1.      Nach Auswertung heutigen Wissens geht kein weiter so

Hier wird in Auswertung vielfältig gegebenen heutigen Wissens der Nachweis erbracht: Beim Jesus genannten Grund christlichen Glaubens, dessen historischen, wie hoheitlichen Wesen, ging es nicht um einen egal wie gearteten Zweibeiner, der seinen Anhängern als eine Art Gott, Sohn, Wort, Messias… galt, wie es heute allgemeine Hypothese ist. Was dann bisher Grundlage des Glaubens, wie aller Bibelexegese und wissenschaftlichen Betrachtungen  bleibt:  Ob Neutestamentler die sozialen Hintergründe zur Verherrlichung eines Heilspredigers hinterfragen oder ob dogmatisch vom Sohn und Wort Gottes in Person und sonstigen Hoheits- bzw. Bedeutungsaussagen geschrieben wird. In der Argumentation wird deutlich gemacht, wie vielmehr der urmonotheistische, wie der urchristliche Glaube (und damit auch die hoheitlich-christologischen Bedeutungsaussagen und biblischen Geschichten) auf das Verständnis einer Vernunft/hebr. Wort gründen, das von ganz natürlichem Werden als Schöpfung ausgeht: Dem, was heute wissenschaftlich erklärt wird. Denn genau das hatte in menschlicher Person (Aufgabe/Rolle Josua/gr. Jesus) messianische Wirkung.

2.      Aber-glaube statt aufgeklärtes Verständnis

Während am Anfang der Christenheit die Darstellung Jesus und Bilderverehrung  tabu waren, hat sich über die anfängliche Symbolik und die Abbildung (von Lamm, Hirte, Taube, Fisch, bis zu kosmisch-schöpferischen Wesen  wie Pantokrator oder Sol Invictus) in Verbindung mit einem buchstäblichen Bibel-Verständnis ein Jesusbild ergeben, das einen egal wie gearteten Heilsprediger ganz selbstverständlich als den „historischen Jesus“ voraussetzt. Dieses lange als hoheitliche Offenbarung unbezweifelte Jesusbild (Papst Gregor I. hat es 600 n. Chr.  noch als “Buch der Armen“ begründet) hat den christlichen Glauben über das Mittelalter hinweg und die so ermöglichte Reformation bis zur Aufklärung getragen, diese hervorgerufen: war gut so/tauglich in Kulturentwicklung, schöpferisch vernünftige Wirklichkeit. 

Erst mit der Aufklärung, die die Bibel nicht mehr einfach als von Gott autorisierte Offenbarungsurkunde voraussetzte, sondern hinterfragte und kommentierte, ergab sich die Not-wendigkeit, dieses Bild von Jesus auch in aufgeklärter Weise zu verstehen. Doch gleichwohl die anfängliche Symbolik oder die Bilder ein hoheitliches, schöpferisches Wesen beschreiben, von dem auch die gesamten Texte handeln, hat sich das banale Bild eines charismatisch-rebellischen Wunderheilers oder sonst wie gearteten Wandergurus durchgesetzt. Wo dann bereits im 1. Semester erklärt wird, warum ein Junghandwerker zum Gottessohn gemacht oder so gesehen wurde. Darauf dann die gesamte weitere wissenschaftliche Betrachtung gründet und die Lehre des gesamten Lebens. Da ist kaum was anderes denkbar. Und letztlich hat auch die Kritik bisher das menschliche Jesusbild vorausgesetzt. Und dann den historischen Jesus bagadellisiert oder gar radikalkritisch abgestritten. Allenfalls ein noch mythologisch bleibendes ewiges Wesen wurde daneben gestellt. In Sachen halbaufgeklärter Herabsetzung Jesus zu einem antik-humanistischen Heilsprediger, die bisher meist das Werk der evangelischen Theologie oder außenstehender Kritik war (Augstein „Jesus Menschensohn“, gleichwohl der bereits daran zweifelte), hat die katholische Erwachsenenbildung inzwischen links überholt.

Durch diese, in heutiger Hochschullehre als selbstverständlich geltende Historien-Hypothese, der alles wachsende Wissen über die kulturellen Wurzeln geopfert (diese vorausgesetzt bzw.  unterstellt) wird, ist der christliche Glaube völlig inhaltslos geworden. Weder der als historisch hingestellte Heilsprediger, noch die dann in dessen Namen verbreitete heiße Luft von einem hoheitlichen Christuswesen, hat den modernen Menschen was zu sagen, macht Sinn, kann dem Leben Bestimmung geben bzw. ein zeitgemäßes Gottes- bzw. Schöpfungsverständnis begründen.

Der in Heidelberg die evangelischen Pfarrer ausbildende Neutestamentler und derzeit in Deutschland wissenschaftliche Meinungsführer Gerd Theißen hat nach dem Vortrag ("Jesus hat doch gelebt" Neustadt-Hambach, 2012)  über einen jungen Juden, den er heimlich doch für einen „Fresser und Säufer hält“, als Entschuldigung vorgebracht, dass er Sonntags aber vom Gottesssohn predigen würde. Damit bringt er die heutige Problematik auf den Punkt. Doch auch sein theologischer Gegenspieler und Vorgänger im Amt, den ich in vielen Briefen (www.theologie-der-vernunft.de: An Berger) vergeblich versuchte, nicht nur ein mythologisch-dogmatische Wesen als einen postmodernen historischen Jesus bewahren zu wollen, sondern die Frage nach der Vernunft anzustoßen, die darin in der Antike zum Ausdruck gebracht, hat als jahrelang meistgelesener Theologe der Welt in seinem dicken „Jesus“ nur ein persönliches Gottesbild hinterlassen, das er in einen wundertätigen Menschen hineinlegte. Was zu verstehen ist: Auf der Vorstellung eines jungen Juden als Gott gründet die gesamte  wissenschaftliche Lehre seines Lebens, wie Glaubens. Wie soll da eine heute wissenschaftlich erklärte, zukunftsgerichtete kreative Logik/Vernünftigkeit als lebendiges Wort, gar als der historisch wirk-liche Jesus bedacht werden können?

3.      Wer sind die Bibelfälscher?

Klaus Berger wirft im neuen Buch nun verbittert seinen Kollegen vor, sie seinen „Bibelfälscher“, die die Menschheit um die Wahrheit betrügen. Sie würden in Denkverboten und philosophischen Moden ein Märchen von einem Gutmenschen oder Gesundbeter erzählen, statt Jesus als lebendigen Gott zu bewahren. Doch damit ist er ein leuchtendes Beispiel für die Probleme im heutigen Jesus- und Bibelverständnis. Denn weder mit einem Gutmenschen, noch mit einem dogmatisch-mystischen Gottesbild war und ist ein zeitgemäßes monotheistisches Verständnis zu machen, wie es das christliche war. Wenn er nur den Glaube dem Buchstaben nach fordert und an Jesus als Gott festhält, ohne nach der Vernunft zu fragen, die hinter dem Bild des hoheitlichen Wesen steht, betreibt er nicht nur das Gegenteil von dem, was hier als Anfang des jüdisch-christlichen Glaubens nachgewiesen wird. Er wird zu dem, was er der modernen Theologie vorwirft: Zum bibelfälschenden Wegbereiter eines Aberglaubens, der dann logischerweise zum Atheismus führt.

Berger beschuldigt seine Kollegen zornig, sie würden die Wunder und Auferstehung nicht mehr wahrhaben wollen, um den physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu folgen. Doch wie soll man dann in der den Kindern in der Schule beigebrachten kausalen Welterklärung die offenbare sinnvolle schöpferische Wirklichkeit bedenken wollen, die den Juden seit der anfänglichen Kulturaufklärung Josua „Wort/Vernunft“, dann im griechischen Verständnis Jesus war. Und wie sollte dann die in Weltrealität zu begründende Vernunft als gemeinsame schöpferische Wirklichkeit/Wort bzw. zeitgemäße schöpferische Bestimmung verstanden werden?

Absurder kann man den christlichen Glauben kaum machen, als dass man dogmatisch von Jesus als einem schöpferischen Wesen ausgeht oder mystisch ein Gottesbild bewahren will und gleichzeitig die Welt im Glauben lässt, der wäre mit seinen Freunden um den See gezogen. Damit wird der den Atheismus hervorrufende Aberglaube noch mehr vorprogrammiert, als mit der halbaufgeklärten Verkürzung Jesus.

Die buchstäblich glaubenden (m.E. Anti)Kreationisten berufen sich dann nicht mehr auf ein 7tage-Geschehen, sondern auf das Neue Testamt: Sie beziehen sich nun auf einen wundertätigen Gott, um so einen zauberhaft-intelligenten Designer zu begründen, den sie gegen das vernünftig-kausalen Werden stellen. So wird dann der christliche Glaube völlig auf den Kopf gestellt. Sicherlich greift der sich gegen buchstäbliche Glaubenslehren wendende neue Atheismus bzw. Naturalismus zu kurz. Er verkauft so das selbst von Dawkins herr-lich beschriebene Wunder der Natur, des ewigen Lebensflusses/Logos weit unter Wert. Doch ein Glauben außerhalb der geltenden Vernunfterklärung der Welt, der kann keine Grundlage für die moderne Gesellschaft mündiger Menschen sein. Allenfalls die vorgesetzte Tradition und religiöse Bauchgefühle tragen dann den  Glauben bzw. werden wie selbstverständlich mit diesem gleichgesetzt.

Schlimmer noch: Die von Berger angeprangerte aufklärerische Herabsetzung Jesus, aber noch mehr dessen Insistieren auf einen Wanderprediger, der dann dem Buchstaben nach als ein mit seinen Jüngern essender und trinkender Auferstandener bzw. in den Himmel aufgefahrener Gott geglaubt werden soll, macht den christlichen Glauben völlig inhaltslos.

Wer vom Wandercharismatiker nach allgemeiner Vorstellung ausgeht und verlangt, man müsse wie es zu Luthers Zeiten sinnvoll war, weiter im buchstäblichen Sinn an die Wahrheit der Wunder, Jungfräulichkeit, Höllen- und Himmelfahrt oder Auferstehung als echtes Heilsereignis glauben, der nimmt dem christlichen Glauben heute jedoch nicht nur den letzten Ernst. Die absurd gewordenen Glaubensvorstellungen sowie dogmatisch-mystisches Gottesbilder verhindern den Verstand eines schöpferisches Wortes in natürlicher Weltbeschreibung: Eine in ihrer Bedeutung biblisch bebilderte Vernunftwirklichkeit/schöpferisches Wort, das heute mündige Menschen (Christen im Namen Jesus) in kreative Verant-wort-ung für die gemeinsame Gestaltung von Zukunft nehmen könnte, ist dann undenkbar.

4.      Bankrotterklärung heutiger Lehrhypothese

Bergers „Bibelfälscher“ legt nicht nur offen, wie die liberal-kritische Forschung dem christlichen Glauben den letzten Grund  nimmt. Oder wie die offizielle Hochschullehre inzwischen die Kritiker, die alle christlichen Bedeutungsaussagen als Lug und Trug zur anschließenden Verherrlichung eines Heilspredigers bzw. als fiktive Konstrukte der Kirche entlarven wollten,  links überholt hat. Und auch nicht die im Gegenzug von Berger verlangt Absurdität, weiter gegen alle Vernunft jungfräuliche Geburt, Worte Jesus, Wunder und weitere aufgrund des heute gegebenen Wissens unhalbare Geschichten buchstäblich bewahren zu wollen, zeigt das Hauptproblem.

Vielmehr legt Bergers Analyse der völlig verschiedenen Deutungen biblischer Aussagen offen, wie der buchstäbliche Glauben, den er dann gegen alle Vernunft weiter bewahren will, nicht mehr machbar ist. Nicht nur der jetzt bitter gegen alle herabsetzende liberale Forschung kämpfende Theologieprofessor behauptet oft das genaue Gegenteil von dem, was seine Kollegen aus der Bibel lesen. Die Geschichte hat gezeigt, wie sich Krieg und Friede, aussteigende Weltverneinung oder aktiv-kreative Teilnahme aus den Buchstaben ableiten lassen. Und wer die heutige Theologie betrachtet sieht, wie auch gegenwärtig die gesamte Fachwelt zu völlig unterschiedlichen Aussagen kommt. Jeder Verhaltensweise oder Glaubensvorstellung, wie ihr genaues Gegenteil, wird aus den Buchstaben abgeleitet. Aber noch schlimmer scheint, dass die Schriftgelehrtheit, die trotz aller Beteuerungen, dass Gott ja auch in der Schöpfung sprechen würde, die selbst nicht mehr ernst genommenen biblischen Buchstaben als einziges Wort nachblättert, den Verstand des grundlegenden ewigen Wortes in der Welt- und Geschichtswirklichkeit verhindert.

Der Aufschrei des Alten, lt. Vorwort in Bergers "Bibelfälscher" ein „planctus Germaniae“, nach dem die fleißige und intelligente Bibelwissenschaft der letzten 200 Jahre nur eine volkskirchliche Wüste hinterlasse, den christlichen Glaube schonungslos zerstört hätte, schreit nach einem über die schriftgelehrte Buchstäblichkeit hinaus gehenden Verständnis.

Denn es ist nicht der Offenbarungseid der biblischen Lehre und Theologie oder gar des gesamten christlichen Glaubens, den Berger hier vorlegt. Die Bilanz der völlig gegensätzlichen Aussagen, die aus den biblischen Geschichten abgeleitet werden und die Demontage christlicher Bedeutungsinhalte macht deutlich, wie notwendig es ist, hinter den Glaubensgestalten und Geschichten eine reale schöpferische Wirklichkeit/Bestimmung zu hinterfragen. Wie die als Wort, Weisheit immer wieder neu verstanden, personifiziert zur Welt gebracht wurde und heute zu verstehen wäre.

Aufklärung führt zur Auf(v)erstehung

Tradionshörigkeit und Buchstabenglaube gehören "der Schöpfung sei Dank" der Vergangenheit an. Die Aufklärung lässt sich nicht zurückdrehen. Vielmehr ist auch der Zuwachs an Wissen um das kausale natürliche Werden, wie um das reale Geschichtsgeschehen und den geistigen Kontext als Gabe oder schöpferische Sprache/Wort zu verstehen. Die von Berger beklagte Wüste, in der wir uns befinden (in der ja auch die Jesus-Familie anfänglich war), ist nicht die Folge der Aufklärung, sondern der fehlenden Konsequenz, die aus dem gegebenen Wissen gezogen wird. Die verlangte Reform kann nicht die Berufung auf einen blind als Gottesbild zu glaubenden jungen Guru sein, den die von Berger als "Bibefäscher" gescholte Exegese zum Gutmenschen degradiert.

Wen wundert, wenn weder Bergers Jesus-Gott, noch die Theologie, die von einem gutherzigen Heilsprediger ausgeht, ernst genommen wird? Von einem Gottesbild geht keine Bestimmung mehr aus. Und was ein junger Wandkyniker (oder was der historische Jesus heute noch alles sein soll) gedacht, gesagt oder getan hätte, ist doch völlig unwesentlich für die Welt. Doch weder von einem Gottesbild, noch einem Gutmenschen kann auch nicht eine der Bedeutungsaussagen ausgegangen sein, die in täglich erscheinenden Werken der theologischen Wissenschaft als Auswertung der in Kindheit so banal verstandenen Jesusgeschichten nachzublättern sind. Wer daher wie Berger im buchstablichen Sinne auf jungfräulicher Geburt, Auferstehung, Höllen- und Himmelfahrt besteht, weil es darum den anfänglichen Denkern/Verfassern ging, der kann nicht weiter nur einen Junghandwerker (der wie Bergers Gegner dann nachweisen wollen, nicht lesen und schreiben konnte) um den See jagen wollen. Im aufgeklärten Sinne/Logos lässt sich die gesamte Geschichte Jesus und seine beschriebene Bedeutung verstehen.  Nicht nur die Auf(v)erstehung Jesus: des ewigen Wortes und die davon ausgehende Vergebung der Sünde lässt sich aufgeklärt begründen. Die Aufhebung des Abfalles von schöpferischer Ordnung und Neubegründung des Bundes/Monotheismus, Realisierung des sog. Reich Gottes (schöpferischem Recht/Richtigkeit) ist in Vernunft zu belegen. Jesus hat wirklich von Blindheit befreit und die Gelähmtheit in Fortschritt verwandelt.  Statt nur schriftgelehrt zu schauen, bei welchen Götter- und sonstigen Gestalten der Weltgeschichte die gesamten Jesusgeschichten oder die jungfräuliche Geburt abgeschrieben wurden, ist auf unvoreingenommene, Schöpfung bezeugende und durch sie gezeugte Weise das ewige Wort auf aufgeklärte Weise in kulturbekannten Mittlergestalten wieder zur Welt zu bringen. 

Wer davon ausgeht, wie erst die erst die in Josua, griechisch Jesus ausgedrückte, damals heiß diskutierte Vernunft messianische Wirkung entfaltete, für den erschließt sich die Bedeutung genau auf die Weise, wie damals nachweislich auch das Alte Testament gelesen wurde. Der hat weder mit der auch den Göttergestalten unterstellen jungfräulichen Geburt, noch der Stadt Davids, in dem die jüdische Weisheit vormals lyrisch personifiziert war, Probleme.Was soll beispielsweise der Schriftgelehrtenstreit über den Geburtsort eines Heilspredigers der evtl. gar kein Gottessohn sein wollte, wenn doch bekannt ist, wie die jüdische Aufklärung in Alexandrien bereits in der Vernunft das sah, was vormals in Göttersöhnen oder biblischen Mittlergestalten vermittelt wurde?

Nicht allein die absurd erscheinenden Geschichten bzw. Aussagen und Gegensätzlichkeit der schriftgelehrten Deutungen rufen nach einer Realität, die hinter den biblischen Bedeutungsaussagen, ihren Bildern und Geschichten steht. Für die heutige Welt ist es doch völlig Wurst, was ein jüdischer Wanderprediger sagte und wollte. Und ebenso egal ist es, ob ein Dorfdepp aus Galiäa, der bei der heutigen Hypothese hinten herauskommt, sich selbst als Messias sah oder erst von halluzinierenden Anhängern dazu erhoben wurde. Wo nicht im realen Geschichtsgeschehen verdeutlicht wird, warum im Wandel vom Mythos zum Logos die Vernunftlehren der Antike auch in Form der jüdische Aufklärung Alexandriens zu kurz griffen, erst das kulturanknüpfende Gesicht Josua, griechisch Jesus, messianische Wirklichkeit in der Weltentwicklung entfaltete, bleiben leere Buchstaben.  Auch wenn ein Heilsprediger nach Berger als wunderwirkender Gott gilt und leiblich Auferstanden wäre, hat er der heutigen Welt so wenig zu sagen, wie der die Dörfler in Galiläa beeindruckende handauflegende Junghandwerker, der heute bei liberaler Forschung übrig bleibt.

Wo Schriftgelehrte sich gegenseitig Betrug vorwerfen, wird es höchste Zeit nach einer schöpferischen Realität in heutiger Welt bzw. geschichtlicher Wirklichkeit zu fragen, die den Geschichten zugrunde liegt. Blind zu glauben, dass Jesus ein Exorzist war, der ganz real mit dem Teufel kämpfte, wie Berger verlangt, bringt nicht weiter. Doch wenn heute die Vernunft eine von schöpferischer Wirklichkeit abgefallenen Schriftgelehrtheit/Gesetzlichkeit, die z.B. die kausale Erklärung der Welt verteufeln will, vom Unsinn reinigt, dann verweist das auch auf die geschichtliche Realität im Heilsgeschehen. So wird deutlich, wie auch damals Jesus den Teufel bezwang.

5.      Konsequenzen aus Hochschulforschung ziehen

Die von Berger bitter der Bibelfälschung angeschuldigte heutige Jesusforschung hat ihre Aufgabe erfüllt. Aus den Konsequenzen ihrer Arbeit ergibt sich letztlich selbst, dass ein hoheitliches, im Hellenismus neu definiertes Wesen, wie es den Hebräern als Wort galt in der bekannten Mittlergestalt personifiziert war. Nach allem, was die exegesische Theologie, wie Archäologie und weitere Lehre über die Kulturgeschichte heute auf den Tisch legt, kann der, den heute Heerscharen von fleißig und gewissenhaft nach einem Zweibeiner suchende Forscher seit dem 1. Semester voraussetzen, nicht das Thema gewesen sein.

Die Forschung ist heute wieder dort, wo Albert Schweizer war: Über den als historisch angenommenen gibt es in den gesamten biblischen Berichte, die bisher das Bild des gutherzigen Heilspredigers lieferten, nichts zu lesen. Keiner der jungen Forscher zieht die Konsequenz, fragt nach dem Logos/der Vernunft als Wesen Jesus. Er würde sich ja in den Augen seiner Lehrer, die auf die heutige Hypothese ihre Lebenslehre gebaut haben, nur lächerlich machen. Nicht nur Berger weigert sich, über den angenommenen Wanderprediger hinaus das in allem Werden lebendige Wort zu bedenken. Auch z.B. Prof. Gerd Häfner, der als Neutestamentler an der Maximilians-Universität in seinem Blog "Lectiobrevior.de" in jeder Bibellesung Woche für Woche deutlich macht, dass hier kein Heilsprediger gesprochen hat oder diesem vom Hellenisten Lukas Worte in den Munde gelegt wurden, leht es z.B. strikt ab, darüber nachzudenken. Doch wer die historische Rückfrage heutiger Hochschulforschung konsequent weiterführt, der kommt an der im damaligen Hellenismus diskutierten, in jüdischer Aufklärung bzw. Reform (nicht nur in Alexandrien) als Wort verstandenen und als wahren Gottesssohn gesehenen Vernunft nicht vorbei.







Wer den blühenden Hellenismus, damit die griechische Definitionen der schöpferischen Vernunft, ihr Wesen und daraus zu ziehende Lebenslehren der verschiedenen Philosophenschulen nun auch in Galiläa nachweist, der kann dann doch dort nicht weiter nur einen jungen Guru ansiedeln wollen, den damals griechische Denker vergottet und sich nur an seine Worte gehalten hätten. Was nützt es, wenn die biblischen Archäologen genau dort, wo weiter buchstäblich ein junger Jude um den See gehetzt werden soll, bei der vergeblichen Suche nach dem Jesusboot oder  Zeugnissen für den historischen Heilsprediger Statuetten ausgraben, die auf einen dort zur Zeit Jesus blühenden Herakleskult hinweisen, wenn dann weiter nur buchstäblich geblättert wird.  Wenn nicht nur die Bibelforscher belegen, dass die Evangelien nicht weiter im banalen Sinne als geschichtliche Beschreibungen von einem Heilsprediger zu lesen sind, sondern auch die Archäologen nichts von dem finden, dann wäre nach der Vernunft zu fragen, die im hellenistisch-jüdischen Galiläa zur Zeit Jesus galt und heidnisch in Herakles kultiviert: ein Gesicht und eine teils gleichlautende Geschichte wie Jesus gegeben wurde.  Hier einen jungen jüdischen Heilsprediger als das hoheitliche Wesen hinstellen zu wollen, wie es dann biblisch beschrieben und Grund des Glauben/neuen Bundes wurde, das ist absurd, kann den hellenistischen Juden unmöglich unterstellt werden.

Die Bilder des Berger-Schülers Markus Sasse über den blühenden hellenistischen Kult, prächtige Bauwerke, Theater und Stadien in Sepphoris der Zeit Jesus beim biblischen Themenabend stehen mir noch vor Augen. Natürlich lässt sich annehmen, dass ein Jungzimmermann des Ortsteiles Nazareth hier mit am Handwerk war. Doch wie der im damaligen Denken, den Modellen des Neuplatonismus, der Stoa, Vernunft in Göttergestalten… für was die hellenistischen Bauten ja nur die sichtbaren Zeichen sind, Gehör gefunden, gar eine Bedeutung als lebendiges Wort/Logos bekommen hätte, das ist unerklärlich.

So belegt auch Jürgen Zangenberg in seinem Beitrag in der genannten theologischen Zeitschrift über die archäologische Jesusforschung, dass rund um den See Genezareth vom Wirken eines Wanderpredigers nichts zu finden war und macht doch deutlich, wer hier gewirkt und nicht nur die Kulturen versöhnt, auf einen Nenner gebracht, sondern auch die Probleme des jüdischen Kultes gelöst hat. Denn nicht nur hellenistischer Kult in Synthese mit bildlosem Monotheismus, auch die Versessenheit auf Riten und den Jerusalemer Tempel wird bei der Schufterei freigelegt.

 

 

 

 

Der jüdische Verkünder, den die jungen Forscher getreu der heute die Bibliotheken füllenden Lebenslehre ihrer Lehrer entsprechend einer synoptischen Buchstäblichkeit als selbstverständlich voraussetzen, der kann nicht weiter als einzig historisch hinterfragt werden. Wer klar macht, dass die biblischen Berichte nachösterliche Christologie in Geschichtsform sind, beispielsweise auch der bisher als Geschichtsbericht verstandene Markus Dogmengeschichte ist und keine banalhistorische Beschreibung, der braucht sich über die wörtliche Begründung der wundersamen Geschichten keine Gedanken zu machen. Er muss sie als volksverständliche allegorische Bilder für etwas bedenken, das im hellenistischen Judentum bedeutend war. Und kann dann auch den von einem hoheitlichen Wesen schreibenden griechisch schreibend sowie denkenden Verfasser, die aus dem Monismus kamen (für Wissenschaftler auch philosophische Vernunft-Begründung des prophetischen Monotheismus) und sich für den bildlosen Kult der Juden begeisterten, nicht weiter den unterstellen wollen, der heute buchstäblich als einzig historisch erforscht wird.

Wenn die Differenzkriterien der heutigen Forscher Texte die bisher als verlässliche Quellen und Lieferanten für das Bild des gutherzigen Verkünders als banale Historienberichte zerbrechen ließ, dann wäre es nur konsequent, in neuer Weise zu fragen, um was es dort ging.  Als „Thier Quest“ weiter nur die sozialen Hintergründe der Verherrlichung eines Heilspredigers zu hinterfragen, das ist unhistorisch. Denn wer heute für unhistorisch hält, was nicht in Judentum der Zeit Jesus passt, der kann unmöglich weiter der damaligen Zeit die Verherrlichung dessen unterstellen, der heute als historisch gilt. Das wäre weder mit Juden noch Griechen zu machen gewesen.

Wer die biblischen Berichte nicht mehr als wörtliche Berichte aus dem Leben Jesus liest, sondern nach den vielfältigen und sehr unterschiedlichen, teils bisher absurd erscheinenden anfänglichen Überlieferungen fragt. Der kann nicht weiter nur nach einem Junghandwerker forschen, der als ausgestiegener Wanderkyniker wirkte und anschließend als Logos, Gottessohn… ausgegeben wurde, wahrer Tempel oder lebendiges Wort gewesen sein soll bzw. von damaligen Denkern als das gesehen wurde.

Wie kann man der vielfältig sich auf Jesus beziehenden anfänglichen Gnosis oder den letztlich  als einzig  historische Lieferanten geltenden Weisheitslogien (incl. Texte wie Thomas) unterstellen wollen, sie wären wörtliche Rede oder Berichte von dem, der heute gilt? Wer Logien-/Weihsheitslehren, wie sie auch aus anderen Kulturen bekannt sind, als historische Grundlage der Jesusgeschichte betrachtet,  der kann doch unmöglich einen jungen Zimmermann an den Anfang stellen. Nicht weil der für historisch gehaltene Jesus weder lesen noch schreiben konnte, ist der unhaltbar. Vielmehr verweisen die Logien- bzw. Weisheitstexte, wie sie ähnlich in sonstiger Weisheitsliteratur der damaligen Zeit zu finden sind, auf eine Weisheits-/Vernunftlehre, die nicht nur menschlichen Ideen, sondern schöpferischer Wirklichkeit entsprach. Waren die Weisheitslehren des Ostens, wie sie beispielsweise bei Laotse nachzulesen sind, nur die schlauen Sprüche aufgrund nächtlicher Eingebungen oder ging es

 

 

 

6.      Vom menschlichen Wandergott zum schöpferischen Wort

Sie sind nur Beispiele für all die Theologen, die sich nicht mit heutiger Verkürzungsthese zufrieden geben. Doch Berger wie Benedikt XVI., der sich ja ständig darauf als Wesen des christlichen Glaubens im Weiterdenken griechischer Philosophie beruft, müssten wissen, dass es in der Bibel weder um einen Heilpraktiker, noch einen echt wundertätigen Guru als Gott ging. Den heutigen Denkern muss doch klar sein, dass die damaligen Theologen nicht nur bei den beschriebenen Bedeutungsinhalten, sondern auch den Jesusgeschichten vom Wort/Vernunft in Person berichten, das echte Offenbarung brachte, den bildlosen Bund nun auch für Griechen begründete.

Doch auch bei Berger, der buchstäblich einen Wandergott-Mythos bewahren will, kann man lernen:  Johannes ist z.B. ebenso historisch, wie die Synoptiker und auch deren Beschreibungen des historischen Jesus sind im Sinne der anfänglichen Denker allesamt  als echt geschichtliches Heilsereignis zu verstehen. Daher kann man auch in  Bergers „Bibelfälscher“ Seite für Seite Belege nachblättern: Den Verfassern kann es nicht um den gegangen sein, den er als historisch lernte und lehrte.  Der historische Jesus, von dem die Geschichte handelt und der ein echtes Heilsereignis bzw. Offenbarung war (Klarheit über Schöpfung und davon ausgehende Weisung gab), ist in aufgeklärter Weise als schöpferische Vernunft in menschlicher Person (Rolle/Aufgabe) zu verstehen. Kein handauflegender Heilsprediger hat als  göttlicher „Exorzist“ das beschriebene Heilsereignis bewirkt. Der Teufel, das hab ich in den Büchern meiner kath. Kammeraden gelernt, das ist nicht der böse Geist, den hinterbayrische Exorzisten jungen Mädchen austreiben wollen. Es geht um den Gegenspieler des wahren unsagbaren kreativen=schöpferischen Grundes, den von schöpferischer Wirklichkeit abgefallenen Boten/Vermittler, der den Verstand des ewigen Wortes verhindert.

7.      Zum Teufel mit Gottesvorstellungen und Buchstabenglaube

Menschliche Gottesbilder/-vorstellungen und eine Gesetzlichkeits/Buch-stabengläubigkeit, die bereits von den Propheten für die Probleme der Zeit verantwortlich gemacht und auch von Paulus angeprangert (in Jesus mit Leben erfüllt/erneuert sein sollte), werden als „christlicher Glaube“ hingestellt. Der „Aber glaube“ trotzdem ist dem modernen Menschen, der dann das Bild von den wildbärtigen, im Ganges badenden „Gläubigen“ Indern (ähnlich dem angeblich hist. Jesus im Jordan) auf die Weihnachtsausgabe der Wochenzeitung nimmt, auch für die christliche Glaubensvorstellung völlig selbstverständlich geworden. Mit Vernunft, die am Anfang war, ist da weder bei Gläubigen, noch deren Gegnern was zu machen. Doch wo weniger nicht mehr geht, wie aufgrund der heutigen Hypothese von einem egal wie gearteten Heilsprediger als Heiland hinten herauskommt, ist Zeit aufgeklärt nach dem wahren Grund zu fragen, der am Anfang - echtes Heil in Kulturentwicklung – war.

8.      Betrachtung der biblischen Bedeutungsinhalte in Realgeschichte

Während sich die bisherige Forschung fast ausschließlich an den biblischen Texten in meist buchstäblicher Weise abarbeite, wird hier vom dem, was wir über die Zeitenwende, die kulturellen Auseinandersetzungen wissen her bedacht, was den biblisch bebilderten Bedeutungsinhalten bzw. dem echten Kulturwandel zugrunde liegt.  

Die Texte des Neuen Testamentes werden so in ihrem Inhalt ernster genommen, als dies bei einer buchstäblichen Betrachtungsweise geschieht, die dann doch nach und nach alles, was nicht ins  Bild passt aufgibt. Wo letztlich dann die Bedeutungsinhalte nur als fromme Verherrlichung eines evtl. heilpraktischen Wanderkynikers, Religionsrebellen… gelesen werden und jede Aussage bzw. Geschichte Jesus nur in noch älteren jüdischen oder hellenistischen Texten und Mythen begründet wird.

Eine reine Schriftbetrachtung kann der Realgeschichte nicht gerecht werden. Wenn nur die Texte des Neuen Testamentes in Blick bleiben, ohne den neuen Bund in dessen zeitgemäßen Begleitumständen zu bedenken, da wird dieser nicht nur auf- sondern der Beliebigkeit preisgegeben. Wie bei Bergers Auseinandersetzung mit der heutigen Lehre bleibt es beim Schriftgelehrtenstreit. Die biblischen Buchstaben, die selbst in kath. Lehre ihre Autorität verloren haben, bleiben die einzige Basis. Nicht nur die Kritiker wollen dann nachweisen, wie jedes Wort eine Fälschung zur Verherrlichung eines Heilspredigers wäre. Wie und warum alttestamentliche oder heidnische Texte angeblich auf einen im Jordan bei Johannes apokalyptisch zu heiß gebadeten (über „intrapsychische traumatische Erfahrungen“ wurde berichtet, siehe Seite…) Junghandwerkers übertagen wurde, kann man sich inzwischen von katholischen Altprofessoren beim Akademievortrag im Jesuitenkloster erklären lassen.

Wenn die reine Schriftlehre spekulativ ganz wild kommt, soll, wie beim Amerikaner Josef Altwill nachgwiesen werden, dass Jesus nur eine imperiale Propaganda der römischen Kaiserfamilie sei. Eine bei Josephus Flavius, der den Kaiser als Messias im Blick hatte, abgeschriebene Persiflage. Eine Parodien aus der Zeit des römischen Krieges, um das Judentum zu überlagern. Wo nur die Texte gewälzt und mit ähnlichen Aussagen bei Josephus über den römischen Gottessohn verglichen werden, wundert nicht, was da alles hinten herauskommt.  Wurde doch auch beim kath. Akademievortrag erklärt, dass „Gottessohn“ eine damals übliche Bezeichnung für besondere Zweibeiner, wie auch den römischen Kaiser gewesen wäre. Dass es dabei um dessen Bedeutung als irdische Personifizierung und Umsetzung kosmisch-schöpferischer Ordnung ging, die er in Kulturentwicklung verspielt hatte, ist dann so wenig ein Thema, wie dass diese Rolle unmöglich von dem erfüllt werden konnte, der heute als historisch hingestellt wird. Was bleibt ist allenfalls ein Mythos: Aber- glaube trotzdem an Buchstaben.

Die Geschichte Jesus wird hier daher auf Grundlage der biblischen Bilder/Bedeutungsinhalte und im Licht einer ganz natürlichen evolutionären Entwicklung im Kontext der damaligen Kultur, der Weiterentwicklung des jüdisch-hellenistischen Denkens in monistisch-monotheistischen Philosophien und Kaiserkult betrachtet. Einer Kulturgeschichte, die die mystischen Vorstellungen und den tauben Gesetzlichkeits-/und Tempelkult, wie die Opfer an menschliche Göttern überwand, ohne dass Engel einflogen oder geheimnisvolle nächtliche Eingebungen durch himmlische Stimmen stattfanden.

9.      Logos statt Mythos: Vernunft in Lehre und Lebensweise

Die gesamte heutige Betrachtung läuft auf einen Mythos hinaus:

-Neutestamentler, die von einem charismatischen Heilsprediger ausgehen, stellen nicht nur die hoheitliche Rede als Mythos dar. Auch das nicht der Bibel und anfänglichen Lehre entsprechende Bild des Gutmenschen, auf den dann die menschlichen Meinungen übertragen werden, ist ein modernes Märchen. (Nicht nur Berger nach.)

-Die Vertreter eines christologischen Wesens, wie es im Buche steht, auf dem Berger und Benedikt XVI. bestehen, verlangen

 vergeblich einen Mythos zu bewahren, solange sie die dahinter stehende Vernunft nicht bedenken lassen.  (Weder nach der Vernunft fragen, die in der Person/Rolle des Wanderpredigers kulturelle Wirkung erzielte, noch der Vernunft, nach der heute alles Werden wissenschaftlich erklärt wird.)

-Und auch die theologischen Radikalkritiker, die bereits vor dem 1. Weltkrieg an der Wurzel des christlichen Glaubens Jesus als den Logos belegten, konnten damals noch nur von einem Mythos sprechen. Gleichwohl sie, wie später der Karlsruher Philosoph Arthur Drews als Monisten, bereits von einem ganzheitlichen Weltverständnis ausgingen, in das der Mensch vernünftig eingebunden ist. Oder wie dessen Lehrer Eduard von Hartmann, der sich noch vor Freud und dessen psychologie-wissenschaftlichen Nachfolgern über die Notwendigkeit von Glaubensvorstellungen im kulturellen Bewusstsein und Unterbewusstsein sowie deren Weiterentwicklung Gedanken machte. So bereits die Grundlagen für ein Wissen legte, warum das menschliche Bewusstsein auf Kulturaufklärung angewiesen ist, um sich im Sinne einer ganzheitlichen Vernünftigkeit zu verhalten. Noch mussten frühchristliche Lehren, wie neue monistische Welterklärungen oder die Beschäftigung mit kollektivem Bewusstsein und Gedächtnis weitgehend im Mythos bleiben.

Doch wenn heute Benedikt XVI. die von ihm oft als Wesen des christlichen Glaubens betonte schöpferische Vernunft in ökologischer bzw. wissenschaftlicher Welterklärung zu bedenken gibt, dann handelt es sich hier nicht um einen antiken monistischen Mythos. Und selbst „Hausmeister Krause“, der so wenig wie ich das alles im Detail wissenschaftlich erklären kann, weiß, wie alles zusammenhängt. Es ist ihm auch „offenbar klar“, welche Folgen es hat, wenn wir uns nicht an die schöpferische Ordnung halten, die Benedikt XVI. in Bezug auf Salomos „hörendes Herz“, wie die Stoa als höhere Vernunft zu bedenken gab, die menschlichem Recht vorausgeht. Auch wie nicht nur die (nicht zuletzt durch theologische Selbstentleerung) sinnlos gewordene selbstsüchtige Gier des Westens, sondern selbst das dieser folgende Weltbild des brasilianischen Waldbauern das Weltklima beeinflusst und damit das Glück unserer Gene, ist kein Mythos von Erbschuld und ewigem Leben mehr.

Und hier wird deutlich gemacht, wie auch der Anfang des christlichen Glaubens kein Mythos war, vielmehr ein Wandel vom Mythos zum Logos/Vernunft. Auch wenn der kultur-vernünftigerweise die Spur der alten monotheistischen Mythen aufnahm und heute aufgeklärt wieder aufnehmen muss. Wie nicht allein die antiken monistischen Vernunftlehren, die daneben die alten Götter weiter wirken ließen, die Welt zu einer Vernunft brachten, die zur Aufklärung geführt hat. Wie letztlich die Kirche, die aus vielfältigen Anfängen eine einheitliche Lehre schuf, in der Kulturentwicklung von monistischer Philosophie die Aufgabe übernommen hat, die Vernunft auf neue Weise zu kultivieren: So wie wir es aus dem Kanon kennen und zur Geschichte wurde.

Denn warum allein abstrakte Lehren nicht wirklich weiterbringen, z.B. ökologische Predigten, alle Ideologien oder noch so viele Gesetze und selbst die Einsicht um die verheerenden Folgen unserer kollektiven Unvernunft nicht zum vernünftigen Verhalten führen, ist auch heute zu beobachten. Die Notwendigkeit eines der Zeit, heutigem Wissen entsprechenden kollektiven Bewusstseins, eines gemeinsamen Sinnes des Ganzen, der an alte Bilder anknüpft, ist ebenso wenig ein Mythos mehr, wie die Notwendigkeit des weiterentwickelten Neuverständnisses kultureller Vor-bilder. Alles ist eine logische Folge von… Auch wenn heute die aufgeklärte Welt denkt, dass sich jeder seinen Sinn selbst setzen muss und dann meist im Konsum- und Kapitelegoismus sein Glück sucht. Dann liegt das am Selbstverständnis unserer Religion, das vom historischen Verständnis bestimmt ist.

Die notwendige „Operation am offenen Herzen“, der Neuverstand des Alten ist ein Entwicklungsprozess, der sich nicht aufhalten lässt. Niemand  kann dabei garantieren, dass die über die Vernunft-Wurzel unserer christlichen Kultur aufgeklärten Menschen wirklich mehr gemeinsame Verant-wort-ung wahrnehmen. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass sich mündige Christen, die sich für den seit dem Sternenstaub zu beobachtenden Fluss allen Lebens (Logos) begeistern, dabei Sonntags mit Tränen in den Augen gemeinsam von Jesus singen, die Woche über kulturvernünftiger, ökologisch, weltökonomisch, sozial nachhaltig bzw. zukunftsgerechter verhalten, als Zeitgenossen, die den Sinn nur in sich selbst sehen, liegt auf der Hand. Ob beispielsweise das bewusste Dankgebet vor dem Mittagsmahl zum bewussteren, ganzheitlich-gesunderen Essen oder gar besserer Welternährung beiträgt, kann auch nur aufgrund Kulturerfahrungen   angenommen, nicht garantiert werden. Doch weder kann das Wunsch sein, noch gibt es ein Zurück. Auch beim Übergang vom Mythos zur Vernunftlehre/Logos in kirchlich-kanonisch-klar ausgedrückter Menschengestalt, der dann die westliche Welt zur Aufklärung führte, haben sich nicht zwei Denkrichtungen an einen Tisch gesetzt und konkret vorausschauend etwas ausgehandelt. Sicher waren ähnliche Hoffnungen auf eine vernünftigere, bessere Welt, wie sie bereits unsere aufklärenden Großväter hatten. Noch über die weiter der Tradition, den alten Göttervorstellungen anhängende kosmologisch-philosophische Kaiserzeit wurde auch in der weiteren Kulturentwicklung oder später der Reformation kräftig um die Wahrheit gerungen.  Doch eine Garantie, wie sich die Welt nach Götterbildern und Mythenglaube entwickeln wird, konnte auch damals keiner geben.

Doch liegt nahe, dass über die gemeinsame Wurzel ihrer Kultur aufgeklärte Menschen von Morgen,  die ihre Kult-ur nicht wegwerfen oder zur persönlichen Aber-Glaubenssache verkleinern mehr gemeinsame Verantwortung entwickeln. Wer den Kern der verschiedenen Kulturen (nicht nur das von uns Jesus genannte Wort der monotheistischen Geschwister) in Weltrealität definieren, wird aus einem gemeinsamen schöpferischen Vernunft-Sinn mehr Verant-wort-ung und ein friedlicheres Miteinander entwickeln, als bisher.

10.  Mensch als Vernunft-/Kulturwesen

Der Mensch ist nicht nur mit Vernunft ausgestattet, sondern muss diese im Sinne seiner Kultur gebrauchen. Er ist als Kulturwesen auf Erkenntnis und deren Weiterentwicklung, wie die Anwendung kultureller Werkzeuge, Riten, Feste… angewiesen. Es ist kein Zufall, dass der Mensch denken und singen, so emotionale Kraft entwickeln kann. Dies ist eine notwendige Vernunft-Gabe der Evolution.

Vernunft, die durch Verstand kommt, ist die geistige Fähigkeit des Homo Sapiens. Sie ist im philosophischen Sinne der Erkenntnisapparat des Kulturwesens Mensch. Denn die Körpersäfte werden vom Kopf gesteuert bzw. müssen in vernünftige Bahnen gelenkt werden. Das war das Thema der gesamten antiken philosophischen Lehren, die den Logos in kulturvernünftiger Weise zur Vernunftwirklichkeit werden ließen. (Benedikt XVI. spricht vom christlichen Wesen, das ein Weiterdenken griechischer Philosophie gewesen sei.)

Die praktische Vernunft, d.h. die Fähigkeit zum zweckmäßigen Handeln, zu Ethik und Humanismus, kann nicht losgelöst von kulturellen Vorbildern und dem gesehen werden, was als notwendig im gemeinsamen Sinne, z.B. weltökonomisch, ökologisch… erkannt ist. Der Mensch hat die Freiheit zum Unsinn und die Fähigkeit sich in sinnvoller Vernunfterkenntnis zu verhalten.

Doch dass allein die Erkenntnis der Vernunft bzw. dessen, was vernünftig ist, nicht dazu führt, dass sich Menschen daran halten, das war bereits antiker Aufklärung klar. Das war Thema der jüdischen Propheten, wie der gesamten griechischen Philosophenlehren. Nicht allein Heraklit oder Anaxagoras (ein früher Christ, der dafür noch nicht den Namen Jesus gebrauchte) bauten auf eine Vernunft, die dem menschlichen Handeln vorausgeht. Das gesamte  Denken der Antike, aus dem kein Wanderguru, sondern das so lebendige Wort des christlichen Glaubens hervorging, ob im Osten vom Tao, jüdisch von einer Weisheit oder vom Wort, griechisch philo“sophisch“ vom Logos gesprochen wurde, war von Vernunft bestimmt.

Die Stoiker nannten diese Weltvernunft, von der alle Gesetze ausgehen müssen, die für menschliches Verhalten maßgebend ist, „Vater“ sahen darin eine Art Gott. In fast gleichen Geschichten, von Geburt, Wundertaten, über Tod, klagend und weinende Mutter bis Himmelfahrt oder Heilsbedeutung personifizierten hellenistisch-philosophischen Denker wie Seneca diese Vernunft allen Werdens auch als Gottessohn in Herkules. Vom bildlosen Monotheismus jüdischer Kulturaufklärung begeisterte Denker (anfänglich noch vielfältige, konkurrierender jüdische Reform- bzw. urchristliche Lehren), verstanden darin das ewige Wort bzw. jüd. Josua/gr. Jesus, der statt menschlicher Göttergestalten und Könige als der wahre Sohn gesehen wurde. Ein Wort als König der Juden, das auf den Unsagbaren der Väter verwies, diesen offenbarte bzw. einen neuen Bund begründete. In der bekannten  klaren einheitlichen Ausdruckweise hat diese in Jesus kulturgerecht zum Ausdruck gebrachte Vernunft geschichtliche Wirklichkeit erzielt: über alle Wirrungen, der Remythologisierung der Welt des Mittelalters, wie kirchlicher Verirrungen und der Reformation bis zur Aufklärung getragen. Erst die bisherige Halbaufklärung hat den historischen Jesus zu einem historischen Heilsprediger degradiert und daneben ein mythologisch-metaphysisches Wesen des sog. Glaubens gestellt, das noch nicht im Weltgeschehen zu erklären war. Das ist  die geschichtliche Wirklichkeit Jesus.

11.  Gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit des Glaubens

Der heutige Glaube hat keinerlei gesellschaftsgestaltende Relevanz mehr. Selbst die Theologie sieht die Aufgabe nicht mehr darin, den Menschen einen gemeinsamen Sinn zu vermitteln, die geistige Grundlage für das vernünftige, zukunftsgerechte kreative Verhalten in einer schöpferischen Gemeinschaft zu legen. In den großen Tageszeitungen kommen theologische Fragen weder bei Politik und Gesetzgebung bzw. den Verhaltenslehren oder in Geistes- und Naturwissenschaft, ja noch nicht mal im Feuilleton bzw. Kulturteil vor. Es ist ja auch völlig egal, ob man sich bei der Verfassung auf den christlichen Glaube beruft oder nicht. Denn nach heutigem Glaubensverständnis müssten die Mitglieder des Bundestags vor der Abstimmung Levitikus lesen oder den Papst fragen, was ein als  Gott geltender arbeits-  und ehescheuer Hippi (Wanderkyniker) oder „Steuerrebell“ wollte. Wie beispielsweise Matthias Schulz im Spiegel Jesus in Bezug auf Benedikts XVI. Jesusbücher vorstellte: Ein einfacher Steuerrebell „Als Jesus noch kein Guru war“. Er spiegelte so die Problematik im heutigen Jesus- und damit dem bedeutungslosen Glaubensverständnis. Ein Glaube, von dem die Welt denkt, er würde auf einen jungen Juden gründen, der zum Guru und dann zu Gott mutierte, der kann keine gesellschaftsgestaltende Relevanz haben. Dabei diente das päpstliche Jesusbuch dem nach historischer Wahrheit suchenden Wissenschaftsredakteur (der sich ja auf heutige Hochschullehre berufen kann) als Belege für sein Jesusbild. Auch wenn das banale menschliche Bild mehr der heutigen Hochschullehre entspricht, als dem hoheitlichen Wesen, von dem Benedikt XVI. nicht nur in seinen drei Jesus-Büchern schrieb. Doch nachdem auch der die Welt im Glauben an einen Wanderprediger lässt, liegt der Steuerrebell auf der Hand. Mit der von diesem vor dem Bundestag aufgeworfenen Frage „Was nach ökologischer Erkenntnis schöpferisch vernünftig ist und damit menschliche Bestimmung wäre, hat dieser Steuerrebell scheinbar nichts zu Mit einem jungen Heilsprediger nach heutiger Hypothese kann das nicht in Verbindung gebracht werden, was er nun in ökologischer Welterklärung zu bedenken gab und menschlichem Recht vorausgeht. (Wobei selbst der „Steuerrebell“ spätestens dann wieder ins Spiel kommt, wenn deutlich wird, wie in der Kulturgeschichte erst durch die jüdisch-griechische Kultivierung, die dem Volk in menschlicher Ausdrucksform verständlich gemachte schöpferische Vernunft der Opferkult gegenüber den menschlichen Kaisern und ihrer Steuerwillkür überwunden wurde.)

Die derzeitige Wissenschaft sieht in Jesus wie selbstverständlich einen sozial-, religions- oder steuerkritisch-charismatischen Wanderprediger. Gleichwohl oft weiter Sonntags vom  Gottessohn/-wort geschwärmt wird. Und die Kritik will nicht nur dieses hoheitlich-christologische Wesen als Kirchenkonstrukt entlarven, sondern teilweise gar die historische Gestalt.

Doch hier wird in Auswertung der kirchlichen Wissenschaft, wie der Kritik verständlich gemacht, warum von der menschlichen Gestalt des schöpferisch-hoheitlichen Wortes (Vernunft allen Werdens in Person: kulturvernünftigen Rolle/Aufgabe) genau die historische Wirkung ausging, die biblisch bebildert und in realer Kulturgeschichte nachzublättern ist.

Es wird deutlich gemacht, wie das Denken der Antike sowie die realgeschichtliche Wende: Neubegründung des bildlosen Monotheismus/Bundes, Wandel vom Mythenglaube und menschlichen Götter-/Opferkult bzw. die kulturelle Heilswirkung von der in rationaler Welterklärung monistisch realisierten Vernunft mit kulturgeschichtlichem Namen Josua (griechisch Jesus) ausging. Einer zur Zeitenwende vieldiskutierten kreativen=schöpferischen Vernunftwirklichkeit, die Grundlage antiken Denkens war, in heutiger Welterklärung u.A. Ökologie oder Evolution genannt wird. Die aber erst in klarer menschlicher Gestalt, wie sie die Kirche im Kanon vermittelte, Wirkung hatte, kreativ-vernünftig, volksverständlich an kulturelle Vorbilder anknüpfen konnte.

12.  Auf(v)erstehung: Jesus lebt wirklich

Heute ist Zeit der Auf(v)erstehung: Eines aufgeklärten Verständnisses der damals als Jesus definierten und so wirk-lichen schöpferischen Vernunft, die vom selbst unsagbaren schöpferischen Grund allein Seins der Väter ausging. Damit eines lebendigen Wortes bzw. einer wissenschaftlich zu realisierenden, allem Leben zugrunde liegenden schöpferischen Bestimmung, die nicht nur den monotheistischen Glaubensformen zugrunde liegt. Und die mündige Menschen (Christen im Namen Jesus) gemeinsam in Verant-wort-ung für die kreative Gestaltung von Zukunft nimmt.

An einer Vielzahl von heute bekannten Fakten:

-Wissen über die Entstehung des Monotheismus, der in Jesus erneuert wurde,

-hellenistischer Hoffnungen und philosophisch-monistischer Denkmodelle der Zeit Jesus,

-Wende vom Opferkult/Göttermythen zum Logos/Vernunft im/mit Namen Jesus,

-Kulturauseinandersetzungen/Umwälzungen und notwendiger Neudefinitionen,

-jüdischer Reformbewegungen, die auf Vernunft statt Göttersöhne und Gesetz setzten,

-messianischer Hoffnungen in römisch-griechischer, wie jüdischer Denkweise,

 -christologischen Kaiserkultes, der seinen Inhalt verloren hatte, dekadent wurde,

-Vielfältiger anfänglicher Denkbewegungen, die sich alle aber auf Jesus beriefen,

- heftiger Diskussionen um das Wesen des Jesus genannten Logos/Vernunft,

-Wissen um das Neue Testament, das von einem hoheitlichen Wesen schreibt: Christologie in not-weniger Geschichtsform ist…

...wird deutlich, dass die Vorstellung von Jesus als einem mehr oder weniger göttlichen Menschen, wie sie bis zur Aufklärung unsere Kultur getragen hat und noch heute als Hypothese der Lehre gilt, unhaltbar geworden ist. Wie vielmehr auf wissenschaftliche Weise die echt messianische Wirkung bedacht werden muss, die erst von der menschlichen Person (Rolle/Aufgabe) der von Schöpfung ausgehenden Vernunft mit Namen Jesus ausging, wie sie die Bibel beschreibt. Und was Grundlage kirchlicher Dogmen ist.  

Wer die in 1000en von Büchern beschriebenen theologischen Bedeutungsinhalte der biblischen Bilder, ihre Verfasser sowie das vielfältige anfängliche Denken auch nur halbwegs ernst nimmt und dies im Licht des wachsenden Wissens um den realen kulturellen Wandel, einer natürlichen-evolutionären Entwicklung betrachtet. (Nicht nur einer meist nur synoptischen Buchstäblichkeit folgt und dabei dann die dort selbst freigelegten Bedeutungsinhalte immer weiter verkürzt.) Der kann die Hypothese von einem christologisierten, hellenisierten oder sonst wie als hoheitliches Wesen gesehenen/hingestellten Heilsprediger nicht weiter aufrecht erhalten.

Die Theologen mögen einem Laien verzeihen, der die Freiheit hat, das durch die Fachwelt selbst gegebene Wissen in einer Weise auszuwerten, die nicht von der allgemeinen Hypothese ausgeht, an die heute jeder Wissenschaftler gebunden scheint, wenn er ernst genommen werden will.

Das bisherige Jesusverständnis wird nicht als falsch gesehen, sondern entsprach der Zeit. Es hat den Glaube nicht nur bis zur Aufklärung getragen und diese hervorgerufen. Es fordert auch in seiner heutigen Verkürzung ein neues Verständnis heraus, wie es hier begründet wird.

Es ist verständlich, dass vielfältige Briefe bzw. Versuche eine neue Perspektive anzustoßen, bisher auf taube Ohren stießen.  Wo ein menschlicher Wanderprediger selbst den Atheisten ans Herz gewachsen ist und die Lehre und Glaubensvorstellung (auch die der Gegner/Kritiker) eines gesamten Lebens auf die bisherige Hypothese vom Heilsprediger der vergöttert wurde oder geheimnisvoll Gott war gründet, da ist es kaum möglich, die Wirklichkeit in heutiger Welterklärung zu bedenken. Umso mehr bin ich mir meiner Verantwortung bewusst, selbst Belege vorzulegen, die eine neue Perspektive bzw. ein Bewusstsein des historisch-hoheitlichen Jesus unumgänglich machen.

13.  Ziel ist nicht Glaubenskritik oder –bestätigung, sondern Vernunft/Zukunft

Ziel ist es dabei weder nur einen historischen Zweibeiner in Zweifel zu ziehen, gleichzeitig die menschliche Person (Rolle/Aufgabe) der Vernunft/des Wortes in der Kulturgeschichte zu belegen. Auch geht es nicht darum, in dieser Geschichtsgestalt die Göttlichkeit bzw. kreative=schöpferische Funktion der Vernunft als Jesus zu bestätigen oder daraus dann die Logik kirchlicher Dogmatik zu erklären. Auch wenn das alles von Vernunft ausgehend möglich wird. Es geht auch nicht darum, besserwisserisch eine neue christologische Vernunftlehre in die Welt zu setzen, Glaube zu rationalisieren.

Vielmehr soll die theologische Wissenschaft angeregt werden, auf aufgeklärte Weise über das universal gültige Wesen Jesus in heutiger Weltwirklichkeit nachzudenken. Denn in Auswertung heutigen Wissen über das historische Wesen Jesus wäre es möglich das, was Gläubigen als „Wort Gottes“ gilt und den biblischen Büchern zugrunde liegt, in heutiger Welt zu hören/verstehen. So die Aufspaltung unseres Weltbildes in Wissen/Vernunft und Buchstabenglaube/taub gewordene Gesetzlichkeit oder Gründergestalten zu überwinden. Nicht nur die verschiedenen kulturellen Vorstellungen der monotheistischen Geschwister, die sich teilweise blutig bekämpfen, sind in Aufklärung über die gemeinsamer Wurzel auf einen neuen Nenner zu bringen, der über biblische Gestalten bzw. vorgesetzte Gottesbegriffe hinausgeht.

Vielmehr wäre es durch eine aufgeklärtes Verständnis des monotheistisch-christlichen Glaubensgrundes/-gründers in all seinen Bedeutungsinhalten, jenseits vermenschlichter Gottesbilder möglich, dass aus der Begeisterung für den seit dem Sternenstaub wissenschaftlich beschriebenen kausalen kreativen Fluss allen Lebens eine kulturübergreifende Verant-wort-ung mündiger Menschen wird. Die sich jeweils kulturgerecht an das hält, was als ökologisch, weltökonomisch, sozial gerecht/nachhaltig und menschlich-vernünftig für die gemeinsame Zukunft oder den eigenen Körper erkannt ist oder sich ausdiskutieren lässt: für Kulturwesen schöpferisch vernünftig ist/Wort war.

Das Verständnis der Historie entscheidet über das heutige Glaubens- sowie  Weltverständnis und damit das Verhalten. Denn es macht einen gewaltigen Unterschied, ob sich die westliche Welt weiter nur auf einen Wunderheiler beruft, der den Gläubigen nach Hinrichtung und angeblicher Wiedererweckung als eine Art Gott gilt bzw. in biblischen Buchstaben begründet wird. Nach dem „abgeschriebenen“ Jesus, der keine monotheistische Schöpfungswirklichkeit bzw. gemeinsame menschliche Bestimmung mehr begründen kann, nur ein buchhalterischer Erinnerungsposten ist. Und sich so letztlich jeder sein ganz persönliches – meist menschliches - Gottesbild macht. Das dann der Aufklärung zum Opfer fällt, zurecht kritisiert wird. 

Oder ob das kausal erklärte kreative Werden von Kosmos wie Kultur und was danach als vernünftig, sinnvoll für die kreative Weiterentwicklung/menschliche Zukunftsgestaltung erkannt wird, als schöpferisches Wort (hebräisch Vernunft, die von einem unsagbaren kreativen Grund ausgeht) aufgeklärt wieder zu verstehen ist. Als gemeinsame schöpferische Bestimmung erkannt, von Christen im Namen Jesus gehalten wird.

14.  Oder anders: Vom Atheismus aus

Auch Dawkins oder Aufklärungs-Atheisten und Naturalisten, die sich für den  wissenschaftlich erklärten kreativen Fluss allen Lebens begeistern, aber Gottesvorstellung/-bilder und Buchstabenglaube bzw. biblische Lehren ablehnen, werden Sonntags in der Kirche von Jesus singen. Zumindest werden sie keinen Grund mehr haben, dies nicht zu tun.  Vielmehr wird ihnen klar sein, warum sich Vernunft-/Kulturwesen im Sinne ihrer kulturellen Vor-bilder bzw. deren kreativer Weiterentwicklung (jeweils kulturgerecht) gemeinsam begeistern müssen, um sich an das zu halten, was sie als wahrhaft vernünftig erkennen. (Was dem inzwischen von Evolutionswissenschaftlern – wenn auch noch rein biologischen gesehenen – natürlich-vernünftigen Sinn/Logos entspricht: bisher nur Genmaximierung genannt wird, jedoch – wie der Verstand erkennt -  ohne die Genesis bzw. eine schöpferisch vernünftige Gemeinschaft, nicht zu machen ist.)

Jesus als Atheist: Vernunft, statt Buchstaben und Gottesbilder

Nicht, dass hier nach Franz Alts „Jesus der neue Mann“ und den vielfältigen politischen und religiösen Rebellen Jesus auch noch zum Neuen Atheisten gemacht werden soll. Auch wenn es nicht wundert, wenn das heutige Verständnis vom historischen Jesus, in den dann die evangelischen Pfarrer ihre Menschlichkeit hineinlesen, auch den atheistischen Humanisten an Herz gewachsen ist. Denn gegen den humanistischen Rebellen, der gegen die religiöse Obrigkeit aufbegehrte, können selbst die naturalistischen Brights nichts anhaben.

Doch wenn die Atheisten (was allerdings, wie sie mir in den einschlägigen Foren sagen, nicht ihre Aufgabe sei) die historische Realität beleuchten würde, dann müssten Sie möglicherweise Jesus zu ihrem Idol machen. Nicht weil der neumodische Kult im Namen Jesus, der keine Götter/menschlichen Gottesbilder mehr wahr haben wollte und auch die jüdische Buchstäblich-/Gesetzlichkeit verwarf, damals als Atheismus galt. Vielmehr weil genau die Probleme, die heute im Neuen Atheismus teils bösartig auf den Punkt gebracht werden, zur Zeitenwende in Jesus geschichtlich gelöst wurden.

Wenn nach neuem Bund gerufen und Jesus/die Vernunft allen natürlich-schöpferischen Werdens, als lebendiges Wort gesehen wurde, dann stand dahinter ein Problem taub gewordener Gesetzlichkeit. Eines Traditionskultes, der zur religiösen Idolarie und reinem Selbstzweck verkommen war. Und nicht nur, was die von Jesus angesprochenen Sonntagsregeln betraf. Nicht ohne Grund wurde Paulus von Theologen auch als „Ende des Gesetzes“ (besser wäre, der tauben Gesetzlichkeit, die dem wahren schöpferischen Gesetz/Gebot der Vernunft/Jesus im Wege stand) gelesen.

Es ging damit um genau das, was Dawkins heute in seinen Bestsellern so bissig beklagt. Auch wenn er in bösartig Weise überzeichnet, die moderne Theologie weit weniger buchstäblich nimmt, wie er unterstellt. Denn wo ein angeblicher Wanderprediger als schöpfungswirksames/fleischgewordenes Wort (Vernunft allen Werdens) gelten soll, da könnte man auch weiter in buchstäblichem Sinne Adam und Eva glauben oder dass die Welt in 7 Wochentagen gezaubert wurde.

Mit Blick auf den jüdischen Monotheismus scheint die inhaltlich entleerte Gesetzlichkeit ebenso wie die griechischen Göttergestalten das Problem der Zeit gewesen sein: Götzenbilder, die bereits die Propheten anprangerten, weil sie das Verständnis des lebendigen Wortes verhinderten.

Wenn sich heute Atheisten über Gottesbilder und Gesetzlichkeiten/Buchstäblichkeiten lustig machen, polemisch ein rosarotes Schweinchen oder sonstige Witzgestalten als Gott hinstellen, dann bringen sie ein Problem auf den Punkt, das altbekannt ist. Doch Gottesbilder/-vorstellungen die sich entleeren, verselbständigen und zur religiös-menschlichen Idolarie werden, sind mit dem Vater Jesus/des lebendigen Wortes/vernünftigen Werdens (wie es nicht nur in Alexandrien zur Zeitenwende statt Göttersöhne als lebendiger Sohn des sonst Unsagbaren galt), nicht zu machen.

Bu(s)se im Namen Jesus

Wenn derzeit die Atheisten Werbebusse durch Deutschland fahre lassen mit der Aufschrift: „Es gibt (aller Wahrscheinlichkeit nach) keinen Gott“, dann protestieren sie gegen die entleerten vermenschlichten Gottesbilder, gegen die bereits die Propheten wetterten, sie als Ursache der Zeitprobleme sahen. Probleme, gegen die auch die Mission Paulus bzw. des vernunftbegründeten bildlosen Monotheismus stand und die nach Paulus und der Zeitgeschichte in Jesus: dem  griechisch neubegründeten Wort/Vernunft gelöst wurden.

Nicht weil nachweislich noch nach Konstantin der neue jüdische Kult, der die Gottesbilder der Griechen, ebenso wie die Traditionslehren und den tauben Tempelkult der Juden in gleicher Weise „auf“löste, von traditionshörigen Philosophenkaisern wie Julian als Atheismus abgelehnt wurde.  Vielmehr weil die als Jesus/Josua interpretierte und kulturgerecht ausgedrückte Vernunft allen Werdens gegen die buchstäblichen Lehren und vermenschlichten Gottesbilder spricht, müssten daher die Busse im Namen Jesus fahren.  Genau das scheint ein wesentlicher Aspekt der Buse/Wende, die die Bibel  im Namen der als Josua/gr. Jesus verstandenen Vernunft fordert. 

Nach dem Gottes-/Weltverständnis, das wie hier nachgewiesen, historisch wirksam im Modell des menschlichen Jesus verkörpert wurde, gilt daher nicht die alte Lehre. Nicht was in Bezug auf Kult und alltägliche Verhaltensgebote gesagt bzw. damals als vernünftig erachtet wurde, gibt nach Jesus den Ton an. Vielmehr die Gegenwärtige Vernunfterklärung, die sich aus wissenschaftlicher Welterklärung und der menschlichen Kultur in Realgeschichte ergibt. Was heute nach bestem Wissen und Gewissen als vernünftig (ökologisch, weltökonomisch, sozial nachhaltig…) für die schöpferische Entwicklung von menschlichen Kulturwesen und deren Gemeinschaft erkannt wird, ist in Bezug auf die aufgeklärt zu begreifende biblische bzw. monotheistisch-christliche Tradition als schöpferische Bestimmung/lebendiges Wort zu verstehen, das Jesus war: So erst zu einer schöpferischen vernünftigen Lebensweise mündiger Menschen jenseits von gestriger Gesetzlichkeit und Gottesbildern oder Ideologien führen wird.

15.  Vernunft, die von Schöpfung/Kreativität ausgeht

Die hier als Wesen Jesus nachgewiesene schöpferische Vernunft ist kein metaphysisches Konstrukt des Glaubens. Sie wird heute in wissenschaftlichen Begriffen wie Ökologie oder Evolution und Kosmologie der Welt in deutlicher Weise erklärt. Bereits das Betreiben von wissenschaftlichen Überlegungen/Untersuchungen und Erklärungen setzt diese Vernunft/Logik im kreativen Sinne voraus, wäre ohne diese nicht denkbar. Denn wenn der Mikrobiologe Beobachtungen macht, dann geht er ebenso wie der Physiker, der Berechnungen in für uns unvorstellbaren Zeiten und Raumentfernungen anstellt, von einer kreativen=schöpferischen Vernunft/Logik der Entwicklung aus. Letztlich ist es die gesamte Weltwirklichkeit und damit alles, was als naturwissenschaftliches Werden oder Weltgeschichte erklärt wird, was die schöpferische Vernunft-Wirklichkeit ausmacht  und wovon dann die menschliche Vernunft ausgehen, sich danach ausrichten muss.

Daher ist es mehr, als heute mit Vernunft meist im rein menschlichen Sinne bezeichnet wird und oft im kurzsichtigen Sinne auf das reine Selbst (ob Kapital- oder Konsumegoismus) bezogen wird, rein menschliche zu bestimmen wäre. Die menschliche Vernunft kann im kulturgeschichtlich aufgeklärten „christlichen“ Sinne alles natürliche Werden als „Schöpfung“ verstehen und sich kulturvernünftig an dieses schöpferische Wort/Vernunft halten. Die Vernunft, um die es hier geht, geht damit im doppelten Sinne von Schöpfung aus.

Der Mensch muss Verstand und Vernunft gebrauchen. Doch nicht die nach Habermaß „kommunikative“ (menschlich zu vereinbarende) nur politische oder humanistisch begründete bzw. eine philosophisch bleibende Vernunft bestimmt, sondern die kreative=schöpferische Vernunftbestimmung geistbegabter menschlicher Wesen, wie sie sich aus einem aufgeklärten Verständnis als „Geschöpf“ ableitet. Was eigentlich selbstverständlich ist, weil z.B.  nicht der Mensch darüber bestimmen kann, was ökologisch oder im Sinne der evolutionären Entwicklung tauglich/erfolgreich ist. Gleichwohl er den Kopf bzw. menschliche auszudiskutierende Vernunft gebrauchen muss, nicht einfach die Natur auf menschliche Kultur übertragen kann.

Und wenn hier von Bestimmung gesprochen wird, dann steht dahinter auch ein aufgeklärtes Verständnis des gesamten natürlich-geschichtlichen Werdens als Vernunft-Sinn, wie er den Hebräern auch als Wort galt, das von den Propheten den Götterbildern gegenübergestellt wurde. Das auf einen kreativen=schöpferischen Grund des Gesamten verwies, der unsagbar war und sein wird.

Denn auch hier hat sich heute der Kreis erst heute geschlossen. Sprechen doch die Evolutionsbiologen, die wie Thomas Junker (als bekennender Atheist und Vorstandsmitglied der Giordano Bruno Stiftung ganz sicher nicht glaubensvoreingenommen) in „Der Darwin Code“ inzwischen von einem natürlichen Sinn. Und dass es bisher ein großer Fehler gewesen sei, der Natur den Sinn abzusprechen. Auch wenn dieser natürliche Sinn noch hinter vorgehaltener Hand beschrieben wird, rein biologisch bleibt, weil man auf keinen Fall mit dem bisher biblisch verkündeten zusammengesehen werden will. Da wir aber nicht nur Natur- sondern auch Kulturgeschöpfe sind, geht der natürliche Sinn bei uns über die reine Biologie hinaus.

Denn wer sich nicht nur als Natur- sondern auch als natürlich-vernünftiges Kulturwesen versteht, das sich nicht nur in biologischer, sondern auch kultureller Evolution auf kreative=schöpferische Weise entwickelt hat, der kann es nicht beim biologisch vorgeschriebenen Samenstreuen bzw. der Genweitergabe belassen. Der muss den Blick im kulturaufgeklärten Sinne aufs Ganze, die Genesis richten.

Aber auch das ist doch jedem von uns inzwischen bekannt. Wissen wir doch, dass selbst für unsere Genweitergabe die biologische Fortpflanzung nicht genügt. Unsere Enkel nicht nur auf Fürsorge in Familie und Gesellschaft, Wissen und Weltbilder angewiesen sind, sondern diese auch über die Zukunft unserer Kinder entscheiden. Wie selbst z.B. das Welt-/und Selbstverständnis der Chinesen, die nach westlichem Vorbild nun auch Ferrari fahren bzw. ihrem sinnlosen Selbstzweck dienen wollen, über die Zukunft unserer Gene entscheidet. Und auch der Umweltaktivist, der für keine Kinder/Gene zu sorgen hat, sich aber für die Gesamtheit und die (schöpferisch) vernünftige Gestaltung von Zukunft einsetzt, verkörpert damit selbst (wenn auch meist ideologisch-sophistisch), einen vernünftigen Sinn, der über das Selbst bzw. die Genweitergabe hinausgeht.

Die Frage, die sich aber stellt und die auch in der Antike gestellt wurde: Wie bringt man das selbstbewusste Kulturwesen dazu, welches kollektive Bewusstsein ist notwendig, damit er sich im kulturell-menschlichen Sinne an diesen Vernunft-Sinn des Gesamten hält. Damit auch seinem ganz natürlich-kreativen/schöpferischen Sinn gerecht wird. (In Glaubenssprache: der Gerechtigkeit Gottes folgt bzw. dieser gerecht wird.)

Wie hier nachgewiesen wird, setzten die Denker am Anfang unserer europäischen Kultur nicht allein auf abstrakte Begrifflichkeit, wie die phil. Vernunftlehren der Griechen, die daneben die alten Götterbilder und den Kaiserkult weiter befeuerten, sondern bezogen sich auf ein Wort/eine Vernunft, die im jüdischen Sinne den Namen Jesus hatte. Und die zur Welt gebracht wurde und die Wende bewirkte, wie sie der Westen nicht nur an Weihnachten feiert. Nur so – wozu auch die Auseinandersetzung mit jeweils überkommenen Glaubensvorstellungen, Irrsinn im Namen der Religion gehörte – hat sich die westliche Kultur bis zur naturwissenschaftlichen Aufklärung entwickelt. Nur auf den Wurzeln unserer Kultur, zu denen im Westen das Wesen Jesus gehört, das nun in aufgeklärter Weise zu verstehen ist, wird sich der Mensch an das halten, was im schöpferischen Sinne für die menschliche Kultur vernünftig ist. Und nur in aufgeklärter kultureller Begeisterung lässt sich eine kreative Kraft entwickeln, die genau die Probleme löst, die heute bekannt sind, gemeinsam Zukunft gestalten, statt weiter im Wissen um das was vernünftig wäre zu vernichten.

Indem die Vernünftigkeit allen wissenschaftlich erklärten Werdens als das verstanden wird, was im prophetischen Monotheismus als Wort galt, wird Gott weder pantheistisch ersetzt, noch das personale Gottesverständnis verneint. Vielmehr lässt sich die Person (=Rolle/Aufgabe) des sonst Unsagbaren, wie die persönliche Anrede unserer Kultur in kreativer Vernünftigkeit begründen. Doch ein vorgesetzter Gottesbegriff, ein menschliches Gottesbild, das im Gebet zu überredet wäre, dessen Gerechtigkeit oder Allmacht in Theodizee in Zweifel zu ziehen, in Beweisen zu begründen ist, ist mit dem Vater Jesus (dem Grund allen kreativen kausal-vernünftigen Seins), nicht zu machen.  Solange das Weltgeschehen auf vernünftige Weise erklärt wird, ist die Offenbarung des Vätergottes und der davon ausgehenden Vernunftgebote (des als für unsere Kultur vernünftig gebotenen) gegeben.

Bei Christen, die sich im aufgeklärten Sinne auf Jesus berufen, ist der Grund des Glaubens, wie des Verhaltens das lebendige Wort (die von Schöpfung ausgehende Vernunftbestimmung). Nicht mehr was schriftlich durch die Tradition vorgesetzt ist. Die Bibel verschwindet nicht im Bücherschrank. Sie wird als Beleg der bildlosen monotheistischen Glaubensvorstellung gelesen, die unsere Kultur begründet und als Verweis auf ein aufgeklärtes Hören und Halten im Hier und Heute verstanden.