Wissenschaftliche Lehre und davon ausgehende Vernunft

 war Logos: Gotteswort

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 Lebendige Bestimmung statt tote traditionelle Texte

Allein wenn das heutige Wissen um die Herkunft der neutestamentlichen Texte aus dem hellenistischen Judentum, das die philosophische Vernunftlehre (Logos) als schöpferisches Wort verstand. Dann steht fest: Das sog. Gotteswort und damit die für das menschliche Leben maßgebende Bestimmung/Sinngebung, kann nicht mehr von traditionellen Glaubensbüchern, Kulttexten wie Bibel und Koran und entsprechenden Auslegungen ausgehen. Am Anfang galt die wissenschaftliche Lehre vom natürlichen Lebensfluss im kreativen Ganzen: Dem, was heute naturwissenschaftlich gilt und an den Schulen der Welt gelehrt wird. Denn das wurde im hellenistischen Judentum statt der taub gewordenen Glaubensgesetzlichkeit als das bereits Moses/den Propheten gegebene und für menschliches Leben, damit die Gebote maßgebende Wort verstanden.

Und selbst wenn der historische Jesus ein Weisheitslehrer oder jüdischer Wanderkyniker gewesen wäre, wie heute gelehrt wird. Dann hätte dieser angeblich des Lesens nicht mächtige Handwerksbursche keine nächtliche Eingebungen verkündet oder traditionelle Glaubensgesetzte nur besser ausgelegt. Auch der Lehre eines reformjüdischen Weisheitslehrers oder gar Kynikers, der sich über die Schriftgelehrten hinweg-, mit diesen auseinandersetze, wäre es um das gegangen, was hellenistischen Juden als Logos galt, wissenschaftliche Lehre der Antike vom kreativen Ganzen nach logischen Gesetzen war. Was sich damit in natürlicher Schöpfung nach anfänglicher Naturwissenschaft begründete.

Da es aber völlig ausgeschlossen ist, dass hellenistische Juden, die als Verfasser der biblischen Texte von einem schöpferisch maßgebenden Wesen (dem lebendigen Wort oder neuen Tempel in menschlicher Person: Rolle) gelten, einen Handwerksburschen im Blick hatten, wie er heute  als historisch gilt. Es beim biblischen, wie historischen Jesus unmöglich um einen von seinen Anhängern oder einem zum Paulus gewandelten Sektverfolger verherrlichten arbeitsscheuen Jungzimmermann ging, der von den Kirche hellenisiert und vereinnahmend als Logos hingestellt wurde. Es vielmehr den hellenistischen Juden um das bereits Moses geltende Wort ging, was so Josua, lat. Jesus war. Daher zutrifft, dass der philosophisch gepredigte Logos durch die kirchliche Lehre Fleisch wurde, in der Geschichte Gestalt bekam. Nur so die philosophisch vergeblich gepredigte Vernunftlehre lebendiges Kulturgut wurde (kein Scheinwesen war) gibt es keine Zweifel mehr:  

Wer das heute gegebene geschichtliche Wissen um die Anfänge ernst nimmt, muss das bisher von der Kirche verkündete und in Glaubensbüchern gelesene Gotteswort dort bedenken, wo die Welt als ökologisches Ganzes, alles Werden als Evolution auf naturwissenschaftliche Weise sinnvoll und sinngebend erklärt wird.

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Der Begriff "Ökologie" für die vernünftige Lehre vom logisch zusammenhängenden Weltganzen oder für die gesamten Wissenschaften über die Beziehungen des lebendigen kreativen Organismus, der für das das menschliche Leben maßgebend ist, leitete sich nicht nur aus dem Logos-Begriff der Antike ab. Nach dem, was wir heute über die Anfänge des prophetisch gottesbildlosen Kultes und seiner christlichen Erneuerung in Zeiten hellenistischer Hochkultur/Aufklärung wissen, führt kein Weg mehr daran vorbei:

Was der bis ins Mittelalter maßgebenden kirchlichen Lehre zugrunde lag und dann als "Gotteswort" in Schriftform oder als Jesus Christus bis zur Aufklärung getragen hat, ist heute wieder dort zu verstehen (offenbar), wo die Welt auf wissenschaftliche Weise erklärt wird. Und wo danach bedacht und ausdiskutiert wird, was für die gemeinsame Zukunft der menschliche Kultur, wie den eigenen Körper und Geist im kreativen Sinne vernünftig wäre.

Denn wie kann man eine Sammlung von Schriften, die nach heutigem Wissen aus einer Vielzahl von Kulttexten für einen Kanon zur lateinischen Kultlese ausgewählt und mehrfach übersetzt, damit dem Zeitgeist/Volksverständnis angepasst wurden, heute noch als das einzig maßgebende Gotteswort hinstellen wollen? Warum sollten dann nicht auch die anderen antiken Texte, die trotz der Verwerfung ihrer Verfasser durch die anfängliche Kirche teilweise als urchristlich gelten oder die wie der griechische Weisheitsmythos vom "Hirten des Hermes" selbst  bei den Kirchenvätern in Diskussion zur Aufnahme in den Kanon standen, das wahre und maßgebende Gotteswort sein?  

Texte, von denen man inzwischen nicht nur weiß, dass sie weder eine naturwissenschaftliche Darstellung, noch eine geschichtliche Beschreibung im herkömmlichen Sinne sein wollen, sondern wie hier alte jüdische, wie griechische Mythen aufgegriffen oder Kaiserevangelien nachgestellt wurden und wie das Denken der Zeit eingeflossen ist. Die können doch heute nicht allen Ernstes weiter als maßgebende schöpferische Bestimmung, Sinngebung, Gotteswort angesehen werden.

Doch "Gott sein Dank" ist uns heute der Verstand gegeben, die wissenschaftlichen Erklärung der Welt und was danach vernünftig für das Wohl des eigenen Körpers, Geistes und Glückes sowie die kreative Gestaltung der gemeinsamen Zukunft menschlicher Kultur wäre, als schöpferische Bestimmung, lebendiges Wort zu verstehen, die am Anfang galt. Und die der frühen kirchlichen Lehre, wie den biblischen Schriften zugrunde lag.

1. Mittelplatonismus, Philosophie der Stoa lieferte den neuen Verstand

Wer heute weiß, wie Geist und Texte des Neuen Testamentes aus dem hellenistischen Judentum hervorgingen, sich dann beispielsweise das Denken der Stoa als rund um das Mittelmeer maßgebende Lehre vergegenwärtigt und weiter unterstellt, da wäre ein Handwerksbursch als Logos gesehen oder als das lebendige Wort ausgegeben worden, dem hat die Heilsprediger-Hypothese den Verstand geraubt. 

Heute wissen wir auch, warum die abstrakte Vernunftlehre der Stoa zu kurz griff. Warum Botschaften in Gefühle zu verpacken, in kulturgerechten Bildern und altbekannten Geschichten zu vermitteln sind, sagt uns die Funktionsweise des Gehirnes und die entsprechende Kommunikationslehre. Wer etwas verändern will in den Köpfen der Menschen, muss sich menschlicher Bilder und Gesichter, damit die Emotionen bedienen, ohne die Wahrheit zu verfälschen. Dies ist selbst mit Blick auf politische Manipulationen zu lesen, mit denen Donald Trump die Wahrheit oft auf den Kopf stellt. Gleichwohl auch Obama, der nicht zuletzt deswegen von der Welt wie ein Messias gefeiert wurde, die Emotionen der Menschen ansprechen konnte. Lernen und Anwenden geschieht nicht durch Verkündung von Wissen. Wahre Vernunft  bedient sich dem Wissen um die Funktionsweise der Kommunikationstechnik in Kultur. Auch wer in der Wirtschaft Erfolg haben will, kann nicht nur Fakten verkünden. Er muss Emotionen ansprechen, sich in der Kommunikation bekannter Geschichten und Gesichter, die Gefühle ansprechenden Bilder bedienen. Ohne dabei die Wahrheit auf den Kopf zu stellen und die Menschen nur manipulieren zu wollen, wie das heute meist die gängige Kommunikationspraxis, nicht allein in der Politik ist.

Doch auch wie die  bereits in Vernunft für kreative Wesentlichkeiten stehenden altbekannten Mythenbilder und Geschichten mit dem Kaiser als politisch-göttlicher Mittler ihre Autorität verloren hatten, so nicht mehr taugten um das römische Volk zur gemeinsamen Vernunft zu bringen, ist heute bekannt.

Ausgehend vom Mittelplatonismus bzw. der Lehre der Stoa, wie sie im hellenistischen Judentum (damit der Herkunft des Neuen Testamentes und seiner Texte) galt, der Entwicklung des Logos als Gotteswort in der kirchlichen Lehre und seiner auf die Antike zurückgreifenden Schriftform der Reformation, wird hier deutlich gemacht: Die Zeit für eine Reform, die  auf das zurückgreift, was den traditionellen Glaubenstexten zugrunde liegt, diese daher nicht verleugnen, ist mehr als reif. 

Denn die nur die traditionellen Texte anzuprangern, wie das die Kritiker der Kirche, insbesondere der neue Atheismus in der Person Dawkins tut, ist zu wenig. Auch wenn der Papst der atheistischen Kritiker in seiner  Polemik die Probleme des bisher auf die Bibel bezogenen Glaubensverständnisses auf den Punkt bringt. Benedikt XVI. der in seiner letzten großen Rede vor dem Bundestag das Rechtes nicht mehr in der Bibel, sondern in Bezug auf jüdische Weisheit und griechische Lehre in Ökologie begründete, ebenso wie Franziskus, der von der "Ökologie des Menschen" spricht oder seine Forderungen nach eine ganzheitlich ökologischen Lebensweise in heutiger Welt/Wissenschaft begründet, haben ihn links überholt.

Es wird daher höchste Zeit, dass die kirchliche Wissenschaft die Weichen stellt, damit mündige Menschen in echter Reform das bisher kirchliche verkündete und dann seit der Reformation im Primat der antiken Texte geltende Gotteswort wieder dort verstehen können, wo die antike Theologie und ihre Texte die Grundlage hatte. Denn das war eindeutig die als Logos bekannte griechische Lehre, wie sie am Anfang unserer Natur- und damit auch Geisteswissenschaft stand, heute in der Schule in weitergehender, nun weitgehend empirischen Form gelehrt wird. 

2. Die Vernunftlehren der Stoa - jüdisch: Wort -  waren in lebendiger Realität begründet

3. Von Philosophie, zu kirchlicher Lehre, Schrift, zum aufgeklärten Selbst-verständnis