Wandel zur Theologie öko-logischer Weisheit: Jesus Christus

Hier wird aufgrund der Vorlesung über „Paulus und das Alte Testament“ nicht allein deutlich gemacht, dass es bei Paulus nicht um einen geheimnisvoll gewandelter Sektenverfolger ging. Wie in „Paulus“ der historisch bekannte, von vielfältiger Reformbewegung ausgehende kulturelle Wandel ausgedrückt wurde. Der sich besonders gut im hellenistischen Judentum der Diaspora (z.B. Philo) beobachten lässt, dem die Kirche folgte. Was dann Grundlage christlicher Theologie „Christologie“ war, zur Mission führte. Nachdem die antike Ökologie (Logos) aufgeklärt und nun weltgültig als das verstanden wurden, was den Propheten maßgebende schöpferischer Bestimmung (Wort/Gesetz), damit im jüdischen Sinne in Natur/Schöpfung begründete Weisheit „Christus“ war. So in Folge Moses das historisch gegebene Heil  Josua, lat.“ Jesus“ war und so auch vereinzelt bei Philo definiert wurde. Was aber von traditionstreuen pharisäerischen Juden, wie buchstabengerechten Schriftgelehrten verworfen, aus der Synagoge verbannt, dann jedoch als Kirche zum neuen römischen Staatskult, bis zur Aufklärung kulturbestimmend wurde. Und heute in aufgeklärter Weise wieder werden könnte.

Denn Im aufgeklärten Verständnis des Alten lässt sich auch der durch neuzeitliche Aufklärung bedingte kulturelle Wandel begreifen, das Heil „Jesus“ im christlichen Sinne weiterführen. Wo sich beobachten lässt, wie am Anfang erkannt wurde, wie der zu liebende und verehrende Grund/Sinn allen Seins (JHWH) sich allein in Vernunft (Öko-Logos) ausdrückt, nur auf natürliche Weise wirkt, ist die Geschichte nicht zu Ende.

Wenn auch heute das Recht und rechte Verhalten nicht mehr in altbiblischen Gesetzen begründet wird, sich nur noch fatal-fundamtalistische Moslems auf Buchstaben der Tradition berufen. Wenn das Recht und rechte Verhalten  selbst von den Päpsten im natürlichen Geschehen der Gegenwart, einer „Ökologie des Menschen“ begründet wird. Was so nicht nur grün und rot, sondern auch in der Kirche  als Weltvernunft ohne aufgeklärtes Verständnis und tiefgreifende christliche Kult(ur)bestimmung vergeblich gepredigt wird. Dann wird es höchste Zeit für die theologische  Hochschul-Wissenschaft, im Öko-Logos den historischen Jesus Christus zu bedenken, der Paulus zugrunde liegt. Was als rechter Glaube über alte Gesetze, wie Werkgerechtigkeit gestellt wurde. In diesem Sinne ist es Aufgabe der theologischer Wissenschaft, die Voraussetzungen zu schaffen, damit die in Ökologie, wie kultureller Evolution begründete Weisheit, Weltvernunft nicht nur in der christlichen Kirche wieder zur gemeinsam tragenden Kult(ur)bestimmung mündiger Menschen werden kann.

Sehr geehrter Herr Professor Manfred Oemig,

sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrer Vorlesung über Paulus und seine Betrachtung des buchstäblichen Verständnisses der Thora haben Sie deutlich gemacht: Die gezeigte Pauluszeichnung Rembrandts, auf der ich nicht nur einen Denker sah, sondern tiefgreifendes Denken, trifft zu. Ich bitte Sie hier daher nicht nur einen  einzelnen Intellektuellen Pharisäer zu sehen, der eine häretische Sekte verfolgte. Vielmehr hier den geschichtlich bekannten Geisteswandel im aufgeklärten hellenistischen des philosophischen Judentum, maßgeblich der Diaspora zu bedenken. Vom „denkenden Glaube“ spricht der Alttestamentler Otto Kaiser, wenn er in seiner Philo-Biografie das hellenistische Judentum der Diaspora beschreibt. Hier wurde im neuen, universalen Verstand des Wortes, bisher nur Beschnittenen geltenden Gesetzes in antiker Ökologie (Logos) der prophetischen Bund auf die Beine der Vernunft gestellt. Hier wurde bekanntlich im Kosmos der neuen Tempel (Öko-Logos als Christus) gesehen, die maßgebende universale Weisheit und Bestimmung begründete. Die in fleischgewordener, schriftlicher Ausdrucksweise das Heil „Jesus“ historisch war, aber von buchstabengerechten Schriftgelehrten und Pharisäern verworfen wurde. Und wie hier vom aufgeklärten Verstand (Auferstehung) dem Heil, Josua, lat. Jesus ausgehend, dann das buchstäbliche Verständnis verflucht, für die Probleme der Zeit verantwortlich gemacht wurde, lässt sich verstehen.

Eigentlich hatte ich erhofft, mehr über das Alte Testament, dessen Herkunft im Exil antiker Hochkulturen (Ägypter, wie Perser), damit früher Aufklärung und Philosophie bei natur- wie himmelsbeobachtenden Hebräern zu hören. Die in Befreiung von menschlichen Gottheiten und Opferkult Schöpfung in Schrift (Wort) fassten und dies statt menschlicher Herrscher-Gottheiten und Opferkult zu einer Kulturbestimmung machten, die bisher nur Beschnittenen galt. Was dann in monistischer Natur-/Vernunftlehre (Ökologie) zur Zeitenwende als Christus und als Heil verstanden, dann im Namen Josua, lat. Jesus auf neuen Beine gestellt wurde. So wollte ich bei der Hochschullehre über die Entstehung des alten Bundes weitere Beweise finden, dass das christliche Wesen, das als Erfüllung des Alten Testamentes, dessen wahre Theologie gesehen wurde, nicht der bedeutungslos gewordene junge Handwerksbursche gewesen sein kann. Als was ein im Kurz-Schluss von Halbaufklärung an den Anfang gestellter Heilsprediger heute logischerweise nur gelten kann.

Doch die bereits dem hellenistischen Judentum geltende (Paulus zugrunde liegende) Erkenntnis, dass der prophetische Bund nicht im Hokus-Pokus eines meeresteilenden Volksbefreiers mit Namen Moses entstand, sondern es sich bei den Moses-Propheten um eine frühe, im natürlichen Werden, kosmischer Ordnung gründende Philosophie/Theologie handel, ist auch heute wieder gegeben. Denn der sich in Paulus ausrückende, vom Auferstandenen Wort, JHWH, wie Josua, lat. Jesus ausgehende Kulturwandel ist nicht vom nächtlichen Himmel gefallen. Ohne die vom hellenistischen Judentum bekannte Leseweise, die das Alte nicht verneinte, sondern aufgeklärt als frühe Philosophie verstand, wäre kein Verständnis auf Grundlage des antiken Öko-Logos und auch kein Paulus gewesen. Der das buchstäbliche Verständnis, die alte Gesetzlichkeit, nicht das nun in Vernunft verstandene schöpferische Gesetz verfluchte. 

In dem Sie daher die Bedeutung von Paulus und seine Probleme mit der buchstäblichen Verständnis des alten Gesetzes zeigten, was der Apostel des Auferstandenen (aufgeklärten Verstandes) als Verleugnung des wahren Judentums, verantwortlich für falsche Lebensweise wie Unfriede sah und verfluchte, haben Sie noch mehr den Beweis geliefert: Es wird höchste Zeit, die Anfänge in neuer Weise zu sehen. Den sich in der Paulusliteratur in Briefform an die verschiedenen Denkweisen der Zeit richtende Kulturwandel bitte ich nicht nur Sie auf realhistorische Weise, statt buchstabengetreu im geheimnisvollen Geisteswandel eines einzelnen Sektenverfolger zu suchen.

Hermann Detering zeichnet in der Neuauflage seines „Gefälschten Paulus“, früher auch „Paulusbriefe ohne Paulus“ nach, wie die Paulusliteratur ihren Ursprung in Simon Magnus, dann dem Markionismus hatte. Was m.E. jeweils für verschiedene Bewegungen steht, bei denen ein römischer Simon-Petrus (nicht katholische kirchliche Anfänge)  die Thora und ihre Gottheit verwarf. Detering betrachtet jedoch in radikalkritischem Kurz-schluss dann mit der Apostelgeschichte als reine Poesie auch die Paulusliteratur als Fälschung. Wie genau dies „falsch“ ist, habe ich bereits an anderer Stelle deutlich gemacht. Denn egal, ob der Ursprung der Paulusliteratur dort zu suchen ist, wo sie bekanntlich erstmals herausgegeben wurde oder im Judentum der Diaspora, das in aufgeklärt allegorisch-bildhaftem Verstand an das Alte Testament anschloss, sich darauf berief. Und auch, wenn egal welche urchristliche Denkweise die theologische und literarische Vorlage lieferte, dann eine römisch-katholische Redaktion stattfand. Dahinter steht ein ganz gewaltiger, realgeschichtlich vom pharisäerischen Judentum ausgehender kultureller Wandel, der einen ganz konkreten Grund hatte: ein echter Paulus.

Ein Wandel, der sich in Folge des Wandels vom Mythos zum Logos auch in griechisch-griechischer Geschichte beobachten lässt. Wo Orakelkult, Leberschau und geheimnisvolle Opfer sowie Blutmysterien, unglaublich gewordene, allzu menschliche Vegetations-Verherrlichungen (Gottheiten) in Frage gestellt wurden. Gleichzeitig in antiker Ökologie (Monismus) philosophisch-monotheistische Modelle mit Zeus/Jupiter an der Spitze entworfen wurden. Was als Vorstufe zum Christuskult zu sehen ist, der dann zur Ablehnung der Kaiseropfer sowie des Götterkultes und der Konvention zum neuen Juden-Christentum führte. Wo dieser Wandel ebenso historisch nachvollziehbar ist. Damit davon auszugehen ist, dass das hellenistische Judentum der Diaspora und dessen sich auf einen bildlosen Sinn/Grund allen nun natürlichen Werdens und damit eine universale Bestimmung (Wort) berufenden Bund/Verstand den gesamten, auch römisch-griechischen Kulturwandel beflügelte.

Denn wo durch das bildhafte Verständnis der Moses-Mythen als frühe Philosophie der in Vernunftmodellen (noch sehr spekulative Äonen/Sohnslehren) erklärte Kosmos als neuer Tempel (Vergegenwärtigung schöpferischer Wirklichkeit, Bestimmung) verstanden wurde. Und wo im antiken Monismus (Öko-Logos) das den frühen Moses-Philosophen gegebene Wort/Gesetz auf nun universale Weise verstanden und von der Tradition verfolgt wurde, vielfältige Bewegungen entstanden, die sich anfangs bitter bekämpften, gegenseitig als Häresie beschuldigten. Da ist kein Pharisäer vor Damaskus vom Pferd gefallen. Gerd Theißen kann sich seine psychologischen Erklärungen eines plötzlichen Geisteswandels bei einem Sektenverfolger sparen. Vielmehr wäre in aufgeklärter Weise, im Sinne des die Buchstäblichkeit verwerfenden Paulus die Realgeschichte zu betrachten. Und so auch die von einem Wandel in unzähligen anfänglichen Bewegungen ausgehende Missionsgeschichte lesen, die der Lukas-Verfasser (wie heute geforscht wird, mit Blick auf Philo, damit das hellenistisch-philosophische Judentum) als Apostelgeschichte zusammenfasste.

Denn allein bei Ihrer Vorlesung ist mehr als deutlich geworden: Der Ursprung des Paulus, auf den sich die Kirche dann berief, ist dort zu suchen ist, wo auch die Christologie ihren Ursprung hat. Im Kulturwandel des hellenistischen Judentums (dem Pharisäer) der Diaspora, auf was sich die Kirche berief. Womit Paulus kein Türke war, sondern in Tarsus (an der Schnittstelle der Kontinente, Synthese der Kulturen, in Mitten der Stoa) geboren ist, in  Jerusalem bei Gamaliel im Tanach ausgebildet war, nach der Bekehrung/Wandel des hebräischen Saul aus dem Stamme Benjamin zur Mission rund um das Mittelmeer wurde.

Sie fragten nach der Vorlesung nach dem hellenistischen Judentum, auf das ich mehrmals als Lösung für Ihre Frage nach dem plötzlichen und gewaltigen Wandel des Saulus zum Paulus und dessen gewaltige Verwerfung des Buchstabenglaubens nach alter Gesetzlichkeit verwies:

-Wo war der sich in Paulus ausdrückende neue Verstand und damit die Verwerfung der Gesetzlichkeit historisch sonst gegeben, als im hellenistischen Judentum der Diaspora? Das genau das, worin es ausgebildet war, nun im Öko-Logos als neuen Bund, damit Heil „Jesus“ und Christus verstand, der von den buchstabentreuen Schriftgelehrten verurteilt wurde?

-Wo und durch was sonst wurde das Judentum auf neue, nun natürlich-universale Beine gestellt, damit auch für Unbeschnittene, Römer und Griechen eröffnet?

-Wo berief man sich im neuen Verstand prophetisch-schöpferischer Bestimmung auf den Stamm Benjamin, lehnte Israel nicht ab, sondern machte das Hören des Wortes (die Natur-/Vernunftbestimmung in antiker Ökologie) weltgültig?

-Wo waren die neuen Hebräer von Hebräern, wurde so ein weltweites Hören ermöglicht?

-Wo wurde das Alte Testament und dessen Gottheit nicht verworfen, sondern in antiker Ökologie begründeter Vernunft und Weisheit auch der unsagbare Grund allen Seins, JHWH auf offenbare Weise erklärt? (Wie es noch den Herausgebern des Kanons wie Athanasius, aber auch Arianern, die sich auf das Christen-Judentum beriefen, als einzigen Verweis auf den Vater oder Gott der Väter galt, der ohne die Vernunft, den Öko-Logos-Christus als Sohn nicht wäre.)

-Wo entstand die Christologie und wurden um Christi Willen harte Worte gegen die buchstabengetreue Gesetzlichkeit gerichtet, die zum wirkungslosen Selbstzweck, damit der Verleugnung des wahren Judentums geworden war?

-Wo wurde das aufgeklärtes Verständnis durch die alten Autoritäten abgelehnt, auch von Römern verurteilte und verfolgt?

-Wo ist daher klar, dass die Bekehrten zu den schlimmsten Gegnern des Althergebrachten wurden, die buchstabengetreue Gesetzlichkeit als „Unrat“ sahen? Weil das sich dem neuen Verstand verweigernde, vom Hellenismus abgrenzende Judentum und dessen mangelnde  Ver-söhnung die Zerstörung des steinernen Tempels (oder drohende Umwidmung ein einen Heidentempel) verantwortete.

-Wo wurde der Kosmos damit als neue Tempel gesehen, der auch den Griechen die eine schöpferische Wirklichkeit und Bestimmung vergegenwärtigte, offenbarte?

-Wo ist das Judentum zu suchen, das in Jerusalem im Gesetz ausgebildet wurde, einen Wandel erfahren hat, in Rom 60 n.Chr. verurteilt wurde, aber trotzdem rund um das Mittelmeer in seinem modernen, aber bildlosen Bund Beachtung fand, dann zur Weltmission wurde?

-Wo waren die Eiferer für das Gesetz, die in früher Ökologie das Wort, damit Christus verstanden, doch dies nicht als Katastrophe, Gotteslästerung, sondern wahres Weltjudentum verstanden?

-Wo ist der aufgeklärte Verstand zu bedenken, der sich allein in Schöpfung „jungfräulich“ bezeugte (dies im heilen Denken)  in kreativer Einheit mit den biblischen Propheten sah, so die Gesetzlichkeit, Buchstäblichkeit auf die von Ihnen vorgestellte Weise verwarf?

-Wo wurde die bisher nur Beschnittenen geltenden prophetischen Bestimmung (Wort) im neuen Bund verstanden, so die Brücke zu den philosophischen Modellen des zeitgemäßen Weltverständnis, den als „Sohn“ bezeichneten Äonenmodellen geschlagen?

-Wo wurde so das Alte Testament nicht verworfen, sondern in neuer Weise verstanden, dann dies als Heil im Sinn Josua, lat. Jesus definiert? Als in den griechischen Evangelientexten noch Vater wie Sohn im Sinne eines Pantokrators wie Zeus und bis zur Übersetzung in volksverständliche Sprache durch die Reformation (Melanchthon begründe Erasmus und so auch Luthers  Übersetzung in Jesus Sirach, damit jüdischer Weisheit) in Gottesnamen und christologischen Titeln beschrieben wurden.

-Wo wurde damit im Wandel der Pharisäer der Disaproa in dem, was Sie heute Ökologie nennen, das prophetische Wort verstanden, was im jüdischen Sinne der König/Gesalbte „Christus“ war?

-Wo war damit die Auferstehung keine Halluzinationen von Sektenanhängern nach dem Tod ihres Gurus, sondern ein aufgeklärter Verstand, bei dem alle Erkenntnisse der Natur- und Kulturwissenschaft der Zeit Jesus (des so gegebenen Heilsprozesses) mit einflossen?

-Wo machte dann die Religionswissenschaft auch klar, wie allein philosophisch-abstrakte Modelle zu kurz griffen? Wenn weiter Mysterien und alten Gottesbilder geopfert und die Vernunft nicht im erfüllenden Erbe der Vorbilder und alter Geschichten auf kulturgerechte Weise ausgedrückt, so fleischgeworden (in kreativer Aufgabe/Person, kein Scheinwesen) zum Volkskult wird.

-Wo ist der Paulus-Wandel nicht durch den Geistesblitz eines Sektenverfolgers, sondern  in Folge des nun weltgültigen Moses, damit Josua, lat. Jesus historisch lebendig gewesen? Der damit auch Brückenbauer, Fährmann, Übersetzer zwischen den Kulturen war.

-Wo war keine heute bei einer Heilspredigersekte zu unterstellende spätere apologetisch-philosophische  Einfärbung, der die hellenistische Bildung auf den Leim ging, sondern aufgeklärter Verstand? Bei dem am Anfang der jüdisch-christlichen Mission ein die gesamten Erkenntnisse der Welt (von Natur-/Kulturwissenschaft bis fernöstliche Philosophien) einbeziehendes philosophisches Verständnis als nun weltgültiger jüdischer Bund/Verstand war.  

-Wo war damit ein Wandel, wie er dann in Folge auch bei allen kirchlichen Vordenkern beschrieben wird, die aus der Philosophie kamen, diese nicht ablegten, sondern im jüdischen Verstand/Bund weiterdachten und so die Mythen der Thora mit dem Weltverständnis hellenistischer Bildung zusammendachten? Die dann einzig vom Öko-Logos-Christus, damit Vernunft/Sohn auf dessen Grund/Vater schlossen.

-Wo wurde das bisher nur Beschnittenen geltende Gesetz nun in der Gegenwart verstanden, galt der Glaube nicht mehr Götterbildern, Kaisern, Buchstaben, sondern wurde die Wahrnehmung des Grundes/Sinnes allen Seins im Öko-Logos (Sohn) und dessen kulturgerechte Verehrung über die Werkgerechtigkeit, die (ähnlich heute) vergebliche Predigt gutmeinender Pharisäer gestellt?

-Wo lassen sich daher die von Ihnen genannten harten Worte gegen das Gesetz, wie alle gezeigten Texte verstehen? Auch die Texte, in den sich Paulus von göttertraditionstreuer oder rein wissenschaftlich-rhetorischer Philosophie abgrenzt, gleichzeitig philosophische Lehren wie der Stoa übernimmt, diese noch verstärkt.

-Wo lässt sich daher die Mission, die zahlreichen Bewegungen, sich bekämpfende Christentümer, verschiedene Kirchen rund um das Mittelmeer verstehen, die nicht von einem nach Geistesblitz wie gedopt durch die Welt hetzenden Schnellsegler, Sie sprachen vom „Marathonmann“ ausgingen? Denn wer die historische Kritik anwendet, der kann doch nicht weiter in Sache Weltmission die Augen vor der geschichtlichen Realität, den vielfältigen, sich bekämpfenden Anfängen verschließen, die sich völlig unmöglich in dem begründen lassen, was heute als historisch gilt.

-Wo war daher ein Paulus, der nicht wie heute meist unterstellt werden muss, sich zwar ständig auf den historischen Jesus in Auferstehung berief, aber eine davon völlig unabhängige Theologie entwarf, eine von einem Religionsrebellen nicht gewollte Kirche in die Welt setzte? Sondern wurde durch eine Mission in vielen Jahrhunderten, im Ringen um ein einheitliches Verständnis für den historischen Jesus Christus mit dem gesamten Instrumentarium der Kultur eine Kirche (ein neuer staatstragender Kult) gebaut.

-Wo lässt sich so verstehen, wie die Rechtfertigung im rechten Glauben, der Wahrnehmung und Verehrung dessen, was für die Alten wesentlichen war und sein wird (damit des heute in Ökologie vorausgesetzten Grundes/Sinnes allen Seins) über die Werke und Moralpredigt gestellt wurde?

-Wo wurde das Judentum nicht als Volk nicht verworfen, sondern das Gesetz, die versteinerte Jura? Was auch heute mehr zum Friede mit dem Judentum beitragen könnte, als die Verurteilung unserer Väter. Die durch das buchstäblich-biblische, wie sozialdarwinistische Verständnis der Zeit als „Deutsche Christen“ in einem angeblich in Schöpfungsordnung begründeten Rassenwahn die Brüder millionenfach ermordeten.

-Wo ist Jesus Christus als die Verheißung des Alten Testamentes, die Gabe des Judentums für die Welt gesehen worden, wie das auch in den Evangelien zum Ausdruck kommt? Aus denen so zu Recht der historische Jesus abgeleitet wird. Der dann allerdings nicht der heute unterstellte bedeutungslos gewordene junge Mann gewesen sein kann.

-Wo wurde erkannt, dass die buchstabenhörigen Juden ihr Heiliges Buch missverstehen, sich dessen Sinn erst im Öko-Logos- Christus verständlich machte? Und war so ein Wandel, der nicht mit Ihrer Gegenüberstellung von Evangelikalen, Buchstabengläubigen zur historischen Kritik zu vergleichen ist. Der weit darüber hinausgehend zum neuen Verstand des Alten führte, dies erst weltgültig verstehen ließ? (Wobei schon Ihr vergleichende Gegenüberstellung von Evangelikalen und historischer Kritik deutlich machte, dass es nicht um den Geistesblitz eines Einzelnen ging, sondern die umfassende historische Kritik der alten Mythen zum neuen Verstand führte.)

-Wo wurde die Gesetzlichkeit verflucht, aber das Gesetz nicht außer Kraft gesetzt, sondern im Freikaufen Christi in Gegenwart verstanden und im zeitgemäßen Verständnis übertroffen? Sollte so durch den neuen Christus-Glaube (nicht Werke der Moralpredigten) das Gesetz der Propheten erfüllt, so auch für Heiden zum Segen werden?

-Wo töten die verblassten, taub und so nicht nur im Sonntagsgebot zum Selbstzweck gewordenen Buchstaben alter Gesetzlichkeitsbürokratie und machte der Geist lebendig? Und wo wurde so die Herrlichkeit, der sich die Traditionsautorität Jerusalems bekanntlich verweigerte, unvergängliches Heil für die gesamte Welt?

-Wo wurde die Geschichte von Haga und Sara in aufgeklärter Weise als verschieden Modelle verstanden, um das, was auf philosophische Weise erkannt war, zur weltgültigen Kult(ur)bestimmung im jüdischen Sinne (Jesus Christus) zu machen?

-Wo sind heute die Verhärteten zu suchen, die sich dem Heil verweigern, den Glanz des Alten Israel verhindern, der im Öko-Logos weltgültig geworden war?

Was so vergebliche Beweise alter Gottesbilder, wie Zweifel aufgrund heute ganz natürlich (schöpferisch) erklärter Gegebenheiten wie Erdplattenverschiebungen, damit schrecklicher Tsunamis hinter sich lassen, damit den Grund/Sinn der alten personale Verehrung auf mündige Weise wieder wesentlich (Gott lebendig) machen könnte?

Wenn Sie mich jetzt wieder fragen, was das hellenistische Judentum und dessen kultureller Wandel mit dem Sektenverfolger aus Tarsus zu tun hat, dann muss Paulus wiederkommen. Dass der dann das buchstäbliche Verständnis auf eine viel größere Weise verfluchen, als Sie das vorstellten, sollte für Sie keine „Harte Nuss“ mehr sein, wie ich sie im Verweis auf das hellenistische Judentum bei Ihrer Vorlesung zu knacken suchte.

Es grüßt ein Jünger des sich in Paulus ausdrückenden Wandels. Der Sie, wie Ihre Kollegen um ein aufgeklärtes Verständnis bittet. Das nicht nur Voraussetzung für kulturellen Friede, sondern weit mehr als ständige politische Forderungen und gutgemeinte Predigten in Nutzung aller kultureller Instrumente zu einem Leben im Öko-Logos als gemeinsamer Kult(ur)bestimmung führen könnte.

Gerhard Mentzel