus“, ebenso wie in der Weisheit der Zeit begründen Aussagen zu „Sex, Ehe und Eschaton“ bei Paulus erneut deutlich gemacht: Am Anfang ging es um die menschliche Rolle sowie Vermittlung der in Naturlehre (Logos), damit Schöpfung begründeten Weisheit und ihren Sinn/Grund. In anfänglichen Texten, Lehren und Diskussionen kommt der bedeutungslose junge Mann, zu dem der historische Jesus heute geschrumpft ist, mit keiner Silbe vor. Wenn anfängliche Denker die menschliche Gestalt für unabdingbar hielten, dann verteidigten sie das damals kulturübliche und notwendige rhetorische Schäma, bei dem sich die die schöpferische Wirklichkeit, Weisheit und damit Wahrheit mit der Zeit immer mehr entwickelte. Doch um den heute an den Anfang gestellten bibelschlauen Handwerksburschen oder sonst wie gearteten Weisheitslehrer ist im weltgültigen Bund des hellenistischen Judentums so wenig gegangen, wie der auch nur einem der diesem folgenden Vordenker der Kirche zu unterstellen ist.

Denn in den biblischen Texten, wie in der anfänglichen Lehre und Diskussion ging es um die im hellenistischen Judentum in Natur-/Vernunftlehre (Logos) lebendige schöpferische Wirklichkeit und Weisheit als „Christus“. Was in Folge Moses als Heil Josua, lat. „Jesus“ verstanden wurde. Anders als in Kultkonzepten, bei denen Pharaonen, Kaiser, Göttergestalten oder sonstige Avatara und besonders weise Männer als Inkarnation Gottes gesehen wurden, galt im Judentum der Verstand natürlicher Schöpferischer Wirklichkeit als eines Wortes (auch Vernunft), damit einer Lebensweise nach schöpferischer Bestimmung. Die von einem menschlich unbestimmbaren Sinn/Grund allen Seins JHWH ausging und einzig auf diesen verwies. Somit war die von hellenistischen Juden der Echt(heils)zeit Jesus in schöpferischer Wirklichkeit bedachte Weisheit als „Christus“ das Thema.

Die anfänglich in alten Gottesnamen, dann durch die Reformatoren in Bezug auf das hellenistisch-weisheitliche Judentum einheitlich in „Jesus“ übersetzte Heilsgestalt war zwar ein menschliches Wesen, das nur so schöpferische Wirklichkeit und Wesentlichkeit hatte. Weil das in der bekannten Gestalt notwendig für die kulturelle Entwicklung war. Aber die neue jüdische Weltbestimmung ging nicht von einem einzelnen Weisheitslehrer aus, sondern der Weisheit, die das Gesetz ersetzte.

Wo nun nicht mehr das bisher nur Beschnittenen geltende Gesetzeswort, sondern universale Weisheit sagte was Recht ist, wurde über das Wesen der in Vernunft (Logos) erklärten schöpferischen Wirklichkeit, so begründeten Weisheit sowie ihrer Ausdrucksweise als Heilsgestalt heftig gestritten. Wo im Westen bereits die Philosophen ihre Weisheitslehren in einem in Vernunft erklärten schöpferischen Ganzen begründeten, das sie in Zeus/Jupiter oder Serapis verehrten, auch weiter Gottessöhne galten und Kaiser Kultstatus hatten, wurde zu deren Ablösung die menschliche Gestalt gebraucht. Doch dabei ging es nicht um eine Handwerksburschen-Verherrlichung, wurde kein Weisheitslehrer hellenistischen Bildungsbürgern als Logos verkauft und dann in dieser Weise von Neuplatonikern diskutiert. Wie das die heutige Heilsprediger-Hypothese unterstellen muss. Auch in den biblischen Texten, auf die sich dann diese Denker bezogen, ging es um den in menschlicher Weise zur Welt gebrachten Öko-Logos und damit eine Weisheit als „Christus“, nach der heute von allen aufgeklärten Menschen weit vergeblich gerufen wird.

Einen egal wie gestrickten jungen Mann und seinen Sektenverfolger an den Anfang zu stellen, ist nicht nur unverant-wort-lich gegenüber dem Grund allen Seins, dem christlichen Glauben und seiner Bedeutung für Friede und Vernunft, um Weisheit oder Weltvernunft aufgeklärt zur grenzüberschreitenden Kulturbestimmung mündiger Menschen werden zu lassen. Das hat auch mit historischer Wissenschaft nichts mehr zu tun.

Sehr geehrter Herr Professor Lampe, Sehr geehrter Herr Professor Strohm,

sehr geehrte Damen und Herren,

bitte entschuldigen Sie meine Anschuldigungen. Doch wie sonst kann ich Anstoß geben, in neuer Weise zu fragen, statt die Studenten und damit die Welt im Glauben zu lassen, es wäre am christlichen Anfang um einen jungen Guru und seine Sekte gegangen. Gerade Ihre aktuellen Vorlesungen haben wieder mehr als deutlich gemacht, warum es Zeit ist, nach der in Schöpfung, Wissen, damit philosophischer Erkenntnis begründeten Weisheit der Zeit zu fragen. Ja, die war in einer menschlichen Gestalt inkarniert, nur so zu vermitteln und war in einer Vielzahl von menschlichen Trägern lebendig. Aber mit einem  jungen Mann aus Galiläa, den Sie den Studenten gegen besseres Wissen wie eine historische Tatsache beibringen, hat das alles nichts zu tun. Doch nicht nur, dass so der christliche Glaube inhaltlos wird und von der aufgeklärten Welt nicht ernst genommen werden kann. Weit schlimmer ist die Tatsache, dass so verhindert wird, die wissenschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen, damit die von aller aufgeklärten Welt geforderte, beispielsweise in Ökologie begründete Weisheit oder humanistisch-gemeinsinnige Lebensweise nicht allein im Namen Jesus Christus zur gemeinsamen Kulturbestimmung werden kann.

Ja, die von einem gemeinsamen Sinn ausgehende, damit in antiker Ökologie, Naturlehre (Logos) begründete Weisheit hat im historischen Heilsprozess „Jesus“ menschliche Gestalt angenommen. Aber dabei ging es nicht um den heute unterstellten, nur als Logos oder Weisheit verherrlichten bibelschlauen Handwerksburschen. Ein Guru, der von seinen Groupies in Trauervisionen verherrlicht und dann nach heutiger Lehre apologetisch als Logos oder Weisheit ausgegeben wurde, stellt nicht nur die Geschichte, sondern auch die biblischen Geschichten auf den Kopf.

Die Menschwerdung des philosophische erkannten Sinnes/Grundes allen Seins oder der davon ausgehenden schöpferischen Wirklichkeit und Weisheit ist in der bekannten Gestalt erfolgt, musste so sein. Aber wo auch bei den Christus vorangegangenen ägyptischen, persischen, dann prophetischen oder anderen aus dem Wandel vom Mythos zum Logos hervorgegangenen Religionsmodellen keine Zweibeiner als der eigentliche Grund/Sinn kosmischer Ordnung und Kreativität galten. Da kam dafür bei mittel- und dann neuplatonischen Denkern, die am Anfang der Kirche oder des Kanons standen, noch weit, weit weniger ein junger Mann in Frage.

Weder in der anfänglichen Geschichte, bei der Herr Strohm nach der trinitarischen Auseinandersetzung die verschiedenen Ausprägungen des Mönchtums vorstellte, kann es um die verschiedenartig interpretierte Lehre des heute unterstellten Landstreichers gegangen sein. Noch kann der der vorausgesetzte bibelschlaue Handwerksbursche und dessen Sekte auch nur einem der philosophischen Denker unterstellt werden, die über das Wesen des Logos, damit der Vernunft/Weisheit in ihrer dann auch menschlichen Ausprägung stritten.

Und wie die im gewandelten Pharisäertum geltende Weisheit der Zeit das Thema der beispielhaft im Korintherbrief dargelegten Paulusliteratur war, hat Herr Lampe bestätigt. Wie können Sie daher Ihre Studenten im Glauben lassen, es wäre anfänglich um einen Zimmermannsohn und seine Sekte gegangen? Wenn doch mehr als deutlich ist, wie es die in natürlicher schöpferischer Wirklichkeit begründete Weisheit/Vernunft nicht nur bei Paulus, sondern allen Evangelien, wie den vielfältigen christlichen Anfängen das Thema war. Und wie diese bei sämtlich philosophischen Vordenkern der Kirche in ihrem Wesen in Diskussion stand und für den Volksverstand eine menschliche Gestalt/Ausdrucksweise benötigte, wird in der Geschichtsvorlesung mehr als deutlich.

1.      Sex, Ehe und Eschaton

Ersparen Sie mir auf die einzelnen Aussagen im Korintherbrief eingehen zu müssen, die Sie wieder in hervorragender Weise entschlüsselten. Wobei Sie mehr als deutlich machten, dass es bei allem, was hier über das Zusammenleben der Menschen, den Sklavenstand, Singlestatus, Verheiratete, Witwen oder den ethischen Status sowie das Zusammenleben von Beschnittenen und Unbeschnittenen bedacht wurde, der völlig nüchternen Weisheit der Zeitenwende entsprach. Einer Weisheit, wie sie auch in der Stoa zum Ausdruck kommt, wo bekanntlich die Natur, damit deren Sinn den Ton angab.

Wenn die Welt diesen Status ändern will, wehr dich nicht dagegen… Gerade Ihre Ausführungen machten mehr als deutlich, wie es hier nicht mehr um starre Glaubens-/Traditionsgesetze ging, die bisher den Juden galten. Wie hier in schöpferischer, damit von einem Sinn des Weltganzen ausgehende Weisheit „Christus“ begründet wurde. Die bei Paulus nachgezeichneten „Christus-“ oder „Herrenworte“ können nicht die eines Handwerksburschen oder einer Halluzination nach dessen Tod gewesen sein, die ein Sektenpolizist überliefert bekam oder selbst hatte.

Und wenn Morgen dreimal mehr Frauen als Männer auf die Welt kommen, haben sich die Verhältnisse auch geändert, höre ich die in antiken hellenistischen Juden inkarnierte, allein in natürlicher Schöpfung begründete Weisheit „Christus“ sagen. Dann müsste sich ein Mann im schöpferischen Sinn um drei Frauen kümmern, um so auf kreative Weise Zukunft zu gestalten, seiner Verant-wort-ung gerecht zu werden. Es waren Juden, die jetzt keine Gesetzespharisäer mehr, sondern gewandelt waren: Die von einem Sinn/Grund allen Seins ausgingen, der auch Griechen galt und die daraus ihre Bestimmung (Wort, bisher Thora als Gesetz) ableiteten.

Es trifft zu, was Sie auch unter Wiki „Weisheit“ nachlesen können. Weisheit fliegt nicht frei im Raum, sondern muss in Menschen inkarniert sein, zum Ausdruck gebracht und gelebt werden. Auch in anderen Religionsmodellen, wie dem Buddhismus oder dem Hinduismus mit seinen Avatara (verschiedenartigen Wesensgestalten) musste die schöpferische Wirklichkeit und Weisheit in menschlichen Wesen manifestiert sein. Aber Sie wissen, dass im hellenistischen Judentum weder Göttergestalten, noch Gurus galten, sondern die Weisheit in Verstand (Sinn-/Naturlehre: Logos) gegeben war. Ja „Christus“, die Weisheit war lebendig, das Heil „Jesus“ war gegeben und war inkarniert. Gerade dort, wo im hellenistischen Judentum von Jesus gesprochen oder im Neuen Testament dann das christliche Wesen beschrieben wurde, das sich mit den Schriftgelehrten auf dem Weg nach Jerusalem  auseinandersetzte, missverstanden wurde. Aber mit Ihrem Handwerksburschen und einem dessen Sekte verfolgenden Pharisäer, der vom Geistesblitz getroffen wurde, kann all das, was Sie in der Paulusliteratur darlegen, nichts zu tun haben. So wenig wie bei Paulus kann es beim Christus der Evangelien, die das christliche Wesen auf kultur- und volksgerechte Weise in seiner Heilsgeschichte (damit den historischen Jesus) beschreiben, um den heute unterstellten bibelschlauen Handwerksburschen gegangen sein. Wer nun als universal geltender König der Juden ausgegeben wurde, war die in früher Ökologie oder dem Logos genannten natürlichen Lebensfluss begründete Weisheit.

Auch wenn in Philo von Alexandrien der Geisteswandel, der neue Bund, dem die Kirche dann folgte, in besonderer Weise zum Ausdruck kommt. Ich gehe weder von einem einzelnen Denker, noch allein vom hellenistischen Judentum der zwischentestamentlichen Zeit aus. Der neue Verstand einer im Logos-Christus, damit in Weisheit definierten Bestimmung, die um zeigemäße Ausdrucksweise (ein dem Westen gerechtes Avatara) rang, war bekanntlich in vielen anfänglichen Bewegungen in Wissen/Erkenntnis der Zeit begründet. Von den durch Sie beschriebenen stadtrömischen Christen, die teilweise auch das Judentum ablehnten, bis zu anderen anfänglichen Kirchen oder Christentümern, wie dem die Weltreligionen in philosophischer Weise verbindenden Manichäismus. Von denen sich allerdings nicht auch nur eine einzige in dem begründen lassen, was Sie Ihren Studenten als historischen Grund des christlichen Glaubens vermitteln.

Wenn wir doch einig sind, dass bei den von Ihnen im Korintherbrief nachgeblätterten Aussagen über Sex und Ehe weder griechische Orakel, Tradition, noch die Thora, sondern die Weisheit der Zeit gesprochen hat, wie sie auch in der Stoa zum Ausdruck kommt. Warum nehmen Sie dann ihr eigenes Wissen nicht ernst?

Wie können Sie Ihre Studenten ernsthaft vermitteln, diese Literatur wäre von einem Pharisäer verfasst worden, der die Sekte eines bibelschlauen Handwerksburschen verfolgte, nach geheimnisvollem Geisteswandelt einige zur Gottheit eines Gurus bekehrte Korinther über die richtige Lebensweise in Weisheit belehrte. Und dies alles, weil nach Ihrer buchstäblichen Sicht die schöpferische Wirklichkeit und darin begründete Weisheit nur in einem Guru aus Galiläa inkarniert sein kann. Der dann von seinen Anhänger, zu denen auch der Sektenpolizist geworden war, als Christus gesehen wurde. Sie wissen selbst: So ist die Weisheitstheologie der Paulusliteratur nicht zu machen, die Geschichte nicht zu erklären.

Dabei kennen Sie viele griechisch-römischen Denker, in denen die Weisheit, wenn zwar nicht im klassischen Sinne „inkarniert“, aber lebendig war und die danach leben wollten. Auch wenn die weiter den alten Gottheiten treu blieben, daher deren Weisheit von Ihnen zu Recht als philosophisch abstrakte „Sozialutopie“ bezeichnet wird. Sie kennen aber auch die hellenistischen Juden, die den Sinn allen Seins, der ihnen als Beschnittenen maßgebend war, jetzt in Weisheit definierten und daraus eine auch Griechen geltende gemeinsame Bestimmung ableiteten. Wie sie bisher in der Thora gottesbildfrei (ohne Inkarnation in einem Avatara) als Gesetz (Gotteswort) galt. Die hellenistischen Juden als Christus geltende Weisheit flog nicht frei im Raum, sondern war in Menschen lebendig. Sie wurde auch von Wanderpredigern gelehrt. Und so im von Paulus verteidigten rhetorischen, volksgerechten Schäma der Zeit, auf kulturgerechte, damit auch götterbildgerechte Weise vermitteln, damit sie sich entwickeln kann.

Daher ist es egal, ob die Paulusliteratur bereits bei römischen Jüngern der Weisheit „Christus“, wie den Markioniten (bekanntlich Erstherausgebern) entstand. Die sich auf einen Simon=Petrus (damit eine andere römische Kirche) beriefen. Die die Thora und den jüdischen Demiurgen (Handwerker im Himmel) ablehnte: In Simon Magnus zusammengefasste, in Wissen und Erkenntnis begründete Bewegungen. Die Heinrich Detering in „Der gefälschte Paulus“ als ursprüngliche Verfasser nachzeichnet. Was zumindest in der Unterstellung „gefälschte Paulus“ ein Kurz-schluss ist. Denn auch wenn die Apostelgeschichte nicht wörtlich zu verstehen ist, die Texte vielfältige Ursprünge haben, bedeutete dies nicht, dass es kein gewandeltes Pharisäertum „Paulus“ gab.  Was die heutige Paulusliteratur ausmacht, ist eine historische Tatsache. Gerade der Korintherbrief in seiner Weisheit macht deutlich, dass (auch wenn ein Teil der Literatur bereits von Petrus-Magnus kommt), hier hellenistische Juden oder diesen folgenden Denker der dann allumfassenden Kirche am Werk waren. Ja, hier hat Paulus, ganz deutlich das gewandelte Pharisäertum hellenistischer Juden gesprochen. Das sich wie Ihnen bekannt, nun in schöpferischer Weisheit, statt im traditionellen jüdischen Gesetz oder gar alter Gottheiten, Mysterien oder Orakelglaube und Gedärmen (Leberschau) begründete.

Aber wie können Sie all Ihre in Weisheit „Christus“ begründeten Ausführungen, die allein in wenigen Versen des Korintherbriefes deutlich wird, in einem Wendepharisäer begründen wollen? Der, weil bei Ihnen die schöpferische Wesentlichkeit nur in einem Wanderprediger inkarniert sein kann, hier die von Ihnen geschilderten 100 zum Glauben an die Gottheit ihres galiläischen Handwerksburschen (oder sein privates Hirngespinst) Überredeten, dann später in einem Briefchen über die rechte Lebensweise belehrt haben muss. Was soll der Quatsch? Darauf lassen sich die von Ihnen hervorragend dargelegten Inhalte nicht reduzieren.

Nicht einer der theologischen Aussagen, die Sie bisher deutlich machten, nicht die Diskussion über das Schäma, mit dem die sich mit der Zeit (im Echaton) entblätternde Weisheit zur Welt zu bringen war, was den Weisheitslehren Alexandriens entgegengestellt wurde, noch die Aussagen über das Verhalten in menschlichen Gemeinschaften, lassen sich in Hirngespinsten eines vom Geistesblitz gewandelten Sektenverfolgers begründen. Die Gerechtigkeit, die von Christus ausgehenden Herrenwort, die Kritik des kleineren Übels, die Überlegungen zur Vermeidung von Porneia… war Weisheit (bei hellenistischen Juden „Christus“, damit das Heil „Jesus“) der Zeit, die in einem höheren Sinn allen Seins begründet wurde. Mit der Belehrung von 100 Korinthern, die von einem Wendepharisäer vorher überredet wurden, jetzt auch an die Gottheit eines jungen Galiläers zu glaubten (weil nach Ihrer Meinung nur so die Inkarnation von Weisheit sein kann), hat der Korintherbrief, so wie Sie Ihn „Gott sei Dank“ heute darlegen, nicht das Geringste zu tun.

Auch wenn das EN (die Hoffnung auf eine in Weisheit lebende neue Welt, Erkenntnis der letzten, wesentlichen Dinge) noch in weiter Ferne ist, leben wir im 3. Jahrtausend. Nicht nur Sie begründen Ihre Predigt in gegenwärtiger Weisheit oder Weltvernunft, die einen gemeinsamen/wesentlichen Sinn voraussetzt. Wie kommen Sie dann auf die völlig absurde Idee, aus Texten, die Sie aufgrund ihrer seltsamen Wanderprediger-Inkarnation nun aus einem Sektenpolizisten  herauslesen, ob die gleichgeschlechtliche Ehe heilig oder Sex in der Ehe auch ohne Fortpflanzung im schöpferischen Sinne notwendig ist?

Was hätte heutigen Menschen die Meinung dessen zu sagen, in dessen Glauben Sie Ihre Studenten bei Paulus lassen? Wie kann man an einer Hochschule des 3. Jahrtausend das rechte Verhalten in Ehe, Familie oder sonstigen Lebensgemeinschaften in den Halluzinationen nachblättern wollen, die ein angeblich sektenverfolgender Pharisäer hatte und dies einigen vorher von ihm zum Glauben an die Gottheit eines Guru Bekehrten dargelegt hätte?

Und das alles, weil ein Hochschullehrer gegen besseres Wissen weiter unterstellt: Die im Sinn des Ganzen (JHWH) begründete Weisheit (Benedikt XVI. redet von schöpferischer Vernunft, die er inzwischen in Ökologie begründet) kann nur in einem Wanderguru inkarniert sein. Die im hellenistische Judentum lebendige und dann in menschlicher Gestalt vermittelte Weisheit zu bedenken, in dessen Folge dann für die Sophia in Konstantinopel (ebenso in Alexandrien, Antiochien, Rom, Ephesus) nicht nur aus Stein eine Kirche gebaut wurde, sei unwissenschaftlich. Das sei mit der christlichen Lehre nicht zu machen. Denn dort kann es nur um einen bibelschlauen Handwerksburschen gegangen sein, der die Inkarnation des philosophisch bedachten Sinnes/Grundes allen Seins gewesen sei und daher als Weisheit maßgebende Weltbestimmung galt oder ausgegeben wurde.

Selbst der unter Johannes von philosophischer Vernunft als Jesus schreibenden griechischen Philosophenschule, der es klar war, wie ein westliches Avatara (die menschgewordene Vernunft/Weisheit) gebraucht wurde, daher den fleischgewordenen Logos vorstellt, hätte von einem jungen Mann geschrieben. Und in diesem bibelschlauen Handwerksburschen müssten diese christlich-platonischen Denker, ähnlich wie die in Straßennachbarschaft zu Senca schreibenden Weisheitsliteraten wie Markus, dann im großen Medienbruch plötzlich die Wahrheit, das Wort und das Leben gesehen haben. Echt Wahnsinn, womit ich nicht die Antike im Blick habe.

Wie gottverlassen (jenseits eines Sinnes/Grundes allen schöpferischen Seins) muss man sein, mit künftigen Pfarrern die Frage über Sex, Ehe, Mischehen oder die Segnung von Homosexuellen, in den Ansichten dessen begründen zu wollen, den Sie den Studenten als Paulus vermittelten? Das können Sie doch nicht ernst nehmen. Aber das tun sich ja auch nicht, so wenig wie Ihre Studenten. Die Sache mit dem EN scheint doch fortgeschritten. Niemand beruft sich in Wirklichkeit mehr auf alte Gesetze, die nun gar einem in einer Halluzination gewandelten Pharisäer in den Mund gelegt werden. Die Weisheit, die hier historisch nicht mehr aus einem am Traditionsgesetz von Beschnittenen, sondern als „Christus“ aus einem gewandelten Pharisäertum spricht, wird langsam wieder lebendig „Gott sei Dank“. Auch wenn Sie ihn und die vom menschlich unbestimmbaren Sinn/Grund allen Seins ausgehende, damit in Wissen und Erkenntnis der Zeit begründete Weisheit nicht wahrhaben wollen. Weil die angeblich nur in einem Wanderguru inkarniert sein kann.

2.      Ökologie des Menschen (Weisheit der Zeit) „Christus“ sagt was Recht ist

Auch in der Aussagen, die Sie dann bei Paulus in Sachen Opferfleisch nachblätterten, wurde mehr als deutlich: Hier wurde nicht nur die Thora neu ausgelegt. Noch weniger wurde ein bibelschlauer Handwerksbursche als Herrenwort nachgeplappert. Dessen Sekte nach ihrer Lehre verfolgt wurde, weil der in Halluzinationen seiner Anhänger als Christus (so zur inkarnierten schöpferischen Wirklichkeit und Weisheit) geworden sei. Aber so lässt sich weder die das alte Gesetz übersteigende Bergpredigt oder das „den Alten sagte das Gesetz, ich aber sage Euch“, noch die Weisheitslehre des Paulus machen. Alles, was sie im Neuen Testament oft in Natur-Gleichnissen begründet als rechte Lebensweise lesen, ist Weisheit. Die kam jedoch nicht aus dem Mund eines Gurus, sondern war im schöpferischen Sinn begründet, bereits den Propheten maßgebendes Gotteswort.

Hier geht es um eine in Weisheit „Christus“ begründete Theologie, wie sie Ihnen von hellenistischen Juden bekannt ist, dort als Jesus galt, lebendig war. Die von der allumfassenden Kirche fortgeführt wurde, um so erst die philosophischen Sozialutopien an Stelle der Göttermysterien und Kaisergottheiten oder Orakelglaube zur Kulturbestimmung zu machen. Aber ja, das bekannte Avatara eines auf jüdische Weise wunderwirkenden neuen Elia, Moses… als wanderphilosophischer Gottessohn war heilsam, wurde in Form eines Kaiserevangeliums gebraucht. Doch „klein Jesus“ und sein Sektenverfolger kommt weder in der Geschichte, noch den Geschichten vor.

So wenig Sie heute in Levitikus oder bei Paulus nachblättern, was Porneia oder eine zukunftsgerechte Lebensweise nach menschlicher Natur ist, können Sie das bei Sex und Ehe machen. Der, zu dem der historisch Jesus heute geworden ist, hat so wenig etwas zu Sex und Ehe oder eine zukunftsgerechten, heute ökologischen oder humanistischen Lebensweise im Sinne des Ganzen zu sagen, wie ein vom Geistesblitz gewandelter jüdischer Sektenpolizist.

Doch auch wenn EN sicher noch lange nicht vollendet ist. Die in natürlicher Schöpfung begründete Weisheit, die heute ja auch meist von der Kanzel spricht (in den modernen Pfarrern inkarniert ist, selbst den Päpsten bei ihrer „Umweltenzyklika“ oder wenn sie das Recht in „Ökologie“ zu bedenken geben) ist gegenwärtig, volksverständlich geworden. Wenn schon katholische Päpste das Recht (sich dabei auf Stoa und jüdische Weisheit beziehend) in Ökologie zu bedenken geben, Franziskus dann das gerechte Verhalten in heutiger Weisheit, gerade auch Umwelt begründet. Wieso kommt dann ein Professor, der deutlich macht, wie in Paulus die Weisheit, ähnlich der Stoa spricht, an der Hochschule des 3. Jahrtausend auf die absurde Idee, bei einem jüdischen Pharisäer, der sich plötzlich Paulus nannte, das Eherecht oder schöpferisch rechte Verhalten, gar den Sex in der Ehe ablesen zu wollen?

Müssen wir jetzt warten, bis wir einen Guru als die Inkarnation des nicht von Menschen bestimmbaren Sinnes/Grundes ökologischer Weisheit finden, damit uns wieder das „Herrenwort“ mitgeteilt wird? Oder dürften wir Gott danken, dass uns die von einem Sinn/Grund des Ganzen gegebene Weisheit weitgehend offenbar ist? Mir persönlich sagt die Ökologie des Menschen, dass eine möglichst „auf Lebenszeit“ angelegte Partnerschaft zwischen Mann und Frau, in deren Liebesbeziehung täglich investiert werden muss, im schöpferischen Sinne des Ganzen, der Zukunft unserer Weltgesellschaft, wie dem eigenen Wohl, noch mehr dem der Kinder ist. Wobei es sicher auch Weisheit ist, nicht mit Gewalt daran festzuhalten, wenn die Beziehung ver-sagt oder dann eine neue Heirat zu versagen.

Und selbst was die lustvolle Lebensbeziehung eines von seinen Kapitaleinkünften lebenden Rentners mit der sich jetzt um ihre Enkel kümmernden Oma betrifft, muss ich nicht bei Levitikus (wonach ich täglich verpflichtet wäre) oder Paulus nachblättern. Wo die Weisheit nach Ihrer Auslegung den Verzicht auf fortpflanzungsfreien Sex ausschließlich aus vernünftigen Gründen vorsieht. Was allein den Unterschied zwischen einer Gesetzesreligion und natürlicher Weisheit deutlich macht. Ich muss daher auch nicht auf eine neue Inkarnation warten, den barfuß durch den Eisregen rennenden Guru nach den Herrenworten fragen. Den ich in der Hauptstaße beobachtete, als ich meine Mitschriften durcharbeitete.

Auch wenn mir inzwischen die Evolutionsbiologen den natürlich-schöpferischen „Sinn“ (heute von Sinn der Natur sprechend) meines Seins in der Genweitergabe vorschreiben. Und wenn Religionswissenschaftler an kirchlichen Akademien im heutigen Kurschluss den evolutionären Nutzen von Religion in den Kinderzahlen von Amishen nachrechnen. Auch Kinderlose können zur Zukunft der Menschen beitragen, dem kreativen Sinn des Ganzen gerecht werden, der (wie uns die gegenwärtige Weisheit sagt) weit über das Samenstreuen hinausgeht. Aber selbst um meine Gene weiterzugeben, ist ein Leben in gemeinsamer Weisheit notwendig. Der Weisheit oder Weltvernunft, die ich Sie ständig bitte als christliches Wesen zu hinterfragen.

Und wenn Scheidungen kein Leid mehr in den gesamten Familien und insbesondere bei den Kindern bringen, die Sozialausgabe für Alleinerziehende nicht mehr die notwendigen Ausgaben der Kommunen für Bildung verhindern oder für die gemeinsame Zukunft keine Kinder mehr gebraucht werden. Dann lasse ich mich mit Fakten gern davon überzeugen, dass beliebige Lebensabschnittspartnerschaften und Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern die „Ökologie des Menschen“ ausmachen, schöpferischer Weisheit entsprechen. Aber wer sich wie selbstverständlich an der Ökologie orientiert, muss diese in natürlicher Schöpfung begründete Weisheit auch für den Alltag bzw. die Fragen zur Familie als einer Säule der Gesellschaft gelten lassen.

Ob daher auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften im schöpferischen Sinne sind, lässt sich nicht mehr in alter Moral begründen oder bei Paulus nachblättern, um den dann zu vergewaltigen. Ok, wenn wie von Ihnen bedacht, zur Vermeidung von Porneia die Ehe zwischen Männer oder Frauen, denen eine Beziehung im kreativen Sinne ver-sagt ist, kirchlich abgesegnet wird. Aber ob diese Ehen als das schöpferisch gerechtes Lebensmodell der Zukunft, als künftiges Heil erklärt werden können? Die Frage an dem Herrn und seinem Wort, damit dem, was nicht im Sinne jeweiliger menschlicher Gefühle und Beliebigkeiten, sondern im Sinne des Ganzen weise wäre, lasse ich offen. Auch wenn sie nur in schöpferischer Vernunft/Weisheit, „der Ökologie des Menschen“ zu begründen ist. Aber Sie müssen ja auf deren neue Inkarnation warten, weil ich die Sache mit dem frei schwebenden Weltgeist nicht begreife.

Wie gesagt, Ihr „klein Jesus“ ist im Eisregen wieder Barfuß durch die Hauptstraße gelaufen und hat naturalistische Herrenworte verkündet. „Man muss halt nur dran glauben“, sagen meine Freunde, die auch von Ihrem Handwerksburschen ausgehen und mich für verrückt halten, weil ich wegen solchem Schwachsinn nach Heidelberg fahre. Und wehe uns, wenn die fatal-fundamentalistische oder  in vergeisterter Pfingstheit begründete Theologie den Ton angibt, die der Christenheit in der Dritten Welt wieder so großen Zulauf bringt, was Sie mir entgegenhielten.

Doch auch wenn es dem Schäma der Zeit entsprach, die biblischen Gestalten bisher zum Vorbild einer ethischen Lebensweise in Nächstenliebe und Verantwortung zu sehen und noch bei unseren Vätern das Christentum ausmachte. Was allerdings auch missbraucht wurde oder zum Krieg (bis zu dem um Erdöl) aufrief. Bei Levitikus und Paulus, ebenso der Traditionsgesetzlichkeit, alter Moral nachblättern zu wollen, stellt „Christus“ auf den Kopf! Denn selbst wenn Ihr junger Mann gewesen wäre, ging es in der Christologie um die gegenwärtige Weisheit und nicht mehr um altersstarre nationale Gesetzlichkeit oder Traditionshörigkeit.

Die von einem Sinn/Grund allen Seins ausgehende Weisheit, die in der Stoa, wie im hellenistischen Judentum (dort als „Christus“, im Folge Moses als Heil „Jesus“) wie auch bei Paulus sagte, was nach Wissen, Erfahrung und den Lebensumständen der Gegenwart für die gemeinsame Zukunft recht ist, ist gegenwärtig. Hat diese Weltvernunft nicht auch in der Weihnachtspredigt 2017 aus ihrem Mund gesprochen? Warum bekennen wir uns nicht zu Jesus Christus, nehmen Paulus ernst und verstehen die gegenwärtige, in der Ökologie des Menschen begründete Weisheit wieder als kulturell tiefgreifendes Wort, eine alle kulturellen Grenzen überschreitende schöpferische Bestimmung?

Wie  allein mit abgehobenen Weisheitslehren der antike Kulturwandel, das weltgültige Judentum auf dem Weg zur einheitlichen Erkenntnis der letzten, wesentlichen Dinge (Eschatologie) nicht zu machen war, haben Sie in den letzten Vorlesungen mehr als deutlich gemacht. Das zeitgemäße, übliche rhetorische Schäma, um eine sich mit der Zeit dann entwickelnde Vernunftlehre im Volk verständlich zu machen, was dann auch im christologischen Streit das Thema war, wurde auch im Korintherbrief begründet.

Doch so wenig die Weisheitslehren, die Sie aus Paulus ableiteten, von einem jungen Mann ausging, ist es dann in der christologischen Diskussion, die im 5. Jahrhundert weitergeführt wurde, neu aufflammte, um den gegangen, der heute als historisch an den Anfang gestellt wird.

Durch diesen Kurz-schluss wird verhindert, dass die Weisheit, nach der alle aufgeklärte Welt bisher vergeblich ruft, als das letztlich allen Religionen zugrunde liegende, in natürlicher schöpferischer Wirklichkeit (wozu auch die kulturelle Evolution gehört) begründete Wort/Weiseit verstanden und zu einer kulturelle Grenzen überschreitenden, tiefgreifenden gemeinsamen Bestimmung wird.

3.      Die rechte Inkarnation des er in früher Ökologie (Logos) begründeten Weisheit

Völlig verlassen vom Sinn/Grund, dem wir alle Ökologie, wie alles kulturelle Evolution verdanken und der davon ausgehenden Weisheit als „Christus“, scheint man auch dort zu sein, wo an einer für die Philosophie bekannte Hochschulen des 3. Jahrtausend weiter vermittelt wird, hochgebildete Philosophen antiker Hochzivilisationen (denen Vernunft/Weisheit bekanntlich heilig war) hätten sich über das göttliche Wesen eines jungen Zimmermanns gestritten.

Und das, gleichwohl gelehrt wird, wie auf rein philosophische Weise (wenn auch manchmal handgreiflich) über eine logos-anthropos oder logos-sarx Christologie, damit auch die rechte Gebärerin von Gott oder der allein einen Sinn/Grund allen Seins verweisenden Weisheit gestritten wurde. Ja, die Gottesgebärerin hat es geben, ohne die Mutter (das sinnlich ausdrückende Wesen, im Hellenismus, dann der Kirche) die die schöpferische Wirklichkeit und Weisheit in der bekannten Heils-Gestalt zu Welt brachte, würden wir heute nicht darüber diskutieren. Nur ist es dabei nicht um einen jungen Mann und seine Mutter gegangen.

Es erübrigt sich, in die frühe Geschichte der Kirche zurückzugehen, die eindeutig macht, wie es dort, wo heute von „klein Jesus“ gesprochen wird, um die in Natur-/Vernunftlehren (Logos), damit Wissen und Erkenntnis der Zeit begründete Weisheit als „Christus“ ging, der hellenistischen Juden prophetische Bestimmung (Wort, Gesetz) war. Was bei diesen auch als Heil „Jesus“ lebendig war, so definiert und in menschlicher Gestalt zur Welt gebracht wurde.

Und auch die Entstehung des Mönchtums, der vorgestellten ganz unterschiedlichen Lehren, ebenso wie die sonstigen in einem Sinn/Grund allen Seins begründeten frühchristlichen Verhaltensweisen, gemeinsinnigen oder gar kommunistischen Lebensmodelle, lassen sich nicht in einem Wanderprediger und dessen nachösterlicher Herrlichkeit begründen. Heute als Halluzinationen von Sektenanhängern gedeutet, was dann als „Gemeindebildung“ bezeichnet wird, statt den vielfältig beobachtenden aufgeklärten Verstand gemeinsamer Bestimmung zu bedenken.

Ja, aus dem Sinn allen Seins, wie er in den alten Weltmodellen begründet wurde, lassen sich lebensverneinende oder in Gemeinsinn, Nächstenliebe wie des Selbst lebende Lebensweisen ableiten. Was Sie in den verschiedenen Strömungen westlichen Mönchtums nachzeichnen, lässt sich auch in der philosophischen Lehre erkennen. Doch haben sich die Vertreter der Stoa oder die weltverneinenden Zyniker, Kyniker in einem jungen Guru begründet?

Was Sie im Mönchstum darstellten, können wir das auch in den unterschiedlichen Religionsmodellen des Westens oder Fernostens beobachten. Bei denen die einen im Sinn des Weltganzen aufgehen, mit diesem in Übungen und Meditation nur Eins werden wollen, die anderen danach in weltbejahender Liebe leben wollen. Doch auch wenn sich die Chinesen auf Lotse oder Konfuzius beriefen. Wir wissen, wie diesen Lehren (gerade bei Lotse ähnlich zu lesen wie jüdische Weisheitstexte) logisch begründete Modelle des Weltganzen zugrunde lagen. Auch wenn die dann beispielsweise im Buddhismus zu einem völlig anderen Lebensmodell führten, als im christlichen Westen. Und wie notwendig das christliche Avatara, die Manifestation des menschlich nicht bestimmbaren Grundes aller Ökologie war (den wir heute voraussetzen), lässt sich auch im Osten beobachten. Aber wenn den östlichen Lebens- oder Religionsmodellen trotz ihrer weisen Gründer oder Gestalten eine logische Begründung im Weltganzen unterstellt wird. Dann war im Westen kein wundertätiger Wanderprediger, der dann als logos-sarx oder logos-anthropos diskutiert wurde.

Man muss in Ihre Vorlesungen gehen, um sich vor Augen zu führen, wie hier dann auch hochgebildete Denker in den christlichen Bildungszentren der Zeit über den richtigen Weg nachdachten und stritten. Um die in natürlicher Schöpfung begründete Vernunft, Sinnhaftigkeit in menschlichen Gemeinschaften oder dem Selbst zu leben. Und wie all dies mit den Ansichten eines  arbeits- und ehescheuen Landstreichers, der auf buchstäbliche Weise weiter als den in Diskussion stehenden Logos, damit die lebendige Weisheit an den Anfang gestellt wird, nicht das Geringste zu tun haben konnte.

Aber hier muss nicht weiter argumentier werden, wie sich das Mönchstum des Westens (nicht allein wie vorgestellt in der Weisheit Cicero), sondern einem auch den römischen Denkern geltenden höheren Sinn allen Seins begründete. Wie daher die rein asketischen christliche Modelle, ebenso wie die alternativen, weltbejahend, in Nächstenliebe (Gemeinsinn) verwirklichenden Mönchsgemeinschaften, mit einem blindwütig voraus gesetzten jungen Mann nicht im Entferntesten etwas zu tun haben.  Denn das alles wird noch deutlicher in der christologischen Diskussion, die dann im 5. Jahrhundert fortgeführt wurde.

4.      Logos-sarx- und Logos-anthropos-Theorien neuplatonischer Schulen

Die Hypothese vom heutigen „klein Jesus“, der dann durch Halluzinationen seiner Groupies zum Gottesssohn oder später apologetisch den Bildungsbürgern so verkauft wurde, entpuppt sich als mieser Witz. Nicht einem der aufgeführten Denker oder den vielen ungenannten zusammengetrommelten Intellektuellen der verschiedenen Schulrichtungen, die sich nicht einigen konnten, kann das unterstellt werden, was heute als historische Tatsache gelehrt wird. Wonach die Studenten, immer wenn der Name „Jesus“ fällt   (der den christologisch-hellenistischen Juden das in Weisheit gegeben Heil war), nur einen jungen Mann im Kopf haben. Denn der Christus ist im Kurz-schluss von Halbaufklärung gestrichen. Der gilt nur noch als eine Art Halluzination, die einem Guru von seinen Groupies  aufgesetzt wurde.

Es ist der glatte Wahnsinn, Philosophen der Antike, die über das Wesen, wie die rechte Lebens-, wie Ausdrucksweise der in einem schöpferischen Sinn/Grund begründeten, allein auf diesen verweisenden Weisheit mehr als heftig stritten, einen Zimmermann-Sohn zu unterstellen.  Und wer bedenkt, wie platonisch Gebildete damit der gottesbildlosen, von Avatara freien Lehre der biblischen Propheten gerecht werden wollten, die im hellenistischen Judentum neu definiert war, der kann es nicht fassen. Wie kann man den heute bedeutungslos gewordenen Jungzimmermann unterstellen, der dann als wesenseins oder wesensgleich mit den Gottheiten der griechischen Väter oder gar dem menschlich unbestimmbaren Sinn/Grund allen Seins (JHWH) gegolten haben soll?

Solange der Christus gesetzt war, wie ihn Herr Strom ja auch voraussetzt, war die Sache ok. Noch vor wenigen Jahren wollten Theologen wie Karl Barth von einem jungen Mann (historischen Jesus) nichts wissen. Doch den, der  heute übrig bleibt, den hätten die anfänglichen Denker zum Teufel gejagt. Ich möchte nicht ausmalen, wie die damals durchaus handgreiflichen philosophischen Theologen, die sich wegen dem richtigen Verständnis und der Ausdrucksweise der  Logos genannten Vernunft-/Sinnlehre, damit auch antiker Weisheit die Köpfe verschlugen, den heutigen Theologen den Teufel austreiben würden. Wenn dann getreu heutiger Hypothese sonst ganz rationale und an Realität orientierte Geschichtslehrer unterstellen müssen, dass sie über einen bibelschlauen jungen Mann als Gott und maßgebende Bestimmung im Verhältnis zu den Vätergottheiten gestritten hätten. Da würden die mit Sicherheit wieder zugeschlagen.

Was sollte deren Diskussion um die Gottesgebärerin für einen Sinn gemacht haben, wenn heute durch die Neutestamentler erklärt wird, da sei nur eine junge Frau durch einen Übertragungsfehler zur Jungfrau geworden? Wer einen jungen Guru an den Anfang stellt, muss dann zwangsläufig unterstellen, dass die sich allein in schöpferischer Wirklichkeit (jungfräulich bzw. nicht menschlich gezeugt, sondern vom Judentum/Josef nur aufgezogen) begründenden Denker bei ihren Diskussionen völlig bekloppt gewesen sind. Die hätten dann zusammen mit ebenso philosophisch-theologischen Kaisern über einen Heiligenschein gestritten, der einem Heilsprediger aufgesetzt wurde. Um den guten Jungen als ebenso allein in Schöpfung bezeugt darstellten, wie das die anderen Gottessöhne waren oder gar den unterstellen Schreibfehler auf hochphilosophische Weise zu begründen. Wissenschaftlich ist das, was heute unterstellt werden muss, völlig unhaltbar.

Was soll es, wenn die Studenten dann lernen, wie es begrifflich zu fassen ist, dass platonische Denker in Folge der Propheten einen jungen Guru als mit Gott wesenseins oder –gleich, eine als logos-anthropos oder logos-sarx Christologie vertreten hätten? Nicht auszumalen, wenn die den Guru, den ich nach der Vorlesung barfuß im Eisregen durch die Hauptstraße rennen sah, auch als logos-anthropos sehen würden. Aber „Gott sein Dank“, ist der heute unterstellte Schwachsinn mit den anfänglichen Denkern, egal ob sie die Schule Antiochiens vertraten oder Alexandriens, nicht zu machen. So ist das damals zeitgemäße Geschehen unfassbar geworden, nicht begrifflich zu fassen. Was notwendig wäre, damit der christliche Glauben als eine anfänglichen Handwerksburschen-Verherrlichung nicht als absurd gesehen wird.

Hat ein Apolloninaris, der Athanasius folgte, der die Mensch“werdung“ der Vernunftlehre/Weisheit in den Götzenbilden begründete, plötzlich den Verstand verloren?  Wie soll auch nur einer der damaligen Bildungsbürger in einem bibelschlauen Handwerksburschen das Heil, den Christus im Sinne der biblischen Propheten gesehen und dann über diesen als volle oder angenommene Gottheit diskutiert haben?

Manfred Clauss übersetzt in „Athanasius der Große“ Apollinaris so: „Wir bekennen, dass der Logos Gottes nicht in einem heiligen Menschen gewohnt hat, wie das bei den Propheten der Fall ist und dabei einen menschlichen, also wandlungsfähigen, in schmutzigen Gedanken gefangenen Geist angenommen hat, sondern einen göttlichen, wandlungsfähigen, himmlischen Geist.“

Damit ist eigentlich alles gesagt. Um einen jungen Mann ist es weder Apollinaris gegangen, noch den Vertretern des logos-anthropos. Selbst dass die biblischen Propheten, die in Wirklichkeit nur Verkünder des Wortes, nicht wie die Heilsgestalt „Jesus“ dessen Inkarnation waren, für die anfänglichen Denker bereits von früher Weisheit, Weltvernunft (Logos) ausgingen, wird dort deutlich.  

Auch wenn Athanasius im Brief an die Korinther (Epiket) dann begründet, warum die menschliche Ausdrucksweise kein Scheinleib war, die Erlösung durch den wahrhaft menschlichen Logos der höchsten schöpferischen Macht erreicht wurde, die unabdingbar war. Diesem aus Alexandrien kommenden philosophischen Denker, wie ihn Manfred Klaus oder er sich in den überlieferten Argumentationen des christlichen Glaubens, der Trinität oder der „Menschwerdung“ des Logos vorstellt, einen jungen Mann unterstellen zu wollen, ist Wahnsinn. Wo diese Neuplatoniker von Logos sprachen, ging es nicht um einen bibelschlauen jungen Handwerksburschen, wie er heute an den Anfang gestellt wurde. Der war weder  bei Apolloninaris, Athanasius, noch der Schule in Antiochien das Thema, die sich mit den Alexandrinern stritt.  Ja, auch wenn davon noch gar nicht die Rede war, sondern vom Logos gesprochen, über dessen Wesen und Ausdrucksweise gestritten wurde. Es ging um Jesus: Die menschliche Heilsgestalt der in schöpferischer Wirklichkeit begründeten Weisheit, die Sie vom hellenistischen Judentum kennen.

Wie sollen platonische Denker, die auch nach philosophischem Muster stritten, einen jungen Mann als „Christus“ (der im hellenistischen Judentum die Weisheit als Wort war) vor Augen gehabt haben und diesen jetzt in ihren christologischen Modellen als Ausdruck schöpferischer Wirklichkeit oder gar diese Selbst gestritten haben?

Wie völlig geschichtsvergessen muss man sein, Denkern, die maßgeblich aus Alexandrien kamen, wo hellenistischen Juden die natürlich begründete Weisheit als Bestimmung (Wort/Sohn) galt, die Herrlichkeit eines Handwerksburschen unterstellen zu wollen?

Aber egal, ob die menschliche Natur der Weisheit in den Hintergrund trat, nur als sarx (Fleisch) der Vernunft/Weisheit gesehen oder wie bei der neuplatonischen Schule Antiochiens, die Bedeutung der wahrhaft menschlichen Ausdrucksweise (beider Natur) in einer logos-anthropos-Theorie den Alexandrinern entgegengestellt wurde. Wie kann man auch nur einem der damaligen Denker, die sich allesamt auf den ewigen Logos, damit die im natürlichen Lebensfluss, deren Sinn begründete Weisheit beriefen und die biblische Lehre als volksgerechte Ausdrucksweise den abgehobenen Weisheitsmodellen gegenüberstellten, eine Wanderprediger-Herrlichkeit unterstellen wollen?

Der ewige Logos, die philosophisch erkannte Sinnhaftigkeit allen Seins, der Sohn, der einzige auf den Vater verwies, hat Einwohnung genommen. Ohne die enge Verbindung mit einer menschlichen Gestalt, die dann doch vermischt wurde, würden wir wahrscheinlich nicht mehr Mithras oder sonstigen Mysterien und den Gottkaisern opfern, wäre aber die westliche Welt ganz anderes verlaufen.

Aber wie will man Denkern, die über die substanzielle Einheit der beiden Natur stritten, die Anbetung in einer Person oder die Gefahr der Aufspaltung (wie sich zeigt zu Recht) zu einem rein menschlichen Bild befürchteten, einen nur besonders bibelschlauen Guru unterjubeln? Wenn dann auch der Sinn/Grund unter den alten Gottheiten zu leiden hatten, für die das menschliche Bild gebraucht wurde. Dann zeigt sich dieses Leid heute mehr als deutlich, auch an der Hochschullehre.

Von wegen, ich würde das mit der Inkarnation der Weisheit in Ihrem wanderpredigenden jungen Mann nicht begreifen. Die Weisheit war auch in den Denkern Alexandriens oder Antiochiens lebendig und ja, die musste in einer menschlichen Gestalt inkarnieren. Die in natürlicher schöpferischer Wirklichkeit begründete Weisheit (wir sagen Ökologie des Menschen) war in vielen Denkern lebendig. Die in heißen und heftigen Diskussionen über das Wesen der in Naturlehre begründeten Sinnhaftigkeit, Logos/Weisheit und nicht nur über die menschliche Ausprägung der Vernunftlehre/Weisheit in der Vermittlung stritten.

Wie kann man alles Wissen um das antike Denken, die Kultur einer Hochzivilisation, wie es heute in Nordafrika zutage gefördert wird, einfach ausblenden wollen? Allein sich den an den Anfang der Diskussion des 5. Jahrhunderts gestellten Apolloniaris Laodicea (Syrien) vor Augen zu führen, müsste  deutlich machen: Der, von dem die dargestellte neue christologische Diskussion ausging, war völlig unmöglich der bibelschlaue Handwerksbursche, der heute an den Anfang gestellt wird.

So hat ja Athanasius, auf den sich der Neuplatoniker Apollonaris  berief, bereits in der „Menschwerdung des Logos“ begründet, warum es menschliche Götzenbilder notwendig machten, dass die Vernunft oder der zugrunde liegende, in Verstand wahrgenommene Sinn in menschlichen Bildern zu vermitteln ist. Und auch die weiter den alten Göttern treuen platonischen Denker oder dem in den letzten Jahre (wahrscheinlich auch aufgrund der unheilvollen Diskussion) wieder zu diesen zurück wollenden Kaiser Julian, mit denen dieser urchristliche Denker diskutierte, ist es nicht um junge Männer als Inkarnation des Logos gegangen. (Mich mit Julian näher beschäftigend, habe unter www.jesus-lebt-wirklich.de beschrieben, wie ich ihn damals allein schon als „absoluten Beweis“ sah, dass es am Anfang um den Logos, damit philosophische Weisheit ging.)

Der junge Mann, der heute den Studenten als Grund des Glaubens im Kopf steckt, der ist mit keinem der anfänglichen Denker oder Kaiser zu machen. Die einen einheitlichen Volkskult suchten und trotz aller hitzigen Debatten der Bischöfe bzw. ihrer Berater letztlich für das Bekenntnis maßgebend waren. Und auch Nestorius, der wahrscheinlich mit dazu führte, dass sich dann im Orient eine andere christologische Richtung entwickelte, die im Islam mündete, ist kein junger Mann zu unterstellen. Auch sämtlichen am Anfang des Islam stehenden Denkern galt das, was zur Diskussion stand: Die philosophische Lehre (Logos) und kein junger Jude.

Logos heißt „Lehre“, die den genannten philosophischen Schulen, ob hellenistischen Juden oder Griechen in Alexandrien oder Antiochien, wie in sonstigen Zentren christlichen Glaubens galt. Und dass den philosophischen Lehren, auch wenn sie sich auf Platon beriefen, die natürliche Schöpfung zugrunde lag, die nun nach kausalen, sinnvollen Gesetzen auch als maßgebend für das menschliche Leben gesehen wurde, ist Ihnen  bekannt. Und so wie Platon oder andere Philosophen, war auch Sokrates, in dessen Namen die Weisheit ausdiskutiert wurde, eine Inkarnation der Vernunft. Über die dann weiter im Sinne Sokrates zu diskutieren war. Dass mit dem Logosbegriff mehr verbunden war,  als Naturlehre, bereits Heraklit oder andere Vorsokratiker im Fluss allen Lebens die schöpferische Bestimmung, die Stimme verstanden, die Juden als Wort galt, lässt deutlich werden, wie schon hier die lebendige Gottheit (nicht menschlich bestimmbare Wesentlichkeit allen Seins) bedacht wurde. Und nur so ist dann auch die spätere Diskussion zu erklären. Diese Natur-Lehre (Logos), nach der alles Werden in Vernunft/Sinnhaftigkeit erklärt wurde, war nicht nur Lieferant der Weisheit, sondern ließ auf einen umfassenden Sinn/Grund allen Seins schließen, den Römer als Vater aller Götter in Namen wie Zeus oder Jupiter verehrten. Was Juden gottesbildfrei (ohne Avatara, Manifestation, sondern nur in Vermittlung bisher im Beschnittenen-Gesetz) als JHWH, dann bei hellenistischen Juden natürlich bestimmend (wortgebend) war.

In einem neujüdisch-christlichen Kult, der sich nun in zeitgemäßen Vernunftlehren begründete, diese als das verstand, was bereits den Propheten als Wort galt, ist die maßgeblich von Alexandrien ausgehende Diskussion über logos-sarx oder logos-anthropos logisch. Nicht allein die Ausdrucksweise, die richtige Vermittlung der Vernunft und Weisheit war eine Frage, die für die Zukunft der Kultur entscheidend war. Auch ob die Natur-/Vernunftlehre und die so ermittelte Weisheit als rein menschlichen Wesens verstanden wird oder hier das schöpferische Wesen, der Sinn allen Seins zutage tritt, war von entscheidender Bedeutung. In diesem Sinne sind die Diskussionen zu verstehen. Doch mit einem jungen Mann und dessen Gottheit haben sie mit absoluter Sicherheit nichts zu tun. Selbst wenn nicht vom logos-sarx sondern jesus-anthrophos gesprochen worden wäre, wie es heute blindwütig unterstellt wird. Dann wäre es nicht um einen jungen Mann gegangen. Denn Jesus stand im hellenistischen Judentum für das Heil, das in dem nun universalen, in Vernunftlehren begründeten Bund/Verstand als Weisheit gegenwärtig war. Und dieses Heil war für die anfänglichen Denker nur durch die menschliche Ausdrucksweise der in Weltvernunft (Logos) begründeten Weisheit gegeben.

Was sonst als die inkarnierte Weisheit war es, die aus Jesus Sirach gesprochen hat? Selbst wenn es einen Mann mit diesem Namen gab, der Verfasse dieser Weisheitstexte war. Die Weisheitslehren der zwischentestamentlichen Zeit (auf die sich Melanchthon bei der einheitlichen Übersetzung alter Gottesnamen berief) leiteten sich nicht aus Wanderpredigern ab. Auch wenn sicherlich in denen, wie dann auch in den Vordenkern der Kirche, die auf einen umfassenden Sinn verweisende Naturlehre, Weisheit als schöpferische Bestimmung mehr oder weniger lebendig war. Und daher die Geschichten von einem Weisheit verkündenden Wanderprediger auf dem Weg nach Jerusalem, der sich mit den Schriftgelehrten stritt und dann auch von römischer Autorität verurteilt wurde, als zeitgemäße Ausdruckseise zu verstehen sind.

Es erübrigt sich, die einzelnen Denker der alexandrinischen oder der alexandrinischen Philosophenschule in damaligen Weisheits-Zentren (Bildungszentralen) aufzuzählen. Nicht einer kann von dem ausgegangen sein, der heute als von seinen Anhängern verherrlichter und dann apologetisch als Logos oder in Paulus als Weisheit aufgemotzter bibelschlauer Heilsprediger gilt. Selbstverständlich haben die über das Wesen der Weisheit und die Mensch- und Fleischwerdung, damit die richtige Inkarnation gestritten. Doch die Denker, die sich nicht nur gegenseitig der Häresie beschuldigten, sondern Frauen der Oberschicht bestachen, um ihre Ansicht durchzusetzen, „Bringt ihn um“, „verbrennt ihn“ riefen und in den völlig eskalierten Konzilen versuchten sich gegenseitig zu übertölpeln, nachdem sie als Erste in Ephesus waren. Denen ging es um mehr, als einen apologetisch zum Logos gemachten Guru, wie es heute unterstellt werden muss. Ein einfacher Mann von der Straße kann denken, die Alten hätten ähnlich geschwafelt, wie er das heute bei Pfarrern hört, die in einem Handwerksburschen ausgebildet sind und dann von Christus als dem Heilsbringer reden, wie einer universal geltenden Bestimmung.

Doch Ihnen als Geschichtswissenschaftler muss ich Ihnen nicht sagen, welch hochphilosophische Denker sich hinter den aufgezählten Namen verbergen und wie ernst es denen in der Nachfolge der bildlosen Propheten war. Und dass unter Wiki „Weisheit“ das Sophia-Standbild in Ephesus zu finden ist. Das ist auch kein Zufall. Wo für die heilige Sophia eine Kirche gebaut wurde, da ging es beim Konzil von Ephesus, wo die Mutter (Ausdrucksform) Gottes heilig war, nicht um die Mutter eines Handwerksburschen, in dem auf sonderbare der Sinn allen Seins oder die davon ausgehende Weisheit inkarniert gewesen sein muss. In diesem Sinne ist die Vorlesung höchst interessant. Zeigt sie doch die Auseinandersetzungen um die Vernunftlehre/Weisheit als „Christus“, die zwischen den verschiedenen philosophischen Schulen geführt wurde.

Die Diskussion, welchen Wesens die Weisheit ist, wie sie vormals vermittelt wurde und daher den Menschen zu vermitteln, zur Bestimmung zu bringen ist und Thema war, scheint auch heute mehr wichtig zu sein. So lässt Ihre Vorlesung auch erkennen, wie substanziell diese Diskussion war, warum sie geführt werden musste. Und auch warum es richtig und wichtig war, dass sich im Westen das Modell Antiochiens durchsetzte, lässt sich heute verstehen. Mit dem Verlust des menschlichen Wesens (der Manifestation in dem bekannten jungen Mann als weisheitslehrenden Pantokrator) wäre nur eine blutlose philosophische Weisheits-Lehre geblieben, hätte der Kulturwandel nicht stattgefunden. Allein mit der Weisheitslehre Alexandriens wäre kein neuer Volkskult zu machen gewesen. Nicht aber lässt sich verstehen, wie man Philosophenschulen selbst Alexandriens, die nichts von der Menschheit der Vernunftlehre/Weisheit wissen wollten, allein deren kreative/schöpferische Natur als substanzielle Einheit in Jesus Christus betonten, blindwütig weiter eine Wanderpredigerverherrlichung unterstellen will.

Und selbstverständlich hatten diese Denker den „biblischen Christus“, das in Weisheit verstanden Wort, den Weg, die Wahrheit im Blick, sich auf den „Jesus“ des Neuen Testamentes bezogen, der Erfüllung der Propheten war. Was allein schon die Sache mit dem nur als Christus verherrlichten Handwerksburschen völlig absurd macht. Und auch wenn wahrscheinlich in der damaligen Diskussion der Namen „Jesus“ so wenig vorkam, wie im griechischen Text des Neuen Testamentes. Es ging im Jesus, das Heil, wie es im neuen Bund in der Weisheitslehre als nun universal geltendes Judentum definiert und in menschlicher Gestalt zur Erlösung wurde.

5.      Augustinus macht den Weg der Kirche, deren neuplatonisch-jüdische Grundlage deutlich

Selbst wenn das Bekenntnis dieses großen Denkers zum katholischen Glauben ein Werk mittelalterlicher Möche wäre, wie verschiedene Kritiker beispielsweise Heinrich Detering in „O du lieber Augustin“ unterstellen wollen. Was Sie über Augustin vorstellen, sich durch die heutige Augustinforschung zeigt, wirft nicht nur Licht auf die Entwicklung zur katholischen Kirche. Es macht mehr als deutlich: Auch diesem Denkern und damit der katholischen Kirche ging es nicht um den jungen Mann, der an den Anfang gestellt wird oder dessen Verherrlichung. Es war die in schöpferischer Wirklichkeit begründete Weisheit, Weltvernunft (Logos=Sohn), die das Christus-Wesen und so im hellenistischen Judentum des Mittel- und dann Neuplatonismus, dann der menschlichen Person (Rolle/Aufgabe) das Heil „Jesus“ war.

Die Biografie Augustin zeigt:

-Wem Cicero die Grundlage legte, sich der Philosophie zuzuwenden, sich von Äußerlichkeiten zu befreien und nach dem wahren Sein zu fragen…

-Wem ursprünglich die Bibel und deren niederer Stil abschreckte, insbesondere das Alte Testament…

-Wer hier die Beschreibung der Herkunft des Bösen, der Sündenfall als ungelöstes Problem sah…

-Wer sich dem persischen Mainichäismus anschloss, damit einer die verschiedenen Weltlehren verbindenden Philosophie/Religion, Denkern, die sich ebenso wie die Neuplatonisten auf Christus beriefen. Auch wenn sie dabei dualistisch von einem guten und einem bösen Prinzip ausging, von dessen Materialismus es sich zu befreien galt…

-Wer neun Jahr hier Hörer war, weil er mit der Philosophie mehr anfangen konnte, als mit dem Geschichten des Alten Testamentes, die seinem rationalen Anspruch nicht gerecht wurden, auch als Rhetoriklehrer in Karthago oder Rom noch keine Antwort fand…

-Wer dann von einem Philo, Origenes, Athanasius oder Basilius folgenden trinitarischen Neuplatoniker wie Ambrosius von Mailand zum Christentum bekehrt wurde. Weil der ihn die allegorische Schriftauslegung lehrte. Die Augustin dort erst kennenlernte, so den philosophischen Inhalt der alten biblischen Propheten begriff. Was den Neuplatoniker auch zum Christen machte, ohne seine philosophische Sicht zu verlassen…

Der macht deutlich, wie hier verschiedene philosophische Richtungen, die sich in ihrer Sinnsuche auf Christus, die Weisheit beriefen, in Konkurrenz standen, zur Kirchenlehre wurde. Und wie das bildhaft-aufgeklärte Verständnis der alten Texte nicht nur Grundlage des neuen Verstandes hellenistischer Juden war, sondern auch am Anfang der Kirche stand. Wie es aber an keiner Stelle der Geschichte um den heute unterstellten Guru gegangen sein kann.

Wo die Frage des Bösen bedacht und dann auch im Alten Testament Antworten gesehen wurde, ist es nicht um einen Handwerksburschen und seinen Vater im Himmel gegangen. So galt auch die Bekehrung zu Paulus, dem gewandelten hellenistischen Judentum, dem christlichen Pharisäer seiner alten Heimat, wie wir ihn in Alexandrien (allein an Philo, Origenes, Athanasius) gut beobachten können, unmöglich nur einem vom Geistesblitz gewandelten Sektenverfolger.

Wo ungebildete den Himmel an sich rissen, während die Bildung ohne Herz sich vergeblich in ihrer selbstgefälligen Geschwätzigkeit in Fleisch und Blut wälzte, wurde die Stimme gelesen, die auch Paulus Weisheit nennt, wir als Jesus bezeichnen. Nur ist es dabei nicht um den Guru gegangen, den die Stunden im Kopf haben, wenn Sie Ihnen Augustin vorstellen. Der blieb auch in seinen Lehren als Christ Neuplatoniker und ist nach allem was wir über seinen Weg und seine Werke wissen, völlig unmöglich von einem bibelschlauen Wanderprediger oder dessen Herrlichkeit ausgegangen.

Oder hat Augustin in der Solioquia, seinem Gespräch mit Gott, sich mit einem Guru aus dem Buch oder Hirngespinsten von dessen Anhängern unterhalten?

-Wo es Ziel der Werke eines christlichen Neuplatonikers war, wie sich der Mensch von der Körperlichkeit der Gier befreit…

-Wo sich ein philosophischer Denker zum menschlich unsagbaren, unbestimmbaren Sinn/Grund allen Seins (JHWH) bekannte, in monastischer Lebensform zur wahren Vernunft wollte, ohne ein Bischofsamt einnehmen zu wollen…

-Wo Neuplatonismus fürs Volk in jüdischem Sinne verfasst wurde, dann anti-manäische, anti-donatistische, anti-plegianische und exegetische Werke entstanden sind und eine systematische Theologie in gebildeter allegorischer Auslegung der Bibel formuliert wurde…

Da hat ein Philosoph die Philosophie der Propheten erkannt, ähnlich wie wir das vom hellenistischen Judentum kennen, dessen Weisheit Paulus beschreibt. Und so wurde auch über den Ursprung, wie die Bekämpfung des Bösen nachgedacht. Nur mit dem bibelschlauen Besserwisser, den die Stunden als Grund christlichen Glauben vor Augen haben, können auch die Bibelkommentare Augustins, die gerade Johannes aufgreifen, nichts zu tun gehabt haben.

In Confessiones wird wahrscheinlich nicht nur der Weg eines einzelnen Denkers zum Christentum beschrieben, sondern der Weg der frühen Kirche in der Diskussion der Zeit. Es ist die christliche Werbeschrift eines Neuplatonikers, der sich in Auseinandersetzung mit Sünde, Gnade, Erlösung und dem Grund der Weisheit mit vielen Denkweisen beschäftigte und dann den Weg der Kirche des Westens geht.

Von einem Handwerksburschen ist auch dort nichts zu lesen, wo Augustin die heidnischen Vorwürfe über die Schuld am Niedergang des römischen Reiches in 22 Büchern in der weltgeschichtlichen Betrachtungen, dem Hunneneinfall, wie der Völkerwanderung, damit auch die notwendige Berücksichtigung der zugewanderten alten Gottheiten bedenkt.

Wenn Augustin nicht wie Eusebius bei Konstantin lobhudelt, sondern die Kritik an irdischen Gottheiten ausübt, denen auch die unchristlichen Neuplatoniker weiter huldigten. Dann ist es bei seinem Zusammenhang von Heil- und Geschichte, von Schöpfung bis letztem Gericht, mit Sicherheit nicht um eine Handwerksburschen-Herrlichkeit gegangen, der er als wahren Gottessohn den Vorzug gab.

Auch wo in philosophischer Weise die Gottesliebe, damit die Liebe des gemeinsamen Sinnes/Grundes der Selbstliebe gegenübergestellt und dabei an Kain und Abel als ewige gegensätzliche Existenzformen ins Spiel gebracht wurde. Oder wo sich ein christlicher Denker mit der wahren Friedensordnung auseinandersetzte, die er über die römische Friedenordnung der dem Friedenskaiser folgenden möchtegern Augustusse stellte. Da hat er nicht den Glaube an die Gottheit eines galiläischen Gurus als wahren Friedensbringer verteidigt, sondern den hellenistisch-jüdischen Christuskult, der mit einem universalen Bund die Brücke zwischen den Kulturen baute.

Ein nordafrikanischer Philosoph aus dem Christentum des persischen Manichäismus ist zum Neuplatoniker geworden und wie die Kirche dem hellenistischen Judentum seiner Heimat gefolgt. Einem Denken, bei dem die Weisheit im neuen Bund als „Christus“ galt und damit das Heil „Jesus“ lebendig war. Auch wenn hier nicht nachgewiesen werden muss, wie Augustin vom Logos oder jüdischer Weisheit schrieb oder ausging. Der junge Mann, den die Studenten als Grund des christlichen Glaubens und biblischen Jesus im Kopf haben, kommt am Anfang der Kirche bei keinem der Denke vor. Der kann auch Augustin oder möglicherweise seinen Weg nachzeichnenden und weiterführenden mittelalterlichen Mönchen nicht unterstellt werden.

Noch vor wenigen Jahren war für Denker wie Albert Schweitzer, der sich zwar kritisch mit der Jesus-Forschung auseinandersetze, Christus gesetzt und Grund einer ethisch-verantwortlichen Lebensweise. In dieser Zeit war auch die anfängliche Diskussion um das Wesen der Logos genannten griechischen Vernunftlehren oder jüdischer Weisheit, die der ethische Lebensweise zugrunde liegen, noch nicht in der von Ihnen vorgestellten Form bekannt. Doch die ethische Bedeutung, die noch für unsere Väter gegeben war, ist weg. Die christliche Gotteslehre hat (auch laut Hochschullehre) keine Verhaltensrelevanz mehr.

Geblieben ist nur noch ein als Gott gepredigter Handwerksbursche. Den möglicherweise nicht allein Studentinnen wegen der charismatischen Erscheinung ins Herz geschlossen haben. Den aber selbst Theologiestudenten nicht mehr als ethisch-humanistische oder schöpferisch-weltvernünftige Bestimmung  ernst nehmen können. Von der außenstehenden Welt, die die Predigt von einem Handwerksburschen als eine Art Gott hört und dann denken muss „welch ein Unsinn“, ganz zu schweigen. So wird es höchste Zeit, wieder nach dem Grund zu Fragen, der zu den anfänglichen Lehren und Lebensweisen führte, das christliche Wesen war.

Und wer heute den östlichen Weisheitslehren eine logische Begründung im Sinn des kreativen Ganzen bescheinigt. Der kann den biblischen Propheten als bildlosen Philosophen folgenden neuplatonischen Denkern, die dann über das Wesen der Weisheit/Vernunftlehre stritten, die auch im Osten galt, nicht weiter einen Wanderprediger unterstellen. Doch „Gott sein Dank“ ist uns heute nicht nur Weisheit geben, die Lehre von den letzten Dingen vorangeschritten, sondern wissen wir auch um die umfassende anfängliche Kulturdiskussion. So machte dann ihre Vorlesung mehr als klar, dass es hier nicht um Hokus-Pokus ging, der einem Handwerksburschen aufgebunden wurde, wie es die heutige Historien-Hypothese unterstellen muss.

Solange der biblische Jesus als Christus gesetzt war, wie Klaus Berger vergeblich festhalten will, nachdem er vom Logos (noch weniger nach heutiger Definition) etwas wissen wollte und seinen Schülern, die er jetzt in ihrer historischen Rationalität als Bibelfälscher beschimpft „klein Jesus“ in den Kopf pflanzte. Da hätten sich die damaligen Denker, die um Kompromisse rangen, über das Wesen der in nun natürlicher Schöpfung begründeten Weisheit und das diese in menschlicher Gestalt/Bedeutung zur Welt bringende Wesen, auch nicht weiter geärgert.

Ich möchte Ihnen keine Angst machen. Aber wenn Sie denen weiter unterstellen, dass sie um Gottheit dessen gestritten haben, der heute als historisch gilt. Dann ist es wahrscheinlicher, dass die wieder aus dem Grab springen, wie in Ephesus bei der Räubersynode wieder ihre Schlägertrupps schicken, als dass die damals ihre philosophische Weisheitslehre gegen einen Jungzimmermann  eingetauscht hätten. Wie das in „Christologie“ als großer Medienwandel, dann selbst bei der Diskussion um logos-sarx oder –athropos oder der in Paulus sprechenden Weisheit unterstellt werden muss.

Der Ärger der anfänglichen Denker ist nicht, weil Sie ihnen so Schwachsinn unterstellen, sie von heutigen Theologie kaum ernst genommen werden und ihre philosophische Argumentation in der modernen Dogmatik bzw. Gottesslehre nicht mehr vorkommt. Vielmehr könnten die es sicherlich kaum fassen, dass so all ihre Mühe umsonst war. Denn wenn Sie heute ihre Studenten und damit die Welt im Glauben lassen, ein bibelschlauer Handwerksbursche sei das christliche Wesen, der historische Jesus gewesen. Dann war die ganze Arbeit, die in Schöpfung begründe, heute nicht nur ökologisch offensichtliche Weisheit zur grenzenlosen Weltbestimmung zu machen, völlig vergebens. 

Gerhard Mentzel